Berlin-Graffitidemo: DNA Überwachung

Phatcap 24.04.2006 12:49 Themen: Kultur Repression
Am Rande der Demo "Graffiti ist kein Verbrachen" in Berlin am 13.04. (siehe indymedia-Bericht von Dose) konnte beoachtet werden, wie die Staatsorgane Beweismittel für DNA-Datenbank sicherten.
Es war am Rande der Demo mehrmals zu beobachten, wie vor allem Beamten in zivil - aber auch einige der regulären Einsatzkräfte - (Kippen)stummel, Getränkedosen, Essensverpackungen und sogar Taschentücher, die von Demonstranten weggeworfen wurden, direkt danach aufgehoben und in Beweismitteltütchen verpackt haben.
Die von uns gemachten Digitalfotos dieses Vorgehens sind leider nach Beschlagnahme der Camera direkt auf der Demo gelöscht worden. Die nötige Gesetzesgrundlage stellte nach Aussage der Beamten das unerlaubte Fotografieren von polizeilichen "Ermittlungsmaßnahmen"(!).
Damit bestätigt sich unserer Meinung nach die Befürchtung, es werde in unserem schön bunten Berlin nun eine zentrale DNA-Datei der Graph-Szene erstellt, um Beweismittel für die "Sachbeschädigung an alten Fabrikwänden und ähnlichen Kulturdenkmählern" zu sichern. So ist ja auch, seitdem Sprühen als Straftat geahndet wird, allein die Anwesenheit während der Sprühens als Mittäterschaft strafbar, und es wäre die Pflicht eines jeden graue Häuserwände liebenden Bundesbürgers jemanden mit Dose sofort anzuzeigen!
Heißt im Klartext, in der Nähe eines frischen Pieces seine DNA-Spuren zu hinterlassen reicht eventuell bald aus, um entweder selbst als Urheber der Kunst, oder als wissender Mittäter, bestraft zu werden.
Toll, dass die neue Kriminaltechnik nicht nur ausreicht um Sexual- und Gewaltstraftäter dingfest zu machen, was ja schon durchaus legitim ist, nein auch die Kunstszene der sonst so liberalen Hauptstadt ist nun im Visier der Hightech-Ermittler.
keep on colourspreading, graphart ain´t no crimething!
Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
Creative Commons-Lizenz lizenziert.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

Gelöschte Bilder

Leserin 24.04.2006 - 13:23
Innerhalb der letzten 3 Wochen, beschrieb eine Person in der Ergänzung zu einem Artikel (irgend eine Demo, bei der in Hund eine am Boden liegende Person anfiel) wie die gelöschten Daten wieder hergestellt werden können.

Dies sceint mit Hilfe von kostenlosen Programmen aus dem Internet relativ leicht zu sein.

Informiert euch mal.

wiederherstellung

wiederhersteller 24.04.2006 - 14:39
so geht wiederherstellung:
ein programm zur datenwiederherstellung herunterladen, für windows z.b.:  http://www.chip.de/downloads/c1_downloads_13009829.html und dann die digicam per usb als speichermedium anschließen, mit dem programm die bilder wiederherstellen und abspeichern.

Datenrettung für Digitalkameras

chipy 24.04.2006 - 14:43
Kostenlose Datenrettung für Digitalkameras.

Mit PC Inspector smart recovery können Sie versehentlich gelöschte, quick-formatierte oder fehlerhaft gespeicherte Bilder, Videos und Audiodateien suchen und gegebenenfalls rekonstruieren.

Die Freeware unterstützt alle bekannten Speichermedien, die sich als zusätzliches Laufwerk und mit einem logischen Laufwerksbuchstaben im System einbinden. Folgende Dateitypen werden erkannt: JPG, BMP, TIF, GIF, Canon CRW, Fuji RAF, Olympus ORF, Kodak DCR, Minolta MRW, Nikon NEF, Sigma X3F, MOV, AVI und WAV- bzw. DSS Audio.

In der neuen Version 4.5 werden nun auch PocketPCs und deren Dateiarten PXL und PSW unterstützt.

 http://www.chip.de/downloads/c1_downloads_13009829.html

MeldEn!

Bündniss 24.04.2006 - 16:20
diejenige die das beobachtet haben und die fotos gemacht haben werden dringend gebetten sich bei  prograffiti@gmx.de zu melden. Das gilt auch für die Leute die auf der Demo oder Danach verhaftet worden sind. Anwälte sind involviert und wir wollen dieser kriminalisierung gemeinsam entgegentreten.

danke

das prograffiti bündniss

Ergänzung

Name 24.04.2006 - 16:23
dose bericht :

 http://germany.indymedia.org/2006/04/144576.shtml

und die bilder :

 http://www.adf-berlin.de/html_docs/gallery/2006/berlin_22_04_2006/berlin_22_04_2006.php

immer schön handschuh tragen, sonnenbrille, basecap, mütze, wechsleklamotten, wendejacken, am besten alle die gleichen schuh und hosen. damit macht man es den cops am schwersten.

@phatcap

egal 24.04.2006 - 18:22
im rathaus,landtag,gericht und wenn du mal da bist auch auf dem revier tust du kippen sammeln von richtern anwälten und politikern und verteilst die unauffällig auf linksradikalen events.
auf diese weise finden sich die repressionsorgane in den eigenen datenbanken wieder-können die gar nicht ab.wir haben im rathaus bei einer bürgerschafts sitzung hundert kippen aus den aschern geholt und bei einem vorbereitungs treffen zum castor verteilt die haben sie auch mitgenommen,
so sind ein paar raucher von denen in der radikalen antiatomdatenbank gespeichert

aus der jungen Welt vom 24.4.

Revo 24.04.2006 - 20:42
Sprayer demonstrierten in Berlin

Rund 300 Jugendliche haben am Sonnabend in Berlin gegen den bevorstehenden Anti-Graffiti-Kongress am 26. und 27. April demonstriert. "Graffiti ist kein Verbrechen" war auf dem Fronttransparent zu lesen, in dicken Graffitibuchstaben natürlich.
Bei dem Kongress der Initiative “Noffiti e.V.” werden Reinigungsfirmen, Polizisten und Bürgermeister über härtere Strafen und “Null Toleranz” gegen die Graffiti-Szene diskutieren. Die Demonstranten dagegen forderten andere Lösungen: Statt Millionen in Videoüberwachung, Hubschraubereinsätze, Haftanstalten zu investieren, sollte das Geld sinnvoller für neue Jugendeinrichtungen eingesetzt werden. “Graffiti sind ein Ausdruck der Perspektivlosigkeit der Jugendlichen” sagte Adrian Wendel vom Bündnis “Pro-Graffiti” gegenüber eienm ZDF-Kamerateam.
Dass Berliner Sprayer nun auch Flusssäure einsetzen, sei Resultat des “Aufrüstungswettbewerbs” zwischen Sprayern und Polizei. Diese Spirale kann nur durchbrochen werden, in dem man sich “mit den Kids an einem Tisch setzt”. Zufälligerweise zog die Demo auch am Landesparteitag der Berliner WASG vorbei. Viele Delegierte begrüssten die Demonstration, einige schlossen sich spontan an.
Die Polizei hatte die Auflage erteilt, dass wegen der Anmeldung als politische Veranstaltung nur 50 Prozent der Zeit Musik gespielt werden dürfte. Weil es angeblich während der Demonstration schon zu viel Musik gegeben hatte, so durften bei der Abschlusskundgebung auf dem Marianenplatz nur noch Redebeiträge gehalten werden.
Am Mittwoch beginnt der Anti-Graffiti-Kongress im Roten Rathaus. Um 14 Uhr gibt es vor dem Neptunbrunnen eine Kundgebung mit Musik und Graffiti-Wettbewerb.
Wladek Flakin

"Künstler und Vandalen" (jW vom Samstag)
 http://www.jungewelt.de/2006/04-22/050.php

Dienstaufsichtsbeschwerde!

1 24.04.2006 - 22:03
Die eingesetzte Polizeihundertschaft (die 24.Ehu - ne wiederliche Nazischlägertruppe) hat illegal gehandelt - sowohl was die Überwachungsaktionen als auch das Zerstören der Daten auf der kamera (verbunden mit Nötigung) betrifft. Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Ehu-Führer wäre angebracht.

DNA-Spuren

- 25.04.2006 - 13:46
bringen nur was, wenn diese sich auch einzelnen Personen zuordnen lassen. Soll heißen, wenn sie nicht wissen wem auf der Demo die Kippe oder das Taschentuch gehörte, können sie damit nicht besonders viel anfangen.

Wenn die Bilder "gerettet" sind bitte posten!

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 9 Kommentare

und jetzt?

ich kanns nicht mehr hören 24.04.2006 - 13:19
oh toll jetzt sind eure tollen fotos gelöscht worden. toll! warum seid ihr nicht eingeschritten und habt die zivis mal richtig durchgelassen? immer nur meckern und checken, dass das voll der überwachungsstaat ist, wo man lebt...dass kann es nicht sein. wann wacht ihr endlich auf?

modelinke abschaffen! zivis fuck off

fotos sicher

teltow 24.04.2006 - 14:43
Hallo,

das stimmt die fotos kann man ganz leicht wieder herstellen.
Solange sie nur gelöscht und nicht überschrieben worden sind.
Also mal bei google nach geeigneter software suchen...und die speicherkarte bzw kamare bis dahin nicht mehr zu fotografieren benutzen ;-)

DNA Spam

Icke 24.04.2006 - 15:20
Wäre es nicht eine sinnvolle Maßnahme,
bei solchen Demos oder beim Sprühen, große
Mengen Fremd-DNA zu hinterlassen, z.B. Haare,
die man beim Frisör auf dem Boden aufgehoben hat
oder indem man mal in einer Kneipe den Inhalt des
Aschenbechers mitgehen läßt?
Wenn die Polizei an einem Ort DNA dutzender Personen
findet, dürfte es mit der Beweiskrat bald vorbei sein, oder?

Bullen die Schikane schwerer machen

Bullenfeind 24.04.2006 - 16:05
Ganz blöde ist das grüne Schnittlauch auch nicht. Die werden früher oder später auch auf die Idee kommen, das gelöschte Bilder wieder recovert werden können. ( Zumindest, wenn sie hier mitlesen ;-)).
Irgendwann werden die die Speicherkarten aus den Kameras entnehmen, professionell löschen lassen und die Karte kann man sich auf einer Bullenwache dann wieder abholen ( wenn man Glück hat).
Bei billigen Kameras, die keine wechselbaren Speicherkarten haben, können die nach dem Löschen einfach solange auf den Auslöser drücken, bis die Kamera voll ist. Dann ist auch nichst mehr mit wiederherstellen.

Aber Abhilfe ist möglich. Es gibt seit einiger Zeit Kameras, die in der Lage sind die Bilder mittels Bluetooth zu übertragen. Man sollte beim nächsten Kamerakauf darauf achten, dass die Kamera über diese Fähigkeit verfügt.

Eine zweite Person besorgt sich dann gebraucht eine PDA mit Bluetooth Karte und während der Aktionen, die man aufnehmen will, überträgt man die Bilder dann zu diesem PDA. Das Gerät kann unauffällig in der Jackentasche bleiben, die Bullen müßten schon alle Leute im Umkreis des Fotgrafen durchsuchen.

Einziger Nachteil: Man muss mit der Kamera immer im Ukreis von ca. 15m des PDA bleiben, aber das sollte sich machen lassen.

Sonst macht das doch immer der Ausländer weg

Selbstständig 24.04.2006 - 20:20
`Kippen)stummel, Getränkedosen, Essensverpackungen und sogar Taschentücher, die von Demonstranten weggeworfen wurden` - Leute, ihr seid ja echt nen cooler Haufen: mal abgesehen von der dna-Scheisse, wie wäre es denn, nicht überall euren dreck fallen zu lassen, liebe deutsche Mittelschicht!?
Ist doch nicht schlimm und Ausdruck revolutionärer Haltung? Wofür haben wir denn hier all die ausländischen Strassenkehrer? Sollen schließlich was tun für eure Kohle, wa?? Euer Weltbild möcht´ich haben...

Es gibt noch mehr Infos

Kurt Reblaus 24.04.2006 - 21:10
Es werden nicht nur Demonstrationen massiv überwacht, die Polizei hat
auch extra vor dem 1. Mai eine Public Relations Seite geschaltet:
 http://sondereinheit.fateback.com/

Unbestätigten Gerüchten zu Folge sollen die dort vorgestellten Beamten
am 1.Mai mit der Security der Naunynritze zusammenarbeiten.

@ Kurt Reblaus

- 25.04.2006 - 13:52
Die Seite:  http://sondereinheit.fateback.com/ ist nicht von der Polizei!
Bitte erstmal lesen was da so steht, bevor hier solche falschen Ergänzungen geschrieben werden.

Schwachsinn hoch 3

Icke 25.04.2006 - 19:42
Paranioaalarm wie immer.... Hier gab bis jetzt nur einen vernüftigen Beitrag:

Was soll die Polizei mit DNA-Spuren, wenn sie die nicht mit Personalien verbinden kann??????

Oh man, wahrscheinlich leiten die die ollen Kippen und Taschentücher mit Rotze an den Weihnachtsmann weiter, der is doch bei der CIA und kann den Bullen weiterhelfen, weil er die Glaskugel im Sack hat die nächstes Jahr Hexe Schrumpeldei zu Weihnachten bekommen soll....

Kein wunder das wir nix auf die Reihe bekommen, wenn zuviele Menschen rumrennen die sone scheisse glauben - unfassbar!!!!

Icke

Denkt´s an die Kehrwoche

Else Kling 26.04.2006 - 16:46
Ach du grüne Neune! Seids ihr aufgewacht! Auch BIG BROTHER hat seit 1984 dazugelernt! Die ganzen Schwachmaten die bisher dachten, Müll bei Demo´s zu hinterlassen sei revolutionär, ihr seid gefickt! Auch die ge-smash-ten Beck´s Gould Hinterlassenschaften sind noch zu verwerten. Kifft weniger und lest lieber mal nen guten Krimi, da steht eigentlich alles drin, wie Scotland Yard & Co 2006 spurensicherungstechnisch arbeiten!!!

Mit freundl. Grüßen

Else Kling