Anklage gegen Madrid-Attentäter vorgestellt
Der spanische Nationale Gerichtshof hat heute die Anklagen gegen die mutmaßlichen Attentäter vom 11. März 2004 vorgestellt. 191 Menschen verloren das Leben und mehr als 1700 wurden verletzt, als am frühen Morgen 13 Bomben in Vorortzügen der Hauptstadt explodierten.
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/16/16941/1.html Der Ermittlungsrichter des Sondergerichts Juan del Olmo hat nun endlich Anklage gegen 29 Personen erhoben, nachdem ihm der Gerichtspräsident eine letzte Frist bis zum 10. April stellte. Gegen 116 Personen hatte er ermittelt und zum Teil inhaftiert. Erst kürzlich hatte er zum zweiten Jahrestag die Frist gesetzt bekommen.
http://de.indymedia.org//2006/03/141100.shtml
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/16/16941/1.html Der Ermittlungsrichter des Sondergerichts Juan del Olmo hat nun endlich Anklage gegen 29 Personen erhoben, nachdem ihm der Gerichtspräsident eine letzte Frist bis zum 10. April stellte. Gegen 116 Personen hatte er ermittelt und zum Teil inhaftiert. Erst kürzlich hatte er zum zweiten Jahrestag die Frist gesetzt bekommen.
http://de.indymedia.org//2006/03/141100.shtml
Del Olmo erklärt auf 1460 Seiten, es gäbe keine Hinweise auf Verbindungen zur baskischen Untergrundorganisation ETA. Die konservative Ex-Regierung der Volkspartei (PP) wollte ihr das Massaker zuschreiben, um kurz vor den Wahlen von einer Verbindung zum Irak-Krieg abzulenken, in die sie Spanien an der Seite der USA geführt hatte. Verantwortlich sei eine lokale islamistische Gruppe, direkte Kontakt zu Al-Qaida stellte er auch nicht fest. Er schreibt, die Anschläge mit 13 Bomben in Nahverkehrzügen seien nur von ihr „inspiriert“ worden. Er führt einen Aufruf auf den Webseiten von Global Islamic Media an, wo ein angebliches „Komitee der Wissenden“ von Al-Qaida für einen Anschlag vor den Parlamentswahlen am 14. März geworben habe. Zu erinnern ist, dass die PP abgewählt wurde, weil sie die Bevölkerung massiv belogen hat (
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/16/16965/1.html)
Drahtzieher seien Jamal Ahmidan, der „eine eiserne Führung“ in der Gruppe ausgeübt habe, und Serhane Abdelmajid Fakhet gewesen, den Del Olmo als „Ideologen“ benennt. Beide werden nicht im Gericht sitzen. Die hätten sich im April 2004 mit anderen in die Luft gesprengt, als sie von der Polizei in einer Madrider Wohnung umstellt waren.
Unter de Angeklagten sind auch neun Spanier, die den Sprengstoff besorgt hatten. Hervor stechen de Spitzel der Nationalpolizei, José Emilio Suárez Trashorras, seine Frau Carmen Toro und deren Bruder Antonio Toro. Über den Spitzel der Guardia Civil Rafa Zouhier wurde das Dynamit an die Islamisten geliefert, der auch angeklagt wird.
Da der Richter nur die Spitzel anklagt, deren Führer er stets unbehelligt ließ, tut er so, als hätten die auf eigene Faust gehandelt. Zouhier hat dies stets bestritten und der Guardia Civil sogar eine Sprengstoffprobe geliefert. Es ist längst bekannt, dass die Sicherheitskräfte alle wesentlichen Akteure per Telefonüberwachung unter Kontrolle hatten. Ein Nationalpolizist hatte sogar die Handys frei geschaltet, um sie zur Zündung der Bomben benutzen zu können. Das geht aus den Akten hervor, die dem Richter vorliegen. Warum der nie verhaftet wurde, obwohl in einer Wohnung zur Anschlagsvorbereitung sogar Dokumente von ihm gefunden wurden, ist eines der vielen Rätsel. (
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20806/1.html). Er versuchte aber erfolglos die Tageszeitung El Mundo mundtot zu machen, die aus seinen Akten darüber berichtete. (
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20629/1.html
Der Sonderrichter, der exklusiv mit dieser Anklage beschäftigt war, wurde immer wieder heftig kritisiert. Er behinderte die Arbeit einer parlamentarischen Ermittlungskommission, der er Akten vorenthalten hat. Zuletzt versuchte er, die große Opferorganisation von der Nebenklage ausschließen. Deshalb hatte deren Präsidentin Pilar Manjón juristische Schritte gegen Del Olmo angekündigt.
(
http://www.elmundo.es/elmundo/2006/03/08/espana/1141857115.html)
Wie vor einem Jahr hatten die Opfer auch dieses Jahr wieder deutliche Kritik geübt. Letztes Jahr hatten sie das Ende der peinlichen Untersuchsuchungskommission begrüßt, die mehr vernebelt als aufgeklärt hatte.
http://de.indymedia.org//2005/03/109089.shtml Doch ihre die Forderung, die Anschläge unabhängig zu untersuchen, ist ein weiteres Jahr ungehört verhallt.
© Ralf Streck, Donostia-San Sebastían den 11.04.2006
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/16/16965/1.html) Drahtzieher seien Jamal Ahmidan, der „eine eiserne Führung“ in der Gruppe ausgeübt habe, und Serhane Abdelmajid Fakhet gewesen, den Del Olmo als „Ideologen“ benennt. Beide werden nicht im Gericht sitzen. Die hätten sich im April 2004 mit anderen in die Luft gesprengt, als sie von der Polizei in einer Madrider Wohnung umstellt waren.
Unter de Angeklagten sind auch neun Spanier, die den Sprengstoff besorgt hatten. Hervor stechen de Spitzel der Nationalpolizei, José Emilio Suárez Trashorras, seine Frau Carmen Toro und deren Bruder Antonio Toro. Über den Spitzel der Guardia Civil Rafa Zouhier wurde das Dynamit an die Islamisten geliefert, der auch angeklagt wird.
Da der Richter nur die Spitzel anklagt, deren Führer er stets unbehelligt ließ, tut er so, als hätten die auf eigene Faust gehandelt. Zouhier hat dies stets bestritten und der Guardia Civil sogar eine Sprengstoffprobe geliefert. Es ist längst bekannt, dass die Sicherheitskräfte alle wesentlichen Akteure per Telefonüberwachung unter Kontrolle hatten. Ein Nationalpolizist hatte sogar die Handys frei geschaltet, um sie zur Zündung der Bomben benutzen zu können. Das geht aus den Akten hervor, die dem Richter vorliegen. Warum der nie verhaftet wurde, obwohl in einer Wohnung zur Anschlagsvorbereitung sogar Dokumente von ihm gefunden wurden, ist eines der vielen Rätsel. (
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20806/1.html). Er versuchte aber erfolglos die Tageszeitung El Mundo mundtot zu machen, die aus seinen Akten darüber berichtete. (
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20629/1.html Der Sonderrichter, der exklusiv mit dieser Anklage beschäftigt war, wurde immer wieder heftig kritisiert. Er behinderte die Arbeit einer parlamentarischen Ermittlungskommission, der er Akten vorenthalten hat. Zuletzt versuchte er, die große Opferorganisation von der Nebenklage ausschließen. Deshalb hatte deren Präsidentin Pilar Manjón juristische Schritte gegen Del Olmo angekündigt.
(
http://www.elmundo.es/elmundo/2006/03/08/espana/1141857115.html) Wie vor einem Jahr hatten die Opfer auch dieses Jahr wieder deutliche Kritik geübt. Letztes Jahr hatten sie das Ende der peinlichen Untersuchsuchungskommission begrüßt, die mehr vernebelt als aufgeklärt hatte.
http://de.indymedia.org//2005/03/109089.shtml Doch ihre die Forderung, die Anschläge unabhängig zu untersuchen, ist ein weiteres Jahr ungehört verhallt. © Ralf Streck, Donostia-San Sebastían den 11.04.2006
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen