Dresden: Jorge-Gomondai-Demo
Unter dem Motto "Das bisschen Totschlag bringt so manche_n um…" versammelten sich etwa 150 - 200 AntifaschistInnen in der Dresdener Innenstadt um gemeinsam an den Todestag Jorge zu erinnern. Den TeilnehmerInnen ging es jedoch nicht nur um das Gedenken an einen Menschen der Opfer eines rassistischen Wahnes geworden war. In Redebeiträgen, durch Transparente, sowie durch das Rufen von entsprechenden Parolen, sollte gleichzeitig den ZuschauerInnen vermittelt werden, dass Rassismus nicht etwa auf grölende "Naziglatzen" beschränkt ist. Vor einigen Wochen etwa stürmten 4 Polizisten einen Kindergarten um mittels Geiselnahme eines 3 jährigen Kindes die Abschiebung der Mutter zu erzwingen. Der Aufschrei in Öffentlichkeit und die Selbstanzeige der Polizei können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass MigrantInnen beständig rassistischen Angriffen ausgesetzt sind.
Vom staatlichen Rassismus wie etwa rassistische Kontrollen, Residenzpflicht oder beständigen Gängelung durch Behörden, über den Alltagsrassismus etwa in Pirna wo "Ausländer" nur noch Begleitung eine Apotheke betreten durften - Rassismus ist für viele MigrantInnen täglich erlebte Realität. Mit einem besonders perfiden Beispiel setzt sich die Kampagne "Und wer kontrolliert ihren Einkauf?" auseinander. Hintergrund ist das Dresdener Chipkartensystem. Statt Bargeld sind AsylantInnen gezwungen zu Teils überteuerten Preisen aus einem engen Sortiment ihre Versorgung mit Lebensmittel sicher zu stellen. Abhilfe soll neuerdings ein Chipkartensystem schaffen. Mit einer EC-Karte vergleichbaren Methode sollen Betroffene in Läden einkaufen gehen, die an diesem Verfahren teilnehmen. Doch bei weniger als 200 Betroffenen kann man sich schnell ausrechnen wieviele Geschäfte sich daran beteiligen werden. Man sieht hier deutlich, obwohl die Einführung von Bargeld unbürokratischer und billiger wäre halten die Verantwortlichen an der entmündigenden und rassistischen Methode fest. Man verweigert sich einer rationalen Betrachtungsweise, um offensichtlich den MigrantInnen. das Leben so schwer wie möglich zu machen. Nur in einem solchen Klima sind Taten wie die Tötung von Jorge denkbar.
Nach der Abschlusskundgebung auf dem Altmarkt schloss sich praktisch die gesamte Demo einem vom Ausländerrat initiierten Gedenkmarsch an. Für Irritationen sorgte die Bitte des Veranstalters sämtliche Fahne und Transparente während des Gedenkmarsches nicht zu zeigen. Ausschließlich das das Fronttransparent sollte über den Hintergrund der Demo informieren. Ob dies hinsichtlich einer auf Außenwirkung orientierten Demonstration (von lat.: demonstrare, zeigen, hinweisen, nachweisen) sinnvoll ist sei dahingestellt. Abschließend versammelten sich die TeilnehmerInnen zu einer Kundgebung am Jorge Gomondai Gedenkstein.[post sriptum]
Die polizeilichen Auflagen 5 OrdnerInnen zu stellen sollte eigentlich kein Problem darstellen. Nicht so in Dresden. Aufgrund der "Gewalttäter links" Kartei in der zahlreiche AntifaschistInnen erfasst sind wurde dies dann doch zum Problem. Obwohl es teilweise noch nicht einmal Ermittlungsverfahren gegen die AntifaschistInnen geschweige denn Vorstrafen gibt, lehnte die Polizei zahlreiche TeilnehmerInnen als OrdnerInnen ab.
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Ergänzungen
erstens
Warum keine Transparente in die 2.Demo mitgenommen werden durften,bleibt ein Rätsel!
Redebeiträge am Ende der 2.Demo wirklich daneben,erste Demo ziemlich lahm...
So on.
weitere Bilder und Bericht
zum Bericht:
zu den Bildern:
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
frage — ich
gar nicht — noname
guten morgen — mir
Sehr gut, aber... — Fahnenfetisch
... parolen — charles bronson