UK: Streik um die Altersrente
Dieser massive eintägige Kraftakt kommt nach Jahrzehnten der Niederlagen für die Gewerkschaften in UK, aber am 28. März standen mehr als 1 Million GewerkschaftlerInnen beisammen und erhaschten ein flüchtigen Blick auf ihre potentielle Kraft um die Welt zu ändern.
Streik-Berichte: London 1 | 2 | 3 | Nottingham | Liverpool | Derby | West Yorkshire | Birmingham | Cambridge | Sheffield: 1 | 2
Nachdem die Streikenden am Morgen an den Streikpostenketten standen, gingen Tausende auf Demonstrationen und Kundgebungen in die Stadtzentren. Nach Angaben der Unison nahmen mehr als 850 Menschen in Nottingham an einer Demonstration und Kundgebung teil, mit ähnlich besuchten Protesten in Sheffield, Birmingham, Glasgow, Edinburgh, Liverpool und London. Hunderte von weiteren lokalen Versammlungen wurden überall anders abgehalten.
12 Gewerkschaften sind in diesem Konflikt involviert, darunter UNISON, die GMB und die TGWU. Der Gesetzesantrag, welcher den Konflikt nun heraufbeschworen hat, kam aus dem Büro des Premierministers und schlägt vor: "die Abschaffung des Mechanismus des frühen Ruhestandes, bekannt als Regel 85, ab Oktober 2006 und die Einführung einiger Anpassungen dieses Schemas unter dem neuen Steuerrecht ab April 2006." Regel 85 besagt, daß Angestellte des öffentlichen Dienstes mit 60 Jahren in Rente gehen dürfen, falls ihr Alter zusammen mit den Dienstjahren 85 Jahre ergibt.
Im letzten Jahr drohten StaatsdienerInnen, Angestellte im Gesundheitsdienst und LehrerInnen Streikaktionen aufgrund ähnlicher Angriffe auf ihre Renten an, aber damals wurde ein Deal mit der Gewerkschaftsführung ausgehandelt, der, während er die Rentenansprüche der derzeitig angestellten ArbeiterInnen schützte, unglücklicherweise erlaubte das neue MitarbeiterInnen zu schlechteren Verträgen und Bedingungen eingestellt werden konnten. Aber zur Zeit verweigert die Regierung solch einen Deal mit denen, die in der kommunalen Altersversorgung eingebunden sind. Die kommunalen Gewerkschaftsführungen wollen einen ähnlichen Abschluß aushandeln wie schon in anderen Bereichen des öffentlichen Sektors. Es gibt darüber eine Debatte unter den GewerkschaftlerInnen über diese Strategie, bei der einige AktivistInnen argumentieren das auch die Rechte zukünftiger ArbeiterInnen geschützt werden müssen. Millionen Angestellte der Privatwirtschaft müssen in der Zukunft ebenfalls Aattcken auf ihre Rentenansprüche befürchten, ebenso wie ein genereller staatlicher Angriff auf die staatliche Rente erwartet wird.
Dieser Tag wird vielen das Gefühl gegeben haben, das es durch direkte Massenaktionen möglich ist, bessere Abmachungen zu erreichen.
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