Solidarisch gegen Arbeitszeitverlängerung

Nix da! 27.03.2006 12:36 Themen: Bildung Soziale Kämpfe
Am vergangenem Freitag besuchten Schüler/innen und Studierende vom Aktionsbündnis für kostenlose Bildung Rosenheim (AKB) die streikenden Angestellten der Autobahnmeisterei bei Pfraundorf. Damit sollte ein Zeichen für das solidarische Handeln gegen die Pläne der Staatsregierung Studiengebühren einzuführen und die Arbeitszeit zu verlängern gesetzt werden.
Solidarisch gegen Arbeitszeitverlängerung und Studiengebühren
AKB besucht Streikende bei der Autobahnmeisterei

Am vergangenem Freitag besuchten Schüler/innen und Studierende vom Aktionsbündnis für kostenlose Bildung Rosenheim (AKB) die streikenden Angestellten der Autobahnmeisterei bei Pfraundorf. Damit sollte ein Zeichen für das solidarische Handeln gegen die Pläne der Staatsregierung Studiengebühren einzuführen und die Arbeitszeit zu verlängern gesetzt werden.
Für den angekündigten Besuch der AKB Delegation kehrten die Arbeiter extra nachmittags noch einmal vom Streiklokal zu den Werkstoren zurück. Insgesamt entstand ein lockerer Plausch über Streiks an Hochschulen und Betrieben, Aktionsformen und den aktuellen Arbeitskampf. Bei der bestreikten Autobahnmeisterei könnte durch die von Stoiber geforderte Arbeitszeitverlängerung auf 42 Stunden alleine 3 Stellen wegfallen rechneten die Arbeiter vor. Seit nunmehr sechs Wochen wird deshalb gestreikt - leider zeigt sich eine Minderzahl der Kollegen unsolidarisch und bricht den Streik. Deshalb war ein regelrechter Notdienst bei Schnee (nur eine Autobahnspur freiräumen etc.) leider nicht möglich. Seit Beginn der Arbeitsniederlegung gab es auch keinen Kontakt mehr zwischen den Streikenden und Brechenden.
Im Hinblick auf die im Koalitionsvertrag im Bund vereinbarte "Lockerung" des Kündigungsschutzes (quasi CPE nur für alle). die einer Aufhebung gleich kommt, wurden schon mal spasseshalber Aktionspläne entworfen. So könnten die Arbeiter von der Autbahnmeisterei Autos umwerfen und Studierende sie dann anzünden. Obs dann tatsächlich so kommt, darf bezweifelt werden.
Aber wer weiß ;-) Das mitgebrachte Transparent wurde zum Abschied an der Autobahnausfahrt hinterlassen.
Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
Creative Commons-Lizenz lizenziert.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

PM des AKB

ÂKB 27.03.2006 - 13:13
Zu Info die PM des AKB:

Solidarisch gegen Arbeitszeitverlängerung und Studiengebühren
AKB besucht Streikende bei der Autobahnmeisterei

Pfraundorf – Am vergangenem Freitag besuchten Schüler/innen und Studierende vom Aktionsbündnis für kostenlose Bildung Rosenheim (AKB) die streikenden Angestellten der Autobahnmeisterei bei Pfraundorf. Damit sollte ein Zeichen für das solidarische Handeln gegen die Pläne der Staatsregierung Studiengebühren einzuführen und die Arbeitszeit zu verlängern gesetzt werden.
„Stoiber,“ so eine Sprecherin des AKB, „erweist sich derzeit wieder als neoliberaler Scharfmacher auf allen Ebenen. Seine Pläne in naher Zukunft Studiengebühren einzuführen und seine aggressive und starre Haltung in der Tarifauseinandersetzung zeigen wie rückwärtsgewandt die Politik der Staatskanzlei derzeit ist.“ Ludwig Riedl Sekretär des ver.di Bezirks Rosenheim ergänzt: „Rhetorisch will sich die CSU gegen soziale Kälte positionieren, in der praktischen Politik aber forciert sie diese geradezu. Studiengebühren fördern nur die soziale Selektion des Bildungswesens – junge Menschen aus schlechter gestellten Elternhäusern wird der Zugang zu höherer Bildung damit weiter erschwert und versperrt. Durch die geforderte Arbeitszeitverlängerung von 38,5 auf 42 Stunden pro Woche sind landesweit 9.000 bis 10.000 Stellen bedroht.“ Alleine bei der Autobahnmeisterei in Pfraundorf würden rechnerisch 3 von etwa 30 Stellen wegfallen, klagen die Arbeiter vor Ort. Dennoch oder gerade deshalb: Die Stimmung ist auch nach der wochenlangen Arbeitsniederlegung kämpferisch. Für den angekündigten Besuch der AKB Delegation kehrten die Arbeiter extra nachmittags noch einmal vom Streiklokal zu den Werkstoren zurück.
Neben der ihrer Ansicht verfehlten Hochschul- und Tarifpolitik kritisieren die Gewerkschaft und das AKB, dass hinter der gesamten Politik der Staatsregierung derzeit das neoliberale und volkswirtschaftlich unsinnige Dogma eines ausgeglichenen Haushalts stehe. Nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche hätten seit Anfang der Legislaturperiode darunter gelitten. Die Sprecherin des AKB dazu: „Ende 2003 zogen beinahe täglich Demonstrationszüge durch die Münchner Innenstadt – alle gegen die willkürlichen Kürzungsmaßnahmen des Freistaats. Leider liefen sie weitgehend aneinander vorbei manchmal sogar direkt gegeneinander. Das darf uns nicht noch mal passieren. Wir müssen jetzt beginnen die gesellschaftlichen Kämpfe gegen den Sozialabbau solidarisch zu führen. Spätestens, wenn die große Koalition den Kündigungsschutz wie geplant faktisch abschaffen möchte, muss eine schlagkräftige Allianz stehen. Die Proteste in Frankreich können uns dabei nur Vorbild sein!“