Nach Anti-CPE-Aktionstag: Bewegung am Scheideweg

Michael Liebler 24.03.2006 15:38 Themen: Soziale Kämpfe
Einen neuen Höhepunkt der Proteste gegen die Kündigungsschutzreform erlebte Frankreich am Donnerstag. Die Bewegung kann sich nun spalten oder radikalisieren.
Einen neuen Höhepunkt der Proteste gegen die Kündigungsschutzreform erlebte Frankreich am Donnerstag. Mindestens 220 000 Menschen gingen nach Meldungen der Nachrichtenagentur AFP auf die Straße.

Im Anschluß an die Demonstrationen kam es zu den bisher härtesten Zusammenstößen zwischen Polizei und Jugendlichen. Dabei wurden 420 Menschen festgenommen, in Paris wurden 60 Menschen verletzt.

Inzwischen ließ sich auch der französische Premierminister de Villepin dazu bewegen, den Gewerkschaften ein Verhandlungsangebot zu unterbreiten. Diese nahmen zunächst an, fordern aber nun, auch die Schüler und Studenten zu der Verhandlungsrunde einzuladen.

Dies mag ein Zeichen dafür sein, dass die Träger der Proteste sich der Gefahr der Spaltung bewußt sind, die in getrennten Verhandlungsrunden lägen.

Tendenzen der Radikalisierung von Teilen der Bewegung beschrieb am Freitag Vormittag die Soziologin Ingrid Artus im Gespräch mit Radio Z. Auch dies kann zu einer Spaltung beitragen, könnte aber auch gleichzeitig eine Stärkung der Protestbewegung bedeuten.

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Ergänzungen

update

... 25.03.2006 - 11:28
die französischen Studentenorganisationen UNEF, CE, UNL und FIDL haben die Einladung von Premierminister Villepin zu Gesprächen am heutigen Tag abgelehnt.
Mehr dazu gibt es in Kürze bei einer Pressekonferenz der vier Organisationen.