Weißrussland: Oppositionscamp geräumt

information warfare 24.03.2006 03:24 Themen: Repression Weltweit
Das Zeltcamp der Opposition auf dem Oktoberplatz in Minsk wurde heute Nacht von der Polizei geräumt. Viele der Menschen die dort zum Teil seit 5 Tagen protestieren wurden angeblich festgenommen.
Heute gegen 3:30 Uhr stürmten hunderte Polizisten und Sicherheitskräfte das Zeltcamp auf dem Oktoberplatz in Minsk. Gegen 3 Uhr fuhren 10 Polizeibusse und Gefangenentransporter auf und umstellten den Platz. Polizisten riegelten den kompletten Platz ab und alle Journalisten und Reporter wurden hinter die Absperrungen verwiesen. Dann wurden mehrere hundert Menschen die in dieser Nacht im Camp ausharrten verhaftet. Man verfrachtete sie in die bereitgestellten Busse und LKWs und brachte sie an eine bisher nicht näher bekannte Adresse.
Jetzt sind nur noch zerstörte Zelte auf dem Platz zu sehen. Die Reste des Camps, Fahnen, Plakate, Kleidung, Geschirr ect. wurden von Reinigungskräften auf Trucks verladen. Laut Angaben von Festgenommen kam es in einem Gefangenentransporter zum Einsatz eines Gases. Näheres ist aber nicht bekannt und kann auch nicht bestätigt werden.

Nach Angaben der BBC waren zum Zeitpunkt des Zugriffs etwa 150 Menschen auf dem Platz. Alle Frauen wurden demnach freigelassen bzw. garnicht erst verhaftet. Die Räumung hat rund 20min gedauert.

Mehr unter:  http://www.charter97.org/eng/news
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Ergänzungen

Belarus II: Camp geräumt

Matts, Emmy, umpfli 24.03.2006 - 05:09
Vergl. auch:

 http://news.tut.by/elections/65886.html (russisch, Fotos),

 http://community.livejournal.com/minsk_news/ (VorOrtBlog, Graswurzelprimärquelle, russisch, Fotos)

Das Russische kann etwa mit  http://www.online-translator.com/ ins Englische übersetzt werden

 http://today.reuters.com/News/newsArticle.aspx?type=topNews&storyID=2006-03-24T022539Z_01_L24553770_RTRUKOC_0_US-BELARUS.xml (Reuters, englisch, Fotostrecke)

Vorortquellen, per SMS an Bekannte in D berichtet sind zur Stunde verschollen; zufällig Anwesende Beobachter der polnischen Botschaft auf dem Oktoberplatz beobachteten Prügelszenen auf friedliche Camper.

Bilder, die Stalinisten nicht sehen wollen

.. 24.03.2006 - 10:22
Abgesehen davon, daß es lustig ist, daß Stalinisten jetzt damit anfangen, kapitalistische Systeme zu verteidigen, weil sie nach dem Motto "hauptsache Diktatur" denken, hier ein Bild, welches Stalinisten nicht sehen wollen:  http://media.de.indymedia.org/images/2006/03/141924.jpg

Re: Bernd Kudanek alias bjk

Richtigsteller 24.03.2006 - 10:27
Du hast nicht ganz Recht:

(1) Die Opposition in Belarus besteht nicht nur aus Nationalisten. Neben Liberalen, Sozialdemokraten, Gewerkschaften besteht das Bündnis auch aus Kommunisten (die offizielle Nachfolgepartei der KP aus der Sowjet-Zeit - nicht zu verwechsel mit der Lukaschenko unterstützendn Abspaltung).

(2) Da der Lukaschismus der belarussischen Nation praktisch den Krieg erklärt hat (Verbot nationaler Symbole zugunsten von Symbolen aus der Sowjet-Zeit, Unterdrückung der belarussischen Sprache, Vereinigung mit Russland, etc.), halte ich es für legitim auch auf die von dir sog. nationale Tränendrüse zu drücken, um mehr Leute anzusprechen und ein Bündnis mit den Nationalisten zu ermöglichen.

Die belarussische Opposition allgemein in irgendein rechtes Lager zu rücken ist völliger Quatsch. Es ist ein BÜNDNIS ALLER DENKBAREN POLITISCHEN KRÄFTE, DIE VON LUKASCHENKO DIE SCHNAUZE VOLL HABEN.

Die belarussische Opposition....

Richtigsteller 24.03.2006 - 11:40
...also die Koalition um Milinkiewitsch.
 http://en.milinkevich.org/

People, Parties, Organizations...
Members of the Coalition:
-The Green Party of Belarus
-Belarusian Popular Front Party (BPF)
-United Civil Party of Belarus (UCPB)
-Belarusian Social-Democratic Party "Narodnaja Hramada"
-Belarusian Party of Communists (PKB)
-Belarusian Labour Party (BLP)
-Belarusian Women's Party "Nadzieja"
-Youth Civil Organization "Young Front"
-Right Allianca
-Young BPF
-Union for Democracy Support in Belarus

@ verlogene Symbolik

Richtigsteller 24.03.2006 - 13:05
zum Vorwurf "verlogene Symbolik":

(1) Bei der Marien-Abbildung über dem Kopf des Mädchens handelt es sich um das Wappen der Hauptstadt Minsk.
(2) Die skizzierten weissen Vögel (wohl weisse Friedenstauben) auf blauen Hintergrund sind das Symbol der Koalition um den Oppositionskandidaten Milinkiewitsch.
(3) Die Strahlen, die vom Minsker Wappen ausgehen, sollen wohl eine Andeutung auf die (inoffizielle) Hymne von Belarus ("Mahutny Bozha" - "Allmächtiger Gott") sein, in der Gott gebeten wird, seine Strahlen über Belarus auszusähen.
(4) Auf dem Stirnband des Mädchens ist fragmentarisch der Text "Belarus' w Evropu" - "Belarus in Europa" zu erkennen
(5) Das Mädchen friert weil es in Minsk jetzt so schrecklich kalt ist, wie vor einem Monat in Deutschland.
(6) Oben steht auf belarussisch: "Kommt! Täglich , 18:30, Kastrychnitskaya Ploshcha (Oktober-Platz)"
(7) Das Gebäude im Hintergrund ist der Palast der Republik auf dem Oktober-Platz (Kastrychnitskaya Ploshcha)

----> Was soll da verlogen sein? Meiner Meinung nach bietet sich die Verbindung des Wappens von Minsk (wo die Proteste stattfanden)mit irgendwelchen Strahlen und den weissen Tauben (Symbol des Friedens) an, um auf die Hymne (deren Inhalt im Gegensatz zu so manch anderer pazifistischer Natur ist) und den Kandidaten (der damit wohl zum friedlichen Protest aufruft) hinzuweisen.

@NATO

RMZ 24.03.2006 - 13:51
na DU hast ganz sicher immer recht, der ganze protest wird doch nur vom westen gesteuert und alle demonstranten in minsk sind ganz sicher nur vermummte CIA oder Mossad Spione. Informier dich doch mal besser, auch wenns "nur" indymedia ist:

 http://www.indymedia.org.uk/en/2006/03/336561.html

You are wrong...

(a) 24.03.2006 - 15:31
(en) Belarussian anarchists call for solidarity!


This morning Belarussian anarchists distributed information, that last night 3:30 AM OMON moved to destroy tent camp that has been put up in the city center to protest fraud elections in Belarus. 30-40 tents were trashed, around 500 people arrested. Among destroyed tents there was a tent of Belarussian indymedia (belarus. indymedia.org), and among arrested there many known anarchists, such as members of
anarcho-punk band Deviation (singer Stas Pochyobut) and editors of banned satirical anarchist paper Navinki. Anarchists were constantly present in the tent camp with few dozen people. Arrested people were heavily brutalized. As all the police stations in the city are full of people arrested during last 10 days (opposition estimates number of people arrested all around Belarus as 5000), people arrested
in square were taken to unknown destinations off the city limits. Their place, condition and charges pressed against them are currently unknown.

Belarussian anarchist also ask for any kind of solidarity actions in
Belarussian embassies around the world!

Follow belarus.indymedia.org for updates and video footage coming up.

Wieso wurde eigentlich protestiert?

Der Komplementator 24.03.2006 - 17:21
Warum protestiert die Opposition? Unter anderem deswegen (aus der britischen Indymedia):

Support political activist locked up in Belarus

commoner | 22.03.2006 14:22 | Repression | Social Struggles | World
Enira, a girl who is about 25, has been held in custody in the KGB detention facility of Minsk since February 21th, 2006. Her crime? She simply wanted to have independent elections in Belarus. Yes, this is a crime in Belarus.

LEGAL CHARGES She was charged for being a member of an unregistered (illegal) association ("Partnership"). This is considered a crime in Belarus since December 2005, since the criminal code was amended to restrict freedom of speech and of association. She might stay in jail for years...

The state refused to register this association, since the association aims at monitoring free and fair elections in Belarus. Against the interest of Lukashenko.

In some information about her case, she is said to have been accused of arousing violent public unrest in order to defeat the president Lukashenko at the presidential elections. Close to terrorism. Ridiculous. Falsehood to hide an arrest under criminal law motivated by sheer political reasons.

POLITICAL SITUATION IN BELARUS Lukashenko hastened the presidential elections because of the growing popularity of Milinkevich, the most popular opposition leader. The election will be held next Sunday. Lukashenko also had a law passed allowing him to order the police to shoot at demonstrators.

HOW TO HELP We can try do something: signing up for the internet petition. It is easy, you just have to ask Pavel,  pavel.mor@gmail.com OR  Pavel@3dway.org, who is organizing public support for her and others detainees, to add your name to the list of the petition for Enira.

You can find the text of the petition (English version at the bottom) at: http://www.3dway.org/articles/2/3/1860 you can also find there her picture (the 1st one).

WHAT HAS BEEN DONE SO FAR We have been contacting Amnesty International in different countries and are waiting for an official public appeal with the Amnesty stamp and the recognition by Amnesty that she is a political prisoner. We are considering public gatherings in front of the Belarusian embassy on Sunday (in different places, to be confirmed), after having tried to make an appointment with the ambassador.

Please sign the petition, even though you don't know this person. The same tragic story could have happened to us, had we not been born in a more democratic country.

You can check this information at:www.charter97.org,  http://www.spring96.org/

commoner

Lukaschenko vs. anarchistische Satire

Das Gedächtnis 24.03.2006 - 17:42

Morgen ist Tag der Solidarität

soli 24.03.2006 - 18:13
25. März: Tag der Solidarität mit Weißrußland
- Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) bittet alle Zeitungsredaktionen am morgigen Samstag im Kopf der ersten Seite oder als Schlagzeile den 25. März 2006 zum “Tag der Solidarität mit Weißrußland zu erklären.

Die IGFM bekräftigt ihre Forderung nach einer politischen Isolation des weissrussischen Regimes. Sollte die Kundgebung der Opposition am 25. März von der Polizei verhindert bzw. gewaltsam aufgelöst werden, sollen die Botschafter aus Weißrussland wenigstens symbolhaft abgezogen werden, um ein deutliches Zeichen der tatsächlichen Solidarität mit den Menschen in Weißrussland zu bekunden.

Oppositionelle erklärten, dass sie trotz der momentanen Bedrohung an der Großkundgebung am 25.März festhielten, sie aber zu einer Festveranstaltung umwandeln wollten. Den Worten des Oppositionsführers Alexander Milinkewitsch “Die beste Waffe gegen die Diktatur ist Lachen. Und sie ist lächerlich.³, sei nichts hinzuzufügen, so die IGFM.



Weitere Informationen unter  http://www.menschenrechte.de

Aus der Sicht von ZUBR

bison 24.03.2006 - 18:42
Zur Ergänzung ein paar Meldungen, die ich zu dem Thema auf der Seite der oppositionellen Jugend-Organisation ZUBR (Agitation gegen Lukaschenko, Unterstützung von Milinkiewitsch) gefunden habe ( http://www.zubr-belarus.com/index.php?lang=2):
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SPECIAL FORCES CRACK DOWN ON TENT CAMP. HUNDREDS OF ARRESTED
24/03/2006, 04:53
Seven armed vehicles and buses with riot-police arrived to Kastrychnitskaya square in Minsk. They took the tent camp in circle, pushed journalists out of it and started to arrest people in the square.

Within several minutes hundreds were arrested. Defenders of camp the camp sat down on the ground to avoid violence but they all were taken to the trucks by one and by groups, and taken to unknown location. Now officers break tents and remove all the stuff in trucks of municipal services.

An unknown white gas was used against the protesters in the trucks. Probably it was tear gas or pepper gas.
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PART OF THE ARRESTED ARE IN TEMPORARY ISOLATOR
24/03/2006, 05:11
We got sms from one of the detained people. He informs that one part of the arrested was taken to temporary isolator in Valadarski street. The other said over the phone that he saw street Tsimiriazeva and than Arlouskaya through the window of the truck. Most likely that they will be taken to isolator in Navinki village near Minsk.
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MANY ARRESTED BEATEN UP
24/03/2006, 06:32
Many of those who had been arrested in Kastrychnitskaya square were beaten. Officers of special forces were brutally beating people in trucks as they wanted to avoid attention of journalists.
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CRACKDOWN ON TENT CAMP IN MINSK (pictures)
24/03/2006, 07:15
Up to 400 protesters were arrested while crackdown on tent camp. We offer to your attention pictures of this event. Journalists were removed from the square by special forces. That is why quality of pictures is low.
 http://www.zubr-belarus.com/index.php?id=1887〈=2
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Belarus: Solidarität mit IMC-AktivistInnen

(muss ausgefüllt werden) 24.03.2006 - 19:01
Artikel von  http://de.indymedia.org/2006/03/142071.shtml:

Belarus: Solidarität mit AnarchististInnen / Indymedia-AktivistInnen

Heute morgen [Freitag, 24. März 2006) veröffentlichten AnarchistInnen in Belarus (Weissrussland) die Information, dass letzte Nacht um 03:30 Uhr [die Spezialpolizei] OMON anrückte, um das Zeltlager zu zerstören, das im Zentrum der Stadt [Minsk] aus Protest gegen Wahlmanipulation in Belarus aufgebaut war. 30-40 Zelte wurden zerstört und etwa 500 Leute verhaftet. Unter den zerstörten Zelten befand sich auch das Zelt von Indymedia Belarus (  http://belarus.indymedia.org). Und unter den Verhafteten befinden sich auch viele bekannte anarchistische Indymedia-AktivistInnen, wie Mitglieder der Anarcho-Punkband Deviation (der Sänger Stas Pochyobut) und die HerausgeberInnen der verbotenen Anarcho-Satirezeitung Navinki. Die Verhafteten wurden schwer verprügelt. Da alle Polizeistationen in der Stadt voll sind mit Verhafteten der letzten 10 Tage (die Opposition schätzt die Zahl der Verhafteten in Ganz Belarus auf 5.000), wurden die auf dem Platz Festgenommenen an unbekannte Orte ausserhalb der Stadtgrenzen gebracht. Ihre Aufenthaltsorte, ihr Zustand und die Vorwürfe gegen die sind momentan nicht bekannt.

Die anarchistischen Indymedia-AktivistInnen in Belarus bitten daher um Solidaritätsaktionen vor belarussischen Botschaften auf der ganzen Welt!

Informiert euch auf  http://belarus.indymedia.org über aktuelle Infos und Videodokumentationen!
(Automatische Übersetzung Russisch->Englisch auf  http://babelfish.altavista.com/babelfish/tr?lp=ru_en&url=http%3A//belarus.indymedia.org/)

Weitere Infos findet ihr auch auf folgenden Webseiten:
 http://www.alter.most.org.pl/fa/news.htm, (englisch)
 http://www.ainfos.ca (deutsch/englisch,usw.)

Ein aktueller Bericht auf Indymedia Deutschland:
"Weissrussland: Oppositionscamp geräumt"
 http://de.indymedia.org/2006/03/142027.shtml

Infos über die Repression in Belarus vor der Wahl:
 http://www.iaf-ifa.org/News/belarus/belarus%20more%20repression.htm (englisch)

Kontakt zur Anarchistischen Föderation Belarus (FAB)
- Mitglied der Internationale der Anarchistischen Föderationen (IFA):
 http://anarchistory.boom.ru/index-en.htm (englisch),
 http://www.iaf-ifa.org/member%20federations/belarus.htm (englisch),
 http://www.iaf-ifa.org/News/belarus/belarus.htm (englisch)

Sozialforum Belarus (vom November 2004):
 http://www.alter.most.org.pl/fa/php/showart.php?artid=215, (englisch)
 http://www.navinki.net/bsforum/ (russisch)
(Automatische Übersetzung Russisch->Englisch auf  http://babelfish.altavista.com/babelfish/tr?lp=ru_en&url=http%3A//www.navinki.net/bsforum/)

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Anmerkung:

In den Berichterstattung der bürgerlichen Medien über die brutale Polizeirepression gegen Oppositionelle sind deutlich auch die schwarz-roten Fahnen der AnarchistInnen zu erkennen (  http://news.bbc.co.uk/1/hi/in_pictures/4840268.stm). Sogar das offizielle belarussische Fernsehen erwähnte deren Teilnahme mit der typisch falschen Gleichsetzung von Anarchie und Gewalt: "Gestern erschienen Anarchisten auf dem Kastrychnitskaya-Platz und jetzt ist hier die totale Anarchie".]

IGfM und die MenschenRECHTE

egal 24.03.2006 - 19:57
Die in der Anmerkung von "soli" beworbene "Internationale Gesellschaft für Menschenrechte", die zu einem Aktionstag aufruft, ist eine rechtsradikale und antikommunistische Organisation aus der Zeit des Kalten Kriegs. Sie betreibt ausserdem die Webseite "menschenrechte.de", von der aus eine direkte Weiterleitung zur IGfM-Webseite führt.

Auf das Verwirrspiel mit diesen MenschenRECHTEN sind schon einige hereingefallen, nicht zuletzt die Junge Welt:
 http://de.indymedia.org/2003/10/63046.shtml

Hintergrundinfos zur IGfM:
 http://www.nadir.org/nadir/periodika/drr/archiv/NR16/nr16-maegerle-braasch1.htm

amnesty international zu den Protesten

sascha 25.03.2006 - 06:45
AMNESTY INTERNATIONAL
PRESS RELEASE


AI Index: EUR 49/003/2006 (Public)
News Service No: 072
22 March 2006

Belarus: Detentions and beatings continue after elections
Large numbers of peaceful demonstrators are being detained and beaten by riot police and anti-terrorist forces in Belarus in what appears to be an attempt to intimidate demonstrators, according to information obtained by Amnesty International.

108 people were detained on the night of 19 – 20 March and a further 20 were detained on 20 – 21 March, according to the Belarus human rights organization Vyasna. The detentions are continuing and no complete figures are available, but Vyasna estimates that in all 400 arrests may have taken place throughout the country.

“The Belarusian authorities have yet again demonstrated a total disregard for freedom of expression. All those that have been detained for the legitimate and peaceful expression of their views must be released immediately," said Heather McGill, Amnesty International’s researcher on Belarus.

Many of those detained are being held in police holding cells in Minsk where they face appalling conditions and are not allowed to receive parcels from relatives.

Many detentions are reportedly accompanied by beatings. Of particular concern are minors, who are not detained by police, but, after their age has been checked, are reportedly pushed from the buses in which other detainees are being held before being transported. Some allege that they suffer injuries as a result of being pushed from the buses. Alexander Kasko (17 years old) was reportedly beaten by police and then suffered a broken nose as he was pushed from a bus. He is currently being treated in hospital. His older brother Sergei Kasko has reportedly been given an unusually long sentence of 30 days, and human rights activists are concerned that this may have been done to avoid his injuries being seen. Many of the demonstrators are students who could face expulsion from their universities as a result of their participation.

Most of those detained are charged for administrative offences such as participation in unsanctioned meetings or hooliganism, which carry sentences of 10 to 15 days’ detention. According to Vyasna, on 21 March 65 people were sentenced in Minsk to three to 15 days for administrative offences.

There have also been a number of arrests of foreign observers. On 20 March, three Georgian citizens, Malkhaz Songulashvili, a baptist bishop, and two orthodox priests, Basil Kobakhidze, and Vladimir Gogiashvili were arrested at demonstrations in Minsk. They were reportedly deported late Tuesday night. A Polish parliamentarian, Yaroslav Yageilo, was detained by the KGB in Minsk and deported on 22 March. Two unofficial Estonian election observers, Erik Mora and Tarmo Lecht, were also arrested.

Amnesty International calls on the Belarusian authorities to release all those who have been detained for the legitimate and peaceful expression of their views. The organization also calls on the Belarusian authorities to ensure that international human rights standards are fully observed during policing operations, and that demonstrators are not subjected to beating or other forms of ill-treatment.

Background
According to official results President Alyaksandr Lukashenka was elected for a further five years with a majority of over 82 per cent on 19 March. The opposition claims that the elections were rigged and has called on the population to demonstrate calling for a re-run of the elections. The OSCE election observation mission has stated that the elections did not meet OSCE commitments and international electoral standards and that the “arbitrary abuse of state power, obviously designed to protect the incumbent President, went far beyond acceptable practice”.

Demonstrators have set up tents in October Square in Minsk and according to some estimates 10,000 people demonstrated on the night of the elections. Similar demonstrations are being held in other cities. Despite threats by the KGB chief that those participating in demonstrations after the elections on 19 March would be considered terrorists and could face the death penalty, the police have avoided open confrontation with the demonstrators on October Square in Minsk and are detaining people as they arrive and leave the square and charging them with administrative offences.


Public Document
****************************************
For more information please call Amnesty International's press office in London, UK, on +44 20 7413 5566
Amnesty International, 1 Easton St., London WC1X 0DW. web:  http://www.amnesty.org

For latest human rights news view  http://news.amnesty.org

amnesty international-berlin zu belarus

sascha 25.03.2006 - 07:08
Weißrussland nach 1991 - ein Überblick
(...)
Ab 1992 wurden immer wieder Neuwahlen zum - noch aus sowjetischen Zeiten stammenden - Parlament gefordert. 1994 nahm das bisherige Parlament zunächst eine neue Verfassung an, in der ein Präsidentenamt geschaffen wurde. Die am 10. Juli stattfindenden Wahlen gewann mit über 80% der fast unbekannte Alexander Lukaschenko, ein ehemaliger Direktor einer Kolchose, der den Wählern versprach, die Korruption zu bekämpfen, die er als Hauptursache der wirtschaftlichen Probleme darstellte. Seine Herrschaft nahm ziemlich schnell autokratische Züge an, die lokalen Verwaltungen wurden dem Präsidenten direkt unterstellt, kritische Zeitungen durften nicht mehr in den staatlichen Druckereien gedruckt werden.

Am 14. Mai 1995 fanden Parlamentswahlen, sowie eine Reihe von Referenden statt. Die große Mehrheit der Bevölkerung sprach sich für die Einführung des Russischen als zweiter Staatssprache und die Wiedereinführung der - leicht veränderten - Symbole der BSSR aus. Die Parlamentswahlen misslangen, weil nur in 119 der 260 Wahlkreise die Mindestwahlbeteiligung von 50% erreicht wurde. Das Parlament konnte erst nach der vierten Nachwahl im November zusammentreten, in der Zwischenzeit regierte der Präsident mit Hilfe von Dekreten. 1996 wurde bei einem weiteren Referendum eine neue Verfassung angenommen, die dem Präsidenten weit reichende Vollmachten gibt. Das bisherige Parlament wurde aufgelöst, die regimetreuen Abgeordneten bildeten nun das Unterhaus des neuen Parlaments, das Oberhaus bestand aus von Lukaschenko und Leitern der lokalen Verwaltungen ernannten Senatoren. Die oppositionellen Abgeordneten versuchten, die Arbeit des alten Parlaments aufrechtzuerhalten.

Zugleich betrieb Lukaschenko ein Politik der Re-Sowjetisierung Weißrusslands, was sich äußerlich unter anderem in der Betonung der Rolle der russischen Sprache und der Einführung der sowjetischen Staatsymbole zeigte. Vor allem wurde aber ein sowjetisches Wirtschaftsmodell vertreten und eine Politik der Annäherung an Russland betrieben. Eine neue Russisch-Weißrussische Union, deren Gründung mit dem russischen Präsidenten Jelzin vereinbart wurde, sollte eine Art neue Sowjetunion werden. Diese Politik stieß in der Mehrheit der Bevölkerung, der es zu Sowjetzeiten wirtschaftlich besser ging und der oft das Interesse für eine weißrussische Identität fehlt, nicht immer auf Ablehnung.

Im April 1998 geriet Weißrussland in die Schlagzeilen der Weltpresse - die Botschafter von 22 Staaten - darunter die Bundesrepublik Deutschland - werden gezwungen, "aus technischen Gründen" ihre Residenzen zu verlassen, ein klarer Verstoß gegen das Wiener Wiener Übereinkommen
über diplomatische und konsularische Beziehungen. Die meisten betroffenen Staaten zogen ihre Botschafter ab, Weißrussland geriet zunehmend in internationale Isolation. Im Dezember des gleichen Jahres beschloss das Parlament, dass niemand, der zu einer Geldstrafe verurteilt worden war, an den für das folgende Jahr geplanten Regionalwahlen würde teilnehmen dürfen. Das schloss die meisten Angehörigen der Opposition aus, die oft im Zusammenhang mit der Teilnahme an Demonstrationen zu Geldbußen verurteilt werden.

Da Lukaschenko 1994 für eine fünfjährige Amtszeit gewählt worden war, hätten die nächsten Präsidentschaftswahlen 1999 stattfinden müssen. Der Präsident beschließt aber, seine Amtszeit ab der Einführung der neuen Verfassung zu zählen und legt damit die Neuwahlen auf 2001 fest. Der Versuch des abgesetzten Parlaments, 1999 selber Präsidentschaftswahlen zu organisieren, scheitert.

In den am 9. September 2001 stattfindenden Präsidentschaftswahlen setzte sich Lukaschenko klar gegen die oppositionellen Kandidaten durch. Nach den Anschlägen von New York am 11. September 2001 versiegt das Interesse der Weltöffentlichkeit für die mit der Präsidentschaftswahl verknüpften Vorwürfe der Wahlfälschung.

Im Juni 2002 überraschte der russische Präsident Putin die Öffentlichkeit, als er sein Interesse an einer Eingliederung Weißrusslands in Russland ausdrückt. Die von Lukaschenko geforderte gleichberechtigte Union zweier Staaten lehnte Putin ab.

 http://www.amnesty-berlin1310.de

AnarchistInnen und andere Linke in Belarus

AAB 25.03.2006 - 10:57
Hier einige Auszüge aus einem Artikel zum Belarus-Besuch der Berliner Gruppe FelS bei AnarchistInnen und anderen Linken in Belarus. Der Bericht ist zwar etwas alt (erschienen im Januar 2002), aber dennoch sehr interessant. Hier zeigt sich auch ein etwas anderes Bild als das in der jungen welt verbreitete (auffällig enthusiastisch pro-Lukaschenko). Leider scheint die junge welt bei vielen ein gewisses Meinungs-Monopol zu haben. Der Artikel:
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Merkwürdiges in Minsk
FelS Belarus-Besuchskomitee in Arranca!-Ausgabe 23
(...)
Wo geht's nach links? Am Herrschaftsmodell Lukaschenkos scheiden sich die Geister. Linke halten es für rechts, Rechte halten es für links. Manche Linke halten es aber auch für links. Lukaschenko selbst sagt: ''Ich bin weder links noch rechts, ich bin mit dem Volk gegen jene, die es betrügen und berauben.'' In Belarus wird deutlich, dass im Osten Europas seit 1989 ''links'' und ''rechts'' nicht mehr eindeutig definiert sind, wenn sie es denn je waren. Versuchen wir also eine Annäherung und fragen einige BelarussInnen, die sich selbst als ''links'' bezeichnen. ''Lukaschenko ist ein Despot. Er muss gestürzt werden'', meint eine Anarchistin aus Grodno, einer Stadt an der Grenze zu Polen. Auch von den Ex-KommunistInnen hält sie nichts. ''Alle aus der KPdSU hervorgegangenen Nachfolgeparteien mischen Nationalismus und Antisemitismus mit Traditionspflege''. In den KommunistInnen sieht sie eher einen Teil der Rechten.
(...)
Mit wem kann das Dutzend AnarchistInnen in Grodno denn zusammenarbeiten und was machen sie überhaupt, wollen wir wissen. ''Unser Schwerpunkt liegt beim Aufbau einer subkulturellen Szene und der antifaschistischen Arbeit'', erklären sie. Das Grenzcamp an der polnisch-weißrussischen Grenze im Sommer haben sie mit organisiert. Anarcho-Kreise in Minsk haben kürzlich die erste Gay-Parade organisiert. ''Insgesamt'', meint einer der Anarchisten irgendwann mitten in der Nacht nach jeder Menge Bier und Vodka, ''ist es aber eher beschissen hier als Linker.'' Ganz so erfolglos ist die Arbeit der AnarchistInnen aber nicht. In Minsk erscheint seit 1998 alle 14 Tage die Satirezeitschrift Navinki (Anmerkung vom Poster: Mittlerweile ist diese Zeitschrift ein Opfer Lukaschenkos geworden, siehe  http://www.de.indymedia.org/2003/07/57883.shtml). Auflage 5.000. Lukaschenko wird in jeder Nummer durch den Kakao gezogen. Repressionsprobleme? ''Das staatliche Vertriebsmonopol weigert sich, mehr Zeitungen als bisher an die Kioske zu bringen'', meint ein Redaktionsmitglied. Nach einer Legalisierungskampagne ist es Navinki gelungen, aus dem Samisdat-Underground aufzutauchen und eine offizielle Registrierung zu erhalten. In Weißrussland muss so gut wie alles offiziell registriert werden, erklären uns die MitarbeiterInnen in einer kleinen Wohnung in Minsk, die sie als Redaktionsraum nutzen. Das Konzept von Navinki ist den politischen Verhältnissen angepasst. ''Weil es keine wirklichen Handlungsspielräume für eine linke Opposition gibt, haben wir uns entschieden, eine Satirezeitung zu machen'', erklärt ein Redaktionsmitglied zwischen Einbauschränken und braunen Sofas im Wohnzimmer. ''Eigentlich geht der Kern der Redaktion auf eine Gruppe von Leuten zurück, die an der Universität Proteste organisiert hatten, die dann aber auf heftige Repression stießen'', erzählt er. ''Es geht uns darum, die Machthaber in den Augen der Bevölkerung zu delegitimieren, um politische Handlungsräume aufzubauen. Aber wir veröffentlichen nicht nur politische Satire, sondern auch politische Analysen. Das wollen wir in Zukunft weiter ausbauen'', sagt er. Der aktuellen Ausgabe liegt ein Dossier zu den Protesten in Genua bei.
(...)

Nationale Konstruktionen
(...)
Die Leute von Navinki dagegen, deren Zeitung auf belarussisch erscheint, können ihren Bezug auf den Nationalismus anders begründen: ''Das nation-building in Belarus ist nicht abgeschlossen. Im Kampf um die Bestimmung dieser Gesellschaft versuchen wir, mit einer linken Position zu intervenieren'', erklärt ein Redaktionsmitglied. Auch die AnarchistInnen in Grodno fragen wir: ''Wie steht Ihr zum weißrussischen Nationalismus?'' Sie lächeln und meinen, nur sehr wenige könnten ihren Nationalismus verstehen, die Deutschen schon gar nicht. ''Wie im Baskenland müsst ihr euch das vorstellen'', meinen sie, ''das sind für uns Beispiele, bei denen ein linkes Projekt mit einer nationalen und kulturellen Identität verknüpft ist.'' Auf dem Boden liegt eine aufgeblätterte belarussische anarchistische Zeitung, in der ein Artikel über ETA steht. Wieder bleiben nach der Diskussion mehr Fragen als Antworten.
(...)
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Den ganzen Text gibt´s unter  http://arranca.nadir.org/arranca/article.do?id=130

Videobeleg für Wahlbetrug in Belarus?

mOcean 27.03.2006 - 01:16
da "nato" und bjk ihr stures "junge welt"bild mal zu hinterfragen, wenn sogar amnesty das gegenteil schreibt, guckt euch mal das an:

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Zeige die folgenden 21 Kommentare an

gekaufte nationalistische Opposition? — Bernd Kudanek alias bjk

Ihr habt veraltete Infos!!!! — Feliks Dzierzynski

Quo vadis - indymedia? — Bernd Kudanek alias bjk

Kommunisten in der Opposition — Richtigsteller

Freiheit — Physikus

Otpor — lolek und bolek

Kommies.... — Anarcho...

Paneuropäische Medienpropaganda gegen Belarus — (muss ausgefüllt werden)

indymedia natounterwandert? — is-eh-wurscht

Keine Solidarität mit Rechtsnationalen! — Bernd Kudanek alias bjk

@ Bernd Kudanek — DDR-Bürger

@ Nato — ..

@... — NATO