HIAG-Treffen in Hamburg verhindert

Herzschrittmacherstörsender 17.03.2006 13:19 Themen: Antifa
Am gestrigen Donnerstag, dem 16. März 2006, wurde die Jahreshauptversammlung der "Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit - Bundesverband der Soldaten der ehemaligen Waffen-SS" (HIAG) durch eine Intervention von AntifaschistInnen erfolgreich verhindert.
Um 15h wollte sich die HIAG zur ihrer Jahreshauptversammlung im Restaurant "Remter" im Gebäuder der Handwerkskammer Hamburg zusammenfinden. Die HIAG nutzte diese Räumlichkeiten - mit einer mehrjährigen Unterbrechung - seit 1975.
Bei den Zusammenkünften dieser Altnazis wurden in der Vergangenheit immer wieder offen Bekenntnisse zum Nationalsozialismus abgelegt, von 'alten Zeiten' geträumt und von einer 'jüdischen Weltverschwörungen' fantasiert.
Die HIAG diente und dient als verbindungsstiftender Zusammenschluss und integrative, 'positive' Identifikationsmöglichkeit für alte und neue überzeugte Nationalsozialsten - insbesondere zu dem Spektrum 'rechter' Burschenschaften wie der "Germania" oder den "Chatten" aus Hamburg lassen sich eindeutige Verbindungen erkennen.

Bereits ab 14h blockierten fast 100 AntifaschistInnen die Zugänge zum Restaurant und zur Handwerkskammer, da in der Vergangenheit die alten Nazis samt Anhang bereits ebenfalls frühzeitiger an ihrem Veranstaltungsort eintrafen.
Zu diesem Zeitpunkt war bereits die Presse informiert und vor Ort anwesend- im Gegensatz zur Hamburger Polizei, die sich vollkommen überrascht von dieser Aktion zeigte. Verschiedenen VerteterInnen der Medien waren im Vorfeld eindeutige Informationen und Beweise über die Aktivitäten der HIAG im allgemeinen, aber auch über ihre früheren Veranstaltungen in den Räumen der Handwerkskammer zugekommen. Mit diesen Dokumenten kurz vor der ursprünglichen HIAG-Veranstaltung konfrontiert, erteilte die Handwerkskammer den alten Nazis ein sofortiges und absolutes Hausverbot: so hatte sich die HIAG nach Angaben der Handwerkskammer lediglich unter einem (möglicherweise fiktiven) Privatnamen dort eingemietet. Der zwischenzeitlich eingetroffenen und etwas überfordert wirkenden Polizei blieb hiernach nicht viel mehr übrig als bereits anwesende Altnazis aus den Räumen zu geleiten und weiterhin ankommende SS-Männer nach Hause zu schicken.
Insgesamt lässt sich festhalten dass die Verhinderung dieser Veranstaltung ein voller Erfolg war:
- die Jahreshauptversammlung ist komplett ausgefallen
- der HIAG stehen die Räumlichkeiten der Handwerkskammer in Zukunft nicht mehr zur Verfügung
- das Thema der noch immer aktiven Altnazis ist, nach einer längeren Zeit als Schattendasein, ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt worden
- keine Verletzten, keine Fest- oder Ingewahrsamnahmen

Keine ruhige Minute für alte und neue Nazis!

Medienlinks:  http://www.mopo.de/2006/20060317/hamburg/politik/polizei_beendet_treff.html
 http://www.abendblatt.de/daten/2006/03/17/544150.html
 http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5337656_TYP6_THE_NAV_REF2_BAB,00.html
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Ergänzungen

Ehemalischer Deutscher

Wilhelm, E 18.04.2006 - 02:01
I was born in Germany in 1926 the third son of German Parents. The legal German Government of the time in the name of "Deutschland". controlled every aspect of our lives and dealt harshly with any dissent, even suspicion of dissent.
It was forbidden to listen to radio transmissions from outside Germany, read books by certain authors, criticize German policies and God help us to be critical of our leaders. We were told what to do, what to think and at our peril to deviate from the official party line.
I should know, my parents were Jehovah's Witnesses and as such suffered the full brunt of a repressive, dictatorial regime enforced by zealots which unfortunately resemble many enforcing the so called Thought Laws in Germany today. I had many problems at school due to my parents belief but was far too interested in Chemistry to be anything but a youngster hoping to become a Chemical Engineer sometime in my future. Then came the war all my friends and I were told to go to do our duty and defend the Fatherland. We all did as was expected and demanded of us.
As soldier and when taken Prisoner of War at wars end I saw that the victorious Allies were certainly no better or honorable then my comrades and myself. In fact I was repeatedly beaten as well robbed of all my personal property. For just turned 19 years old and of low rank with minimal decorations I was subjected to brutality and starvation for several years and finally shipped to England where much later I was discharged from the POW camp. Because I told a interrogator Germany's Concentration camps could not have been much worse then the Allied Prisoner of War camps I experienced, I was classed a Nazi and treated as such. The fact that I was 13 years old in 1939 and only a luke warm member of the Jungvolk and later Hitler Jugend did not make any difference.
It started in the POW camp already, older men, the one's who elected Hitler, who told us what to do and set the example made a about turn blaming us for all the happenings during the war and the vengeance driven treatment we received.
Unfortunately the same zealots who enforced Hitler's and his henchmen's orders very much resemble many in Germany today, fully supported by a compliant media extolling the politically correct version of History and Heaven forbid anybody dares to dispute or even question such - then it's called a "Hate-Crime" punishable by fines or imprisonment,
just like the Germany of my youth.
A good example among many others is Mr. E. Zundel and Mr. G. Rudolf, like in Hitler Germany accused and jailed because they have a different opinion and are asking unpopular questions.
It seems judges like the Roland Freisler who was presiding over the Volksgericht for the 20th May plotters are still busy in Germany today. They may not use piano wire and meat hooks anymore (as we are told) but keep people in solitary confinement for years and destroy their families.
When someone questions the character and dimension of the politically correct version, he is thrown into jail, tried and convicted. That's "hate speech" because it offends some people and the "accepted historically correct version". Of course to shame and vilify your own veterans is OK but when someone publishes cartoons that incense all Muslims and touch off demonstrations world wide, that's "free speech."
Perhaps you could learn from Japan, they also lost the war but unlike Germany, Japanese people remained honorable and are not besmirching their veterans..
General DeGaulle's remarks are very fitting -
"A people's character is shown how they the treat their veterans even after a lost war".

At 80 years of age I am ashamed having been born and raised in Germany under heartless, inhuman leaders. But now Gemany has become a spineless, honorless people who call themselves democratic and civilized.
You never were - not during my youth and not now.


Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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Super Aktion!

55 17.03.2006 - 13:58
Klasse Fazit. Mehr davon!

DANKE !!!

C3PO 17.03.2006 - 15:19
DANKE DANKE UND NOCHMALS DANKE !

Namen, Daten, Fotos?

irgendwer 17.03.2006 - 15:27
Habe das heute in der Mopo gelesen und dort auch die Fotos der alten Männer und Frauen gesehen, mir ist die Galle hochgekommen. Leider oder vielleicht auch besser so wußte ich nichts von der Aktion, ich war zu besagter Zeit ganz in der Nähe. Ich glaube es hätte Verletzte gegeben und wenn ich es am Ende selbst gewesen wäre (Knüppel aufn Kopf). Alte Männer mit brauner Vergangenheit und fortwährendem Bekenntnis für den Führer sind ebenso zu bekämpfende Nazis wie Worch und Co.
Gibt es Fotos, Daten, Namen zu der Aktion, ich weiß immer gerne wem ich gegenüberstehe, vielleicht ist ja einer von denen mein Nachbar oder so.

P.S. Hätte der Termin auf Indy gestanden wäre ich sicher gekommen, die Grünen Jungs hätten das zwar dann auch mitbekommen, aber es wären bestimmt sehr viel mehr Antifas da gewesen. Nur mal so als Hinweis auch an die Schreiberlinge, die stets das posten von Terminen so vehement kritisieren und auf Antifaforen verweisen, die vielen Antifas nicht bekannt sind oder eben von denen nicht genutzt werden.

@irgendwer

Autonomer 17.03.2006 - 16:06
Super dann wären wir 50 Antifas mehr gewesen.
Ma ganz ehrlich es hat schon seine gründe das nicht zu Posten!!!
Wie du ja geschrieben hast wären dann Bullen vor Ort gewesen.
Dann hätte die ganze Aktion nichts gebracht, dann hätte da kein Antifa hin gehen müssen.
Dann Organisiere dich.
Dann bekommst du so was auch mit!!!
GEGEN DAS POSTEN VON BESTIMMTEN TERMINEN AUF INDYMEDIA
ACAB
FUCK THE NAZIS

@ irgendwer

klausbaerbel 17.03.2006 - 16:06
>P.S. Hätte der Termin auf Indy gestanden wäre ich sicher gekommen, die >Grünen Jungs hätten das zwar dann auch mitbekommen, aber es wären bestimmt >sehr viel mehr Antifas da gewesen. Nur mal so als Hinweis auch an die >Schreiberlinge, die stets das posten von Terminen so vehement kritisieren >und auf Antifaforen verweisen, die vielen Antifas nicht bekannt sind oder >eben von denen nicht genutzt werden.

Bist Du vielleicht schon mal auf die Idee gekommen, dass _genau_ _deswegen_ hier keine Termine gepostet werden sollten? Wäre der Termin bekannt gewesen wären möglicherweise deutlich mehr Leute gekommen, die wären aber auch deutlich schlechter koordiniert gewesen. Die Leute die da waren, hatten einen Plan und haben den umgesetzt. Es hat mit so "wenigen" doch bestens funktioniert. Bravo! So muss Antifa sein! Bitte Bitte fangt nicht an solche Sachen hier öffentlich anzukündigen und hört nicht auf Leute wie "irgendwer"!

@irgendwer und @ Autonomer

Mu 17.03.2006 - 16:21
Also für den Norden gibts den Bewegungsmelder. Daher ist das Posten jeglicher Termine bei Indy quatsch. Weil hier die Sachen nicht nach Eventdatum, sondern nach Postingdatum sortiert sind und schnell unten rausrutschen. Terminkalender-Webseiten sind ja nicht grundlos anders aufgebaut als Nachrichtenwebseiten.

bewegungsmelder

ein_e bewegungsmelder_in 17.03.2006 - 22:30
im bewegungsmelder stand nichts, weil niemand bescheid gesagt hatte.
fraglich ist zudem, ob eine aktion, die im vorfeld nicht über die szene hinaus bekannt gegeben werden darf, überhaupt im internet angekündigt werden sollte. (flyer fallen aus ähnlichen überlegungen ebenfalls weg - hier erfährt zumindest die polizei zu viel).
trotzdem hätten per telefon/sms innerhalb von 15 bis 30 minuten einige zusätzliche leute mobilisiert werden können. das funktioniert recht ok bei konzerten am nobistor oder nazi-angriffen auf vvn-veranstaltungen in harburg - also weshalb nicht auch bei einer aktion wie dieser?

...

.. 18.03.2006 - 11:52
ouh neeee... warum denn bloß? waren doch genug leute da! war alles super - erfolgreich gelaufen das alles! da hätte niemand mehr mobilisiert werden müssen!

SO stelle ich mir...

egal 18.03.2006 - 14:30
...sinnvollen Widerstand gegen Nazis vor: Vollkommen friedlich und dennoch (oder gerade deshalb?) wirkungsvoll. Sehr gute Aktion.

In dem Zusammenhang an den Poster "irgendwer": Du schreibst "Leider oder vielleicht auch besser so wußte ich nichts von der Aktion, ich war zu besagter Zeit ganz in der Nähe. Ich glaube es hätte Verletzte gegeben..."

Genau das können wir NICHT gebrauchen im Kampf gegen Nazis - sinnlose und dumpfe Gewalt bringt niemanden weiter. Also schleich Dich, zusammen mit Deinen ganzen anderen autonomen Kumpanen!

Sehr schön!!!!

Hamburger 18.03.2006 - 15:50
Sehr tolle Aktion!!! Und erfolgreich!!! Anerkennung und Glückwunsch an alle Beteiligten der Aktion!!

Wäre selber gerne dabei gewesen, aber mir scheint, dass die Taktik, im Vorfeld nicht öffentlich zu agieren sehr erfolgreich war. Denn die Reaktion der bürgerlichen Medien war durch und durch positiv und auch der Standpunkt der Handelskammer wird kritisch beleuchtet. Das die "nichts gewußt hatten" ist zwar ein wohlbekanntes Standardargument der Deutschen, wenn es um Nazis geht, jedoch heute wie damals unglaubwürdig.

Ich weiß nicht, ob die dann ihr Treffen verlegt haben, aber ich vermute, dass die Altnazis nicht ganz so flexibel(Handys, Internet) sind, wie ihre junge braune Nachgeburt. Wäre trotzdem interessant zu wissen, wo in Zukunft diese Treffen stattfinden, denn dann würde es schwerer für die werden unbehelligt zu bleiben.


Also, nochmal: Lob Und Anerkennung!!!!!!!!!!!!!!!!!

SS und Waffen-SS bekämpfen, gestern, heute, morgen!!!!

Tapferkeit

Kamien 22.04.2006 - 20:54
Ich finde es wirklich toll, dass sich diese Jugend dazu aufrafft, diesen alten Nazis, die ja mindestens über 78 sind, in den Hintern zu treten, um damit ihre demokratische Einstellung zu dokumentieren. Wegen dieser Tapferkeit sollte ihnen das Bundesverdienstkreuz verliehen werden. Nur weiter so.