Treckerdemonstration gegen Monsanto & Märka

egal 04.03.2006 18:18 Themen: Biopolitik G8 Heiligendamm Globalisierung Ökologie
Im Rahmen eines bundesweiten Aktionstages demonstrierten etwa 100 Menschen in Eberswalde gegen den Genmaisanbau in Brandenburg und gegen die Zusammenarbeit des Gentechnikkonzerns Monsanto mit dem örtlichen Landhandelsunternehmen Märka. Gleichzeitig war die Demonstration ein erster Baustein für die Mobilisierung gegen den G8-Gipfel im Frühsommer 2007 in Heiligendamm.
Keine Macht den Gentechnikkonzernen!

Am 3. März demonstrierten in Eberswalde im Rahmen eines bundesweiten Aktionstages etwa 100 LandwirtInnen und VerbraucherInnen gegen den Gentechnikkonzern Monsanto. Mit Hilfe des dort ansässigen Landhandelsunternehmen Märka versucht Monsanto den Anbau von Genmais in Deutschland durchzusetzen. Diese Demonstration war aber gleichzeitig auch ein erster Baustein für unsere Mobilisierung gegen den G8-Gipfel. Im Frühsommer 2007 wird sich die politische Elite der wirtschaftlich stärksten Länder der Welt in Heiligendamm bei Rostock treffen um ihre Politik aufeinander abzustimmen. Zeitgleich werden sich Tausende Menschen versammeln um dem weltweiten Widerstand gegen Ausbeutung, Unterdrückung und Kapitalismus Ausdruck zu verleihen, um Alternativen zu diskutieren und aufzuzeigen. Ein Thema unter vielen wird dabei die Gentechnik sein.

Seit etwa 15 Jahren versuchen transnationale Konzerne wie Monsanto, Syngenta, DuPont, Bayer und BASF die AgroGentechnik weltweit durchzusetzen. Dabei geht es um nicht weniger als die vollständige Kontrolle der landwirtschaftlichen Produktion. Mit Biopiraterie, Patenten, Aufkäufen, Sortenschutzabkommen, WTO-Schiedsverfahren und Terminatortechnologie soll den BäuerInnen die Freiheit genommen werden, darüber zu entscheiden, was sie auf ihren Feldern anbauen. Ein riesiger weltweiter Markt für Saatgut und AgroChemie soll entstehen. Die erzielten Profite wären gigantisch, die Ausbeutung von Mensch und Natur würde weiter ausgebaut und perfektioniert. Doch dieser weltweite Markt muss erst noch geschaffen werden. So ist es z.B. noch in vielen Regionen üblich, Saatgut selber zu züchten und mit den NachbarInnen zu tauschen. Viele Familien sichern sich mit Subsistenzwirtschaft ihren Lebensunterhalt.

Bisher haben sich die Konzerne zumindest teilweise in Kanada, in den USA, in Argentinien und in Brasilien durchgesetzt. Soja, Raps, Mais und Baumwolle sind dort bereits zu einem großen Anteil Genpflanzen. Die Strategie der Gentechnikkonzerne zielt nun vor allem auf Europa. Denn sollten sie sich hier trotz einer weitgehend gentechnikkritisch eingestellten Bevölkerung durchsetzen, dann würden auch die Eliten der ärmeren Länder die Einführung der AgroGentechnik stärker unterstützen, stellt doch Europa einen wichtigen Absatzmarkt für landwirtschaftliche Produkte dar.

Die weltweiten Proteste und Aktionen gegen die AgroGentechnik haben deren Ausbreitung bisher stark behindert. Immer wieder mussten sich die Gentechnikkonzerne aus einigen Ländern und Regionen zurückziehen, natürlich immer verbunden mit einem erneuten Anlauf. Die Gentechnikkonzerne agieren global, ihre Politik ist Teil der kapitalistischen Globalisierung. Ein auf Dauer erfolgreicher Widerstand muss daher global vernetzt sein und Teil der weltweiten Bewegung gegen den Neoliberalismus.

In diesem Sinne werden wir versuchen, die internationale Zusammenarbeit auszubauen, das Thema AgroGentechnik stärker in der hiesigen Linken zu verankern und die Aktionsformen und Diskussionen der Globalisierungsbewegung in den Widerstand gegen die AgroGentechnik einzubringen. Eine andere Welt, eine Welt ohne AgroGentechnik und Gentechnikkonzerne, ist möglich!

Barnimer Aktionsbündnis gegen Gentechnik

mehr Fotos und Presseartikel:  http://www.gentechnikfreies-brandenburg.de
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Ergänzungen

hmm...

kiff 16.03.2006 - 14:27
Fuck Monsanto, fuck H. Seehofer!

Ich bin Gärtner und hasse den momentanen Verlauf der Dinge. Nicht verwunderlich, da gibt man sein Geld für teurere Bio-Produkte aus, wegen Regeln wie "Nachfrage bestimmt Angebot" und tut sein bestes, ohne Pestiziede wie RoundUp (Monsanto, wär hätt´s gedacht) oder gar resistent gemachte Pflanzen auszukommen, und dann denken sich ein paar geldgeile Machthabende, oder auch machtgeile Geldhabende, das man sich so mir nichts dir nichts gegen das Volk & dessen Willen durchsetzten kann...
Bullshit. Warum soviel Zeit an Sozialabbau verschwenden anstatt mal irgendwas sinnvolles in deutschen Landen einzuführen, wie zB Volks-Enscheide ála Schweiz!
Mir ist irgendwann mal zu Ohren gekommen, das der Konzern `Monsanto´, der wohl ein amerikanischer sein wird im Irak & Afghanistan (und ganz, ganz eventuell auch in Afrika), kurz nach der Besetzung/ Befreiung dieser Länder durch die "freiheitsliebenden Kapitalisten No1" per Gesetz erwirken ließ, das die dortigen Bauern ihr bisheriges Saatgut verbrennen (!) mußten, um dafür neues, tolles von Mons. zu erhalten. Kann irgendjemand dies bestätigen oder hab ich da nur was falsches aufgeschnappt? (i hope so, weiß leider auch die Quelle nicht mehr)
Ich möcht wissen, was diese Geier machen wollen, wenn in zwei Jahrzehnten rauskommt, das, zum Bleistift, Gen-Mais hoch Krebs erregend ist und die Landschaft mit Feldern des Bösen überzogen ist.
Lächelnd ihr Geld zählen und `Maßnamen zur Schadensbegrenzung´ einleiten, wie zB die Verbreitung von manipuliertem Saatgut durch Wind einfach verhindern? ha ha. fuck it, burn it!

Monsanto & Bayer

tossi 22.03.2007 - 01:47
Heute, am ersten Tag des Endes des genfreien Europas,
verbündeten sich Monsanto und Bayer. Bayer wird ein wenig
auf die Erhaltung der Arbeitsplätze in Deutschland drängen
und Monsanto die WTO weiter mit Hilfe der amerikanischen
Administration gängeln.
Damit ist das Spiel verloren. Erste Nutztiere werden sterben.
Familien in der Landwirtschaft gehen zu Grunde. Unwesentlich
später werden vorerst noch harmlose Mutationen diverser Pflanzen
auftauchen und nicht beachtet werden. Sie aber stellen die
Grundlage neuer Spezies dar, die die Monsanto-Bayer-Terminator
Genmutation in sich trägt und andere Lebewesen dieses Planeten
unfruchtbar machen wird, falls diese noch nicht des Hungers
gestorben sind, da Monsanto Saatgut nur mit Chemie funktioniert.
Diese erst schleichenden Ereignisse werden durch eine mehr
actionreiche Politik übertüncht werden, wie auch jetzt schon beliebt :
Überwachung der Bürger, Verdummung des Volkes, Verfolgung anders
denkenkender und glaubender bis hin zum Krieg, der durch Umkehrung
der realen politischen Ereignisse erst möglich wird.

Unfälle bisher führten zu grossen Verschmutzungen, die aber, wenn
auch nach langer Zeit, wieder abgebaut wurden (Öltanker).
Ein Gentechnikunfall mit der Freisetzung nur eines Gens führt dadurch,
dass dieses Gen eben lebt, zur Vermehrung und wahrscheinlich zur
Mutation dieses Gens : eine Eigenschaft des Lebens selbst, es will überleben.
Das heisst : die Gen-Verschmutzung wächst nach einem Unfall und wird
nicht abgebaut.

Na dann erhöht schon mal die Steuern, um genug Gelder für die Versorgung
des genbehandelten Volkes zur Verfügung zu haben ...
Denn Merkel hatte und hat nicht das Kreuz, um der WTO Einhalt zu gebieten.

Es ist, wie gesagt, zu spät.

Live long and prosper

tossi