Danke, IG Metall!

Würschtel 28.02.2006 10:45 Themen: Soziale Kämpfe
Wie heute Nacht bekannt wurde, gibt es ein Verhandlungsergebnis im Streik bei AEG Nürnberg. Obwohl es noch keine offizielle Bekanntgabe gibt, weil "erst die Beschäftigten informiert werden sollen" ist schon durchgesickert worden, dass es statt 0,7 Monatsgehältern Abfindung pro Beschäftigungsjahr jetzt 1,8 Monatsgehälter Abfindung geben soll. Für einen Teil der Beschäftigten soll es noch eine Ehrenrunde in einer Beschäftigungsgesellschaft geben, bevor sie endgültig arbeitslos werden.

Über den Hintergrund wird man vermutlich nichts aus der Presse erfahren: Seit vorgestern ruht bei Electrolux in Polen die Produktion, weil die Puffer aufgebraucht sind und aus Nürnberg streikbedingt keine Bleche mehr kommen. Für Konzernleitung und Gewerkschaft ein Grund, jetzt sehr schnell zu einem Ergebnis zu kommen. Schließlich möchte keine von beiden Seiten, dass sie Belegschaft ein wirkliches Druckmittel in der Hand hat.
Über den Hintergrund wird man vermutlich nichts aus der Presse erfahren: Seit vorgestern ruht bei Electrolux in Polen die Produktion, weil die Puffer aufgebraucht sind und aus Nürnberg streikbedingt keine Bleche mehr kommen. Für Konzernleitung und Gewerkschaft ein Grund, jetzt sehr schnell zu einem Ergebnis zu kommen. Schließlich möchte keine von beiden Seiten, dass die Belegschaft durch den streikbedingten Produktionsausfall ein wirkliches Druckmittel in die Hand bekommt. Den Rest erledigt das Betriebsverfassungsgesetzt: Während zur Einleitung eines Streiks i.d.R. 75% Zustimmung seitens der Gewerkschaftsmitglieder benötigt wird, braucht es zur Beedingung lediglich 50%. Bei der ÖTV auch schon mal noch weniger. Schliesslich liegt dem Management sehr daran, die Handlungsfähigkeit ihrer Gewerkschaften zu garantieren.
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Ergänzungen

auch ver.di

freebse 28.02.2006 - 11:44
Gestern wurde der Muell abgeholt, nun langsam gab es echt Probleme. Darf man ueberhaupt noch streiken, oder ist das eher so was wie "ich scheiss dich nicht an, wenn du mich nicht anscheisst"...

Nun ist der Muell weg, der Streik wird weitergefuehrt, aber wozu holen sie doch den Muell wenn es zu voll wird wieder ab.

Nun will man waehrend der Cebit rumstreiken, wetten das wird nichts, das will naemlich keiner, weder die Bosse noch die anderen Gewerkschaftsbosse.

Die KFZ-Zulassungsstelle war auch auf, die Unis hjaben Notbetrieb.

Ein ver.di BVoss entschuldigte sich gestern bei einer Frau die wegen Ver.si ihre Arbeit verlor, so schrieb das unser allseits beliebtes rechts-konservatives Dreckblatt Hannoversche Allgemeine und es gab wuetende Anrufe bei ver.di. Denn bei der besagten Frau konnte eine Standard Operation nicht durchgefuehrt werden, worauf sie eine Woche warten musste. Solange wartet ihr Chef aber nicht, hat er sie entlassen. Kein Wort, ob das rechtens ist, was sich dieser Arsch denkt, nein: Die Schuld hat ver.di

In der selben Zeitung wurde auch schon eine Ungeziferplage beschworen, wer ist schld die Streikenden. Da kommen Ratten und sonstwas fuer Viehzeugs und das will ja keiner, also raeumte Ver.di mal eben gestern den Dreck weg.

Der Gegener sind nicht mehr die Bosse, sondern der ganze scheiss Apparat, das hat ver.di nicht verstanden und spielt lustig mit.

Am Ende werden sie stufenweise einfuehren was die Oberen wollen, denn wie die HAZ bemerkte, arbeiten in der freien Wirtschaft so und so alle 40 Stunden. Dazu ein paar Kommentare von Bandarbeitern, die gerne im Buero sitzen und da 40 Stunden machen, statt Schicht und 50 Stunden.

So wird ausgespielt und gebloefft, aber wer merkt diesen ganzen Scheiss eigentlich, wenn man was in die Richtung sagt, wird die Illuminats Keule rausgeholt, will heissen... der Typ sieht ueberall Verschwoerungen wo keine sind... wie zur Scheisse nennt ihr dann wenn alle Hand in hand spielen.

Ver.di freut sich besztimmt ueber neue Mitgleider mehr als ueber einen erfolgreichen Streik, manchmal kommt s mir so vor die legitimieren sich selber mit Aktionen der Art um zu Zeigen es gibt uns noch, aber so richtig ernst nehmen muss das keiner.

Darf man heute noch streiken, im Zuge der Globaliserung und der Konkurenz aus der Welt? Die Antwort: nein, das sollte man nicht tun und genau so sehen es die Zeitungen, Fernsehen, die Politik und alle anderen.

Sind das nicht die selben, die meinten: DU bist Deutschland.

Aber leider schaffen sie es, denn Studiengebuehren werden in Niedersachsen eingefuehrt, auf Grund des nicht vorhandenen bis zaehlbaren Protest an den Unis... alles in allem passt das gut zusammen, leider sind wir zu schwach um wirklich was zu erreichen, hoffen wir immer mehr Leute raffen das ab, dann mag es mal wieder 69 geben. Und nur so ist der "neo-liberale" Zug zu stopppen und das ist bitternoetig... denn ich merk das schon jeden Tag...

Mich kotzt es an, aber leider scheinen alle anderen noch immer gut zu leben in dieser 30 Programme TV-Gesellschaft...

so seh ich echt schwarz fuer uns, wir haben das alles zugelassen und nun kommen die Auswirkungen von allem, Hartz4, Studiengebuehren usw...

Aber wer kreigt schonh seinen Arsch hoch, gestern waren wir wieder 10 Leute auf einen Monatg... gut leider ist das MLPD unterwandert, aber trotxdem, durch nichts wird nichts.

Leute muessen den Zusammenhabg sehen... Studenteen, Arbeiter, Arbeitslose, Rentner, alle zusammen, dann koennen sie uns nicht mehr gegenseitig ausspielen, was leider im Moment gut funktioniert.

Fernseher wegschmeissen, Zeitung nicht mehr lesen ist immerhin ein Anfang :)

... mit der Bitte um bessere Zeiten fuer uns schliesse ich diesen Monolg der Frustration...

Streik war noch nie erlaubt,

denn ein Streik stellt die Machfrage 28.02.2006 - 12:06
»
(1) Alle Deutschen haben das Recht, Vereine und Gesellschaften zu bilden.
(2) Vereinigungen, deren Zwecke oder deren Tätigkeit den Strafgesetzen zuwiderlaufen oder die sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder gegen den Gedanken der Völkerverständigung richten, sind verboten.
(3) Das Recht, zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen Vereinigungen zu bilden, ist für jedermann und für alle Berufe gewährleistet. Abreden, die dieses Recht einschränken oder zu behindern suchen, sind nichtig, hierauf gerichtete Maßnahmen sind rechtswidrig. Maßnahmen nach den Artikeln 12a, 35 Abs. 2 und 3, Artikel 87a Abs. 4 und Artikel 91 dürfen sich nicht gegen Arbeitskämpfe richten, die zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen von Vereinigungen im Sinne des Satzes 1 geführt werden.
«
Das war jetzt kein Witz, sondern das Grundgesetz Artikel 9

Das grundgestz

freebse 28.02.2006 - 12:48
"Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist." (grundgesetz, Artikel 20,4)

Nun ja das Grundgesetz, das ergibt aber leider wie alle juristischen Sachen keinen Sinn, denn um das als Mass aller Dinge zu nehmen, baucht man die Rechtsprechung, diese wird vom LG, BGH und sonstwo gemacht, zur Not eben auch vom BVG, aber diese Fallurteile ergeben dann das gektende recht, dieses weicht zwar nicht vom GG ab, der Rest ist Auslegungssache.

Artikel 20.4 kann man sonstwie deuten, Widerstand leisten wir wenn wir Nazis am Maschieren hindern, aber ein anderer Artikel garantiert diesen eben zu maschieren, der rest ist Rechtsprechung und diese machen Gerichte, beeinflusst von Politik, Medien und den oberen 10000.

Ausserdem kannst du ja mal probieren einen landfriedensbruch (der minder schweren Art) mit dem GG zu begegnen, da lacht nicht nur der richter am untersten Gericht dich aus.

Soviel zum GG

Notiz zum Stop in Polen

FAUista 28.02.2006 - 13:06
Etwas ausführlicher zum Produktionsstillstand in Polen berichtet diese Meldung.

„Seit gestern stehen große Teile der Trocknerproduktion im polnischen
Electrolux-Werk, da nun auch die letzten Vorräte an Blechen aus der
Nürnberger Produktion aufgebraucht sind. Die zur Herstellung notwendigen
Werkzeuge und Messgeräte liegen in Nürnberg. Und da wird gestreikt! Das
heißt aber auch, daß wir ab sofort vor den Toren noch viel mehr aufpassen
müssen. Electrolux wird mit Sicherheit versuchen, die Werkzeuge aus der
AEG heraus zu bekommen. Und das darf nicht passieren…“
Druckwächter-Meldung vom 25.02.2006
 http://www.netzwerkit.de/projekte/aeg/chronik/vermittler25feb06

An den Toren aufpassen müssen die AEGlerInnen aber vermutlich weniger wegen Werkzeug- und Messgeräteschmuggel nach Polen als wegen der IGM :-)

Nicht alle Mitarbeiter_Innen glücklich

Autonomer Anarchist 28.02.2006 - 16:37
Heute besuchten 50 Nürnberger den Streik bei CNH (formerly O&K), nicht alle sahen glücklich darüber aus!!!

Wahrscheinlich wir es aber eine Urabstimmung für toll befinden und so ist das denn halt.

Solidarische Grüsse nach Nürnberg!

...

Hmm 01.03.2006 - 10:41
Kann die Kernaussage, dass der Kompromiss gefasst wurde, um die Folgen des Streiks zu verheimlichen, von dem Text bitte belegt werden? Welche Interesse hätte Ver.Di denn daran dies nicht bekannt zu machen. Es würde in der öffentlichkeit wohl nicht mal als negativ aufgefasst.

DAS sieht aus wie rechtsradikale Propaganda. Und auch die dahinter stehenden Kommentare erinnern eher an rechte Arugmentationswege.


Und was da aus dem GG kopierst wurde bedarf, angesichts des wohl sehr geringen Verständnisses von dem was da steht, einer Erläuterung.

"(3) Das Recht, zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen Vereinigungen zu bilden, ist für jedermann und für alle Berufe gewährleistet.[also Kündigungs(!!)- und Wirtschaftsschutz, das Augenmerk soll auf Kündigungsschutz liegen] Abreden, die dieses Recht einschränken oder zu behindern suchen, sind nichtig, hierauf gerichtete Maßnahmen sind rechtswidrig [Also Streikbruch =illegal]. Maßnahmen nach den Artikeln 12a, 35 Abs.2 und 3, Artikel 87a Abs. 4 und Artikel 91 dürfen sich nicht gegen Arbeitskämpfe richten, die zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen von Vereinigungen im Sinne des Satzes 1 geführt werden.[Das heißt, Streikbruch = Illegal].

Gewerktschaften werden als NUTZBARES Teil dieser Gesellschaft angesehen (im GG), die die Wirtschaft genau so am Leben hält wie die Unternehmer.

Das Grundgesetz wurde von Keynsianisch geprägten Menschen verfasst, nicht von dem Neoliberalen Müll, der heute Regiert. Und wem Keynsianismus nix sagt, ist er entweder ganz einfach zu Jung und hat es noch nicht gelernt, oder verfügt über eine Bildungslücke die mehr als schnell geschlossen werden sollte!

BR-Wahlen

AEGler 01.03.2006 - 13:12
Es gibt ein informelles "ehernes Gesetz" bei den DGB-Gewerkschaften. Sobald ein Streik die Produktion in anderen Werken beinträchtigt, muss er schnellstmöglich beendet werden. Dieser Linie folgt das Ergebnis in Nürnberg.

Ausserdem hat mit Sicherheit eine Rolle gespielt, dass bei uns Betriebsratswahlen anstehen und die IGM deshalb ein verschärftes Interesse daran hatte, noch vor den Wahlen zu einem Ergebnis zu kommen.

Was man angesichts der 1,8 Monatslöhne Abfindung pro Arbeitsjahr übrigens nicht übersehen darf, ist, dass seit Beginn diesen Jahres Abfindungen versteuert werden müssen (kleines Geschenk der großen Koalition mit Vorbereitung durch Rot-Grün). Real geht es also um Abfindungen um ca. 1,2 Monatslöhne.

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