300.000 verteidigen katalanische Nation
Mehr als 300.000 Menschen überfluteten am Samstag Barcelona, um auf Aufruf von über 600 Organisationen die historischen Rechte Kataloniens zu verteidigen. Die Demonstration stand unter dem Motto: "Wir sind eine Nation". Diese Beteiligung überraschte die aufrufende Plattform mit dem Namen "Pel dret a decidir" (Für das Recht zu entscheiden). Statt einem Marsch füllten die Menschen die gesamte Strecke von 2,5 Kilometern zur Plaza de Catalunya. Seit der spanischen Beteiligung am Irak-Krieg der USA hat es keine solch große Demonstration mehr in Barcelona gegeben. Sogar der Erstligaclub FC-Barcelona hatte aus Solidarität sein Spiel verlegt, um den Fans die Teilnahme zu ermöglichen.
Mit weiser Voraussicht war die Demonstration seit Monaten vorbereitet worden. Sie sollte das Autonomiestatut mit Spanien unterstützen, das im vergangenen Herbst mit 90 Prozent der Stimmen im Regionalparlament beschlossen wurde. Klar war, dass die ultrarechte Volkspartei (PP) dagegen Sturm laufen würde, weil im 1. Artikel Katalonien als "Nation" definiert wurde und es ein eigenes Finanzierungssystem erhalten sollte.
Dass die spanischen Sozialisten (PSOE) und die konservativen katalanischen Nationalisten (CiU) so klar vor dem Druck der PP einknicken, wurde nicht erwartet. So wurde aus der Demonstration ein Protest gegen die spanische Regierung und die CiU. Die hatten den Inhalt während seiner Behandlung im Madrider Parlament im Geheimgespräch verwässert. Das Finanzierungssystem wurde beerdigt und nun wird nur noch unverbindlich im Vorwort von einer "Nationalität" gesprochen. Die katholische CiU legte letzte Woche weiter Hand an und schwächte die Artikel zur Ehe gleichgeschlechtlicher Paare, zum Abtreibungsrecht und zur Sterbehilfe ab.
"Was wir hier entschieden haben, hat niemand zu beschneiden", wandte sich die Schauspielerin Carme Sansa für die Plattform gegen die Änderungen. Deren Manifest musste vier Mal verlesen werden. Die Republikanische Linke Kataloniens (ERC) wurde in ihrem "Nein" zu diesem Entwurf bestärkt. Sie war der eigentliche Motor des Projekts, wurde aber von den Sozialisten ausgebootet
http://de.indymedia.org//2006/01/137156.shtml , die sich nun den Konservativen in die Arme werfen
http://de.indymedia.org//2006/02/138086.shtml. Als einzige Partei hatte sie zu der Demonstration aufgerufen, die gesamte Parteiführung marschierte voran. Der ERC-Chef Josep Lluis Carod Rovira
http://de.indymedia.org//2004/02/74417.shtml sagte überwältigt: "Heute hat sich gezeigt, dass ein nationales Bewusstsein nicht domestiziert werden kann und dass ein Abkommen im Parlament nicht in einem Gespräch von sieben Stunden liquidiert werden kann". Die wenigen Stimmen in der Partei gegen ein "Nein" haben sich aufgelöst. Hatten zuvor Sozialisten und CiU heftigen Druck auf die ERC ausgeübt, sind die nun unter Druck geraten.
© Ralf Streck, den 19.02.2006
Dass die spanischen Sozialisten (PSOE) und die konservativen katalanischen Nationalisten (CiU) so klar vor dem Druck der PP einknicken, wurde nicht erwartet. So wurde aus der Demonstration ein Protest gegen die spanische Regierung und die CiU. Die hatten den Inhalt während seiner Behandlung im Madrider Parlament im Geheimgespräch verwässert. Das Finanzierungssystem wurde beerdigt und nun wird nur noch unverbindlich im Vorwort von einer "Nationalität" gesprochen. Die katholische CiU legte letzte Woche weiter Hand an und schwächte die Artikel zur Ehe gleichgeschlechtlicher Paare, zum Abtreibungsrecht und zur Sterbehilfe ab.
"Was wir hier entschieden haben, hat niemand zu beschneiden", wandte sich die Schauspielerin Carme Sansa für die Plattform gegen die Änderungen. Deren Manifest musste vier Mal verlesen werden. Die Republikanische Linke Kataloniens (ERC) wurde in ihrem "Nein" zu diesem Entwurf bestärkt. Sie war der eigentliche Motor des Projekts, wurde aber von den Sozialisten ausgebootet
http://de.indymedia.org//2006/01/137156.shtml , die sich nun den Konservativen in die Arme werfen
http://de.indymedia.org//2006/02/138086.shtml. Als einzige Partei hatte sie zu der Demonstration aufgerufen, die gesamte Parteiführung marschierte voran. Der ERC-Chef Josep Lluis Carod Rovira
http://de.indymedia.org//2004/02/74417.shtml sagte überwältigt: "Heute hat sich gezeigt, dass ein nationales Bewusstsein nicht domestiziert werden kann und dass ein Abkommen im Parlament nicht in einem Gespräch von sieben Stunden liquidiert werden kann". Die wenigen Stimmen in der Partei gegen ein "Nein" haben sich aufgelöst. Hatten zuvor Sozialisten und CiU heftigen Druck auf die ERC ausgeübt, sind die nun unter Druck geraten. © Ralf Streck, den 19.02.2006
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Don't believe Spanish State and media lies.
VIDEO: WE HAVE THE RIGHT TO DECIDE WITH INDEPENDENCE!
schade
manchmal denke ich, die meisten kommentieren nur bei indy, um ihre alltagspsychosen irgendwie zu entladen. dafür gibt es doch aber sicher hübschere foren :)
die katalanische linke will nunmal nichts mit dem zu tun haben, was madrid so ausheckt. da sie ohnehin keinen einfluss auf die zentralregierung nehmen kann, wollen sie eigene entscheidungsstrukturen. in wie weit das realistisch ist, kann ich kaum einschätzen. in erster linie geht es zumindest den vielen katalanischen linken um die durchsetzung von zielen, wie den oben erwähnten, die auf "regionaler" ebene vermutlich einfacher ist. anderen geht es um nicht weniger als um sozialismus. warum da immer mit dem nationsbegriff um sich geworfen wird, als gäbe es keine alternativen begriffe, ist mir auch schleierhaft und hat etwas von abgrenzung.
oder ist es ganz einfach der identifikäre terminus, der 300 000 auf die strasse bringt? 300 000, die sich ansonsten nicht mobilsieren lassen, nicht für die rechte von minderheiten, nicht gegen das antisoziale gesetz zum "civismo"... und wenn das so ist, macht es mir schon angst. was sagen diese massen aus? wohl kaum sozialismus... es hat dann tatsächlich etwas von einer massen-antikriegsdemo, die für einen tag zum gesellschaftlichen konsens gemacht wird, nicht weil verstanden würde, worum es geht, sondern weil der nachbar ja schliesslich auch hin geht...
für scheint klar, dass der terminus "nation" eine brücke zwischen links- und rechtsradikalen katalanen darstellen könnte. wo wir in deutschland jahre brauchen, um begrifflichkeiten aufzuweichen und definitionen an die nazis zu verlieren, da ist es für "die katalanen" das normalste der welt. versteh ich nich aber vielleicht finde ichs ja noch raus. bis dahin gilt für mich: nich immer gleich das maul aufreissen und über dinge reden, die ich nicht verstehe! platter internationalismus (es ist ja so einfach, sich "internationalist" zu nennen!) ist wohl kaum eine antwort...
http://www.tenimeldretdedecidir.org/
zitat von
WIR SIND EINE NATION - WIR HABEN DAS RECHT AUF SELBSTBESTIMMUNG
Wir, die Personen, Gruppen, vielseitige Bewegungen und Kollektive, aus verschiedenen sozialen und politischen Bereichen, die diese Meldung unterschreiben, fühlen uns beunruhigt wegen dem ansteigenden feindlichem Klima, der absichtlichen Desinformation und das Schüren von Hass, welches aus diversen Sektoren des spanischen Staatsgebietes gegen unser legitimes politisches und demokratisches Bestreben aufgehetzt wird. Aus diesem Grunde, und in Erinnerung an den Kampf der Assemblea de Catalunya für die Wiederherstellung des Autonomiestatuts als Mittel um unser Selbstständigkeitsrecht auszuüben, und auch mit der Erinnerung, dass die katalanische Nation vor 25 Jahren gegen die spanisch-konservative Offensive, die unsere katalanische Identität verweigern wollte, auf die Barrikaden ging, wollen wir jetzt wieder demonstrieren. Wir sehen uns wieder gezwungen unter diesem Motto auf die Strasse zu gehen: "Wir sind eine Nation und wir haben das Recht auf Selbstbestimmung".
Wir sind fest überzeug, dass wir dieses Recht ausüben müssen um die Durchführung der politischen Beschlüsse nach den Wünschen und Bedürfnissen des katalanischen Volkes zu garantieren, sowie den Fortschritt unserer Selbstregierung in allen sozialen Bereichen des Lebens zu fördern. Wir verlangen die Selbstbestimmung mindestens in allen Aspekten die mit folgendem zu tun haben: Bürgerschaft und Einwanderung, Umwelt, Sprache und Kultur, Steuerpolitik und Wiederverteilung der Abgaben, Investitionen und Infrastrukturen, Arbeit und soziale Rechte, interantionale Beziehungen und Kooperation, Wohnung, Ausbildung und Gesundheit. Da wir eine Nation sind und unsere Identität verteidigen, wie jedes Volk haben wir das Recht frei selbst zu bestimmen wie unsere Zukunft sein soll.
Wir rufen euch alle auf für Freiheit und Demokratie, mit uns am 18 Februar zu demonstrieren um laut und klar zu sagen: "Wir sind eine Nation und wir haben das Recht auf Selbstbestimmung".
Plataforma "Pel dret de decidir"
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Nationalistischer Dreck!!
@halluzination
(und die ciu ist ein echt peinlicher haufen... so 'ne art iberische bayernpartei)
300.000 verteidigen südtirolische Nation
Mit weiser Voraussicht war die Demonstration seit Monaten vorbereitet worden. Sie sollte das Autonomiestatut mit Italien unterstützen, das im vergangenen Herbst mit 90 Prozent der Stimmen im Regionalparlament beschlossen wurde.
"Was wir hier entschieden haben, hat niemand zu beschneiden", wandte sich der Bergsteiger Messner für die Plattform gegen die Änderungen. Deren Manifest musste vier Mal verlesen werden. Die Republikanische Linke Südtirols (RLS) wurde in ihrem "Nein" zu diesem Entwurf bestärkt. Sie war der eigentliche Motor des Projekts, wurde aber von den Sozialisten ausgebootet, die sich nun den Konservativen in die Arme werfen. Als einzige Partei hatte sie zu der Demonstration aufgerufen, die gesamte Parteiführung marschierte voran. Der RLS-Chef sagte überwältigt: "Heute hat sich gezeigt, dass ein nationales Bewusstsein nicht domestiziert werden kann und dass ein Abkommen im Parlament nicht in einem Gespräch von sieben Stunden liquidiert werden kann". Die wenigen Stimmen in der Partei gegen ein "Nein" haben sich aufgelöst.
Die RLS ist auch deshalb gegen das Statut, weil dort lediglich von Südtirol, nicht aber von den anderen deutschsprachigen Ländern wie Österreich, der Schweiz, Deutschland, dem Elsaß und Eupen-Malmedy gesprochen wird."
Hört sich blödsinnig an? Ist es auch. Wurde hier aber alles in den letzten Tagen in Bezug auf den katalanischen Nationalismus wortwörtlich verbraten. Überlassen wir die Volks- und Nationaltümelei einfach denjenigen, deren ureigenstes dumpfes Geschäft das seit eh und je ist.
Es ist immer gleich
Kompromisslos gegen jeglichen Nationalismus
"Paul" und "Ralf Streck" scheinen nicht nachvollziehen zu können, wenn man eine Gefahr in jeglicher Form des Nationalismus sieht.
Zu behaupten, dass wenn man sich kritisch gegen den katalanischen Nationalismus äussert, man ein imperialistisches Gross-Spanien herbeiwünscht, oder sich gar in die faschistische Tradition von Franco stellt, ist kurzsichtig, unüberlegt und engstirnig.
zu volker und seine kumpels
für GrossSpanien?
Wie dumm ist denn diese Aussage? Und was überhaupt hat Katalonien mit Autonomie zu tun? Im Grunde genommen ersehnen sich viele der Leute, die in Barcelona auf die Strasse gehen das was Franco auf der iberischen Halbinsel wollte, nur auf Ihren Masstab reduziert; mit ihrer Sprache, ihren Regeln/Gesetzen, ihren unterdrückten Minderheiten und ihrem Führer. Die Schiene von ich, Paul und Ralf Streck ist inkonsequent für jeden der sich als "links" bezeichnet.
Wer gegen Nationalismus, gegen Imperialismus und gegen Faschismus ist, kann zwangsweise nur GEGEN den katalanischen Nationalstaat sein.
@ 11:45
@ichern
ralf streck
nationalisten.opfer
er hat doch recht
hier wird nahezu hin und her geschoben und eine art "leit-meinung" suggeriert oder produziert. ist das unabhängig??
was ins bild passt, gilt als inhaltliche ergänzung, was nicht ins bild passt nicht.
krass, ganz krass.!
und - ein dickes lob für "meine fresse", du sprichst mir aus der seele.
@@ichern
Es ist zum Teil aber anders herum, dass ein Teil der Immigranten sich konträr zur baskischen Sprache stellt und schon deren Benutzung als Schikane empfindet. Gut, wenn du das toll findest.
Wann beginnst du mit den türkischen Immigranten türkisch zu sprechen, oder polnisch oder sonstwas. Niemand hat was gegen Immigranten, schon gar nicht im Baskenland, nur sollten die halt auch die Sprache dort lernen und nicht an der Kolonialsprache festhalten, die den Basken oder Katalanen mit Feuer und Schwert aufgezwungen wurde.
Kritisch
Tja, da wollen wohl einige am netten Status quo festhalten und sie haben ja nen deutschen Pass und die entsprechenden Privilegien. Werf in weg und dann reden wir weiter. Sie verkleistern das noch mit irgendwelchen merkwürdigen Kritiken, die aus einem undeutlichen Reflex ihrer eigenen deutschen Geschichte kommen, die sie weder kapiert haben und meinen platt auf alle anderen anwenden zu können. Bestimmte Argumente mögen für Deutschland ja gut und richtig sein, aber offenbar muss dann wieder mal am deutschen Wesen die ganze Welt genesen. Da haben einige nix gelernt, wenn sie die deutsche Großkotzigkeit nur anders herum anwenden. Es ist echt zum heulen, dass ihr Deutschen immer die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben scheint, dabei ist egal ob das Faschos oder angebliche Linke sind. Da gibts ne kulturelle Querfront durch fast alle Lager. Auf die Reihe kriegt die Linke dort aber nix. Komisch!
(Vielleicht deshalb, weil so eine Haltung sogar noch in den kleinsten Zirkeln alles blockiert).
@du
Was ist an Parteiführung auszusetzen? Das ist ein Begriff der einfach nur benennt, das eine Partei ne Führung hat. Da scheinen bestimmte Leute in Deutschland einen Beißreflex zu bekommen. Oder wird das besser wenn man das Leitung nennt oder Direktion. Es ist das selbe!
kein gott KEIN STAAT kein herr kein sklave
und nebenbei
was ist an parteiführung falsch?
partei an und für sich ist falsch, und führung ert recht
Feuer und Flamme für jeden staat und jede Nation!