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Aufruf der Antifa AG17 zur Antifa-Demo

Täter sind keine Opfer!! 08.02.2006 14:18
Was in Dresden passierte:

Im Zeitraum vom 13. bis 15. Februar flogen Luftwaffenverbände der Royal Air Force und der United States Army Air Force mehrere Flächendeckende Bombenangriffe auf die Stadt Dresden, die bis dato von Luftangriffen weitestgehend verschont geblieben war. Der massive Einsatz von Sprengminen und Phosphorbomben führte zu einer flächendeckenden Zerstörung der Innenstadt und zu einer unbekannten Anzahl von Toten, ihre Anzahl liegt wahrscheinlich zwischen 15 000 und 40 000. Für die Zivilbevölkerung waren Luftschutzmaßnahmen so gut wie nicht existent. Obendrein befanden sich in der Stadt tausende Flüchtlinge aus Schlesien.
Hier nun ein Aufruf einer Erfurter Gruppe zur Dresdner Demonstration. Besonders interessant erscheint mir der Teil "... do it again?", der die Frage aufwirft, ob die Damen und Herren der AG 17 nicht lieber zu der Kranzniederlegung der Zivilbevölkerung wollen??!! Erstaunlich, wie man zwischen dem NS-Kollektiv und der "Zivilbevölkerung" unterscheiden kann...



Aufruf der Antifa AG17 zur Antifa-Demo
am 11.02.2006 in Dresden
Was in Dresden passierte:

Im Zeitraum vom 13. bis 15. Februar flogen Luftwaffenverbände der Royal Air Force und der United States Army Air Force mehrere Flächendeckende Bombenangriffe auf die Stadt Dresden, die bis dato von Luftangriffen weitestgehend verschont geblieben war. Der massive Einsatz von Sprengminen und Phosphorbomben führte zu einer flächendeckenden Zerstörung der Innenstadt und zu einer unbekannten Anzahl von Toten, ihre Anzahl liegt wahrscheinlich zwischen 15 000 und 40 000. Für die Zivilbevölkerung waren Luftschutzmaßnahmen so gut wie nicht existent. Obendrein befanden sich in der Stadt tausende Flüchtlinge aus Schlesien.
Militärische und strategische Bedeutung Dresdens

Was im ersten Moment nach einer sinnlosen Gewalttat aussieht, entpuppt sich nach militärischer Logik als richtige Konsequenz. Deutschland befand sich in einer totalen materiellen wie ideellen Mobilmachung für den von ihm angezettelten Krieg. Dresden, als siebentgrößte Stadt Deutschlands, spielte eine wichtige strategische Rolle als Bahnumschlagplatz (z.B. Friedrichsbahnhof) sowie in der Rüstungsindustrie (z.B. Sachsenwerk, Universelle, Waffenfabrik Lehmann, chemische Industrie in Niedersedlitz uvm.), welche ein großes Kontingent an KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern ausbeutete. Außerdem war Dresden als Garnisionsstadt für rückwärtige Dienste und die Ausbildung neuer Rekruten zuständig. Viele dieser Industrie- und Bahnanlagen sowie die Garnisionen lagen in dicht besiedelten Gebieten oder inmitten von Wohngebieten und waren somit schwer einzeln angreifbar.
Woher der Dresden-Mythos

Ähnlich verheerende Bombardierungen gab es schon vor Dresden. Sie bekamen jedoch nicht eine solche Symbolkraft wie dieser Angriff. Was ist also das Besondere an dem 13.Februar 1945? Zum einen war Dresden bis zur Bombardierung noch weitestgehend unbeschadet geblieben. Der Angriff erfolgte mit einer Wucht, die die Stadt völlig überraschte. Die Erzählungen der Überlebenden waren davon geprägt und trugen zum Mythos bei. Zum anderen war Dresden mit seinen Kulturbauten, ähnlich Städten wie Florenz oder Venedig, Teil des europäischen Kulturerbes, welcher binnen kürzester Zeit vernichtet wurde. Dies alleine würde jedoch nicht gereichen, den Dresden-Mythos zu erklären. Vielmehr wurde der Luftangriff auf Dresden sofort von der Goebbelschen Kriegspropaganda als ein „barbarischer Akt“ aufgegriffen, um so die Notwehrgemeinschaft der Deutschen bis zum Schluss beschwören zu können. Der Angriff auf die „wehrlose Stadt“ Dresden schuf den Dresden-Mythos - einen Opfer-Mythos. Dies hat jedoch einen Pferdefuß.
Über das Coventrieren

Victor Klemperer, ein Philologe jüdischer Abstammung, mokierte sich in seinem Buch „LTI – Die Sprache des 3.Reiches“ über die „Spezialbehandlung“ des „Coventrierens“. In der deutschen Propaganda tauchte dieser Begriff nach der erfolgreichen Bombardierung Coventrys, einer englischen Industriestadt, auf. Es wurde der zynische Begriff für Luftangriffe ohne Rücksicht auf Verluste unter der Zivilbevölkerung. „Coventrieren“ war ein Synonym ähnlich dem der „verbrannten Erde“ für eine Kriegsführung, die nicht mehr zwischen Soldaten und Zivilbevölkerung, Kombattanten und Nicht-Kombattanten unterschied. Im Nazijargon ist Dresden also „coventriert“ worden. Nur wurde dieser Begriff von der Nazi-Propaganda auf Dresden nicht mehr angwandt, da ihm jeglicher überheblicher Zynismus abhanden gekommen wäre und darauf hingewiesen hätte, doch selbst mit dieser Art Kriegsführung angefangen zu haben.
„... do it again?“

Gerade in dieser Nicht-Unterscheidung zwischen Kombattant und Nicht-Kombattant sowie in der totalen Kriegsführung liegt ein großes Problem. Teile der Linken in der BRD machen es sich all zu einfach, in dem sie z.B. Luftmarschall Sir Arthur Harris zur antifaschistischen Ikone erheben. Der Spruch „Bomber Harris – do it again!“, der auf Antifa-Demonstrationen auftaucht, ist bezeichnend. Was hier als pseudoradikales Gedisse daher kommt, wird der Problematik dieser Luftkriege und der Kriegsführung gegen die Zivilbevölkerung nicht gerecht. Hier ein kurzer Versuch der Erörterung:

Für Alliierte ist es schwer gewesen, im Zusammenhang mit der „totalen Kriegsführung“ Deutschlands und der Mobilisierung z.B. des „Volkssturms“, die Unterscheidung zwischen Zivilbevölkerung und Soldaten noch treffen zu können. Auch ist bei einer absoluten Unterordnug der Wirtschaft Deutschlands unter militärische Belange kaum noch auszumachen, welche Industrieanlage und Infrastruktur militärisches Ziel ist und welche nicht. Es war auch bis kurz vor Kriegsende ungewiss, was für ein Mobilisierungspotenzial Deutschland noch besaß.
Jedoch wurden bei den Flächenbombardements absichtlich auf hohe Verluste unter der Zivilbevölkerung gesetzt. Die Logik des „Coventrierens“ ist vor allem von der Royal Airforce übernommen und als „moral-bombing“ benannt worden in der Annahme, Deutschland dadurch zermürben zu können. Der Historiker Frederic Taylor machte in seinem Buch „Dresden“ deutlich, dass es sich bei der Führung der Royal Airforce auch um sture Bürokraten mit engstirnigen Ansichten handelte. So wurden die Flächenbombardements auf die Einschätzung hin initiert, dass „... die Deutschen schreckhaft zur Massenpanik neigen.“ Leute wie Arthur Harris sammelten ihre ersten Erfahrungen in Kolonialkriegen und brachten von dort ein stigmatisierend rassistisches Weltbild mit, dass ein skrupelloses Vorgehen gegen zivile Ziele zuließ. So wurden schon in den Kolonialkriegen gegen Araber und Kurden Streubomben, Tretminen und Giftgas eingesetzt. Einen positiven Bezug auf solche Positionen hat einen Emanzipationsgehalt von null.
Arthur Harris erklärte zum Bombardement Dresdens lapidar:
„Dresden war eine Ansammlung von Munitionsfabriken, ein intaktes Verwaltungszentrum und ein Knotenpunkt für Transporte nach Osten. Nun ist es nichts mehr davon.“
Eine Zivilbevölkerung war ihm da scheinbar keine Erwähnung wert.

Ein ähnlicher Trugschluss innerhalb von Antifa-Gruppen ist es, sich auf die Katastrophe des 2.Weltkrieges an sich beziehen zu müssen. Der bessere Ansatz wäre, statt mit bellizistischer Polemik auf die Nerven zu fallen, Gedanken über das „Davor“ zu verschwenden. Die Frage ist, was ging der Katastrophe des 2.Weltkrieges voraus? Welche vorhandenen Praxen konnte der völkisch-rassische Nationalismus Deutschlands ausbauen und zu einer solchen Vernichtungskraft entfalten? Dabei kann es nicht um eine 1:1-Übernahme der Konstellationen des 2.Weltkrieges auf die heutige Zeit gehen. Zum einen negiert das ewige Projezieren der Anti-Hitler-Koalition auf heutige Konflikte die globalen Veränderungen der letzten 60 Jahre. Zum anderen verhindert diese eingeschränkte Betrachtungsweise die gesamte Moderne auf den Prüfstand zu stellen.
Danach - Der Dresden-Mythos bis heute

„... Sooft nun drüben am prunkvoll hergerichteten Königsufer ein Festakt stattfand, eine Rede Mutschmanns etwa oder gar eine Ansprache des Frankenführers Streicher, zogen die Kolonnen der SA und SS, der HJ und des BDM mit ihren Fahnen und Gesängen über die Brücke. ...
... Noch ganz wenige Tage vor unserm dies ater, dem 13.Februar 1945, zogen sie über die Brücke, in guter Haltung, mit lautem Singen. ...
... Wie lange war es her, daß Stalingrad gefallen, daß Mussolini gestürzt war, wie lange, daß die Feinde die deutschen Grenzen erreicht und überschritten hatten, wie lange, daß seine eigenen Generale den Führer ermorden wollten – und immer noch marschierte und sang das da unten, und immer noch lebte die Legende vom Endsieg oder fügte sich doch alles dem Zwang, an sie zu glauben! ..“
(Victor Klemperer in LTI über die Aufmärsche in Dresden unmittelbar vor der Bombardierung)
In der DDR

Der Mythos vom „unschuldigen Dresden“ als Relikt der Nazipropaganda wirkt bis heute über 60 Jahre nach dem Ende des 3.Reiches nach. In der DDR wurde während der Blockkonfrontation Dresden zum Symbol des Aggressionswillens der imperialistischen Mächte, der Angriff wurde als militärisch sinnlos hingestellt. Er diente lediglich dazu, den Sowjets nur Trümmerhaufen in ihrer zukünftigen Besatzungszone zu überlassen. Dresden war Opfer des Westens. Noch in den 80er Jahren war jedoch Dresden Kulminationspunkt einer oppositionellen Friedensbewegung, die auch die Remilitarisierung der DDR hinterfragte. Die Aufarbeitung der Geschichte stand nicht im Vordergrund.
Das „neue“ Deutschland?

Dies wandelte sich nach dem Zusammenbruch des Ostblocks und der deutschen Wiedervereinigung grundlegend. War die Frauenkirchruine noch in der DDR ein Mahnmal des Krieges, so avancierte die wieder aufgebaute Frauenkirche zum Symbol einer Selbstbehauptung, es trotz der Teilung Deutschlands wieder geschafft zu haben und die Vergangenheit endlich im Griff zu haben. Spätestens mit rot-gruen und der Berliner Republik wurde das Projekt der geläuterten Nation gestartet. Neben einem mittlerweile recht freimütigen Schuldbekenntnis zu den Verbrechen Deutschlands im 3.Reich paarte sich der eigene Opfermythos. Die geläuterte Deutsche Nation möchte nun auch in diesem Punkt anderen Nationen auf Augenhöhe begegnen: als Opfer. Dies hatte wenig mit Srauß` Geschichtsrevisionismus der 60iger Jahre noch mit dem Revanchismus der Vertriebenenverbände zu tun. Diese beharrten zwar schon immer auf ihrer Opferrolle in der Geschichte, nur wären sie wohl nie auf die Idee gekommen, „wegen Auschwitz“ auf dem Balkan Krieg zu führen, noch sich als Opfer der Nazis zu sehen.
Das Projekt der geläuterten Nation wirft jedoch einige Fragen auf. Nicht nur dass das lautstarke Lamentieren um das eigene erfahrene Leid im 2.Weltkrieg auch von einem neuen Selbstbewusstsein zeugt. Auch das Auftreten auf der internationalen Bühne ist offensiver geworden. Die immer wiederkehrende Forderung nach einem Sitz im UN-Sicherheitsrat einerseits, das miltärische Engagement Deutschlands auf dem Globus unter dem Slogan „Verantwortung übernehmen“ andererseits, zeugen davon, dass der ökonomische Riese Deutschland kein politischer Zwerg mehr sein möchte. Eine normale Großmacht eben. Die Bedenken in der Welt, dass der Wolf von einst nun im Schafspelz daherkäme, sollen mit dem Geläutertsein ausgeräumt werden. Wohin die Reise geht, ist dabei noch offen.
Gerade dieses selbstbewusst geläuterte Normalsein und Opferseinwollen ist suspekt. Dieses „ihr-habt-ja-auch“-Gejammere, das Ausklammern der absoluten Bejahung des totalen Krieges in Deutschland, und die Entkoppelung der Konsequenzen davon, lassen die Gedenkveranstaltungen zur Farce werden. Die Konsequenz aus dem „Ja“ zum Totalen Krieg heißt nun mal Dresden. Hätten die Alliierten schließlich Deutschland nicht besiegt, die Dresdner würden wahrscheinlich heute noch vom Königsufer über die Carolabrücke marschieren, wie Victor Klemperer es zu berichten wusste.
Dresden und die Naziszene

In den letzten Jahren entdeckte die Naziszene zunehmend die Möglichkeit, sich an dem 13.Februar in Dresden Öffentlichkeit zu verschaffen. 2 Mythen verschaffen der rechten Szene nach innen eine große Mobilisierungsfähigkeit und nach außen als Tabubrecher sich zu etablieren: Rudolph Hess und Dresden. Wunsiedel und Dresden sind derzeit die größten Mobilisierungspunkte der rechten Szene mit Aufmärschen von mehreren tausend Leuten. In beiden Mythen sieht die Neonaziszene einen Beweis für die Opferrolle Nazideutschlands in der Geschichte: nämlich in der vermeindlichen Unschuld und der vermeindlichen Ermordung von Rudolph Hess und der Bombardierung der vermeindlich unschuldigen Stadt Dresden. Der letztere Mythos ist der gefährlichere. Konnte die rechte Szene Anfang der Neunziger nicht mit ihrer Auschwitzleugnungskampagne punkten, versuchte sie in letzter Zeit auf die Anti-Hartz4-Proteste und die Selbstdefinierung Deutschlands als Opfer des 2.Weltkrieges aufzuspringen, was erfolgsversprechend zu sein scheint. Gerade in Ostsachsen hat die Naziszene eine breite Akzeptanz auch durch solche Themen erlangt. Natürlich wird dabei Auschwitz nicht vergessen. Auschwitz wird nicht mehr geleugnet sondern relativiert. So werden nach Goebbelscher Manier Wortgeschütze wie „Bombenholocaust“ und „Genozid am deutschen Volk“ aufgefahren oder von einer „Singularität von Dresden“ schwadroniert. Die Abgrenzung von solchen Positionen seitens der etablierten politischen Parteien ist zwar imbrünstig aber halbherzig. So ist die NPD auf kommunaler Ebene schon in vielen Stadträten Sachsens vertreten und dort akzeptiert, sodass z.B. antifaschistisches Engagement vor Ort als das eigentliche Problem angesehen wird, so in Pirna geschehen. Was auf kommunaler Ebene kungelt, steht sich seltsamerweise im sächsischen Landtag spinnefeind gegenüber. Dies mag wohl an überregionaler, ja auch internationaler Beachtung der braunen Wahlerfolge in Sachsen liegen, die das Projekt der geläuterten Nation ad absurdum zu führen scheinen. Das Abgrenzungsritual der etablierten Politik ist einzig und allein der Weltöffentlichkeit geschuldet. Dies ist auch der Trumpf, den die NPD in ihren Auftritten im sächsischen Landtag ausspielt, in dem sie sich als Tabubrecher aufspielt und das ausspricht was viele Deutsche denken.
Fazit

Am 60. Jahrestag der Bombardierung Dresdens marschierten über 5000 Nazis unter starkem Polizeischutz durch die Stadt. Die Größe des Aufmarsches zeigt seine Bedeutung innerhalb der rechten Szene und auch die Chance, die die Szene in dem Opfermythos sieht. Für eine antifaschistische Mobilisierung bedeutet dies, an diesem Tag sich den Nazis entgegen zu stellen und sich von jeglichem Betroffenheitsgehabe abzugrenzen. Statt zu betonen, dass Deutschland „auch“ gelitten habe, sollte an diesem Tag derer gedacht werden, die dem antisemitischen Rassenwahn der deutschen Nation zum Opfer vielen und derer, die ihr Leben hergeben mussten, um diesen Spuk zu beenden. Dazu gehören auch 55000 Piloten der Royal Airforce.
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Ergänzungen

DEMOS

Antifa 08.02.2006 - 15:02
::: Antifa-Demonstrationen :::

INFOS: venceremos.antifa.net

"Deutsche Täter_innen sind keine Opfer! Gegen jeden Geschichtsrevisionismus"

11. Februar 2006, Samstag
- Gegen Naziaufmarsch und Dresdner Opfermythos -
überregionale antifaschistische Demonstration
Start: 10 Uhr, Treff: Altmarkt Galerie, Dr.-Külz-Ring Ecke Seestraße

13. Februar 2006, Montag
- Gegen das offizielle Gedenken im Heidefriedhof -
regionale antifaschistische Demonstration
Start: 9.30 Uhr, Treff: Endhaltestelle Linie 3 "Wilder Mann"

coventrieren

tagmata 08.02.2006 - 15:16
"Im Nazijargon ist Dresden also „coventriert“ worden."

das britische synonym von "coventrieren" ist "to lubeck"

Patriotismus angreifen!!

RR 08.02.2006 - 15:20
"Deutsche Täter_innen sind keine Opfer! Gegen jeden Geschichtsrevisionismus"
=> DANN SCHMEIßt AG 17 von eurer Demo!! Dieser Aufruf ist der blanke Hohn!!

"Für Alliierte ist es schwer gewesen, im Zusammenhang mit der ?totalen Kriegsführung? Deutschlands und der Mobilisierung z.B. des ?Volkssturms?, die Unterscheidung zwischen Zivilbevölkerung und Soldaten noch treffen zu können. Auch ist bei einer absoluten Unterordnug der Wirtschaft Deutschlands unter militärische Belange kaum noch auszumachen, welche Industrieanlage und Infrastruktur militärisches Ziel ist und welche nicht. Es war auch bis kurz vor Kriegsende ungewiss, was für ein Mobilisierungspotenzial Deutschland noch besaß.
Jedoch wurden bei den Flächenbombardements absichtlich auf hohe Verluste unter der Zivilbevölkerung gesetzt. Die Logik des ?Coventrierens? ist vor allem von der Royal Airforce übernommen und als ?moral-bombing? benannt worden in der Annahme, Deutschland dadurch zermürben zu können. Der Historiker Frederic Taylor machte in seinem Buch ?Dresden? deutlich, dass es sich bei der Führung der Royal Airforce auch um sture Bürokraten mit engstirnigen Ansichten handelte. So wurden die Flächenbombardements auf die Einschätzung hin initiert, dass ?... die Deutschen schreckhaft zur Massenpanik neigen.? Leute wie Arthur Harris sammelten ihre ersten Erfahrungen in Kolonialkriegen und brachten von dort ein stigmatisierend rassistisches Weltbild mit, dass ein skrupelloses Vorgehen gegen zivile Ziele zuließ. So wurden schon in den Kolonialkriegen gegen Araber und Kurden Streubomben, Tretminen und Giftgas eingesetzt. Einen positiven Bezug auf solche Positionen hat einen Emanzipationsgehalt von null.
Arthur Harris erklärte zum Bombardement Dresdens lapidar:
?Dresden war eine Ansammlung von Munitionsfabriken, ein intaktes Verwaltungszentrum und ein Knotenpunkt für Transporte nach Osten. Nun ist es nichts mehr davon.?
Eine Zivilbevölkerung war ihm da scheinbar keine Erwähnung wert." ===>> ist das von der NPD???

Ist dieser gesamte Aufruf vielleicht ein Fake? So viele Widersprüche....

Bitte lesen und denken, statt Kindergarten!!!

AG17 08.02.2006 - 15:50
Fazit

Am 60. Jahrestag der Bombardierung Dresdens marschierten über 5000 Nazis unter starkem Polizeischutz durch die Stadt. Die Größe des Aufmarsches zeigt seine Bedeutung innerhalb der rechten Szene und auch die Chance, die die Szene in dem Opfermythos sieht. Für eine antifaschistische Mobilisierung bedeutet dies, an diesem Tag sich den Nazis entgegen zu stellen und sich von jeglichem Betroffenheitsgehabe abzugrenzen. Statt zu betonen, dass Deutschland „auch“ gelitten habe, sollte an diesem Tag derer gedacht werden, die dem antisemitischen Rassenwahn der deutschen Nation zum Opfer vielen und derer, die ihr Leben hergeben mussten, um diesen Spuk zu beenden. Dazu gehören auch 55000 Piloten der Royal Airforce.

Alles ganz ausführlich

@ Wikipedia 08.02.2006 - 17:32

Homepage AG17

egal 09.02.2006 - 09:25

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 5 Kommentare

Antifa AG17

Antifa erfurt 08.02.2006 - 15:25
Gibts ne Quelle zu dem Bericht?
Find es bescheiten das hier Erfurter Andifa kruppen in den Dreck gesogen werden

Super Aufruf!

(w³ö) 08.02.2006 - 16:32
Fetten Respekt an die Leute der AG17.

Endlich mal was vernünftiges, statt diesen permanenten unreflektierten Brei , welcher da jährlich zusammengeschustert wird. Nicht nur vor plumpen AD-Gebrabbel kuschen, sondern sich selber mal vernünftig positionieren, könnte einigen Gruppen gut tun.

Gegen den Opfermythos! Am 11.2. auf nach Dresden!

arme leute, war jemand nicht platt genug

antifas 08.02.2006 - 16:41
das ist ja wohl ein witz! lest euch den aufruf doch mal genau durch, es kann doch nicht sein,daß ihr wegen der erwähnung von sir arthur harris militärischer laufbahn und dem zitieren einer seiner aussagen sofort behauptet wird,die npd hätte gepostet! das ist ein super differenzierter, anti-deutscher aufruf jenseits irgendwelcher antideutschen prollo-hools, die es immer platt und schwarz-weiß brauchen. mann,das fast alle deutschen damals nazi-verbrecher waren, heißt doch nicht, daß sie nicht trotzdem unbewaffnete zivilisten gewesen sein können. und über irgendwelche flüchtlinge,die abgekratzt sind, muß man doch nicht permanent abfeiern,es reicht doch,wie es der aufruf auch 1a macht, die gründe und also offensichtlich berechtigten und gerechtfertigten motivationen, zu bombardieren,hervorzuheben. siehe erster teil, im übrigen ist die aufzählung der kriegswichtigen ziele, daß klemperer-dresden-zitat etc. eine eindeutige positionierung gegen den dresden-kränze-mob. lest dann noch die letzte zeile und fragt euch,wer ihr seid, daß ihr den ausschluss einer (endlich mal) differenziert und fit argumentierenden gruppe fordert!!!!!!

a 08.02.2006 - 16:52
rr mit "blanker hohn" und npd-vorwurf und sonst nur kopiertem originaltext bleibt stehen und "antifas" stellt keine inhaltliche ergänzung dar?????????????????????????

nicht schlecht

leser klaus 09.02.2006 - 18:42
der aufruf ist echtmal perfekt. kritisch, informativ und aussagekräftig.
bin positiv überrascht. auch freut mich die aussage "ag17 ist kein theoriezirkel" auf der homepage, vielleicht gehts ja endlich mal wieder vorran in thüringens hauptstadt. geht ja sonst nicht soo viel, abgesehen vom 16.4. und dem haus, war bzw. ist natürlich beide spitze. viel erfolg! :-)