Sicherheitskonferenz 2006: Zensur findet statt
Sicherheitskonferenz 2006: Zensur findet statt
Polizei diktiert Inhalte und Form der Gegenveranstaltungen
Polizei malträtiert und zensiert Demonstration gegen die Nato-Sicherheitskonferenz und inhaftiert etwa 60 TeilnehmerInnen. Etwa einem Drittel der Inhaftierten wird zur Last gelegt, Rumsfeld durch die Parole „Rumsfeld Massenmörder“ beleidigt zu haben. Bayerischer Verwaltungsgerichtshof weist Teile des Auflagenbescheides zurück.
Polizei diktiert Inhalte und Form der Gegenveranstaltungen
Polizei malträtiert und zensiert Demonstration gegen die Nato-Sicherheitskonferenz und inhaftiert etwa 60 TeilnehmerInnen. Etwa einem Drittel der Inhaftierten wird zur Last gelegt, Rumsfeld durch die Parole „Rumsfeld Massenmörder“ beleidigt zu haben. Bayerischer Verwaltungsgerichtshof weist Teile des Auflagenbescheides zurück.
Polizei verhindert Meinungsäußerung
Die offensichtlich von offizieller Seite ungewollte Meinungsäußerung „Rumsfeld Massenmörder“, führte zu Prügel- und Pfeffergaseinsätzen und etlichen Ingewahrsamnahmen (ca. 20 Personen) Damit spielt sich die Polizei zur Zensurbehörde auf. Diese Äußerung zielt nicht auf die Beleidigung der Person Rumsfeld, sondern auf seine Funktion als Kriegsminister ab.
Polizei verbreitet Chaos und Angst
Wie immer frisiert die Polizei Ihre Festnahmestatistik nach oben - und damit die angebliche Anzahl von vermeintlichen Gewalttäter. Der Trick: Regelungen des Versammlungsrechts werden übermäßig repressiv ausgelegt. Etwa ein Drittel der Verhaftungen wurden so erst durch den Einsatz der Polizei verursacht.
Angriffe gegen Lautsprecherwagen
Nachdem die Auflage des KVR, der Polizei jederzeit Zutritt zum Lautsprecherwagen zu ermöglichen, gerichtlich abgewiesen wurde, schaffte die Polizei Fakten, indem sie unter fadenscheinigen Begründungen mehrmals Lautsprecherwagen angriff und durchsuchte.
Kesselzug und Kesselzwang
Die Demonstration wurde durch einen mehrreihigen Polizeikordon von der Umgebung gewaltsam abgeschirmt. Etliche TeilnehmerInnen wurden am Verlassen oder Betreten der Demonstration gewaltsam gehindert und damit rechtlich de facto in Polizeigewahrsam genommen. Dieses Verhalten der Polizei wurde bereits in etlichen Urteilen etwa des Bundesverfassungsrichts als rechtswidrige Freiheitsentziehung gerügt.
Kreisverwaltungsreferat unterliegt vor Gericht
Die Praxis des Kreisverwaltungsreferats durch bis zu 17-seitige Auflagenbescheide Versammlungen weit über jeden rechtlichen Rahmen einzuschränken wurde vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof endlich ein Riegel vorgeschoben. Insbesondere Regelungen mit denen das Referat de facto das Strafgesetzbuch unzulässig ausweiten wollte, wurden vom Gericht als unzulänglich und zu unbestimmt abgelehnt.
Klagewellen der letzten Jahre ändern rechtswidrige Polizeipraxis
Die Klagen der letzten Jahre – unterstützt durch die Rote Hilfe e.V. - und die richterliche Feststellung der Rechtswidrigkeit etlicher Ingewahrsamnahmen, führten endlich zu einer Anpassung der Polizeipraxis. Insbesondere die schikanösen und überlangen Haftzeiten, die ohne richterliche Überprüfung stattfanden. Gegen etwa 22 Uhr wurden die letzten Personen freigelassen. Jedoch ist auch die Praxis, die Ingewahrsamgenommenen bis nach der Versammlung hinter Gitter zu sperren eindeutig nach geltender Rechtssprechung rechtswidrig. Wir werden auch gegen diese ungesetzliche polizeiliche Eigenermächtigung vorgehen.
Paula Schreiber, Pressesprecherin der Roten Hilfe e.V. Ortsgruppe München stellt fest: „Die polizeiliche Praxis bei jeder Versammlung mit Schlagstock und Pfefferspray gegen die TeilnehmerInnen vorzugehen, und einige dutzend TeilnehmerInnen unter fadenscheinigsten Begründungen festzunehmen, dient lediglich der Aufrechterhaltung eines von der Polizei selbst geschaffenen Gefahrenbildes. Die Gewalt geht zu aller erst von der Polizei aus.“
Paula Schreiber
Pressesprecherin Rote Hilfe München e.V. / Ermittlungsausschuss München
Die offensichtlich von offizieller Seite ungewollte Meinungsäußerung „Rumsfeld Massenmörder“, führte zu Prügel- und Pfeffergaseinsätzen und etlichen Ingewahrsamnahmen (ca. 20 Personen) Damit spielt sich die Polizei zur Zensurbehörde auf. Diese Äußerung zielt nicht auf die Beleidigung der Person Rumsfeld, sondern auf seine Funktion als Kriegsminister ab.
Polizei verbreitet Chaos und Angst
Wie immer frisiert die Polizei Ihre Festnahmestatistik nach oben - und damit die angebliche Anzahl von vermeintlichen Gewalttäter. Der Trick: Regelungen des Versammlungsrechts werden übermäßig repressiv ausgelegt. Etwa ein Drittel der Verhaftungen wurden so erst durch den Einsatz der Polizei verursacht.
Angriffe gegen Lautsprecherwagen
Nachdem die Auflage des KVR, der Polizei jederzeit Zutritt zum Lautsprecherwagen zu ermöglichen, gerichtlich abgewiesen wurde, schaffte die Polizei Fakten, indem sie unter fadenscheinigen Begründungen mehrmals Lautsprecherwagen angriff und durchsuchte.
Kesselzug und Kesselzwang
Die Demonstration wurde durch einen mehrreihigen Polizeikordon von der Umgebung gewaltsam abgeschirmt. Etliche TeilnehmerInnen wurden am Verlassen oder Betreten der Demonstration gewaltsam gehindert und damit rechtlich de facto in Polizeigewahrsam genommen. Dieses Verhalten der Polizei wurde bereits in etlichen Urteilen etwa des Bundesverfassungsrichts als rechtswidrige Freiheitsentziehung gerügt.
Kreisverwaltungsreferat unterliegt vor Gericht
Die Praxis des Kreisverwaltungsreferats durch bis zu 17-seitige Auflagenbescheide Versammlungen weit über jeden rechtlichen Rahmen einzuschränken wurde vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof endlich ein Riegel vorgeschoben. Insbesondere Regelungen mit denen das Referat de facto das Strafgesetzbuch unzulässig ausweiten wollte, wurden vom Gericht als unzulänglich und zu unbestimmt abgelehnt.
Klagewellen der letzten Jahre ändern rechtswidrige Polizeipraxis
Die Klagen der letzten Jahre – unterstützt durch die Rote Hilfe e.V. - und die richterliche Feststellung der Rechtswidrigkeit etlicher Ingewahrsamnahmen, führten endlich zu einer Anpassung der Polizeipraxis. Insbesondere die schikanösen und überlangen Haftzeiten, die ohne richterliche Überprüfung stattfanden. Gegen etwa 22 Uhr wurden die letzten Personen freigelassen. Jedoch ist auch die Praxis, die Ingewahrsamgenommenen bis nach der Versammlung hinter Gitter zu sperren eindeutig nach geltender Rechtssprechung rechtswidrig. Wir werden auch gegen diese ungesetzliche polizeiliche Eigenermächtigung vorgehen.
Paula Schreiber, Pressesprecherin der Roten Hilfe e.V. Ortsgruppe München stellt fest: „Die polizeiliche Praxis bei jeder Versammlung mit Schlagstock und Pfefferspray gegen die TeilnehmerInnen vorzugehen, und einige dutzend TeilnehmerInnen unter fadenscheinigsten Begründungen festzunehmen, dient lediglich der Aufrechterhaltung eines von der Polizei selbst geschaffenen Gefahrenbildes. Die Gewalt geht zu aller erst von der Polizei aus.“
Paula Schreiber
Pressesprecherin Rote Hilfe München e.V. / Ermittlungsausschuss München
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
SIKO-Demos und kein Ende der Spirale...
Jedes Mal zur NATO-Sicherheitskonferenz spielt die Polizei in München Ausnahmezustand. Jedes Jahr richtet sich die Polizeistrategie auf ein "sehr wahrscheinliches" Krawallszenario ein und bereitet Medien früh darauf vor, welche wiederrum die Bürger vor einem Shoppingsamstag in der Landeshauptstadt warnt.
Resultat: Protet gegen die SIKO endet in Polizeigewalttrainingslager / Medien bestätigen Polizei in der Vermutung, dass wieder Gewalttäer angereist sind / Einzelhandel rechnet mit mehr als 50 % Umsatzeinbußen / und die Bürgers wissen nun warum es wieder gut war, zu Hause geblieben zu sein.
Auswege die Spirale aus Polizeiwillkür-, gewalt und kontrolle zu durchbrechen scheinen vergebens. Also was tun?
Demonstrationen werden im Vorfeld durch die Polizei kriminalisiert und dienen ihr somit als legitimes Angriffsziel. Ob nun wegen Seitentranspis, unschöner Parolen oder blöder Mukke...
Dezentrale Aktionen sind in der Aussenwirkung einfach schlecht, wenn man denn dezentrale Action als Kundgebung aufzieht. Solche Aktionen waren eigentlich eine Antwort auf Demoverbote und sind militanter Natur.
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So kann es jedenfalls nicht weitergehen, was auch am kontinuierlichen absteigeneden Demoteilnehmern zu sehen ist. Der einzige Weg ist auf jeden Fall, die Spirale aus Polizeihetze, Medienmanipulierung und Bürgerverschrecken zu durchbrechen. Oder einfach mal ein Jahr Pause machen und die 4000 Bullen alleine lassen.
Ich war nicht dort
Das ist keine Demonstration mehr, das ist eine Manifestation der Angst und Hoffnungslosigkeit. Jedes Mal bin ich depressiv und niedergeschlagen von dort gekommen. Und zu der ganzen Repressionsorgie kommt dann montags auf dem Weg zur Arbeit noch die zynische Erkenntnis, daß immer noch überall die Lichterketten leuchten von den Banken, Geschäften und Straßen, von diesem Mechanismus deren Wortführer diese Rumsfelds und Merkels doch nur sind. Ich frage mich schon lange, was diese Events am Schluß überhaupt noch übrig lassen - nach Genua mussten etliche Mitstreiter gar in psychologische Behandlung. Ändern tut sich nix außer einem undefinierbaren, steigenden Unbehagen, das langsam wächst und sich zu einem bedrohlichen Potential ungelenkter sozialer Sprengkraft zusammenzuballen scheint.
Ich werde mir auch in Zukunft derartigen Frust nicht mehr reinziehen. Ich gebe völlig offen zu, daß wir hier unterlegen sind und mit bloßer Gewalt von der Straße gefegt werden, niemand interessiert sich dafür (als Schutz muß ich für die "Normalos" feststellen, daß sich auch niemand dafür interessiert, wenn sie einzeln und allein in der Firma weggeschoben werden - das ist halt Grundzustand, so what?). Auch nach Heiligendamm nächstes Jahr fahre ich nicht. Sollen die Bullen dort bloß warten: wir haben hier in der Stadt Banken, Geschäfte und Straßen - ein paar Kilometer weit weg ist das McDonalds an der Autobahn. Es gibt hier Zeitarbeitsfirmen, Gentech-Anbau und Mercedes-Händler. Wir haben hier vor Ort alles, um einen wunderschönen G8-Widerstand aufzuziehen.
Denen da oben sei dabei gesagt: wenn ihr unsere Versammlungen derart angeht, dann werden wir euch schon noch beibringen, wer hier wen im Griff halten kann. Freut euch auf den nächsten Frühling!
auch zensur
spirale??
Was hatten wir in den letzten jahren?:
2002 war die Demo verboten und es gab üble kessel und massen ingewahrsamnahmen. Den Inhaftierten wurden durchgägnig telefonate etc. verweigert. Ingewahrsamnahmen dauerten tlw. weit länger als legal...
2003 war die demo gigantisch (irak krieg)... dafür wurde danach das convergence center gestürmt und wir (die kapu-fraktion) wurden geizeltes opfer der gewalt. Für die Inhaftierten sahs immernoch recht übel aus...
2004 Demo komplett im Korridor... immerwieder Greiftrupps der Bullen in die Demo, Convergence center wurde entweder 04, oder 05, oder beides im vorfeld durchsucht. Im anschluß gabs ne halbe verhaftungsorgie in der Innenstadt. Die inhaftierten kriegten überwiegend das recht auf telefonat gewährt... und raus kamen fast alle in angemessener Zeit. Naja, dann war da noch der österreichischen genossen (mit migrations hintergrund), der misshandelt wurde und in U-haft gelandet ist... aber das würde ich nicht in den kontext der systematischen strategien gegen die demo stellen.
2005 Demo komplett im Korridor, einzelne greiftrupps, aber zumindest der Internartionalistische Block wächst angesichts der Repression immer stärker zusammen.. so gingen wir komplett in reihen. Daraufhin gabs mehrere versuche vom USK ne Kette durch die Demo zu ziehen...
2006 Die Freitagsdemo war..naja, schon fast erschreckend deeskalativ... beim antikapitalistischen abendspaziergang nur ne handvollbullen, die überhaupt nen helm dabei und kampfmontur anhatten (die veranstaltung wurde im vorfeld von den bullen extrem kriminalisiert!!)... Samstags dann die Lauti-durchsuchungen und die versuche am anfang... am Hauptbahnhof dann der letzte versuch dem internationalistischen Block die Seitentranspis zu zocken, was allerdings nicht wirklich durchgesetzt wurde !!! .. soweiso war es fast durchgängig möglich den Block zu verlassen. Die Demo spitze und meines wissens (war nicht hinten) der schluss der demo waren komplett ohne korridor unterwegs. Zudem fand ich die Zahl der Verhaftungen im vergleich zu den Vorjahren recht gering.
Ich will das verhalten der Bullen nicht schönreden (hab selber schon in münchen eingesessen), aber die verhältnisse für uns werden ehr besser als schlimmer. Ich find dieses ewige gejammer, dass alles noch viel schlimmer wird brauchts echt nicht! Damit machen wir uns doch unglaubwürdig.
frage:
weiss jemand bescheid ob es seiten gibt auf denen man sich ein bild der lage machen kann?
kleine ergänzungen
2003 wurde das cc nicht nachher, sondern während der proteste gestürmt (nach auf samstag).
(die orga hat aber eine nette ersatzlocation aufgetan, wo sich zumindest aufgewärmt und korrektes frühstück genossen werden konnte; wenn man so lieb empfangen wurde, konnte einem das dreckige wetter auch nix mehr ausmachen... meine springer konnt ich nachher wegschmeißen, das war echt brutalstes demowetter, schlimemr war nur einmal in meiner jugend, als wir in nem schneesturm den lautiwagen schieben mußten, weil der diesel krepiert war.. ;-))
Fotos
@auch zensur
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Wer die Verhältnisse in Bayern kennt, ... — ...
Haha — pfffff
Bescheuert! — Dabeigewesener
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