Aktion zum 27.Januar in Berlin

Hanna Fischer 28.01.2006 23:30 Themen: Antifa
Anlässlich des 61.Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee, gedachten am 27.Januar etwa 15 Antifaschist_innen in der Altstadt des Berliner Bezirks Köpenick den Opfern der Shoa. Thematisiert wurden die Synagoge in der Freiheit 8, die am 9.November 1938 von SA-Männern und der deutschen Bevölkerung niedergebrannt wurde und das ehemalige jüdische Kaufhaus Cohn in der Grünstraße 24, welches arisiert wurde. Deren Inhaber beging Selbstmord und seine Familie floh nach Brasilien. Es wurde dann am 2.Septemer 1936 unter der Überschrift "jetzt in arischer Hand" von den Nationalsozialisten wiedereröffent.
Ein paar Leute positionierten sich mit einem Transparent vor dem Grundstück der ehemaligen Synagoge, währenddessen verteilten Andere mehrere hundert Flugblätter in die Briefkästen eines großen Teils der Altstadt. Vor der Synagoge wurde anschließend ein Kranz und Blumen niedergelegt.
Nebenbei wurden Plakate verklebt, um die Bevölkerung auf unser Anliegen aufmerksam zu machen.
Von der Synaoge aus liefen die Antifas in die Grünstraße 24, wo sich früher das jüdische Kaufhaus Max Cohn befand, hier wurde ein zweiter Kranz niedergelegt und in der Apotheke, die sich jetzt im Haus befindet, ein Schild ausgehangen (wofür wir uns hiermit noch einmal bedanken wollen, dass uns das gestattet wurde), auf dem nachgelesen werden kann, welche Geschichte dieses Haus hat. Ebenfalls wurde mit dem Transparent und Flugblättern auf die Geschichte Jüdischen Lebends in Köpenick, bis in zu deren Auslöschung, hingewiesen.
Hanna Fischer, die Pressesprecherin des Antifaschisten Aufstand Köpenick, erklärt hierzu: "Es ist immer wieder wichtig auf das deustche Vernichtungsprojekt aufmerksam zu machen und dessen Opfern zu gedenken. Es darf nie aus dem Auge geraten wer die Shoa und den Zweiten Weltkrieg zu verantworten hat und die Konsequenz daraus, die Verteidigung gegen Antisemtismus von Jüdinnen und Juden anzuerkennen und in wie weit es möglich ist, auch zu unterstützen."


Das verteilte Flugblatt:

"Heute vor 61 Jahren wurde Auschwitz von der Roten Armee befreit. Das Konzentrationslager Auschwitz steht als Synonym für den systematischen, industriell durchgeführten Massenmord der Deutschen an den europäischen Juden, kurz Shoa. Wir nehmen diesen Tag zum Anlass um allen Opfern des Nationalsozialismus zu Gedenken. Das diese deutschen Verbrechen auch im Bezirk Köpenick begangen wurden ist wohl unumstritten. Um den Opfern ein würdiges Gedenken zu ermöglichen, wollen wir an ihre Schicksale erinnern, und gegen den anhaltenden und sich immer mehr etablierenden Geschichtsrevisionismus vorgehen.

Am 21. Juni 1933 begann eine der brutalsten Aktionen der Nationalsozialisten im Bezirk, die mit dem Namen "Köpenicker Blutwoche" traurige Berühmtheit erlangte. Horden der SA zogen zu dieser Zeit durch die Straßen und verschleppten ihnen bekannte Jüdinnen und Juden, sowie vermeintliche und tatsächliche politische Gegner (Kommunisten, Sozialdemokraten,...) und andere, in ihre Schlägerlokale wo sie diese auf brutalste Art und Weise folterten und quälten, was für die Betroffenen nicht selten mit dem Tot endete. Es wird davon ausgegangen das mehr als 500 Menschen Opfer dieser Gewaltorgie wurden, wovon ca. 90 starben.

Am 9. November 1938 wurde, wie andernorts auch, die örtliche Synagoge von SA-Leuten und normalen Deutschen verwüstet, demoliert und in Brand gesetzt. Bezeichnend ist, dass es zu diesem Zeitpunkt keinerlei Protest seitens der Anwohner gab, sogar dem wütenden Mob geholfen wurde. Polizei und Feuerwehr griffen nicht ein, sondern beschränkten sich darauf die Flammen nicht übergreifen zu lassen. Der Synagogenbau, der in der Freiheit 8 stand, war am 25. September 1910 eingeweiht worden und war sozialer und kultureller Treff, der in Köpenick lebenden Jüdinnen und Juden. Aber auch Geschäfte und andere Orte jüdischen Lebens sind in dieser Nacht angegriffen worden, so wurden z.B. bei zahlreichen Geschäften die Schaufenster eingeschlagen bzw. wurden diese geplündert.
Zu der wilden und brutalen Verfolgung auf der Straße kam die systematische und gesetzlich legitimierte Ausgrenzung erschwerend für die Betroffenen hinzu.
Der am 1. April 1933 organisierte Boykott jüdischer Geschäfte hatte zur Folge, dass vor den Läden SA-Leute standen, die den Kunden den Zugang verwehrten und die Deutschen aufforderte "Kauft nicht bei Juden". Später wurden diese Läden den Besitzern weggenommen, bzw. sie wurden gezwungen ihre Geschäfte und Handwerksbetriebe zu verkaufen. Sie sollten in "arische" Hände kommen. Ein für Köpenick populäres Beispiel war das "Kaufhaus Max Cohn", das 1936 Cohn’s Nachfolger Georg Hirschfeld gehörte und durch Arisierung an Erich Ahrend ging, der freudig auf Werbeschildern verlautbaren ließ: "Kaufhaus Max Cohn jetzt in arischer Hand!" Von solchen Maßnahmen waren im Bezirk mehr als 36 Geschäfte nachweißlich betroffen, in Gesamtberlin ca. 1200. Im Laufe der Zeit wurden die Beschränkungen, Verbote und Zumutungen gegenüber Jüdinnen und Juden immer penetranter. Zahlreiche gesetzliche Maßnahmen wie Berufsverbote, Zwangsnamen und Verbote von Eheschließungen waren nur die Vorstufen zum größten Verbrechen an der Menschheit, die Shoa. Seit 1941 mussten Menschen jüdischen Glaubens einen gelben Stern tragen und es war ihnen verboten auszureisen. Die deutsche Mordmaschinerie begann: Überall im Einzugsbereich der Nationalsozialisten wurden jüdische Menschen deportiert, z.B. am 6. Juni 1942 als die Deportation der ersten Köpenicker Juden und Jüdinnen aus dem Altersheim in der Mahlsdorfer Str. begann.
Bis zum Ende des Nationalsozialismus fanden mehr als sechs Millionen jüdische Menschen aus ganz Europa in den Vernichtungslagern den Tod.

Für uns sind die Opfer von damals, Verpflichtung für heute, damit sich so etwas niemals wiederholt. Für uns gibt es daher nur eine Konsequenz:

Antisemitismus bekämpfen. Nie wieder Deutschland."
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ja bitte löschen — a-team

kein — ich

immer löschen? — versteh ich nich

mh...voll der rassist -_- — WinNy tHe pOOh