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Angst vor mehr Terror nach Hamas-Wahlsieg

peacenik 27.01.2006 13:32
Die Hamas hat in Palästina die aboslute Mehrheit geholt. "Demnach erhält die Hamas 76 der 132 Mandate. Die vom ehemaligen Palästinenserführer Jassir Arafat gegründete Fatah, die bisher regierte, kommt nur noch auf 43 Sitze. Die übrigen Sitze gingen an unabhängige Kandidaten und kleinere Listen."
zitat aus:
 http://www.n-tv.de/627581.html

weiter....
Die Hamas hat in Palästina die aboslute Mehrheit geholt. "Demnach erhält die Hamas 76 der 132 Mandate. Die vom ehemaligen Palästinenserführer Jassir Arafat gegründete Fatah, die bisher regierte, kommt nur noch auf 43 Sitze. Die übrigen Sitze gingen an unabhängige Kandidaten und kleinere Listen."
zitat aus:
 http://www.n-tv.de/627581.html

siehe auch:

 http://memri.org/bin/latestnews.cgi?ID=SD107906

Die europäischen Staaten üben sich in halbgarer Distanzierung. Lächerlich erscheint dies angesichts der Tatsache, dass mit Entwicklungshilfegeldern die Hamas jahrelang unterstützt wurde. Lächerlich ebenfalls, dass Boykotte von israelischen Einrichtungen inzwischen Staatstragend v.a. in sozialdemokratischen Regierungen, z.B. in Norwegen und ohnehin in vielen "linken" Institutionen Konsens sind.
Siehe dazu:
 http://www.steinbergrecherche.com/kritikanisrael.htm

Die Hamas wird dagegen oft wegen ihrer Sozialpolitik gelobt und ihr zutiefst antisemitischer und brutaler Charakter als Konsequenz israelischer Politik verharmlost.
Allenortens pessimistisch sind die Optionen des Friedensprozesses:
Möglicherweise weiten sich die Differenzen zwischen Hamas und Fatah zu weiterem Terror an palästinensischen Minderheiten aus, ein offener Krieg gegen Israel ist in der Charta der Hamas wie in der überwältigenden Zustimmung von einer gewaltigen Mehrheit der wählenden 95 % der Bevölkerung weitgehend sicher. Im Westjordanland kam es zu ersten Schußwechseln zwischen Fatah- und Hamasmitgliedern.

Wie sich Europa dazu verhält bleibt spannend, möglicherweise sieht man nun die Felle davonschwimmen, die Behauptung, man halte es mit den "fortschrittlichen Kräften" in Palästina hat sich angesichts der Vehemenz der Wahlentscheidung für die islamistische Terrororganisation wohl ein für alle Mal blamiert.

Angesichts dessen, dass die Hamas nahezu ausschließlich vom iranischen Regime finanziert wird, wächst auch die Gefahr eines Zweifrontenkrieges, aber auch die Chance, mit einem wie auch immer gearteten Sturz des iranischen Regimes auch die Hamas entscheidend zu schwächen. Der finanzielle Krieg hat bereits mit dem Einfrieren von Konten und mit dem Abzug von Devisen von Seiten des Iran und der Hamas begonnen.
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Ergänzungen

Tschuldige

peacenik 27.01.2006 - 14:00
Hi

Bitte den Link zur Steinbergrecherche nicht ernstnehmen, der schreibt doch gar zu wirr, habs zu spät gemerkt.

 http://de.wikipedia.org/wiki/Kristin_Halvorsen

ist knapper und objektiver.

Sorry

Am Israel chai!

sehe das differenzierter...

X 27.01.2006 - 14:10
Ich bin der Meinung das trotz ihrem völkischen Charachters die Hamas auf Dauer eher für Frieden sorgen wird, und zwar aus diesen Gründen:

1. Verantwortung
Die Hamas kann jetzt nicht mehr irgendwelche Zivilisten umbringen und erwarten, dass die palästinensische Bevölkerung bzw. die Fatah dafür grade steht. Jeder Vergeltungsangriff der sich aus einem Attentat der Hamas ergibt, wird der Hamas angelastet werden, und zwar von den Palästinensern. Das bedeutet, dass der politische Arm der Hamas den militanten bändigen muß, will sie wieder gewählt werden!

2. Notwendige Umstrukturierung
Was der durchschnittliche Palästinenser brauch ist nicht "Blut und Boden", sondern eine vernünftige Trinkwasserversorgung und andere zivile Infrastrukturen. Folglich wird sich die Hamas nun primär um zivile und weniger um militärische Dinge kümmern müssen, dies stärkt die Gemäßigten.

3. Änderung der Satzung
Will man aber diese Infrastruktur realisieren, muß man mit der Außenwelt, also zB mit Israel, kommunizieren. Kommunizieren bedeutet Kompromisse einzugehen. Auch das bedeutet, das man einseitige Militanz und infantile Vernichtungsdrohungen aufgibt.

Aber nicht nur Israel, sondern auch Palästina wird etwas davon haben. Die Hamas wird sicherlich besser in der Lage sein, für die Grundbedürfnisse der Menschen zu sorgen als die korrupte, nur auf sich selbst fixierte Fatah.
Auch hat Israel warscheinlich mehr Respekt vor der Hamas als vor der Fatah, was dazu beitragen wird das einmal geschlossene Abmachungen auch von israelischer Seite eingehalten werden.

Wichtig ist jetzt, nicht die Hamas und Palästina zu isolieren sondern sie so zu integrieren, dass sie ihren Terror aufgibt.

Es könnte also das Ende dieses Konflikts sein, wenn jetzt nicht irgend ein Idiot auf nem Egotripp scheiße baut.

seufz

gelangweilt 27.01.2006 - 14:50
also da unten gibt es einen Konflikt zwischen zwei Konfliktparteien, die auf dem gleiche Fleck Erde Staat machen (wollen). Das ist traurig und brutal. Warum bekommen wir auf indymedia die Kriegspropaganda der einen Partei, quasi ungefiltert von der israelischen Botschaft, serviert. Das ist ungeheuer langweilig. Warum nicht gleich einen link zur israelischen Botschaft setzen, dort kann man alles viel besser nachlesen.

demokratie

tagmata 27.01.2006 - 15:01
"Angesichts dessen, dass die Hamas nahezu ausschließlich vom iranischen Regime finanziert wird, wächst auch die Gefahr eines Zweifrontenkrieges, aber auch die Chance, mit einem wie auch immer gearteten Sturz des iranischen Regimes auch die Hamas entscheidend zu schwächen."

yeah genau, "demokratie im nahen osten" - DAS kommt dabei raus, war ja ne demokratisch ziemlich saubere wahl (da beklagt sich ehud olmert völlig zu recht). demokrate allein reicht halt nicht; sollten wir ja seit 1933 wissen.

jedenfalls stimmt der hamas-iran link so nicht, aber so was von garnicht. die lieblingsgruppe irans ist immer noch die hisbollah (hizb-u'-(a)llah, "partei gottes"). iran sponsort nun alles, was sich gegen israel richtet, das ist nicht neu, aber die wichtigste rückendeckung der hamas kommt eher aus der sunnitischen community: die muslimbrüder in ägypten zum beispiel, oder auch unser freund und verbündeter saudi-arabien. hamas ist sunnitisch dominiert, iran sind schiiten (oder für fromme sunnis: bilderverehrende götzenanbeter). klar, nem geschenkten gaul schaut man nicht ins maul, aber die entscheidenden strippenzieher hinter der hamas kommen aus der sunnitischen, insbesondere wahhabitischen community (does the name sayyed qutb ring a bell?). insofern ist hamas vielleicht osamas lieblingsterrorgruppe, aber nicht ahmedinejads.

und von einem "wie auch immer gearteten sturz des iranischen regimes" auszugehen ist momentan etwas eitel. dieses regime ist nämlich gerade regional dermaßen im aufwind, nachdem hiermit schon die 2. regierung in 2 jahren auf einen stramm islamistischen kurs eingeschwenkt ist (wenn auch diesmal eine sunnitisch dominierte, aber daß die lunatic fringe der beiden großen islamischen strömungen durchaus mal problemlos zusammenarbeiten kann, hat sich im irak zu genüge gezeigt). hätten bush und konsorten ihren infantilen versuch, den nahen/mittleren osten zu "demokratisieren", ohne vorher eine angemessene gesellschaftliche grundlage zu schaffen, nicht unternommen, hätten wird dieses schlamassel jetzt nicht am arsch (mit "gesellschaftliche grundlage" meine ich primär ordentlich taghrib oder falafel im magen, kohle in der tasche, n internetcafe um die ecke und ne perspektive für die zukunft OHNE daß dauernd rumgeballert wird. die irakis und palis sind ja sehr wohl fähig, und waren das schon längst, allen formalia eines demokratischen prozesses genüge zu tun - allein, wer von der sozioökonomischen und politischen schieflage profitiert hat, ist mittlerweile hoffentlich dem dümmsten klar). "demokratie", "frieden" sowie "freiheit" sind alles grundverschiedene dinge, und bloß weil wir die (angeblich) im dreierpack aufgetischt bekommen, ist das noch längst nicht generalisierbar. analog zu deutschland 1930 könnte man sagen: so wie die vom leben, der regierung und der weltpolitik gefickten sich damals schlicht n braunhemd überzogen, machen sie's jetzt da unten mit nem weißkittel oder ner grünen basecap. und wenn irgendwelche fundispacken über "demokratische wahlen" schneller und leichter an die macht kommen, dan machen sie's halt. danke dubya für deinen selbstlosen einsatz für die demokratie im nahen osten.

und nun? wie es aussieht werden die rechtsradikalen kräfte in israel bei den wahlen dort ordentlichen auftrieb kriegen: netanyahu triumphiert ja bereits, sagt: das mit gaza war ne scheißidee, habs ja immer gesagt... womit er ausnahmsweise mal recht hat: es WAR eine scheißidee, ausgerechnet das ärmste und verschissenste palästinensische gebiet, mit einer porösen grenze und ohnehin bereits endemischem fundamentalismus, als erstes zu übergeben. n nettes fleckchen west bank, ne kleinstadt und ein paar käffer hätten es ja auch getan, aber nee, ariks letzter coup war auch sein kapitalster fehler (er ist ja vorher echt mit fast jeder nummer durchgekommen, egal wie outrageous. so ne art israelischer helmut kohl der mann).

und mal ganz nebenbei: durch was willst du das tehraner regime denn bitte auswechseln? die paar kommies, die da in den bergen rumhängen? falls es dir entgangen ist, ahmedinedjad hat ziemlich schnell nach amtsantritt gründlich aufgeräumt mit den reformistischen beamten und ministern, mit tatkräftiger unterstützung des wächter- und des sicherheitsrats (des iranischen, nicht des welt-. diese leute, die das nuklearprogramm organisieren halt). da sind jetzt größtenteils leute am ruder, die ihre karriere unter khomeini begonnen haben, und der rest denkt zumindest genau so. mit anderen worten, die probleme, ex-ba'ath-folterer als bullen einzustellen, die es im irak gab, würden sich im iran nach einem sturz des regimes in verschärfter form präsentieren, weil noch mehr leute mit dem nötigen knowhow als damals im irak eine ziemlich üble einstellung haben. es gibt einfach keine für irgendwelche potentiellen regimewechsler akzeptable zivile opposition von nennenswertem ausmaß (also grassrootsgruppen gibt es, aber die hierarchisten in washington haben diese option ja schon im irak sträflicherweise mißachtet. demokratie wird fpür diese leute aufoktroyiert; naja, wie "gut" das funktioniert und wie eifrig autoritäre gruppen auf den zug aufspringen können hat man eben im irak "wunderbar" geführt bekommen).

daß ahmedinejad mehr ist als nur ein verkackter dummschwätzer oder ein hübsches grab irgendwo in tehran geht einzig und allein auf die kappe einer personengruppe: g. w. bush, und seine unfähigen minister und berater. diese idioten haben statt vorausschauend zu arbeiten lieber ihre zeit damit vertrödelt, den von tehran gestützten kräften den weg an die macht im irak freizubomben und das land zu einem spaßigen truppenübungsplatz für die nächste terroristengeneration gemacht. ich hasse sie dermaßen für die scheiße, in die sie unsere kollektiven ärsche reingeritten haben - vor allem zu einer zeit, wo es weißgott wichtigeres zu tun gibt, als babysitter für irgendwelche gelangweilten mittelschichtblagen zu machen, die unbedingt im irak rambo spielen lernen wollen.

regimewechsel my ass. statt in irgendeinem neokonservativen nephelokokkygistan die welt zugrundegehen zu lassen, wäre es vielleicht mal angebracht, alles dranzusetzen, daß es gelingt, in dieser angelegenheit den ball flachzuhalten. nehmen wir mal an, der iran wollte tatsächlich keine atomwaffen: die offensichtliche unfähigkeit des "westens", ihnen irgendwie an den karren zu pinkeln, dürfe jedem den es dort interessiert klargemacht haben, daß das eine machbare option ist, denn: von wem, und wie, sollten sie dran gehindert werden können?

(die ölreserven kuwaits - auch ein fundamentalistisches land übrigens, und ein ziemlich eifriger terroristensponsor, mittelbar und unmittelbar, auch und insbesondere für die hamas - wurden offenbar von der dortigen regierung auf das vierfache der tatsächlich vorhandenen hochgeschönt, damit sich die usa weiterhin schön zum affen machen. ist aber jetzt aufgeflogen)


anyways, hier noch ein paar ergebnisse (alle vorläufig und in % der gültigen stimmen, dh für die wirkliche zustimmung mit 3/4 multiplizieren):

pflp ("märtyrer abu ali mustafa") - 4,1%
dflp, ppp, fida ("die alternative) - 2,8%
pni ("unabhängiges palästina") - 2,6%
"3. weg" (ex-plo-schlipse, gerüchte über cia-sponsoring) - 2,1%
rest - 5,2% (es gibt eine 2%-hürde)

4 sitze gingen an unabhängige lokale kandidierende.

alles in allem verliefen die wahlen ruhig, ohne große manipulationen oder störungen (die haben sie sich für nachher aufgehoben) - ein angesichts der umstände klasse demokratischer prozeß - und hatten ein ergebnis, bei dem jeder einigermaßen vernünftige mensch das kalte kotzen kriegt.

Korrektur zum Artikel

Anm. 27.01.2006 - 15:19
Im Artikel wird behauptet, daß 95% der Palästinenser die Hamas gewählt haben. Das ist nicht korrekt. Es war nur ungefähr die Hälfte. Darüberhinaus ist die Hamas nicht radikaler als Sharons Partei.
Ich finde es schade, daß sich bei so ernsthaften Themen immer irgendwelche Politsekten profilieren wollen und die Tatsachen so verdrehen, wie sie es brauchen.

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