D: Kundgebungen & Demo gegen Studiengebühren
Am 26. Januar 2006 versammelten sich vormittags knapp 100 Studierende der Düsseldorfer Universität und Fachhochschule zu Protestkundgebungen vor Hauptbahnhof und Landtag.
Anlass war die Anhörung von Sachverständigen und Hochschulen zur Einführung von Studiengebühren in NRW im Düsseldorfer Landtag.
Anlass war die Anhörung von Sachverständigen und Hochschulen zur Einführung von Studiengebühren in NRW im Düsseldorfer Landtag.
Düsseldorf: Kundgebungen und Demonstration gegen Studiengebühren
Am 26. Januar 2006 versammelten sich vormittags knapp 100 Studierende der Düsseldorfer Universität und Fachhochschule zu Protestkundgebungen vor Hauptbahnhof und Landtag.
Anlass war die Anhörung von Sachverständigen und Hochschulen zur Einführung von Studiengebühren in NRW im Düsseldorfer Landtag.
Die Studierenden machten mit zahlreichen Transparenten auf ihr Anliegen aufmerksam. So waren etwa Sprüche wie "Wir kaufen nichts das uns gehört! Bildet euch, bildet andere, bildet Banden!", "UNI-Darwinismus: the survival of the richest" oder auch "Bildung ist keine Ware - Kapitalismus abschaffen!" zu lesen.
Mitten in der Bahnhofshalle führten StudentInnen spontan ein Theaterstück auf, das sich inhaltlich mit dem Thema Studiengebühren beschäftigte und zogen die Aufmerksamkeit einiger PassantInnen auf sich.
Nach einem kurzen Redebeitrag am Bahnhof, der die BürgerInnen über den Anlass des Protests aufklärte, wurde eine Spontandemo zum Landtag angemeldet.
Der Demonstrationszug setzte sich unter Sprechchören wie "Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut" und "Bildung für alle - und zwar umsonst" in Richtung Landtag in Bewegung. Auf dem Fronttransparent war "Wir lassen uns nicht verarschen zu lesen", viele der StudentInnen trugen eben solche aus Pappmachee gebastelte Hinterteile. Unterwegs wurden die PassantInnen mittels Megaphon und durch das Lied "Wer wie was; wieso weshalb warum; wer nicht zahlt bleibt dumm. Tausend tolle Sachen, die gibt es überall zu sehen, aber man muss zahlen, um sie zu verstehn!" auf das Anliegen aufmerksam gemacht. Belustigend für alle war der ungewollt kanonartige Gesang von "Wehrt Euch, leistet Widerstand - gegen den Sozialabbau im Land: Auf die Barrikaden! Auf die Barrikaden!".
Am Landtag angekommen hatte die Polizei wie immer eine lächerliche Sperrzone eingerichtet und wartete mit BeamtInnen der Einsatzhundertschaft auf. Nach Aussagen einer Polizistin seien sie "für die Sicherung des Landtags" zuständig. Auf der Wiese vor dem Landtag hing zwischen zwei Bäumen ein großes Transparent, das wohl von nachtaktiven KletterInnen
angebracht wurde und auf dem in großen Lettern "WIR LASSEN UNS NICHT VERARSCHEN" zu lesen war. Kurze Zeit später stellten sich 30 StudentInnen, ausgestattet mit den gebastelten "Ärschen" in einer Reihe Richtung Landtag. Ein Transparent "30 Ärsche vor dem Landtag - 150 drin" wurde hochgehalten und alle Demo-TeilnehmerInnen riefen lautstark "Wir lassen uns nicht verarschen!". Außerdem wurde ein großer Holzgalgen aufgestellt, an dem eine Puppe mit "Miss Bildung"-Schärpe im Wind baumelte. Eine symbolträchtige Aktion.
Kurz nachdem die Demonstration aufgelöst wurde, zog ein Teil der StudentInnen sofort Richtung Landtag, schließlich war die Sitzung öffentlich und jedem frei zugänglich. Das mussten dann auch die Landtags-Beschützer einsehen, die zuerst versuchten die Leute zurückzuschicken. Angeblich auf Grund begrenzter Plätze war es aber nicht Jeder/Jedem möglich, dem Konsens in Sachen Studiengebühren aller im Landtag vertretenen Parteien zu lauschen. Ob es zu Störungen der Sitzung kam ist momentan nicht bekannt, aber anzunehmen. Der andere Teil der Studierenden verblieb vor Ort und wärmte sich an plötzlich auftauchenden Glühwein auf.
Alles in Allem eine wirklich kreative und lautstarke Demonstration - gute Stimmung trotz der eisigen Kälte. Dass sich von den Tausenden Studierenden nur wenige an solch Aktionen beteiligen ist nicht neu. Eine traurige Realität; nicht nur in Düsseldorf. Trotzdem ist es wichtig, immer wieder das Thema Studiengebühren und damit einhergehend das Grundrecht auf freie Bildung öffentlich zum Thema zu machen.
Nach der ersten Lesung im Dezember und der jetzigen Anhörung soll Mitte März die zweite Lesung folgen und das Gesetz zur Einführung von Studiengebühren endgültig beschlossen werden.
Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht.
Stay rude - stay rebel.
Am 26. Januar 2006 versammelten sich vormittags knapp 100 Studierende der Düsseldorfer Universität und Fachhochschule zu Protestkundgebungen vor Hauptbahnhof und Landtag.
Anlass war die Anhörung von Sachverständigen und Hochschulen zur Einführung von Studiengebühren in NRW im Düsseldorfer Landtag.
Die Studierenden machten mit zahlreichen Transparenten auf ihr Anliegen aufmerksam. So waren etwa Sprüche wie "Wir kaufen nichts das uns gehört! Bildet euch, bildet andere, bildet Banden!", "UNI-Darwinismus: the survival of the richest" oder auch "Bildung ist keine Ware - Kapitalismus abschaffen!" zu lesen.
Mitten in der Bahnhofshalle führten StudentInnen spontan ein Theaterstück auf, das sich inhaltlich mit dem Thema Studiengebühren beschäftigte und zogen die Aufmerksamkeit einiger PassantInnen auf sich.
Nach einem kurzen Redebeitrag am Bahnhof, der die BürgerInnen über den Anlass des Protests aufklärte, wurde eine Spontandemo zum Landtag angemeldet.
Der Demonstrationszug setzte sich unter Sprechchören wie "Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut" und "Bildung für alle - und zwar umsonst" in Richtung Landtag in Bewegung. Auf dem Fronttransparent war "Wir lassen uns nicht verarschen zu lesen", viele der StudentInnen trugen eben solche aus Pappmachee gebastelte Hinterteile. Unterwegs wurden die PassantInnen mittels Megaphon und durch das Lied "Wer wie was; wieso weshalb warum; wer nicht zahlt bleibt dumm. Tausend tolle Sachen, die gibt es überall zu sehen, aber man muss zahlen, um sie zu verstehn!" auf das Anliegen aufmerksam gemacht. Belustigend für alle war der ungewollt kanonartige Gesang von "Wehrt Euch, leistet Widerstand - gegen den Sozialabbau im Land: Auf die Barrikaden! Auf die Barrikaden!".
Am Landtag angekommen hatte die Polizei wie immer eine lächerliche Sperrzone eingerichtet und wartete mit BeamtInnen der Einsatzhundertschaft auf. Nach Aussagen einer Polizistin seien sie "für die Sicherung des Landtags" zuständig. Auf der Wiese vor dem Landtag hing zwischen zwei Bäumen ein großes Transparent, das wohl von nachtaktiven KletterInnen
angebracht wurde und auf dem in großen Lettern "WIR LASSEN UNS NICHT VERARSCHEN" zu lesen war. Kurze Zeit später stellten sich 30 StudentInnen, ausgestattet mit den gebastelten "Ärschen" in einer Reihe Richtung Landtag. Ein Transparent "30 Ärsche vor dem Landtag - 150 drin" wurde hochgehalten und alle Demo-TeilnehmerInnen riefen lautstark "Wir lassen uns nicht verarschen!". Außerdem wurde ein großer Holzgalgen aufgestellt, an dem eine Puppe mit "Miss Bildung"-Schärpe im Wind baumelte. Eine symbolträchtige Aktion.
Kurz nachdem die Demonstration aufgelöst wurde, zog ein Teil der StudentInnen sofort Richtung Landtag, schließlich war die Sitzung öffentlich und jedem frei zugänglich. Das mussten dann auch die Landtags-Beschützer einsehen, die zuerst versuchten die Leute zurückzuschicken. Angeblich auf Grund begrenzter Plätze war es aber nicht Jeder/Jedem möglich, dem Konsens in Sachen Studiengebühren aller im Landtag vertretenen Parteien zu lauschen. Ob es zu Störungen der Sitzung kam ist momentan nicht bekannt, aber anzunehmen. Der andere Teil der Studierenden verblieb vor Ort und wärmte sich an plötzlich auftauchenden Glühwein auf.
Alles in Allem eine wirklich kreative und lautstarke Demonstration - gute Stimmung trotz der eisigen Kälte. Dass sich von den Tausenden Studierenden nur wenige an solch Aktionen beteiligen ist nicht neu. Eine traurige Realität; nicht nur in Düsseldorf. Trotzdem ist es wichtig, immer wieder das Thema Studiengebühren und damit einhergehend das Grundrecht auf freie Bildung öffentlich zum Thema zu machen.
Nach der ersten Lesung im Dezember und der jetzigen Anhörung soll Mitte März die zweite Lesung folgen und das Gesetz zur Einführung von Studiengebühren endgültig beschlossen werden.
Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht.
Stay rude - stay rebel.
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Ergänzungen
"Wer nicht zahlt bleibt dumm"..
Nichts gegen eure Aktionen, wenigstens machen ein paar Hundert was, aber diesen Spruch kann ich langsam wirklich nicht mehr sehen.
Wenn ihr euch jedenfalls wirklich als was Besseres fühlt, nur weil ihr ne Uni besucht, braucht ihr euch über mangelnde Solidarität von außerhalb des Elfenbeinturms nicht beschweren.
Trotzdem viel Durchhaltevermögen für kommende Aktionen!