Brunnenstraße 183 zwangsversteigert

emmy empört 24.01.2006 12:44 Themen: Freiräume
Eines der letzten übriggebliebenen bestetzen Häuser in Berlin-Mitte sollte gestern zwangsversteigert werden. Laut einer Mitteilung auf der hauseigenen Homepage www.brunnen183.de wurde das Haus aber bereits vor Der Versteigerung ( für die die Hausbewohner und Nutzer schon 10% mehr als den angegebenen Verkehrswert "in der Tasche hatten") an einen privaten Investor vorab verkauft!!! In der Brunnenstraße 183 leben sehr Menschen sehr vieler Nationalitäten zusammen, es gibt interkulturelle Küche, kreative Party, Werkstatt und Bandproberaum und vorallem den UMSONSTLADEN!
Nach dem Eimer, der nett sanierten Brunnen 7 ist nun eben die Brunnen 183 dran gewesen. Filetstück am Rosenthaler, die unnützen Meile Möchtegernkünstler und schwäbischen investorenträume frisst sich weiter gen Wedding vor.
Besonders schade ist es um das einmalige Projekt Umsonstladen.
Engagierte Ehrenamtliche betreuen seit Jahren die Öffnungszeiten.
Es gibt kostenlosen Internetzugang und eine Umsonsttauschbörse. Viele Projekte und Initiativen gründeten sich hier oder trafen sich. Man brachte nach dem Umzug einen alten Spiegel, ein Regal und die zu enge Jeans und konnte sich eine Kaffeemaschine mitnehmen.
Natürlich konnte man auch einfach etwas mitnehmen ohne etwas zu bringen...
Wenn der Umsonstladen stirbt, wird wieder ein Stück selbstverwaltete, antikapitalistische Kultur den Bach herunter gehen. Wieder ein paar mehr Menschen gezwungen noch mehr sinnentleerte Arbeit irgendwo anzunehmen, anstatt ihre Zeit sinnvoll, kreativ und emanzipatorisch nutzen zu können. Wieder ein Stück Berliner Kultur und nicht zuletzt wieder ein paar Dutzend Obdachlose mehr, die sich die Mieten im neuen Berlin nicht leisten können.
Wir sollten alle den Kampf der betroffenen Brunnenstraßler unterstützen und nach den vergangenen Monaten, in der die Vereinzelung in der Linken zugenommen hat, mal wieder zusammen für den Erhalt des sinnvollen Projektes kämpfen. News gibt es auf ihrer Homepage oder wenn jemand etwas ergänzt.
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Ergänzungen

Problematische Situation

xxx 24.01.2006 - 20:41
Einige werden ja schon seit der nicht ganz legalen Räumung des "Eimers" und mehrere Clubs wissen, daß in Mitte einiges merkwürdig läuft. Und in der tat: das Bezirksamt versucht seit einigen Jahren zusammen mit einigen (nennen wir es mal:) Privatinitiativen, sämtliche Subkultur aus dem Bezirk zu drängen. Dabei werden teilweise auch nicht ganz legale Methoden angewendet. Faktisch alle Clubs in Mitte sind derzeit bedroht, geschlossen zu werden, es gibt regelmässige Razzien usw. Sollte man mal die Augen offen halten und zusammenrecherchieren, wer alles konkret dahinter steckt und was man tun kann.

fehler?

egal 25.01.2006 - 09:53
auf www.brunnen183.de steht: "Wir hatten deutlich mehr als die geforderten 10% des Verkehrswertes von 260.000 € dabei." und im text: "( für die die Hausbewohner und Nutzer schon 10% mehr als den angegebenen Verkehrswert "in der Tasche hatten")". was stimmt`n nu?

in berlin wie in amsterdam ..

Domela 25.01.2006 - 12:19
der kapitalismus mit spekulanten und ihren banken als widerlichstem
gesicht haben offensichtlich ueberall auf der welt die selben methoden.
Wie zufaellig befindet sich unser haus in der amsterdammer pretoriusstraat
28 in einer durchaus vergleichbaren situation. Auch unser krimineller
hauseigentuemer ist pleite gegangen und hat bei seiner hypothekenbank
einen haufen schulden hinterlassen , und jetzt probiert de ING bank UNSER
haus zu versteigeren (sodass der naechste spekulant es kaufen kann). Bis
jetzt hat die bank das haus 2x zur versteigerubng ausgeschrieben (und
nach aktionen und publikationen von hypothekendetails wieder
zureuckgezogen)

ich hoffe ihr koennt ein bisschen niederlaendisch (ein englischer
bericht folgt in kuerze):

 https://squat.net/ps28

PS28 EN BRUNNEN183 EEN FRONT, ONS WOONRECHT IS GEEN HANDELSWAAR!

solidarische gruesse aus oost-amsterdam, festung europa

Unterstützung für Brunnenstraßler

Ein Mensch 25.01.2006 - 14:33
"Wir sollten alle den Kampf der betroffenen Brunnenstraßler unterstützen und nach den vergangenen Monaten, in der die Vereinzelung in der Linken zugenommen hat, mal wieder zusammen für den Erhalt des sinnvollen Projektes kämpfen. News gibt es auf ihrer Homepage oder wenn jemand etwas ergänzt."

Wie kann man denn den betroffenen Brunnenstraßlern helfen bzw sie am sinnvollsten unterstützen? Es wäre nett wenn ihr dazu mal paar Hinweise oder Tips geben könntet.

MfG Ein Mensch

Moment mal

Warhead 26.01.2006 - 02:53
Also Eimer war ja nun ein Sonderfall für sich.Der Deal war solange das Haus nutzen zu dürfen bis der Eigentümer mit den Bauarbeiten beginnt.Dabei fuhr man nicht schlecht,waren die Betriebskosten faktisch gratis,so das man für sich den Luxus in Anspruch nahm mit Baustrom monströse Ostradiatoren zu beheizen.Mehr als ein halbes Jahr wurde der Eimer überhaupt nicht genutzt,bis die Institutscrew den Laden kurzerhand besetzte und dadurch wurden erst wieder alte Strukturen zum Leben erweckt,zudem die Truppe um Tatjana und Andre voon Freygang längst kein Interessen mehr an dem laden hatte.Und zuletzt wurde der Eimer gar nicht mehr mal zum Wohnen genutzt,sieht man mal von den beiden Gelegenheitswohnern George2000 und Dr.Boysen ab,letzterer nahm dann das Gelände vom Chunk in Beschlag.Die Räumung des Chunk,das sogenannte Gormanndreieck war ein viel grösserer Skandal,aber ich kann mich nicht erinnern das bei einer Betroffenenversammlung jemand vom Umsonstladen aufgekreuzt ist,wahrscheinlich weil es nichts umsonst gab.Seltsamerweise tauchten sie dafür umso öfter bei Feierlichkeiten auf

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