Räumung der Dalkeith Park BaumbesetzerInnen

Ulla 22.01.2006 23:32 Themen: Ökologie
Seit Mitte Oktober setzen sich BaumbesetzerInnen gegen die wiedereröffneten Plaene einer Umgehungsstrasse im Süden Edinburghs/Schottland durch den seit 1630 bestehenden öffentlichen Park mit direkten Aktionen zur Wehr.

Links: Save Dalkeith Park |Indymedia Schottland | Indymedia United Kollektives Grossbritannien, Ökologie
Waehrend die Buergerinitiative "Rettet den Park" durch Demonstrationen, Unterschriftenlisten, Lobbyarbeit, Buergerversammlungen, Oeffentlichkeitsarbeit mit Medien, durch Webseite und oertlichen Fuehrungen agierte und ausserdem die BaumbesetzerInnen mit Geld, Materialien, Essen, Whisky, Tabak und Transport unterstuetzten, halten sich etwa zwanzig bis dreissig Menschen in Cargonetzen und auf selbstgebauten hoelzernen Plattformen in den letzten drei Wintermonaten in den fledermausbesiedelten Baumwipfeln der seit 15 Jahren geplanten Route der Umgehungstrasse auf.
Seit Montag werden die vier Widerstandscamps im Gruenguertel Edinburghs geraeumt.
Am Montag wurde das obere Camp durch ein auf Baumbesetzungen spezialisiertes Team geraeumt, am Mittwoch wurde versucht das mittlere Camp zu raeumen, doch drei Protestierende vergruben sich in einem Tunnel und verhinderten bis zum heutigen Sonntag weitere Raeumungen. Nun steht die Raeumung des unteren Camps am Fluss an; das groesste und das aelteste Camp der WiderstaendlerInnen.
Die Raeumung wird ungefaehr £1.4 m Pfund kosten, und zwei bis fuenf Wochen dauern.
Ob die Verzoegerungstaktik Erfolg haben wird, wird sich noch zeigen; die Buergerinitiative hat zwischenzeitlich gerichtliche Schritte gegen die Schottische Exekutive eingeleitet.
Und dort schliesst sich der Kreis: die Schottische Exekutive steht bereits durch die Umweltschutzinitiative "Friends of the Earth" im Falle des Autobahnausbaus der M74 im Sueden Glasgows vor Gericht. Das Bauvorhaben der M74 ist seit Sommer letzten Jahres eingestellt! und die Gelder fuer den Strassenbau sind stattdessen in das seit circa einem Jahrzehnt pausierte Vorhaben der Umgehungsstrasse in Dalkeith geflossen.

weitere informationen und Berichterstattung:
[Save Dalkeith Park |Indymedia Schottland | Indymedia United Kollektives Grossbritannien, Oekologie | Interview mit Mark Ballard von den Gruenen, Abgeordneter des Schottischen Parlamentes | Interview mit Friends of the Earth | Interview mit Scottish Natural Heritage | kurzes Video]

andere Kampagnen gegen weiteren Strassenbau in Schottland:
[Friends of the Earth Gerichtsverfahren gegen die M74 | JAM74 - Joint Action Against Motorway 74 | Cre8 Summit | Bilston Woods Protest Camp | No Alignment Action Group NAAG | Road Alert - Scotland ]

Andere aktuelle Umweltschutzkampagnen:
[ Roadblock | Road Raging | Road Rage | Earth First! Climate Imc | Saving Iceland! | Anti-Linslade Bypass Campaign | 9 Ladies Anti-Quarry Campaign | Sherwood Forest Anti Road Campaign ]

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Ergänzungen

Es fehlen die Bürger_entscheide_

cassiel 23.01.2006 - 16:59
Alles (Demonstrationen, Unterschriftenlisten, Lobbyarbeit, Buergerversammlungen, Oeffentlichkeitsarbeit mit Medien, durch Webseite und oertlichen Fuehrungen) schön, gut und lobenswert.
Nur das im wahrsten Sinne des Wortes _Entscheidende_ fehlt: das Instrument des Bürger_entscheides_ das den Bürgern als Volk das Recht gibt das letzte Wort zu haben.

Denn nur damit hat man auch eine reelle Chance undemokratischem Machtmissbrauch entgegen zu wirken.
 http://www.hcn.org/allimages/1996/oct28/graphics/961028.006.gif

Nadelöhr Edinburgh

Volker 30.01.2006 - 07:46
Wer je durch diese Stadt per Auto hindurch musste, wird sich mit Schrecken daran erinnern: stop-and-go, grauenhafter Diesel-Mief, abgasgeschwärzte Häuser... Also wäre zur Entlastung der BewohnerInnen eine Umgehungsstraße schon eine feine Sache. Nur sollte sowas doch wohl mit denen abgestimmt werden, zu deren Wohl es gemacht werden soll, und nicht auf Biegen und Brechen ein Reißbrettentwurf irgendwelcher Ingenieurbüros oder/und einer in klimatisierten Räumen arbeitenden und naturentfremdeten Clique von "Civil servants" (quasi BeamtInnen) durchgeboxt werden.

Und dann ist es schon erstaunlich, wie wenig Solidarität unter MalocherInnen herrscht: da gibt es also Typen, anscheinend keine Bullen, die nichts lieber tun, als Protestierende mundtot zu machen, in diesem Fall ihre Mahnung an die Verantwortlichen auf kalte Weise abzustellen. Und das in einem Mutterland der Demokratie...

Den ProtestlerInnen trotz der Räumungen viel Mut und - wenn sie vertrieben wurden, können sie andernorts weitermachen, solange sie nicht mit Gerichtsverfahren überzogen werden.

Good luck furtheron!

V.