Anmerkung der Moderationsgruppe:
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Es ist nicht das Ziel von Indymedia, ein umfassendes Infoportal incl. Forum für die Verlautbarungen politischer Gruppen anzubieten. Indymedia will ein Plattform für engagierte MedienmacherInnen und ihren eigenen Inhalte bieten. Indymedia will nicht als virtueller Flugblattständer für die Verbreitung, Kritik und Diskussion konkurrierender teilweise dogmatischer Ideologien herhalten. Das Veröffentlichen von Gruppenstellungnahmen und Flugblatttext gehört nicht zu den Zielen des Projektes. Mehr Informationen darüber, warum sich Indymedia nicht zum Diskutieren von politischen Texten eignet, findest Du hier. Bitte nutze stattdessen die verlinkten Online-Diskussionsforen.
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Stellungnahme
Für den 17.12.05 hatten wir in Darmstadt zu einer Demonstration unter dem Motto „Ohne Deutschland geht’s uns besser! Gegen Kapitalismus und soziale Verschärfung!“ aufgerufen.
Im Verlauf dieser Demonstration kam es zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung wegen einer Israelfahne.
Im Verlauf dieser Demonstration kam es zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung wegen einer Israelfahne.
Stellungnahme der „Antifaschistischen Linksradikalen Darmstadt“ zum Übergriff auf die GenossInnen vom „Comite Liberte“:
Für den 17.12.05 hatten wir in Darmstadt zu einer Demonstration unter dem Motto „Ohne Deutschland geht’s uns besser! Gegen Kapitalismus und soziale Verschärfung!“ aufgerufen.
Im Verlauf dieser Demonstration kam es zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung wegen einer Israelfahne. Wie sich diese Auseinandersetzung genau abgespielt hat, lässt sich im nachhinein leider kaum rekonstruieren, zu widersprüchlich sind die uns gegenüber gemachten Angaben. Fakt ist jedoch, dass vom „Comite Liberte“, also den Leuten, die die Israel-Fahne trugen, keinerlei Provokation oder ähnliches ausgegangen ist.
Stattdessen wurden die GenossInnen aufgefordert, ihre Fahne wegzupacken. Dieser Forderung wurde dann leider auch mit Gewalt Nachdruck verliehen. Wie sich das genau abgespielt hat können wir leider, wie gesagt, nicht mehr rekonstruieren.
Sicher ist, dass dieses Vorgehen mit einem angeblichen Verbot von Nationalfahnen auf unserer Demonstration begründet wurde.
Ein solches Verbot hat es aber definitiv niemals gegeben!
Die Schlussfolgerung mag nahe liegen, dass auf einer Demonstration, deren Kernaussage ist, dass Nationalstaaten der letzte Dreck sind, eine Fahne eines Nationalstaats eher unpassend ist.
Auch wir hallten die Symbolik einer Nationalfahne größtenteils für äußerst Fragwürdig, auch im Falle Israels.
Wir sind zwar der Ansicht, dass es für eine emanzipatorische und sich selbst als antifaschistisch bezeichnende Linke notwendig ist, die Sonderstellung Israels anzuerkennen, schließlich ist Israel ein Staat, der den Menschen jüdischen Glaubens einen Schutz gewährleisten soll, der aufgrund des weltweit existierenden Antisemitismus von existenzieller Bedeutung für sie ist. Wer Israel aufgrund eines dogmatischen Antinationalismus in den jetzigen Verhältnissen das Existenzrecht abspricht, verweigert bewusst den Opfern der Shoa das Bedürfnis sich nach einem Ort zu sehnen, der ihren weiterhin Schutz vor dem antisemitischen Vernichtungswahn gewährleisten soll.
Diese Funktion lässt sich auch durch den Hinweis auf Israels „aktuelle Politik“ nicht relativieren.
Ob Mensch seinen Standpunkt zum Thema Israel jetzt mit den Tragen von der Staatsflagge zum Ausdruck bringen will, muss jedem Individuum selbst überlassen bleiben.
Wir als Gruppe halten das, was durch das tragen einer Israelfahne ausgedrückt werden soll wie gesagt größtenteils für richtig und wichtig, halten es aber für äußerst Fragwürdig, dies durch das tragen der Nationalfahne zum Ausdruck bringen zu wollen, zumal es fraglich ist, ob einer derart komplexe Thematik durch ein einzelnes Symbol für Außenstehende verständlich gemacht werden kann - Individuell sind dir dazu jedoch durchaus konträrer Meinung.
Doch vollkommen unabhängig von unserer etwas zwiespältigen Position zu der verwendeten Symbolik ist und bleibt der, wie auch immer geartete, Angriff auf die GenossInnen vom „Comite Liberte“ für uns absolut unnachvollziehbar und unberechtigt.
Wir haben ihn in keiner Form Verständnis dafür , GenossInnen mit Körperlicher Gewalt anzugreifen, nur weil einer/einem die Symbolik nicht passt.
Innerlinke Diskussionen mit so genanten „Antideutschen– bashing “ aus der Welt schaffen zu wollen ist ebenso unreflektiert wie unemanzipatorisch, selbst wenn man die oben genannte Sonderrolle Israels außer acht lassen würde.
Es kann nicht sein, dass man sich aufgrund einer strittigen Symbolik untereinander mit Mitteln begegnet, die gegebenenfalls im antifaschistischen Selbstschutz (um Missverständnisse vorzubeugen: Antifa ist der Kampf ums ganze!) angebracht sind, anstatt den Dialog zu suchen.
Auf Argumentationen der Marke „Antideutsche sind doch auch irgendwie rassistisch“ wollen wir überhaupt nicht eingehen, entbehren sie doch jeglicher rationalen Grundlage.
Zum Vorfall selbst lässt sich noch sagen, dass es aus dem Gesichtspunkt des „revolutionären Antifaschismus“ sicher richtig ist, Nationalstaaten und ihre Symbolik abzulehnen.
In wie weit es jedoch ein antifaschistisches Statement sein kann, mit Gewalt gegen die Fahne des einzigen jüdischen Staates, bzw. ihrer TrägerIn vorzugehen ist hoffentlich bis jetzt aus dem Text hervorgegangen, nämlich gar nicht.
Die Begründung „Antinational“ zu sein schien auch in diversen Internetdiskussionsforen
die Rechtfertigung zu liefern , diese Personen zu Attackieren.
Hierbei wurde oft auch das Argument gebraucht, dass auf einer antifaschistischen Demonstration das Tragen einer Israel-Fahne ein Widerspruch sei, da Israel – mit den USA zusammen – der Inbegriff des Kapitalismus sei.
Zunächst ist diese „Analyse“ des Kapitalismus weit mehr als verkürzt, ist er doch ein globales Gesellschaftsmodell, dass von jedem Staat erhallten und reproduziert wird und nicht, wie es die Antisemiten und Antiamerikanisten gerne hätten, dass Produkt irgendeiner angeblichen (jüdischen) Weltverschwörung, der Amerikanischen Regierung oder sonst irgendwem.
Irgendwelche Staaten als den Inbegriff oder gar Verursacher des Kapitalismus zu definieren
ist also ebenso unreflektiert wie reaktionär.
Zweitens ist die Gleichung „Israel = Turbokapitalismus“, die durch diese „Argumentation“ suggeriert wird bestenfalls nur nahe, eigentlich jedoch identisch mit dem antisemitischen Bockmist, den die Nazis Tag für Tag verzapfen.
Wir sehen es als einen Skandal an, dass in einer Szene, die sich selbst als emanzipatorisch und antifaschistisch bezeichnet, solch reaktionäres antisemitisches Gedankengut noch weit verbreitet ist.
Wir hoffen, dass dieser Vorfall der radikalen Linken einen Denkanstoß gibt, sich mit der Thematik bewusster auseinander zusetzen, damit sich solche Geschehnisse nicht wiederholen bzw. sich als so genanter Normalzustand anerkannt werden und somit als das betrachtet werden, was sie sind: reaktionäre, unreflektierte Übergriffe!
Für den 17.12.05 hatten wir in Darmstadt zu einer Demonstration unter dem Motto „Ohne Deutschland geht’s uns besser! Gegen Kapitalismus und soziale Verschärfung!“ aufgerufen.
Im Verlauf dieser Demonstration kam es zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung wegen einer Israelfahne. Wie sich diese Auseinandersetzung genau abgespielt hat, lässt sich im nachhinein leider kaum rekonstruieren, zu widersprüchlich sind die uns gegenüber gemachten Angaben. Fakt ist jedoch, dass vom „Comite Liberte“, also den Leuten, die die Israel-Fahne trugen, keinerlei Provokation oder ähnliches ausgegangen ist.
Stattdessen wurden die GenossInnen aufgefordert, ihre Fahne wegzupacken. Dieser Forderung wurde dann leider auch mit Gewalt Nachdruck verliehen. Wie sich das genau abgespielt hat können wir leider, wie gesagt, nicht mehr rekonstruieren.
Sicher ist, dass dieses Vorgehen mit einem angeblichen Verbot von Nationalfahnen auf unserer Demonstration begründet wurde.
Ein solches Verbot hat es aber definitiv niemals gegeben!
Die Schlussfolgerung mag nahe liegen, dass auf einer Demonstration, deren Kernaussage ist, dass Nationalstaaten der letzte Dreck sind, eine Fahne eines Nationalstaats eher unpassend ist.
Auch wir hallten die Symbolik einer Nationalfahne größtenteils für äußerst Fragwürdig, auch im Falle Israels.
Wir sind zwar der Ansicht, dass es für eine emanzipatorische und sich selbst als antifaschistisch bezeichnende Linke notwendig ist, die Sonderstellung Israels anzuerkennen, schließlich ist Israel ein Staat, der den Menschen jüdischen Glaubens einen Schutz gewährleisten soll, der aufgrund des weltweit existierenden Antisemitismus von existenzieller Bedeutung für sie ist. Wer Israel aufgrund eines dogmatischen Antinationalismus in den jetzigen Verhältnissen das Existenzrecht abspricht, verweigert bewusst den Opfern der Shoa das Bedürfnis sich nach einem Ort zu sehnen, der ihren weiterhin Schutz vor dem antisemitischen Vernichtungswahn gewährleisten soll.
Diese Funktion lässt sich auch durch den Hinweis auf Israels „aktuelle Politik“ nicht relativieren.
Ob Mensch seinen Standpunkt zum Thema Israel jetzt mit den Tragen von der Staatsflagge zum Ausdruck bringen will, muss jedem Individuum selbst überlassen bleiben.
Wir als Gruppe halten das, was durch das tragen einer Israelfahne ausgedrückt werden soll wie gesagt größtenteils für richtig und wichtig, halten es aber für äußerst Fragwürdig, dies durch das tragen der Nationalfahne zum Ausdruck bringen zu wollen, zumal es fraglich ist, ob einer derart komplexe Thematik durch ein einzelnes Symbol für Außenstehende verständlich gemacht werden kann - Individuell sind dir dazu jedoch durchaus konträrer Meinung.
Doch vollkommen unabhängig von unserer etwas zwiespältigen Position zu der verwendeten Symbolik ist und bleibt der, wie auch immer geartete, Angriff auf die GenossInnen vom „Comite Liberte“ für uns absolut unnachvollziehbar und unberechtigt.
Wir haben ihn in keiner Form Verständnis dafür , GenossInnen mit Körperlicher Gewalt anzugreifen, nur weil einer/einem die Symbolik nicht passt.
Innerlinke Diskussionen mit so genanten „Antideutschen– bashing “ aus der Welt schaffen zu wollen ist ebenso unreflektiert wie unemanzipatorisch, selbst wenn man die oben genannte Sonderrolle Israels außer acht lassen würde.
Es kann nicht sein, dass man sich aufgrund einer strittigen Symbolik untereinander mit Mitteln begegnet, die gegebenenfalls im antifaschistischen Selbstschutz (um Missverständnisse vorzubeugen: Antifa ist der Kampf ums ganze!) angebracht sind, anstatt den Dialog zu suchen.
Auf Argumentationen der Marke „Antideutsche sind doch auch irgendwie rassistisch“ wollen wir überhaupt nicht eingehen, entbehren sie doch jeglicher rationalen Grundlage.
Zum Vorfall selbst lässt sich noch sagen, dass es aus dem Gesichtspunkt des „revolutionären Antifaschismus“ sicher richtig ist, Nationalstaaten und ihre Symbolik abzulehnen.
In wie weit es jedoch ein antifaschistisches Statement sein kann, mit Gewalt gegen die Fahne des einzigen jüdischen Staates, bzw. ihrer TrägerIn vorzugehen ist hoffentlich bis jetzt aus dem Text hervorgegangen, nämlich gar nicht.
Die Begründung „Antinational“ zu sein schien auch in diversen Internetdiskussionsforen
die Rechtfertigung zu liefern , diese Personen zu Attackieren.
Hierbei wurde oft auch das Argument gebraucht, dass auf einer antifaschistischen Demonstration das Tragen einer Israel-Fahne ein Widerspruch sei, da Israel – mit den USA zusammen – der Inbegriff des Kapitalismus sei.
Zunächst ist diese „Analyse“ des Kapitalismus weit mehr als verkürzt, ist er doch ein globales Gesellschaftsmodell, dass von jedem Staat erhallten und reproduziert wird und nicht, wie es die Antisemiten und Antiamerikanisten gerne hätten, dass Produkt irgendeiner angeblichen (jüdischen) Weltverschwörung, der Amerikanischen Regierung oder sonst irgendwem.
Irgendwelche Staaten als den Inbegriff oder gar Verursacher des Kapitalismus zu definieren
ist also ebenso unreflektiert wie reaktionär.
Zweitens ist die Gleichung „Israel = Turbokapitalismus“, die durch diese „Argumentation“ suggeriert wird bestenfalls nur nahe, eigentlich jedoch identisch mit dem antisemitischen Bockmist, den die Nazis Tag für Tag verzapfen.
Wir sehen es als einen Skandal an, dass in einer Szene, die sich selbst als emanzipatorisch und antifaschistisch bezeichnet, solch reaktionäres antisemitisches Gedankengut noch weit verbreitet ist.
Wir hoffen, dass dieser Vorfall der radikalen Linken einen Denkanstoß gibt, sich mit der Thematik bewusster auseinander zusetzen, damit sich solche Geschehnisse nicht wiederholen bzw. sich als so genanter Normalzustand anerkannt werden und somit als das betrachtet werden, was sie sind: reaktionäre, unreflektierte Übergriffe!
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Habt euch wohl in der Webseite geirrt?
A.L.D.A.-Homepage
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
hm hm
statt solcherlei beschwichtigungsrhetorik wäre es angebracht, folgen aus den entsprechenden vorfällen zu ziehen, also z.b. die ächtung des schlägers wie seiner gruppe einzufordern, um den antisemiten nicht weiterhin die rückzugsräume zu bieten, aus denen sie bisher ungehindert agieren konnten. das müsste natürlich zuallererst von der frankfurter szene umgesetzt werden, die sich aber bisher in ihrer mehrheit stets durch wegschauen, ignoranz und heimliche genugtuung ausgezeichnet hat.
Zurück in die Zukunft?
Ihr bezieht euch sehr stark auf das Konzept „revolutionären-Antifaschismus“, das mEn längst veraltet und den Verhälnissen nicht mehr entsprechend ist. Es gibt seit längerem eine ausführliche Debatte um die "ausrichtung"/"definierung" der "antifa" allgemein, die zwar noch (lange) nicht abgeschlossen,und äußerst kontrovers. Aber im Bezug auf den „revolutionären Antifaschismus“ herscht doch ein gewisser Konsens, das dieses Konzept als nicht weiter zu praktizieren zu betrachten ist.
Stichwort: 8. Mai, etc.pp
gibt eine Menge stuff darüber...augen auf!
Deutschland? Nie wieder!
zum papier
Richtig ist die Notwendigkeit der Existenz Israel, jedoch ist in oben zitierter Formulierung eine falsche Vorstellung vom Antisemitismus vorhanden. Wenn dort bezüglich Israels gesagt wird es sei Schutzraum für "Menschen jüdischen Glaubens", dann ist das zu kurz gegriffen. Der Antisemitismus hat prinzipiell nichts mit den Opfern seiner Mobilisierung zu tun. Vom Antisemitismus sind nicht bloß jene bedroht, die praktizierenden juden/jüdinnen sind, sondern alle die die Antisemit_innen als "jüdisch" erklären und somit ins visier der angestrebten vernichtung gerückt werden. Somit ist viel mehr der Ausspruch Adornos richtig, "das gerücht über die juden ist die wahrheit über den antisemiten".
...
wenn dazu linke immer wieder als antisemitinnen denunziert werden, brauchen sie die leute aus gießen auch nicht zu wundern, wenn sie mal eine fangen. so läuft es halt.
kotz
eigentlich bist du der prototyp des gewaltfestischistischen, linksdeutschen antizionisten, der du ausgerechnet nicht sein willst. dir sei gesagt: wenn das so weiter geht, solltest du dich nicht wundern, wenn sich die von dir als legitime ziele von angriffen definierten auch irgendwann mal wehren.
und für alle anderen:
anti-gießen macht genau das, was immer gemacht wird. es wird ein kollektiv "antideutsche" konstruiert und den angegriffenen wird alles angelastet, was irgendwelche anideutschen angeblich mal böses gemacht haben.
@ antifa
selbstverständlich hat sich der gruppenname der gießener liberalen geändert, mehr wahrscheinlich aber auch nicht. anhand der aktivitäten unter dem früheren gruppennamen ist es meines erachtens nach durchaus legitim diesen leute gewisse positionen zuzuschreiben.
selbstverständlich würde ich mich nicht wundern zum angriffsziel von antikommunisten zu werden. aber genauso wenig sollten sich diese leute wundern zum angriffsziel ihrer politischen gegnerinnen zu werden.