EZLN: La otra campagna gestartet
Am 1. Januar 2006, dem 12. Jahrestag der zapatistischen Rebellion, hat die EZLN eine neue Kampagne – “La otra campagna” – in San Cristobal (Chiapas) gestartet.
Zum Kontext:
In Mexiko wird in wenigen Monaten ein neuer Praesident gewaehlt. Fuer viele MexikanerInnen ruhen dabei die Hoffnungen auf dem derzeitigen Buergermeister von Mexiko-City, dem Kandidaten der Linkspartei PRD, Lopez Obrador. Die mediale Berichterstattung ueber die Wahlkampfkampagnen wird dabei dominiert von Dokumentationen komprimierender Handlungen aller Praesidentschaftskandidaten: Verbindungen zu Drogenkartellen oder die Annahme von Schmiergeldern belegen die Korruption der Wahlkaempfenden.
Unterdessen hatte die EZLN bereits im Fruehsommer 2005 ihre 6. Erklaerung veroeffentlicht. Hierin hatte sie die Distanz zu jeder politischen Partei und damit zu politischer Korruption erklaert.
In der 6. Erklaerung formuliert die EZLN die Absicht, ein (inter-)nationales Kampfprogramm gegen Neoliberalismus entwickeln zu wollen. Die Notwendigkeit fuer ein solches Kampfprogramm ist fuer die EZLN das konsequente Ergebnis der Betrachtung der jahrhundertelangen Geschichte indigener Kaempfe um Selbstbestimmung, der Erfahrungen des eigenen Kampfes um Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit und der Analyse der aktuellen gesellschaftlichen Situation in Mexiko und weltweit.
Die 6. Erklaerung bedeutet damit nicht die Abwendung der EZLN vom Kampf um die Rechte der indigenen Voelker, aber sie bedeutet eine Wende in der Kommunikation: Weg von der so genannten Zivilgesellschaft, hin zu einer Vernetzung mit Kraeften und Organisationen, die sie als “links und unten” bezeichnen.
Nationale wie internationale Organisationen waren aufgerufen, die 6. Erklaerung zu unterstuetzen: 100e Organisationen aus Mexiko, die internationalen hinzugerechnet weit ueber 1000, solidarisierten sich mit der Erklaerung, woraufhin im Sommer eine (inter-)nationale Zusammenkunft der (Basis-)Linken in Chiapas stattfand.
Ergebnis des Treffens war die Uebereinkunft, eine andere Kampagne fuer ein (inter)nationales Kampfprogramm zu starten – parallel zum Wahlkampf in Mexiko: Die EZLN wird ab dem 1. Januar 2006 eine Delegation zu einer sechsmonatigen Reise durch ganz Mexiko in die Kommunen bzw. zu den Organisationen entsenden, die sie ausdruecklich eingeladen haben. Die EZLN kommt dabei nicht, um zu erzaehlen oder zu bestimmen, sondern um zuzuhoeren. Ergebnis dieser Reise soll eine mexikoweite Uebersicht ueber soziale Bedingungen und Kaempfe sein. Diese “Landkarte der sozialen Ungerechtigkeit” soll dann Basis einer Diskussion um die Konflikte und der Loesung, um das (inter-)nationale Kampfprogramm sein.
Mit “la otra campagna” verlaesst die EZLN abermals den “Urwald” und versucht, eine linke Vernetzung voranzutreiben: Konsequent, demokratisch, risiko-, aber auch aussichtsreich.
Der gestrige Auftakt der Kampagne in San Cristobal war eine kurze Initialzuendung, in der mehrere MitgliederInnen der Commandancia der EZLN nochmals die Adressierung und Motivation darlegten, Sub Marcos als “Delegado Zero” praesentierten und die Delegation offiziell verabschiedeten.
Evtl. koennen noch Bilder nachgereicht werden...
In Mexiko wird in wenigen Monaten ein neuer Praesident gewaehlt. Fuer viele MexikanerInnen ruhen dabei die Hoffnungen auf dem derzeitigen Buergermeister von Mexiko-City, dem Kandidaten der Linkspartei PRD, Lopez Obrador. Die mediale Berichterstattung ueber die Wahlkampfkampagnen wird dabei dominiert von Dokumentationen komprimierender Handlungen aller Praesidentschaftskandidaten: Verbindungen zu Drogenkartellen oder die Annahme von Schmiergeldern belegen die Korruption der Wahlkaempfenden.
Unterdessen hatte die EZLN bereits im Fruehsommer 2005 ihre 6. Erklaerung veroeffentlicht. Hierin hatte sie die Distanz zu jeder politischen Partei und damit zu politischer Korruption erklaert.
In der 6. Erklaerung formuliert die EZLN die Absicht, ein (inter-)nationales Kampfprogramm gegen Neoliberalismus entwickeln zu wollen. Die Notwendigkeit fuer ein solches Kampfprogramm ist fuer die EZLN das konsequente Ergebnis der Betrachtung der jahrhundertelangen Geschichte indigener Kaempfe um Selbstbestimmung, der Erfahrungen des eigenen Kampfes um Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit und der Analyse der aktuellen gesellschaftlichen Situation in Mexiko und weltweit.
Die 6. Erklaerung bedeutet damit nicht die Abwendung der EZLN vom Kampf um die Rechte der indigenen Voelker, aber sie bedeutet eine Wende in der Kommunikation: Weg von der so genannten Zivilgesellschaft, hin zu einer Vernetzung mit Kraeften und Organisationen, die sie als “links und unten” bezeichnen.
Nationale wie internationale Organisationen waren aufgerufen, die 6. Erklaerung zu unterstuetzen: 100e Organisationen aus Mexiko, die internationalen hinzugerechnet weit ueber 1000, solidarisierten sich mit der Erklaerung, woraufhin im Sommer eine (inter-)nationale Zusammenkunft der (Basis-)Linken in Chiapas stattfand.
Ergebnis des Treffens war die Uebereinkunft, eine andere Kampagne fuer ein (inter)nationales Kampfprogramm zu starten – parallel zum Wahlkampf in Mexiko: Die EZLN wird ab dem 1. Januar 2006 eine Delegation zu einer sechsmonatigen Reise durch ganz Mexiko in die Kommunen bzw. zu den Organisationen entsenden, die sie ausdruecklich eingeladen haben. Die EZLN kommt dabei nicht, um zu erzaehlen oder zu bestimmen, sondern um zuzuhoeren. Ergebnis dieser Reise soll eine mexikoweite Uebersicht ueber soziale Bedingungen und Kaempfe sein. Diese “Landkarte der sozialen Ungerechtigkeit” soll dann Basis einer Diskussion um die Konflikte und der Loesung, um das (inter-)nationale Kampfprogramm sein.
Mit “la otra campagna” verlaesst die EZLN abermals den “Urwald” und versucht, eine linke Vernetzung voranzutreiben: Konsequent, demokratisch, risiko-, aber auch aussichtsreich.
Der gestrige Auftakt der Kampagne in San Cristobal war eine kurze Initialzuendung, in der mehrere MitgliederInnen der Commandancia der EZLN nochmals die Adressierung und Motivation darlegten, Sub Marcos als “Delegado Zero” praesentierten und die Delegation offiziell verabschiedeten.
Evtl. koennen noch Bilder nachgereicht werden...
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Ergänzungen
Anmerkung
Momentan finden in San Cristobal Treffen zwischen Delegierten der Zapas und AktivistInnen anderer Gruppen die an der otra campaña beteiligt sind statt.
viva la sexta
Eine sehr spannende Zeit & Kampagne. Ich empfehle allen die mehr wissen wollen, die "6. Deklaration" zu lesen, da sie das Herzstueck der EZLN & der Kampagne ist und auf sympathische Art schildert, wo sie sich heute sieht & was sie vor hat. Gibts im Netz auch auf Deutsch, zB bei www.gruppe-basta.de
Schicke gleich noch ein paar Fotos.
foto 1
foto 2
und hier der beweis
hören
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
????
Solidarität nach Chiapas!
Das neue Jahr wird militant, für uns oder an die wand!!
seh ich das richtig...
???
das siehst du falsch
sieht nur ne bisschen so aus
Also ab geht die Solidarität ( naja finds immer blöd mit Solidarität um sich zu werfen )
@ über mir
emilio stalin
das ganze war aber, wie gesagt, der auftakt fuer die "andere kampagne", an der neben der ezln auch jede menge andere gruppen beteiligt sind. dementsprechend wurde man zugesch...en mit sachen von allen moeglichen parteien & organisationen. bevor hier jetzt die grosse "ezln goes stalinism"-diskussion losgeht... ;-)
Distanzierung vom Personenkult
Aber dann sollte sie auch so konsequent sein und nicht immer ihre Identifikationsfigur Marcos vorweg schicken, da so halt ein Personenkult entsteht. Ich kann verstehen, dass dieser genutzt wird, um erste Aufmerksamkeit zu erregen, die EZLN sollte es aber nicht dabei belassen.
Ich hoffe, die EZLN hat dies selber bedacht und handelt in naher Zukunft auch entsprechend.
Ansonsten: Starke Arbeit, die da geleistet wird, mit genau den richtigen Mitteln!