Impressionen vom 22C3

Keywan Najafi Tonekaboni, IMC NRW 28.12.2005 16:26 Themen: Netactivism
Der erste Kongresstag ist zu Ende und erste Eindrücke wurden bei Besuchern und Helfern gesammelt. Vom Hackcenter, über die Lounge und den Wikipedia-Stand zum NOC und POC in den oberen Ringen wird berichtet.
Zum dritten Mal findet der Chaos Communication Congress im Berliner Congress Centrum statt. Und wiedermal wurde versucht die Gemütlichkeit zu erhöhen. Das Hackcenter ist deutlich entzerrt und es gibt auch dort eine Art Lounge. Teppiche, aufgebockte Sitzgelgeheiten und gemütliche Sofas sind in einem Rondell aufgestellt. "Das hat mir letztes Jahr gefehlt.", meint Timo aus Stuttgart. "Oben gibt es zwar die Lounge, aber da läuft immer Musik und man konnte nicht so gut dort entspannen". Er ist zum zweiten Mal hier und war vom breiten Spektrum an Leuten so begeistert das er wieder hier ist. Auch das Vortragsprogramm findet er weitesgehend qualitativ hochwertig: "Besoders der Vortrag zu 'Buffer Overflows' hat mir gefallen".

Bernhard aus Bremen gefiel der Vortrag zu "Hacking CCTV". "Es gefällt mir sehr gut hier. Der Preis ist das alle Mal wert". Als Congress-Neuling relaxt er beim Lockpicking in der Lounge. Ebenfalls zum ersten Mal beim Congress ist Monorom von Etoy. Die Schweizer Künstlergruppe ist 2000 durch den "Toywar" bekannt geworden (siehe dazu Telepolis). Die ganze Gruppe ist angreist und findet den Congress sehr spannend. Das Titelthema "Private Investigation" hält Monorom für wichtig: "Die Auseinandersetzung mit dem Thema ist wichtig. Solche Events sind wichtig. Sowas inspiriert und man sammelt neue Gedanken.". Sie kritisiert aber die tiefe Frauenquote: "Die ist deutlich zu tief!". Der Austausch mit den anderen ist auch für Maximilian aus Niedersachsen das Interessante. Er hat sich mit Freunen auf dem oberen Ring gemütlich gemacht. Lediglich der Mangel an einem beliebten Konsummittel stört ihn, dass sei auf dem letzten Kongress besser gewesen.

In den oberen Ringen finden sich auch die Wikipedianer. Sie bieten eine Verlosung von hochwertigen Ausdrücken ausgewählter Wikipedia-Bilder. "Wir bieten Informationen. Der Austausch von Informationen und der Austausch von Wikipedianern untereinander ist hier möglich.", meint Harko, welcher zu später Stunde noch am Stand anzutreffen ist. Der erste Tag war für ihn sehr arbeitsintensiv.

Ganz so arbeitsintensiv wie erwartet war der Tag für den NOC-Helpdesk nicht. Das NOC ist das Network Operation Center. Dessen Helpdesk hilft Kongressbesuchern bei Netzwerkproblemen. Der große Ansturm blieb aber aus. "Das Netz lief dank ausgiebiger Planungen von Anfang an und es funktioniert scheinbar", meinen die freundlichen HelferInnen.

Neben dem NOC-Helpdesk findet sich das POC (Phone Operation Center) und die Leute von Eventphone. "Es sind 758 Telefone angemeldet und derzeit 480 Teilnehmer erreichbar. VoIP (Voice over IP, Internettelefonie, Anm. d. Autors) nicht dazu gerechnet", erklärt Ben von Eventphone. Jeder Kongressteilnehmer kann sein DECT-Telefon (Schnurlostelefon) mitbringen und im Kongress-Telefonnetz einbuchen. Intern sind die Gespräche kostenlos und auch per Durchwahl von außen zu erreichen. Durch Free World Dialup sind dieses Jahr sogar kostenlose Gespräche in Ausland möglich. "Pulver.com ist die Firma hinter FWDout. Wir haben da angerufen und die fanden die Sache so toll, dass die uns ein Freikontigent an Einheiten zur Verfügung gestellt haben", erzählt Ben.

Aber auch Indymedia ist auf dem Kongress aktiv. Spontan wurde noch ein Mini-IMC organisiert und eine Printausgabe zusammengestellt, welche in einer 1000er Auflage im Kongress verteilt wurde. Indymedia-Aktivistinnen sind im Hackcenter gleich zu Beginn neben den Blauen LEDs der Bochumer Chaoten (CCC-RP) zu finden und Treffen sich gegen 20Uhr für weitere Planungen in Saal 4.

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Ergänzungen

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