Zweite Nazidemo in Regensburg

[anita_f.] 19.12.2005 19:37 Themen: Antifa
Parallel zu einer Demonstration gegen Faschismus (siehe Indymedia-Bericht) fand am Samstag, den 17. Dezember die zweite von drei für Dezember geplanten Nazidemos in Regensburg statt.
Die Demonstrationsreihe wurde aufgrund eines angeblichen Übergriffs von Polizeibeamten auf einen Neonazi angemeldet.
Die dritte Nazidemo, die für den 24. Dezember 05 geplant war, wurde unter dem Vorwand, die Polizei hätte sich während der Demonstrationen den Forderungen der FaschistInnen entsprechend verhalten, abgesagt.
Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet versammelten sich auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums (Arcaden), das durch einen Übergang mit dem Bahnhof verbunden ist, während auf der anderen Bahnhofsseite die Auftaktkundgebung der antifaschistischen Demo stattfand. Unter den fünfzig bis sechzig FaschistInnen befanden sich Norman Bordin, Roland Wuttke, Hayo Klettenhofer und Willi Wiener (Kopf der Kameradschaft Asgard Ratisbona aus Regensburg). Wie bereits bei der ersten Nazidemo (Samstag, den 10.12.05) wurde der Verbindungssteg zwischen Bahnhof und den Arcaden zeitweise von der Polizei abgeriegelt, so dass nicht nur Gegendemonstranten, sondern auch BürgerInnen der Durchgang versperrt wurde.
Nach Ende der Auftaktkundgebung der Nazis wurde mehrmals versucht die Demoroute der FaschistInnen zu blockieren. Die Blockadeversuche der AntifaschistInnen scheiterten an dem immensen Polizeiaufgebot und brutalen Übergriffen durch das Unterstützungskommando (USK). AntifaschistInnen wurden ohne Vorwarnung und unter Gegröle von den Polizisten angegriffen, beleidigt und mit Tritten und Schlägen attackiert. Dabei wurde ein Antifaschist verletzt und musste notärztlich behandelt werden.

Aufgrund der Nazidemo kam es in Regensburg, wie schon letzten Samstag, zu einem Verkehrschaos. Dies und die Tatsache, dass sich am letzten Samstag vor Weihnachten sehr viele Menschen in der Regensburger Innenstadt aufhielten, sorgte dafür, dass die Neonazis die erwünschte Aufmerksamkeit erhielten.
Verstöße gegen die Demoauflagen durch die RechtsextremistInnen wurden von der Polizei erneut geduldet.
So traten einige FaschistInnen vermummt auf, Demoordner mussten nicht gestellt werden und verbotene Zeichen konnten öffentlich zur Schau gestellt werden. Außerdem wurde erneut Landser gespielt, obwohl diese Gruppe als terroristische Vereinigung eingestuft und verboten wurde.
Die Polizei wurde mehrmals auf diese Punkte hingewiesen, zeigte jedoch keine Reaktion.

Die Toleranz die den RechtsextremistInnen in Regensburg entgegengebracht wird und das überaus brutale Auftreten der Polizei gegenüber Gegendemonstranten macht die Stadt zu einem sicheren und attraktiven Veranstaltungsort für Neonazis.
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Ergänzungen

Wow!

Le Critique 19.12.2005 - 20:13
Da haben sich also tatsächlich 50 Dorfnazis irgendwo hingestellt und ihre Verrücktheit präsentiert. Man sollte eigentlich froh sein, daß die Nazis keine gesellschaftlich relevante Kraft sind und offensichtlich noch mehr Probleme haben, die Bevölkerung zu erreichen, als Linke. Und eigentlich könnte man sich nun den wirklich schlimmen Entwicklungen zuwenden. Denn Deutschland befindet sich wieder auf den Weg in eine faschistische Diktatur: In Deutschland wird die Bundeswehr demnächst wieder gegen den Bürger eingesetzt, immer mehr Länder werden von deutschen Soldaten heimgesucht, im EU-Parlament wurde letze Woche die Totalüberwachung ALLER Bürger beschlossen, in Bayern am selben Tag umgesetzt, die Folter wird stückweise wieder legalisiert, die Gewaltenteilung wird aufgehoben....
Ich habe den Eindruck, daß Antifa heute ein rein apolitisches Katz- und Mausspiel geworden ist. Von Kids, denen es zu gut geht und die keine Probleme mit den gesellschaftlichen realitäten haben. Papa zahlt ja alles. Der Kommentar von 19:56 offenbart das besonders deutlich. Es wird nicht einmal mehr versucht, Faschismus und seine Entstehung oder sein Background zu verstehen. Es wird auch keine antifaschistische, linke Politik an sich mehr betrieben. Man rennt einfach Woche für Woche denselben 50 Dorfnazi-Mitläufern hinterher und fühlt sich wie ein Held, wenn man denen mal eine Parole entgegengekreischt hat oder bei Indymedia stolz das 2 Millionste Bild von Norman Bordin gepostet hat.
Diese Personifizierung ist alles andere als Antifa. Und wenn ihr so tolle Streetfighter seid, dann sorgt dafür, daß diese Typen wirklich nicht mehr demonstrieren gehen werden. Und das schafft man nicht mit diesen verbalrdikalen Indypostings und auch nicht dem Hochhalten absolut dusseliger Transparante. Und letztlich macht ihr für die Nazis die Öffentlichkeitsarbeit.

Interessant...

Regensburger 19.12.2005 - 23:29
Obwohl die Mittelbayerische Zeitung ja schon schlechter geschrieben hat, ist
der heutige Artikel trotzdem Müll. Martin Löwenberg war da, grad dass er noch im letzten Satz erwähnt wurde. Pfui deibl, kann man da dem Schreiber nur sagen! Aber vielleicht lernen es die Reporter bzw. verantwortlichen Redakteure irgendwann auch noch, dass sie etwas selbstkritischer und ehrlicher schreiben sollten und vorallem mit mehr Respekt vor einen KZ-Überlebenden! Nur zu Erinnerung, "böse" Redakteure und Journalisten wurden von den nazis ähnlich schnell ins KZ geworfen wie Juden, Kommunisten und Gewerkschafter. Seit froh, dass ihr euren Beruf noch frei ausüben dürft und hofft dann nicht auf Hilfe von Links wenn es aufeinmal aus damit ist, man vergisst nur schwer wie man behandelt worden ist.

Apropo, ham sich die restlichen 50 Faschos scheinbar grad hinterm Lauti versteckt, waren ja angeblich so viel da...

Und das mit der Absage am 24.12. wird sich zeigen...

die versteckten kasperln...

... 19.12.2005 - 23:56
kurz nach drei sind noch n haufen von denen aus stuttgart oder so angekommen, haben extra mit dem demobeginn auf die gewartet,

klagen

fdighpao 20.12.2005 - 00:51
klagen strafvereitlung im amt und da ihr sie drauf aufmerksam gemacht habt unterlassene hilfeleistung

Anmerkung

Autor vom anderen Artikel über die Demo in R 20.12.2005 - 08:21
Falls es wen interessiert, hier mal zwei Kommentare zum Artikel auf www.donau.de über die Demo.

Höchstens 700
geschrieben von Sepp am 19.12.2005, 18:01
Also 1000 Leute ist maßlos übertrieben. Es waren höchsten 700 linke Demonstranten. Viele von ihnen waren stark alkoholisiert, und dürften von der Demo gar nichts mehr mitbekommen haben. Und von einen friedlichen Ablauf kann gar keine Rede sein, denn Pausenlos wurden die wirklich friedlich Demonstrierenden rechten angegriffen. Die stadt Regensburg sollte solche Aufmärsche der Falken und ähnlicher Gruppierungen in Zukunft verbieten.


Regensburg steht auf gegen die rechtsradikalen Umtriebe
geschrieben von rob am 19.12.2005, 21:03
wo waren regensburger hab nur paar blödgesoffene linke gesehen ein paar rentner, einige linke provozierten die rechten ständig wobei mir aufgefallen ist das die rechten den besseren charakter besaßen und mit vernunft auf die linke hetze reagierten. also ich sags die linken sind ein haufen ......., wo sich doch kein normaler regensburger auf deren seite stellen würde. liebe mz ich bin regensburger aber ich steh lieber auf gegen die linke umtriebe wo ihr unterstützt, werde mein abo kündigen.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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bilder

bilder 19.12.2005 - 19:56
mehr bilder bitte! es wurde ja fotografiert wie wild, wo bleiben die vielen hübschen nasenbilder?

keine inhaltliche ergänzung

... 19.12.2005 - 21:12
glaubst du nicht dass es wichtig ist, über diese geschehnisse zu berichten? verdeutlicht nicht das rigorose, brutale vorgehen der Polizei, um einen nazidemo an einem der wichtigsten konsumtage des jahres durchzusetzten, was im moment vor sich geht. dass diese nazidemo mit aller kraft durchgesetzt wurde, könnte ja vielleicht den ein oder anderen zum nachdenken bringen... oder nicht? zu fotos: es gibt auch andere nazis, die noch nicht "geoutet" wurden, also her mit den bildern!

@ keine inhaltliche ergänzung

ich 19.12.2005 - 21:33
du hast ja irgendwie recht. aber andererseits sind die prioritäten vielleicht wirklich bei einigen verschoben. wenn der faschismus wieder aufkommen sollte, sollte man das nicht zuliebe unwichtiger einkaufscenter-proll-nazis ignorieren. das eine muss ja nicht das andere ausschliessen. aber das tuts leider oft.
meine meinung dazu.

@ich

... 19.12.2005 - 23:05
deine kritik ist ja auch berechtigt! die prioritäten verschiebung liegt halt wahrscheinlich daran, dass mensch gegen die von dir erwähnten veränderungen (leider) ziemlich machtlos ist. die würstchen da oben sind halt näher und daher angreifbarer. inhaltliche arbeit ist auf jeden fall wichtiger, nur leider lassen sich die meisten menschen (wegen desinteresse) kaum erreichen. da muss erstmal der komplette weihnachtstrubelverkehr blockiert sein, damit sich die (meisten) regionalen medien gezwungen sehen zu berichten. so eine gelegenheit kann/ sollte für das transportieren eigener inhalte (flugis) genutzt werden... aber nutzt das was? is nich eh schon alles zu spät? soweit wie die überwachung, repression und der ganze mist schon fortgeschritten ist , gibt's da noch ein zurück?? die medienmanipulation funktioniert halt leider auch viel zu gut! wirft man mal einen blick durch die gesellschaft, wer kennt denn da schon indymedia oder liest es gar... der anteil ist doch verschwindend gering... boah! ganz schöne pessimisten kacke ;-)

fotos???

hg 20.12.2005 - 08:21
gibts fotos von den stuttgartern ????

@Regensburger

anti-regensburger 20.12.2005 - 14:03
wie du vielleicht aus dem tilel erfahren hast, handelt es sich hierbei um einen bericht über die NAZI-demo.

entschuldige meine polemik, aber ich denke das dort kein kz-überlenender gesprochen hat, oder!?!?
über die demo "faschismus ist keine meinung sondern ein verbrechen!" steht ja schon ein gesonderter bericht.

indymedia-nerds die tastatur klauen!