Rechtsextremer Alltag in Langewiesen(Thür)

Left Resistance Arnstadt [LRA] 05.12.2005 15:38 Themen: Antifa
Am Abend des 3. Dezembers kam es im nahe Ilmenau gelegenen Langewiesen erneut zu einer Eskalation rechter Gewalt. Auf dem hiesigen Weihnachtsmarkt rotteten sich, wie bei öffentlichen Veranstaltungen der Kleinstadt so üblich, zahlreiche Neonazis zusammen. 3 den Markt überquerende Jugendliche wurden verfolgt und suchten Schutz in einer Schule. Als die RechtsextremistInnen die Schule betraten, zögerten sie nicht weiter und schlugen zu.
Am Abend des 3. Dezembers kam es im nahe Ilmenau gelegenen Langewiesen erneut zu einer Eskalation rechter Gewalt. Auf dem hiesigen Weihnachtsmarkt rotteten sich, wie bei öffentlichen Veranstaltungen der Kleinstadt so üblich, zahlreiche Neonazis zusammen. 3 den Markt überquerende Jugendliche wurden verfolgt und suchten Schutz in einer Schule. Als die RechtsextremistInnen die Schule betraten, zögerten sie nicht weiter und schlugen zu. Die Polizei traf erst nach 20 min am Ort des Geschehens ein. Die Lage hatte sich bereits beruhigt und die Neonazis waren längst weg. Die Polizei nahm die TäterInnen, trotz Benennung durch die Opfer weder fest, noch schenkte sie dem Vorfall die nötige Beachtung. Die SchlägerInnen feierten unentwegt weiter.

Das Vorkommnis vom Samstagabend ist in Langewiesen keine Ausnahmeerscheinung und keinesfalls auf Streitigkeiten unter „normalen“ Jugendlichen zu reduzieren. Was sich in Langewiesen entwickelt ist eine gut organisierte und über alle Maße gewaltbereite, rechtsextreme Szene. Gewaltakte mit politisch motiviertem Hintergrund sind hier längst keine Seltenheit mehr, sondern stellen eine reale Bedrohung für all jene Menschen dar, die nicht ins engstirnige und intolerante Weltbild der Neonazis passen. Kaum einer der linken Jugendlichen der Stadt kann behaupten, er wäre noch nicht ins Visier der RechtsextremistInnen geraten. So kam es schon im Sommer dieses Jahres, am 22. Juni zu einem gewalttätigen Übergriff auf einen Jugendlichen, welchen eine Horde Rechtsextremer als politisch-links identifiziert haben wollten [Indymedia berichtete:  http://de.indymedia.org/2005/06/121309.shtml ]. Das Opfer erlitt auf der Langewiesener Kleinsportanlage schwere Verletzungen. Zu Hilfe eilende AntifaschistInnen wurden bedroht, „die Langewiesener Garage“, die letzte Anlaufstelle für Alternative, Linke und Punks, „werde noch brennen“.
Knapp 3 Monate später wollten die Neonazis ihrer Drohung wohl den passenden Ausdruck verleihen. Etwa 30-40 Neonazis stürmten am Abend des 10. September die Langewieser Garage und zerschlugen alles was ihnen in die Hände kam [LRA berichtete:  http://www.lra.antifa.net/index.php?show=news&readmore=69 ]. Glücklicherweise befanden sich in der Räumlichkeit an jenem Abend keine Menschen.

Dass gerade Langewiesen sich zu einem Schwerpunkt rechtsextremer Skinheads entwickelt, kommt jedoch nicht von ungefähr. Der städtische Jugendclub dient als beliebte Anlaufstelle für rechte Skinheads aus dem Langewiesener Umland. Hier trifft sich regelmäßig eine große Zahl rechter SchlägerInnen. Der Vorstand des Jugendclub und der städtische Jugendpfleger tolerieren die Neofaschisten nicht nur, sie beauftragen sie gar mit der Leitung des Treffs. So organisieren die Neonazis Konzerte und Feiern zu allerlei auch naziuntypischen Thematiken. Wer sich von der Beschaffenheit der BesucherInnen und OrganisatorInnen überzeugen will, werfe nur einen Blick auf den Bilderbereich der Internetpräsenz des Jugendclubs [  http://www.jc-reizverschluss.de/jugendclub.html ]. Auch ein ungeschultes Auge wird die Neonazis hinterm Bratwurst- und Bierstand bemerken, welche auch auf Feierlichkeiten außerhalb des Jugendclubs gut mit den BürgerInnen der Stadt zu harmonieren scheinen. Ausgehend von den öffentlichen Veranstaltungen des Jugendclubs und der Stadt ereigneten sich in einer beängstigenden Kontinuität Übergriffe auf Linke. Auch nach Gesprächen mit den Betroffenen sieht sich die Stadt nicht im Geringsten dazu veranlasst, angemessene Schritte gegen die Aggressoren einzuleiten. Im Gegenteil: Während der von Neonazis unterwanderte Jugendclub Fördergelder kassiert, werden die Linken der Stadt in ganzen Akten diffamiert und förmlich überwacht.

In Langewiesen entwickelte sich jüngst ein beängstigendes Klima für politisch-linke Jugendliche und Menschen mit migrantischem Hintergrund. Schockierende 4,4% der Menschen in Langewiesen wählten zur diesjährigen Bundestagswahl die NPD. Die städtische Realität sieht jedoch noch um Weiten schlimmer aus. Wir fordern:

Keine Fördergelder für Neonazis!
Keine Toleranz für braune SchlägerInnen in den Städten, Dörfern und Jugendzentren!
Weder in Langewiesen noch anderswo!
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Ergänzungen

tipps um

das problem öffentlich zu machen 05.12.2005 - 21:39
hi, is ja echt derbe was bei euch da so zusehen und zulesen ist.

wenn da mal wieder was in diesem jugendclub stattfindet, macht darauf aufmerksam, meldet euch bei der polizei.die werden im ersten moment nix machen, aber desinteressiert sind die ja auch nicht.Die müssen auch einen Jugendbeauftragten dort haben, meldet euch bei ihm. jedesmal wenn was passiert ist, ein konzert veranstaltet wurde etc. je öfter die was hören,desto aufmerksamer werden sie.
Aber geht auch mal zur pressestelle der Ortszeitung und fragt nach, ob die zb. was mitbekommen haben , von einem nazikonzert in der vergangenheit, am besten sollte es nicht länger als 2-3 tage zurückliegen.
wiederholt das solange(jedesmal wenn ein konzert stattfand) bis die zeitung aufmerksam wird.
organisiert euch , seit immer am start wenn ein konzert ist , macht die zustände öffentlich bis euch jemand gehör schenkt.


vorstand schwört auf totalitarismusansatz

ernst nolte 08.12.2005 - 20:28
In einer stellungnahme des jugendclub-vorstandes im Gästebuch desselben wird mehrmals "rechts" und "links" gleichgesetzt. jedoch wird die Antifa Arnstadt als eigentlicher übeltäter ausgemacht, weil sie es wagt, die armen langewiesener jugendlichen zu denunzieren. schon allein die wortwahl des vorstandes ("rechts" "links", kriegsschauplatz...) und die mehrmalige ankündigung von völlig abstrusen konsequenzen gegen die verfasser des artikels (anzeigen wegen urheberrecht, verleumdung...) weisen ungefähr die richtung, aus der der geistige (?) wind weht.

in der DDR scheint noch nicht angekommen zu sein, daß das konzept "akzeptierende jugendarbeit" mit nazis nachweislich nicht funktioniert, sondern diese die gebotenen freiräume schnellstens besetzen und für ihre "sache" nutzen. überhaupt, schimpft der vorstand, die antifanten sind ja sowieso an allem schuld: geburtstagsfeiern müssen ausfallen, "gewaltbereites potenzial" wird angelockt und auch daran ist die Antifa noch schuld: die altersstruktur im club ist aus dem lot weil die treudoofen langewiesener jungens und mädels bei so viel chaoten-hetze nicht mehr vorbeischauen! und die systempresse druckt den antifascheiß auch noch unrecherchiert ab! meine güte, hier scheinen hinterwäldler noch hinterwäldler zu sein. Durch dieses pamphlet zeigt der vorstand mehr als deutlich, daß die LRA genau das richtige getan hat! langewiesen ist wohl demnächst mal eine nächtliche reise wert. wir sollten uns dieses städtisch finanzierte bündnis aus nazis, prolls und dummbürgern nicht gefallen lassen!

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 14 Kommentare

Fälschung

Objektivität? 05.12.2005 - 17:04
In das Pic unten rechts wurde der Nazi ja wohl offensichtlich eingefügt.
Was soll so eine Irreführung? Das ist Manipulation, die können wir auf indy nicht brauchen!!!

(muss ausgefüllt werden)

(muss ausgefüllt werden) 05.12.2005 - 17:22
Die Person wurde nur heller gemacht, damit klar ist wer gemeint ist, denke ich

Ähhh

.. 05.12.2005 - 17:24
Schaut eher so aus als ob er nur hervor gehoben wurde, bzw. der Rand um ihn erhellt wurde um deutlich zu machen wer gemeint ist.

keine fälschung

okularist 05.12.2005 - 17:35
@objektivität :
erst genau hinschauen, dann überlegen, dann posten. jedenfalls nicht "offensichtlich eingefügt" sondern "offensichtlich aufgehellt".

der einäugige ist der könig

unter den blinden 05.12.2005 - 17:35
guck erstmal nach, bevor du was von fälschung laberst!

 http://www.jc-reizverschluss.de/images/openair150/bild%20(75).jpg

und nochma:

 http://www.jc-reizverschluss.de/images/openair150/bild%20(85).jpg

More Nazis on HP...

Nazis die Schuhe ausziehen 05.12.2005 - 17:46
Naja, ich weiß sowieso nicht, wieso hier bei Indy nur die harmlosen Bilder reingestellt wurden. Auf der HP des Jugendclubs sieht man auch Nazis in ThorSteiner-Klamotten etc.

Ist natürlich...

...nur hervorgehoben 05.12.2005 - 17:47
...und nicht reingeschnitten. Das Original findet sich hier:
 http://www.jc-reizverschluss.de/images/openair150/bild%20(75).jpg

ach du...

hanna 05.12.2005 - 18:23
das ist ja derbst, wie's da abgeht! was sagt denn die presse zu dem zustand?

da kann man euch nur viel kraft wünschen!

hanna

"braunes drecknest"

mensch 05.12.2005 - 19:39
lra unpolarisierend wie immer... :/

Ist ja mal wieder

typisch 05.12.2005 - 23:16
das die LRA so nen Aufriss macht. Ich war auch mal in diesem Club und da sind nur 4 Nasen stets und ständig anwesend, die scheinbar in diesem Club auch etwas zu sagen haben. Warum rafft ihr Euch nicht auf und macht diese Typen selber alle? Auf Eurer Seite prallt ihr ja schließlich auch mit allen möglichen Aktionen und tut so, als ob ihr die einzigen in Thüringen seid, die antifa mäßig was auf die Beine stellen. Prolls! Schisser seid ihr- nix anderes. Ist klar- mit 3 Mann würde ich den Club auch nicht stürmen wollen- meldet doch einfach ne Demo an und schon seid ihr mehr als nur 3! Anfangs fand ich ja auch gut, was ihr so macht- aber Eure Arroganz geht mir mitlerweile tierisch auf den Sack. Und nicht nur mir! immer die große Fresse. Dann zeigt doch mal, was ihr drauf habt- und was ihr wegen dem Club machen wollt. Ich bin gespannt.

@typisch

tube mitleid 05.12.2005 - 23:44
schlechter versuch. noch bisschen üben, dann klappts :-)


@Mods: Naziposting löschen!!

den Guten 06.12.2005 - 21:36
Der Beitrag von Left Resistance Arnstadt [LRA] 06.12.2005 20:03 ist ein Nazifake. Bitte so'n Fakemüll nicht nur in den grauen Bereich verschieben, sondern löschen, die Gruppe postet keine Ergänzungen, erst recht nicht so einen Müll.

Danke!

es ist mal wieder an der zeit....

Red 06.12.2005 - 22:05
Tach Genossen und Genossinnen!

der lage zufolge ist es mal wieder an der Zeit ne Spontandemo zu machen un zu Zeigen was Antifaschistische Arbeit heißt!

Kriegt da nen Fuß rein un macht aus dem Nazi club eine Antifa Party
die bullen werden eh Angst haben um da einzugreifen solange es nur Dorf bullen sind!

also Fangt an Leute!

Nachfrage

Mr. Nachfrage 07.12.2005 - 12:03
- "In der Nacht vom 10. zum 11.September (11.09.05 - hinzugefügt ) stürmten ca. 40......"
Quelle:  http://www.lra.antifa.net/index.php?show=news&readmore=69

- "Tagesordnung der Clubversammlung am 30.10.05 ..... 1. Gründe für die Clubschließung vom 10. bis 17.10.05 ............ 4.Thema: Garage (intern)"
Quelle:  http://www.jc-reizverschluss.de/content/mitgliederinfo.html


Gründe für die Clubschließung - Die würden mich auch interessieren.