TU Dresden: Klaut die Listen!
An der Tu Dresden sorgte vergangene Woche ein Aufruf zum Klau und Boykott der Anwesenheitslisten für Unruhe.
Ein ödes Pflaster: die TU Dresden. Jenseits von Partys gehen studentische Initiativen gegen null. Zwischendurch rufen ein paar Studis noch zu „freiwilligen Studiengebühren“ auf [
http://www.studentenstiftung.de/]. Umso erfreulicher eine Aktion, die aktuell für einige Unruhe sorgte:
Vor zwei Wochen tauchten überall im Unigelände Plakate auf, die gut sichtbar zu einer WOCHE DES LISTENSCHWUNDS VOM 21.-25.11. aufriefen. Hintergrund: seit Einführung der neuen Studienmodelle werden in Vorlesungen, Seminaren und Übungen verstärkter Anwesenheitskontrollen durchgeführt. Das heißt: am Schluss der Veranstaltung geht eine Liste um, auf der jedeR unterschreiben muss. Wer mehr als zweimal gefehlt hat, ist raus – unabhängig von sonstigen Leistungen. Effekt: volle Seminare mit gelangweilten Studierenden, Sitzplätze auf dem Fußboden. Inhaltliche Diskussionen sind da völlig unmöglich. Mit dieser Situation scheinen sich einige nicht mehr abfinden zu wollen.
In dem verbreiteten Aufruf heißt es: "Wir haben keine Lust auf diese Kontrollen. Keine Lust darauf, ständig auf unsere körperliche Anwesenheit kontrolliert zu werden. Keine Lust darauf, zu lernen, was uns vorgeschrieben wird. Keine Lust zu lernen, nur um auf dem Arbeitsmarkt später besser ausgebeutet zu werden. Keine Lust auf ein Studium, in dem es immer mehr darauf ankommt, uns mit wirtschaftlich verwertbarem Wissen vollzustopfen, während andere Menschen davon komplett ausgeschlossen sind." [
http://www.selbst-denken.de/index.php/Main/KlautDieListen ]
Ein paar Eindrücke der Woche: auf dem Campus und vor den Plakaten fanden sich interessiert lesende und diskutierende Studis, welche zwar geteilter Meinung waren (meiner Ansicht nach überwiegend positiv), aber selbst an einer eher unpolitischen Uni, wurde damit eine Debatte angestoßen. So forderte Professor P. beim Fachschaftsrat der Philosophischen Fakultät eine offizielle Stellungnahme. Die Antwort, recht ermutigend: „...möchte hiermit klarstellen, dass er nichts mit den Plakaten oder Flyern zu tun hat... Prinzipiell befürwortet der FSRphil durchaus eine Diskussion über die Sinnhaftigkeit von Anwesenheitslisten...“
Und: tatsächlich scheinen in zahlreichen Veranstaltungen Anwesenheitslisten verschwunden und boykottiert worden zu sein. Einige Lehrkräfte zeigten ziemliche Verunsicherung, da manche mit solch einfachen Mitteln ihre Autorität und ihren Alleinbestimmungsanspruch gefährdet sähen. Lehrende verweigerten den völlig verdutzten einschreibewilligen Studenten in dieser Woche die Ausgabe von Anwesenheitslisten. Der Aufruf betont jedoch: „[Wenn ihr eine Liste klaut, schreibt der Dozentin einen netten Brief, um eure Motive klar zu machen. Schließlich richtet sich die Aktion nicht gegen die Dozentinnen. Auch sie sollten ein Interesse daran haben, sich gemeinsam mit uns etwas gegen die Zustände auszudenken.]“
Vielleicht gibt es ja Nachahmer in anderen Unis. Wie die in Dresden losgestoßene Diskussion sich entwickelt wird, mit Spannung weiter verfolgt. Es ist durchaus denkbar, dass sich der Listenklau fortsetzen wird und weitere Aktionen erfolgen - "von denen, denen die Welt zu Rund ist, um still in der Ecke zu sitzen".
Eine weitere Erklärung [LINK AKTUALISIEREN] scheint dies anzudeuten. Dort wird angekündigt: „[Der Listenklau war ein Anfang. Unzureichend, wie jeder Anfang. Es gibt vieles, was falsch läuft in Uni und Gesellschaft. Aber Ideen haben wir genug. Mal sehen, wo und wie es weitergeht. Wir sehen uns.]“
http://www.studentenstiftung.de/]. Umso erfreulicher eine Aktion, die aktuell für einige Unruhe sorgte: Vor zwei Wochen tauchten überall im Unigelände Plakate auf, die gut sichtbar zu einer WOCHE DES LISTENSCHWUNDS VOM 21.-25.11. aufriefen. Hintergrund: seit Einführung der neuen Studienmodelle werden in Vorlesungen, Seminaren und Übungen verstärkter Anwesenheitskontrollen durchgeführt. Das heißt: am Schluss der Veranstaltung geht eine Liste um, auf der jedeR unterschreiben muss. Wer mehr als zweimal gefehlt hat, ist raus – unabhängig von sonstigen Leistungen. Effekt: volle Seminare mit gelangweilten Studierenden, Sitzplätze auf dem Fußboden. Inhaltliche Diskussionen sind da völlig unmöglich. Mit dieser Situation scheinen sich einige nicht mehr abfinden zu wollen.
In dem verbreiteten Aufruf heißt es: "Wir haben keine Lust auf diese Kontrollen. Keine Lust darauf, ständig auf unsere körperliche Anwesenheit kontrolliert zu werden. Keine Lust darauf, zu lernen, was uns vorgeschrieben wird. Keine Lust zu lernen, nur um auf dem Arbeitsmarkt später besser ausgebeutet zu werden. Keine Lust auf ein Studium, in dem es immer mehr darauf ankommt, uns mit wirtschaftlich verwertbarem Wissen vollzustopfen, während andere Menschen davon komplett ausgeschlossen sind." [
http://www.selbst-denken.de/index.php/Main/KlautDieListen ] Ein paar Eindrücke der Woche: auf dem Campus und vor den Plakaten fanden sich interessiert lesende und diskutierende Studis, welche zwar geteilter Meinung waren (meiner Ansicht nach überwiegend positiv), aber selbst an einer eher unpolitischen Uni, wurde damit eine Debatte angestoßen. So forderte Professor P. beim Fachschaftsrat der Philosophischen Fakultät eine offizielle Stellungnahme. Die Antwort, recht ermutigend: „...möchte hiermit klarstellen, dass er nichts mit den Plakaten oder Flyern zu tun hat... Prinzipiell befürwortet der FSRphil durchaus eine Diskussion über die Sinnhaftigkeit von Anwesenheitslisten...“
Und: tatsächlich scheinen in zahlreichen Veranstaltungen Anwesenheitslisten verschwunden und boykottiert worden zu sein. Einige Lehrkräfte zeigten ziemliche Verunsicherung, da manche mit solch einfachen Mitteln ihre Autorität und ihren Alleinbestimmungsanspruch gefährdet sähen. Lehrende verweigerten den völlig verdutzten einschreibewilligen Studenten in dieser Woche die Ausgabe von Anwesenheitslisten. Der Aufruf betont jedoch: „[Wenn ihr eine Liste klaut, schreibt der Dozentin einen netten Brief, um eure Motive klar zu machen. Schließlich richtet sich die Aktion nicht gegen die Dozentinnen. Auch sie sollten ein Interesse daran haben, sich gemeinsam mit uns etwas gegen die Zustände auszudenken.]“
Vielleicht gibt es ja Nachahmer in anderen Unis. Wie die in Dresden losgestoßene Diskussion sich entwickelt wird, mit Spannung weiter verfolgt. Es ist durchaus denkbar, dass sich der Listenklau fortsetzen wird und weitere Aktionen erfolgen - "von denen, denen die Welt zu Rund ist, um still in der Ecke zu sitzen".
Eine weitere Erklärung [LINK AKTUALISIEREN] scheint dies anzudeuten. Dort wird angekündigt: „[Der Listenklau war ein Anfang. Unzureichend, wie jeder Anfang. Es gibt vieles, was falsch läuft in Uni und Gesellschaft. Aber Ideen haben wir genug. Mal sehen, wo und wie es weitergeht. Wir sehen uns.]“
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Ergänzungen
Super Aktiönchen
Berliner Solidarität
interessant sind aber die repressionsmittel einiger dozentInnen. nach einem listenklau wird jetzt überlegt diese abzuschaffen, allerdings dafür zwangsweise klausuren in jedem modul, wie es doch jetzt so schön heisst, einzuführen.
also nötig ist: widerstand gegen diese permanenten kontrollversuche
unnötig: diese listen mitsamt ihrem neoliberal touch versehenen Bachelor/Master studiengängen
Es knistert.. Link zur zweiten Erklärung
Stud. Engagement in Drsd. / Studentenstiftung
Zudem: Die Vielfalt an Studenteninitiativen ist groß an der TU Dresden! Siehe auch [
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Aktionen für den Alltag — Listen Clown
Sand im Getriebe — Faust
listen klauen? — listendieb