Venezuela/Mexiko: Fehlschuss für Fox
Die Reaktion der mexikanischen Regierung folgte bald: Sie forderte eine Entschuldigung und drohte mit dem Abzug des mexikanischen Botschafters aus Venezuela, wenn diese nicht innerhalb von 24 Stunden erfolgen würde. Anstatt sich aber zu entschuldigen, ging der venezolanische Außenminister Alí Rodríguez Araque in die Offensive und erklärte Fox verantwortlich für den Streit. Bevor das Ultimatum abgelaufen war beorderte er den Botschafter aus Mexiko zurück nach Venezuela.
In Caracas gingen dann zehntausende Menschen auf die Straße und zogen mehrere Stunden vom Parque del Este im Osten der Stadt bis zum Präsidentenpalast Miraflores, wo unter anderem der Vizepräsident José Vicente Rangel und der Präsident Hugo Chávez sprachen. Das Ziel der Demonstration war dabei klar: Es wurde nicht einfach die "eigene" venezolanische Position gegen die "andere" mexikanische verteidigt, sondern die neoliberale Politik des mexikanischen Präsidenten kritisiert, die nicht den Interessen der Bevölkerung entspricht und die Solidarität mit dem mexikanischen "Brudervolk" bekräftigt. Überall waren mexikanischen Fahnen zu sehen und immer wieder wurden mexikanische Persönlichkeiten wie Emiliano Zapata und Pancho Villa gewürdigt. Auch der Präsident trat geimsam mit Mariachimusikern mexikanische Lieder singend mit einem Sombrero auf und sprach vor einem Transparent mit den Konterfeis Zapatas, Villas und des lateinamerikanischen Idols Simón Bolívar. So hatte sich Fox das vermutlich nicht vorgestellt.
Zum Streit
20.11.2005: Streit zwischen Fox und Chávez hält an - Poonal
20.11.2005: Vize: Akt der Bekräftigung der Freundschaft mit Mexiko - Linkszeitung
18.11.2005: Streit um Freihandel - Telepolis
15.11.2005: Chavez legt sich mit Fox an - derStandart
Zu Venezuela bei Indy
19.10.2005: Meldungen aus Venezuela
13.10.2005: 12. Oktober: Tag des indigenen Widerstandes
10.10.2005: Venezuela: Kampf dem Latifundium
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen
ich hätte da sone Frägä....
Wär bestimmt wichtig für die Beurteilung aus Sicht der deutschen radikalen Linken ob sich da bloß wieder neue Machstrukturen (Kader usw.) a la Staatssozialismus (bloß Staatssozialismus mit Ölgeld) aufbauen oder ob das ganze wirklich einigermaßen basisdemokratisch / möglichst antigierarchisch läuft
@ über mir
Ob die von Chavez propagierte ökonomische Integration Lateinamerikas unter Ausschluß der USA und Kanadas (siehe ALBA) so toll für das Gros der Venezuelaner sein wird, darf man zumindest bezweifeln. Die Mehrung des nationalen Reichtums Venezuelas, die sich Chavez zweifelsohne von diesem EU-ähnlichen panamerikanischen Projekt verspricht (in dem Venezuela die Rolle zukommen soll, die Deutschland oder Frankreich in der EU spielen), ist nämlich nicht unbedingt identisch mit einem realen Einkommenszuwachs in der lohnabhängigen Bevölkerung. Chavez verspricht viel und geriert sich radikal, an realen Erfolgen hat er jedoch trotz der hohen Einnahmen aus dem Ölexport bisher wenig vorzuweisen.
blupp
aufruf linker organisationen und
ha
wie herrlich ist das denn. gibts davon bilder?
@blupp 24.11.2005 21:05
@blubb
(Das heißt aber noch lange nicht, dass wir es bei dem venezulanischen Petrosozialismus mit einer aufgestülpten verknöcherten Pseudorevolution oder etwa mit einer Neuauflage der DDR zu tun hätten.
Die breite Unterstützung aus der Bevölkerung für das bolivarianische Modell und Chavez ist meiner Ansicht nach allen Propaganda- und Gegenpropagandasendern zum trotz echt! Wer sich mit dem venezulanischen Modell auseinandersetzt, muss aber natürlich aufpassen, die Angelegenheit nicht zu verklären. Eine globale Perspektive bietet ein auf die Nation oder bestenfalls die Region gekehrtes sozialistische Modell nämlich ebensowenig wie all die anderen Versuche der Vergangenheit. Die venezulanische Haltung gegenüber Amerika mag begründet sein, gleichzeitig fördern aber die reisserischen Sprüche in den Medien die Bildung von Feindbildern, so, als ob der böse Kapitalismus im Norden tatsächlich für alle Übel in Venezuela verantwortlich wäre. Ein äusserer Feind ist immer praktisch, wenn mensch sich nicht ernsthaft mit den inneren Problemen auseinanderzusetzen weiss. Ausserdem werden scheinbar auch in Venezuela fast alle Probleme ausschließlich auf eine soziale Frage reduziert. Das Interesse an Atomkraft, Abholzung des Regenwaldes, Zentralisierung, Industrialisierung, Schaffung neuer Abhängigkeiten und Risikofaktoren, nur einige Punkte der Kehrseite des venezulanischen Modells.)
@meinereiner
VTV-Stream
http://streaming.impsat.net.ve/vtv
mms://streaming.arcoiris.tv:8888/ (läuft über mediaplayer: copy&paste)
Ergänzung zu Herrn Dr. Ali Rodriguez Araque
¿ Venezuela, politico, medio ¿