Vorbereitungen für den morgigen Zapfenstreich

Unbekannter Deserteur 18.11.2005 17:03 Themen: Militarismus
Heute fanden in Hannover die letzten Vorbereitungen für den morgen (19.11.05) stattfinden Zapfenstreich statt. Die Bundis übten nochmal das Strammstehen, ArbeiterInnen bauten Zäune auf und die gesamte Rückseite des hannoverschen Rathauses verwandelte sich in eine Art Gruselkabinett.
Gerhard Schröder soll morgen zum Abschluss seiner 7-jährigen Amtszeit als Bundeskanzler mit einem großen Zapfenstreich in Hannover verabschiedet werden. Der Zapfenstreich, welcher von der Bundeswehr initiiert wird, ist eine Art Danksagung des Militärs für besondere Verdienste des Kanzlers. Schröder selbst ließ verlauten, dass er nicht darum gebeten hätte, es aber auch schlecht ausschlagen könne.

Die Vorbereitungen der Bundeswehr am heutigen Tage, ermöglichten schonmal einen kleinen Vorgeschmack auf die morgige Prozession. Mit (noch nicht brennenden) Fackeln marschierten ca. 200 Soldaten im Gleichschritt hinter dem "Neuen Rathaus" auf, um morgen kein schlechtes Bild abzugeben. Interessierte Bürger, vornehmlich ältere Personen, blieben neugierig stehen und fingen an von den alten Zeiten zu sprechen. Genau diesen Eindruck erweckte auch das Schauspiel. Auch wenn heute nur die abgespeckte Version zu sehen war, wird der morgige Aufmarsch von den blau-schwarzen Uniformen, Stahlhelmen und brennenden Fackeln dominiert sein und eher an den Nationalsozialismus erinnern, als irgendetwas anderes zu bewirken.

Mit öffentlichen Gelöbnissen und großen Zapfenstreichen soll eine Normalisierung des Militarismus in den Köpfen der Menschen hervorgerufen werden. Je mehr ein Mensch mit rituellen, militärischen Zeremonien konfrontiert wird, die in der Öffentlichkeit noch als besonderer Akt der Danksagung verkauft werden, desto mehr Rückhalt findet die Bundeswehr in der Bevölkerung. Militarismus, "soldatische Tugenden" und Angriffskriege werden dadurch zunehmend zum bürgerlichen Normalzustand.

Lasst uns diese Entwicklung nicht länger hinnehmen. Zeigt den Herschenden und den SoldatInnen, dass ihre "preußischen Tugenden" nirgend anders wo hingehören, als in die verstaubte Literatur der Antiquariate.

WENN HIER WAS GEZAPFT WIRD, DANN BIER!!!

ZAPFENSTREICH ABBLASEN!!!


Die letzten News unter:  http://www.zapfenstreich-kippen.de.vu
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Ergänzungen

Infos

freebse 18.11.2005 - 17:50
dazu bliebt nicht viel zu sagen...

Dert gesamte Park hinter dem Rathaus wird morgen abgesperrt. Auf der linken Seite (vom Tamplatz aus gesehen) baut die Presse auf, diese Stelle ist ziemlich nah an dem Aufmarschplatz.

Wie weit morgen abgesperrt wird, ist noch offen, es kann sich auch auf die umliegenden Strassen ausweiten, Vorbereitungen dafuer gibt es. Es wurden Sperrgitter aufgestellt um den ganzen Rathauspark. Dazu noch Sichtschutz in Form von abgedeckten Bauzaeunen.

weitere Infos sowie Karten findet ihr unter:

 http://www.zapfenstreich-kippen.de.vu/

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Von 10 - 19 Uhr findet in der VHS, genau gegenueber dem Rathaus (Theodor-Lessing-Platz 1) der 4. Friedenspolitische Kongress statt.

weiter Infos:

 http://www.nananet.de/friedensbuero/aktuelles.htm

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Um 19 Uhr ist am Agiendientorplatz, vor der Sparkasse eine Kundgebung angemeldet von der Friedensgruppe der DFG-VK.

BITTE RESPEKTIERT IHREN FRIEDLICHEN CHARAKTER !!!

Nach der Kundgebung gibt es einen Demonstrationszug zum Maschsee Nordufer, der ca. 20 Uhr dort sein wird. Die Demo wird vermutlich von der Polizei angeführt, die dann auch die Route vorgibt.

Infos:

 http://projekte.free.de/bordenau/Kundgebung19.11.pdf

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Ab 19:30 Uhr bitten wir um zahlreiches Erscheinen zu dezentralen Aktionen rund um das Rathaus. Bringt alles mit was Krach macht. Gegen zu lautstarke Stoerer will die Polizei mit einem Grossaufgebot vorgehen.

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MATERIAL

Stadtplan:

 http://projekte.free.de/bordenau/Stadtplan.jpg

Stadtplan (s/w mit Einzeichnungen:

 http://projekte.free.de/bordenau/Stadtplan%20markiert.jpg

Liebe Leute....

Harald 18.11.2005 - 19:22
...lasst uns solche Bilder bitte morgen verhindern!!!

.

. 18.11.2005 - 20:18
Die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" schreibt heute über den Zapfenstreich: "Schröder durfte sich für das festliche musikalische Wechselspiel drei Stücke selbst aussuchen, wie es der Tradition der Bundeswehr entspricht. Der scheidende Kanzler wählte 'Summertime' von George Gershwin, Kurt Weills 'Moritat von Mackie Messer' aus Brechts 'Dreigroschenoper' und Frank Sinatras 'My way', sagte ein Sprecher der Bundeswehr."

ARD überträgt ab 20.15 Uhr live

18.11.2005 18.11.2005 - 23:50
Großer Zapfenstreich für Kanzler Schröder in Hannover

Mit einem Großen Zapfenstreich will die Bundeswehr den scheidenden Bundeskanzler Gerhard Schröder am Samstag am Rathaus in Hannover feierlich verabschieden. Das Erste wird mit Gabi Bauer als Moderatorin und Rolf-Seelmann Eggebert als Kommentator live dabei sein.

Sicherheitsstufe eins

Rund 600 Gäste werden um 18.30 Uhr zum Empfang in der Rathaushalle erwartet. Schaulustige haben allerdings keine Chance: Der Bereich rund um das Rathaus wird weiträumig abgesperrt, während der Feierlichkeiten gilt die Sicherheitsstufe eins. Wie Hannovers Polizeipräsident Hans-Dieter Klosa am Freitag mitteilte, werde mit Demonstranten gerechnet, die das Ritual durch Lärm stören wollen. Laut Klosa sind die Einsatzkräfte jedoch auf mögliche Störungen und Angriffe vorbereitet. "Wir legen Wert darauf, dass der Kanzler in seiner Heimatstadt einen würdigen Abschied erfährt", sagte er.

Abschied mit Sinatras "My Way"

Um 20.10 Uhr beginnt der Zapfenstreich nach strikt festgelegtem Ablauf unter freiem Himmel, zwischen Rathaus und Maschteich. Fackelträger und zwei Züge Soldaten unter Gewehr ziehen auf, während Militärmusiker den Yorckschen Marsch spielen. Rund 1.200 Soldaten werden anwesend sein. Bis um 21.00 Uhr folgt eine Mischung aus Musik und militärischen Zeremonien. Beendet wird der Zapfenstreich mit der Nationalhymne und der Abmeldung bei Gerhard Schröder. Zur Tradition gehört es auch, dass der Geehrte drei Musikwünsche frei hat. Für Schröder wird das Stabsmusikkorps "My Way" von Frank Sinatra, George Gershwins "Summertime" und die "Moritat von Mackie Messer" aus Bertolt Brechts "Dreigroschenoper" intonieren. Angeblich hatte sich Schröder auch den Elvis-Presley-Titel "In The Ghetto" gewünscht, der jedoch nicht gespielt wird.

Die Tradition des Zapfenstreichs

Der Zapfenstreich ist von jeher ein Symbol für den Rückzug oder den Beginn der Nachtruhe. Die Sitte entstand im 16. Jahrhundert: Um die Landsknechte der Armeen ins Lager zurückzubringen, wurde auf den Zapfen eines Fasses geschlagen, womit zugleich der Ausschank beendet war. Dazu wurde getrommelt und gepfiffen.

Bei der Bundeswehr wird der traditionelle Begriff in den Kasernen noch immer für den Beginn der Nachtruhe genutzt. Allerdings ist der Zapfenstreich zu einer bestimmten Zeit nur noch für Rekruten im Grundwehrdienst bindend.

Der Große Zapfenstreich ist dagegen das höchste Zeremoniell der Bundeswehr. Mit ihm werden ranghohe Persönlichkeiten geehrt, meist verbunden mit der Verabschiedung aus einem Amt. Wem diese Ehre zuteil wird, entscheidet das Bundesverteidigungsministerium. Zur Verabschiedung von Schröders Vorgänger Helmut Kohl im Jahr 1998 hatte die Bundeswehr den Großen Zapfenstreich auf dem Rathausplatz in Speyer abgehalten.

Stand: 18.11.2005 16:19
NDR

Infos

Spaziergang1 19.11.2005 - 06:44
der rings um den Park aufgestellte Sichtschutz...

Infos

Spaziergang2 19.11.2005 - 06:48
und das Gegenmittel ein 17er :) und die Schraube dreht sich nicht mal mit, ein Fahrradknochen tut es leider nicht.

Kongressprogramm

peacenix 19.11.2005 - 08:36
Von 10 bis 19 Uhr findet gegenüber vom hannoverschen Rathaus der IV. Friedenspolitische Kongress statt. Da kann man sich erst mal schlau machen, was nie schadet, und dann kann man zum Zapfenstreich rüberschlendern. Programm des Kongresses siehe:
 http://www.nananet.de/bwdag/downloads/2005/FriedenskongressIV.pdf

Straßensperrungen

Infomutation 19.11.2005 - 12:12
In Hannover findet heute die Verabschiedung von Gerhard Schröder am Neuen Rathaus statt, der sogenannte Zapfenstreich! Deswegen ist die Culemannstraße und die Willy-Brandt-Allee teilweise seit 12 Uhr gesperrt. Ab 16 Uhr wird dann auch der Friedrichswall in beiden Richtungen gesperrt.

Hannoversche Allgemeine Zeitung...

Leser 19.11.2005 - 13:15
... von heute berichtet!

Hannoversche Allgemeine Zeitung... (2)

noch´n Leser 19.11.2005 - 13:18
... berichtet!!!

zapfenstreich abpfeifen

np-leser 19.11.2005 - 15:22
Schröder-Abschied: Polizei rechnet mit Störern
Hannovers Polizeipräsident Hans-Dieter Klosa rechnet damit, dass Demonstranten den Großen Zapfenstreich für Bundeskanzler Gerhard Schröder in seiner Heimatstadt stören wollen. „Wir gehen davon aus, dass es Versuche geben wird, die Veranstaltung vor allem verbal durch Lärm zu stören”, sagte Klosa der dpa am Freitag. Es gebe aber keinerlei Hinweise, dass auch Gewalttätigkeiten geplant seien.
Die Bundeswehr will den scheidenden Kanzler am Samstag am Rathaus in Hannover mit einem Großen Zapfenstreich verabschieden. Das Gelände rund um die Veranstaltung wird weiträumig abgesperrt, nur geladene Gäste werden Zutritt haben.
Polizeipräsident Klosa betonte: „Wir werden jeden Versuch, diese Veranstaltung akustisch zu stören, sofort unterbinden. Wir legen Wert darauf, dass der Kanzler in seiner Heimatstadt einen würdigen Abschied erfährt.” Bei einer genehmigten Gegenkundgebung von Kriegsdienstgegnern rechnet die Polizei zwar nur mit 50 bis 100 Teilnehmern, weitere unangemeldete Aktionen seien aber nicht auszuschließen.
Klosa betonte: „Wir haben genügend Kräfte, um mögliche Störungen und Angriffe auf die Veranstaltung abzuwehren.” Zuvor hatte es Bedenken gegeben, dass die Polizei nicht genügend Beamte zur Sicherung der Veranstaltung zur Verfügung haben könnte, weil sich in der Region Gorleben mehrere tausend niedersächsische Polizisten um die Sicherung des Castor-Transportes kümmern müssen, der am Samstagabend starten soll.

ja wat denn ... ?

Herri Zapfer 20.11.2005 - 10:44
Während der scheidende Bundeskanzler Gerhard Schröder in seiner Heimatstadt Hannover mit dem höchsten militärischen Zeremoniell, dem großen Zapfenstreich, feierlich aber unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen verabschiedet wurde, demonstrierten mehrere hundert Leute gegen diese Militaria-Zeremonie.
Mit viel großen Tönen wurde in Hannover gegen den "Großen Zapfenstreich" für Kriegs- und Agenda2010-Kanzler Gerhard Schröder angegangen. Leider ließen sich nicht allzu viele Leute mobilisieren. Auch an fantasievollen Aktionen mangelte es. Nichtsdestotrotz: die Bundeswehr und Schröder haben aufgrund der effektiven Proteste in Bordenau, am 12.11.05 gegen das "Feierliche Gelöbnis" von 700 Rekruten, und aufgrund von viel virtuellem Wind auf Hochsicherheitsstufe 1 geschaltet gehabt. HöHö.
Entscheidend ist: Die Bundeswehr war gezwungen ihre militaristischen Rituale hinter einem Großaufgebot von Polizei und Feldjägern zu verstecken. Das ganze Gelände rings um das hannoversche Rathaus wurde nicht nur abgesperrt, sondern auch mit einem Sichtschutz versehen.
Wenn das Militär sich aufgrund von ein wenig Drohung derartig ein-igelt – dann ist das gut und nicht schlecht! Scheißegal, was denn nun an Widerstand am 19.11. gut oder schlecht gelaufen ist.


Die Medien berichten folgendes:

Protest gegen "Schröders Zapfenstreich"
Gegendemonstration in Hannover zur feierlichen militärischen Verabschiedung des Bundeskanzlers

(gs) Während der scheidende Bundeskanzler Gerhard Schröder in seiner Heimatstadt Hannover mit dem höchsten militärischen Zeremoniell, dem großen Zapfenstreich, feierlich aber unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen verabschiedet wurde, demonstrierten mehrere Gruppen gegen die Zeremonie.
Die Polizei, die mit einem Großaufgebot die Demonstrationen sicherte und den Bereich um das Rathaus ohnehin weiträumig abgesperrt hatte, meldete keinerlei Zwischenfälle.
Der Protest der insgesamt über 150 Demonstranten richtete sich zum einen gegen Schröders vergangene Politik und gegen das militärische Zeremoniell und die Bundeswehr im Speziellen.

 http://www.nonstopnews.borgmeier-media.de/meldung.php?ID=2975&JG=0



Protest gegen Sondermaßnahmen zum Abschieds-Zapfenstreich für Gerhard Schröder
19.11.05 - In einem gestern heraus gegebenen Flugblatt fordert der Kreisverband Hannover-Braunschweig-Hameln der MLPD die "sofortige Aufhebung der Sondermaßnahmen bei der Verabschiedung von Kanzler Schröder". Weiter heißt es darin:

Seit heute Mittag ist der Bereich um das Rathaus und den Maschpark für den Autoverkehr gesperrt. Das Rathaus war für Besucher geschlossen. Das ganze Areal wurde zum "Sperrgebiet" erklärt, in dem die Bundeswehr das Hausrecht hat. Das Versammlungsrecht für dieses Gebiet wurde aufgehoben.
Das sind massive Angriffe auf die Versammlungsfreiheit und das Demonstrationsrecht. Kanzler Schröder will anscheinend seinen Abgang ohne Proteste feiern können. Seit August 2004 haben die Montagsdemonstrationen in Deutschland jeden Montag Abend friedlich gegen die Politik der Schröder/Fischer-Regierung und gegen Hartz IV demonstriert. Sie haben einen entscheidenden Beitrag zur Schlappe von Schröder am 18. September geleistet.
Offenbar will man sich mit solchen Maßnahmen darauf vorbereiten, dass sich der Widerstand und Protest gegen die Kriegserklärung der Großen Koalition an die Massen ausweitet und verschärft. Die drastischen Einschnitte in die Lebenslage der Massen werden flankiert von einem Abbau der bürgerlich-demokratischen Rechte. Deshalb treten wir ein für:
Verteidigung und Erweiterung der bürgerlich-demokratischen Rechte und Freiheiten!
Aufhebung der Notstands- und Ergänzungsgesetze!
Gegen Bürgerkriegsvorbereitung, Bespitzelung und Polizeiterror!

Gestern hat die MLPD in einer Protesterklärung an den Polizeipräsidenten Klosa und an Oberbürgermeister Schmalstieg die Forderung gerichtet, diese Sondermaßnahmen sofort aufzuheben:

Sehr geehrter Herr Klosa und Schmalstieg,
wir protestieren gegen die Umwandlung des Maschparks und angrenzender Straßen in ein "Sperrgebiet" oder "Bannmeile", wie dies in der Tagespresse bezeichnet wird. Es gibt keinerlei Berechtigung, zur Verabschiedung des bisherigen Bundeskanzlers Polizeirechte an die Bundeswehr zu übertragen. Dies bedeutet eine Einschränkung der bürgerlich-demokra-tischen Rechte auf die Demonstrations-und Versammlungsfreiheit.
Soll diese Maßnahme in Erwartung von Protesten bei einem abgewählten Bundeskanzler einen Vorgeschmack auf den Umgang mit zu erwartenden Protesten gegen die kommende Bundesregierung und ihr "Krisenbewältigungsprogramm" abgeben? Wollen Sie uns daran gewöhnen, dass zukünftig bei Massenprotesten die Bundeswehr als Bürgerkriegsarmee eingesetzt wird?
Wir fordern die sofortige Aufhebung dieser Sondermaßnahmen für den Samstag, 18. November, in Hannover!

Kurt Kleffel
Kreisvorsitzender der MLPD

Dieser Artikel stand in www.rf-news.de



Großer Zapfenstreich für Gerhard Schröder - Tränen bei "My Way"
dpa

Hannover Sichtlich bewegt hat der scheidende Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) am Samstagabend in seiner Heimatstadt Hannover Abschied von der Bundeswehr genommen. Schröder wurde mit dem Großen Zapfenstreich geehrt, dem höchsten militärischen Zeremoniell der Truppe. Seine siebenjährige Amtszeit endet am kommenden Dienstag (22. November) mit der Wahl von Angela Merkel (CDU) zur neuen Kanzlerin.
Schröder standen während des Festaktes zeitweise Tränen in den Augen.
Unter den Zuschauern des Festaktes, der auf Schröders Wunsch in Hannover veranstaltet wurde, waren seine Frau Doris und seine Mutter Erika Vosseler. Mit dabei waren auch Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) sowie der designierte Vizekanzler Franz Müntefering (SPD). Auch langjährige Freunde Schröders, wie der Anwalt und Chef des Fußball-Bundesligisten Hannover 96, Götz von Fromberg, und Scorpions-Musiker Klaus Meine, verfolgten das Zeremoniell.
Vor dem Großen Zapfenstreich hatte Bundespräsident Horst Köhler dem scheidenden Kanzler für seine politische Arbeit gedankt. Der SPD-Politiker habe sich "bleibende Verdienste um unser Land" erworben, schrieb Köhler in einem Grußwort für die "Neue Presse" in Hannover. Er hob vor allem die Reform-"Agenda 2010" hervor.
Der Zapfenstreich begann nach Einbruch der Dunkelheit im Park hinter dem Rathaus in Hannover. Die Szenerie wurde von insgesamt 135 Fackelträgern ausgeleuchtet, die Musik kam vom Stabsmusikkorps der Bundeswehr. Vor dem eigentlichen Zeremoniell spielten die Bläser drei Stücke, den Schröders Frau Doris für ihn ausgesucht hatte: den "Mackie Messer-Song" aus der "Dreigroschenoper", "Summertime" von George Gershwin und Frank Sinatras "My way". Bei dem letzten Lied traten dem Kanzler die Tränen in die Augen.
Mit dem Zapfenstreich - einer traditionsreichen Übung, deren musikalischen Elemente und Zeremonie genau festgelegt sind - verabschiedete sich die Bundeswehr von Schröder. Zugleich dankten die Soldaten um Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) ihm damit für seine Verdienste um die Streitkräfte. Zuvor hatte es einen Empfang für rund 600 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im Rathaus gegeben.
In seiner letzten öffentlichen Rede hatte Kanzler Schröder am Samstagvormittag die Erwartung geäußert, die neue Bundesregierung werde die bisherige Außen- und Gesellschaftspolitik fortführen. Er sehe "in den beiden wichtigen Bereichen viel Kontinuität", sagte Schröder bei der Bundeskonferenz der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Hannover.

Nach diversen Ausschreitungen bei militärischen Gelöbnissen und Zapfenstreichen in den 80er und 90er Jahren hatten Polizei und Bundeswehr die Veranstaltung für Schröder weiträumig abgesperrt. Die Sicherheitskräfte hatten sich vor allem darauf vorbereitet, dass Demonstranten den Festakt durch Lärm oder laute Musik aus Verstärkern versuchen würden, zu stören. Dazu kam es jedoch nicht. "Es ist alles soweit friedlich geblieben", sagte ein Polizeisprecher.
Kriegsdienstgegner hatten aus Protest gegen die Militärpolitik des Kanzlers, unter anderem wegen seiner jüngsten Zustimmung zu Panzer- Lieferungen in die Türkei, rund 500 Meter entfernt eine Gegen-Kundgebung zum Zapfenstreich veranstaltet. Zu Zwischenfällen kam es dabei nicht.

 http://www.suedwest-aktiv.de/landundwelt/topthemen/1902872/artikel.php?SWAID=06d5aa71ac38990ea5c1e1997c4236d7

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