Weltgipfel zur Informationsgesellschaft II

imc uk 15.11.2005 21:44 Themen: Netactivism Weltweit
Der zweite Teil des World Summit on the Information Society (WSIS) findet vom 16.-18. November Tunis, Tunisien, statt. Im Dezember 2003 wurde der erste Teil des UN-Gipfels in der Schweiz abgehalten, während gleichzeitig Menschen aus aller Welt zusammenkamen um mit Aktionen und Veranstaltungen unter dem Slogan 'WSIS - we seize' in Genf zu protestieren.
Die Wahl des Ortes für den zweiten Teil von WSIS - Tunis - zeigt wie verlogen der sogenannte Weltgipfel ist: Während Tunesien einerseits wirtschaftlich zu den Staaten des Nordens aufschliesst ist es andererseits weit davon entfernt was Informationsfreiheit angeht (Bericht (en)).

Vor und während des Gipfels zur Informationsgesellschaft (WSIS) kam es in Tunesien bereits zu zahlreichen Übergriffen gegen Journalisten und Menschenrechtsorganisationen durch tunesische Behörden. Jetzt wurde die Einreise von Robert Menard, Leiter von Reporter ohne Grenzen von den Behörden verhindert: Besuch unerwünscht

worldsummit2005.de | WSIS Blog
Darüberhinaus - im Unterschied zu 2003 - wird es kaum möglich sein, Protest öffentlich zu äußern. Trotzdem haben einige Organisationen und Initiativen zu alternativen Veranstaltungen aufgerufen. Einige Menschenrechtsgruppen nehmen am "Citizens Summit on the Information Society (CSIS)" teil, andere versuchen ihre Kritik innerhalb der Konferenz einzubringen.

Freien Zugang zu Wissen für alle ist nicht das Ziel von WSIS, und die Absicht der Veranstalterinnen sich auf den Nutzen von Informationstechnologie für Regierungen und Unternehmen zukonzentrieren passt zur Wahl des Ortes. Damit verschafft die Konferenz nicht nur einem repressiven Regime eine Legitimation, sondern ignoriert auch die soziale und politische Situation der Menschen in der Magrebh Region. Der Großteil der Menschen in dieser Region hat keinen Zugang zu Kommunikationsmitteln und die autoritären Regime in der Region sind treue Verbündete der Europäischen Regierungen wenn es darum geht, Bewegungsfreiheit zu unterdrücken.


Artikel und Hintergründe (en):

2005:'Tunisia and WSIS' dedicated page of the WSIS CS Human Rights Caucus| CSIS Website | IP Justice | from the region(fr):tunezine |nawaat | reveiltunisien | Wikipedia On WSIS | IFEX Tunisia Monitoring Group | Some Blogs: one |two |three |four |five (de) |#
Artikel auf deutsch: bei heise bzw Telepolis

2003: Feature on the WSIS 2003 at Indymedia UK | World Forum on Communication Rights in Geneva 2003 | Some IMC UK articles on 2003:one | two | three | four | five |

Allgemein: Der digitale Graben
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Ergänzungen

Link

... 15.11.2005 - 21:54
Angriffe auf Bürgerrechtler überschatten Weltgipfel der Informationsgesellschaft
 http://www.heise.de/newsticker/meldung/66213

Heise-Meldung

Rotty 24.11.2005 - 17:09
Artikel hier:  http://www.heise.de/newsticker/meldung/66530

Ausschnitt:

Microsoft, die "Vienna Conclusions" und der UN-Weltgipfel

Die in Wien für den UN-Weltgipfel der Informationsgesellschaft (World Summit on Information Society, WSIS) erarbeiteten Vienna Conclusions wurden in Tunis in einer inhaltlich veränderten Form präsentiert: Freie Software wurde gestrichen, dafür Digital Rights Management eingefügt. Wie sich jetzt herausstellt, wurden die Änderungen auf Wunsch von Thomas Lutz, Mitglied der Geschäftsführung von Microsoft Österreich, und der ÖVP-Abgeordneten, Carina Felzmann, Leiterin einer PR- und Lobbying-Firma, vorgenommen. Der in Tunis präsentierte Text wurde vom österreichischen Bundeskanzleramt herausgegeben. Das Amt hat auf eine bereits am Sonntag von heise online gestellte Anfrage zur Sache bislang nicht reagiert.

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