BREMEN: DEMO GEGEN DEN PELZHANDEL BEI P&C!

Demo Bremen 14.11.2005 14:20
Presseerklärung Bremen 12.11.2005

Bremen. Am vergangenen Samstag, den 12.11.2005 fand in der Bremer Innenstadt eine Demonstration gegen den Pelzhandel bei Peek & Cloppenburg statt. Im Rahmen der „Offensive gegen die Pelzindustrie“, einem bundesweiten Aktionsbündnis von Tierrechtlerinnen und Tierrechtlern, steht P&C seit Dezember 2002 im Mittelpunkt einer Kampagne zur Abschaffung des blutigen Geschäftes; mehrere hundert kleinere und größere Aktionen fanden bereits den Bekleidungskonzern statt.
Bis 13 Uhr hatten sich vor der Bremer Filiale in der Obernstr. ca. 60 Demonstrantinnen und Demonstranten eingefunden. Eine Unterschriftenrolle in der Länge von 100 Metern mit mehreren tausend Unterschriften gegen den Pelzhandel bei P&C aus dem gesamten Bundesgebiet wurde ausgelegt. An einem Infotisch gabe es Informationen zur Kampagne und die Möglichkeit zu unterschreiben.
Nach einer Auftaktkundgebung und einem Live-Act des Rappers Albino MC aus Kiel formierte sich der Demonstrationszug, der lautstark mit Parolen wie: „Tiere haben Rechte – Pelz ist Mord!“ und „Pelzhandel-Stop – P&C-Boykott!“ in Richtung Domsheide/Wallstr. zog. Vor dem Pelzgeschäft ‚Pelze Hugo Köppe’ in der Wallstraße gab es dann einen leidenschaftlichen Redebeitrag des Veranstalters gegen das dort seit 1905 ausgeübte ‚Kürschnerhandwerk’, welcher mit der Hoffnung endete, dass das anstehende 100jährige Jubiläum mit einer Geschäftsaufgabe gefeiert werden könnte.
Anschließend bewegte sich der Demozug in Richtung des von Uwe Wülpern geführten Jagdgeschäfts ‚Hansa Jagdausrüstung’ am Hillmannplatz, wo wiederum lautstark gegen den blutigen ‚Sport’ Jagd demonstriert wurde, ein ‚Sport’, der unzähligen Tieren das Leben kostet. Ein Redebeitrag widerlegte die weitverbreitete Meinung, Jäger würden das ökologische Gleichgewicht aufrecht erhalten; der Redner verwies energisch auf das Lebensrecht der Tiere und forderte die Abschaffung der Jagd nach englischem Vorbild. Albino MC aus Kiel fand auch hier wieder die richtigen Worte und zog Demonstranten und Passanten gleichermaßen mit seinen tierrechtlerischen Texten in Bann.
Ein weiteres Pelzgeschäft, ‚Pelze Graupner’ in der Knochenhauerstr., wurde ebenfalls aufgesucht. Auch hier wurde in einem Redebeitrag verdeutlicht, dass der Pelzhandel ein durch nichts zu rechtfertigendes Verbrechen an Tieren darstellt und dass das von Gewalt und Ausbeutung geprägte Mensch-Tier-Verhältnis auch von Menschen wie Günter Graupner aufrecht erhalten wird.
Über den Lloydshof ging es dann schließlich wieder zurück in Richtung P&C in der Obernstr., wo vor dem Haupteingang unüberhörbar der Ruf nach der Abschaffung des Pelzhandels durch die Obernstr. schallte, bevor eine Abschlusskundgebung stattfand.
Insgesamt war es eine sehr ausdrucksstarke Demonstration für die Rechte der Tiere und gegen den Pelzhandel bei Peek und Cloppenburg und anderswo. Zahlreiche Passanten zeigten uns ihre Sympathie, indem sie auf der Unterschriftenliste unterschrieben oder spontan mitprotestierten. Wenn bis zum nächsten Winter P&C nicht aus dem Pelzhandel ausgestiegen ist, werden wir wiederkommen, dann mit noch mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmern!

Tierrechte Oldenburg
Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
Creative Commons-Lizenz lizenziert.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

konkreter Termin für Essen

Pottler 14.11.2005 - 15:26
Hier habe ich noch was gefunden: Konkreter Termin für Essen: 26.11.

 http://www.tierbefreier.de/pelz/essen.html

england

tagmata 14.11.2005 - 19:23
da wurde afaik nicht die jagd an sich verboten, sondern nur die oberbescheuerte fuchshatz des landadels, von der oscar wilde(?) weiland sagte: "the unspeakable in pursuit of the uneatable"

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 19 Kommentare

Aktionen bei P+C in Essen?

Anna 14.11.2005 - 14:37
Weiß jemand ob auch Aktionen gegen das Essener P+C geplant sind?

Moralische Prioritäten

Politix 14.11.2005 - 15:02
Was ist höherwertiger: Menschenleben oder Tierleben? Ist es vertretbar, seine/ihre Zeit gegen Tierpelze zu verwenden, oder ist diese selbe Zeit nicht besser angelegt, um den Ursachen des weltweiten Hungertods und Massenmords die Stirn zu bieten?

Albino

x 14.11.2005 - 15:03
"USA - der Imperator" ("Auf der Suche", vertuscht & verschleiert)
"Check den verzweifelten Kampf der PKK" (ebd.)
"Ob Palästinenser, Kurden oder Tibetaner. Kampf der Unterdrückung," (ebd.)
"Wenn es um Tiere geht wird jeder Mensch zum Nazi" ("Ohne Rechte", vertuscht & verschleiert)
"wo sind zwischen palästinas minaretten und tel avivs moscheen jene die gern frieden hätten starb die hoffnung mit rabin, wird der mossad je aus gaza abziehen?" ("relationen", vogelfrei)
"der kampf gegen die dummheit - hat gerade erst begonnen, aber ich muss euch sagen, ich fühl mich hilflos, wütend und alleine. vielleicht fahr ich erst mal in urlaub nach gaza und werfe ein paar steine" (ebd.)


nur mal als anstoss für all jene die nur weil "vegan" drin vorkommt jubeln...

Essen

Pottler 14.11.2005 - 15:17
Da wendest du dich am besten mal an die regionale Gruppe unter  rhein-ruhr@die-tierbefreier.de oder vielleicht stehrt auch etwas auf der Seite der Offensive gegen die Pelzindustrie www.ogpi.de

@ Politix

gut breit mit vegan pride 14.11.2005 - 15:33
Wenn man seine Zeit nicht mit Pöbelposts auf Indymedia verbringt, kann man sogar beides. Wozu die Frage, welches Leben wichtiger sei? Willst Du es gegeneinander abwiegen?

An X bezüglich Albino

RP 14.11.2005 - 15:59
Leider stellst Du die Zitate etwas außerhalb des Zusammenhangs dar, so kann man die besten Texte zersetzen...
Ich habe selten einen Menschen erlebt, der derartig selbstreflektiert wie Albino ist. Was sich unter anderem auch darin ausdrückt, dass er inzwischen auch nicht mehr "wenn es um Tiere geht wird jeder Mensch zum Nazi" rappt, sondern "wenn es um Tiere geht wird jeder Mensch taub und blind".
Außerdem hat er sich in den letzten Jahren sowohl was Texte, als auch die Musik angeht sehr weiterentwickelt.

Wenn Du die Kritik wirklich ernst meinst, dann kannst Du ihm ja auch eine E-Mail schreiben und um einen Kommentar seinerseits bitten. Er wird Dir sicher antworten.
Kontaktinfos gibt es unter: www.albino-online.de

Albino

x 14.11.2005 - 16:27
> Leider stellst Du die Zitate etwas außerhalb des Zusammenhangs dar, so >kann man die besten Texte zersetzen...
die angeführten textstellen werden keineswegs aus dem kontext gerissen. ich habe lediglich drauf verzichten die kompletten songs zu rezitieren.

>Ich habe selten einen Menschen erlebt, der derartig selbstreflektiert wie >Albino ist.
macht die sache nicht besser. im gegenteil. "selbstreflektiert" und solche sprüche ablassen stuft dich vom "blossen" unfug erzählen hoch zum gefestigten antisemiten

>Was sich unter anderem auch darin ausdrückt, dass er inzwischen auch >nicht mehr "wenn es um Tiere geht wird jeder Mensch zum Nazi" rappt, >sondern "wenn es um Tiere geht wird jeder Mensch taub und blind".
kann ich nix zu sagen. hab ihn noch nie gehört und solang er sich nicht dazu äussert, bzw. sich davon distanziert gilt, zumindest für mich, das was in seinem booklet steht

>Außerdem hat er sich in den letzten Jahren sowohl was Texte, als auch die >Musik angeht sehr weiterentwickelt.
aha. das rechtfertigt jetzt solche aussagen wie sie eins zu eins auch bei freie-widestand zu finden waren?
ausserdem preist er auf seiner seite "vogelfrei" immernoch als "akutelles album". auf eben diesem album findet sich nun das gros der antisemitischen hetze die er vom stapel lässt. die "weiterentwicklung" die du híns felde führst scheint also eher ins negative gegangen zu sien...

>Wenn Du die Kritik wirklich ernst meinst, dann kannst Du ihm ja auch eine >E-Mail schreiben und um einen Kommentar seinerseits bitten. Er wird Dir >sicher antworten.
>Kontaktinfos gibt es unter:
ich mail doch auch keinen anderen antisemiten und frag sie was das soll.

Männo,blöder Termin !

Bibi 14.11.2005 - 18:06
Das ist doch echt verhext !!!Ausgerechnet am 26.11 wollen wir nach Duisburg gegen die Scheiß - Nazis demonstrieren...Schade,das man sich nicht zweiteilen kann !!! Geht bestimmt vielen so !!!

autor=tierrechte oldenburg?!

unwichtig 14.11.2005 - 18:23
es ist schon interessant, das der autor wieder die alte e-mail adresse benutzt... weil er doch selber bei der gruppe aufgehört hat. auf den demo-ankündigungen wurde die adresse ja auch geändert...
komisch, komisch...

An die Kommentatoren

... 14.11.2005 - 18:45
Ihr seid echt ein bischen zurückgeblieben! Diese komischen Zankereien von euch sind auf Niveau von 13jährigen. Mit euern pubertären Wannabee-Sekten-Kriegen diskreditiert ihr euch selbst. Es wäre echt toll, wenn ihr Indy in Ruhe lassen würde. Indy ist für Erwachsene.

@bibi

TLF 14.11.2005 - 18:57
Der Termin wurde so gewählt, weil am Nachmittag/Abend das Animal Liberation Festival im Matrix in Bochum steigt. www.animalliberationfestival.com

@x

vegan 14.11.2005 - 19:08
Hm krass... Hätte ich nicht gedacht dass Albino solche heftigen Sachen von sich gelassen hat...Hier wäre wirklich dringend ne Distanzierung notwendig. Andererseits fände ich es bei Albino an deiner Stelle wirklich sinnvoll, sich schriftlich an ihn zu wenden, da ich auf keinen Fall denke, dass er ein verblendeter Antisemit ist. Klar ist die Tendenz da, aber vielleicht hat er das Existenzrecht Israels einfach nicht geschnallt. Naja, ist deine Sache.
Grüße

albino

ben 14.11.2005 - 21:40
1. war jemand von euch schon mal in gaza?
2. ist es überhaupt noch möglich, die iraelische regierung zu kritisieren, ohne dass mensch gleich als antisemit denunziert wird? das stellt doch die solidarität zum iraelischen VOLK nicht in frage. warum wird da nie differenziert? und warum stellt er damit das existenzrecht israels in frage?, das is diese standartisierte und vollkommen unreflektierte antwort. dient das zur antideutschen selbstidentität?
und hört euch die texte wenigstens KOMPLETT an, bevor ihr ihn als antisemit stigmatisiert.

so und jetzt zum wichtigen:
war ne schöne demo, polizisten waren ja auch ( zumindestens auf der demo) recht entspannt. gute redebeiträge. viele leute, die unterschrieben haben. also, gut gelungen. danke aurelius

@ ben

bla 14.11.2005 - 21:51
musst du das jetzt wirklich hier ausdiskutieren? ich finds scheiss egal, was du von diesem oder jenem land hälst. und wahrscheinlich gehts 99,99% der indyuser genauso. diese komischen debatten klingen für mich nach langeweile am computer.

@ breites stolzes gemüse

Politix, nix Kinderkacke 14.11.2005 - 23:07
breiter veganer meint "wenn man seine Zeit nicht mit Pöbelposts auf Indymedia verbringt". hey, erstens war das mein zweites posting innerhalb der letzen 4 wochen, und zweitens habe ich eine frage gestellt. und nihct gepöbelt. letzterers hast ja wohl du jetzt. dann: "Wozu die Frage, welches Leben wichtiger sei? Willst Du es gegeneinander abwiegen?" ja natuerlich.
wilst du behaupten, dass tiere eine lebensplanung oder auch nur in spuren
eni bewusstsein habe wie ein afrikanisches kind? get off the net, fight poverty, fight exploitation, fight capitalism!

deutsch, deutscher, antideutsch

pferd von soja 15.11.2005 - 00:12
">Wenn Du die Kritik wirklich ernst meinst, dann kannst Du ihm ja auch >eine E-Mail schreiben und um einen Kommentar seinerseits bitten. Er wird >Dir sicher antworten.

ich mail doch auch keinen anderen antisemiten und frag sie was das soll. "

Weil du Angst hast, dass dein Vorwurf entkräftigt wird und deine kleine heile antideutsche Welt zusammenbricht. Echt mies und peinlich, wie Leute wie du Antisemitismus relativieren. Du scheinst an einer ernsten Auseinandersetzung mit Antisemitismus nicht interessiert zu sein.

EAT ANTIDEUTSCH NOT ANIMALS

@ politix

vegan pride 15.11.2005 - 00:19
Du lässt was Entscheidendes weg. Ich hatte geschrieben "...kann man sogar beides". Man muss sich nicht für mensch ODER Tier entscheiden. Viel mehr sind viele gegen Speziesismus, eben weil sie kapitalistische "exploitation" UMFASSEND "fight"en wollen.
Und wer sagt, dass man nicht mit Fragen pöbeln kann?

@ "Albino"

madsheep.de@web.de 16.11.2005 - 08:54
Ich kann an den genannten Zitaten nichts anstössiges finden:

> "USA - der Imperator
Hast du dich einmal auf Indymedia umgesehen? Dies ist eine Meinung, die von den meisten hier vertreten wird. (Vielleicht einmal abgesehen von ein paar Anti-Deutschen)

> "[...] Palästinenser, Kurden oder Tibetaner [...]" (und die entsprechenden anderen Zitate)
Bei allen drei Gruppen handelt es sich um unterdrückte Bevölkerungen in besetzen Gebieten, die allesamt schlechter behandelt werden als die restliche Bevölkerung. Darf man dies überhaupt noch kritisieren?

Dies muss nicht bedeuten, dass man Terroranschläge rechtfertigt oder das Existenzrecht von China, der Türkei oder Israel in Frage stellt. Ich habe auch nichts entsprechendes in den genannten Zitaten gefunden. (Steine werfen ist kein Terroranschlag.)

> "Wenn es um Tiere geht wird jeder Mensch zum Nazi"
OK. Ich akzeptiere, dass diese Zitat irritieren kann, wenn es aus dem Kontext gerissen wird. Es handelt sich um Literaturzitat aus "Feinde" von Isaac Bashevic Singer (einem Juden, der den Holocaust überlebt hat und dessen ganze Familie ermordet wurde). Man könnte natürlich jetzt stundenlang diskutieren, ob dieser Vergleich gerechtfertigt ist oder nicht. Wurde in X Foren und Zeitschriften auch schon gemacht. Aber du willst mir doch hoffentlich nicht erzählen, dass Herr Singer ein Antisemit war?

Stellungnahme

Albino 17.11.2005 - 15:03
Stellungnahme zu alten Textpassagen

„Wer meine Platten in der chronologischen Reihenfolge hört, kann mein Leben und meine Entwicklung beobachten…Für mich ist es von Zeit zu Zeit spannend, die alten Sachen zu hören, aber auch anstrengend und belastend, da mir aus heutiger Sicht vieles unausgereift erscheint.“
Albino 08/2005 Flashmag


In einem Eintrag ins Gästebuch wurde ich darum gebeten, mich zu einigen älteren Textpassagen zu äussern.
Ich möchte dies gerne tun.

Es geht in der Anfrage um folgende Textstellen:

1. "USA - der Imperator" ("Auf der Suche", vertuscht & verschleiert)

2. "Check den verzweifelten Kampf der PKK" (ebd.)

3. "Ob Palästinenser, Kurden oder Tibetaner. Kampf der Unterdrückung," (ebd.)

4. "Wenn es um Tiere geht wird jeder Mensch zum Nazi" ("Ohne Rechte", vertuscht & verschleiert)

5. "wo sind zwischen palästinas minaretten und tel avivs moscheen jene die gern frieden hätten starb die hoffnung mit rabin, wird der mossad je aus gaza abziehen?" ("relationen", vogelfrei)

6. "der kampf gegen die dummheit - hat gerade erst begonnen, aber ich muss euch sagen, ich fühl mich hilflos, wütend und alleine. vielleicht fahr ich erst mal in urlaub nach gaza und werfe ein paar steine" (ebd.)



Bevor ich auf diese Textfragmente genauer eingehe möchte ich noch etwas Grundsätzliches hinzufügen.

Ich schreibe Texte seit 1995. Ich bin ein lernender Mensch, dessen Bewusstsein sich ständig ändert und wie ich hoffe sich auch erweitert.

Es ist völlig natürlich, dass es von mir geschriebene Sätze, Wörter und Ansichten gibt, die sich im Laufe der Jahre, durch Gespräche und Diskussionen weiterentwickelt haben.

So gibt es natürlich sehr viele Textpassagen die ich heute so nicht mehr schreiben würde.

Wer mich Live schon mal gehört hat weiss, dass ich einige ältere Texte anders bzw. verändert rappe, eben weil ich neu gelerntes oder bewusst gewordenes versuche umzusetzen.

Nun zu den konkreten Textbezügen:

Zu 1-3) Abgesehen davon, dass ich das heute in einer solchen Form nicht mehr schreiben würde, seh ich keinen inhaltlichen Grund mich von diesen Textstellen zu distanzieren.

Zu 4) Aus den Albino News vom 11. Februar 2004 (Quelle www.albino-online.de)

Als Resultat eines Theorie Treffens von Aktivisten der Tierrechts/Tierbefreiungsbewegung Ende Januar wurde Anfang dieser Woche eine deutliche Kritik an der geplanten Peta-Kampagne "Holocaust auf deinem Teller"erarbeitet...In diesem Zusammenhang liegt es mir am Herzen folgende Erklärung abzugeben:
Als Resultat eines Bewusstseinsprozesses werde ich ab sofort die Textzeile "Wenn es um Tiere geht wird jeder Mensch zum Nazi" in dem Song "Ohne Rechte" (aus dem Jahre 1999) nicht mehr verwenden.
Eine Kritik an den tierfeindlichen Verhältnissen dieser Gesellschaft sollte sich darauf konzentrieren, das Wesen von Tierausbeutung zu analysieren, anstatt ihre Phänomene zu vergleichen.
Bei Anführung des o.g. Vergleichs besteht die Gefahr der Enthistorisierung der Nazi-Verbrechen. Dies war nicht meine Absicht als ich den Text schrieb. Deshalb bin ich (trotz Parallelen in der Geisteshaltung, die ich in der Akzeptanz der alltäglichen unfassbaren Brutalität und des Massenmordes sehe) der Meinung, das es nicht richtig und nicht sinnvoll ist, einen Speziesisten mit einem Nazi gleichzusetzen bzw. zu vergleichen.
Albino 02/2004

Zu 5 & 6)

In dem Song Relationen wird unter anderem der Israel-Palästina Konflikt thematisiert.
Es geht in ihm nicht um eine einseitige Schuldzuweisung zu Lasten Israels, sondern unter anderem um die Frage, wo die Ursachen des Konflikts liegen und wo eventuell Wege, Chancen und Möglichkeiten einer Versöhnung der Konfliktparteien sowie ein Aufbrechen des Teufelskreislaufs der Gewalt liegen könnten. Dabei tauchen im Text immer wieder Momente der eigenen Unsicherheit und Ratlosigkeit auf.


Die Textstelle "Vielleicht fahr ich erst mal in Urlaub nach Gaza und werfe ein paar Steine." wird aus meiner heutigen Sicht zu recht kritisiert, da sie dem Kern der Aussage des Songs nicht gerecht wird, bzw. sogar dem zuwider läuft.
Diese Kern Aussagen sollten sich in folgenden Textstellen wiederfinden:

"Ist es wirklich zu viel verlangt - ihm [dem Haß] mit Liebe zu begegnen"

"Habt ihr es euch gut überlegt was für’ n Sinn Vergeltung macht?"

"Auf beiden Seiten sitzen Mörder – entmachten wir sie. Nur für die eine Seite Frieden? Das funktioniert nie."


Wenn ich mit meinen Texten Gefühle von Menschen verletzt habe möchte ich mich dafür entschuldigen.
Ich werde bei o.g. Satz in meiner Textrubrik einen Hinweis einfügen und ihn bei Konzerten ersetzen.
Diskriminierung möchte ich bekämpfen und nicht fördern. Ziel meines musikalischen Schaffens ist die Schaffung von Bewusstsein, u.a. für Problemfelder wie Sexismus, Speziesismus, Rassismus und natürlich auch Antisemitismus. Ich werde in Zukunft versuchen meine Sprache klarer und unmissverständlicher einzusetzen.

Die Textstelle "Wo sind zwischen Palästinas Minaretten und Tel Avivs Moscheen jene die gern Frieden hätten. Starb die Hoffnung mit Rabin, wird der Mossad je aus Gaza abziehen?“ stammt von Nemo.
Wie daraus Antisemitismus Vorwürfe (wie in einer Indymedia Diskussion geschehen) erhoben werden können ist mir nicht nachvollziehbar. Für Aufklärung und eine weitere Diskussion bin ich natürlich offen.

Albino, 17.11.2005


"Sich selbst zu verändern, glaubwürdig zu werden, Menschen zu überzeugen und den verschiedenen
Formen von Ausbeutung und Terror entgegenzuwirken, das mag in manchen Augenblicken
ungeheuer schwer erscheinen, und dennoch gibt es keine Alternative." Rudi Dutschke