Metzingen wird Widerstandsnest

aus der Göhrde 11.11.2005 21:43 Themen: Atom
Zwischen 19. und 22. November wird wieder ein Castortransport von
LaHague nach Gorleben rollen. Die Menschen in Metzingen in der Göhrde
kennen das bereits: Tausende PolizistenInnen, in Kampfanzug und
natürlich auch zivil schaffen in der Region Göhrde, einen
Ausnahmezustand. Eine Erfahrung, die Metzingen in den letzten Jahren
zu einem Ort des Widerstandes gemacht hat.
Doch längst haben die Menschen hier genug von Castor und Polizeistaat
und mischen sich ein, nicht nur zu Castor-Zeiten.Göhrde ist eine
kleine, knapp 700 EinwohnerInnen (auf viele kleine Dörfer verteilt)
umfassende Gemeinde, gelegen im Waldgebiet entlang der
Castor-Schienenstrecke zwischen Lüneburg und Dannenberg.

Doch die Menschen hier sind geprägt durch die Erfahrungen der
Atomtransporte und auch durch die vielen Menschen von außerhalb, die
jedes Jahr in die Region kamen um gegen den Castor zu protestieren.

Den Ort, in dem man lebt zu einem "widerStandsort", einem
"widerStandnest" zu machen, gemeinsam mit Menschen aus dem Wendland und
darüber hinaus, wurde das Konzept.

"Widerstand in und ausWendisch"

Schon die letzten Jahre hat diese Idee vom gemeinsamen in- und
ausWendischen Widerstand vielen gefallen. Eine Mischung von pfiffigen
Aktionsideen und praktischen Ortskenntnissen hat dabei den
Handlungsspielraum erweitert.
Die Erfahrungen in Metzingen und Umgebung haben gezeigt, dass wir uns
durchaus erfolgreich wehren können, wenn wir uns zusammentun.

Ein Scheunencamp ?

Das letzte große Camp gegn den Castor fand im Frühjahr 2001 in
Schmessau, gleich neben Metzingen statt. Seitdem hat die Polizei es
unmöglich gemacht, in der direkten Umgebung der Strecke Camps unter
freien Himmel einzurichten, wie sie bis dahin jedes Jahr viele Menschen
zusammenbrachten. Die Strategie war offensichtlich: Den
AtomkraftgegnerInnen sollten die Anlaufpunkte und Möglichkeiten sich zu
organisieren genommen werden. Zum anderen hoffte die Atomlobby
offensichtlich, so einen direkten Kontakt zwischen den menschen vor Ort
und den als "angereist Chaoten" eschimpften Menschen zu unterbinden.
Eine Rechnung, die aber nicht aufging.

Dazu kommt: Ende November ist eine recht ungemütliche Zeit für den
Widerstand auf Schiene und Straße. Da braucht es viele trockene Orte
zum Aufwärmen, Ausruhen, Essen und Trinken, Reden und Lachen, um
danach gemeinsam wieder "auf die Piste zu gehen".

Mit der Hilfe der Menschen in und um Metzingen enstand deshalb das
Konzept des "Scheunencamps": Menschen von außerhalb können sich am
Info- und Anlaufpunkt im Rundling Metzingen einfinden, hier entsteht
ein sozialer Ort sein, wo es neben Info und Versorgung mit Essen und
Trinken auch Orte für Treffen, Diskussionen und Pläne schmieden gibt.
Ein Ort auch um gemeinsam Ängste, auch Vorurteile, abzubauen.

Vom Info- und Treffpunkt aus ist es dann nicht weit zu den Schlafplätze
in Metzingen und den umliegenden Dörfern. Wie in den letzten Jahren
sind diesmal sind viele Scheunen und Häusern offen für alle, die von
außerhalb kommen. Isomatte und Schlafsack und eigene Ideen müssen
selber mitgebracht werden.

Und das versprechen gilt: Die Menschen vor Ort werden mit dafür sorgen,
dass alle auch tatsächlich da ankommen, wo sie hinwollen. Ihre Gäste
lassen sie nicht im Regen und auch nicht an der Polizeikontrolle
stehen.

Gemeinsame Aktionen, gemeinsamer Widerstand

Ideen für gemeinsame Aktionen werden bereits ausgeheckt, aber es wird
genug Platz für die eigenen Ideen und vorbereiteten Aktionen geben.
Bewegung und Geländespiele in frischer Waldluft sind angesagt, offen
für alle. Einige Termine in der Umgebung der Göhrde, die bereits festehen:

Mo, 14.Nov. um 19 Uhr treffen sich Nachtwander- und AbenteuerBegeisterte
am Bahnhof Leitstade +++ Mi, 16. Nov. geht es um 19 Uhr in Harlingen los.
Treffpunkt am Gartenhof Tilja. +++ Fr, 18.November Aufbau des Camps.
+++ Sa, 19.Nov. Laternenumzug auf der B216 in Metzingen, ca. 18 Uhr +++
So, 20.Nov 10 Uhr Metzingen: mit Trecker, PKW, Motorrad, Fahrrad oder auch zu Fuß zur Rallye Monte Göhrde mit StellDichein auf einer Lichtung im Castorwald. +++ 10 Uhr in Gut Tollendorf: Abritt der ReiterInnen zur Bullenjagd.

Wer als grösser Gruppe eine Unterkunft sucht, kann sich auch gerne im
Vorfeld anmelden. Die Kontaktadresse und weitere Infos finden sich unter

 http://goehrde.plentyfact.net

Einige Bilder vom letzten Jahr:
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Ergänzungen