Verbot des Nazifackelmarsches durch Köln?

Initiative AntifaschistInnen aus Köln 07.11.2005 15:58
Die Nazidemo am 9. November wird verboten. Der Anmelder Axel Reitz hat bereits angekündigt, gegen eine Verbotsverfügung gerichtlich zu klagen. Die Nazis wollen sich am 9. November ab 19.00 am Südbahnhof sammeln und von dort aus einen Fackelmarsch durch das ehemals jüdische Viertel in der Südstadt sowie eine Zwischenkundgebung vor der Synagoge in der Roonstraße durchführen.
Der für den 9. November 2005 um 19 Uhr angemeldete Fackelmarsch des Neonazis Axel Reitz aus Pulheim bei Köln, unter dem Motto "Gegen einseitige Vergangenheitsbewältigung", wird polizeilich untersagt. Bislang unklar ist, ob die Verbotsverfügung auch vor dem Verwaltungsgericht Bestand hat oder den Nazis wie am 9.11.2004 in Leverkusen eine Demo mit Auflagen (z.B. keine Fackeln) ermöglicht wird.
Bereits im vergangenen Jahr fungierte Axel Reitz als Anmelder eines Aufmarsches unter gleichem Motto in Leverkusen. Dort wurden die Opfer des Nationalsozialismus mit Rufen wie "Die schönsten Nächte sind aus Kristall" verhöhnt. In diesem Jahr wollen die Nazis mit Fackeln durch das ehemals jüdische Viertel in der Kölner Südstadt ziehen. Unweit des Treffpunkts der Nazis am Südbahnhof befindet sich auch das Domizil der Jüdischen Gemeinde Köln in der Roonstraße. Es ist davon auszugehen, dass selbst wenn das Verbot aufgehoben wird, in allen Fällen den Nazis ein Passieren der Synagoge in der Roonstraße untersagt bleibt.

Die angemeldete Route der Nazis: Auftaktkundgebung Bahnhof Süd - Zülpicher Straße - Dasselstraße - Lindenstraße - Roonstraße - Zwischenkundgebung vor der Jüdischen Synagogengemeinde am Rathenauplatz - Meister-Gerhard-Straße - Zülpicher Straße - Abschlusskundgebung Bahnhof Süd

Wir rufen dazu auf, am 9. November 2005 den Opfern der Pogromnacht und des Nationalsozialismus zu gedenken und gegen Antisemitismus zu demonstrieren. Unsere Demonstration wird auf alle Fälle stattfinden!
Auftakt der Demonstration unter dem Motto "Kein Vergeben – Kein Vergessen!" ist um 17.30 Uhr am Offenbachplatz. Beteiligt Euch an der antifaschistischen Demonstration gegen das neue alte Deutschland, gegen Geschichtsrevisionismus und jegliche Form der Relativierung oder Umkehrung deutscher Schuld an der Shoah.

Der Kölner Ermittlungsausschuss (EA) ist am 9. November 2005 ab 17.30 erreichbar. EA-Nummer: 02 21 / 9 32 72 52
Den Demoaufruf, letzte Infos sowie einen Stadtplan mit der genauen Route der antifaschistischen Demonstration und ggf. der Nazis sind am Mittwoch auf der Sonderseite einsehbar - watch out!

Wir werden die Erinnerung an die historischen Verbrechen vom November 1938 wach halten, als Synagogen und andere jüdische Einrichtungen in Brand gesteckt und zerstört wurden, als tausende Menschen in die Konzentrations- und Vernichtungslager verschleppt wurden, als der staatlich organisierte Raub jüdischen Eigentums durch Arisierungen stattfand und die Kölner Bevölkerung fleißig daran mitwirkte, die Entrechtung von Menschen jüdischen Glaubens durch Sondergesetze und Gettoisierung durchzusetzen.

Antisemitismus bekämpfen! Nieder mit Deutschland!
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Ergänzungen

Weitere Indymedia-Beiträge zum Thema

- 07.11.2005 - 16:07
Gedenken an die Opfer der Novemberpogrome
 http://de.indymedia.org/2005/11/131594.shtml

9.11. Köln: Antifademo gegen Nazifackelmarsch
 http://de.indymedia.org/2005/11/131637.shtml

Aufruf

xantifax 07.11.2005 - 16:15
Kein Vergeben – Kein Vergessen!
Antifaschistische Demonstration zum Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus

Wir rufen dazu auf, am 9. November 2005 den Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken und mit einer offensiven Demonstration gegen Geschichtsrevisionismus und Antisemitismus vorzugehen.


Spätestens als Adolf Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler ernannt wurde und daraufhin Nazihorden vom "Braunen Haus", dem Hauptquartier der Kölner NSDAP in der Mozartstraße, mit Fackeln durch die Stadt zogen und "Hängt die Juden!" grölten, zeichnete sich ab, was bald schreckliche Wirklichkeit werden sollte. In den darauf folgenden Jahren nahmen antisemitische Angriffe ebenso zu, wie Gesetze und Verordnungen, die Jüdinnen und Juden in Deutschland drangsalierten, einschränkten und zu "minderwertigen" Menschen erklärten.
Schließlich gipfelte der antisemitische Wahn in den Pogromen ab dem 9. November 1938. Den Tod des deutschen Diplomaten Ernst vom Rath in Paris nahmen die Nazis als Vorwand, um längst geplante antijüdische Aktionen durchzuführen. Der Anfang vom Ende jüdischen Lebens in Europa wurde eingeleitet.

In der Nacht zum 10. November 1938 brannten in ganz Deutschland und Österreich Synagogen und jüdische Einrichtungen. Die Pogromnacht, von den Nazis auch beschönigend als "Reichskristallnacht" bezeichnet, war der Beginn mehrtägiger Pogrome. SA-Männer und Normalbürger stürmten gemeinsam jüdische Wohnungen und Geschäfte, setzten jüdische Bethäuser und Gemeinden in Brand. Alle sechs Kölner Synagogen wurden in dieser Nacht geschändet und 500 Juden von der Gestapo nach Dachau verschleppt. Die Pogrome richteten sich auch gegen jüdische Cafés und Gaststätten, Geschäfte und Einrichtungen. Kölner Jüdinnen und Juden wurden aus ihren Geschäften gejagt und in ihren Wohnungen verprügelt - einer wurde totgeschlagen. In "Judenhäusern" und Internierungslagern, wie dem Messelager in Deutz, wurden sie zusammengepfercht.
Zwei Tage später wurde unter Görings Leitung die vollständige Enteignung der jüdischen Bevölkerung und ihr faktischer Ausschluss aus dem öffentlichen Leben beschlossen. So mussten bis zum Jahresende die verbliebenen jüdischen Geschäftsleute ihre Betriebe schließen und es wurde ihnen der Besuch von öffentlichen Veranstaltungen wie Theater, Kinos, Konzerten oder Ausstellungen verboten. Jüdische Einrichtungen wurden geschlossen oder durch Arisierungen von Deutschen übernommen.

Innerhalb von vier Tagen wurden fast 8.000 jüdische Geschäfte geplündert und zerstört, 267 Synagogen wurden niedergebrannt oder gesprengt. Zeitgleich wurden über 25.000 Jüdinnen und Juden verhaftet. Während mindestens 91 von ihnen sofort ermordet wurden, deportierten die Nazis weitere 3.000 in Konzentrationslager, wo die meisten später einen qualvollen Tod durch Zwangsarbeit oder Hinrichtung in den Gaskammern fanden.
Zu den 1933 in Köln lebenden 750.000 Menschen gehörten rund 20.000 Menschen jüdischen Glaubens. Neben Bethäusern und Gemeindezentren unterhielten sie Kindergärten und Schulen, Krankenhäuser und Altenheime, Kulturvereine und Sportclubs. Nach dem Krieg waren alle Synagogen und jüdischen Einrichtungen in Köln zerstört. Von diesen 20.000 Jüdinnen und Juden schafften es weniger als 50, sich zu verstecken um von dem antisemitischen Wahn verschont zu bleiben.


Kein Friede mit Deutschland

67 Jahre nach der Reichspogromnacht ist die Kette faschistischer Pogrome nicht abgerissen. Die Anschläge auf Synagogen wie in Düsseldorf, die Schändungen von Gedenkstätten und jüdischen Friedhöfen scheinen kein Ende zu nehmen. Diese Entwicklung veranlasste den ehemaligen Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, im Oktober 2000 zu der Frage, "ob es richtig war und ist, jüdische Gemeinden in Deutschland wieder aufzubauen".
Nach wie vor erfährt der fest in der deutschen Gesellschaft verankerte Antisemitismus eine ungebrochene Konjunktur. Der antisemitische Vernichtungswahn der Deutschen wird von den Nazis am radikalsten vertreten. Diese versuchen auch in NRW seit Jahren mit provokanten Aufmärschen und Aktionen die Gedenkveranstaltungen am 9. November zu stören und für ihre antisemitische Propaganda zu nutzen. Im vergangenen Jahr marschierten sie unter dem Motto "Gegen einseitige Vergangenheitsbewältigung" durch Leverkusen und verhöhnten die Opfer der Shoah mit Rufen wie "Die schönsten Nächte sind aus Kristall". In diesem Jahr wollen Nazis durch Köln marschieren. Durch ihre Ankündigung, mit einem Fackelmarsch durch das ehemals jüdische Viertel in der Kölner Südstadt zu ziehen, verherrlichen sie die Novemberpogrome. Sie stellen sich in der Wahl von Datum und Form ganz bewusst in die Tradition ähnlicher Aufmärsche, die einen wichtigen Teil des Terrors während der Zeit des Nationalsozialismus darstellten. Ihr antisemitischer Wahn ist heute wie damals der gleiche.

Wir werden uns das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus jedoch nicht nehmen lassen und unsere Trauer und Wut über den industriellen Massenmord und seine ewiggestrigen Apologeten zum Ausdruck bringen.
Wir werden die Erinnerung an die historischen Verbrechen vom November 1938 wach halten, als Synagogen und andere jüdische Einrichtungen in Brand gesteckt und zerstört wurden, als tausende Menschen in die Konzentrations- und Vernichtungslager verschleppt wurden, als der staatlich organisierte Raub jüdischen Eigentums durch Arisierungen stattfand und die Kölner Bevölkerung fleißig daran mitwirkte, die Entrechtung von Menschen jüdischen Glaubens durch Sondergesetze und Gettoisierung durchzusetzen. Denn dafür steht der 9. November - für nichts anderes!

Wir rufen daher auf zu einer entschlossenen antifaschistischen Demonstration gegen das neue alte Deutschland, gegen Geschichtsrevisionismus und jegliche Form der Relativierung oder Umkehrung deutscher Schuld an der Shoah.

Antisemitismus bekämpfen! Nieder mit Deutschland!

In Gelsenkirchen treffen sich auch die Nasen

Bibi 07.11.2005 - 17:44
Am Mittwoch um 19.00 Uhr treffen sich die Pappnasen aus Ge und Umgebung
vor dem " Glück Auf "- Bekleidung und mehr in der Schloßstrasse 10 in 45899 Gelsenkirchen. Von dort wollen sie zum Friedhof Horst- Süd marschieren. Ihr ironisches Motto : Wider des Vergessens - nie wieder Faschismus! Näheres auf der Nasenseite . www.ruhrgebiet.tk
Dieses Treffen ist nicht als Demo angemeldet !

Nazidemo ein fake?

ALK 07.11.2005 - 22:20
Kann es sein, dass es sich bei dieser angemeldeten Demo nur um einen fake der Nazis handelt? Es findet keinerlei Mobilisation auf Seiten der Nazis statt. Vielleicht dient diese Ankündigung auch nur dazu, die Demo in Leverkusen Opladen zu sprengen?!

keinfake

ala 07.11.2005 - 22:47
Definitive kien Fake siehe AB west

grüsse nach köln!

xk27 08.11.2005 - 02:08
an diesem datum kann nur eine maxime gelten: KEIN FUSSBREIT DEN FASCHISTEN!!!

sind mit unseren leuten auf jeden fall in der dom-stadt nr. 1 ...

zur gedenk-demo in köln: www.kein-vergessen.tk

(fast) zeitgleich findet ebenfalls in leverkusen die traditionell gedenk-demo in opladen statt. infos unter: www.aalev.tk

vielleicht sieht mensch sich ja auf beiden (oder mehr) veranstaltungen...

solidarische grüsse!

rheinland rocks!

Erst Demo dann Nazis stoppen

Leverkusener Antifas 08.11.2005 - 12:55
An alle Leute die nach Leverkusen kommen wollen,
die Demo wird wie geplant um 18:30 Uhr in der Bahnhofstraße beginnen. Dann wird es eine zügige, jedoch nicht verkürzte Demo geben und im Anschluss sollten alle nach Köln um die Leute dort zu unterstützen.

Seite der (AALEV) -  http://aalev.antifa.net
Sonderseite der (AALEV) -  http://aalev.antifa.net/aalev_temp/20051109-leverkusen/start.htm

Sonderseite aus Köln:  http://www.kein-vergeben.tk

See you on the street - in Leverkusen und Köln!

Pressespiegel

- 09.11.2005 - 04:17
Gedenken an die Opfer der Novemberpogrome, 5.11.2005
 http://de.indymedia.org/2005/11/131594.shtml

9.11. Köln: Antifademo gegen Nazifackelmarsch, 6.11.2005
 http://de.indymedia.org/2005/11/131637.shtml

Verbot des Nazifackelmarsches durch Köln?, 7.11.2005
 http://de.indymedia.org/2005/11/131851.shtml

Kein Nazi-Aufmarsch vor der Synagoge, 7.11.2005
 http://www.ksta.de/html/artikel/1131346107711.shtml

Versammlung vor Kölner Synagoge, 8.11.2005
 http://www.ksta.de/html/artikel/1131432036211.shtml

Nazi-Demo vor Synagoge verboten, 8.11.2005
 http://www.ksta.de/html/artikel/1131048411361.shtml

Kein Friede mit Deutschland!
 http://de.indymedia.org/2005/11/131996.shtml

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