neonazi-konzert bei heppenheim (hessen)

tim weber 07.11.2005 12:53 Themen: Antifa
Neonazi-Konzert in Mitlechtern

Am Samstag Abend, den 5.11., fand in Mitlechtern (Odenwald) ein als
Verlobungsfeier getarntes Neonazi-Konzert statt.
Presseerklärung

Neonazi-Konzert in Mitlechtern

Am Samstag Abend, den 5.11., fand in Mitlechtern (Odenwald) ein als
Verlobungsfeier getarntes Neonazi-Konzert statt. Knapp 50 Neonazis waren
gekommen, um sich im Vereinsheim am Sportplatz die Bands "Blutschuld",
"Rachezug", "Aufbruch" und "Aryan Voice" (auf Deutsch: "Arische Stimme")
anzuhören. Für die Veranstaltung war erst am Tag vorher mobilisiert
worden, wer das Konzert besuchen wollte, musste zu einem bestimmten
Zeitpunkt an einem bestimmten Ort in Heppenheim erscheinen, dort gab es
dann weitere Informationen zu dem eigentlichen Veranstaltungsort. So kam
es auch, dass erst gegen 23.00 Uhr Einsatzkräfte der Polizei vor Ort
waren. Der von der Polizei informierte Vereinsvorstand nahm dann kurz die
Veranstaltung in Augenschein, sah aber keine rechtliche Handhabe, den
Mietvertrag vorzeitig zu kündigen, obwohl es sich bei den Anwesenden sehr
offensichtlich um Neonazi-Skinheads handelte. Auch die Polizei sah keine
Veranlassung, das Konzert aufzulösen, hatte jedoch im Laufe des Abends
zunächst Personenkontrollen in Bensheim, dann in Heppenheim eingerichtet.
Die Halle war von einem unauffällig aussehenden Mann für eine
"Verlobungsfeier mit Livemusik" angemietet worden. Mit dieser Masche ist
es schon mehrfach gelungen, derartige Konzerte durchzuführen, so Anfang
des Jahres in den ehemaligen Räumlichkeiten eines Rockerclubs in Mannheim.
Überhaupt ist zu beobachten, dass sich der Südwesten bzw. das
Rhein-Neckar-Gebiet zu einer Hochburg von Neonazi-Konzerten entwickelt
hat: So fanden in diesem Jahr bereits weit über ein Dutzend Konzerte
statt, erst letztes Wochenende hatten über 250 Neonazis in einem
Mannheimer Vorort mit einem Konzert den Geburtstag eines Ludwigshafener
"Kameraden" gefeiert. Die in Mitlechtern auftretende Neonazi-Band
"Aufbruch" kommt ebenfalls aus Mannheim und ist einschlägig bekannt.

Auch im Odenwald und an der Bergstraße suchen Leute aus dem Umfeld der
lokalen Kameradschaftsszene immer wieder "Räumlichkeiten" für Konzerte.
Daher empfiehlt sich u.a. bei einer Veranstaltung mit Live-Musik vorher zu
klären, welche Bands spielen sollen – in diesem Fall hätten bereits die
Namen skeptisch gemacht, eine Rückfrage bei der Polizei ein Übriges
geklärt. Eine weitere Maßnahme, sich als Vermieter gegen derartige
Veranstaltungen zu schützen, ist eine Klausel im Mietvertrag, die dem
Vermieter ein sofort wirksames Kündigungsrecht einräumt, wenn die
Veranstaltung oder private Feier dazu genützt wird, rechtsradikales
Gedankengut zu verbreiten, Musik mit entsprechendem Inhalt abzuspielen
oder live zu spielen. Man kann auch einen entsprechenden Verhaltenskodex
in Form einer Hausordnung erlassen und diese zum Bestandteil eines
Mietvertrags machen.

Tim Weber, Pressesprecher der Antifa Bensheim
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Ergänzungen

Schlägerei untereinander

Antifa 07.11.2005 - 13:35
Das Konzert wurde von einigen Blood & Honour -Aktivisten überfallen. Einige Konzertbesucher und das Tresenpersonal wurden zusammengeschlagen und wurden gezwungen ihre T-Shirts auszuziehen. Auf diesen T-Shirts gaben die Leute sich als B&H-Unterstützer aus, was den B&H-Aktivisten wohl nicht passte. Nach der Schlägerei klauten die B&H-Aktivisten noch die Kasse und machten sich aus dem Staub.
Schön das die Nazis sich ordentlich untereinander kloppen. Sollte sie öfter tun!

Laut Polizei gab es keine Ausschreitungen

x 07.11.2005 - 15:10
07.11.2005 - 14:29 Uhr, Polizeipräsidium Südhessen Pressemappe [Pressemappe]

Darmstadt (ots) - Mit starken Polizeikräften kontrollierte die
Polizei am späten Samstagabend in Mitlechtern eine Zusammenkunft von
Personen, die dem rechten Spektrum zuzuordnen sind. Von den 90
kontrollierten Personen, waren 20 der rechtsradikalen Szene
zuzuordnen. Die Polizei hatte am Freitag Hinweise auf ein geplantes
Skinheadkonzert im südhessischen Raum erhalten. Durch Aufklärungs-
und Kontrollmaßnahmen mit Unterstützung der Hessischen
Bereitschaftspolizei konnte der bis dahin nicht bekannte
Veranstaltungsort lokalisiert werden. Alle Personen wurden überprüft
und durchsucht. Es konnten keine strafrechtlich relevanten
Gegenstände sichergestellt werden. Das Treffen fand in einem
geschlossenen Raum statt. Die Veranstaltung wurde von der Polizei bis
zum Ende überwacht. Es kam zu keinen Ausschreitungen.

Ergänzung

Noch ein Antifa 07.11.2005 - 20:30
Na die Bullen sind wohl nicht die glaubwürdigste Informationsquelle. Eigentlich sind es Nazis auch nicht, aber in diesem Falle sind div. Foren von Naziseiten doch interessant.
Z.B. im Forum des Wikingerversandes oder im Hatecore-Forum finden sich entsprechende Beiträge. Im Wikingerforum finden sich im Bereich "CDs / Konzerte/Musik allgemein" gleich zwei Beiträge: "Angriff auf Konzert in Heppenheim" und "wiso nicht??!!"

Wie auch immer: Die spinnen die Nazis!

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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