Was nachts so geht in Göttingen

Autonome Antifas 29.10.2005 04:10
Heute, 29.10.2005, findet in Göttingen mal wieder ein Naziaufmarsch statt. Wir haben das zum Anlass genommen, um diverse Ortsschilder dieser Stadt zu verändern. Als kleine Willkommens-Geste prangt nun statt "Göttingen" der Name "Stalingrad" auf den Schildern. Im folgenden Text wollen wir erklären, warum wir das getan haben...
Im Februar 1943 war die schwerste Niederlage der Deutschen im 2. Weltkrieg besiegelt. Kaum ein Ort steht so exemplarisch für den Sieg der Alliierten gegen die deutsche Nation wie die Stadt Stalingrad. Kaum eine Niederlage hat das Selbstbewusstsein der Deutschen so erschüttert wie diese. Zu Recht musste damals die Rote Armee mehr als 100.000 fanatisch kämpfende Wehrmachts- und SS-Soldaten, die mit ihrer Gewalt und ihrer Art der Kriegsführung unmissverständlicher Ausdruck einer menschenverachtenden Ideologie waren, töten.

Stalingrad steht für einen entschlossenen Kampf. Der Ort und der Sieg antifaschistischer Kräfte stehen symbolisch für eine Gewalt, die nötig wurde, um sich vor faschistischer Brutalität und industrieller Vernichtung menschlichen Lebens zu schützen. Auch wenn dies nicht die einzigen Beweggründe eines machtbesessenen Diktators und militärischen Befehlshabers wie Stalin waren, sind alle AntifaschistInnen dennoch den gegen den deutschen Faschismus kämpfenden Menschen aus den damals alliierten Staaten zu Dank verpflichtet.

Heute, am 29.10.2005, wollen die Faschisten wieder einen Aufmarsch durch Göttingen versuchen. Wieder zeigen sie durch ihre Symbole und Slogans die positive Bezugnahme auf eine Ideologie, die für Auschwitz verantwortlich ist. Diesem und jedem anderen Versuch der Artikulation faschistischer Inhalte gilt es selbstverständlich mit allen zur Verfügung stehenden Mittel entgegenzutreten.

Ein kleiner unseres Widerstandes ist es, den Faschisten ihre Grenzen zu zeigen und ihnen zu vermitteln, was wir von ihnen halten und was wir denken, was mit ihnen passieren sollte. Mit der Veränderung der Göttinger Ortsschilder maßen wir uns nicht an, an einen antifaschistischen Erfolg wie Stalingrad anknüpfen zu können. Wir wollen lediglich den Faschisten und dem gesamten deutschen Kollektiv-Bewusstsein zweierlei sagen: "Jedes mal, wenn ihr versucht in Göttingen mit eurer Ideologie Fuß zu fassen, werden AntifaschistInnen da sein und euch in den Arsch treten! Und wir versuchen jeden Ort zu einem symbolischen Stalingrad für euch zu machen!"

In diesem Sinne: Die Nazis und ihre Helfer am 29.10 und allen anderen Tagen von der Straße fegen! In der einzigen Sprache, die sie aufgrund ihres autoritären Charakters verstehen...

Autonome Antifas
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nette aktion,

(muss ausgefüllt werden) 29.10.2005 - 06:29
nette aktion! kommen auch bald in gö. an

Yeah

Imperator 29.10.2005 - 06:51
2 Daumen hoch, gute idee!
Endlich mal wieder was kreaties....
Könnte man mal bei sich zuhause machen.

Stalin? grad

Hubsi Kramer 29.10.2005 - 11:11
Ja, super Aktion.
Laßt den Namen Stalins ruhig aufleben.
Ich weiß nicht wer schlimmer war. Adolff oder Josef?
Antifaschistischer Sieg? Das ich nicht lache....es war, wenn schon ein Sieg einer unmenschlichen Ideologie (Kommunismus) über eine andere (Faschismus). Ich sehe da keinen Unterschied.

Great Action !

antira 29.10.2005 - 11:13
fehlt nur noch worch im kessel, mit hitlerjunge quex und gerhard frey, der statt transpis am himmel ziehen lässt nun versucht die volxgenossen aus der stadt zu fliegen ...
schafft viele stalingrads !

Super gemacht!

Bibi 29.10.2005 - 11:43
Habt ihr echt klasse gemacht! Sollte man sich ein Beispiel dran nehmen!
An alle Ruhrpöttler: Wir sollten uns für Duisburg am 26.11. auch was Schönes einfallen lassen :)

@hubsi kramer

tagmata 29.10.2005 - 13:24
klose but no zigar. wenn es ein ereignis gab, das dazu führte, daß die nazis militärisch besiegt wurden, dann war es stalingrad. darauf, und nicht auf den namensgeber dieser stadt, soll hier angespielt werden. im angloamerikanischen raum wird 'stalingrad' umgangssprachlich grade so verwendet wie bei uns 'waterloo'.

NS-Verherrlichung

abc 29.10.2005 - 14:37
Die paar Möchtegern-Arier von heute auf eine Stufe mit fanatisierten Wehrmachts- und SS-Horden zu stellen, ist für mich eine Beleidigung der Opfer.

Abgesehen davon, sind die Göttinger Antifas offensichtlich etwas größenwahnsinnig, in dem sie sich auf einer Höhe mit Frontkämpfern der Roten Armee sehen.

Solche martialischen Sprüche zeugen für mich eher von einer tief verwurzelten Kriegs- und Gewaltgeilheit als von aufgeklärter Politik.

deutsche nabelschau

ronnie 29.10.2005 - 15:23
naja, stalingrad... diese vollmundigen bezuege darauf erinnern mich an dinge, die einst mal unter "mackermilitanz" kritisiert worden sind. kleine jungs mit dicker hose. immerhin hat diese form der antifapolitik es mittlerweile geschafft sich von dem 20er jahre hype bis ins jahr 1943 durchzuwuehlen. beim verbeissen in den gegner wird leider das kind mit dem bade ausgeschuettet: man schaue sich an, wie in russland heutzutage "stalingrad" und der "grosse vaterlaendische krieg" historisiert wird - von wem und zu welchem zweck. globalisiert euch mal und bestimmt dann eure position neu.

die linke ist immer im schlechten sinne gefaehrlich, wenn sie hinter aufklaerung zurueckfaellt.

COOL

Freiheitskämpfer 29.10.2005 - 15:37
echt geile idee gratz aus Glinde für diese Aktion

an die kritikerInnen der aktion...

wohl unwichtig 29.10.2005 - 17:32
lest euch doch erstmal den text dazu durch... :-) mensch, mensch, ich nenn das eine differenzierte begründung... euer gegenballern ist das nicht... ich find die aktion geil!

Bitte nachdenken!!

Mensch 29.10.2005 - 20:52
Mann Leude...ich bins echt leid!!! Meint ihr jeder in Stalingrad war n beschissener Nazi???Damals war fast jeder taugliche Mann Soldat...ob er nun Nazi war oder net!!!Mein Opa war auch in Russland, und ganz sicher kein Nazi!! Gibts für euch nur schwarz/weiß?? Jeder der nicht beim aktiven Widerstand war, war n Nazi?? Ich frag euch einfach mal: Was hättet ihr damals gemacht?? Und nun kommt mir nicht damit "ich wär 100% beim Widerstand gewesen" und som scheiß, das sind bei 99,9% der Leude schlichtweg Lügen!! Es lässt sich im Nachhinein alles so schön leicht sagen...aber wart ihr damals dabei??

Seltsames Geschichts- und Moralbewusstsein

Ben 09.01.2006 - 02:42
Der Grad und die Art und Weise, wie sich der Artikel mit den Streitkräften des totalitären sowjetischen Systems identifiziert, ist ekelhaft. Als ob ein ethischer Bewertungsunterschied bei der Analyse der menschenverachtenden Absichten des Totalitarismus faschistischer oder kommunistischer Manier bestünde...