Meldungen aus Venezuela

malegría 20.10.2005 18:17 Themen: Soziale Kämpfe Weltweit
(DiarioVEA, dpa, aporrea.org) Weitere Unterstützung im Kampf gegen das Latifundium +++ Chávez macht Kapitalismus für den Hunger verantwortlich +++ PPT wird sozialistische Partei +++ Venezuela wird Mitglied im Mercosur +++ Regierung vergibt kollektive Landtitel +++ Robertson hetzt erneut gegen Chávez
Weitere Unterstützung im Kampf gegen das Latifundium

Nachdem eine Woche zuvor in Caracas tausende Menschen für die Weiterführung und die Vertiefung des Kampfes gegen den Großgrundbesitz demonstrierten, fand auch im Bundesstaat Barinas eine Demonstration zur Unterstützung der diesbezüglichen Regierungspolitik statt. In der gleichnamigen Hauptstadt des Staates zogen am vergangenen Freitag DemonstrantInnen unter dem Motto „Nein zum Latifundium und zum Großgrundbesitz“ durch die Straßen.

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Chávez macht Kapitalismus für den Hunger verantwortlich

Auf dem Treffen zum 60. Geburtstag der UN-Welternährungsorganisation FAO in Rom hat der venezolanische Präsident scharf die Regierungen der größten Industriemächte angegriffen. „Es reicht mit der Ungerechtigkeit der Imperialisten gegenüber den Ärmsten“ sagte er vor den Delegierten. Der Kapitalismus sei „ein Modell, das nicht die elementarsten menschlichen Bedürfnisse“ berücksichtigen würde. Dadurch sei in der „Ära der Globalisierung“ der Hunger das einzige, das wachse. Auch kritisierte er, dass 5 Prozent der Weltbevölkerung 25 Prozent der Energie verbrauchen und, dass die USA sich nicht immer weigern, das Kyoto-Protokoll zu unterschreiben.

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PPT wird sozialistische Partei

Auf ihrem 6. Parteitag hat sich die Partei „Patria para Todos“ (PPT, Vaterland für alle) am vergangen Wochenende zu einer sozialistischen Partei erklärt. Die Mehrheit der 540 Delegierten stimmte bei dem in Juan de los Morros tagenden Treffen für diese Erklärung. Die Partei ist Teil der Regierungskoalition um den Präsidenten Hugo Chávez, die sich im „Patriotischen Pol“ sammelt.

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Venezuela wird Mitglied im Mercosur

Voraussichtlich ab Dezember wird Venezuela das fünfte Land mit einer Vollmitgliedschaft im „Gemeinsamen Markt des Südens“ Mercosur (Mercado Común del Sur), wie der uruguayische Außenminister Reinaldo Gargajo mitteilte. Bisher hatten sich Brasilien, Uruguay, Argentinien und Paraguay in dieser Freihandelszone zusammengeschlossen. Der Eintritt Venezuelas werde dem Mercosur eine neue Dimension verleihen, „sobald er von der Karibik bis nach Feuerland reicht“, sagte der Minister. Dies solle außerdem ermöglichen, dass sich die Länder des Mercosur und der Andengemeinschaft „in einer einzigen Freihandelsvereinigung zusammenschließen“.

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Regierung vergibt kollektive Landtitel

Die venezolanische Regierung hat ihre Politik bezüglich der Rechte der Indígena-Gemeinden fortgesetzt und am 12. Oktober, dem Tag des indigenen Widerstandes, 15 weitere kollektive Landtitel verteilt. Damit steigt Umfang des an die indigene Bevölkerung zurückgegebenen Landes auf fast 800.000 Hektar. Bei der zentralen Feier des Gedenktages in Barranco Yopal im Bundesstaat Apure übergab der Präsident Hugo Chávez Vertretern von zehn Gemeinden die Titel, die diesen die Verfügung über die Länder ermöglichen, auf denen die Stämme seit Urzeiten leben. Die Landtitel sind kollektiv, d.h. sie gehören der gesamten Gemeinde, die aber weder berechtigt ist, das Land zu verkaufen, zu übertragen, zu teilen, zu veräußern oder mit Hypotheken zu belasten.

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Robertson hetzt erneut gegen Chávez

Nur wenige Wochen nachdem er die US-Regierung dazu aufgefordert hatte, den venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez zu ermorden, macht der nordamerikanische Fernsehprediger wieder von sich reden. In der CNN-Show „Larry King Live“ verkündete er, dass Chávez den Al Kaida-Terroristen Osama Bin Laden finanzieren würde und zudem bald in der Lage sein könnte, die USA mit Atomwaffen zu beschießen. In der Show sagte der christliche Fundamentalist: „Die Wahrheit ist, dass dieser Mann dabei ist, in Venezuela eine Diktatur marxistischen Typs aufzubauen. Er verbreitet den Marxismus in Südamerika, er verhandelt mit den Iranern, um nukleares Material zu erhalten und hat Osama Bin Laden kurz nach den Angriffen vom 11. September 1,2 Millionen Dollar zukommen lassen.“

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Weitere Artikel zu Venezuela

12. Oktober: Tag des indigenen Widerstandes
 http://de.indymedia.org/2005/10/130030.shtml

Venezuela: Kampf dem Latifundium
 http://de.indymedia.org/2005/10/129863.shtml
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Ergänzungen

Atomkraft

ergänzer 21.10.2005 - 00:05
Zu ergänzen sei evtl. noch, dass Venezuela zwar mit dem Iran darüber verhandelt hat (darauf hat sich Robertson berufen), aber offiziell erklärt hat, dass sie entweder von Brasilien der von Argentien die Technologie für ein AKW kaufen... soll mensch von Venezuela und der Bolivarischen Revolution halten, was mensch will...aber Atomkraft wird dadurch nicht besser, sicherer oder billiger...

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