Schüler verhindern Abschiebung in Herne
Der Fall Met stellt einen Sonderfall: perfekt integriert, perfekt deutsch sprechend, keinerlei Transferleistungen beziehend und im Kinder- und Jugendparlament aktiv.
Schüler verhindern vorübergehend eine Abschiebung Mets - leider keine Entwarnung.
Schüler verhindern vorübergehend eine Abschiebung Mets - leider keine Entwarnung.
Etwas mehr als 200 vor allem jugendliche Menschen demonstrierten heute morgen vor der Ausländerbehörde an der Wanne-Eickeler Hauptstr. gegen eine Abschiebung ihres Mitschülers, Freundes und politischen Mitstreiter Met Iberdemaj aus Herne, der um Punkt 15:45 Uhr in den Kosovo abgeschoben werden sollte.
Durch eine Vereinbarung, dass er in den nächsten zwei Wochen freiwillig ausreise, hat er nun zum einen die Möglichkeit per Touristenvisum wieder einzureisen und seine Familie zu besuchen und zum anderen die Chance, dass in dieser Zeit sein Antrag auf einen besonderen Härtefall vor dem Innenministerium des Landes bearbeitet wird.
Die Presse schreibt:
Met wird nicht abgeschoben
Met Iberdemaj hat Herne gestern nicht verlassen. Er wird nicht abgeschoben, muss jedoch innerhalb von zwei Wochen "freiwillig" ausreisen. Das hat für ihn den Vorteil, dass er sich auf den Aufenthalt im Kosovo vorbereiten und später auch mit einem Touristenvisum wieder einreisen kann. Eine zwangsweise Abschiebung hätte dies verboten. Darüber hinaus besteht nun eine theoretische Chance, dass die Härtefallkommission des Landesinnenministeriums sich mit Met beschäftigt.
Am vergangenen Dienstag hatte sich der Stadtrat gegen einen Aufruf an die Härtefallkommission entschieden und damit die Abschiebung festgelegt. Am Mittwoch stellten Mets Unterstützer einen Eilantrag an das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen, der zurückgewiesen wurde. Daraufhin rief Günter Nierstenhöfer (AL) Stadtkämmerer Peter Bornfelder an und bat um die Möglichkeit einer "akzeptablen menschlichen Aufnahme" in den Kosovo.
Unter Berücksichtigung "humanitärer Gesichtspunkte" und der "erkennbaren, emotionalen Bewegung" war Bornfelder bereit, die Frist zu verlängern und einen Aufruf an die Härtefallkommission zu erlauben. Die Stadt fertigte eine Vereinbarung an, die Met Iberdemaj und Unterstützer am gestrigen Donnerstagmorgen unterschrieben. Bedingung: Die Unterstützer Dorothea Schulte, Jürgen Klute und Günter Nierstenhöfer geben ihr Ehrenwort, dass bis zum Dienstag (4.) ein Flugticket in den Kosovo vorliegt und Met bis zum 13. Oktober ausreist.
Die Ehrenwortaussage sei für Peter Bornfelder "ein hohes Gut". Sollten die Unterstützer sie brechen oder eine "plötzliche" Krankheit Mets als Farce benutzen, hätte dies für Bornfelder erhebliche Konsequenzen für die "Umgangsart im Rat".
Die Härtefallkommission könnte innerhalb der zweiwöchigen Frist die Abschiebung noch einmal gänzlich aufheben, hat jedoch keinerlei Verpflichtung, sich mit Mets Schicksal zu beschäftigen.
(WAZ Herne, 30.09.2005)
Durch eine Vereinbarung, dass er in den nächsten zwei Wochen freiwillig ausreise, hat er nun zum einen die Möglichkeit per Touristenvisum wieder einzureisen und seine Familie zu besuchen und zum anderen die Chance, dass in dieser Zeit sein Antrag auf einen besonderen Härtefall vor dem Innenministerium des Landes bearbeitet wird.
Die Presse schreibt:
Met wird nicht abgeschoben
Met Iberdemaj hat Herne gestern nicht verlassen. Er wird nicht abgeschoben, muss jedoch innerhalb von zwei Wochen "freiwillig" ausreisen. Das hat für ihn den Vorteil, dass er sich auf den Aufenthalt im Kosovo vorbereiten und später auch mit einem Touristenvisum wieder einreisen kann. Eine zwangsweise Abschiebung hätte dies verboten. Darüber hinaus besteht nun eine theoretische Chance, dass die Härtefallkommission des Landesinnenministeriums sich mit Met beschäftigt.
Am vergangenen Dienstag hatte sich der Stadtrat gegen einen Aufruf an die Härtefallkommission entschieden und damit die Abschiebung festgelegt. Am Mittwoch stellten Mets Unterstützer einen Eilantrag an das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen, der zurückgewiesen wurde. Daraufhin rief Günter Nierstenhöfer (AL) Stadtkämmerer Peter Bornfelder an und bat um die Möglichkeit einer "akzeptablen menschlichen Aufnahme" in den Kosovo.
Unter Berücksichtigung "humanitärer Gesichtspunkte" und der "erkennbaren, emotionalen Bewegung" war Bornfelder bereit, die Frist zu verlängern und einen Aufruf an die Härtefallkommission zu erlauben. Die Stadt fertigte eine Vereinbarung an, die Met Iberdemaj und Unterstützer am gestrigen Donnerstagmorgen unterschrieben. Bedingung: Die Unterstützer Dorothea Schulte, Jürgen Klute und Günter Nierstenhöfer geben ihr Ehrenwort, dass bis zum Dienstag (4.) ein Flugticket in den Kosovo vorliegt und Met bis zum 13. Oktober ausreist.
Die Ehrenwortaussage sei für Peter Bornfelder "ein hohes Gut". Sollten die Unterstützer sie brechen oder eine "plötzliche" Krankheit Mets als Farce benutzen, hätte dies für Bornfelder erhebliche Konsequenzen für die "Umgangsart im Rat".
Die Härtefallkommission könnte innerhalb der zweiwöchigen Frist die Abschiebung noch einmal gänzlich aufheben, hat jedoch keinerlei Verpflichtung, sich mit Mets Schicksal zu beschäftigen.
(WAZ Herne, 30.09.2005)
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen
Sie weichen nicht von seiner Seite
Trillerpfeifen machen auf den Menschenzug aufmerksam. Hauptsächlich sind es Schüler des Emschertal-Berufskollegs, mit denen Met seinen Schulalltag verbringt. Dazu gesellen sich Mitglieder von sechs Kinder- und Jugendparlamenten: Herne, Hagen, Waltrop, Marl, Recklinghausen, Castrop-Rauxel.
Angekommen an der Ausländerbehörde. Es geht los: "Ohne Met gehen wir hier nicht weg!", schreit die Menge. Was sie nicht weiß: Unterstützerin Dorothea Schulte meldet sich in diesem Moment bei Stadtkämmerer Peter Bornfelder. Und sie meldet, dass Met kollabiert sei.
9.16 Uhr, Met kommt doch. Dorothea Schulte kündigt an, dass sie nun das Gebäude betreten und unterschreiben wollen, dass Met heute nicht abgeschoben wird, sondern innerhalb von zwei Wochen freiwillig ausreisen kann. "Ihr müsst hier bleiben und uns unterstützen, bis wir das Gebäude verlassen", fordert Schulte. In den Armen der Bürgermeisterin verschwindet Met im Gebäude. Die Schüler fangen an zu diskutieren: "Ich würde mich direkt in den nächsten Flieger setzen, der zurück geht." "Wenn jeder nur 50 Cent spenden würde. . ." "Weißt du, wie teuer so ein Flug ist?" Daniel Kleibömer kauft Batterien für sein Megafon. "Wäre schön, wenn ihr noch ein wenig skandiert", ruft er den Schülern zu. Jetzt wird es richtig laut: "Met ist kein Paket!"
9.51 Uhr, Andreas Ixert kündigt an, dass der Vertrag in 15 Minuten wohl unterschrieben sei. Ixert ist Leiter der Demonstration, hatte sie vorher für eine Stunde angemeldet. Um 10.02 Uhr löst er sie offiziell auf. "Wer mag, kann jetzt gehen." Die Jugendlichen bleiben.
10.14 Uhr, Met kommt heraus - zusammen mit denen, die für ihn bürgen: Jürgen Klute, Günter Nierstenhöfer und Dorothea Schulte. Sie verkündet, dass eine Duldung bis zum 13. Oktober vorliegt und er sogar mit einem Touristenvisum zurückreisen könne - zwar nur ein Aufschub, aber ein "Teilsieg". Schulte verspricht, sich ebenso für andere Personen einzusetzen: "Met steht für viele." Met selbst steht im Moment nur da, schweigt und nickt, seine Augen haben einen weichen Ausdruck. Er verneigt sich. Jetzt spricht er: "Danke an alle. Ich weiß nicht, was ich sagen soll." Den Rest des Tages möchte Met ein wenig mit seinen Freunden feiern. Er schaut auf die Uhr: "Eigentlich wäre ich jetzt gleich am Flughafen."
(WAZ Herne, 30.09.2005)
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Bitte mal korrigieren:
vielleicht könnt ihr den offensichtlichen Tippfehler in der Ankündigung des Artikels kurz mal verbessern, es irritiert ein wenig, wenn man da liest: "Schüler erzwingen vorübergehend eine Abschiebung Mets", denn für die Abschiebung sind die doch sicher nicht auf die Straße gegangen, oder?
hallo
"perfekt integriert, perfekt deutsch sprechend, keinerlei Transferleistungen beziehend"
das ist ja okay das so ist, ich finde das als argument nur nicht zulässig, weil es doch gar keine rolle spielen sollte wie gut jmd. deutsch spricht oder integriert ist oder?
damit lässt mensch sich auf eine diskussion mit all diesen parteien ein anstatt seine/ ihre eigenen Vorstellungen durchzusetzen...
bleiben sollen alle können...
ansonsten coole scheisse
gruss
Freue mich auch