Fotos und Berichte der Antilagertour 25.09.05

No Lager Netzwerk/Umbruch Bildarchiv 28.09.2005 15:27 Themen: Antirassismus
Rund 300 Menschen beteiligten sich am Sonntag, den 25. September in Mecklenburg-Vorpommern an Kundgebungen vor den Flüchtlingslagern Horst bei Boizenburg und Schwerin-Görries sowie an der Abschlussdemonstration in Schwerin. Zu der zweitägigen "Aktionstour gegen das europäische Lagersystem" hatte das No-Lager-Netzwerk, das Komitee für Grundrechte und Demokratie und diverse Flüchtlings- und Menschenrechtstorganisationen aufgerufen.
Fotos und Berichte unter
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Bereits im Vorfeld und auch am Sonntag wurden Flüchtlinge in beiden Lagern von den Behörden massiv eingeschüchtert und mit Repressionen bedroht. Informationsblätter wurden eingesammelt, vor dem Kontakt mit BesucherInnen aus dem No-Lager-Netzwerk gewarnt und Strafen angekündigt, falls Flüchtlinge an den Aktionen teilnehmen würden. Bei beiden Flüchtlingslagern wurden für den gesamten Tag Besuchsverbote verhängt. In Horst kam es kurzzeitig zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und KundgebungsteilnehmerInnen, nachdem ein Polizist penetrant in die Kundgebung schritt, um Nahaufnahmen von TeilnahmerInnen zu machen. (siehe Bilderstrecke). Dabei gab es drei Festnahmen.

rotzdem kamen aus dem Lager Horst viele Flüchtlinge vor das verschlossene Tor, und ca. 15 von ihnen fuhren in Bussen mit nach Schwerin. Sie berichteten von den Bedingungen im bisher als Erstaufnahmeeinrichtung dienenden, jetzt aber in eine Art Abschiebzentrum umgewandelten Lager Horst, in das 2006 auch alle Flüchtlinge, für die Hamburg zuständig ist, verlegt werden sollen. RednerInnen stellten einen Zusammenhang her zwischen dieser Aus-Lagerung von Flüchtlingen aus den europäischen Metropolen in die Wälder und der geplanten und z.T. bereits praktizierten Internierung von Flüchtlingen und MigrantInnen in nordafrikanischen Wüstencamps.

Abschreckung, Hinderung an der Einreise und Erleichterung der Abschiebung sind die Ziele derjenigen, die diese Lager planen und betreiben. Während der Redebeiträge kam es durch aggressives Filmen der Polizei zu einer angespannten Stimmung, und statt zu deeskalieren, reagierte die Polizei mit drei Festnahmen. Weitere Verhaftungen wurden angedroht, und um eine Eskalation zu verhindern, brachen die VeranstalterInnen die Kundgebung früher als geplant ab. Vier Busse und mehrere PKWs setzte sich in Bewegung, um nach Schwerin weiter zu fahren.

Auch die Flüchtlinge, die in Schwerin-Görries in einem Containerlager leben müssen, wurden zunächst von einem Polizeiaufgebot mit kläffenden Hunden am Verlassen des Lagers gehindert und erneut drohten Festnahmen. Erst nach Protesten der DemonstrantInnen und Verhandlungen mit der Polizei durften Flüchtlinge an der Kundgebung und einem Picknick teilnehmen.

Mit Verspätung fuhr der Konvoi in die Schweriner Innenstadt, wo dann lautstark und bunt die Abschlussdemonstration stattfand. Erst nach Ende der Veranstaltung wurden die beiden vor dem Lager Horst in Gewahrsam genommenen Demonstrationsteilnehmer wieder freigelassen.
Das No-Lager-Netzwerk wird, zusammen mit einem breiter werdenden Spektrum an Flüchtlings- und Menschenrechtsorganisationen, weiter Lager als Nicht-Orte, die der Menschenwürde widersprechen, kritisieren und aufsuchen. Damit wollen wir versuchen, die Isolation der in den Lagern internierten Menschen zu durchbrechen und gemeinsam mit ihnen für Bewegungs- und Niederlassungsfreiheit, gegen Abschiebungen, für ein Bleiberecht und menschenwürdiges Wohnen für alle kämpfen.
Weitere Informationen sowohl zu den Aktionen und Aufrufen(den) als auch zu den besuchten Lagern auf: www.nolager.de und www.fluechtlingsrat-hamburg.de
(Pressemitteilung des No-Lager-Netzwerks vom 25.9.05)
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Ergänzungen

mal was positives...

jo! 28.09.2005 - 17:54
Ansturm auf spanische Exklave Melilla

Madrid (AFP) - Die spanische Exklave Melilla an der Küste Marokkos ist auch in der Nacht zum Mittwoch Ziel eines Ansturms afrikanischer Einwanderer gewesen. Nach Angaben spanischer Medien versuchten zwischen 500 und tausend Menschen in der zweiten Nacht in Folge den bis zu sechs Meter hohen Metallzaun um Melilla zu überwinden. Etwa hundert von ihnen sei es gelungen, auf spanisches Territorium vorzudringen, berichteten der Radiosender Cadena Ser und die Onlineausgabe der Tageszeitung "El Mundo". Mehrere Menschen seien bei der Aktion verletzt worden.

melilla

kop 29.09.2005 - 10:48

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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Das ist tatsächlich erfreulich...

Az 28.09.2005 - 19:16
Gibt's da noch irgendetwas genaueres dazu? Die Aktion die Zäune um Melilla auf sechs Meter zu erhöhen kann dann wohl als erfolglos gewertet werden ;)

nicht postiv:

radiohörend 29.09.2005 - 12:20
es gab mindestens zwei Tote: laut staatlichen Angaben (...) einer aufgrund von Verletzung durch den Stacheldraht, ein weiterer in der Masse erdrückt worden (ich nehme an, die Gummigeschosse werden das Verhalten nicht unerheblich beeinflusst haben...)