Langenhagener SchülerInnen gegen Abschiebung
Ca. 500 Schüler protestieren energisch gegen die Abschiebung ihrer MitschülerInnen.
Dienstag Vormittag starteten circa 500 SchülerInnen eine Spontandemo gegen die Abschiebung von drei pakistanischen MitschülerInnen und ihrer Familie.
An der Demonstration waren SchülerInnen verschiedener Langenhagener Schulen beteiligt, zum Teil trotz ausdrücklichen Verbots seitens der Schulleitung.
Zunächst überreichten sie 1800 zuvor gesammelte Unterschriften an die Bürgermeisterin. Anschließend zogen die aufgebrachten Jugendlichen durch den Langenhagener Stadtkern, um ihrem Unmut über die Abschiebebehörden lautstark Ausdruck zu verleihen. "Wo dutzende unserer Protestbriefe unbeantwortet blieben, sind energischere Mittel zur politischen Artikulation unabdingbar", heißt es im Redebeitrag der Schülervertretung. Zeitweise kam es zu Sitzblockaden, so dass der örtliche Verkehr erheblich gestört wurde.
Besondere Brisanz erhält die geplante Abschiebung der Familie durch die Krankheit der zehnjährigen Tochter, deren medizinsche Versorgung in Pakistan nicht gewährleistet wäre. Zudem sind die Kinder in Deutschland geboren und aufgewachsenund sprechen nur unzureichend Pakistanisch. Weitere Aktionen zur Verhinderung der Abschiebung sind geplant.
An der Demonstration waren SchülerInnen verschiedener Langenhagener Schulen beteiligt, zum Teil trotz ausdrücklichen Verbots seitens der Schulleitung.
Zunächst überreichten sie 1800 zuvor gesammelte Unterschriften an die Bürgermeisterin. Anschließend zogen die aufgebrachten Jugendlichen durch den Langenhagener Stadtkern, um ihrem Unmut über die Abschiebebehörden lautstark Ausdruck zu verleihen. "Wo dutzende unserer Protestbriefe unbeantwortet blieben, sind energischere Mittel zur politischen Artikulation unabdingbar", heißt es im Redebeitrag der Schülervertretung. Zeitweise kam es zu Sitzblockaden, so dass der örtliche Verkehr erheblich gestört wurde.
Besondere Brisanz erhält die geplante Abschiebung der Familie durch die Krankheit der zehnjährigen Tochter, deren medizinsche Versorgung in Pakistan nicht gewährleistet wäre. Zudem sind die Kinder in Deutschland geboren und aufgewachsenund sprechen nur unzureichend Pakistanisch. Weitere Aktionen zur Verhinderung der Abschiebung sind geplant.
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Ergänzungen
No borders - no nations!!!
Zeitungsberichte
Hunderte Schüler protestieren
Rufe: „Schule schwänzen – Abschiebung verhindern“ – Pakistanische Familie soll bleiben
Hunderte von Schülern sind gestern Morgen durch die Stadt gezogen, um gegen die Abschiebung einer pakistanischen Familie zu demonstrieren. Sie überreichten Bürgermeisterin Susanne Schott eine Liste mit 1800 Unterschriften.
Langenhagen. Die Provokation konnten sich die Schüler nicht verkneifen: „Schule schwänzen, Abschiebung verhindern“, skandierten viele von ihnen, als sich der Zug durch das Marktgedränge schob. Spontan haben sich gestern Morgen Hunderte von Schülern mit Plakaten und Transparenten aus dem Schulzentrum zum Rathaus aufgemacht: Sie wollten gegen die geplante Abschiebung der pakistanischen Familie Abdul protestieren (wir berichteten).
Eine Abordnung des Schülerrats überreichte Bürgermeisterin Susanne Schott eine Liste mit 1800 Unterschriften gegen die Abschiebung. Während die Vertreter mit der Verwaltungschefin sprachen, drängten die Demonstranten mit ihren Trillerpfeifen hinterher ins Rathaus. Doch Marco Zacharias, Schülersprecher des Gymnasiums, und die anderen Mitglieder des Schülerrats, drängten sie rasch wieder hinaus. Am Megafon bedankte sich die Bürgermeisterin bei den Mädchen und Jungen für ihr Engagement. „Es ist sensationell, wie schnell ihr die Unterschriften gesammelt habt.“ Sie versprach, sich bei der Region für die Sache einzusetzen.
Der Zug der Jugendlichen ging anschließend noch weiter zum Forum, rund um das Zentrum und quer über den Marktplatz. Um 11.05 Uhr löste Marco Zacharias die Demonstration direkt vor dem Gymnasium auf. „Vielen Dank für eure Mithilfe. Hiermit löse ich die Demonstration auf, bitte geht zurück in die Schule.“ Die beiden Schulleiter sehen die Demonstration mit gemischten Gefühlen. „Im Prinzip unterstützen wir das Engagement der Schüler“, sagte Irene Kretschmer, Leiterin des Gymnasiums. „Aber wir haben den Schülern untersagt, dem Unterricht fern zu bleiben.“ Über den provokativen Spruch der Schüler haben auch IGS-Leiter Wolfgang Kuschel und seine Kollegen die Nase gerümpft. „Die versäumten Stunden werden gewertet.“ Die Schüler müssten lernen, Verantwortung zu tragen.
Langenhagener Echo, 14.09.2005
„Familie Abdul bleibt hier”
„Wir haben uns heute hier versammelt, um unserem Protest gegen die Abschiebung der Familie Abdul weiteren Nachdruck zu verleihen. Wo dutzende unserer Protestbriefe unbeantwortet blieben, sind energischere Mittel zur politischen Artikulation unabdingbar”, rief eine Schülerin des Schulzentrums ins Mikrofon.
Energisch war sie tatsächlich, die Aktion, mit der sich Schülerinnen und Schüler von Gymnasium und IGS am Dienstag zu Wort meldeten. Mehrere hundert Personen schlossen sich zu einem spontanen Demonstrationszug über Konrad-Adenauer-Straße und Walsroder Straße zusammen um zu artikulieren, was sie alle seit fünf oder sechs Tagen bewegt: Empörung über die geplante Abschiebung der Familie Abdul aus Krähenwinkel.
In der vergangenen Woche erhielt die fünfköpfige Familie aus Pakistan, die seit 16 Jahren in Deutschland lebt, Post von der Region Hannover: Die Familie solle sich auf die Ausreise nach Pakistan vorbereiten, die „in den nächsten Tagen“ von der Region veranlasst würde. Damit hat für die Kinder Tayyaba (10), Rameez (14) und Schagufta (15) ein Albtraum begonnen: Sie kennen ihre „Heimat“ Pakistan nur aus Erzählungen ihrer Eltern, die das Land vor 16 Jahren als Flüchtlinge verließen. Nasreen Abdul und ihr Mann gehören einer muslimischen Glaubensbewegung an, die in Pakistan verboten ist. In Deutschland wurden sie nie als Asylbewerber anerkannt, sondern lediglich geduldet, was eine Arbeitsaufnahme des Vaters verhinderte. Gegen die drohende Abschiebung hat sich die Familie jahrelang gewehrt; nach Auskunft der Region sind jetzt jedoch alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft. Verschärft wird die Situation durch die Diabeteserkrankung der zehnjährigen Tayyaba.
Tayyaba leidet seit etwa fünf Jahren an Diabetes Typ 1, weitere Begleiterkrankungen verschärfen das Krankheitsbild. Die medizinische Versorgung in Pakistan ist nicht gewährleistet, auch wenn die Region darauf verweist, dass es in dem Land Universitätskliniken gibt. Aus diesem Grund hat die Krankheit Tayyabas auch keine aufschiebende Wirkung im Abschiebungsverfahren – den drei Kindern der Familie Abdul droht der Transport in ein fremdes Land, genannt „Heimat“.
Nach Aussagen von Lehrerinnen und Mitschülerinnen sind gerade die beiden Mädchen der Familie Abdul in Langenhagen integriert: „Schagufta ist meine Freundin, sie ist eine von uns“, heißt es in einem Brief, den die Mädchen der Klasse 10.5 der IGS an den zuständigen Sachbearbeiter der Region geschrieben haben. In ihren Schulen und auf dem Marktplatz haben Schülervertreter von Gymnasium und IGS innerhalb von drei Tagen 1.800 Unterschriften gegen die Abschiebung gesammelt – eine Leistung, die Bürgermeisterin Susanne Schott-Lemmer als „großen Solidarakt“ bezeichnete. Im Rathaus nahm sie die Unterschriftenlisten von Marco Zacharias, Schülersprecher des Gymnasiums, entgegen und versprach, sie noch am selben Tag an die zuständige Region weiter zu leiten. „Die Schüler haben ein klares Signal gesetzt und ich hoffe, dass die Region hier positiv entscheiden kann“, sagte Susanne Schott-Lemmer. Und: „Ich finde eure Aktion wirklich toll“, gab sie den Schülern mit auf den Weg.
Weitere Medienberichte
-RTL (TopThema)
-Radio FFN (Held der Woche)
-Hannoversche Allgemeine (2 Berichte)
-Neue Presse (2x Titelseite, weitere Berichte)
-Nordhannoversche Zeitung (Titelseite, weitere Berichte)
-Langenhagener ECHO (Titelseite, weitere Berichte)
-Hildesheimer Allgemeine (1 Bericht)
Zudem sind weitere Fersehberichte möglich, insgesamt haben und drei Kamerateams von versch. Nachrichtenagenturen begleitet.
So ein Medienecho haben wir uns nicht einmal in unseren kühnsten Träumen erdacht! Da wird, da muss was passieren!
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Was für ein Argument ! — Anakin
kirche — freiheitskämpfer