Zwischenlager Gorleben blockiert

randbild 10.09.2005 16:30 Themen: Atom
Rund 40 AktivistInnen von Robin Wood, Greenpeace und aus freien Gruppen blockieren seit heute vormittag die Haupt-Zufahrt zum Zwischenlager in Gorleben.
Rund 40 AktivistInnen von Robin Wood, Greenpeace und aus freien Gruppen blockieren seit heute vormittag die Haupt-Zufahrt zum Zwischenlager in Gorleben. Vier Personen haben in luftiger Höhe Laternenmasten im Zufahrtsbereich des Zwischenlagers besetzt. Im Laufe des Morgens gesellten sich den Blockierern rund 200 Atomkraftgegner hinzu, um sie in ihrem Anliegen zu unterstützen.

Mit dieser Aktion wolle man vor der Bundestagswahl ein Signal an die Bundesregierung setzen - welche es auch immer es nach dem 18. September sein werde - dass der Protest in der Region gegen die Zwischen- und Endlagerpläne für Gorleben ungebrochen weitergehen werde.

Jochen Stay von der Aktionsgruppe X-tausendmal-quer: "Castor ist für uns jeden Tag, nicht nur am Tag X." Ausserdem wolle man mit dieser Aktion noch einmal darauf hinweisen, dass die Zwischenlagerung der abgebrannten Brennelemente oberirdisch stattfindet und nicht - wie vielfach immer noch angenommen wird - unter der Erde.

Zwischenzeitlich kam es zu kleineren Rangeleien zwischen Protestanten und der Polizei, als rund zwei Dutzend Demonstranten versuchten, das Innere des Zwischenlager-Geländes zu erklimmen. Nachdem bei zwei Personen die Personalien festgestellt wurden, waren die Auseinandersetzungen aber vorerst beendet. Bei strahlendem Sonnenschein, Kaffee, Kuchen und Selters hielt die Blockadeaktion am frühen Nachmittag immer noch an.

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Ergänzungen

Schöne Sache...

Teilnehmer 11.09.2005 - 07:57
Hab selber seit einiger Zeit von der Aktion mitbekommen und weis daher auch, dass die Aktion seit mehreren Monaten geplant war. Hat auch sehr viel Spaß gemacht mit mal nur ca. 2-3 Hundertschaften (wenn überhaupt) zu spielen und denen aufn pelz zu rücken. Jedoch möchte gerne noch einmal auf die Endplanung kommen, die so wie die Endlagerung, scheinbar ohne wirkliches Konzept abgelaufen ist: Es gab Wochen vorher Treffen unterschiedlichster Gruppen, aber so wie ich es mitbekommen habe, hat es nur unser Treffpunkt von ca. 10 Autos (neben den besetzern) ohne Polizeieskorte bis zum Zwischenlager geschafft. Dort passierte auch nicht viel mehr, als das die Wiese vor dem Zaun zum Zwischenlager, welche auch schon zu dem Grundstück gehört, besetzt wurde und ca. 50 Leute direkt vor dem ersten Zaun Platz nahmen. Diese wurden von der Polizei recht schnell eingekesselt (Polizei übrigens ohne Helm und Mundschutz), da sie eine angebliche Straftat in Form eines Hausfriedensbruchs begangen hätten (Wie die Leute auf der Wiese dann übrigens auch, die jedoch nicht gekesselt wurden). Etwa die Hälfte der Leute konnte noch zu guter quetschen- und flötenmusik befreit werden. Bei dem Rest der gekesselten Gruppe wurden jedoch Personalien festgestellt und es wird mit einer Anzeige zu rechnen sein.

Hier beginnt auch die Kritik an der Demoleitung:
Es war wohl geplant das Zwischenlager richtig "friedlich" zu besetzen, aber die entschlossene Gruppe, die zuerst ankam, schaffte es wohl auf Grund eines Koordinierungsfehlers nicht in das Lager einzudringen und hauste nun direkt vor dem Lager. Als diese "Sitzblockade" (es fällt mir echt schwer das so zu nennen) gegen Nachmittag aufgelöst war, da die Leute entweder unwiederbringlich befreit waren ODER die Personalien zwecks ANZEIGE aufgenommen waren, kündigte nun die Demoleitung trotz eigentlicher Planung über die ganze Nacht bis in den nächsten Tag, die Auflösung der Versammlung an und forderte die Leute in einer Weise auf, das Geschehen zu verlassen, wie ich es von einer Demo her noch nicht kennengelernt habe. Des Weiteren habe ich nicht eine Durchsage gehört, was außerhalb der Demo so an Aktionen gelaufen ist. Vorher wurde groß geredet von Blockade Aktionen, damit die Polizei nicht nachrücken kann, jedoch kam es mir vor, als wäre diese Polizei nie ausgerückt, da sie für diese Aktion scheinbar auch nicht nötig war. Die paar Polizisten haben für die anwesenden Leute voll und ganz gereicht, da keinerlei Militanz oder sonstiger wirklicher Widerstand zu sehen war. Außer vielleicht bei der Befreiungsaktion, bei der tanzend einige Leute aus einem Kessel befreit wurden, jedoch kann auch hier absolut nicht von Militanz o.ä. die Rede sein. Eher friedliche Aktion wie sie von x-tausendmal quer auch mehr oder weniger geplant wurde. Jedoch kam selbst hier vom Lautsprecherwagen eine Durchsage, dass die Leute innerhalb des Kessels (Die soweit ich sie gesehen hab, mit uns, nur halt auf der anderen Seite, getantzt haben) sich angeblich bedroht fühlten durch die Situation außerhalb des Kessels, so dass wir von der !Demoleitung! aufgefordert wurden ein Deeskalationsabstand von min. 1m einzuhalten. Sofort verstummte die Musik und die Befreiungsaktion war beendet. Ich könnte noch unzählige andere Beispiele nennen in denen ich sehr enttäuscht war von der Planung und Demo an sich her, jedoch sollen das ruhig andere übernehmen. Vielleicht habe ja auch nur ich es soo negativ erlebt.

Würde deshalb hier oder per mail gern noch andere Meinungen von anwesenden hören.

Aufruf an X-1000: Bunt braucht Schwarz und Schwarz braucht Bunt!!! Checkt es endlich!!! Gegen die Entsolidarisierung linker Gruppen!!!


P.S.: Will das ja auch nich runterspielen: also VoKü und Musik war schon gut vertreten. Außerdem wurde ein Wohnzimmer mitten auf der K2 (Kreisstraße am Lager) eingerichtet.

Out of control!!!

Wirres Zeug vom "Teilnehmer"

Zeitzeuge 11.09.2005 - 16:01
@Teilnehmer:
Du schreibst wirres Zeug,
(Alk gesoffen und/ oder gekifft?)

Von dem Lauti wurde die Polizei! aufgefordert Abstand von den Demonstrierenden zu halten...
Im übrigen ist Indy für Nachrichten da und keine Debattenplattform.






warum so negativ?

Schall und Rauch 11.09.2005 - 16:25
Wenn ich die Ergänzung ( Schöne Sache…) so lese, frage ich mich auf welcher Seite der Veranstaltung der oder die Schreiber/in denn gestanden hat. Diese ergänzenden Informationen könnte auch ein findiger Mitarbeiter des Verfassungsschutzes hier platziert haben.

Tatsache ist, so wurde mir aus vertrauensvoller Quelle berichtet, dass es natürlich eine Planung dieser Aktion gab. Und das entsprechende Vertrauensvolle Denker aller Farben, ich spreche bewusst auf das Farbenspiel an, beteiligt waren. Es lag nun an jedem „Denker“ der ensprechenden Farbe, für diese Idee weitere Vertrauensvolle Blockierer zu gewinnen. Bei einigen klappte es besser bei anderen nicht so.
Das Ergebnis haben wir erleben dürfen. Ich bitte also darum von Schuldzuweisungen abzusehen.
Die Infrastruktur klappte ganz hervorragend. An dieser Stelle noch einmal ein dickes Lob an die VoKü. Ohne Mampf kein Kampf!!!
Warum es nicht weiter auf das Gelände ging, so liegt es daran, dass die Polizei wie gerufen bereits zur Stelle war und die Leitern beschlagnahmte. Der Gruppe blieb nichts anderes, als sich auf das Grundstück, unmittelbar vor das Tor zu setzen.
Zu dem Kessel möchte ich anmerken, dass jede/ jeder Blockierer/in meinen vollsten Respekt verdient. Um sich dann tatsächlich unmittelbar vor das Tor setzen zu können, mussten alle, die nicht zur ersten Gruppe gehörten Polizeiketten „durchfließen“. Ich selbst habe es erst nach dem dritten Anlauf geschafft. Immer dann, wenn ich aufgehalten wurde, zu Boden ging, konnte unmittelbar neben mir jemand durchkommen und Blockieren.
Es ist richtig, dass über Lauti die Durchsage gemacht wurde es sollte ein Sicherheitsabstand eingehalten werden. Die Ansage erging im Wortlaut :“Von Polizist, zu Polizist, die den Kessel bilden, bitte einen Sicherheitsabstand von 4 Metern einhalten. Die Personen im Kessel fühlen sich bedrängt.“ Gemerkt? 4Meter!
Die Ansage ging durch den Lauti, unmittelbar nachdem ein außen tanzender das Gleichgewicht verlor und zwischen zwei Polizisten ins straucheln kam. 4 Polizisten stürzten sich gleichzeitig auf den am Boden liegenden. Die Nerven lagen offensichtlich blank.

Grundsätzlich von einer Demoleitung zu sprechen, schiebt Verantwortung in die Richtung der Person am Lauti , die sie nicht tragen kann und muss.

Meinen Aufruf an alle die Widerstand leisten wollen.
Nicht immer gleich „Schwarz“ sehen.
Die Farben, die einem stehen, motivieren.
Die nächsten 12 Castoren kommen im November
und die Transportstrecke ist lang.

weiere Infos:  http://www.castor.de/aktionen/2005/zwischenlager.html

genauere Angaben

... 11.09.2005 - 20:53
Was wie und von wem alles geplant gewesen sein könnte, hat hier nichts zu suchen.

Ergänzend sei darauf hingewiesen, dass 4 Aktivisten von Robin Wood auf das Gelände gelangt sind ( http://www.umwelt.org/robin-wood/german/presse/index-050910.htm)
ebenso sowie 4-6 AktivistInnen aus dem Spektrum von X-tausendmalquer.
Zwei der KleterrInnen haben Laternen auf dem Zwischenlager-Gelände besetzt.

Die Kooperation zwischen den verschiedenen Spektren des Widerstands hat m.E. erstaunlich gut geklappt. Dass es immer mal wieder verschiedenen Interessen und Bedürfnisse aufeinandertreffen, wenn verschiedene Spektren miteinander Aktionen machen, liegt auf der Hand. Damit müssen wir immer wieder umgehen versuchen, und ich meine, dass das gestern recht gut gelungen ist.

Bedauerlich ...

Einer wo dabei gewesen war 13.09.2005 - 14:09


ist leider die selbstherrlich arrogante und zum Teil profilierungssüchtige Art einiger Leute, die bei solchen Gelegenheiten so etwas wie die Demoleitung übernehmen (wollen). Ich meine damit ausdrücklich nicht den Menschen auf dem Lautiwagen, der hat ja sein bestes gegeben. Ausdrückliches Lob auch an die Vokü, auch wenn die anscheinend etwas allergisch auf nörgelnde Veganer reagieren - kann man aber verstehen ;-). Gemeint sind viel mehr jene Menschen, die sich wohl auch durch Engagement auszeichnen, jedoch davon auszugehen scheinen, alle Welt müsse ihnen deshalb vor Ehrfurcht zu Füssen liegen. Einige Gruppen waren vor Ort nicht vertreten, viele Lüchow-Dannenberger waren nicht da, was ein ganz besonders schade ist. Manch einer wird deshalb nicht mehr kommen, weil ihm die Arroganz anderer Leute zum Halse raus hängt. Eine ausdrückliche Bitte an die Menschen, die hier ganz bewußt nicht namentlich genannt werden sollen, dazu müßte es ihnen erstmal persönlich gesagt werden: Ihr könnt in eurem kleinen privaten Kreis so abgehoben sein wie Ihr möchtet und euch feiern lassen bis der Arzt schon wieder geht, dieses jedoch bei diesen Gelegenheiten zu zelebrieren ist unprofessionell. Ziehe ernsthaft in Erwägung im November zu Hause zu bleiben, hier gibts auch Möglichkeiten meinem Protest Ausdruck zu Verleihen. Es ist im Alltag schon schwierig genug Überzeugungsarbeit zu leisten und immer wieder die gleichen Argumente runter zu beten (ab und an selbst zu zweifeln), diese Haltungen besagter Leute, die Ihre Position dazu nutzen könnten und sollten zu motivieren, rauben einem die letzte Kraft, so daß es schwer fällt nicht zu sagen: "Leute macht euren Scheiß allein" - denn schließlich geht es um die Sache, nicht um ein paar selbstherrliche Fraggle.

Greenpeace

dabei gewesen 14.09.2005 - 09:53
Greenpeace hat meines Wissens bei dieser Aktion gar nichts gemacht. Plötzlich hingen links und rechts vom Tor die großen Transparente. Ob das in offiziellem Auftrag geschah, weiß ich nicht. Jedenfalls hat es dafür getaugt, den im obigen Artikel wiedergegebenen Eindruck zu erzeugen. Falls das so beabsichtigt war, mag das professionelle Öffentlichkeitsarbeit sein, aber die feine Art ist es nicht...

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feine art??? — Thomas