Guatemala: Die Herren Präsidenten
Die Geschichte der Präsidenten Guatemalas, ist eine Geschichte von Ladinos. Also ein Teil der Geschichte der dominierenden Minderheit. Eine Beschreibung, wie sie, je nach Konjunktur verschiedener Wirtschaftssparten, der Macht vorsitzen und einen Personalityanstrich geben. Ein Zusammenhang, zwischen der konsequenten Unterordnung der Menschenrechte, unter die Profitinteressen, der jeweils Mächtigen und dem abrupten Konjunkturverlauf in Guatemala ist zu vermuten. Der personifizierte Ausdruck des Angleichens des formalen Rechts an die Profitinteressen dieser jeweils Mächtigen heißt Präsident. Dennoch zeigen viele erfolgreiche wirtschaftliche Projekte Anfangsphasen mit Wachstumsraten, welche auch mit formalem Recht nicht erklärbar sind. Es ist wesentlich auf welcher wirtschaftlichen Grundlage Machteliten einen Präsidenten stellen.
Zur Eroberung Neuspaniens wurden für Indigenas autonome Corregimientos konstituiert. In diesen Corregiemientos wurden die Indigenas konzentriert, um sie zu kontrollieren und wirtschaftlich auszubeuten. Diese mörderischen Deportationen führen die Geschichte der ungesühnten Verbrechen in Lateinamerika an.
Die soziale Makrostruktur dieses Ausbeutungssystems war ein feudales Lehnswesen. Dieses Apartheidregime sah für die Eroberer das Gemeindewesen der Cabildos vor. Mit Corregimientos wurden, von der Krone, die Eroberung belohnt. In kolonialen Zeiten waren sie die Lehen für adelige, in den kolonialen Milizen. Diese Corregimientos stellen im kolonialen Neuspanien ausgedehnte Anwesen dar. Bis 1784 waren die Indigenas formal Teil des Lehens. Die Corregidores ließen sich von den Idigenas Tribut zahlen. 1784 wurde von dem spanischen König Carlos IIII (r1759-1788), eine Kopfsteuer zu Gunsten der Krone dekretiert. Er nannte sie auch Tributo, sie wurde mit 16 Reales per Jahr (zwei Achtrealmünzen (Pesos) per Jahr) festgesetzt. Mit dieser Kopfsteuer wurden nur Indigenas belegt, sie war also rassistisch. Die Erhebung geschah kollektiv, die Corregimientos mussten Arbeitsgruppen, welche in Zwangsarbeit den Tributo erwirtschafteten, stellen. Die Hierarchie der Steuereintreiber wurde zum Corregidor verfeinert. Damit war formal, der Übergang vom Feudalismus zur steuervermittelten, rassistischen Ausbeutung vollzogen. Außenwirtschaftlich von Bedeutung war der Anbau von Indigo in der Provinz El Salvador. Hier entstand mit dieser neuen Steuer ein Druckmittel, mit welchem auch Unternehmer die nicht Corregidores waren die Indigenas zur Arbeit in ihren exportorientierten Betrieben zwingen konnten.
(Das Steuersystem in Neuspanien: Die Weisungen für die Bildung der Steueraufsichtsverfahren, Arbeitgeber und Listen der Steuernachzahlungen.) spanischsprachig:
http://www.juridicas.unam.mx/publica/librev/rev/hisder/cont/11/cnt/cnt10.pdf
Regierungspage El Salvador spanischsprachig:
Los campesinos, el añil y la tierra en el período colonial tardío:
http://www.dpi.gob.sv/revista/revista86/ensayos.htm
http://www.dpi.gob.sv/revista/revista86/pdfs/ensayos/E-Lauria.pdf
Neuspanien war in der Kolonialzeit in wesentlichen Angelegenheiten auf sich gestellt. Da sich der Einsatz von Einzelschiffen als sinnvoller erwies, wurde 1764 die Flotte von Neuspanien aufgelöst. Im kolonialen Neuspanien war der Handel des Kapitanats Zentralamerikas dadurch reglementiert, dass alle Waren zuerst auf dem Markt von Guatemala angeboten werden mussten. Dies führte zu einer Vorherrschaft der Provinz Guatemala, auch nach der politischen Unabhängigkeit Zentralamerikas von Spanien. Die wirtschaftliche Elite formierte sich einerseits als Konservative, welche nach Möglichkeit die Privilegien Guatemalas der Kolonialzeit gegenüber den anderen Zentralamerikanischen Provinzen behaupten wollten und andererseits Liberalen, welche das Handelsreglement liberalisieren wollten und tradierte Privilegien in Frage stellten. 1820 wurde Fernando VII. konstitutioneller König von Spanien, im Rahmen einer Verfassung, welche von der Cortes in Cadiz ausgearbeitet wurde. Das bedeutete für die Konservativen in Neuspanien, dass die Bindung an Spanien ihre tradierten Interessen nicht mehr schützte. Ein wesentliches Motiv für das Unabhängigkeitsstreben der Konservativen, dürfte, die damit verbundene Privatisierung des spanischen Kronbesitzes in Form der Economiendas gewesen sein. Die, von der spanischen Krone als Verwalter eingesetzten Beamten waren potentielle Privatisierungsgewinner der Unabhängigkeit.
Konservative Latifundisten sahen mit einem abgeschotteten Binnenmarkt des Gebietes von Neuspanien ihre gesellschaftliche Position gesichert. Der Zerfall der Zentralamerikanischen Union machte deutlich, dass eine wirtschaftliche Abschottung Zentralamerikas zu Gunsten Guatemalas nicht möglich war. Zum Ende der Kolonialzeit waren die Hauptausfuhrprodukte Kakao und Indigo.
Die spanische Krone erkannte das Recht der Gemeinden (Cabildos, Corregidores) auf ausreichend Land zur Subsistenzwirtschaft gesetzlich an. Die Ländereinen waren Eigentum der Kommunen und konnten nicht verkauft werden. Es konnte aber zusätzliches Land von der Krone erworben werden. Diese Sitte der Landnutzung änderte sich kaum nach der Unabhängigkeit.
Nach der Unabhängigkeit wurde von den Provinzregierungen das Recht der Gemeinden (Cabildos, Corregidores) auf Zugang zu Land nicht in Zweifel gezogen. Diese koloniale Sitte bildete die Basis für das kommunale Leben und die bäuerliche Produktion der Mehrheit. Gemeindeland diente einem breitem Spektrum wirtschaftlichen Aktivitäten: Von reichen Bauern oder Investoren für den Anbau von Kaffee oder Indigo gepachteten Parzellen, bis hin zur Subsistenzwirtschaft.
Die Unabhängigkeit bedeutete die Öffnung zu direkten Handelskontakten mit Europa und den USA. Die eldoradoartigen Haussen der Wirtschaft, wurden nun durch diese Märkte vorgegeben.
Schlagartig werden die Interessen verschiedene Landesteile der Exportnachfrage untergeordnet.
Die Indigenas standen zur Disposition: mal wurden sie unter Hinweis auf die gesamtwirtschaftlichen Interessen ihres Bodens enteignet, mal in Zwangsarbeit gesteckt, mal vertrieben oder massakriert.
So kam es zu einer Konzentration des Eigentums an Land. Nichttraditionell war immer anders, aber immer exportorientiert: ab 1534 Kakaobohnenexport, 1740 Indigo, Cochnille, 1871 Kaffee, 1901 Bananen, 1920 Kardamom, 1941 Kautschuk, 1950 Baumwolle, 1960 Zucker, Rinder , 1970 Geflügel, 1976 Erdöl, 1980 Gartenfrüchte, 1990 Tourismus, GVO, Inwertsetzen der Gendiversität.
junge rohstoffverarbeitende Industrie (Zement, Papier, Textilien, Chemikalien, Autoreifen und Möbel)
Bodenschätze Blei, Zink, Eisen, Kupfer, Steinkohle und Silber abgebaut und Erdöl gefördert (seit 1976).
Der Ginikoeffizient misst das Ausmaß der Abweichung von Größenverteilungen.
Die Einkommensverteilung der Bevölkerungen 2002 zeigt folgendes Ranking:
Guatemala: 48,3 %
USA: 40,8 %
BRD: 28,3%
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Einkommensverteilung
Quelle englischsprachig:
http://hdr.undp.org/reports/global/2004/pdf/hdr04_HDI.pdf
15.sep.1821 - 1822 Brigadier Gabino Gainza
*20.okt.1753 Pamplona, Spanien, t1829 Mexiko. Wurde als Generalunterinspektor der Armee der Kolonie nach Guatemala gesandt, politische Führungsperson des Überganges von der Kolonie zur Unabhängigkeit. Bekleidete zahlreiche bedeutende Ämter vor 1821. Im Moment der Unabhängigkeitserklärung, am 15.sep.1821 leitete Gainza die koloniale Miliz, der Vizekönig von Perú zeterte, da er ihn als unabhängigkeitsbewegt einschätzte, aber das Generalkapitanat Guatemala war formal vom Vizekönigreich Mexiko abhängig und dieses war gerade dabei selbst von Spanien unabhängig zu werden. Er war der erste Präsidenten der neuen Republik. Gainza befürwortete eine Union der fünf Zentralamerikanischen Provinzen mit Mexiko. Im feb.1822 wurde Guatemala, trotz Widerstand, von Mexiko annektiert, was zu Konflikten mit den anderen zentralamerikanischen Provinzen führte. Im Gebiet von El Salvador war die Opposition am konkretesten und die Provinz trennte sich von Guatemala. Deshalb entsandte Augustín de Iturbide von Mexiko, Vincente Filísoa mit einem großen Heer, um die Salvadoreños zu schlagen und die Macht über die fünf Provinzen zu übernehmen. Brigadier Gabino Gainza gab die Macht an Filísoa ab und begab sich nach Mexiko wo er 1829, in Armut gefallen, starb.
1822 - 03.ago.1823 General Vicente Filísola
* Italien, eingebürgerter Spanier, Gouverneur ihrer Majestät dem König Augustín I und Generalkapitän von Zentralamerika (wie sich Iurbide nennen ließ). Während seiner Regierung gab es fortwährend Kämpfe um die Annexion durch Mexiko. David Iturbide hatte ihn mit einer großen Armee mexikanischer Söldner, der "División Protectora Mexicana" im sep.1821, zur Niederschlagung der salvadorenische Annexionsgegner geschickt, anschließend hatte er die Befehlsgewalt in der neuen Republik. Francisco Barrundia, späterer Präsident griff die Annexion militärisch an.
Der schnelle Sturz von Iturbide in Mexiko, bewegte Filísola dazu, einem verfassunggebenden Kongress für Zentralamerika zuzustimmen, wie sie in der Unabhängigkeitserklärung von 1821 vorgesehen war. Die Verfassungsnationalversammlung vom 01.jul.1823 benannte ein Triumvirat: den Arzt Pedro Molina, Juan Vicente Villacorta und Manuel José Arce. Am 03.ago.1823 musste sich Filísola mit seinen Truppen aus Guatemala zurückziehen.
1823 und 1829 - 1830 Dr. Pedro Molina Mazariegos (liberal)
*29.apr.1777 Verfechter der politischen Unabhängigkeit Zentralamerikas. Leiter der Partei der "Los Cacos", welche mit Feuereifer für die Unabhängigkeit kämpfte. 1802 war er Professor an der Universität von San Carlos de Guatemala, 1820 entwickelte er eine Reform bei der Medizinerausbildung, der Plan wurde akzeptiert und umgesetzt. Arzt und exzellenter Journalist, Am 24.jun.1820 gründetet er die Zeitung ”El Editor Constituciónal”, welcher er später den Namen "El genio de la Libertad" gab. Ebenso gründete er am 10. mrz.1848 die Zeitung "El Album Republicano". Wegen seiner offenkundigen Opposition, war er in den Kerkern der Festung von San José als Kontaktsperrehäftling. Er war zweifellos einer der Gründer des Liberalismus in Guatemala. Während der Zeit der zentralamerikanischen Union, war er mit diplomatischen Aufgaben im Ausland betraut. 1823 war er Präsident ebenso von ago.1829 bis mrz.1830 Staatschef von Guatemala .
mrz.1830 – feb. 1831 Lic. Antonio Rivera Cabezas (liberal)
Guatemalteke, Jurist, schuf die Landstraßenbauverwaltung, richtete das Schulwesen, welches durch die Kriege zerstört war wieder ein, so ordnete er den Bau von Schulen in Chiquimula an.
1812 bekleidete er, unter spanischer Herrschaft ,das Amt des Gesandten der ersten zentralamerikanischen Versammlung. Während der mexikanischen Annexion war er Abgeordneter im mexikanische Kongress. 1824 war er von der mexikanischen Regierung eingesetzter politischer Leiter des Departements Guatemala. 1835 war er Finanzstaatssekretär der zentralamerikanischen Union und schließlich 1832 und 1837 Distriktrichter. Führender Politiker am Beginn des neunzehnten Jahrhunderts. Als Vorkämpfer der zentralamerikanischen Unabhängigkeit gelangte seine Unterschrift auf die Unabhängigkeitserklärung vom 15.sep.1821.
Während seiner Regierung genoss das Land völlige Ruhe. Wegen fortgesetzter Diffamierungen seiner politischen Gegner, trat er von der Macht zurück.
Als die Konservativen an die Macht kamen wurde er verbannt. Dank seiner vielen Freunde wurde er nicht füsiliert. Er flüchtete nach Chiapas, Beim Versuch nach Honduras einzureisen wurde er in Jocotán Chiquilmula fest genommen, später als er des Hochverrates angeklagt wurde, flüchtete er nach El Salvador, wo er sich mit Dr. Pedro Molina Mazariegos traf. Am 08.mai.1851 starb er. Die Konservativen waren noch an der Macht und verweigerten ihm ein Staatsbegräbnis, boten aber, zwei Tage nach seinem Tod, ein Begräbnis in der Kirche "Las Merced", an.
1824 - 1825 Lic. José Cecilio del Valle
*22.nov.1780 Choluteca, Honduras studierte Philosophie, Zivil- und Kirchenrecht an der Universität de San Carlos de Guatemala. Er arbeitete als Anwalt. Wegen seiner Hingabe an seine Studien, war er als der Weise Valle bekannt. Zweifellos war er einer der brillantesten Intellektuellen in Zentralamerika seiner Zeit. Ein visionärer Ökonom, der mit den Universalgenies seiner Zeit, wie dem britischen Philosophen Jeremías Bentham in Verbindung war. 1805 war er Delegierter der Kommission für mildtätige Angelegenheiten und Zensor der Zeitung von Guatemalastadt, 1806 ist er Anwärter beim Konsul von Guatemala, Staatsanwalt der königlichen Artillerie und Ingenieur des Königreiches, 1809 nimmt er den Rang des Delegierten der Zentraljunta der Provinz ein. Er war der Gründer und Vordenker der Zeitung ”El Amigo de la Patria”, redigierte und unterschieb die Unabhängigkeitserklärung am 15.sep.1821. 1822 und 1825 figurierte er zeitweise als Mitglied und zeitweise als Präsident der obersten ausführenden Gewalt. Redigierte das Gesetz, in welchem die Todesstrafe, für all jene Personen die hohe Ämter in der vorhergehenden Regierung innehatten, verboten wurde.
1825-1828 General Manuel José Arce erster Präsident der Provinz Guatemala in der zentralamerikanischen Föderation
*1768 San Salvador, Militär und Politiker, weder gesetzes- noch sittenkonform, hielt sich seine Regierung mit Waffengewalt. Durch Verfassungsbruch hatte bald die gesamte Mach auf sich vereint. Putsche, berief am 10.okt.1826 einen außerordentlichen Kongress ein und ließ am 31.okt.1826 neue Obrigkeiten wählen. Er wird als Verräter seiner liberalen Partei betrachtet. Ihm wird Machtmissbrauch, Diktatur, schlechte Verwaltung, Verschwörung gegen die Unabhängigkeit und eine sehr unstete Politik vorgeworfen. Die Liberalen hoben am 23.mrz.1827 in San Salvador ein Heer aus, um gegen ihn, wegen seiner schlechten Regierung, Krieg zu führen und fielen in Guatemala ein. Der erste Versuch scheiterte, aber nach kurzer Zeit wurde er in Milingo überwältigt. Es gelang ihm nach Mataquescuintla zu fliehen um sein Leben zu retten. Er sah sich verraten, gescheitert und trat zurück. Wurde aus Guatemala ausgewiesen und emigrierte nach San Salvador, wo er für fünf Monate mit Mariano de Aycinena in Haft genommen wurde. Am 02.mrz.1832 unternahm er eine Verschwörung bei der er auf der Seite Honduras, Guatemala. Angriff und geschlagen wurde. Nach seiner Niederlage pachtete er in Mexiko eine Hacienda, wo er sich für acht Jahre der Landwirtschaft widmete. Starb am 14.nov.1847 in San Salvador.
1829-1830 José Francisco Barrundia (liberal)
*1787 Guatemalastadt. Machte am 19.mrz.1803 einen Abschluss in Philosophie vom Colegio Tridentino.
Intellektueller, beherrsche einige Sprachen, übersetzte das Strafgesetzbuch von Edward Livingston für LOUISIANA, ins spanische um es in Guatemala anzuwenden. Er war Delegierter beim zentralamerikanischen Kongress. In der ersten Wahlperiode arbeitet Dr. Mariano Gálvez mit ihm zusammen im Bildungsministerium. Er war Botschafter in New York. Als Fürsprecher der Unabhängigkeit, war er bei der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung anwesend. Als radikaler Opponent der mexikanischen Annexion, sah er sich vom damaligen Gouverneur Vincenete Filísola zurückgesetzt und kritisiert. Mitglied der Gruppe, welche 1824 der Verfassung zustimmte.
Trat entschieden für die Unabhängigkeit Guatemalas vom Königreich ein. Freund und Gesinnungsgenosse von Dr. Pedro Molina. Arbeitete mit diesem zusammen in der Redaktion der Zeitungen ”El Editor Constituciónal” und ”El Genio de la Libertad”. Sein politisches Talent führte dazu, dass er 1825 erster gewählter Vizepräsident der Zentralamerikanischen Union wurde. Dieses Amt nahm er aber nicht an, später wurde er vom jun.1829 bis sep.1830 der Unionspräsident. 1850 Gegner von Rafael Carrera. Half mit seinen Ideen, seinem Volk im Kampf für Menschenrechte und Menschenwürde, in seinem Kampf um die Wahrheit entzweite er sich auch mit der Kirche.
1826 wurde der diezmo (das Recht der Kirche auf den zehnten Teil von Erträgen aus der Landwirtschaft) um die Hälfte reduziert (Capítulo 13, Libro IV Tomo, II, Reseña Histórica.)
Er wird als großzügig angesehen, da er arm war bezahlte er politische Ämter und strapazierte den Staatshaushalt so, dass dieser in eine Krise geriet. Er schlug der Delegiertenversammlung der Zentralamerikanischen Union vor, dass Guatemala ein freier, souveräner, unabhängiger Staat sei. Beteiligte sich am Sturz von Dr. Mariano Gálvez, was das an die Macht kommen von Rafael Carrera begünstigte. Starb am 04.sep.1854 als Botschafter in New York. Seine sterblichen Reste wurden 1913 auf Anordnung von Manuel Estrada Cabrera überführt.
1830-1838 Gen. Francisco Morazán
*03.okt.1799 Tegucigalpa Honduras. Präsident von Honduras. 16.sep.1830 – okt.1838 Präsident der Zentralamerikanischen Union. In dieser Zeit erlitt das Land verschiedene Plagen. Wurde in Guatemala gehasst, während ihm in den anderen Provinzen der Zentralamerikanischen Union Sympathie entgegen gebracht wurde. Eine sehr ehrgeizige temperamentvolle Person, welche gegen jene, welche sie als ihre Feinde betrachtete kämpfte. 1833 übersiedelte er die Hauptstadt der Union nach San Salvador. 1835 wandte er sich als an der Macht befindlicher Präsident gegen das Volk. Ein besserer Militär als Staatsmann, überzog er alle Teile mit Krieg. Seine erfolgreichsten Kämpfe waren am 10.nov.1827 als er Oberst Justo Milla bei der Schlacht von Trinidad besiegte. Milla war militärischer Leiter im Dienst von Manuel José Arce. Am 06.jul.1828 fand der Kampf von Gualdo statt, am 15.mrz.1829 der in den Charcas, am 13.apr.1829 die Invasion von Guatemala, wo er erzwang, dass Aycinea Beltranea und Manuel José Arce aus Guatemala ausgewiesen werden. In dieser Zeit verlangte er große Geldsummen vom Volk und damit nicht zufrieden, warf er seine Angestellten, welche in seinem Auftrag, von 1828 bis 1829 gearbeitet haben, aus all seinen Gütern. Beschlagnahmte Kirchen, Konvente, die Häuser von Miguel García Granados y Beltranena, viele dieser teuren, geraubten Objekte, befinden sich heute in verschiedenen Museen der USA. Er befahl, dass alles Gold durch die Staatsbank eingeschmolzen wurde, verkaufte einen Teil des Palastes der Vizekönige.
Am 08.sep.1832 ersetzte die Volksvertretung den diezmo, durch eine andere regionale Steuer auf landwirtschaftliche Produkte welche dem Gottesdienst und der Mildtätigkeit gewidmet war. (Artículo 3o. Decreto 193) aber am 20.apr.1833 wurde er wieder eingeführt (Decreto 194.).
http://www.lahora.com.gt/02/09/03/paginas/cult_1.htm]
Francisco Morazán wurde 1840 in Guatemala Stadt durch den guatemaltekischen Caudillo Rafael Carrera geschlagen. Am 15.sep.1842 um 05:30 h wurde er auf der Plaza Mayor von San José in Costa Rica füsiliert.
1831 – 1838 Dr. Mariano Gálvez (liberal)
~*29.ago.1790 ~* 26.mai 1794 Findelkind des Priesters Toribio Carvajal, welcher ihn an die Familie der Gertrudis de Gálvez zur Adoption gab. Diese war eine der reichsten und wohlhabensten Familien jener Epoche und gab ihm ihren Namen. Er widmete sich sehr den Studien, am 16.dez.1819. promovierte er zum Dr.. Einer der wohlhabensten Männer dieser Epoche, Anwalt und Ehrenbürger, fortschrittlicher Staatsmann. Der Gemeindeverwaltung von Guatemalastadt diente er als Jurist, brachte den Antrag auf Beendigung des Krieges zwischen Guatemala und El Salvador ein. War privater Ratgeber von Gabino Gainza während dessen Regierung. Mitglied der Liberalen Partei, war in den zwei aufeinander folgenden Regierungsperioden von 1831 bis 1838 Staatschef von Guatemala. Regte viele Neuerungen in allen Bereichen des Staatswesen an. Seine größten Feinde waren Oberst Manuel Montúfar und Juan de Dios Mayorga. Ihm wird eine Verbesserung des öffentlichen Bildungswesens zugeschrieben, er verhinderte Ruhetage, schaffte religiöse Feiertage ab, kämpfte für ein laizistisches Bildungswesen. Gründer der Nationalbibliothek und des Nationalmuseums erwirkte Achtung vor den Gesetzen und den Garantien des Individuums, die Pressefreiheit, der Meinungsfreiheit, schuf die Zivilehe, ordnete das Gesetz zur Scheidung an, die Achtung der Koalitionsfreiheit, verkündete das Strafgesetzbuch von Livingston, obwohl diesem viele widersprachen. Es gelang ihm das Herz, den Respekt und die Sympathie der Leute zu gewinnen. Intelligent und schlau, mit guten politischen Ideen, respektierte die Freiheiten. José Francisco Barrundia und Pedro Molina welche Freunde von Gálvez gewesen waren wandten sich in seinen letzten Regierungsjahren gegen ihn. 1838 wurde er in Antigua Guatemala, Chiquimula y Salamá nicht mehr als Staatschef anerkannt und im Februar 1838 kam Rafael Carrera nach Guatemala, was ihn zur Aufgabe der Macht und zur Flucht nach Mexiko zwang. Er erreichte großes Ansehen als Anwalt in Mexiko. Zu seinen fatalen Fehlern zählte, die Übergabe von Izabal, der Verapaces, des Petén und Belize an England. Dies geschah durch einen Vertrag mit scheinbar unbedeutenden, einfachen, englischen Vertragspartnern am 06.ago.1834, unter der Vorgabe, die Gebiete währen innerhalb von 20 Jahren kolonisiert. Die genannte Kolonisierung war aber unmöglich. 1835 nahm er seine Wiederwahl an. Und beantragte bei der Nationalversammlung die Hauptstadt der Union möge in die Hauptstadt von El Salvador übersiedelt werden. El Salvador war Hochburg der Liberalen. Gálvez sagte einmal: ”Das Vaterland soll meine Reste nicht besitzen.” Am 29.mrz.1862 starb er in Mexiko und wurde auf dem Friedhof San Fernando beerdigt. Jedoch wurden 1925 seine Reste repatriiert und ruhen heute in der Schule für Recht in Guatemalastadt.
16.ago.1848 –27.nov.1848 Lic. Juan Antonio Martínez (liberal)
Wegen des Rücktritts von Carrera am 15.ago1848, wählten die Liberalen Lic. Martinez als Präsidentschaftskandidaten. Die damaligen liberalen und konservativen Politiker warteten jeden Moment darauf die Waffen heraus ziehen zu können und einander gegenübertreten zu können.
Anfangs akzeptierte dies Lic. Martínez nicht aber schließlich wurde er überzeugt.
Da er politischer Laie war wurde seien Regierung, zu einer Reihe von Missverständnissen und Ungeschicklichkeiten. Obwohl er fremde Währungen geschickt wie ein Bankexperte handhabte. Trat wegen des Krieges und der schmutzigen Leidenschaften der Politiker zurück. Am 30.apr.1854 starb er in Guatemalastadt.
1838 -1839 und 1842 -1844 Dr. Mariano Rivera Paz (conservativo)
*24.dec.1804 Guatemala Stadt. Fleißig, geehrt, effizient aber manchmal ein schlechter Verwalter des Staates, unentschieden, geschmeidig, unselbständig. Dr. Rivera Paz unstet in der Leitung des Staates. Er war der erste Präsident des guatemaltekischen Staates nach der Trennung von der Union, nach dem sich die andern vier Provinzen bereits selbstständig erklärt hatten. Diente dem Land würdevoll und in gutem Glauben. Als die Beziehungen zu El Salvador im jun.1844 unterbrochen wurden, schloss er die Grenze, um eine Invasion zu verhindern, bereit aus dem Gefängnis viele gefährliche Sträflinge zu lassen, um sie für das Militär zu rekrutieren und die Grenze zu sichern. Die Regierung dieses Mitgliedes der konservativen Partei konnte sich durch die Unterstützung durch den jungen Bergcaudillo Rafael Carrera behaupten. Im dez.1844 legte er der Delegiertenversammlung seinen unwiderruflichen Rücktritt vor, da Carrera seine Position überzog und missbrauchte. Am 26.feb.1849 wurde er, als er dabei war die Departementsregierung von Jutiapa zu übernehmen, von den ”lucios” Roberto Reyes und Agustín Rérez an einem Sapaquisoy genanten Ort ermordet. Zur Ehrung der von ihm dem Vaterland geleisteten Dienste, ordnete die Nationalversammlung an, sein Portrait im Sitzungssaal aufzuhängen
1842 Lic. José Venancio López
*1791 Erreichte den Titel des Rechtsanwaltes 1812, war Mitglied der Anwaltskammer von Guatemala. Prominenter Rechtsberater, Erfüllte die wichtigsten Aufgaben, wegen seines Talentes, seines beruflichen Ansehens und seines Aufzeigens, wo die maßgelblichen Leute sitzen. Zu Beginn seiner Amtszeit war kein Geld in der Staatskasse deshalb zeichnete er für 4.000 Pesos Anleihen und autorisierte Carrera mit der Akquisition damit die Solde der Soldaten bezahlt werden konnten. Seine Regierung dauerte 5 Monate. Nach einigen Tagen Krankheit starb er am 28. sep.1863. Der Machthaber Rafael Carrera ordnete an, dass er mit militärischen Ehren auf dem Zentralfriedhof beigesetzt wird.
11.dez.1844 – 16.ago.1848 und 06.nov.1851- 14.apr.1865 Generaloberst José Rafael Carrera Turcios
*”Lo de Rodriguez”, Landkreis Guatemalastadt, t14.apr.1865, Bauer, Analphabet, mit vulgärem Vokabular, kurz von Statur, lichtes dunkles Haar, hatte ein turbulentes Leben. Führte seit dem 09.jun.1837 eine Bauernguerilla an, mit der er verschieden Dörfer überfiel ohne Zusammentreffen mit Regierungstruppen zu haben. Propagierte die Parolen der Feinde des liberalen Präsidenten Dr. Marino Gálvez, die besagte, er würde die fließenden Gewässer vergiften um die Cholera in der Bevölkerung zu verbreiten. Der Caudillo wurde in den Dörfern bewundert, also ob er von seinen “Montañeros“ berufen worden wäre. Unter den geschlagenen Schlachten heben sich die Kaserne von Matquescuintl in Santa Rosa, die von Ambelis wo er das von Teodoro Mejía befehligte Heer schlug, das vom Plaza de Jalapa am 07.dez.1837. Geschlagen wurde er am 13.jan1838, als er von der Garnison von Guatemalastadt angegriffen wurde, bei dieser Schlacht wurde Raub begangen, Überfälle, Hausfriedensbruch, Vergewaltigungen, Morde an Wehrlosen, und selbst der Mord am Vizepräsidenten der Republik Gregorio Salazar. Wegen dieser Grausamkeiten kamen die Departeamente von Quetzaltenango, Huehuetenango, Quiché, San Marcos, Totonicapán und Retalhuleu 02.feb.1838 überein, den sechsten zentralamerikanischen Staat zu bilden.
[Ost-West Konflikt]
Eine Übereinkunft, welche durch verfassungsgebende Versammlung am 19.sep.1839 sanktioniert wurde. Nach seiner Niederlage in Villa Nueva am 29.dez.1839 wurde der Vertrag von ”El Rinconcito” geschlossen, in dem ein Waffenstillstand vereinbart wurde und ihm die Herrschaft über den Distrikt von Mita übertragen wurde. Im oct.1839 fiel Carrera in El Salvador ein, wurde aber von Morazán geschlagen. Carrera befand sich in der Regierung von Mariano Rivera Paz als am 13. apr.1839 überraschend um 09:30h die Plaza Mayor von Guatemalastadt besetzt wurde.
Am 18.mrz. 1840, nahm Morazán, Staatschef von El Salvador zusammen mit 5.000 Soldaten Guatemalastadt ein, Carrera flüchtete. Aber sofort bereiteten sich 5000 Soldaten vor und am folgenden Tag wurde Guatemala zurück erobert.
Am 22.okt.1851 beim Rücktritt von Präsident Peredes benannte die Nationalversammlung Carrera zum neunen Präsidenten. Den Vorsitz nahm er am 06.nov.1851 ein. An der Macht machte Carrera alle Reformen rückgängig welche im Verlauf der Regierung des Dr. Marian Gálvez gemacht wurden. Führte die Abgabe des zehnten Teils auf landwirtschaftliche Erträge für die Kirche wieder ein, gab dem Klerus alle säkularisierten Güter zurück. und hob die Pressefreiheit auf Er verfügte das Gesetz über Ministranten (”pavón”) in dem Kinder mit gutem Verhalten und Intelligenz von der Kirche als Ministranten beschäftigt werden konnten und zum Subjekt des ganzen Klerus wurden. Ordnete den Bau des Krankenhauses von San Juan de Dios, förderte den Anbau von Korn, regte den Bergbau an. Befahl das prägen von Gold- und Silbergeld. Baute die erste Straße zum Atlantik, führte öffentliche Beleuchtung in der Stadt ein, schuf die erste National Polizei, errichtete die Festungen San José de Buena Vista und Rafael de Matamoros kümmerte sich um den Gefängnissbau. Verteidigte die Unverletzlichkeit der Grenzen des Landes, gründete die Republik von 1847, machte aus Guatemala den hegemonialen Staat von Zentralamerika. Siegte bei der Schlacht von ”La Arada”. Seine Regierung war ein totalitäres unseliges Regime in dem sich Niemand seinen Befehlen widersetzen konnte. Die Stimme des Volkes wurde mit Kugeln zum Schweigen gebracht. Als Strafe wurde füsiliert.
1855 starb der konservative nicaraguanische Präsident Gen. Fruto Chamorro. Die Liberalen wollten wieder an die Macht und riefen als Söldner William Walker Tenneseee. Dieser arbeitete mit einem Unternehmer in der Dampfschifffahrt auf dem Río San Júan und dem Nicaraguasee, Cornelius Vanderbilt zusammen und beabsichtigte alle fünf zentralamerikanischen Provinzen für die USA zu annektieren.
Wegen der drohen den Gefahr bat Guatemala England und Frankreich um Hilfe.
Carreras fataler Fehler war, dass er einen Vertrag mit Großbritannien am 30.apr.1859 schloss, in dem er das Territorium von Belize drangab. Hatte gutes Verhältnis zu den europäischen Mächten. Unterzeichnete er 21.mrz.1859 ein Dekret in dem er Guatemala als unabhängige, souveräne Republik ausrief und sie somit endgültig von der Zentralamerikanischen Republik trennte. Rief sich selbst als Gründer der neuen Republik aus. Carrera hatte in Atesctempa eine Jugendliche entführt. Ihr Vater, José María Andrade, ein Marimbamusiker verletzte dafür, dass Carrera seine Tochter vergewaltigt hatte, mit einem Messer. Carrera ließ ihn in vier Teile schneiden, um jedes Viertel des unglücklichen Mannes, an Spieße an die vier Eingänge der Stadt stecken. Nach vierzig Tagen, am 14.apr.1865. wurde Carreras schwer krank, spuckte Blut und starb, er wurde in der Kathedrale der Hauptstadt beigesetzt.
http://en.wikipedia.org/wiki/Jos%C3%A9_Rafael_Carrera_Turcios
14.apr. 1865 - 03.mai.1865 Pedro de Aycinena
*1802 t 14.mrz1897Guatemalastadt. Beim Tod von Carrera benannte ihn der Staatsrat zum provisorischen Präsidenten. Als Außenminister unter Carrera hatte er am 01.jan.1854 den Grenzvertrag mit Britisch Honduras, Belize welcher das Territorium von Belize festschreibt, unterzeichnet.
24.apr.1865-29 jun.1871 Mariscal de Campo Vicente Cerna (conservativo)
Hitziger Militär der konservativen Regierungsperiode, entsprang dem corregimiento de Chiquimula (corregimiento autonome homelands für indigenas, corregidor: Lehnsnehmer) corregidor, Mariscal de Campo Titel . Nahm praktisch an allen Kriegshandlungen von Carrera teil. Stach mit seinen Handlungen 1851 hervor als in das Land von Osten eingefallen wurde. Am 24.apr.1865 wurde er zum Präsidenten ernannt nach den Wahlen wurde er von Pedro de Aycinena ausgerufen. Seine Regierung war die Herrschaft weniger und unterdrückerisch, sie setzte die Politik von Rafael Carrera fort. So wurden viele Verstöße gegen das Volk begangen. Er war ein grausamer, rachsüchtiger, diktatorischer Mann. Unter seiner Regierung wurde die Telegrafie im Land eingeführt, es wurden die ersten Studien zur Einführung der Eisenbahn durchgeführt, es wurde mit dem Bau des Hafens von San José und dem Zentralmarkt in der Hauptstadt begonnen. Dieser Zentralmarkt befand sich an der früheren ”Plazela de El Sagrario” Er wurde wiedergewählt um eine zweite Amtsperiode von 17.jan.1869 zu regieren. Er erzeugte Unzufriedenheit im ganzen Land, so dass viele Patrioten angeführt von dem Lic. Luis Rubio auf die Straße gingen und schrieen ”Tod dem Cerna!!” weshalb ein Trupp Soldaten losgeschickt wurde, der das Feuer auf dieser Gruppe eröffnete, dadurch wurde Lic. Rubio und viele andere Patrioten getötet. Es gab 1867 einen Versuch zum Staatsstreich angeführt von Mariscal Serapio Cruz, aber die genannte bewaffnete Erhebung scheiterte. Drei Jahre später 1869 führte Mariscal Cruz mit Zustimmung von Justo Rufino Barrios eine weitere regimestürzende Bewegung an, welche im jul.1869 ”Plaza Nemon” und andere Dörfer in Huehuetenango besetzte, wurden von Regierungstruppen verfolgt. Als sie in der Ortschaft Palencia am 22.jan.1870 ankamen wurde Mariscal Serapio Cruz von Regierungstruppen, welche von seinem Freund und Paten General Antonio Solares befehligt wurden überrascht. Der ihm einen schrecklichen Tod gab, köpfte um seinen Kopf später in Blätter zu wickeln und Cerna zu bringen. Der genannte Kopf wurde in einem Käfig in einem Krankenhaus ausgestellt, um den Gegnern der Regierung von Cerna Furcht einzuflößen. Auf Grund dessen entstand die sogenannte Revolution von 1871. Am 23.jun.1871 wurde das Heer unter dem Kommando von Cerna selbst in Totonicapán durch Miguel García Granados und Justo Rufino Barrios geschlagen. Cerna wurde endgültig in San Lucas Sacatepequez am 29.jun.1871 geschlagen und floh, um nicht von den Revolutionären gefangen genommen zu werden.
30.jun.1871 – 04.jun.1873 General Miguel García Granados (liberal)
*29.sep.1809 Sevilla Spanien t.08.sep.1878. Kam mit zwei Jahren nach Guatemala. Abkömmling einer der einflussreichsten und bekanntesten Familien Guatemalas. Wurde zum Gegner der Regierung von Mariscal Cerna. Nach dem er Abgeordneter in der gesetzgebenden Versammlung war marschierte er nach Mexiko, wo er behauptete die Unterstützung von Benito Juárez zu haben. Kam am 30. jun.1871 nach Guatemalastadt. Zusammen mit General Justo Rufino Barrios führte er die sogenannte Revolution von 1871, besser gesagt die ”liberale Reform” an.
Unterstützte Mariscal Serapio Cruz und veröffentlichte seinen Protest gegen des despotische Regime von Vicente Cerna. Als seine Truppen am 03.jun.1871 nach Patzicía im Departament Chimaltenango kamen. Verkündeten sie die Resolution von Patzicía in welcher sie die Regierung von Vicente Cerna nicht anerkannten und sie Miguel García Granado als neuen vorläufigen Präsidenten benannten. Auf ihn geht der Anstoß zu einem wichtigen Reformplan zurück, welcher in den folgenden Jahren in die Praxis um gesetzt wurde. Gründete die Militärakademie, das Bildungsministerium, gewährte Pressefreiheit, vertrieb die Jesuiten, beschlagnahmte das Kirchenvermögen, hob den (diezmo) Steuer zu Gunsten der Kirche auf landwirtschaftliche Produkte auf, [vgl. Mexiko 1857: Desamortisation = Säkularisierung von Kirchenbesitz: Ende der Steuerfreiheit für die Kirche, Enteignung Kirchen- und Gemeindeland]. Legte die Volljährigkeit auf 21 Jahre und die Farben der Landesfahne und die Form des Wappens fest.
Am 08.sep.1878 starb er im Alter von 69 Jahren und wurde auf dem Zentralfriedhof von San Juan de Dios beerdigt, 1894 wurden seine Knochen auf den Generalfriedhof überführt.
[REFORMA LIBERAL]
[ESCUELA POLITECNICA]
04 jun.1873 –02.apr.1885 General Justo Rufino Barrios (liberal)
*19.jun.1835 San Lorenzo Dep. San Marcos. Studierte Notariat an der ”Universidad Nacional de Guatemala” Später trat er der Bewegung von Serapio Cruz bei um gegen das konservative Regime von Vicente Cerna zu kämpfen. Als Serapio Cruz geschlagen war, beauftragte er Barrios nach Mexiko zu marschieren, wo er sich mit Don Miguel García Granados einte und befehligte die liberale Reform von 1871. Zwischen 1871 und 1873 bekleidete er wichtige militärische Ämter, anschließende regte er ein ausgedehntes Reformprogramm an: Konfiszierte den Landbesitz der katholischen Kirche, entzog ihr die Judikative sowie das Erziehungsrecht. Zur Unterstützung holte er Protestanten aus den USA und förderte ab 1882 deren Stiftungen mit staatlichen Mitteln. Großzügig überließ Barrios ausländischen Einwanderern Land, wenn sie Plantagen einrichten oder Viehzucht betreiben wollten. Dazu beschlagnahmte er indianischen Besitz und gründete zur Durchsetzung dieser Maßnahmen die Nationalarmee. Seine neue Verfassung von 1879 begünstigte den Erwerb von Großgrundbesitz und legte die Direktwahl der Abgeordneten und des Präsidenten fest. Während seiner Amtszeit wanderten viele Deutsche ein und bauten große Kaffeeplantagen auf.
Gründete die ”Banco Hipotecario” das Hospital des Ostens in Chiquimula; Santa Clara kehrte zurück auf den Markt von ”La ‚Reforma”. Das Marktgebäude wurde zur Militärakademie. Die Klöster ”San Francisco” und der Dritte Orden wurden zum Generalpostamt. Das Kloster der Kapuziner wurde zum Polizeiquartier, Er unterzeichnete einen Vertrag zur Errichtung der Eisenbahn des Südens für den Kaffeeexport und verkündete das Strafgesetzbuch, das Militärgesetzbuch, und die Steuergesetzgebung. Einiger dieser Gesetze sind heute noch gültig ebenso ordnete er die Errichtung des Zentralfriedhofes von Guatemalastadt an. Es wurden die Departments von Retalhuleu und Baja Verapaz gegründet. Behauptete die Vorherrschaft von Guatemala in Zentralamerika. Durch seine historischen Fehler unterzeichnete er einen Vertrag, der Chiapas und Soconusco Mexiko zusprach, womit ein großer Teil der Nationalgebietes von Guatemala verloren ging, eine Handlung, welche ihm die Geschichte nicht verzeihen wird. Verpflichte gesetzlich alle Indigenas zu Zwangsarbeit. War ein Diktator. Starb um 11:30 h am 02.apr.1885 auf salvadorenischem Gebiet bei einer historischen Schlacht von Chalchuapa. Seine Reste wurden auf dem Zentralfriedhof von Guatemalastadt beigesetzt.
23.jun.1882 – 05.jul.1883 Interimspräsident: General José María Orantes
Anhänger von General Justo Rufino Barrios, von der Nationalversammlung für die Zeit der Abwesenheit von Justo Rufino Barrios ernannt, da dieser in den USA eine Vereinbarung über den Grenzverlauf zwischen Mexiko und Guatemala traf. Über gab seine Macht wieder an Barrios am 06.jan.1883.
02.-06.apr.1885 Alejandro M. Sinibaldi
Wurde ernannt, nach dem Gen. Justo Rufino Barrios auf dem Schlachtfeld von Chalchuapa gestorben war. Fähiger Kaufmann mit mildem Charakter, übergab den Befehl an Gen. Barillas.
06.apr.1885 bis 15.mrz.1892 General Manuel Lísandro Barillas
*17.jan.1845 Quetzaltenangostadt. Er wurde ernannt, nach dem die Nationalversammlung den Rücktritt von Alejandro Sinibaldi angenommen hatte. Seine Präsidentschaft stützte sich auf einen verwegenen Trick. Er unterbrach die Beerdigung des Präsidenten Barrios, wandte sich an den Verteidigungsminister Martín Barrundia und behauptete, dass er das Präsidentenamt auf Grund von Gesetz und von den ihn begleitenden 5.000 Männern einnehmen werde. Wies nach draußen gerichtet an, es solle ein Feldlager eingerichtet werden, um sich gleich zum Präsidentenpalast zu begeben. Die 5.000 Mann existierten nicht. Er schloss Frieden mit Zentralamerika und auf diplomatischen Weg setzte er die Gesten zu Gunsten einer Union fort. Seine Regierung war eine Folge von Missbräuchen und Fehlgriffen. Als er Wahlen hätte ausrufen müssen, machte er einen Staatsstreich um an der Macht zu bleiben. Trug zum sogenannten Krieg von Totopostes bei, bei welchem sich Guatemala lächerlich machte. Emigrierte nach Mexiko und wurde auf der linken Seite der Kathedrale von Mexikostadt in der Calle El Seminario, welche heute den Namen ”Avenida de Guatemal” trägt, ermordet
15.mrz.1892 - 08.feb.1898 Gen. José María Reyna Barrios
*24.dez.1854 Ciudad de San Marcos. Floh mit 14 Jahren von zu Hause und trug sich in die Listen der Rebellen von Tapachula ein, bereit um Vincente Cerna anzugreifen. An der Seite seines Onkels Justo Rufino Barrios verdoppelten sie so die revolutionären Kräfte. Durch Volksabstimmung wurde er zum Präsidenten gewählt und nahm dieses Amt am 15.mrz.1892 ein. Regierte fortschrittlich, sein Ziel war die Verschönerung von Guatemala Stadt , welche sich in ein kleines Paris wandeln sollte. Unter einer Regierung wurde der ”Paseo de la Reforma” eröffnet. Und es wurden schöne Gebäude errichtet, wie auch der Präsidentenpalast renoviert wurde. Leider wurde die meisten von ihnen bei dem schlimmen Erdbeben von 1917, 1918 zerstört , er verbesserte den ”Parque de la Reforma” Es wurde das Gebäude des immobilen Eigentums errichtet welches heute das Museum für nationale Geschichte beherbergt.
Begründete den Bau der Eisenbahn im Norden, ordnete die Errichtung eines Denkmals vor Christoph Kolumbus an, gewährte Pressefreiheit, Sorgte für den Bau von Schienenwegen, Straßen Telegrafenverbindungen. Verbesserte die Arbeit der Militärakademie, drängte auf Einhaltung der Disziplin beim Militär und bekleidete gleichzeitig drei Staatsämter.
Eine Biografie berichtet: Gen. José María Reyna Barrios "dekretierte einige unpopuläre Gesetze":
Diese liberalen Gesetze bildeten zusammen mit Vorschusszahlungen und Vertragsabschlüssen unter Zwang oder unter Alkoholeinfluss die Rahmenbedingungen für die sklavenartige Ausbeutung der Arbeiter auf den Kaffeefincas. Jenem Profit, von welchem die begünstigten deutschen Einwanderer nach und nach Alta Verapaz vereinnahmten. Das Gesetz 243 vom 27.mrz.1894:
Jeder Arbeitgeber auf den Fincas, soll jedem angestellten Knecht ein Arbeitsbuch ausstellen. Dieses soll den Arbeitsvertrag enthalten, und wöchentlich sind die erhaltenen und die schuldigen Leistungen einzutragen. Taglöhner oder Hintersassen, welche kein Arbeitsbuch, mit vom vorherigen Arbeitgeber aufgelösten Vertrag vorlegen, ist keine Arbeit zu geben. Der Arbeitgeber kann, durch den örtlichen Hilfsbürgermeister Habseligkeiten, Tiere oder Objekte welche nach dem Gesetz pfändbar sind, von flüchtigen Hintersassen oder Solchen welche zweifellos anzeigen fliehen zu wollen ohne aus dem Vertragspflichten durch den Arbeitgeber gelöst zu sein, einbehalten oder als vorläufiges Pfand nehmen. Arbeitgeber, ihre Beauftragten, oder Agenten können flüchtige, betrügende Arbeiter verfolgen, welche nicht ihre Vertragspflichten erfüllt haben. Die mit diesem Gesetz beauftragten Behörden werden strikt verpflichtet Haftbefehle auszustellen und die notwendigen, in ihrer Macht stehenden Mittel zur Festnahme bereitzustellen. Im Fall des festgenommenen Arbeiters, bleibt das Recht seine Rückkehr oder besser seine Rücküberstellung zu verlangen, bei seinen Arbeitgebern, dessen Beauftragten oder Agenten, damit er seine Schuld an die Pioniergesellschaft entschädigt. Alle, gelegentlich der Ergreifung, Verhaftung und Überstellung des geflohenen Taglöhners oder Hintersassen, entstandenen Ausgaben gehen zu seinen Lasten. Sie werden in sein Arbeitsbuch eingetragen. Der Hintersasse kann sich für höchstens vier Jahre zur Arbeit auf einer Finca verpflichten, wenn er vom Arbeitgeber nicht entlassen wird, darf er sich auch nach dieser Zeit nicht, von der Finca entfernen.
nach spanischsprachig:
http://www.prensalibre.com/pl/domingo/archivo/revistad/2005/agosto05/210805/final.shtml
Die Bürgermeister wurden vom jeweiligen Regenten eingesetzt und nicht vom Volk gewählt. Es war eine Regierung voll von Übergriffen, Verhaftungen, Verfolgungen, Spitzeltum. Am Ende seiner Amtszeit litt das Land an einer schweren Wirtschaftskrise. Am 08.feb.1898 08:00 h verließ er die Rezeption eines Hotels und wurde von Oscar Zollinger, einem deutschen Staatsbürger, erschossen. Zollinger wurde ermordet und seine Mörder wurden kurz nach dem Tod des Präsidenten vergiftet. Einige Theorien weisen seinen Nachfolger Manuel Estrada Cabrera als den intellektuellen Urheber der Tat aus. José María Reyna Barrios wurde unter den Gewölben der Hauptstadtkathedrale beerdigt, um zu verhindern, dass seine Leiche geschändet wird.
09.feb.1898 – 08.apr.1920 Lic. Manuel Estrada Cabrera
21.nov.1857 in Quetzaltenango Stadt t.24.sep.1924 Guatemala Stadt.
Seine Mutter ermöglichte ihm unter Entbehrungen ein Studium. Manuel Estrada Cabrera eröffnete eine Anwaltskanzlei um in seiner Heimatstadt tätig sein zu können hier wurde er später Bürgermeister. Wurde Präsident, da er der Leiter der Staatskanzlei war.
Kurz nach, dem Attentat auf José María Reyna Barrios, stürmte der bullige Leiter der Staatskanzlei, Estrada Cabrera in die Kabinettssitzung, legte einen riesigen Colt auf den Tisch und schrie: „Meine Herren, ich bin der neue Präsident von Guatemala."
Dieses demokratische Grundverständnis legte der neue „starke“ Mann auch später bei sporadisch abgehaltenen Wahlen an den Tag. Zunächst ließ er im Land verkünden, er sei der schweren Bürde des Amtes überdrüssig geworden, ein anderer solle an seiner Stelle den Karren weiterziehen. Zweck dieser Ankündigung war es indes herauszufinden, ihm bereits ein Konkurrent erwachsen war, der auf unauffällige
Art zu beseitigen wäre. Doch diese Maßnahme erwies sich als überflüssig, es meldete sich niemand.
Nun wurde “gewählt”. Hierzu hatten sich auf dem Lande die Bewohner ganzer Ortschaften in Reih und Glied aufzustellen, dann kam der Wahlbeamte und fragte mit vernehmlicher Stimme nach dem Wunschkandidaten der Einwohner, worauf diese im Chor zu brüllen hatten: “El Licenciado Manuel Estrada Cabrera." Nach derart vollzogen er Bestätigung ließ der Diktator auf Flugblättern in Golddruck bekannt geben, dass er ungeachtet eigenen Bedauerns über die erneut ausgebliebenen Gegenkandidaten das schwere Staatsamt weiter in. 'treuer Pflichterfüllung ausüben werde. Zuerst von sich selbst ernannt, als der vorangegangene Präsident tragisch gestorben war wurde er noch in der Nacht des Mordes im Präsidentenpalast vorstellig.
Mit Amtsantritt beging er politische Verbrechen, ließ das Gesetz der Flucht anwenden: Dem Gefangenen wir befohlen zu laufen oder ihm wird auf die Hacken getreten, worauf er anschließend mit der Rechtfertigung er wollte fliehen in den Rücken geschossen wird. Einige politisch engagierte Personen wurden füsiliert. Beispielsweise der Gen. Daniel Marroquín, am 09. feb.1898 ein paar Stunden, nach dem er seine Aufgabe erfüllt hatte.
Er hatte eine Vorliebe für die akademische Jugend und stiftete die Minervafeste mit welchen das Vorlesungsjahr beendet wurde. Es wurden die praktischen Schulen gegründet. Es wurde eine Reliefkarte des Landes erstellt. (Modell im Parque Central) Gründete die erste Universität für Arbeiter in Guatemala Stadt.
Die United Fruit Company schloss 1901 eine Übereinkunft, in welcher ihr der Diktator den gesamten Seepostverkehr zusicherte, ein für die damalige Zeit strategisches Kommunikationsmittel.
Seine Verwaltung musste auf die Zerstörungen der Erdbeben von 1902 in Quetzaltenango, 1913 in Cuilapa und 1917 und 1918 in Guatemala Stadt reagieren.
1902 erließ Estrada Cabrera ein Dekret, wonach alle Vulkane im Lande ab sofort die Aktivität einzustellen hätten, wo doch zur gleichen Zeit Schlamm und Lavamassen des Vulkans Santa Maria Hunderte Dörfer unter sich begruben.
1904 schloss Cabrera mit der UFC einen Vertrag, und wieder kam deutlich die Konzernstrategie zum Ausdruck: getreu den Erfahrungen des, Minor Keith begann man den, Eroberungsfeldzug mit der Sicherung des Transportmonopols.
Für die Fertigstellung einer bereits zu zwei Dritteln gebauten Eisenbahnlinie vom Atlantikhafen Puerto Barrios in die Hauptstadt erhielt der Obstkonzern die gesamte Strecke als Eigentum überschrieben (ausschließlich jener Teile, die, er gar nicht gebaut hatte), dazu die einzige Hafenmole mit einem noch ungenutzten anderthalb, Kilometer breiten Streifen zu beiden Seiten der Mole sowie alles im Lande befindliche Eisenbahnmaterial geschenkt!
Krönung des , außergewöhnlichen „Geschäfts“ waren 170.000 Acre besten Ackerbodens, den sich die Gesellschaft nach eigenem Gutdünken aussuchen durfte.
Diktator Estreda Cabrera war, sich wohl der Einmaligkeit derartigen Geschäftsgebarens bewusst und erklärte der aufgebrachten Öffentlichkeit, im Vertrag sei auch festgeschrieben, dass alle Geschenke an die UFC nach Ablauf von 99 Jahren einschließlich der von ihr erbrachten Leistung des letzten Teilstücks der Eisenbahnlinie an den Staat zurückgegeben werden müssen. Für diese Klausel im Vertrag erreichte die UFC wiederum die dauerhafte Befreiung von allen Steuern und Abgaben.
Unter Cabreras Herrschaft wurde die Interozeanische Eisenbahnverbindung erstellt.
Cabrera erklärte sich einverstanden, dass bei Streitigkeiten im El Salvador über den Grenzverlauf die USA und Mexiko die Sachlage entschieden.
Im Lande verstärkte sich der Widerstand. Deutlichstes Anzeichen hierfür waren zahlreiche Attentatsversuche auf den Diktator, die jedoch allesamt scheiterten
Am 20.apr.1908 feuerte der Kadetten Victor M. Vega einen ungezielten Schuss auf ihn ab, welcher ihn nur am kleinen Finger traf, worauf hin er Erschießungen in der Militärakademie veranlasste und diese dauerhaft schließen ließ.
Zwei Ärzte legten eine Bombe mit elektrische in Zünder, der Detonation fielen nur die Pferde der Staatskalesche zum Opfer, im Lande, wurde alles Elektromaterial beschlagnahmt und selbst aus importierten Automobilen das elektrische Zubehör entfernt.
Bei einem Attentat wurde er in seinem Auto von einem Haus in der Avenida Reforma beschossen. 1915 holte er die US-Bananenfirma Cuyamel (Samuel Zamurray alias „Banana Sam“) ins Land. 1920 befand sich fast das gesamte Streckennetz des Landes in den Händen der UFC eigenen „International Railways of Central America“ (IRCA). Auch der Bodenbesitz hatte sich verdoppelt. Ohne je eine Konzession beantragt zu haben, begann die Gesellschaft nun damit, Bananenplantagen einzurichten.
Während die Pflanzungen der United Fruit an der Atlantikseite lagen, hatten guatemaltekische Firmen an der Pazifikküste mit, dem Bananenanbau begonnen. Für die Vermarktung benötigte sie natürlich einen Hafen. Die UFC kontrollierte den einzigen in Puerto Barrios und weigerte sich, die Exporte der Konkurrenz zu verschiffen. Diese plante daraufhin den Bau eines, eigenen Hafens an der Pazifikküste. Als die UFC von diesem Vorhaben erfuhr, setzte sie die Regierung so lange unter Druck, bis sie selbst Konzession zum Bau des Hafens erhielt. Doch sie benötigte diesen nicht und dachte demzufolge nicht im Traum daran, das Projekt zu verwirklichen.
Den guatemaltekischen Pflanzern war nun jede Chance zum Wettbewerb durch den Entzug der gewinnbringenden Vermarktung genommen. Sie mussten kapitulieren und ihre Stauden dem einzigen Interessenten verkaufen der United Fruit.
Die UFC beherrschte nicht nur den gesamten Seepost und Eisenbahnverkehr und war zum größten Grundbesitzer des Landes auf gestiegen, sie kontrollierte auch mit der "Tropical Radio Telegraph Company“ den gesamten grenzüberschreitenden Telefon und Telegrafenverkehr und mit der Mehrheit der Aktien der "Empresa Eléctrica de Guatemala S.A.“ vier Fünftel der Energieerzeugung des Landes. Wenn die UFC den Schalter bewegte, war sie imstande, der Hauptstadt den Strom abzuschalten.
1919 spendete Cabrera der Demokratischen Partei der USA 1 Mio. US$ um sich deren Wohlwollen und damit die Sicherung seiner Macht zu erhalten. Dies nützte ihm aber nichts zwar marschierten 1920, 10.000 US-Soldaten aus Kuba in Guatemala ein, um seine Position zu schützen. Dennoch kam es zu einem Volksaufstand und Cabrera wurde gestürzt.
Die ”Partido Unionista” veranstaltete am 11.mrz.1920 einen politischen Umzug, bei welchem sie die Einheit Zentralamerikas forderte, bei dieser Demonstration wurden mehrere Schüsse abgegeben, die einen Demonstranten verletzten. Diese Schießerei war der Anlass für ein weiteres Anwachsen der Bewegung gegen den Präsidenten.
Der Sekretär des Präsidenten, General José Letona, eröffnete die Nationalversammlung und behauptete der Präsident habe abweichende geistige Fähigkeiten , weshalb am 08.apr.1920 das Gesetz 1022 veröffentlicht wurde mit dem der Pausenzustand des Präsident erklärt wurde, besser gesagt die Beschneidung der Rechte wegen Abweichungen seiner geistigen Fähigkeiten. Er hatte keine andere Möglichkeit, als am 14.apr.1920 von seinem Amt zurück zu treten. Er wurde Gefangener in seinem eigenen Haus und später in einen Karzer der zweiten Abteilung den National Polizei überführt, welcher sich dort befand, wo heute der Nationalpalast steht. Als Estrada Cabrera entmachtet wurde hatte er ein Kapital von 306.000 Dollar. Er starb am 24.sep.1924 in Guatemala Stadt, später wurden seine Reste auf dem Zentralfriedhof von Quetzaltenango beerdigt.
http://www.cidob.org/bios/castellano/lideres/p-004.htm
[ASTURIAS]
08.apr.1920 – 05.dez.1921 Carlos Herrera
Landwirt mit modernen Ansichten.
Hob einen Teil der Konzessionen welche Lic. Manuel Estrada Cabrera den US-Konzernen eingeräumt hatte wieder auf.
Die Revolution des apr.1920 brachte ein neues politisches Klima, eine gewisse Offenheit erlaubte die politische Organisation von sozialen Sektoren, welchen vorher die politische Beteiligung verwehrt war. Im apr.1920 wurde der "Club Unionista", "Libertad del Indio" in Alta Vera Paz gegründet. Dieser wandte sich an die gesetzgebende Versammlung um den Mißbrauch, welcher von der lokalen Obrigkeit gegen die indigene Bevölkerung getrieben wurde anzuklagen.(Ubico war seit 1906 Kommandant der Departements Retalhuleu und Alta Verapaz ) Neben Anderem forderten sie von den Abgeordneten die FREIE ARBEIT, da in der ganzen Republik, durch die Arbeitsverträge nach dem Gesetz 243 vom 27.mrz.1894 die Indigenas, unterdrückt wurden.
Im sep.1920 wandte sich der deutschstämmige Latifundist (Irwin) Erwin Paul Dieseldorf an den Leiter der Staatskanzlei, Adalberto Saravia, und behauptete, der Präsident des Club Unionista der Indigenas von Carchá, José Ángel Jcó hätte in diesem Club die Mehrheit der Indigenas mit "bolschewistischen Angeboten", wie, das Land der Fincas an die Indigenas zu verteilen und die Löhne zu erhöhen, vereint und deshalb seien die Knechte in Senahú nun im Streik. Die einzige Weise, wie die Situation verbessert werden kann, besteht darin, dass José Ángel Jcó das Departement für immer verlässt, schrieb Dieseldorf in seinem Brief und fügte hinzu, dass in vielen Gegenden die Indigenas eigene Grundstücke besäßen und für sich entschieden hätten, sich auf diese zurückzuziehen und als Faulenzer zu leben, deshalb ist es notwendig, für diese Indios, welche nur noch produzierten, was sie zum Leben brauchten aber keinen Beitrag zur wirtschaftlichen Bilanz des Landes leisten, eine Belastung zu verfügen. Nach meinem Urteil, führt Dieseldorf weiter aus, ist es ein Fehler einem Indio soviel macht zu gegen, wie sie Jco gegeben wurde.
Einen Monat nach diesem Brief, wandte sich jener José Ángel Jcó an den Präsidenten, um mitzuteilen, dass er von einigen Hellhäutigen verprügelt und ins Gefängniss von Cobán gebracht wurde. Dies alles aus Missgunst, da unser Club ziemlich stark ist.
Zur Geschichte des Arbeitsbuches im Kaffee spanischsprachig:
http://www.prensalibre.com/pl/domingo/archivo/revistad/2005/agosto05/210805/final.shtml
(im Link angegebene Quelle: Regina Wagner: "Los Alemanes en Guatemala 1828-1944", Asociacion de Educacion y Cultura 'Alejandro von Humboldt' Comite de Investigaciones Historicas, Editorial IDEA, La Universidad en su Casa, Universidad Francisco Marroquin, Guatemala, 1991. )
Carlos Herreras Regierung war ein Augenblick vergönnt, das alte Streben nach der zentralamerikanischen Union zu pflegen, zumal in die kurze Amtszeit das hundertste Jubiläum der Unabhängigkeit fiel. Es wurde ein ”Palacio del centenario” errichtet, der aus Karton gebaut, bald ein Raub der Flammen wurde.
Im ersten Weltkrieg waren Güter von Deutschen beschlagnahmt worden. Nun wurden viele wieder zurück gegeben. Bei der deutschen Elektrizitätsgesellschaft EEG gelang dies nicht. Die UFC Tochter „Electric Bond and Share“ riss sie sich unter den Nagel und komplettierte damit ihr Energiemonopol
Als sich am 05.dez.1921 um Mitternacht sich eine Gruppe bewaffneter Militärs angeführt von General José Maria Orellana erhob, war Carlos Herrera gezwungen sein Amt zu übergeben und nach Paris zu emigrieren.
06.dez. 1921 - 26 sep. 1926 Gen. José María Orellana (liberal)
*11.jul.1872El Jicaro, Dept. El Progreso. Gen. José María Orella übernahm die Regierung und installierte die Liberale Partei von neuem in diesem Amt. Es war ein großer Rückschritt die Druckereien der Zeitungen “El Día” und “El imparcial” wurden beschlagnahmt. Er lehnte den Journalismus ab, und hob im mai 1922 die verfassungsmäßigen Bürgerrechte auf. Sein größter Erfolg war die Einführung der Währung Quetzal, zum Kurs 1 Quetzal zu 1 US-Dollar, welcher im Jahr 1924 einzigartig in Lateinamerika stabil blieb. Unter seiner Regierung wurde die “Escuela Normal Superior” gegründet und 500 km Straßen im ganzen Land gebaut, ebenso wurde die “Banco de Guatemala” gegründet. gestorben am t26.sep.1926 0:15 im Hotel “Manchén” in Antigua Guatemala an Herzversagen.
26.sep.1926 – 12.dez. 1930 Gen. Lázaro Chacón (liberal)
*27.jun.1873 Teculután, Zacapa. Nach dem Tod von Gen. José María Orellana ernannt.
Gewährte den US-Bananenkonzernen 25 Jahre Zoll- und Steuerfreiheit.
Sachte modernistisch und fortschrittlich was er seiner Verwaltung aufdrückte. Sein Wahlkampf war schwierig, da er sich zwischen zwei oppositionellen Strömungen in der liberalen Partei definieren musste, Seine Regierung musste gegen die internationale Spannung mit Honduras Position ergreifen. Diesser Konflikt erreichte seinen Höhepunkt , mit einer militärischen Konfrontation 1929 auf grund von Grenzverlaufstreitigkeiten zweier Bananenfirmen in beiden Ländern, erreichte Mit Honduras war der Bananenkonzern Cuyamel von Samuel Zamurray ("Banana Sam") gemeint, dieser hatte 1912 Manuel Bonilla zum Präsidenten von Honduras gemacht. Gründete die Banken “Crédito Agrícola” und “Crédito Hipotecario Nacional” errichtet das Gebäude der medizinischen Fakultät und das der Naturwissenschaften beendete die Arbeiten an der Eisenbahn, der Bau des Parlamentes wurde fertiggestellt trug zu Währungsstabilität bei.
Erkrankte in Amtsausübung schwer und wurde in die USA verlegt, wo er am 09.apr.1931 starb.
17.dez.1930- 02.jan.1931 Gen. Manuel Orellana
Die Verwirrung um die Nachfolge von Gen. Lázaro Chacón nutzte Gen. Manuel Orellana, um sich als Kommandant der Festung “San Rafael de Matamoros” militärisch gegen den Lic. Baudilio Palma zu erheben. Bald hatte er die Macht im Land. Er setzte Ruhe im Land durch, reorganisierte einige Millitärposten und benannte einen neuen Ministerrat. Als Washington der Staatstreich bekannt wurde, entsandte es Sheldon Whitehouse als Botschafter der USA, welcher Manuel Orellana aufzeigte, dass Washington nicht mit seiner Regierung verhandeln werde. Damals war formal Lázaro Chacón noch Präsident, aber auf grund seines Rücktrittes am 31.dez.1930 nahm der Kongress seinen Rücktritt mit einem Gesetz an, in welchem er General Manuel Orellana ernennen musste da dieser keine Opposition hatte. Sein Auftritt im höchsten Amt war kurz und umstandshalber konnte kein Regierungsprogramm erstellt werden.
14.feb.1931 – 01.jul.1944 Gen. de División Jorge Ubico Castañeda (Liberal Progresista)
*10.nov.1878 Guatemalastadt t14.ago.1963 New Orleans
War auf vielen Schulen, Lyzeen und Instituten bevor er zwischen mrz.1894 und jul.1895 die Militärakademie besuchte, anschließend erreichte er auch auf dem “Instituto Central para Varones” keinen Abschluss. Er widmete sich im folgenden Sportarten wie Boxen, Schwimmen, Fechten und Radfahren, im aug.1896 wurde er Fahrradmeister der fiesta.
Er wurde per Gesetz vom 29.nov.1922 zum Präsidentschaftskandidaten ernannt, scheiterte aber an den folgenden Wahlen, bei der ersten, 1926 gegen Gen. Lázaro Chacón und bei der zweiten gegen Gen. José María Orellana. 1931 gewann er die Wahlen mit Unterstützung der Partei “Liberal Progresista” und des US-Botschafters Boas Lang. Nach der Amtsübernahme durch Ubico veröffentlichte die "Partido Liberal Progresista” "El principo de no reelección quedó establecido, como ha quedado fundada la escuela de la libertad"; Das Prinzip der Nichtwiederwahl bleibt bestehen wie es in der Schule der Freiheit begründet ist. Jedoch sechs Jahre nach dieser Veröffentlichung arbeitete die Partei an Ubicos Wiederwahl.
Ubico war ein Paradefaschist. Seine Regierung, war eine der ersten, welche Franco anerkannte, er hatte sich den Sieg der Faschisten so sehnlich gewünscht, dass sein Glückwunschtelegramm für den Gaudillo noch von den Republikanern in Madrid empfangen wurde. Jede Opposition ließ er grausam unterdrücken, hunderte Gewerkschafter, Studentenführer und Politiker hinrichten. Allein 1933 ließ er mehr als 100 Arbeitern, Studenten und Mitgliedern der Opposition ermorden. Unter Ubico gab es keine politischen Prozesse, da er konsequent das Gesetz der Flucht anwenden ließ vgl. (09.feb.1898 – 08.apr.1920 Lic. Manuel Estrada Cabrera).1906 wurde er Kommandant der Departements Retalhuleu und Alta Verapaz ernannt. Ein deutschstämmiger Cafetalero in Alta Verapaz, Erwin Paul Dieseldorf, übersetzt das Sklavengesetz von deutsch Südwestafrika: Ubico verkündet es 1934 als Gesetz gegen das Vagabundentum: Indigenas müssen unentgeltlich 120 Tage im Jahr für die Latifundisten in den Kaffeefincas oder im Straßenbau arbeiten. Als Landstreicher galten fortan Bauern, die sich nicht zur Arbeit auf Latifundien verpflichtet hatten und weniger als 3 ha Land besaßen. Die Zahl der jährlichen Arbeitstage, die die zwangsrekrutierten Kleinbauern ableisten mussten, hing von der Größe des eigenen Landbesitzes ab: je kleiner das Feld, desto mehr Tage. Indigenas, die Bevölkerungsmehrheit, wurden gezwungen stets das sogenanntes Arbeitsbuch mit sich zu führen, in dem die Tage unentgeltlicher Fronarbeit verzeichnet wurden. Hatte einer von ihnen nach Meinung der Kontrolleure nur geringe Arbeitsleistung vorzuweisen, verurteilte man ihn zu einem halben Jahr Feldarbeit, welche er nicht selten auf den Plantagen der United Fruit Company ableisten musste. Grundbesitzer erhielten ungeahnte Privilegien. Ubico räumte ihnen das Recht ein, nach eigenem Gutdünken zu töten. Im Staatsdekret nr. 2795 hieß es: "Die Eigentümer von Plantagen werden jeder strafrechtlichen Verantwortung enthoben."
Zum Deutschtum in Guatemala deutschsprachig:
http://www.contextxxi.at/html/lesen/archiv/cxxi0234_10.html
1936 unterzeichnete Ubico einen Vertrag der United Fruit der ihr alles benötigte Land steuerfrei und ohne Bezahlung garantierte. Die United Fruit verpflichtete sich im Gegenzug, Eisenbahnlinien, Straßen und Hafenanlagen zu bauen. Von diesem Zeitpunkt an nahmen die Enteignungen von Indigena-Land zu.
Es war eine monströse, finstere Regierung unter der sich Niemand frei äußern konnte ohne Angst haben zu müssen verdroschen, eingesperrt oder erschossen zu werden. Die Dichter, Journalisten, und Intellektuellen wurden verfolgt. Ubico verbreitete Angstzustände was darin gipfelte, dass sehr bekannte, wichtige Personen der Epoche wie der Lic. H. Abraham Cabrer geohrfeigt wurden. Das Wort „Arbeiter“, sollte auf Anweisung, Ubicos, eines glühenden Verehrers Hitlers und Mussolinis, aus Woschatz gestrichen werden.
Es störte die UFC Manager wenig, dass der Mann, dem sie soviel verdankten, alle Symptome eines Irren aufwies, Dutzende Napoleon Büsten aufstellen ließ, auf einem weißen Motorrad durch das Land brauste und in Guatemala Stadt einen Minieiffelturm errichten ließ.
Von ihm erhielt die UFC die Konzession für den Bananenanbau nun auch an der Pazifikküste zu den gewohnt haarsträubenden Konditionen. Für die, Dauer von 99 Jahren wurde de Konzern abermals von allen Steuern und Abgaben befreit, wurde ihm die zollfreie Einfuhr aller Güter gestattet und der Arbeitslohn der Plantagenarbeiter per Regierungsdekret, gedrückt.
Am 11.dec.1941 erklärt Guatemala Deutschland den Krieg. Als Nazi verdächtigte Männer wurden ausgewiesen, in Texas interniert und ihr Land verstaatlicht
Deutschland en la Verapaz, spanischsprachig:
http://www.prensalibre.com/pl/domingo/archivo/revistad/2005/julio05/240705/dfondo.shtml
Ubico ordnete den Bau des Nationalpalastes, des Postgebäudes, des Justizpalastes, der National Polizei, der öffentlichen Gesundheit, und so weiter. Begann ein ausgedehntes Straßennetz im Land, bezahlte die Auslandsschuld und ordnete außerordentliche Maßnahmen zur Austerität an, zog das Land aus der Weltwirtschaftskrise, welche 1929 begann, ebenso gründete er eine Schule zur Funkerausbildung und es wurden wichtige historische Werke verlegt unter diesen die gefeierte guatemaltekische Bibliothek und technisch wurde das Nationalarchiv organisiert.
Vierzehn Jahre litten die Guatemalteken unter Ubicos Schreckensherrschaft. Im Mai und Juni 1944 ging das Volk angeführt, von den Lehrern auf die Straße. Am 25. jun.1944 befahl er, dass Versammlungen, welche seinen Rücktritt forderten aufgelöst werden. An diesem Tag wurde die Lehrerin María Chinchilla durch die Tyrannei Ubico´s ermordet. Zu Ehren von María Chinchilla wird heute der Tag der Lehrerin am 25.jun. begangen. Ladenbesitzer, Studenten und Arbeiter marschierten vereint unter der Forderung nach mehr Demokratie. Die Geschäfte schlossen. Die Armee versagte ihm den Dienst, von US Präsidenten Franklin D. Roosevelt war keine Hilfe für den Wahnsinnigen zu erwarten. Am 01.jul.1944 dankte er ab und beauftragte seinen Gefolgsmann General Federico Ponce mit der Wahrnehmung der Amtsgeschäfte und Tränen rollten ihm von den Wangen.
Am 14.ago.1963 starb Ubico im Exil in New Orleans, USA. Am 14.ago.1963, wurden seine Reste eingebürgert und auf dem Zentralfriedhof von Guatemalastadt beerdigt.
weitere Charakterisierungen: Carlos Marroquín:"Miguel Angel Asturias" Reclam Biografien,1988 S. 95 und William Krehm
01.-03.jul.1944 Militärjunta
Gen. Eduardo Villagrán Ariza, Gen. Federico Ponce Vaides., Gen. Buenaventura Pineda.
03.jul.– 20.oct.1944 Gen. Federico Ponce Vaides
Seine Regierung erließ Gesetze zur Zuckerraffinade und zur Köhlerei, und setzte Präsidentschaftswahlen fest, welche aber nicht innerhalb der Amtszeit verwirklicht wurden, da eine bewaffnete Bewegung die Situation im Land veränderte.
Der Sieg kam für die Opposition überraschend schnell, der Anspruch auf die Macht war von ihr formuliert, doch hatte man sich noch gar nicht auf einen Kandidaten geeinigt. Es waren wiederum die Lehrer, die den Namen Juan Arévalo in die Diskussion brachten. Seit vierzehn Jahren lebte der Philosophieprofessor im argentinischen Exil, doch war er durch seine Bücher zur Geschichte und Landeskunde Guatemalas an den Schulen seiner Heimat bestens bekannt, galt als ein patriotischer Demokrat, der in der geistigen Tradition der lateinamerikanischen Unabhängigkeitsrevolution eines Simón Bolívar stand. Seine Rückkehr nach langen Jahren der, Emigration war jedoch alles andere als ein Triumphzug, hatte doch die neue Regierung Ponce bereits einen Haftbefehl gegen den Professor unterzeichnet.
Wenige Wochen nach der geheimen Rückkehr des neuen Führers der demokratischen Kräfte trafen auch zwei Offiziere wieder in Guatemala ein. Sie hatten einst ins benachbarte EI Salvador flüchten müssen, als sie sich gegen die Diktatur stellten, und kamen nun, die Verhältnisse in ihrem Lande zu verändern. Binnen kurzer Zeit verstanden es die beiden, die Stimmung im Offizierskorps gegen das faktische Weiterbestehen der Diktatur zu beeinflussen und die Streitkräfte zur Erhebung zu führen. Unter großer Beteiligung der Bevölkerung würde das Regime schließlich gestürzt, und ein Triumvirat übernahm die Macht. neben dem Geschäftsmann Jorge Toriello die beiden Helden des Aufstands, Major Francisco Arana und Hauptmann Jacobo Árbenz.
20.okt.1944 – 15.mar.1945 Junta Revolucionaria del Gobierno Hauptmann Jacobo Árbenz Guzmán, Zivilist Jorge Toriello Garrido, Mayor Francisco Javier Arana.
Fand nach der militärischen Bewegung des 20.okt.1944 zusammen. Ihre vorrangigste Aufgabe war die Benennung einer verfassunggebenden Nationalversammlung, welche die seit 1879 gültige Verfassung ersetzen sollte. Die neue Verfassung schuf eine Leitung der Streitkräfte und einen nationalen Verteidigungsrat. Darüber hinaus wurde den Gemeinden des Landes Autonomie gewährt sowie einigen anderen wichtigen Einrichtungen des demokratischen Lebens. Im dez.1944 fanden die ersten technisch korrekten Präsidentschaftswahlen der guatemaltekischen Geschichte statt, die der revolutionären Koalition Frente Unido de Partidos Arevalistas und ihrem Kandidaten Juan José Aréval Bermejo den Wahlsieg brachten.
Die neue Regierung [gemeint war das Triumvirat] hat Gesetze abgeschafft, Feinde ins Exil geschickt und aufgeräumt. Gesäubert wurde unter den Regierungsangestellten. Die verhasste Geheimpolizei wurde aufgelöst und durch eine Zivilgarde ersetzt. Der frühere Präsident Ubico und seine Freunde verwies man des Landes, kein einziger General blieb, In den Monaten zwischen dem 20.oct. und dem 15. mrz.1945 wurden weniger Tage darauf verwandt, das neue System zu schaffen, als man zuvor Jahre gebraucht hatte, um das, alte einzurichten."
Sie beriefen Neuwahlen ein und nominierten Professor Arévalo als offiziellen Kandidaten. Der siegte im Dezember 1944 mit 85 Prozent der Wählerstimmen fünfmal soviel wie alle seine Rivalen zusammen.
15.mrz.1945 – 15.mrz.1951 Dr. Juan José Arévalo Bermejo
*10.dez.1904 Ciudad de Taxisco, Dept. de Santa Rosa
Wurde auf dem “Colegio Católico Domingo Sabio” zum Grundschullehrer ausgebildet. 1922 erhielt er seine Reifeprüfung und immatrikulierte sich auf der Fakultät für juristische und soziale Wissenschaften und erhielt ein Stipendium für eine Studium an der humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität von La Plata in Argentinien. Heiratete er Eliza Martínez eine vornehme, argentinische Lehrerin. Hervorragender Humanist, zum großen, vorangetriebenen Regierungsprogramm gehörten: ein Arbeitsrecht, eine Sozialversicherung, Kindergärten, ein Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, und Sozialentwicklung, ein Währungsinstitut, eine Bankaufsicht, die “Banco de Guatemala” verschiedene Bildungseinrichtungen, Bundesschulen, ein Landesgesetz zum Lehramt, eine Fakultät für Humanwissenschaften und ein Institut für Anthropologie und Geschichte 1946. Den drei Gewalten im Staat wurde Autonomie gewährt, es wurde eine Autonomie der Gemeinden eingeführt, eine Autonomie der Streitkräfte, eine Freiheit zur öffentlichen Kritik an Regierungshandlungen, ein Komitee zur Alphabetisierung, die Schaffung des Amtes für Bildung auf dem Land. Die Kultur konnte auf allen Bildungsniveaus wachsen, die Löhne für Lehrer wurden erhöht; eine Buchdruckerei wurde durch die Einrichtung eines Verlages des Bildungsministeriums ermöglicht.
Die liberale Verfassung von 1945 hob das Wiederwahlverbot des Präsidenten hervor, dessen Rechte sie auch einschränkte; ferner verankerte sie erstmals explizit das Recht zur Gründung politischer Parteien und führte das Frauenwahlrecht für Schreib- und Lesekundige ein, das Gesetz gegen das Vagabundentum wurde abgeschafft. Obschon die Verfassung das Recht auf privaten Besitz vorsah, erlaubte sie doch die Enteignung ausländischen Besitzes und inländischer Latifundien. Die Regierung Arévalo Bermejo führte zahlreiche Reformen durch. Sie leitete eine Industrialisierungspolitik ein, förderte Gewerkschaften und Bauernligen (Arbeitsgesetzgebung Código de Trabajo 1947) und baute das Erziehungssystem auf dem Lande aus. 1947 wurde ein Gesetz erlassen; nach dem ungenutzte Ländereien an besitzlose Landarbeiter und Bauern zwangsverpachtet werden konnten.
Der 31 Jahre alte Àrbenz wurde vom Hauptmann zum Oberst und zum Verteidigungsminister ernannt.
In seiner Antrittsrede erklärte der neue Präsident Arévalo: „Jetzt treten wir in eine Periode des Verständnisses für die, welche auf den Feldern arbeiten, in den Läden, auf Militärbasen, in kleinen Unternehmen. Wir werden dafür sorgen, dass der eine die gleichen Rechte wie der andere hat.“ Vier großen Bereichen widmete die Regierung ihre besondere Aufmerksamkeit: Agrarreform, Sozialgesetzgebung, Bildung und Demokratisierung. Binnen kurzer Zeit erließ die Regierung eine Reihe einschneidender Maßnahmen: Eine neue Verfassung trat in Kraft, in welcher der Achtstundentag, gleiches Recht für Mann und Frau, die obligatorische Schulpflicht für alle Kinder und viele andere Neuerungen festgeschrieben waren. Das Zwangsarbeitsgesetz aus der Zeit der Diktatur wurde ersatzlos gestrichen, Gewerkschaften und Landarbeiterverbände erhielten offiziell ihre Zulassung, und gemeinsam mit ihnen wurde der Rahmen für die erste Sozialversicherung in der Geschichte Guatemalas erarbeitet.
Bei alldem verstand sich Arévalo als ein Verfechter einer Politik, die man am ehesten mit der des "New Deal" des US Präsidenten Franklin D. Roosevelt vergleichen konnte. Mit Kommunisten hatte er folgerichtig nichts im Sinn, sie blieben während seiner gesamten Amtszeit in der Illegalität. Sein großes Ziel war es, Guatemala endlich von der Allmacht des Weltmarktes für die Monoprodukte Banane und Kaffee zu befreien und mit der so lange versäumten Industrialisierung zu beginnen.
1947 legte das FBI auf Anweisung seines Lebenszeit Chefs Edgar Hoover eine Akte "Arévalo" an, nachdem in Guatemala ein neues Arbeitsgesetz verabschiedet worden war. Es sah zwar erstmals in der Geschichte des Landes das Recht zum Streik vor, ging aber über, das bestehende Gesetz in den USA Staaten nicht hinaus. Ausdrücklich stellte der Arbeitsminister klar: „Eine kapitalistische Demokratie sollte mit den ihr zur Verfügung Mitteln, von denen einige gesetzlich vorgeschrieben sind, die wirtschaftliche Ungleichheit kompensieren zwischen denen, welche Produktionsmittel besitzen, und denen, die ihre Arbeitskraft verkaufen.“1947 wurde aber auch der CIA gegründet und übernahm die Aufgaben des FBI in Lateinamerika.
Nach Verabschiedung des Arbeitsgesetzes drohte die United Fruit, ihre gesamten Aktivitäten in Guatemala einzustellen, doch dann besann man sich in der Chefetage des Konzerns und mobilisierte die zur Verfügung stehenden Kräfte gegen die Regierung. Am Ende der Amtszeit von Präsident Arévalo standen 32 Attentatsversuche zu Buche, deren Spuren stets in die Kontore der Obstgesellschaft wiesen. Auch Washington verstärkte über lokale Mittelsmänner den politischen Druck auf die Regierung in Guatemala Stadt, und am Ende, seiner Amtszeit zog Juan José Arévalo eine ernüchternde Bilanz: „Als ich am 15. März 1945 das Amt des Staatspräsidenten übernahm, war ich von einem romantischen Feuer beseelt. Ich glaubte noch an das grundlegende Edle im Menschen, glaubte wie nur ein glühend Glaubender an die Aufrichtigkeit politischer Lehren und war inspiriert von der großen Hoffnung, Menschen zu ihrem Glück verhelfen zu können. Ich glaubte, sechs Jahre Regierungszeit in einem lateinamerikanischen Land müssten genügen, um Sehnsüchte niedergedrückte Volksmassen zu befriedigen und soziale Strukturen zu schaffen, die dem Volk bis dahin von feudalen Regimes verweigert worden waren. Ich glaubte außerdem, und dies nicht ohne Grund, noch immer, dass die Republik Guatemala. sich selbst regieren könnte, ohne sich äußeren Kräften unterwerfen zu müssen, frei von Anforderungen, die nicht vom Volkswillen der Mehrheit ausgingen. Die Bananenmagnaten, Landsleute von Roosevelt, begehrten auf, weil ein Präsident Mittelamerikas den Mut hatte, seinen Mitbürgern vordem Gesetz die gleichen Rechte zu verschaffen wie den ehrbaren Familien von Exporteuren.“ Und der Präsident schloss resigniert: „Da sah. der naive und romantische Lehrer von seinem Präsidentenstuhl aus, wie vergänglich, zerbrechlich und schlüpfrig die internationalen Doktrinen von Demokratie und Freiheit waren."
1950 beschäftigte die UFC auf ihren 500 Plantagen fast eine halbe Million Landarbeiter (Guatemala hatte zu dieser Zeit kaum drei Millionen Einwohner), seine Verwaltungsgebäude glichen Palästen, neben dem Bananen und Kaffeeanbau hatte er sich, in völlig, artfremden Industriezweigen ausgebreitet, besaß Schuh , Zement , Papier und Spirituosenfabriken kontrollierte mehrere Zeitungen und Rundfunkstationen, den einzigen Hafen, die Eisenbahn, die Elektrizitätsversorgung, Telefonverbindungen, wichtige Straßen, tropische Regenwälder, ungehobene Bodenschätze, Wasserkraftwerke ... Doch das Bild der Allmacht hatte in den Jahren der Arévalo Regierung einige Kratzer erhalten. Streiks legten zeitweilig gar den gesamten Betrieb in Puerto Barrios lahm. Anstatt jedoch hieraus die Lehren zu ziehen, bewies die UFC mit der Aufstellung ihres Kandidaten, Gen. Miguel Ydígoras Fuentes, nur einmal mehr ihre Unfähigkeit, zur realistischen Einschätzung der Lage. Nicht so sehr die fade Erscheinung als vielmehr seine Verbundenheit mit dem gestürzten Diktator Ubico machten ihn für die Mehrheit der Guatemalteken einfach unwählbar, ihm wird es von 03.mrz 1958 - 30 mrz.1963 gelingen sich ins Präsidentenamt zu mogeln.
Ganz anders hingegen erschien der Kandidat der Regierung, der junge Verteidigungsminister Jacobo Árbenz, ein Nachkomme Schweizer Einwanderer, einer der besten Kadetten in der Geschichte der Militärakademie, ein. bekannter Sportler, und was für die Wähler zählte er war ein Held des Aufstandes gegen die Diktatur. Am 13. November 1950 wurde er mit 65 Prozent aller Stimmen zum neuen Präsidenten gewählt.
Im nov.1946 erhielt Dr. Juan José Arévalo Bermejo als Ehrenbezeugung, die Kette des aztekischen Adlers in Mexiko.
Dr. Juan José Arévalo Bermejo lebte viele Jahre im Exil und starb 1990 in Guatemalastadt. Seine Reste wurden auf dem Friedhof von Taxisco beerdigt.
15.mrz.1951- 27.jun.1954 Oberst Jacobo Árbenz Guzmán
*14.sep.1913 Quetzaltenango Stadt. Begann sein Studium in seiner Heimatstadt, später übersiedelte er nach Guatemalacity und führte dort seine Studien an der Militärakademie (Kadett nr. 497) fort. Widmete sich sozialen, politischen und wirtschaftlichen Problemen. Als Oberstleutnant beteiligte er sich an der Revolution von 1944.
Seine Regierungsprogramm hatte folgende Projekte: modernes funktionelles Kommunikationsnetz, Bau einer Straße zum Atlantik, Gesetz zur Agrarreform, sowie weiterer gesetzlicher Regelungen zur kollektiven Nutzungen, das Projekt des Wasserkraftwerkes Jurúm –Marinalá. (Heraufsetzen des Mindestlohnes auf 1,08 U$/d).
Thomas McCann, Angestellter der UFC über lange Jahre, vermerkte in seinem Insiderbericht über die Geschichte des Konzerns: „Guatemala wurde als Ort der frühesten Entwicklungsaktivitäten um die Jahrhundertwende ausgewählt, weil ein, großer Teil des Staatsgebietes erstklassiges Bananenland war und weil zu der Zeit, als wir in Mittelamerika Fuß fassten, Guatemalas Regierung die schwächste, korrupteste und willfährigste der ganzen Region war. Das Land bot, kurz gesagt, ein ideales "Investitionsklima" und fünfzig Jahre lang hat die United Fruit große Profite gemacht. Dann lief etwas schief: Ein Mann namens Jacobo Árbenz wurde Staatspräsident.“
In Guatemala hatten sich zum Zeitpunkt des Amtsantritts von Árbenz die Zustände bereits gewandelt. Demokratische Normen bestimmten die Gesellschaft, die Gewerkschaften hatten ihre Basis erweitert, das städtische Proletariat Erfolge bei der Verteidigung seiner politischen und sozialen Rechte errungen. Bedeutendes war auch auf den Gebieten Erziehung und Kultur geleistet worden. Kaum verändert hatte sich hingegen die ökonomische Struktur, und hier setzte, der neue Präsident den Hauptakzent der Politik. In seiner Antrittsrede vor dem Kongress, in dem seine Vereinigte Demokratische Front über die Mehrheit von 48 der insgesamt 58 Sitze verfügte, sagte Árbenz: „Unsere Regierung hat sich die wirtschaftliche Entwicklung vorgenommen und denkt dabei an drei fundamentale Ziele: Umwandlung unseres Landes von einer abhängigen Nation mit einer halbkolonialen Wirtschaft in ein wirtschaftlich unabhängiges Land, Umwandlung Guatemalas von einem rückständigen Land mit vorherrschend feudalistischer Wirtschaft in einen modernen kapitalistischen Staat und die Bewerkstelligung dieser Umwandlung auf eine Weise, welche den Lebensstandard der breiten Masse unseres Volkes auf das höchstmögliche Niveau bringt." Eindeutig bekannte sich Árbenz zur Förderung der einheimischen Privatwirtschaft, räumte auch dem Auslandskapital breite Entfaltungsmöglichkeiten ein, solange es sich den örtlichen Gegebenheiten anpasste, die Gesetze respektierte und zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes beitrug. Diese Ziele stimmten überein mit den Empfehlungen der Autoren einer 300 Seiten starken Analyse der Weltbank. Die Studie empfahl der guatemaltekischen, Regierung, ein unabhängiges Elektrizitätsnetz, Lohnerhöhungen zur Belebung des Binnenmarktes, Anstrengungen , bei der Industrialisierung des Lande, die Einführung einer Kapitalertragssteuer und die staatliche Kotrolle im Transport und Verkehrssektor. Alle diese Empfehlungen berührten natürlich direkt oder indirekt die Interessen der UFC, und bereits die erste Verwirklichung der Ratschläge der Weltbank rief den lauten Protest der Obsthändler hervor. Die Regierung gab den Bau einer Autostraße zum Atlantik hin in Auftrag, um der Gesellschaft das Monopol bei de' Verschiffung der Exporteuren zu nehmen und gleichzeitig de horrenden Tarifen der konzerneigenen Eisenbahn nicht länger ausgeliefert zu sein. (Nach Angaben der Internationalen Entwicklungsbank von 1951 verlangte die IRCA die höchsten Frachtsätze der Welt.) Doch dabei blieb es nicht, die Regierung ließ ein staatliches Elektrizitätswerk errichten, um endlich das Energiemonopol der United Fruit zu brechen. Der Konzern reagierte rasch und entsandte einen seiner Direktoren, der den neuen Präsidenten Guatemalas mit einer Reihe von Forderungen konfrontierte, darunter der, die minimale Exportsteuer (es war im übrigen die einzige Abgabe, die der Konzern überhaupt entrichtete) auf keinen Fall zu erhöhen. Auf diese freche Herausforderung erhielt der Konzern eine schnelle und ungewöhnliche Antwort. Árbenz verwies auf Grundsätze der künftigen Zusammenarbeit zwischen dem Staat und ausländischen Konzernen und blätterte anschließend seinerseits, einen Katalog von Maßnahmen auf, wie die nach drastischer Reduzierung der Bahnfrachten, Erhöhung der Exportzölle sowie, Kompensationszahlungen für die Erschöpfung des Bodens durch Monokulturen. Die UFC entließ 4.000 Landarbeiter, worauf eine Großplantage bei Tiquisate wegen ausgebliebener Lohnzahlung von der Regierung konfisziert wurde. Unterdessen arbeitete man in Guatemala Stadt mit Hochdruck an der Formulierung eines Gesetzes über die Agrarreform. Den Rahmen hatte Árbenz bei seinem Amtsantritt so abgesteckt: „Die Agrarreform ist ein entscheidender Bestandteil unseres Programms, damit wir uns der groß en privaten Latifundien entledigen und grundlegende Veränderungen in unseren primitiven, Arbeitsmethoden einführen können, das heißt unkultiviert Boden und jene Ländereien bestellen können, wo noch feudale Sitten, herrschen, und dies alles unter Anwendung der Wissenschaft und Agrartechnologie" Am Abend des 17.jun.1952 beschloss die Nationalversammlung unter dem Jubel der meisten Abgeordneten das Dekret 900 über die Bodenreform. Das Gesetz lag durchaus im Rahmen bürgerlich demokratischen Reformverständnisses, bebauter Boden wurde nicht angetastet, Grundbesitz unterhalb von 180 Hektar Land nicht erfasst und einzig die Einziehung unbebauten Landes gegen Entschädigung bestimmt. Die UFC Direktion jaulte, getreten auf. Sie bewirtschaftete von ihre in 225.000 Hektar großen Besitz zu dieser Zeit lediglich 15 Prozent, der Rest war Brachland, das logischerweise unter die Bodenreform fiel. Basis der Entschädigung wurde die jährlich entrichtete Grundsteuer, und die hatte die UFC “verkürzt“, indem sie ihren Besitz in der Steuererklärung absichtlich unterbewertete. Die Regierung bot der United Fruit in Form von staatlichen Schuldverschreibungen Entschädigungen in Höhe von, 627.572 Dollar, an, exakt soviel, wie die Rechtsanwälte der Firma gegenüber der Steuerbehörde angegeben hatten. Schließlich, nach langer Pause, erklärte der Prokurist, das Land sei gut und gern 16 Millionen Dollar wert. Damit war der Steuerbetrug für jedermann offensichtlich. Das State Department mahnte angesichts dieser Entwicklung: "Die USA haben das Recht und die Pflicht, auf solche übermütigen Angriffe zu antworten."
Nur brachliegende Latifundien sollten beschlagnahmt und zusammen mit staatlichem Land verteilt werden. 1953 gab es 140.000 neue Landbesitzer, denen insgesamt 750.000 ha Boden, (d. h. nur ein Sechstel des bisher ungenutzten Privatlandes) gehören. Von den inzwischen 210.000 ha Grundbesitz der United Fruit Company, drei Viertel davon brachliegend, wurden 175.000 ha verstaatlicht.
Die katholische Kirche, die als erste in den Enteignungen den Kommunismus gewittert hatte, machte sich zum Verbündeten der Großgrundbesitzer, der Unternehmen und der großen Konzerne, die gemeinsam Árbenz stürzen wollten.
Sein Versuch multinationale Unternehmen den Landesgesetzen zu unterwerfen, machte ihn besonders unbeliebt bei US-Multis: der United Fruit, und deren Töchter der “International Railways of Central America” (IRCA) und der "Electric Bond and Share Company"
Die US-Regierung wurde von der United Fruit Company (UFC) gelenkt.
Als Unterstaatssekretär für inter- amerikanische Angelegenheiten amtierte damals John Moors Cabot, Großaktionär des UFC.
Floyd Odlom, war Präsident der "Consolidated Vultee Aircraft", und eines Teils von "Electric Bond and Share Company"
Árbenz Projekt Atlantikstraße Guatemalastadt Puerto Barrios wurde durch einen Baugeräteboykott von seiten der USA beantwortet. Árbenz ließ weiterbauen.
Unter Federführung der United Fruit, deren Aktionär US Außenminister Dulles sich 1954 mit Adenauer in der Einschätzung der politischen Lage einig war, wurde Guatemala nun als kommunistische Bedrohung Lateinamerikas hingestellt. An die US verbündeten Staaten Honduras und Nicaragua wurden Waffen geliefert. Die guatemaltekische Armee war den hochgerüsteten umliegenden Ländern aufgrund des seit 1948 bestehenden US-Waffenembargos hoffnungslos unterlegen. Als in dieser Situation eine Waffenlieferung der Schweden in Puerto Barrios eintraf, war der Anlaß zum Eingreifen gegeben: Eine ca. 200 Mann starke Söldnerarme war propagandistisch zur mächtigen Armee aufgeblasen geworden, die Arme zur Untätigkeit überzeugt worden und im passenden Moment wurde Guatemalastadt und Puerto Barrio von B-26 Bombern bombardiert. [PBSUCCESS]
Der Schrecken zeigte Wirkung, Árbenz blieb scheinbar nichts übrig als am 27.jun.1954 die Macht an Carlos Enrique Díaz de León zu übergeben und in die mexicanische Botschaft zu exilirren. Er starb am 27.jan.1971 in DF. Seine Reste wurden 1995 nach Guatemala überführt.
30.jun. – 04. jul.1954 Junta Militar de Gobierno
In diesen Tagen drang Oberst Carlos Castillo Armas von Osten mit seiner Söldnertruppe, "Ejército de Liberación Nacional" in Guatemala ein. Als ihn der US-Botschafter nach Guatemalastadt eingeflogen hatte, zog Oberst Carlos Castillo Armas in eine fünfköpfige Junta ein. Diese bestand aus: Oberst Carlos Castillo Armas, Oberst Mauricio Dubois, Enrique Trinidad Oliva, Elfego H. Monzón und José Luis Cruz Salazar.
07.jul.- 01.sep.1954 Junta Militar de Gobierno: Vorsitzende: Carlos Castillo Armas; Oberst Elfego H. Monzón, Oberst Enrique Trinidad Oliva,
Sie führte eine Volksbefragung durch, mit dem Ziel, die Volksmeinung zu beraten, welches nachträglich durch die entsprechende verfassungsgebende Versammlung sanktioniert wurde.
01.sep.1954 – 26.jul.1957 Oberst Carlos Castillo Armas
*04.nov.1914 Santa Lucía Cotzumalguapa, Dept. Escuintla. Am 22.jan.1933 trat er der in die Militärakademie ein und schloss am 30.jun.1936 als Offizier ab. Konterrevolutionär von CIAs Gnaden. 1956 wurde eine neue Verfassung in Kraft gesetzt.
Unter Oberst Carlos Castillo Armas wurde die Agrarreform von Árbenz wieder rückgängig gemacht. Er vertrieb die Kleinbauern von ihren neuen Parzellen und gab bis 1956 der United Fruit und den Großgrundbesitzern alles Land zurück. Ab jetzt wurden Kolonisierungsprojekte als Agrarreform verkauft. Die Alphabetisierung der Bevölkerung wurde gestoppt, die Volksorgane zerschlagen, die kommunistische Partei verboten. Viele engagierte Funktionäre der Agrarreform und der Volksbildungsbewegung fanden den Tod. Terror, Mord, Massaker und willkürliche Verhaftungen waren wieder an der Tagesordnung. 1956 verabschiedete Castillo eine neue Verfassung, in welcher die sozialen Errungenschaften außer Kraft gesetzt wurden. Als Nebelgardinen wurden Wohnbauprogramme für Arbeiter initiíert und andere sozialen Bedürfnisse als Propagandafeldzüge wie "Vida mejor" benützt. Die Straße von Guatemalastadt zum Atlantik konnte nun fertig gestellt werden.
Der Hafen von Puerto de Santo Tomás de Castilla wurde instand gesetzt. Urbanisierungsprojekte wurden begonnen, wie zum Beispiel der Beginn des "Centro Cívico" und eine Straßenkonstruktion, genannt das Kleeblatt "El Trebol", beide waren durch Studien des Architekten Roberto Aycinena Echverría inspiriert. In der Ciudad de los Deportes in der Zona 5 wurde eine Brücke geschlagen.
Zu seinem 40. Geburtstag, wurde er von der verfassungsgebenden Versammlung zum Präsidenten erklärt. Die von ihm geführte Hochverrätergruppe, wurde zur Partei und nannte sich "Movimiento de Liberación Nacional" MLN.
Zum Abendessen am 26.jul.1957 wurde Carlos Castillo Armas im Präsidentenpalast, von einem Soldaten seiner Schutztruppe, Romeo Vásquez Sánchz, mit einem Gewehr erschossen. Dieser, soll auf Veranlassung von Rafael Leónidas Trujillo gehandelt haben und beging Selbstmord. Rafael Leónidas Trujillo war von 1942-1952 Präsident der Dominikanischen Republik. Ihm folgte sein Bruder Héctor Bienvenido Trujillo im Amt. Rafael Leónidas Trujillo gehörten 65-85 % der dominikanischen Wirtschaft, am 30.mai.1961 wurde er, unter Beihilfe der CIA, ermordet.
26.jul. – 24.oct.1957 Lic. Luís Arturo González López
Der Tod von Coronel Castillo Armas brachte ihn provisorisch ins Präsidentenamt. In seiner Amtsperiode wurde Licenciado Miguel Ortiz Passareli zum Präsidenten gewählt, aber eine Bewegung militärischer Kräfte und andere Umstände bewegten den Präsidenten zum Rücktritt. Die Anhänger von Gen. Miguel Ydígoras Fuents drängten darauf, dass wirklich freie Wahlen abgehalten würden.
24. – 26. okt.1957 Junta Militar de Gobierno Coroneles Oscar Mendoza Azurdia, Roberto Lorenzana Salazar y Gonzalo Yurrita Nova
26.okt.1957 – 02.mrz.1958 Coronel Guillermo Flores Avendaño
Bereitete einen angemessenen Wahlprozess vor, welcher von Gen. Miguel Ydígoras Fuentes gewonnen wurde.
Am 28.jun.1958 trat eine Militärjunta zusammen. Der neue Schritt zum Übergang dauerte vier Tage. Zu dieser Junta gehörten: Coronele Elfego H. Monzón, Coronel José Luis Cruz Salazar und Coronel Mauricio Dubois.
03.mrz 1958 - 30 mrz.1963 Gen.-Ing. Miguel Ydigoras Fuentes
*17.okt.1895 Ciudad de Retalhuleu,
Die Wahlen von 1957 erklärte der Verlierer, Ydígoras Fuentes, kurzerhand für ungültig und übernahm 1958 mit Unterstützung der USA das Präsidentenamt. Unter ihm blühte die Korruption, und bei der Verfolgung politisch Andersdenkender setzte er auf Gewalt.
Stellte den Invasoren der Schweinebucht guatemaltekisches Territorium als Ausgangsbasis zur Verfügung.
Die von Guatemalas Territorium ausgehenden Anschläge auf Kuba führten zu einer Revolte von Bevölkerung und Streitkräften. Erste Guerilla Aktivitäten richteten sich gegen das Militär und die United Fruit Company.
Unter seiner Herrschaft wurden einige Straßen im Land asphaltiert. Für die Strecke Guatemala Stadt zum Atlantik wurde einige Brücken im nov.1959 fertiggestellt, das Straßenkleeblatt (el Trebol) wurde fertiggestellt, der Industriepark wurde erstellt, die Brücke nach Belize erstellt, die Brücke “Baltazar Orena” über den Fluss “Los Esclavos” erstellt. Sowie das Anti- Tuberkulose Hospital "San Vicente", das Kinderkrankenhaus "María Teresa" der Anspruch auf Belize wurde legitimiert. Mit dem Staatsunternehmen “Empresa Nacional de Fomento y Desarrollo del Petén” (FYDEP) förderte er die Geflügelzucht. Das Land beteiligte sich am aktivsten am gemeinsamen zentralamerikanischen Markt “Mercado Común Centro Americano”. Sein Hauptanliegen war Wohnraum für die Mittelklasse unter dem Motto “eigene Anstrengung gegenseitige Hilfe”, "esfuerzo propio, ayuda mutua" . zu schaffen.
Am 13.nov.1960 rebellierte die Festung Matamoros, eine Lesart sagt das Ziel des Ausstands sei das Verhindern der Aggression gegen Cuba gewesen. 1962 werden die Furezas Armadas Revoluciónarias (FAR) gegründet.
1963 wurde Fuentes von seinem Verteidigungsminister Peralta Azurdia gestürzt.
1982 starb er mit 87 Jahren in Guatemalastadt.
[Empresa Nacional de Fomento y Desarrollo del Petén (FYDEP)]
01.apr.1963 – 01 jul.1966 Oberst Enrique Peralta Azurdia
*17.jun.1908 Guatemalastadt, stürzte Gen. Ydígoras Fuentes durch Staatstreich und wurde so Präsident. Verkündete zahlreiche Gesetze genannt: “DECRETO - LEY “ im juristischen Grobrahmen der “CARTA FUNDAMENTAL DE GOBIERNO”.
Nickel wurde durch die US-Kanadische Firma EXMIBAL seit 1965 mit einer Konzession von 40 Jahren gefördert.
Es stabilisierte sich die öffentlichen Finanzen und die Gehälter an die Staatsbediensteten wurden pünktlich gezahlt. Vorrangig wurde sich dem Bildungswesen im Land gewidmet, es wurden zahlreiche Schulen gebaut in vielen Fällen mit Drittmitteln und der Schulbetrieb wurde mit Nachdruck vorangebracht. 1965 erließ eine verfassungsgebende Versammlung eine neue Verfassung, in dieser wurde die Amtszeit der Präsidenten von sechs auf vier Jahre verkürzt. Den Arbeitern wurde ein “AGUINALDO” Weihnachtsgeld zugestanden. In seiner Amtszeit wurden neben anderen, ein Zivilrecht (BGB) ein Zivilprozessrecht (ZPO), ein Handelsrecht (HGB), ein Presserecht und ein öffentliches Ordnungsrecht erlassen.
Oberst Enrique Peralta Azurdia zog sich aus dem politischen Leben zurück und lebt im Moment in Miami, USA.
01.jul.1966 –01.jul.1970 Lic. Julio César Méndez Montenegro
*23.nov.1916 Guatemalastadt am 20.okt.1944 war er unter den Studenten, welche die in die Kaserne der Ehrengarde eindrangen, um gegen die Diktatur von Gen. Federico Ponce Vaidez zu protestieren.
1966 die USA erhöhen ihre Militär- und Wirtschaftshilfe und starten eine Antiguerillakampagne. Gründung der rechten Terrororganisation (Todesschwadron) "Mano Blanco".
National Security Archive Electronic Briefing Book No. 11
U.S. POLICY IN GUATEMALA, 1966-1996
Kate Doyle, Project Director
Carlos Osorio, Project Associate
englischsprachig:
http://www.gwu.edu/~nsarchiv/NSAEBB/NSAEBB11/docs/
Nach umstrittenen Wahlen wurde Julio César Méndez Montenegro Präsident. Während seiner Amtszeit gab es 1967 einen erneuten Höhepunkt der Gewalttaten: Rechte Terrorgruppen töteten Intellektuelle, Gewerkschafter, Studenten und Bauern. Als im Hochland Kupfer, Zinn und Erdöl entdeckt wurden, bemächtigte sich das Militär sofort des gewinnträchtigen Gebiets und vertrieb die Bewohner.
Kein Präsident schied fortan aus dem Amt, ohne zuvor einen Teil des wertvollen Bodens erworben und auf Staatskosten eine Straße zu den Liegenschaften gebaut zu haben.
Vizepräsident war der Journalisten Lic. Clemente Marroquín Rojas.
Er war ein namhafter Universitätsprofessor förderte die höhere Bildung durch den privaten Sektor. Setze Programme zur Wohnungsförderung an Bedürftige ins Werk. Beispielsweise die Eröffnung des dichtbesiedelten Viertels “1ero. Julio” in der 19 Zone von Guatemalastadt. Wasserkraftwerke, wie das “Jurún Marinalá” wurde in Betrieb genommen. Das Land erhielt die Genehmigung die Eisenbahn, welche bisher in US-Eigentum war, zu kaufen. Nach seiner Lesart praktizierte seine Regierung eine integrale und funktionierende Demokratie welche politische, wirtschaftliche und soziale Aspekte beinhaltete. Er starb am 30.apr.1996.
01 jul.1970 - 01 jul.1974 Gen. Carlos Manuel Arana Osorio
*17.jul.1918 Barberena, Dep. Santa Rosa. Von 1966 bis 1968 war er Kommandant der Militärzone “General Rafael Carrera” in Zacapa und war Botschafter Guatemalas in Nicaragua.
Die Vertreibung der Indigenas wurde fortgesetzt. Er nahm den Kampf gegen die Guerilla erneut auf, suspendierte Grundrechte und griff verstärkt zu repressiven und gewalttätigen Maßnahmen.
Unter seiner Amtszeit wurde der Bau der Straße Xayá – Pixcayá fortgesetzt. Die Brücke bei Amatitlán wurde erstellt., die Straße nach Cobán und ein Teil der Umgehungsringes von Guatemalastadt gebaut. Kaufte für Guatemala Aktien der “Empresa Electrica”
Sein Vizepräsident Lic. Eduardo Cáceres Lehnoff starb 1980 beim Massaker in der spanischen Botschaft.
Interview mit Rigoberta Menchú spanischsprachig:
http://www.albedrio.org/htm/entrevistas/siempre-001.htm
Gen. Carlos Arana hat sich aus dem politischen Leben zurückgezogen und lebt im Moment in der Stadt Chiquimula in Guatemala.
1974-1978 Gen. Kiell Eugenio Laugerud García
*24.jan.1930 Guatemalastadt. Ende 1975 trat er bei der Kampagne zur Rückforderung Belizes mit bisher nicht gekanntem Schwung auf und sprach von einer möglichen militärischen Konfrontation um die Rechte Guatemalas in Wert zu setzen. Am 04. und 06. feb.1976 beendeten Erdbeben das Leben von 22.000 Guatemalteken und brachten einen Schaden von vielen Millionen Quetzales. Der Präsident begegnete der Situation mit allen Mitteln des Landes und mit Gekommenen aus allen Teilen der Welt.
In Alta Verapaz werden Öl- und Nickelvorkommen vermutet. Latifundisten und Militärs vertreiben Kekchí-Indigenas, als diese am 20.mai.1978 auf dem Rathausplatz von Panzós friedlich demonstrieren, werden 144 Kinder, Frauen und Männer ermordet. Es beginnt das Zeitalter der Massaker.
Panzós liegt südwestlich des Lago Izabal. Nach einem deutschen Konzept der Handelserschließung von Alta Verapaz, wurde der Hafen Lívingston durch Hochseeschifffahrt angedient, ab hier verkehrten Flussdampfboote nach Panzós. Panzós war dann Ausgangspunkt für eine Eisenbahn welche nach Tucurú führen sollte. Realisiert wurde sie bis Papaljá.
Der US-Präsident Jimmy Carter 1977-1980 machte für weitere Militärhilfe, die Beachtung der Menschenrechte, zur Bedingung
und fortan soll es keine Nachfrage nach Militärhilfe aus den USA gegeben haben.
[CINCO]
Im Moment lebt Gen. Kiell Eugenio Laugerud García von der Politik zurückgezogen.
01.jul.1978-23.mrz.1982 Gen. de División Fernando Lucas García
*04.jul.1924 Chamelco, Dept. Alta Verapaz Seine Eltern hießen: Fernando Lucas Juárez und Concepción García de Lucas. Am 02.apr.1945 tritt er in die Militärakademie als Kadett nr. 919 ein. Seinen Abschluss als Offizier erhielt er am 27.feb.1949.
Anschließend bekleidete er verschiedene Ämter in der öffentlichen Verwaltung. Während des Erdbebens 1976 war er Vorsitzender des nationalen Notstandskomitees, von diesem Posten wechselte er zum Verteidigungsminister. Danach war er geschäftsführender Direktor und konstante treibende Kraft der Arbeiten an der “Franja Transversal del Norte”
[FRANJA TRANSVERSAL DEL NORTE]
[CHIXOY DAM]
Auch er kam in dieses Amt durch Wahlbetrug und war korrupt.
Die wirtschaftliche Krise verschärfte sich, die Befreiungsbewegung bekam immer stärkeren Zulauf.
In seine Verantwortung fällt auch das Massaker in der spanischen Botschaft.
[Embajada Española]
Sein Vizepräsident Lic. Francisco Villagrán Kramer trat zur halben Regierungszeit zurück.
Am 06.okt.1981 wurde der 14-jährige Marco Antonio Molina Theissen entführt. Die Tat steht mit der illegalen Verhaftung seiner Schwester Emma Guadalupe Molina Theissen in Zusammenhang.
Einen Tag, nachdem sie von dem Ort ihrer Gefangenschaft hatte fliehen können, tauchten drei schwerbewaffnete Männer in Zivil vor dem Haus der Familie auf (Fahrzeug mit dem Kennzeichen P-16765). Zwei der Männer gingen hinein. Mit ihren Waffen hielten sie die Familie in Schach und durchsuchten das Haus eine Stunde lang. Sie ketteten Marco Antonio an einen Sessel im Wohnzimmer und knebelten ihn mit Klebeband. Dann stülpten sie ihm einen Sack über den Kopf, warfen ihn auf die offene Ladefläche des Lieferwagens und nahmen ihn mit, ohne sich um die flehentlichen Bitten der Mutter zu kümmern. Wir haben nie mehr etwas von ihm gehört.
Die Eltern machten sich auf die Suche nach Marco Antonio. Sie fuhren nach Quetzaltenango, um mit Oberst Quintero zu sprechen, sie suchten Unterstützung bei der katholischen Kirchenhierarchie, ohne Erfolg. Erzbischof Casariego bot ihnen an, sich bei General Lucas, dem damaligen Staatspräsidenten, für sie zu verwenden, weil er nach eigenen Aussagen jeden Mittwoch mit ihm frühstückte. Danach suchten sie Hilfe bei anderen Bischöfen, bei Journalisten, beim Polizeichef, beim Präsidentennachfolger General Ríos Montt, aber sie konnten nichts erreichen. Die Antwort der Militärbehörden war immer die gleiche: ‘Ihr Sohn ist von der Guerilla entführt worden’. Wegen der Drohungen musste die ganze Familie das Land verlassen.
Fall 11826, Guatemala, 1981.
sep.1981 Laut UN-Flüchtlingskommissar sind 40.000 Menschen in angrenzende Länder vor der Armee geflohen.
Im Moment hat sich Gen. de División Fernando Lucas García vom politischen Leben und der Armee entfernt und in Venezuela niedergelassen.
España pide captura de Romeo Lucas García:
http://www.prensalibre.com/pl/2005/febrero/21/index.html
23.mrz.1982 bis 08 ago.1983 Efraín Ríons Montt
*16.jun.1926 ciudad de Huehuetenango.
Begann seine Militärkarriere 1943 in der Festung Matamoros, als Kadett der Militärakademie, weitere Studien in den USA und Italien, Tiefbauingenieur, 1973 wurde er Brigadegeneral, war Lehrer und Direktor der Militärakademie, 1973 Leiter des EMP, 1973 verließ er den Verbindungsposten in Washington. (ganz schön aktiv, aber das gibt es. Es gibt Militärs, welche auf der Gehaltsliste des EMPs standen, diese im Gefängnis in welchem sie angeblich für einen Mord büßten abzeichneten und gleichzeitig einen neuen Mord begingen). 1974 wurde er durch die “Democracia Cristiana Guatemalteca” und die “Frente Unido de la Revolución” bei seiner Präsidentschaftskandidatur unterstützt. Montt wurde am 03.mrz.1974 gewählt, aber um das Amt betrogen, deshalb wurde Kjell E. Laugerud García zum Präsidenten ernannt und Montt, mit einigen tausend Dollar, als Militärattaché zum Dikator Francisco Franco (t20.nov.1975) nach Spanien geschickt. [Puntos Cardinales]. Die Transición hielt er dort bis 1977 aus. Er konvertierte zur evangelikalen Sekte "iglesia del verbo" und wurde Prediger.
Am 07.mrz.1982 wurden allgemeine Wahlen abgehalten. Zum Gewinner wurde Angel Aníbal Guevara, der Kandidat des Regierungsbündnisses, in betrügerische Gewohnheit ernannt. Dieses mal aber nutzte eine Gruppe Militärs die Zeit zwischen Wahlbetrug und Amtsübernahme zum Putsch. Dieser Aufstand, in den Morgenstunden des 23.mrz.1982, ließ die, für den 01.jul.1982 vorgesehene Übernahme des Präsidentenamtes Gen. Ángel Aníbal Guevara Rodríguez scheitern. Guevara fühlte sich so sicher, dass er gerade in Miami Urlaub machte.
Die Liquidierung des pseudodemokratischen Regimes, wurde von der Bevölkerungsmehrheit als Erleichterung wahrgenommen. In der Parteienlandschaft drückte die MLN und die DCG (Christdemokraten) ihre Unterstützung für die neue faktische Macht aus.
Tatsächlich aber setzte Montt die Verfassung außer Kraft, schloss die gesetzgebende Versammlung, erklärte den Ausnahmezustand und implantierte ein reines, hartes Militärregime.
Seine messianische Botschaft war der Kampf gegen die “vier modernen apokalyptischen Reiter” die er in “dem Hunger, dem Elend, der Unwissenheit und der Subversion” wusste, wie auch in der Korruption und den ausschließenden Plünderungen der herrschenden Klasse.
Am 10.apr.1982 startete er den nationalen Sicherheits- und Entwicklungsplan “Plan Nacional de Seguridad y Desarrollo” (PNSD), dieses totalitäre Regelwerk sollte die sozioökonomische Entwicklung Guatemalas erleichtern. Durch Ausrottung der Subversion und das Indoktrinieren der Bevölkerung auf den “Nationalismus”. Zu einem großen Teil mit chauvinistischen, kulturellen und rassistischen Vorurteilen unterfüttert sprachen Ríos und seine Mitarbeiter davon einige Gruppe, Bauern und Indigenas, deren “unreife” in Bezug auf patriotische Werte und ihr Analphabetismus sie besonders anfällig gegenüber dem Bekehrungseifer der “Kommunistischen Internationale” macht, in den Staat zu “integrieren”. Das Bezugskonzept, war die “Nationalmacht” welche als die Verbindung der politischen, wirtschaftlichen, “psychosozialen” und militärischen Macht betrachtet wurde. Bald wurde die Regierung von Ríos Montt von der Regierung von Ronald Reagan anerkannt, und mit Waffen versorgt.
Bald wurde klar, dass die reformistischen Versprechen und der Erlösungseifer des neuen Diktators, welcher sich selbst als vorbestimmtes Amen eines Jüngers betrachtete, um seine Diskurse mit Bibelzitaten zu illustrieren auf ein Schicksal eines heiligen Krieges gegen die “kommunistische Bedrohung” abzielten.
In der kurzen Periode in welcher Ríos Montt an der Macht war, sicher das dunkelste Kapitel der zeitgenössischen guatemaltekischen Geschichte, war die außerordentliche Gewalt der Armee nicht auf die Guerilla beschränkt, sondern es wurden Massaker auf Bauern und indigene Gemeinden üblich. Die Praxis der verbrannten Erde “tierra arrasada” vor allem in den westlichen Dept. Quiché und Huehuetenango, welcher ihre treibende Kraft unverhohlen als effektivste Methode, der URNG die Bevölkerungsbasis zu nehmen, prahlte. Für Amnesty International stellt dieses ein, ein dem Völkermord ähnliches Verfahren an den indigenen Gemeinden da, welche als die Hälfte der Landesbevölkerung angenommen werden.
Bei einer Gelegenheit versicherte der General, dass ein “guter Christ”, jener währe, der “mit der Bibel und dem Maschinengewehr” geübt umgehen kann, während einer seiner Sprecher nicht von ihm wich, erklärte er schamlos, dass wenn die Guerilla mit der Zusammenarbeit der Idigenas rechnen könne, dann seien alle Indigenas der Subversion verdächtig und in diesem Fall sei das Beste was zu Tun ist “die Indios zu töten”.
Mittlerweile beziffern Menschenrechtsorganisationen die Anzahl der außergerichtlich hingerichtete Guatemalteken mit mindestens 10.000, Männer , Frauen und Kindern, welche Opfer aller vorstellbaren Gräuel wurden. Mit 100.000 werden die Flüchtlinge beziffert, welche als Ergebnis der Aufstandsbekämpfungskampagnen der Armee und der berüchtigten Zivilpatrouillen waren. Die Zivilpatrouillen “Patrullas de Autodefensa Civil” (PAC) wurden formales Recht mit der Regierungsübereinkunft vom 14.apr.1983 unter dem Schirm des PNSD. In der Praxis funktionierten sie wie paramilitärische Schwadronen mit Freikarte zum Mord und Zerstörung worauf sie Lust hatten. Ein Bericht welcher für die Vereinten Nationen ausgearbeitet wurde, stellt fest, dass 448 Dörfer, welche in ihrer Mehrheit von indigenen Mayas bevölkert waren buchstäblich von der Landkarte radiert wurden.
Er unterdrückte die politischen Parteien.
Mit neuen Slogans wie “Bohnen und Gewehre“ und “Arbeit, Dach, Tortillas“ wurde in “zivile Selbstverteidigungspatrouillen“ gepresst, in kontrollierte Siedlungen, "polos de desarollo", Entwicklungspole, "Modelldörfer", "strategische Dörfer" deportiert und die Strategie der verbrannten Erde exzessiv betrieben. In "strategische Dörfen" Ansiedlungen von Vertriebenen unter dem "Schutz" der Armee um einen ihrer Stützpunkte herum. Die Bewohner müssen im Rahmen von "Alimentos por Trabajo" Arbeiten für die Armee leisten und stellen gleichzeitig einen lebenden Schutzwall für die Stützpunkte dar. Der Unterschied zum Modelldorf besteht darin, dass dort nicht produziert wird und keine "Entwicklungsprojekte" realisiert werden. Auch ein Modelldorf kann kurzzeitig die Funktion eines strategischen Dorfes erfüllen, je nach Bedürfnis der Armee.
Er schuf außerordentliche spezielle Feldgerichte“.
18.jul.1982 Massaker im Ort "Plan de Sánchez", Baja Verapaz. 368 Personen aus Plan de Sánchez und 13 umliegenden Dörfern werden ermordet.
dez.1982 “Dos erres” im Petén
weiteres zu Montt in deutschsprachig:
http://www.trial-ch.org/trialwatch/profiles/de/facts/p265.html
http://www.npla.de/poonal/p581.htm#gu
http://de.indymedia.org/2005/08/124688.shtml
Biografie spanisch:
http://www.cidob.org/bios/castellano/lideres/r-020.htm
http://internacionalistas.solidaragon.org/gallopinto/40/guate.htm
08.ago.1983-14.jan.1986 Oscar Humberto Mejía Víctores
Am 08.ago.1983 wurde Montt durch seinen Verteidigungsminister, Oscar Humberto Mejía Víctores ersetzt.
Dieser lies sich Staatschef nennen, schaffte den Staatsrat ab, schaffte die von Montt geschaffenen außerordentlichen Gerichte wieder ab, bewilligte das Funktionieren von politischen Parteien. 1984 benannte er eine verfassungsgebende Versammlung, welche eine neue Verfassung verkündete, die ab dem 31.mai.1985 gültig ist, diese neue Verfassung schuf neue staatliche Institutionen: die Menschenrechtsombudsstelle, das Oberste Wahlgericht und das Verfassungsgericht.
jun.1984 die "Grupo de Apoyo Mutuo" (GAM)" entsteht. Sie setzt sich u.a. für die Aufklärung der über 40.000 Fälle von Verschwundenen ein.
http://www.rtfcam.org/report/volume_20/No_2/article_10.htm
14.jan.1986 – 1990 Lic. Marco Vinicio Cerezo Arévalo
*26.dez.1942 Stadtteil “Libertad“, Guatemalastadt, Allgemeine Hochschulreife auf dem “Colegio Salesiano Don Bosco“ studierte an Fakultät für juristische und soziale Wissenschaften der “Universidad de San Carlos de Guatemala“(USAC) Während der Vorgänge im mrz.1962 wurde er gewähltes Mitglied einer studentischen Koordination ebenso war er Vorsitzender der Jurastudenten der USAC. 1968 erhielt er die Titel “Lic. en Ciencias Jurídicas y Sociales“, Anwalt und Notar 1964 trat er in die “Partido Democracia Cristiana“ ein, 1970 wurde er zu deren Parteisekretär gewählt, 1974 wurde er als Abgeordneter in den Kongress gewählt. An seiner Amtszeit wird die Währungsstabilität des Quetzals anerkannt. 2,5 Quetzales per U$. Initiierte den Zentralamerikagipfel der Präsidenten, "Esquipulas II", an welchem über militärische Konflikte der Region verhandelt wurde und mehrte damit den Ruhm Guatemalas auf internationalem Niveau durch Vorsitz und Tagungsort. Suchte nach Möglichkeiten eines Zentralamerikanischen Parlamentes, welche momentan wirksam und in Funktion ist.
Okt.1986 Marco Vinicio Cerezo Arévalo Staatsbesuch bei Richard von Weizsäcker (1962 - 1966 Geschäftleitung AgentOrange Hersteller, Boehringer in Ingelheim)
"Weizsäcker sichert Guatemala Hilfe zu
Der Präsident der mittelamerikanischen Republik Guatemala, Vinicio Cerezo Arevalo, ist zu einem Staatsbesuch in der Bundesrepublik eingetroffen. Er wurde von Bundespräsident Weizsäcker begrüßt. ...
Weizsäcker sicherte Cerezo die Unterstützung der Bundesrepublik bei seinem Eintreten für die Demokratie zu. Der Bundespräsident betonte, wahre Demokratie, die mit der Achtung der Menschenrechte einhergehe, könne nicht einfach mit einem Wahlakt verwirklicht werden, sondern sei ein langer, mühsamer Prozess, der auch die Hilfe und Solidarität befreundeter demokratischer Staaten erfordere." (Süddeutsche Zeitung, 13.okt. 1986) "Ein Abkommen über eine Bonner Finanzhilfe in Höhe von 48 Mio: Mark soll unterzeichnet werden." (SZ)
1987 Die Armee startet eine Großoffensive gegen Guerilla und Bevölkerung. Die Massenbewegungen werden stärker. Landbesetzungen von Bäuerinnen und Bauern.
18.-14.apr.1988 die Einheitsvertretung der guatemaltekischen Opposition (RUOG), reist trotz Drohungen von Seiten der Regierung nach Guatemala, um die Menschenrechtssituation zu überprüfen. Rigoberta Menchú und Rolando Castillo werden am Flughafen verhaftet. Nach nationalem und internationalem Protest werden die beiden VertreterInnen der RUOG wieder freigelassen.
Ab dem 21.ago.1989 wurden zehn Studenten verschwunden.
spanischsprachig:
http://www.prensalibre.com/pl/2005/agosto/22/121626.html
22.nov.1988 Massaker an 22 Bewohnern des Dorfes "El Aguacate" in Chimaltenango durch Spezialeinheiten der Armee
[POLIZEIHILFE]
Biografie spanischsprachig:
http://www.cidob.org/bios/castellano/lideres/c-014.htm
14.jan.1991 – 1993 Ing. Jorge Serrano Elías
war von 1982 bis 1986 als Vorsitzender des Staatsrates und enger Berater des damaligen Militärdiktators Ríos Montt, welcher die Verantwortung für massive Menschenrechtsverletzungen, insbesondere für Massaker an der indigenen Bevölkerung, trägt.
Leitete die Staatsdelegation zur nationalen Versöhnung welche im mrz.1990 in Oslo, Norwegen das Grundsatzabkommen für die Suche nach dem Frieden mit der URNG (Vereinten Guerilla von Guatemala, mittlerweile Partei) Wurde ins Präsidentenamt zusammen mit dem Vizepräsidenten dem Unternehmer Gustavo Espina Salguero gewählt. Die Verhandlungen mit der Guerilla wurden ergebnislos fortgesetzt. Unter seiner Regierung wurden zahlreiche Gesetze in Kraft gesetzt. Das 1992 No. 42-92 über einmalige Jahreszahlungen an Arbeiter im öffentlichen und privaten Sektor besser bekannt unter dem Namen “Bono 14“. Brach die Verfassung, entschied den Kongress und den Obersten Gerichtshof zu schließen. Verursachte institutionelle Instabilität. Wurde er aus dem Amt enternt. Im Moment lebt er als ausgewandeter Unternehmer in Panama.
In einer weniger versöhnlichen Biografie liest sich das so:
Unter seiner Regierung litt das Land an der größten Energiekrise, durch fehlenden elektrischen Strom. Das war der Grund, warum Privatunternehmen gestattet wurde sich an der Stromproduktion zu beteiligen. Besonders ENRON beteiligte sich mit zwei Flusskraftwerken im Land. Bald hatte er den Ruf der korrupteste Präsident zu sein, den Guatemala je gehabt hatte.
Offensichtlich um den Kongress zu dominieren belohnte er die Abgeordneten wirtschaftlich. Im Gegenzug verabschiedeten die Abgeordneten die von ihm vorgelegten Gesetze. Es wird angenommen, dass die Abgeordneten eine steigende wirtschaftliche Belohnung verlangten und schließlich Serrano nicht mehr genug Geld hatte um sie zu belohnen, woraus ein Konflikt zwischen den Abgeordneten und dem Präsidenten entstand woraufhin dieser am 25.mai.1993 entschied das Parlament und den Obersten Gerichtshof aufzulösen, die wichtigsten Massenmedien des Landes zu zensieren und den Menschenrechtsombudsmann Lic. Ramiro de León Carpio festnehmen zu lassen.
Von einem Volksaufstand bedroht schlug Serrano vor die Abgeordneten mögen eine Amnestie beschließen damit er weiter Präsident bleiben könne. Die Abgeordneten jedoch akzeptierten diese Lösung nicht. Schließlich ordnete das Verfassungsgericht an, dass die Handlungen von Serrano verfassungswidrig seien und befahl der Armee, Serrano festzunehmen. Was am 31.mai1993 geschah. Sinnloser weise versuchte der Vizepräsident Gustavo Adolfo Espina Salguero dass das Parlament ihn ernennen würde. Er wurde ebenfalls amtenthoben und ist in El Salvador im Exil
Biografie spanisch:
http://www.cidob.org/bios/castellano/lideres/s-010.htm
06.jun.1993 – 14.jan.1996 Lic. Ramiro de León Carpio
1993 wurde er von der guatemaltekischen Tageszeitung “prensa libre“ zum “Guatemalteken des Jahres“ ernannt. War Menschenrechtombudsmann, wurde vom Kongress zum Präsidenten ernannt ohne, dass er eine Partei als Vertretung gehabt hätte noch, dass er durch das Volk gewählt worden wäre. Sein Amtsvorgänger hatte am 25.mai.1993 angeordnet ihn festzunehmen, ihm gelang es aber über das Dach seines Hauses zu entkommen, so konnte er zusammen mit anderen Sprechern der Zivilgesellschaft die Aktionen entwickeln, welche Tage später zur Amtsenthebung von Jorge Serrano Elías führten. Unter seiner Regierung wurden die Gespräche mit der Guerilla fortgeführt. Im nov.1993 wurde eine Verfassungsreform durchgeführt, der Kongress der Republik von Menschenrechtsverletzern gereinigt und die institutionelle Demokratie stabilisiert.
Momentan ist er Mitglied des Zentralamerikanischen Parlamentes (PARLACEN)
Biografie spanisch:
http://www.cidob.org/bios/castellano/lideres/d-015.htm
14.jan.1996 – 2000 Alvaro Arzú Irigoyen
War für acht Jahre der Bürgermeister von Guatemalastadt. Wurde vom Volk gewählt und hatte Rückhalt im Kongress, wo seine Partei die PAN die Mehrheit der Abgeordneten stellte. Im mai 1996 unterschrieb er die Übereinkunft über sozioökonomische Aspekte und die Situation in der Landwirtschaft und ein paar Monate später die Übereinkunft über die Stärkung der Zivilgesellschaft und der Aufgaben der Armee in einer demokratischen Gesellschaft“ Ihm ist anzuerkennen, dass er den Frieden, im Land, mit der URNG, nach mehr als dreißig Jahren interner Kämpfe, erreicht hat. Wobei die Staatschefs anderer Länder sowie der Generalsekretär der UNO halfen. In seiner Amtszeit wurde Straßenbau- und Infrastrukturprojekte durchgeführt. Ebenso war die Verstärkung und Säuberung der Sicherheitskräfte Armee vordringlich. Im feb.1996 erhielt seine Regierung den zweiten Besuch vom Papst Johannes Paul II.
2000-2004 Lic. Alfonso Antonio Portillo Cabrera
*24.sep1951 Dept. Zacapa, Studierte an der “Universidad Autónoma de Guerrero“ Jura und Sozialwissenschaft und promovierte an der “Universidad Autónoma de México“ über Wirtschaftswissenschaft arbeitete später als Professor an beiden Universitäten. Seit den 1970 hat er Verbindungen zu indigenen Organisationen in Guerrero, Mexico und Guatemala ("Ejército Guerrillero de los Pobres", (EGP), einer der vier Organisationen der "Unidad Revolucionaria Nacional Guatemalteca", (URNG). Er war noch Professor als er die Hauptrolle in einem undurchsichtigen Zwischenfall bei einer Diskussion mit politischem Hintergrund spielte, bei dem er auf drei Männer schoss, was zwei von ihnen tötete und den dritten verwundete. Dies geschah in Guerrero, Mexico, nach dem er geflohen war, blieb er vor der mexikanischen Justiz bis 1995 auf der Flucht, in diesem Jahr wurde das Verbrechen, für verjährt erklärt und der Fall geschlossen. Bei seiner Rückkehr nach Guatemala trat er in die Partido Socialista Democrático (PSD) ein, welche zu jener Zeit, die einzige legale linke Partei war, welche sich aber kurz danach mit der Democracia Cristiana Guatemalteca (DCG) vereinigte, welche 1986 mit
Marco Vinicio Cerezo Arévalo als Präsident an die Macht kam. 1993 wurde er Generalsekretär dieser Partei und leitet später eine Gruppe Parlamentarier im Kongress, in welchem er den parlamentarischen Kommissionen für städtische Angelegenheiten, Wirtschaft, Außenhandel und Handelsintegration vorsaß. Ebenso war er Direktor des "Instituto Guatemalteco de Estudios Sociales y Políticos" (IGESP) welches mit der DCG verbunden ist. Während der ganzen Jahrzehnts von 1990 war er Direktor der universitären Studien für Recht, Politik und Wirtschaft in lateinamerikanischen Universitäten, wie auch Artikelschreiber und Editionsratsmitglied der guatemaltekischen Tageszeitung "Siglo Veintiuno".
1995 verließ er die DCG wegen Anschuldigungen der Korruption, und trat in eine gemischte Gruppe als Parlamentsabgeordneter. Eine Weile später verband er sich mit einer Partei der extremen Rechten, welche stark durch evangelikale Gemeinden beeinflusst ist, der "Frente Republicano Guatemalteco" (FRG) von Ríos Montt welcher damals dem Kongress vorsaß und ab diesem Zeitpunkt ist seine Laufbahn mit dieser für den Staatsstreich von 1982 verantwortlichen Person verbunden. Die Partei war gegründet worden um Ríos Montt bei der Präsidentschaftskandidatur zu helfen, aber gegen dessen Kandidatur wurde vom obersten Wahlgericht Veto eingelegt , da die Verfassung es Initiatoren von Staatsstreichen untersagt in dieses Amt gewählt zu werden.
Da er seine Kandidatur nicht verwirklichen konnte, überließ Ríos Montt diesen Platz bei den Wahlen 1995, Portillo. Nach einer erbitterten zweiten Runde der Präsidentschaftswahl siegte Alvaro Arzú Irigoyen von der PAN mit 51,2 % der abgegebenen Stimmen. Die FRG wählte Portillo zum Generalsekretär und nominierte ihn wieder für die Präsidentschaftswahlen 1999. Bei diesen wurde er für die Amtsperiode 2000-2004 gewählt. Sein am dichtesten aufgeschlossener Mitbewerber, der Ex-Bürgermeister von Guatemalastadt, der Kandidat der Regierungspartei PAN war Oscar Berger Perdomo (PAN). Seine Kritiker werfen ihm vor, eine Marionette von Ríos Montt zu sein. Verschiedene Menschenrechtsorganisationen zeigen ihre Furcht vor der FRG an der Macht, da einige der Parteiführer in Menschenrechtsverletzungen während der Militärregierungen verwickelt waren. Er behauptet ein wackerer Verteidiger der Friedensverträge zu sein. Ein Sozialdemokrat und Bewunderer von Ché Guevara.
Ríos Montt setzte ihn in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Kongresses in das Präsidentenamt ein. In den ersten Diskursen sprach er von der schlimmen Situation, in welcher sich das Land befindet und seiner Absicht die finanzielle Situation des Landes zu untersuchen und zu klären. Er schlug der Opposition, vor allem der linken Partei “Alianza Nueva Nación” (ANN), Pakt zur regierungsfähigweit vor, mit welchem er seinen Geschäftsplan im Rahmen der Verbindlichkeiten des Friedensvertrages erfüllen könnte.
genannt pollo ronco
Biografie spanisch:
http:/www.cidob.org/bios/castellano/lideres/p-004.htm
2004-2008 Óscar José Rafael Berger Perdomo.
Löste, wie im Wahlkampf versprochen, den “estado mayor presidencial” [EMP] , Generalstab des Präsidenten, welcher bis zu seiner Auflösung immer wieder als Organisationsform für systematische Menschenrechtsverletzungen Publizität erreichte, auf.
Kein Freund der Todesstrafe, sagte zu, dass während seiner Amtszeit keine Todesurteile vollstreckt werden, Initiative gegen Todesstrafe.
Am 09.jun.2004 wurde im Konflikt um das Recht auf Zugang zu Land, ein Moratorium für besetzte Fincas vereinbart und zugesagt den Konflikt durch Verhandlungen zu lösen.
Protestas terminan en acuerdo
Gobierno asume compromisos y organizaciones no manifestarán por los mismos temas en 90 días spanischsprachig:
http://www.prensalibre.com/pl/2004/junio/09/90342.html
Ein Vorsatz, welcher im Fall der “Finca Nueva Linda” nicht eingehalten wurde
Während der Räumung des besetzten Gebietes wurden acht Zivilisten (darunter eine schwangere Frau und drei Kinder) sowie vier Polizisten getötet.
deutschsprachig:
http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/51a43250d61caccfc1256aa1003d7d38/a6ff21384e42d69ec1256f5600592b00?OpenDocument
Der Verteidigungsminister von 2004, Herr César Augusto Méndez Pinelo besuchte im oct.2004 Deutschland. Der Herr Außenminister Joseph Fischer besuchte am 16.nov.2004 Guatemala.
Der Gouverneur von Alta Verapaz Herr Carlos Euler Pacay, hatte einen deutschen Großvater.
http://www.german-foreign-policy.com/de/news/art/2004/47702.php
Ließ nach dem Beschluss der Volksvertreter die Angleichungsgesetze zum Freihandelsvertrag Zentralamerika - USA - Dominikanische Republik veröffentlichen und damit in Kraft treten.
Biografie spanisch:
http://www.cidob.org/bios/castellano/lideres/b-014.htm
Ein Jahr Regierung Berger: Kritik der Zivilgesellschaft
Aus fijate 325
deutschsprachig:
http://www.mocino.de/guatemala/politik-archiv_12-04.htm
http://www.guatemala.de/
Berger will einen neuen Vorstoß unternehmen, die Todesstrafe abzuschaffen:
deutschsprachig:
http://de.indymedia.org/2005/04/111417.shtml
Sitzverteilung im Kongress:
GANA: 47 Wahlpartei für Berger Perdomo
FRG: 43 Wahlpartei von Ríos Montt
UNE: 32
PAN: 17 Liberale Partei von Berger Perdomo mitgegründet
PU : 6 Partido Unidad die Partei in der Miguel Angel Asturias Mitglied war
ANN: 6 Abspaltung aus der UNRG
DU_ : 3
UNRG: 2
DIA: 1
Die Wahlpartei von Berger, GANA war nach der Parlamentswahl im nov.2003 stärkste Partei, nach zahlreichen Parteiaustritten nur noch über 31 von 159 Abgeordnetensitzen. Berger regiert deshalb vor allem mit der FRG.
Präsidentengalerie spanischsprachig:
http://www.monografias.com/trabajos12/presguat/presguat.shtml
http://www.prensalibre.com/pl/domingo/archivo/domingo/2003/noviembre03/091103/cronologia.html
http://www.deguate.com/infocentros/personajes/presidentes/
Glossar:
[ASTURIAS]
Miguel Angel Asturias
Der Literaturnobelpreisträger von 1967, Miguel Angel de Asturias veröffentlichte 1946 sein Werk "El señor Presidente" in welchem er die Situation unter Präsident Manuel Estrada Cabrera darstellt unter welchem seine Familie litt:
Der Vater ging wie gewohnt seiner richterlichen Arbeit an der Magistratur nach, als jedoch plötzlich unerwartete Ereignisse in das Leben der Familie eingriffen: Bei einer Demonstration von Medizinstudenten außerhalb des Universitätsgeländes waren viele von ihnen verhaftet worden. Der Richter Don Ernesto Asturias musste sich mit dieser Angelegenheit befassen, und da keine Straftaten vorlagen, ließ er die Demonstranten frei. Als der Präsident Manuel Estrada Cabrera davon erfuhr, bestellte er den Richter auf der Stell in den Präsidentenpalast und erklärte ihm: “Sie waren nicht entscheidungsberechtigt, auch nicht als Richter. Sie hätten mich zuerst fragen sollen; ich bin sehr verärgert, denn wir können sie nicht mehr festnehmen, und dies wäre die Gelegenheit gewesen, ein Exempel gegen solche Unruhestifter zu statuieren ... Und noch etwas anderes: Ich bin nicht bereit zuzulassen, dass jeder Richter oder jede Behörde von sich aus Entscheidungen trifft.” Und als der Richter erwiderte , dass er nur in seiner richterlichen Gewalt nach dem Gesetz gehandelt habe, entgegnete der Präsident: “ Es gibt keine richterliche Gewalt.” 5 Die Folge dieser Differenz war die sofortige Entlassung aus dem Staatsdienst. Um sein Leben fristen zu können, begann Don Ernesto in einem privaten Anwaltsbüro zu arbeiten. Aber bald sollte er bemerken, dass unter jenen Umständen die Angelegenheiten seiner Klienten kaum Aussicht auf Erfolg hatten, weil man ihn schon für einen Feind des Herrn Präsidenten hielt. So beschloss er, seine Laufbahn aufzugeben, und suchte nach neuen Wegen, die Familie zu unterhalten. Die Mutter, die wie schon erwähnt, Lehrerin war, verlor ebenfalls ihre Stelle. Vor diese Situation gestellt, blieb der Familie nichts anders übrig, als die Hauptstadt zu verlassen, um zu dem Dorf Salamá Zuflucht zu nehmen, wo der Oberst Gavino Gómez, Don Ernesto Schwiegervater, lebt. ... Man schrieb das Jahr 1903 ...
Luis López Alvarez, Conversaciónes con Miguel Angel Asturias, Madrid 1974, S.43,
nach Carlos Marroquín “Miguel Angel Asturias” Reclam Biografien, 1988 Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig S.11
[Embajada Española]
Am 31.jan. 1980 besetzten 32 Quiché-Indigenas friedlich die spanische Botschaft in Guatemala City. Die Campesinos aus dem Hochland wollten gegen Vertreibung und Unterdrückung, Terror und Mord protestieren. Sie hatten das Einverständnis des Botschafters. Trotz seiner Bitten wurde das Gebäude gestürmt und in Brand gesteckt. Der Botschafter konnte entkommen, die Demonstranten sowie zwei Angehörige des Personals und zwei hohe guatemaltekische Politiker kamen in den Flammen um. Den einzigen überlebenden Indigena ließ der Botschafter zur Behandlung in ein privates Krankenhaus bringen, denn er fürchtete um das Leben des Zeugen. Doch in der folgenden Nacht wurde der Campesino aus dem Krankenhaus entführt und am nächsten Tag tot aus einem fahrenden Auto geworfen. Der Botschafter floh in die US Botschaft und von dort nach Spanien. Sein Land brach die diplomatischen Beziehungen zu Guatemala ab.
Haftbefehl gegen den Innenminister (Ministro de Gobernación) Donaldo Álvarez Ruiz, unter Kiell Eugenio Laugerud Garcíaund Fernando Lucas García Am 10. Dezember erließ die mexikanische Justiz - auf Begehren der Spanischen - einen internationalen Haftbefehl gegen Donaldo Alvarez Ruiz, ehemaliger Innenminister unter Kjell Laugerud García (1974 – 78) und Lucas García (1978 – 1982). Álvarez Ruiz, heute 73-jährig, schuf sich ein breites Netz von Informanten, Entführern und Folterern mit dem Ziel, die marxistischen Gruppierungen zu bekämpfen. Seine Besessenheit ging soweit, dass er in seinem eigenen Haus einen Folterkeller einrichten ließ. Als Regierungsverantwortlicher für den Bereich “Sicherheit“ trieb er die Aufstandsbekämpfung auf die Spitze und wurde zum größten Unsicherheitsfaktor für alle vermeintlichen und wirklichen politisch Oppositionellen. Die Delikte, die Alvarez Ruiz heute angelastet werden, sind Folter, Völkermord, Staatsterror und Mord gegen Tausende von GuatemaltekInnen während des bewaffneten Konflikts. Konkret angeklagt wird er u.a. der Verantwortung für den Brand und das Massaker in der Spanischen Botschaft am 31. Januar 1980, bei dem 37 Personen ums Leben kamen, darunter der Vater der Friedensnobelpreisträgerin. Weiter des Mordes an der guatemaltekischen Schriftstellerin und Feministin Alaíde Foppa (19. Dezember 1980), des Mordes an vier spanischen Priestern, der Massenentführung von Gewerkschaftern der Nationalen Arbeitergewerkschaft (21. Juni 1980), der außergerichtlichen Hinrichtung des StudentInnenführers Oliverio Castañeda de León sowie der außergerichtlichen Hinrichtung von Alberto Fuentes Mohr, StudentInnenführer und Bürgermeister der Hauptstadt 1970 – 74, (ermordet am 22. März 1979) und Manuel Colom Argueta, Außenminister unter Präsident Mendez Montenengro, 1970, sowie Vizepräsidentschaftskandidat 1974, (ermordet am 25. Januar 1979)
Quelle:
http://www.guatemalanetz.ch/dokumente/fijate325.pdf
weiteres zu Donaldo Álvarez Ruiz deutschsprachig:
http://www.trial-ch.org/trialwatch/profiles/de/facts/p310.html
Interview mit Rigoberta Menchú:
http://www.jungewelt.de/2005/05-02/020.php
[EMP]
“Estado Mayor Presidencial”
Generalstab des Präsidenten, welcher bis zu seiner Auflösung immer wieder als Organisationsform für systematische Menschenrechtsverletzungen Publizität erreichte. Um die Zustände im EMP zu illustrieren, wird hier das Schicksal seines letzten Finanzleiters wiedergegeben:
Im November 2004 wurde auf dem Friedhof “La Verbena“ in der Zone 7 im Grab Nummer 15, der Leichnam des seit April 2004 verschollenen Oberst José Raúl Cerna Ramírez wiederentdeckt und exhumiert. Er war am 12. April 2004 im “Hospital Roosevelt" Zone 15 an Salzsäure im Körper gestorben. Der Ex-Oberst lieferte sich um 0:35 des 12.Aprils 2005 selbst ins Spital ein, er hatte Schwierigkeiten beim Atmen und Herzrhythmusstörungen, er behauptete er hätte aus Versehen Salzsäure statt Wasser getrunken. Um 02:49h verschlimmerte sich sein Zustand und um 03:00h verstarb er. Auf dem Totenschein wurde Selbstmordversuch angegeben. Die Verantwortlichen des Krankenhauses betrachten es als wenig wahrscheinlich, dass er Salzsäure verwechselte, da dieses mit seiner Konzentration die Farbe ändert, da es anders schmeckt und zu unmittelbaren Verletzungen führt. Cerno kam allein in einem Taxi ins Krankenhaus. Am 14.apr.2004 wurde er anonym, auf gerichtliche Anordnung begraben, ohne Benachrichtigung der Familie in einem Teil des Friedhofes, wo nicht identifizierte Gewaltopfer beerdigt sind die Grabstelle war mit einem Kreuz mit der Aufschrift "1995" markiert.
Die Staatsanwalt leitete zwar Ermittlungen ein, stellte sie aber ohne Angabe von Gründen wieder ein. Die Behörden identifizierten den Leichnam und bestatteten den Oberst, ohne seine Familie zu informieren. Das Verteidigungsministerium erklärte, der Oberst sei desertiert. In der Anzeige, die der Staatsanwaltschaft vorliegt, wird dem Oberst vorgeworfen, 250 Millionen Quetzal (33 Millionen US-Dollar) aus dem EMP-Budget unterschlagen zu haben. Es besteht Anlass zu der Vermutung, dass er getötet wurde, um zu verhindern, dass er weitere Personen nennt, die an der Veruntreuung beteiligt waren. . Er war der letzte Finanzverantwortliche des von Berger aufgelösten “Estado Mayor Presidencial“, dem durch Menschenrechtsverletzungen bekannten Generalstab des Präsidenten, Cerna war mit Portillos Amtsantritt zum EMP gekommen, er war einer der Portillos am nächsten stehenden Militärs.
Nicht bestätigten Quellen zufolge war er Teil eines Netzes welches vom pensionierten Gen. Francisco Ortega Menaldo geleitet wurde und zu dem auch die EMP Mitglieder Napoleón Rojas und Jacobo Salán Sánchez gehörten.
Im Handbuch für Aufstandsbekämpfung des guatemaltekischen Heeres finden sich genaue Anweisungen, wie der Verbleib der Toten geheimzuhalten ist.
Zivile Tote, Freunde und Feinde, werden von Angehörigen des Militärs so rasch wie möglich bestattet, um zu verhindern, daß sie von den subversiven Elementen für deren Propaganda- und Agitationsarbeit benutzt werden (S. 208).
deutschsprachig:
http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/0416134816eac7bcc1256aa100576f52/3a700675884eddbcc1256f5d005ae76e?OpenDocument
http://www.guatemalanetz.ch/dokumente/fijate323.pdf
spanischsprachig:
http://www.prensalibre.com.gt/pl/2004/noviembre/30/102609.html).
http://www.prensalibre.com.gt/pl/2004/diciembre/02/102796.html
http://www.prensalibre.com.gt/pl/2004/noviembre/24/nac.html
[ESCUELA POLITECNICA]
Die 1871 gegründete Militärakademie kommt häufig in den Lebensläufen der Präsidenten vor. Sie wird fälschlich als „Polytechnikum“ übersetzt.
Sie ist für Ladinos eine Möglichkeit gesellschaftlich aufzusteigen.
Andere höhere Bildungseinrichtungen sind: Die am 31.jan.1676 gegründete staatliche „Universidad de San Carlos Borromeo de Guatemala“ (USAC) und die private Universidad Rafael Landívar" (url) welche mit ihrer jesuitischen Tradition prahlt. En 1767 por disposición del Rey Carlos III son expulsados los jesuitas de la Nueva España. Berger Perdomo (momentaner Präsident), Karin Erbsen de Maldonado (KAS) und Juan Fernando Cifuentes Herrera (Autor des folgenden Textes), kommen von der Letzten.
Die Kadetten des 02.ago.1954.
Am 02.ago.1954 um 01:30 begann die Kadettenkompanie der Militärakademie einen bewaffneten Angriff auf das sogenannte “Ejército de Liberación”, welches aus Söldnern, welche vom us-amerikanischen Außenministerium bezahlt wurden bestand. Und folglich gegen die falsche Militärregierung, welche sich der Konterrevolution unter Carlos Castillo Armas zugewandt hat.
Es gab drei Gründe für die jungen Kadetten die Waffen gegen die bewaffneten Eindringlinge zu erheben.
Erstens als Castillo Armas aus dem Flugzeug stieg, welches ihn aus El Salvador brachte, mussten ihm die Kadetten Ehrenbezeugungen für einen Präsidenten machen, dies konnte nicht von ihnen verlangt werden, sondern es wurde ihnen befohlen und sie folgten. Alles innerhalb militärischer Disziplin.
Die militärischen Chefs, welche mit den “Befreiern” paktierten, gaben den Befehl, die militärische Ehrenbezeugung demjenigen, der aus dem Flugzeugstieg dar zubieten.
Sie traten in zweier Reihe an, damit zwischen ihnen Castillo Armas und seine Gefolgschaft durchschreiten kann. Die Nationalfahne und ihre Eskorte standen am Begin der Ehrenformation nahe beim Transportflugzeug C-47. Als sich die Tür öffnete der Zweimotorigen steigen einige junge „Befreier“, mit übertriebenem Misstrauen und kriegerischer Absicht aus und zielen mit ihren Maschinengewehren drohend in alle Richtungen. Unter den eingeflogenen befanden sich einige Kadetten, welche desertiert waren, um sich den „Befreiern anzuschließen. Gleichzeitig vereinen sie sich mit jenen welche am Boden auf die Ankunft des Flugzeug warten.
Castillo Armas steigt aus aber die Lawine seiner Bewunderer (des abgebrannten Möbelverkäufers) umringen plötzlich die Fahne uns stoßen und trennen die Eskorte vom Rest der Ehrenformation und gehen in die Position Bajonett voran über, bereit zum Angriff. Eine schwierige protokollarische Situation, die Formationsleiter versuchen die Formation zu halten und gleichzeitig die Fahne zu erreichen. Aber die Schande ist nicht ungeschehen zu machen. Für die Kadetten ist es eine Erniedrigung. Sie Ehrenbezeugungen gegenüber jemandem machen zu lassen, welcher einige Tage vorher noch als Verräter bezeichnet worden war.
Die Kadetten sind verwirt, in Wirklichkeit sind es Heranwachsende, und ihre Bedürfnisse sind unmittelbar, ihre Visionen kurzfristig, Sie verstehen nicht welche Ränke geschmiedet werden. Sie haben nur die Scham, die Befleckung ihrer höchst geschätzten Standarte, die Fahne für welche sie geschworen haben zu sterben.
Dieses Elitegrüppchen welche Castillo begleitet, setzte sich aus den Söhnen der wohlhabenden antikommunistischen Latifundisten und anderer Leute mit viel Geld zusammen, welche sich in Wirklichkeit, in letzter Minute dem Abenteuer anschlossen nur um mit den Waffen und der olivgrünen Uniform zu prahlen. Sie kämpften nicht, zeigen aber ihre Waffen mit dreister Siegerpose. Dies machten sie mit Kadetten, und kompromittierten damit ihren eigenen Chef, der trotz allem Akademieabsolvent war.
Castillo Armas mischte sich nicht ein, aber der Direktor der Akademie (jüngst von der aufgestiegenen Regierung ernannt) rügte drastisch, die Kadetten, dass sie es zu ließen, das die „Befreier“ ihnen die Fahne abnahmen.
Das zweite Bild ist dieses: Der Direktor der Akademie möchte die Kadetten exemplarisch bestrafen. Aber die Strafe liegt hier selbst durch die Beleidigung im öffentlichen Akt, vor der Oberkommandantur der Armee (national wie der „Befreiung“) gegenüber der Person welche keinen Wert darauf legt, da sie ein anderes Ziel verfolgt, die Person, welche eingesetzt wird, seine Gesten und sein Diskurs welcher sinnlos erwartet wird, vor dem diplomatischen Chor welcher gekommen ist den neuen Präsidenten zu empfangen.
Die auferlegte Strafe bestand darin, dass anstatt einzurücken, in leichtem Tritt über die Bahn vom Flughafen über die Avenida Hincapié bis zur ersten Calle und der Avenida Reforma marschieren mussten. Anschließend rannten sie bis Mitternacht das Gewehr tragend, in Galauniform mit Mütze, Kinnband, Portepee. Es war nicht die Anstrengung, es war die Demütigung welche sie erlitten. Stoisch erfüllten die Jungen die Strafe, einige wurden ohnmächtig.
Drittes Bild: Zu den vorangegangenen Übeln kamen andere. In der Nacht des 31.jul.1954 werden einige Kadetten im Bordell „El Hoyito“ welche in der Colonia Lima war, dort wo heute das Guatemaltekisch-Amerikanische Institut ist, gedemütigt. Der Vorfall wurde von einer anderen Gruppe der bewaffneten „Befreier“ provoziert. Unter diesen befanden sich, jene,. Welche das geheime Radio betrieben. Dieses Geschehen war gravierender, als es zu berichten wäre, das üble Geschehen bestand darin, dass einige Kadetten entwaffnet wurden, und unter Drohungen dazu zwangen unerträglich, schändlichen Dinge zu tun.
Warum sich diese Kadetten nicht gegen die Demütigungen wehrten? Sie trugen keine Waffen. Die Wiederstandsversuche wurden durch Schläge erstickt und durch Schüsse über ihre Köpfe und auf die Füße. Sicher, die Kadetten hatten ein Bajonett aber, dies ist nicht mehr als Teil der Uniform. Es ist kaum eine blanke Verteidigungswaffe geschweige eine Angriffswaffe. Die „Befreier“ trugen Maschinengewehre und schossen in die Luft und auf die Häuser in der Nachbarschaft.
Bevor Castillo Armas auf guatemaltekisches Territorium kam, wurden einige Ernennungen auf den höchsten Militärposten vorgenommen. Als neuer Direktor der Militärakademie wurde Oberst Jorge Medina Coronado ernannt. Ein sehr entschiedener Offizier in Bezug auf die Werte der Militärakademie aber unversöhnlich und unvorsichtig fahrlässig als er die Kompanie der Kadetten zur Rückkehr vom Flughafen in leichtem Tritt die Schule befahl. Ebenso, als er die Reihenführer aus dem Bordell streng bestrafte, in dem er sie degradierte.
Eine Nacht nach dem angedeuteten Aufstand der Kadetten wurde im Viertel Santa Clara, das wahre Komplott gegen die „Befreier“ angezettelt. Eine Gruppe von Offizieren der Luftwaffenbasis „La Aurora“ bereitete einen militärischen Aufruhr gegen die, von der US-Botschaft eingesetzte, Regierung vor. Einer von diesen war der Oberst Manuel Francisco Sosa Avila.
Die Verschwörer widersetzten sich der Machtübergabe an Castillo Armas. Sie hatten am Siegesdefilee teilgenommen, wobei sie sich auf eine Seite wendeten, als die „tapferen“ Truppen der „Befreier“ vorbeizogen. Sie machten ihre Ehrenbezeugung zu einer näheren Fahne mit den Zeichen des Vaterlandes. Die Armee Guatemalas wurde gedemütigt. Öffentlich wurde die Existenz der anderen „siegreichen“ Armee anerkannt innerhalb des selben nationalen Territoriums. Einigen Offizieren des neuen Generalstabes galten diese ganzen Beschimpfungen. Die Verräter lachten zynisch. Das Vaterland verschwand in einer schwarzen Dunkelheit. Und dies beschämte die Verschwörer. Sicher gibt es weitere Namen dieser tapferen Offiziere welche die Genugtuung der Beschimpfung vorbereiteten, wahrscheinlich ohne Wissen von dem was in einigen Stunden die Kadetten beginnen werden.
Um 03:30 h begannen die Kadetten den Angriff gegen die Hauptkaserne der „Befreier“ welches sich dort befand, wo heute das Hospital Roosevelt ist. Zone 15 (130)
Die Kadetten, welche in diesem Jahr graduierten wollten nicht in den Kampf ziehen und viel später wurden sie durch die Regierung von Castillo Armas mit Stipendien ins Ausland geschickt, um ihre Studien zu beenden. Nach einem Jahr Gefängnis wurde Manuel Sosa ,ohne militärischen Rang, als Konsul nach Barcelona geschoben. 1959 befahl ihm Ydígoras Fuentes zurück zu den Streitkräften und er gehorchte und wurde Hauptmann der neugegründeten Marine der nationalen Verteidigung. Diese Regierung stellte ebenfalls die Offiziere wieder ein, die in dieser Zeit begannen von ihren Auslandsstudien zurück zu kehren. Am13.nov.1960 wurden zwei der tapfersten Kadetten des 02.ago.1954 Anführer einer Bewegung, deren erstes Ziel es war die Invasion nach Cuba, welche der CIA in Guatemala und Nicaragua vorbereitete zu unterbinden. Ihre Namen waren Alejandro de León und Francisco Franco Armendáriz. Sie fielen als Guerilleros in der ersten Etappe, des bewaffneten Kampfes, bei der Verteidigung der Ideale, welche das Ziel dieser Generation waren.
Während der Militärregierung von Peralta Azurida intensivierte sich der bewaffnete Kampf in der Sierra de las Minas. Die „PGT“ schloss sich dem bewaffneten Kampf des MR-13 „Movimiento revoluciónario 13.nov.“ und den FAR an. Die Ex-Kadetten wurden überwacht. Innerhalb der Armee, wurde den Ex-Kadetten, welche als Offiziere eingestellt waren misstraut, sie wurden auf Verwaltungsposten gesetzt, weit von jedweder Befehlsgewalt.
Julio Cesar Méndez Montenegro war vielleicht der erste Präsident, welcher wieder die Kadetten des „02.ago.1954“ anfordern konnte. Während seiner Regierung, erhielten einige Kadetten welche nicht die Möglichkeit hatten Offizier zu werden, Aufgaben der dritten Kategorie kaum, dass sie sich an der Wahlkampagne für ihn beteiligt haben. Méndez Montenegro bezahlte sie schlecht und hatte nicht den Mut sie wiedereinzustellen, vielleicht weil sie sich am meisten beim Kampf des 02.ago.1954 engagiert haben.
Carlos Manuel Arana versuchte, obwohl er ein Antikommunist war, den Ex-Kadetten zu helfen, welche ohne Arbeit, die Hoffnung auf eine Karriere verloren, ausgeschlossen für immer durch das Militärregime und niemals von der Zivilgesellschaft akzeptiert, wandelten. Noch Verwirrt von der Finsternis die sie damals an jenem August morgen umfing.
Kjell Laugerud war einer der Offiziere, welcher die aufständische Handlung der Militärakademie unterstütze in dem er Zugang zu Bewaffnung und zum Kriegsmunitionsdepot verschaffte, half ihnen nicht während seiner Präsidentschaft. Vielleicht, weil er glaubte, dass das Geschehen noch frisch sei. Es waren zwanzig Jahre vergangen.
Während der Regierung von Romero Lucas, sein Bruder Bendicto, einer der Ex-Kadetten des 02.ago.1954, der seine Karriere auf einer Militärakademie in Frankreich fortsetzen konnte, erreichte noch den Grad des Brigadegenerals und bekleidete die Schlüsselposition im Generalstab der Verteidigung, hat scheinbar seine Kameraden vergessen.
Als Cerezo Arévalo Präsident war berief er Jaime Hernández zum Verteidigungsminister, einen der Kadetten welche an der Stelle des Hospital Roosewelt kämpften. Dies war der Moment in dem es die größte Wahrscheinlichkeit gab, dass die aufständische Geste anerkannt worden wäre. Sie wurde aber nicht.
Am 02.ago.1954 um 18:30 h erreichten die Kadetten die Aufgabe der Söldner. Sie triumphierten, nach dem sie die eindringende Truppe besiegt hatten, stimmten einer manipulativen Vermittlung mit schlechten Absichten des Weihbischofs von Guatemala, Monseñor Rosell y Arellano zu. Übergaben die Waffen. Entbehrten einer weiterreichenden Vision. Erkannten nicht ihre große Chance, die Richtung der Geschichte zu ändern. Schätzten nicht die Hilfe, welche ihnen das guatemaltekische Volk darbot. Fast Heranwachsend, erprobten sie nicht die Reichweite ihrer Geste. Der Preis für diese Kurzsichtigkeit, der Unreife, bezahlten sie teuer. Einiger dieser Jungen, wurden der Rodelsführerschaft bezichtigt und zusammen mit einem Offizier welcher ihnen seine entschiedene mit einem Trupp Panzer leistete und mit ihnen in der Schlacht blieb bis der letzte „Befreier“ in den Zug der sie zur Grenze nach Honduras brachte, ins Gefängnis gesteckt. Der Offizier hieß Manuel Francisco Sosa Avila
1960. erzählt Sosa, hatte er die Macht in Händen als er sich entschied den Kadetten zu helfen. Es gab einen Moment, in welchem das Land keine Autoritäten hatte.
Castillo Armas feierte seinen Sieg in Antigua Guatemala mit einigen hochrangigen Offizieren (jene, welche mit ihm kamen und jene, welche ihn auf dem roten Teppich empfingen besser gesagt, den Verrätern von Innen und Außen.) und der US-Botschafter. Er war von der Kette der Macht getrennt um in den Palast zu kommen und die Kontrolle zu übernehmen musste er in die Stadt durch die Schlucht des Incienso, am Fuß der Schlucht gelangte die Karawane nach Mixco, von dort wandten sie sich zu einer Finca „El Naranjo“ auf der anderen Seite der tiefen Schlucht. Dort nutze er den Pfad auf welchem die Frauen aus San Juan täglich zum Zentralmarkt gehen, die Gefolgschaft des Neuen Befehlshabers ging vorbei und schon war Castillo Armas im Palast, und für Manuel Sosa war die Chance für immer verloren.
Der US-Botschafter Peurifoy drohte schließlich mit den Flugzeugen der Kanalzone, zwei der Kampfflugzeuge P-47, welche in Chiquimula stationiert waren beschossen und bombardierten die Kadetten, aber ihre Flugzeit über dem Hospital Roosevelt war nicht ausreichend um die Schlacht zu entscheiden.
Eines der überzeugernsten Argumente für den Abbruch der siegreichen Schlacht war die Drohung der direkten Intervention der US-Armee, übermittelt vom Peurifoy selbst. Es ist sicher, dass die selben finstren Kräfte, welche Jahre später Casillo Armas grob ermordeten eine Handvoll „patojos“ (Spitzname der Guatemalteken) mit edlen Motiven der Ehre und des Ruhm den Triumph welcher mit ausländischer Intervention und Verrat erreicht wurde, nicht nieder reißen lassen.
Castillo Armas verfügte, nach den Formalitäten der Gerichtsverhandlung, die Ausweisung der am engagiertesten Kadetten im vorletzten Jahr als er dort war, wo die Defilees und Fahnenschwinger waren. Er bestrafte definitiv mit dem Scherbengericht seiner Karriere.
Sie hatten die moralische Verpflichtung das Ansehen der Kompanie der Kadetten zu retten und so handelten sie konsequent. Die Entschädigung für die Erfüllung dessen was ihnen täglich gelehrt wurde, war die Ausweisung und das Gefängnis, das Ende der Kariere. Der Fahnenträger der Kompanie der Kadett Jose Luis Araneda Castillo fiel im Kampf ebenso fiel der Hauptmann der Kadetten Luis Antonio Bosch. Sie sind die Helden einer Geste.
[FRANJA TRANSVERSAL DEL NORTE]
Kolonisationsprojekt im nördlichen Quiché, Alta Verapaz und Huehuetenango und bis hin zum Lago Izabal im Osten. Dieses Kolonisationsprojekt gab der landwirtschaftlichen Produktion in den Dept. Huehuetenango, Quiché, Alta Verapaz und dem Süden des Peténs Anstöße, (wie so ein rücksichtsloses Megaprojekt zu beschreiben ist),
Die verschiedenen Militärregime nahmen lediglich Kolonisierungsprojekte in Angriff. In diesem Rahmen wurden zwischen 1956 und 1967 brachliegende Gürter und Regierungsländereien mit einer Gesamtfläche von rd. 200.000 ha an 25.000 Familien vergeben. Einem Weltbankbericht zufolge wurde dabei häufig unangemessen große Ländereien, meist in der Franja Transversal del Norte im Zentrum des Landes (im Volksmund die "Zone der Generäle") an Angehörige der Mittel- und Oberschicht verteilt. Noch heute gilt das Agrargesetz von 1962, das unter bestimmten Umständen eine Enteignung ungenutzter Ländereien bei Betrieben über 100 ha erlaubt, das aber aufgrund politischer und bürokratischer Hindernisse bislang kaum zur Anwendung gekommen ist.
[FYDEP]
Seit dem Ende des klassischen Mayazeitalters war der Petén praktisch unbewohnt, 900 Jahre Zeit zur Regeneration natürlicher Wälder. Die wirtschaftlichen Aktivitäten in der Kolonialzeit beschränkten sich auf einige Rinderfarmen in Savannengebieten und einige prekäre Ansiedlungen am Rand der großen Flüsse.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann die bedeutende die wirtschaftliche Ausbeutung des Kautschuks welche 1947 eine Rekordernte von 47.000Quintales erreichte, womit er das dritt ertragreichste Exportprodukt Guatemalas wurde. Gleichzeitig wurde die Holzwirtschaft mechanisiert, was eine bedeutende Ausweitung der Einschlaggebiete bedeutete, währen die vorher auf die Gebiete nahe der Flüsse beschränkt waren.
1959 wurde das staatliche Unternehmen "Fomento y Desarrollo del Petén" (FYDEP) gegründet. Es hatte den Auftrag die Nutzung der natürlichen Rohstoffe zu verwalten und die Kolonisierung des Gebietes zu fördern.
In den folgenden Jahren wurden auch nicht Holzprodukte aus dem Wald genutzt wie Dekorpalmwedel in der Floristik ,Xate palmen (Chamaedorea spp) und Dicker Pfeffer (All spice)Die Parzellierung geschieht auf das Gebiet südlich des 17° 10' Längengrades und die Forstwirtschaft nördlich davon. Die FYDEP vergab Konzessionen für Holzeinschlag und Grundstücke, ließ Straßen und Infrastruktur anlegen der Petén wurde in die Wirtschaft Guatemalas integriert. In dieser Zeit wurden vermehrt Rinderzuchtbetriebe gegründet, welche die großen Naturwaldflächen in zu Weiden rodeten und planierten, nach einem Schema der Rinderzucht im Petén, welche durch eine Intensivmast der Rinder an der Südküste ergänzt wurden. In den 1980 Jahren verschärfte sich die Krise des Zugangs zu Land in verschiedenen Teilen des Landes (die Menschen wurden durchs Militär und Stauseeprojekte vertrieben) und verstärkte eine Wanderung der Bauern in den Petén, mit der Folge der verstärkten Umwandlung von Wald in Weide- und Anbauflächen. Ende der 1980 wurde die FYDEP aufgelöst.
1990 erließ der Kongress ein Gesetz, mit welchem die "Reserva de la Biosfera Maya" (RBM), mit einer Fläche von 2,1 Mio. ha. hauptsächlich in staatseigenen Waldgebieten nördlich des 17° 10 ' Längengrades. ...
[CEH]
UNO Wahrheitskommission für Guatemala:
Präsentiert von Prof. Christian Tomuschat:
http://www.kritischeaktionaere.de/Konzernkritik/DaimlerChrysler/DCarg/dcarg.html
Die Kommission zur historischen Aufklärung “Comisión para el Esclarecimiento Histórico (CEH) wurde 1994 von der UN und der Unterzeichnern eines Abkommens im Rahmen des Friedensprozesses gegründet. Die CEH hatte die Aufgabe Menschenrechtsverletzungen und die Gewalttaten welche im Verlauf des bewaffneten Konfliktes begangen wurden zu untersuchen und aufzuklären sowie Empfehlungen zur Förderung des Friedens und der nationalen Versöhnung zu machen.
spanischsprachig:
http://shr.aaas.org/guatemala/ceh/gmds_pdf/index.html
[CHIXOY DAM]
LAHMEYER INTERNATIONAL, Friedberger Strasse 173, D-61118 Bad Vilbel
Chixoy Damm, Guatemala
Lahmeyer International führte mit LAMI ein Firmenkonsortium, das 1972 gegründet aus: Lahmeyer International (Deutschland), Motor Columbus (Schweiz) und International Engineering Company (USA). Cogefar (Italien) -- wurde später Teil von Impregilo, bestand.
LAMI projektierte, entwarf überwachte die Herstellung des Damms für das Wasserkraftwerk Chixoy mit 300 Megawatt Leistung in Guatemala. Die von LAMI 1974 erarbeitete Machbarkeitsstudie empfahl den Bau des Damms.
LAMI`s Machbarkeitsstudie von 1974 behauptete dass: "Im Gebiet der Untersuchung ... nahezu keine Bevölkerung gibt".
Nach Angaben der Weltbank, waren jedoch 2.500 Menschen umzusiedeln.
1978, in der Zeit der brutalen staatliche geförderten Unterdrückung, welche von den Vereinten Nationen als "Genozid" klassifiziert wurde, finanzierte die Weltbank (WB) und die Interamerikanische Entwicklungsbank (IADB) das Chixoy Dammprojekt. Die IADB finanzierte 1978, 105 Mio. U$ und 1981, 70 Mio. U$. Die WB finanzierte 1978, 72 Mio. U$ und 1982, 44,6 Mio. U$ nach Massakern bei welchen mehr als 400 Gemeindemitglieder des Río Negros welche gegen den Damm opponierten töteten.
Am 13.mrz. 1982 schlachtete das guatemaltekische Militär und Zivil Patrouillen (Paramilitärs) 107 Kinder und 70 Frauen in der einsam gelegenen Maya-Achi Gemeinde des Río Negros. Zu den Opfern gehörte die schwangere Frau und zwei Kinder von Carlos Chen Osorio. Dies war das dritte von fünf Massakern welche gegen die Menschen vom Río Negro begangen wurden welche darauf folgten, als sich die Gemeinde weigerte ihr Land für den Dammbau zu verlassen. Das Fluten des Beckens begann wenige Monate nach dem letzten Massaker.
Doch obwohl zahlreiche Missionen zur Beaufsichtigung des Projektes während und nach dem Bau entsandt wurden, bewahrte die Weltbank offensichtlich Stillschweigen über die Massaker bis 1996 Menschenrechtsgruppen die Geschichte entdeckten. Eine interne Weltbankuntersuchung sprach sie von Verantwortung frei.
Die Überlebenden des Río Negros erhielten nie eine angemessene Entschädigung für das Land, die Häuser und persönliches Eigentum, das sie verloren oder das ihnen gestohlen wurde, noch viel wenige Wiedergutmachung für die Gewalttätigkeiten, welchen sie ausgesetzt waren. Unabhängig von den Massakern ist die Weltbank, bei ihren Umsiedlungsprogrammen dazu verpflichtet, dass jene welche Umgesiedelt werden nach dem Projekt nicht benachteiligt werden. Wegen der Massaker waren die eigentlichen Umsiedlungen von geringerem Umfang. Die Weltbankverantwortlichen behaupten sie hätten die Gemeinde zu ihrem Lebensstandard von 1975 umgelagert. Dies ist nicht der Fall.
Die von LAMI 1974 erarbeitete Machbarkeitsstudie empfahl den Bau des Damms, trotz ernster geologischer Probleme bei der Gründung des Dammes. Der Baubeginn war 1976, als ein schweres Erdbeben Guatemala traf. Auf dieses Erdbeben folgte eine eingehendere Untersuchung in seismischer Hinsicht, welche einige vorher nicht entdeckte Fehler zu Tage brachte. Eine daraus folgende Neuplanung, welche den Damm stabiler gegenüber Erdbeben machte, verzögerte den Bau um 15 Monate und erhöhte die geschätzten Kosten des Projektes um nahezu 10 %. Kurz nach Baubeginn, wurde festgestellt, dass die Bergformation der Dammgründung von Fehlstellen und Höhlen gestört war, was eine weiter Neuplanung erforderlich machte. Dies führte zu einer 350 % höheren Kostenansatz als dem Ursprünglichen von 1977. Anschließend machten weitere unentdeckte Fehler Entwurfsänderungen notwendig, welche die Kosten für das Krafthaus verdoppelten. Schließlich stürzte der Druckstollen, welcher das Wasser vom Becken zum Krafthaus leiten sollte, während er aufgefahren wurde, zweimal ein, was die Projektfertigstellung um ungefähr 14 Monate verzögerte.
Die Stromproduktion begann im jul.1983, aber weitere schwere Schäden im Druckstollen zwangen zu einer Schließung nach nur fünf Monaten. Die anschließende Reparatur dauerte zwei Jahre und kostete ungefähr 57 Mio. U$. Eine gewerblicher Betrieb der Turbinen von Chixoy kam ab apr.1986 zustande. Neue Leckagen wurden in den frühen 1990er gefunden.
Nach Angaben der Weltbank, einem Mitfinanzier des Damms, erreichte die Stromgeneration in Chixoy zwischen 1990 und 1994 durchschnittlich 1.300 Gigawattstunden pro Jahr gegenüber 1.540 Gigawattstunden wie sie in den Projektdokumenten vorgesehen waren. Die Weltbank berichtete 1982, dass Chixoy eine unwirtschaftliche Investition war, mit einer Amortisationsrate von nur 2,4 %. 1974 schätzte LAMI, die Kosten für Chixoy auf 270 Mio. U$. Zur Fertigstellung 1985 kostete er 1.020 Mio. U$. Die Herstellungskosten stellten schließlich ungefähr 40% von Guatemalas Auslandsverschuldung in den späten 1980. Jahren dar. Guatemala hatte sehr lange eine moderate Auslandsverschuldung.
1986 wurde von Guatemala zum letzten mal ein Außenhandelsüberschuss erzielt.
HTTP://WWW.IRN.ORG/PROGRAMS/MEKONG/NAMTHEUN.PHP?ID=IRNTOLAO.HTML
http://www.nadir.org/nadir/initiativ/agp/free/imf/america/guatem.htm
Chulac Dammprojekt
Ein weiteres Dammprojekt offenbart die Interessenlage von LAHMEYER INTERNATIONAL. LAHMEYER INTERNATIONAL wurde als Teil eines leicht umstrukturierten LAMI für den 1.250 Mio. U$, 450 MW Chulac Dammprojektes engagiert.
Die Arbeiten wurden 1981 begonnen, bevor die Machbarkeitsstudien abgeschlossen waren. Die HOCHTIEF AG (Tochter der Mutter RWE)
gewann den Bauauftrag und 137 U$ wurden für zwei Entlastungstunnels, Zufahrtsstraßen, und Baustelleneinrichtung investiert. Die Arbeiten wurden eingestellt, als sich herausstellte, dass der Berg den Damm nicht tragen würde.
Roberto Balsells früherer Präsident des staatlichen guatemaltiekischen Energieversorgers "Instituto Nacional de Electrificación (INDE) behauptet, dass die Möglichkeit Geld zu veruntreuen das Hauptmotiv für den Start des Chulac Dammprojekt war. Das Projekt wurde mit Zustimmung der INDE unter der Diktatur von Gen. Romero Lucas Garcia.
Quellen: Gysel, M. and Lommatzsch, M. (1986) 'Guatemala's Chixoy Hydroelectricity Scheme', Water Power & Dam Construction, June; World Bank (1991) 'Project Completion Report on Guatemala Chixoy Power Project', 31 December; World Bank (1992) 'Project Performance Audit Report on Guatemala -- Aguacapa Power Project and Chixoy Power Project', OED, June, 2; Witness for Peace (1996) A People Dammed: The Impact of the World Bank Chixoy Hydroelectric Project in Guatemala. Washington, DC; World Bank (1996) 'The World Bank's Experience with Large Dams: A Preliminary Review of Impacts. Profiles of Large Dams (Background Document)', August 15.
[CINCO]
COMPLEJO INDUSTRIAL DE COBÁN:
1979 Machbarkeitsstudie
1981 Berufung von Verantwortlichen Offiziere und Techniker, welche sich dann angeblich nach Europa begaben, um sich in der Herstellung von Munition für kleine Kaliber fortzubilden. Gegründet wurde die Fabrik FME mit dem Dekret NO. 81-83, welches am 19.jul.1983 verkündet wurde. Der erste Direktor war Brigade General JUAN JOSE MARROQUIN SILIEZAR Mit der Produktion von Kaliber 5.56 mm wurde im nov.1983 begonnen. Aufgabe alle Kaliber zu produzieren.
Öffentlichkeitsarbeit: Alphabetisierung der Hintersassen und Angestellten.
Besuch der Kommission für Kunst und Kultur der Lehrerschaft und der Lehramtskandidatinnen für 2002-2003 der Gemeinde von Cobán. Mit diesen wurde ein Gespräch über die Rolle der Frau in militärischen Institutionen geführt und eine Fabrikführung veranstaltet.
Das Organisationskomitee für die Wahl der Schönheitskönigin von Cobán in Zusammenarbeit mit anderen staatlichen Organisationen erarbeiteten die Szenerie für dieses Event. Die Schüler der Schule des Stadtteils Chicoyou, wurden beim allegorischen Umzug anlässlich der Departementmarkts gesponsert und erzielten den ersten Platz. Am Umzug der Herzen auf der Departementsmarkt von Cobán e.V. wurde teilgenommen und der erste Platz erzielt. Der Tag des Kindes wurde mit den Kindern der Schule des Stadtteils Chicoyou veranstaltet. Die INTECAP von Cobán wurde unterstützt. Die militärische Einrichtung stellte Räume, Geräte und Ausrüstung für Berufschulkurse für Mechaniker beim Spanen und Drehen zur Verfügung.
Der Freiwilligen Feuerwehr von Cobán wurde bei der Reparatur der Motorpumpe geholfen, welche sich in schlechtem Zustand befand.
Momentan wird die Produktion von 9 mm Patronen entworfen.
[DOS ERRES]
Der Fall von “Dos erres“ wird als “CASO ILUSTRATIVO No. 31“ “MASACRE DE LAS DOS ERRES »
spanischsprachig:
http://shr.aaas.org/guatemala/ceh/mds/spanish/anexo1/vol1/no31.html dokumentiert. .
fijate 328: juristisches Hin und Her im Fall Dos Erres
... Im Jahr 2000 hatte der guatemaltekische Staat vor der Interamerikanische Menschenrechtskommission CIDH eine “Freundschaftliche Vereinbarung” firmiert, in der er sich dazu verpflichtete, die Opfer zu entschädigen, ein Monument in Gedenken an diese zu errichten, einen Dokumentarfilm über das Massaker zu produzieren und auszustrahlen, den Betroffenen psychologische Unterstützung anzubieten sowie die Ermittlung zur Prozessführung gegen die Verantwortlichen zu garantieren. Von diesen Verpflichtungen, so Farfán, sei allein das Mahnmal, die Entschädigung über 14,5 Mio. Quetzales an die Überlebenden und Hinterbliebenen und teilweise die psychologische Begleitung erfüllt worden. Doch der wichtigste Punkt, die Einforderung der Gerechtigkeit, steht immer noch aus. Die Tatsache, dass die Verteidiger der 16 Angeklagten mittlerweile 36 Einsprüche eingereicht haben, hat den Prozess bereits um mindestens vier Jahre verzögert. María Ólga Paiz findet in ihrem Artikel in der Tageszeitung “el Periódico“ deutliche Worte: “Nur die Angst kann die Resolution des Verfassungsgerichts erklären, die fast während einer Dekade erfassten Beweise für nichtig zu erklären. Rechtliche Argumente, die diese Entscheidung stützen könnten, gibt es nicht. Doch die Geschichte hat uns gelehrt, dass die Interpretation des Gesetzes in einem bestimmten Moment die Lektüre der Kollektivängste ist.“ Die Menschenrechtsorganisation Gruppe gegenseitiger Hilfe (GAM) bezeichnet das Urteil nicht nur als frappieren- den Rückschritt hinsichtlich des Aufbaus einer Demokratie und eines Rechtsstaats, sondern hält diese Entscheidung für eine eher politische als juristische, mit der die bestehende Straflosigkeit gehegt wird und einmal mehr die mächtigen Sektoren bevorzugt und die Be- sitzlosen marginalisiert werden. Nachtrag: Der Protest der Menschenrechtsorganisationen trug offen bar Früchte: Am 10. Februar machte das Verfassungsgericht einen Rückzieher und erklärte die zuvor annullierten Zeugenaussagen für rechtsgültig. Die vor ab gefällte Resolution sei aufgrund einer Falschinterpretation der Prozessakten ausgesprochen worden. Damit ist der Weg wieder frei, damit ein Berufungsgericht endlich entscheiden kann, ob der Fall Dos Erres unter das Amnestiegesetz fällt oder nicht.
deutschsprachig:
http://www.guatemalanetz.ch/dokumente/fijate328.pdf
[Ost-West Konflikt]
Für die Dauer der Existenz der Sowjetunion war der Begriff in seiner Bedeutung in Mitteleuropa auf die Summe der Konflikte, welche aus unterschiedlichen Wirtschaftssystemen kapitalistisch / realkommunistisch rühren dominiert.
Am 02.feb.1838 kamen die Departeamente von Quetzaltenango, Huehuetenango, Quiché, San Marcos, Totonicapán und Retalhuleu überein, den sechsten zentralamerikanischen Staat zu bilden.
[PAC]
PAC: Geschichte der "zivilen Helfer" der Armee
deutschsprachig:
http://www.npla.de/poonal/p545.htm#gu
[PBSUCCESS]
1953 wurde der guatemaltekische Oberst , Carlos Castillo Armas, Absolvent des von der US-Armee geleiteten Generalstabkollegs in Fort Leavenworth, Kansas ausgewählt um eine Invasionsarmee zu leiten und politisch Árbenz Regierung aus dem Amt zu treiben.
Castillo Armas Ex-Direktor der Militärakademie,
http://www.prensalibre.com/pl/domingo/archivo/domingo/2004/junio04/130604/central.html
hatte 1950 eine Revolte gegen Arévalo angezettelt und war deshalb zum Tode verurteilt, konnte aus der Todeszelle fliehen, in Hoduras schlug er sich als Möbelverkäufer durch, nahm Verbindungen zum Diktator der Dominikanischen Republik, Rafael Trujillo, auf. Der unterstützte den Putsch gegen Árbenz finanziell. Armas nahm dafür einige von Trujillos Geheimagenten in seinen Sicherheitsdienst auf. Nach E. Howard Hunt, damals CIA Angestellter und später “Klemptner“ im Watergatehotel, wurde Armas wegen seiner Führungseigenschaften ausgewählt. In der Tat zeigten sich Castillos Führungseigenschaften bei Augapfel zu Augapfel Konfrontationen mit seinen Oberstkollegen nach Àrbenz Kapitulation.
Castillo Armas's vorrangige Aufgabe war es, Monate vor den militärischen Aktivitäten, einen psychologischen Sammelpunkt oder Blitzableiter für die préinvasive Propagandaoffensive darzustellen. Eine “Befreiungsarmee“ Radiokampagne begann am 01.mai.1954. Alle Anstrengungen wurden unternommen um sicher zu stellen, dass die guatemaltekische Regierung und Armee sich bewusst waren, dass jenseits der hondurenischen Grenze Castillo Armas eine CIA Armee drillte. Dies um Árbenz, Beziehung zu den Streitkräften zu unterminieren und ihre Einwilligung in seine Vertreibung wenn die Zeit zu Handeln kommt zu ermutigen. Die Radiosendungen waren durch kaum verhüllte Drohungen der US-Regierung gefüllt. John Peurifoy (er war kurz zuvor aus Griechenland zurückgekehrt, wo er das Wahlsystem ändern ließ um der rechtsradikalen Regierung unter Marshal Alexandros Papagos (1883-1955) in den Sattel zu helfen, später wird der fixe Jack nach Thailand versetzt werden und von einem Lastwagen im Fond seines Wagens zerquetscht werden.), der US-Botschafter wurde im oct.1953 bestellt, die Operation zu überwachen. Dem “Timemagazine“ erzählte er im jan.1954 die USA könnten gezwungen sein “Maßnahmen zu ergreifen um Guatemala davor zu bewahren in den Schoss des internationalen Kommunismus zu fallen.“ Peurifoy prahlte später dass die Planung der Vertreibung von Árbenz nur 45 Minuten gedauert hätte. Die guatemaltekischen Intervention war verdeckt, nicht geheim, der Unterschied liegt in Absicht und Methode: Verdeckte Operationen werden so geplant und ausgeführt, dass die Identität des Verursachers verborgen bleibt oder plausibel widerlegt werden kann. Sie unterscheiden sich von geheimen Operationen, darin, dass die Anstrengungen auf das Verbergen der Identität des Verursachers mehr Aufmerksamkeit gelegt wird, wie auf das Verbergen der Operation. Anstrengungen auf Geheimhaltung hätten darauf abgezielt, so zart vorzugehen, dass Beidem ausgewichen worden währe: Verantwortlichkeit und Wahrnehmung dass eine Intervention statt fand. Die Intervention in Guatemala, war im Gegenteil war darauf angelegt der Verantwortlichkeit auszuweichen, während der Welt wissen gelassen wurde, dass ein Regime das die USA herausfordert drastische Konsequenzen zu erleiden hat. Die CIA nannte die Operation: PBSUCCESS mit einem Hauptquartier in Opa Locka, Florida und einem Budget zwischen fünf und sieben Millionen US$. Richard Immerman zeigte auf, dass es sich bei PBSUCCESS um das erste CIA-Projekt mit eigener Infrastruktur und virtuell offenem Zugang zu Arbeitsgerät und Finanzierung handelte. PBSUCCESS beschäftigte ungefähr hundert CIA Angestellte und Fremdarbeiter. Der Dienst hatte auch Rekrutierungsleistungen auf der Gehaltsliste, meistens Söldner aus Guatemala und den zentralamerikanischen Nachbarschaft, besonders Nicaragua, Honduras und Panama ... Die US-Regierung flog Personal , Flugzeuge und andere Ausrüstung zum Franc´e Field einer abgelegenen Rollbahn in der Kanalzone .. von wo es verdeckt zu Oppositionslagern in Nicaragua und Honduras transportiert werden konnte ... Die Einheit erhielt ihre eigenen Kommunikationseinrichtung, Hilfspersonal, verdeckte Mitarbeiter, und besondere Ermächtigung zum Erhalt vertraulicher Finanzierung. Die Modulstruktur wurde Standard bei zukünftigen, unkonventionellen, militärischen oder paramilitärischen Kriegseinsätzen von der Schweinebuch bis zu den Geheimarmeen in Südostasien. Am 18.jun.1954 überquerte Castillo Armas die Grenze von Honduras nach Guatemala an der Spitze einer Armee von vielleicht höchsten 300 Mann. Obwohl gut bewaffnet mit Bren Maschinengewehren, Mörsern und selbst Flammenwerfern, hielt die ungebremste “Befreiungsarmee“ erst im Wallfahrtsort Esquipulas. In diesem Wallfahrtsort, welcher wegen ihres schwarzen Kreuzschreins bekannt ist, wartete die “Befreiungsarmee“, während der richtige Krieg durch US-Piloten und angeheuerten Söldnern geführt wurde. Zur Dämmerung am 18.jun.1954 tauchte ein Bombergruppe B-26 und drei P-47 Tranportflugzeuge über Guatemalastadt auf. Warf Flugblätter ab, schoss aus Bordwaffen und bombardierte. Die Ziele waren nach ihrem psychologischem Effekt gewählt worden: Exerzierplätze, Munitionslager, Öltanks. Einer der US - Piloten Jerry DeLarm erzählte später NBC's John Chancellor wie er die Ölreserven der Regierung weg blies denn schließlich war die politische Situation in der Luft und erforderte entschiedenes Handel - also das Hauptmunitionslager der Armee. Obwohl er nicht fähig war die guatemaltekische Armee zum Kämpfen zu bewegen, abgesehen von etwas planlosem Fliegerabwehrfeuer, hielt Árbenz sein prekäres Amt neun Tage. Castillo Armas blieb ungestört in Exquipulas, während US-Flugzeuge eine stete Abfolge von fürchterlichen Luftangriffen auf die Hauptstadt und den Hafen von San José flogen. In San José versenkten sie dabei einen Britischen Frachter “Springfjord”. Trotz des fehlenden Widersandes in der Luft erlitt die kleine “Befreiungsluftwaffe“ Abnutzung in den ersten Tagen der Operation, mit einige Flugzeugkollisionen bei der Landung. Einige Quellen geben an, sie seien abgeschossen worden, die "Befreier" gaben aber keine Verluste bekannt. Die CIA fragte nach Ersatz und verlangte eine Präsidentenentscheidung. In Nicaragua standen Flugzeuge der US-Luftwaffe bereit. Schnell die Kennzeichen verdeckt, waren die Flugzeuge bald in der Luft über Guatemalastadt und hielten der Druck aufrecht. Am 27.jun.1954 wurde Árbenz durch eine Militärjunta aus Hauptmännern ersetzt. Nach einem beachtlichen Waffenverdrehen. Botschafter Perrifoy nannte es ein Kopf zusammenschlagen. Peurifoy gewann die Zustimmung der Hauptmänner Castillo Armas zum neuen Leiter der Regierung zu machen. So kehrte am 03.jul.1954 Castillo Armas triumphal nach Guatemalastadt zurück. Und wie 1953 der Gen. Fozlollah Zahedi auf dem Rücken eines US-Panzers nach Teheran einritt, nach dem Mossadegh gestürzt war, so genoss Castillo Armas den Komfort von Peurifoy's Botschaftsflugzeug. Entscheidend war, dass sich die guatemaltekische Armee dazu entscheiden würde nicht zu kämpfen. Der Schachzug wurde Eisenhower in einem Bericht vom 20.jun.1954 erklärt : Alle Anstrengungen ... waren mehr auf die psychologischen Auswirkungen .... als auf militärische Stärke gerichtet. Obwohl Castillo Armas fähig war innerhalb kurzer Zeit eine beeindruckende sehr nachhaltige Militärmacht aufzubauen.
nach englischsprachig:
http://www.statecraft.org/chapter5.html
NON-STOP GOODWILL FLIGHT TO NICARAGUA Three wing B-36s, lead by Brigadier General John D. Ryan, 19th Air Division commander, and Colonel Clarence A. Neely, 7th Bomb Wing vice commander, took part in a United States "Goodwill Policy Flight", to Central America on 26 May. The aircraft were flown by Lieutenant Colonel Robert A. Bennett, 492nd Bomb Squadron, Major Leslie W. Brockwell, 436th Bomb Squadron, and Major Wesley L. Pendergraft, 9th Bomb Squadron. All three flew a low level flyover of Managua, Nicaragua, for the Nicaraguan Army Day Celebration. During low level, the bombers flew over the Nicaraguan cities of Granada, Managua, Leon, and Matagalpa. Following this, the bombers returned to Carswell landing on 27 May. Overall, the formation flew over 3,800 miles non-stop.
http://www.stern.de/politik/ausland/135676.html?eid=501298
mexicanische Tageszeitung zu Staatstreich in Guatemala:
spanischsprachig:
http://www.jornada.unam.mx/2004/ene04/040125/mas-roberto.html
Am 12.apr.1945 gab Franklin D. Roosevelt seine Löffel ab. Unter seinem Vizepräsidenten und Nachfolger im Amt Harry S. Truman wurde der CIA gegründet und allerlei andere Widerwärtigkeiten. Im jan.1953 wurde der Republikaner Gen. Dwight D. Eisenhower Präsident der USA, Regierungssprecher: Richard Nixon, Außenminister: John Foster Dulles, Chef des CIA sein Bruder Allen Dulles. Die Brüder Dulles wären als Anwälte der renommierten Anwaltspraxis „Sullivan & Cromwell“
http://en.wikipedia.org/wiki/Sullivan_&_Cromwell
seit Jahren die juristischen Vertreter der United Fruit. John Foster Dulles hatte selbst die schamlosen Guatemala Verträge von 1930 und 1936 für die UFC arrangiert. Auch in anderen Toppositionen der Regierung saßen Vertraute des Obstkonzerns. Der Verantwortliche für die Lateinamerikapolitik des State Department wurde John Moors Cabot, Bruder des Expräsidenten der UFC. UNO Delegierter sein Vetter John Cabot Lodge, ein Mehrheitsaktionär des Konzerns, und mit Anne Whitman saß die Frau des Public Relations Managers der Company als persönliche Sekretärin des Präsidenten im Vorzimmer zur Macht. Derart gut platziert gab UFC Präsident Kenneth Redmond die neue Devise aus. Von jetzt an handelt es sich nicht mehr um den Gegensatz zwischen dem Volk von Guatemala und der United Fruit Company, sondern um die Bedrohung, die. der Kommunismus für das Recht und Eigentum, das Leben und die Sicherheit ,der westlichen Hemisphäre darstellt. Der Kreuzzug war eröffnet." Selbst das Washingtoner Außenministerium hielt in einer geheimen Expertise den Einfluss der Kommunisten in Guatemala, für "relativ" unbedeutend" und riet dringend davon ab, in der Presse vorgebrachte Verdächtigungen, denen zufolge das mittelamerikanische Land als Basis für einen sowjetischen Überfall" auf den Panamakanal genutzt werde, ernstlich weiterzuverfolgen. Zum einen habe Guatemala gar keine Beziehungen zur UdSSR, oder anderen osteuropäischen Staaten, zum anderen liege es rund, 800 Kilometer vom Kanal entfernt, seine Luftwaffe sei kaum einsatzfähig, und sie verfüge allenfalls über eine Reichweite von 300 Kilometern. Doch was bedeuteten Sachargumente einer Regierung, die sich für den Kreuzzug gegen den Kommunismus berufen fühlte. Eisenhower hatte im Wahlkampfjahr 1952 dem amtierenden Präsidenten Truman allen Ernstes vorgeworfen, „zu nachsichtig gegenüber dem Kommunisten“ zu sein. John Forster Dulles erklärte zu gleicher Zeit, mit ihm als, Außenminister werde "der Eiserne Vorhang" in Osteuropa zurückgerollt". und sein Bruder Allen, tönte, wenn in einem weiteren Land die "kommunistische Gefahr“ drohe, werde er als CIA Chef „nicht erst auf gedruckte Einladungen zum Eingreifen und Handeln warten“. Am 31. März 1953 schrieb Präsidentenberater Adolf Berle an Eisenhower in einem Memorandum zum Vorgehen in Guatemala: „Wir haben mehrere Möglichkeiten:
1. die direkte Intervention (ist in diesem Fall nur im Extremfall ratsam, wegen der großen Schwierigkeiten, die sie auf dem Kontinent verursachen würde;
2. Organisierung einer Gegenbewegung mit Stützpunkten in den Nachbarländern ... diese Art der Aktion ist langsamer, weniger aufsehenerregend, aber viel umfassender.“
Es ist den US Autoren Stephen Schlesinger und Stephen Kinzer zu danken, die in jahrelangen Recherchen Hintergründe der „Operation Guatemala“ aufhellten, dass Einzelheiten dieser Intervention bekannt wurden. Ihr Buch „Bitter Fruit, The untold Story of the American Coup in Guatemala“, 1982 in New York erschienen, widmeten sie dem guatemaltekischen Volk.
Anfang August 1953 fasste der Nationale Sicherheitsrat der Vereinigten Staaten den Entschluss zum Sturz der demokratischen Regierung von Guatemala.
Zum Befehlshaber der Operation ernannte man Frank Wisner, den Operationschef des Geheimdienstes CIA. Dessen erste Personalentscheidung war die Ernennung von Colonel Albert Haney zum militärischen Kommandeur des Unternehmens.
Drei Monate später war der Angriffsplan fertig. Haney schlug vor, Anfang 1953 die Operation mit kleinen Terroranschlägen zu beginnen und ein halbes Jahr später nach immer größeren Militäraktionen den Sturz mit einer regelrechten Invasion herbeizuführen. Die Kosten veranschlagte er mit etwa 4,5 Millionen. Dollar, inbegriffen die Bereitstellung von einem Dutzend Kriegsschiffen, U-Booten, Luftlandetruppen, einem Geschwader C 47 Transportflugzeugen sowie einer Hubschrauberstaffel. Der Plan stieß innerhalb des Geheimdienstes auf Widerstand So gab der Operationschef der CIA für die westliche Hemisphäre, J. C. King, zu bedenken: „Er (Haney) wird in Mittelamerika ein Bürgerkrieg auslösen. Wollen wir einen zweiten Koreakrieg vor unserer, Haustür?" Statt dessen schlug er vor, alles auf die "leise Tour“ zu regeln. Doch Frank Wisner entgegnete ihm: "J. C., u diese Tour auszuprobieren, hatten Sie vier Jahre Zeit. Jetzt ist die Lage schlimmer denn je." Nun, da der Ausführung des Planes keine Hindernisse mehr im Wege standen, schritt Haney zum nächsten Punkt. Er versicherte sich der Unterstützung des nikaraguanischen Diktators Somoza dessen Land er als Ausbildungs und Nachschubbasis benötigte. Im Februar 1954 richtete die CIA auf Somozas Farm „El Tamarindo“ ein Ausbildungslager ein, ein weiteres auf der Insel Momotombito im Managuasee. Die, Piloten erhielten in Puerto Cabeza an der Atlantikküste, in der Nähe der nikaraguanisch hondurenischen Grenze, ihre Einweisung. Eigens zur Versorgung der Söldnerarmee gründete die CIA eine Waffenfirma, die „International Armaments Corporation" deren Leitung Samuel Cummings, einem Vertrauten des Geheimdienstes, übertragen wurde. Er kaufte zunächst für 100.000 Dollar Gewehre, Maschinenpistolen und Granatwerfer, die über eine Tarnfirma in der Panama Kanalzone in die Ausbildungslager gebracht wurden. Im letzten Stadium der Vorbereitungen musste die CIA noch ein verzwicktes , Problem lösen die Wahl des Söldnerführers. Ihr Chef Allen Dulles hatte die Auswahlkriterien klar benannt. Der Kandidat sollte kein, militärisches Genie sein, wohl aber ein Mann, der eine guten Partner für die United Fruit abgab'. Keinesfalls sollte er die Handlungsfreiheit des Konzerns in irgendeiner Weise beeinträchtigen. Am besten, so befand er" sollte sich der Obstkonzern seinen künftigen Mann, in Guatemala gleich selbst wählen. Der erste Auserwählte war Gen. Ydigoras Fuentes. Seit der Wahlschlappe gegen Árbenz lebte er in EI Salvador, wo ihn das Angebot erreichte. "Ein ehemaliger leitender Mann der United Fruit Company, jetzt im Ruhestand lebend, Mr. Walter Trunbull, suchte mich auf erinnerte sich der General später in seinen Memoiren mit dem markigen Titel „Mein Kampf mit dem Kommunismus“. Der ehemalige leitende Mann wurde begleitet "von zwei Herren, die er nur als Agenten der CIA vorstellte ... Sie sagten; ich sei doch in Guatemala bekannt und sie wollten beim Sturz von Árbenz mithelfen.“ Doch die Besucher stellten auch Bedingungen: „Unter anderem sollte ich versprechen, die United Fruit Company und die „International Railways of Central America“ zu begünstigen, die Eisenbahnergewerkschaften aufzulösen, auf, Ansprüche an Großbritannien wegen des Gebietes von Belize zu verzichten, ein strenges Regime im Stile Ubicos zu führen ... außerdem sollte ich alles in das Unternehmen (zum Sturz der Regierung Árbenz Hannes Bahrmann Autor des Buches „Piraten der Karibik“) investierte Geld zurückzahlen aufgrund von Rechnungen, die man mir später präsentieren wollte. Der General befand die Konditionen für unwürdig und verzichtete. Der nächste Kandidat war der Kaffeepflanzer Juan Córdova Cerna, der dem Obstkonzern lange Jahre als Berater gedient hatte. Als er schwer erkrankte, empfahl er seinen Freund Oberst Castillo Armas, der 1950 eine Revolte gegen die Regierung Arévalo angezettelt hatte, dafür zum Tode verurteilt worden war, später aber unter mysteriösen seriösen Umständen aus der Todeszelle hatte fliehen können. In Honduras schlug er, sich zunächst als Möbelverkäufer durch, ehe er Verbindungen zum Diktator der Dominikanischen Republik, Rafael Trujillo, aufnahm. Der Bestätigung von Armas zum Söldnerführer folgten intensive Verhandlungen mit der UFC, die sich bereit erklärte, Waffen zu liefern, wenn Armas nach dem Sieg dem Konzern alle früheren Privilegien und vor allem den enteigneten Boden wieder zurückgab. Schnell wurde man sich handelseinig. Als der Befehlshaber, der militärische Kommandeur und der, Anführer der Hilfstruppen des Unternehmens gefunden waren.` fehlte noch derjenige, der die Vorbereitungen der Operation vor Ort koordinierte. Der geeignete Posten für diese Aufgabe war zweifellos der Botschafter der USA. Botschafter war Rudolf Schoenfeld, ein ruhiger Berufsdiplomat, mit ausgezeichneten Manieren seinen Dienst, mit dem Ziel, korrekte Beziehungen zur Regierung Árbenz, zu unterhalten. Das Brüderpaar Dulles verständigte sich, und schon kurze Zeit später machte sich Frank Wisner auf die Suche nach einem geeigneten Mann. Er fand ihn rasch, und noch vor Weihnachten 1953 , traf der neue Botschafter mit der Linienmaschine aus New, York auf dem Flughafen „La Aurora" in der guatemaltekischen Hauptstadt ein: John E. Peurifoy, genannt der «fixe Jack". Durch sein skandalöses Verhalten als Botschafter in Griechenland hatte er sich für diese Aufgabe nachhaltig empfohlen, als er dort mithalf, eine Linksentwicklung zu verhindern und dafür von den Partisanen den Namen „der Schlächter von Griechenland“ erhielt. Geboren 1907 in South Carolina. Nach Abbruch der Militärakademie von West Point arbeitete er als Hauslehrer, Versicherungsagent und schließlich als Liftboy im Gebäude des US Senats. Zu Seinem Job gehörte es auch, die Bürgersteige im Stadtteil Georgetown zu fegen. Es gelang ihm mit Hilfe des Senators seines Heimatstaates, einen Arbeitsvertrag im US Außenministerium zu, erhalten. Dort machte er, dank seiner Ellbogenmentalität rasch Karriere. Am Ende des zweiten Weltkrieges war Peurifoy bereits Abteilungsleiter, zuständig für Sicherheitsangelegenheiten. Mehrere schmutzige Handlangerdienste für den "Ausschuss für unamerikanisches Verhalten" unter Vorsitz von Senator McCarthy verschafften ihm schließlich gar den Posten eines Unterstaatssekretärs und damit die Verantwortung über die gesamte Personalpolitik des State Departments. Als ihm Frank Wisner in der CIA Zentrale in Langley den Job in Guatemala anbot, war der Kandidat begeistert. Sein Vorgänger Schoenfeld wurde kurzerhand nach Kolumbien versetzt.
Schon kurz nach seiner Ankunft machte der "fixe Jack" seinen neuen Gastgebern klar, dass er kein Mann diplomatischer Rücksichten war. Ob er nicht wisse, dass die Agrarreform auch in China eingeführt worden sei und China bekanntermaßen kommunistisch sei, herrschte er Außenminister Dr. Raul Osegüeda an, Auf dessen Antwort, er sei keineswegs Kommunist, entgegnete Peurifoy drohend, er wisse das besser, schließlich habe er ihn zusammen mit Kommunisten in einer Zeitschrift abgebildet gesehen! Ähnlich benahm sich der neue Botschafter bei einer Begegnung mit dem Präsidenten, nach der er eilends nach Washington telegrafierte, dass „normale Maßnahmen in Guatemala wahrscheinlich nicht greifen“. Und er schloss seinen Appell mit den ungelenk dramatischen Worten. "Die Kerze brennt langsam, aber sicher herunter, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die umfangreichen amerikanischen Interessen, völlig hinausgedrängt werden." Nachdem das Personal komplettiert worden war, begann die "heiße" Phase des Projekts, ein ausgefeiltes Destabilisierungsgramm von der wirtschaftlichen Erpressung über den politische Druck bis zum bewaffneten Überfall. Vorbereitetet von einer breit angelegten Diskreditierungskampagne, die auf Kosten der United Fruit in den Medien der USA und Lateinamerikas geführt wurde, begann im März 1954 die politische Isolierung der Árbenz Regierung in Lateinamerika. Hierfür missbrauchten die USA nicht zum ersten und nicht zum letzten Mal die Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS). Auf ihrer 10. Jahrestagung in Caracas sprach man nicht wie ursprünglich angekündigt über wirtschaftliche Entwicklung in Region, das dominierende Thema wurde auf Druck der" US Delegation die „kommunistische Gefahr in Guatemala" Die über die demokratische Regierung Árbenz zu Gericht saßen, stellten eine Auslese der widerwärtigsten Diktatoren dar, die allesamt von den USA in den Sattel gehoben worden waren und nun Ihre Dankesschuld abzutragen hatten: Anastasio Somoza Nikaragua, Rafael Trujillo aus der Dominikanischen Republik, Oscar Osorio aus EI Salvador, Manuel Galvez aus Honduras (ein ehemaliger Prokurist der UFC), Fulgencio Batista aus Kuba, die Diktatoren Perus Manuel Ordria Kolumbiens Gustavo Rojas Pinilla, sowie des Gastgeberlandes Venezuela, Pérez Jiménez. Sie alle klatschten frenetisch Beifall., als John Forster Dulles die Annahme einer Resolution empfahl, in der es hieß, dass „die Beherrschung oder Kontrolle der politischen Institutionen irgend eines amerikanischen Staates durch den internationalen Kommunismus, der das politische System einer außerkontinentalen Macht auf diese Hemisphäre ausdehnt, eine Bedrohung der Souveränität und der politischen Unabhängigkeit der amerikanischen Staaten darstellen würde“. Nicht alle Delegierter waren zur Annahme bereit. So rief der bolivianische Vertreter empört: „Unsere Völker erwarten etwas mehr als eine neue Art der Bekämpfung des Kommunismus, und zwar geeignete Maßnahmen, die zur Hebung des Lebensstandards der Bevölkerung und im Interesse des Fortschritts dienlich sind." Er und weitere Opponenten erhielten darauf eine „Sonderbehandlung“: Dem Außenminister Boliviens drohten Dulles’ Diplomaten mit der Sperrung eines 14 Millionen Dollar Kredits, dem Vertreter Ekuadors machten sie klar, dass die Vereinigten Staaten im Weigerungsfall keinesfalls die zugesagten acht Millionen Dollar für die Erweiterung des Straßennetzes ausreichen könnten. Mit dem Außenminister Guatemalas redete kein US Vertreter, seiner Gegenstimme waren sie sicher. „Was ist der Grund für die Verleumdungskampagne?" fragte Außenminister Toriello die Anwesenden. "Was. ist der wirkliche Grund dafür, dass man unsere Regierung als kommunistisch hinstellt? Aus welcher Quelle kommt der Vorwurf, wir bedrohten die kontinentale Solidarität und Sicherheit? Warum will man in Guatemala intervenieren? Die Antworten sind einfach und liegen auf der Hand. Der Plan der nationalen Befreiung, von meiner Regierung mit Entschlossenheit durchgeführt, berührte die Privilegien der ausländischen Unternehmen, die den Fortschritt und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes behindern ... Wir betrachten diese Resolution lediglich als Vorwand für eine Einmischung in unsere inneren Angelegenheiten. Man wollte ein passendes Mittel finden, um die wirtschaftliche Abhängigkeit der amerikanischen Republiken aufrechtzuerhalten und die legitimen Wünsche ihrer Völker zu unterdrücken, indem man jede Manifestation des Nationalismus oder der wirtschaftlichen Unabhängigkeit, jedes Verlangen nach sozialem Fortschritt jede intellektuelle Wissbegierde und jedes Interesse für progressive und liberale Reformen als „Kommunismus“ abstempelte.“ Am Ende bekam Dulles wie erwartet seine Resolution mit 17 Ja Stimmen, 2 Enthaltungen (Argentinien und Mexiko) und der Gegenstimme Guatemalas programmgemäß durch. Die “Resolution von Caracas“ diente fortan als diplomatischer Rauchvorhang, hinter dem die weitere Einmischung der internationalen Bewertung entzogen wurde.
Nun galt es, die Lage ständig zu verschärfen und den aufgebrochenen Konflikt dauerhaft am Kochen zu halten. Treue Gefolgsleute mussten an die Front. Besonders überzeugte Somoza in seiner Rolle, als er im Mai 1954 mit zornbebender Stimme mitteilte " man habe in Managua „ein geheimes sowjetisches Waffenlager ausgehoben! Gefunden worden seien Gewehre, Maschinenpistolen, Handgranaten, „versehen mit Hammer und Sichel“ Sorgfältig von der CIA instruiert, wies , der, honduranische Präsident zwei guatemaltekische Konsuln mit der Begründung aus, sie hätten einen Streik gegen die United Fruit organisieren wollen. Es war Präsident Eisenhower persönlich vorbehalten, allen Ernstes zu behaupten, Guatemala strecke „seine marxistischen Fühler“ nach EI Salvador aus. „Sie versuchen ihren Einfluss auszudehnen, als erste Stufe, um von dort aus, andere südamerikanische, Länder zu erfassen.“ Angesichts. derartiger „Bedrohungen“ mutete es nur natürlich an, wenn Außenminister Dulles mit den Regierungen von Nikaragua und Honduras „Sicherheitsverträge abschloss, die massive, Waffenlieferungen, zur Folge hatten. Kaum waren die Verträge unterzeichnet, da schwebten schon die „Globemaster“ Transportflugzeuge mit vielen Tonnen Waffen ein, die ohne Umschweife direkt an die Söldnertruppen von Oberst, Armas verteilt wurden. Um der Gegenseite ihrerseits die Möglichkeit zur Waffenbeschaffung zu nehmen (ohnehin hatte Washington Ende der vierziger Jahre bereits ein totales Embargo verhängt), wurde die Karibik zur Sperrzone erklärt, wies Eisenhower die US Navy an, „verdächtige, unter fremder Flagge fahrende Schiffe auf hoher See vor der Küste Guatemalas zu stoppen und ihre Ladung, zu untersuchen“. Dieser Schritt war ein eindeutiger Bruch des Völkerrechts, doch es sollte nicht der letzte in dieser Affäre sein. Anfang Juni deckte die guatemaltekische Polizei ein Komplott gegen die Regierung auf, und die verhängte daraufhin den Notstand über das Land, eine Maßnahme, die schon zur Zeit von Präsident Arévalo nicht weniger als dreizehnmal angewandt worden war, Prompt jedoch „informierte“ US Außenminister Dulles :die Weltöffentlichkeit, in Guatemala, sei etwas wie ein Terrorregime im Gange“, und er fügte hinzu: „Ich zweifle nicht daran, dass die große Mehrheit des, guatemaltekischen Volkes den Wunsch und auch die Kraft hat, im eigenen Haus aufzuräumen.“ Deutlicher konnte man nicht zum Putsch aufrufen! Die Operation der CIA trat nun in ihre Endphase ein. Noch ,einmal kurbelte der Geheimdienst seinen Desinformationsapparat an, um einer mit Sicherheit einsetzenden internationalen Protestbewegung die Spitze zu nehmen. 100.000 Exemplare einer Broschüre, genannt „Chronologie des Kommunismus in Guatemala“ wurden in Lateinamerika verteilt, ebenso 27.000 Poster und Cartoon-Serien zum gleichen Thema. Die "United States Information Agency" (USIA), die Propagandaagentur Washingtons, stellte rechtzeitig drei Filme fertig und verlieh sie kostenlos in alle Länder der Region. Zudem begann ein wirkungsvoller Ätherkrieg. Von Nikaragua aus sendete ein Kurzwellensender, die „Stimme der Befreiung" deren Sprecher pausenlos versicherten, sie säßen, "irgendwo in, Guatemala“. Im Morgengrauen des 17. Juni 1954 auf den Tag genau zwei, Jahre nach Verabschiedung des Dekrets über die Bodenreform begann die Invasion. Die Bereitstellungsräume lagen bei Ocotepeque (für den Südabschnitt), nahe der Ruinenstadt Copán (für den Zentralabschnitt und in der Sierra de Merendón (für den nördlichen Frontabschnitt). Der Hauptstoß zielte auf die Metropole. Die Angreifer marschierten, an drei Dutzend Stellen gleichzeitig westwärts. "Die längst fällige Entscheidung ist da", schrieb die "New York Times". Die Regierung Árbenz rief den UN Sicherheitsrat an, wo der US-Delegierte empört aufsprang und erklärte: "In Guatemala findet keine Intervention statt, Guatemala wird auch nicht bombardiert. Eine Revolution, eine antikommunistische Revolutionen, ist ausgebrochen ...“ Die Söldnerarmee ließ unterdessen kaum eine Chance aus, sich nach allen. Regeln der Kunst zu blamieren. Innere Rivalitäten, stümperhafte Planung und eine tölpelhafte Ausführung ließen den Angriff bald Ins Stocken geraten. Da es ihr zudem nicht gelang, die Streitkräfte auf ihre Seite zu ziehen, beruhigte sich die Lage wieder. Dies ließ den zögerlichen Árbenz endgültig zur Auffassung kommen, dass eine Volksbewaffnung derzeit ebenso wenig Opportun war wie Massenveranstaltungen zur Unterstützung der Demokratie. Er war ein Bürger geblieben, ihn schreckte der Gedanke an eine Volksherrschaft, er setzte vielmehr auf internationale Vermittlung, um den Konflikt zu lösen.
Da ließ Colonel Haney, der militärische Kopf des Unternehmens, am 25.jun.1954 die Bomber aufsteigen. Der UN Sicherheitsrat debattierte wieder einmal die Lage, da griffen die Bomber die guatemaltekische Hauptstadt an. Außenminister Toriello setzte ein allerletztes Schreiben an seinen amerikanischen Kollegen auf: "Wir sind davon unterrichtet, dass von heute bis Sonntag solche Piratenflugzeuge die Hauptstadt unserer Republik massiv bombardieren werden, da es Guatemala an modernen. Maschinen fehlt, um sie abwehren zu können, als Folge des seit mehreren Jahren bestehenden US Verkaufsverbotes für Flugzeuge. Dieser Umstand macht es unmöglich, uns gegen moderne Bomber und Jäger zu verteidigen, welche die angreifenden Söldnerkräfte besitzen.“ In einem verzweifelten Schritt wollte der Präsident nun doch noch Waffen an die Volksorganisationen und politischen Parteien verteilen, doch da stand die Armee bereits nicht mehr hinter ihm und verweigerte dem Präsidenten die Gefolgschaft. Tief getroffen gab er auf. In einer Radioübertragung sagte Árbenz zum Abschied. „Freunde, Arbeiter, Bauern, Patrioten, Volk von Guatemala: Guatemala erduldet eine sehr schwere Prüfung. Seit zwei Wochen wird gegen Guatemala ein grausamer Krieg geführt. Die United Fruit ist in Zusammenarbeit mit führenden Kreisen der Vereinigten Staaten für das verantwortlich, was uns jetzt widerfährt ... In wessen Namen haben sie diese barbarischen Gewaltakte aus führt? Unter welchem Banner kämpfen sie? Wir wissen es se wohl. Sie benutzen als Vorwand den Antikommunismus. Die Wahrheit sieht ganz anders aus. Die Wahrheit ist in den finanziellen Interessen der Fruit, Company und der anderen US Monopole zu suchen, die viel Geld in Lateinamerika investiert haben und fürchten, das Beispiel Guatemala könnte in anderen Ländern, Schule machen." Danach ging der Präsident über die Straße zur mexikanische Botschaft, wo er um politisches Asyl bat. Obwohl in seinen drei Amtsjahren mehr als 40 Putschversuche gegen ihn gescheitert waren und das Kommende schon klar erkennen ließen, hatte Árbenz seine inneren und äußeren Feind unterschätzt. Sein Glaube an die Verfassungstreue der Streitkräfte erwies sich als folgenschwere Illusion.
Derweil begann in Guatemala das große Morden und die Verfolgung aller demokratischen Kräfte. Sämtliche Gesetze und Verfügungen aus der Árbenz Zeit wurden annulliert, Indios von ihren Feldern, die sie im Zuge der Agrarreform erhalten hatten, verjagt, alle linken Parteien und Organisationen verboten. Die von der CIA geschaffenen „Komitees zur Abwehr des Kommunismus“, Todesschwadronen, erfassten bis zum November 1954 insgesamt 72.000 „verdächtige Subjekte“. In den ersten drei Jahren nach dem CIA Putsch wurden, 9.000 Menschen umgebracht. Bis heute beläuft sich die Mordbilanz auf über hunderttausend Opfer. Mit einem Schlag löste die Diktatur 553 Einzelgewerkschaften und Dachverbände auf. Dreiviertel der erwachsenen Guatemalteken entzog man das Wahlrecht, indem Analphabeten aus den Wahllisten gestrichen wurden. Der alte Geheimdienstchef des Diktators Ubico kehrte in sein Amt zurück, und "subversive Bücher», wie die Werke Dostojewskis, Victor Hugos „Die Elenden" oder Romane des guatemaltekischen Nobelpreisträgers Miguel Angel Asturias, landeten auf dem Scheiterhaufen.
Es war ein kleines, laienhaft verfasstes Gedicht der Ehefrau des „fixen Jack" Betty Jane Peurifoy, veröffentlicht in einem, Provinzblatt ihres Heimatstaates, das ihren Aufenthalt vorzeitig beenden sollte:
Singt des Quetzals frohe Lieder, Denn der Friede kehrte heim.
Im Palast die mächt` ge Junta
wird sein Hüter sein.
Alle Kommunisten flohen, die uns einst erschreckt;
Haben jetzt die Flucht ergriffen, sich in Mexiko versteckt.
Und der tapfre Peurifoy
ist nun wieder optimistisch,
Denn das schöne Guatemala
nicht mehr kommunistisch!
Angesichts wachsender Kritik aus dem Lager der westeuropäischen Verbündeten erschien diese Art von Offenherzigkeit reichlich deplaziert. Großbritanniens Labourführer Attlee zeigte sich schockiert "über die Freude und Zustimmung ... angesichts Erfolgs des Putsches».
Jack Peurifoy und seine poetisch veranlagte Ehefrau wurden nach Thailand versetzt, wo der "fixe Jack" im Jahr darauf vor einem Lastwagen im Fond seines Wagens zerquetscht wurde.
Den gestürzten Präsidenten führte ein unstetes Emigrantendasein um den halben Erdball, ehe man 1971 seine Leiche in der Badewanne eines Hotels in Mexiko Stadt auffand.
Der Befehlshaber der CIA Operation in Guatemala, Frank Wisner, nahm sich in den 1960er Jahren das Leben.
Ein weiterer prominenter Akteur der damalige Vizeaußenminister Walter Bedell Smith, erhielt zur Belohnung den Posten der Aufsichtsratsvorsitzenden der United Fruit, doch das brachte ihm kein Glück. Der Konzern war mit dem Coup zu sehr in die Schlagzeilen geraten und mit einer Klage beim Bundesgericht in New Orleans wegen Verletzung des Antitrustgesetzes belegt worden.
In der Begründung der Anklageeröffnung schrieb der damaligen Justizminister der Vereinigten Staaten, Brownell: „Die Uni Fruit Company hat sich durch den Erwerb allen Bodens, auf d in Mittel- und Südamerika Bananen, gedeihen, eine Monopolstellung auf dem Markt geschaffen. Sie eroberte die Kontrolle über alle Hafenanlagen und Verbindungswege, die für den Bananentransport in Frage kamen. Sie schaltete mit legalen und illegale Mitteln jegliche Konkurrenz aus, und sie machte ihre Kundschaft in den USA durch die Drohung von sich abhängig, sie werde nicht liefern, wenn man ihre Bedingungen nicht akzeptiere.“
UFC Anwalt Thomas Corcoran bemerkte zu den Anschuldigungen verbittert: „Dulles ließ das Verfahren nur zu, um zu beweisen, dass, er nichts mit der Company zu tun hatte."
Im Urteil von 1958 wurde die United Fruit gezwungen, einen Teil ihrer Geschäfte in Guatemala an einheimische Firmen abzutreten und ihre Besitzrechte auf die Eisenbahnlinien aufzugeben.
1972 verkaufte sie ihren letzten Bodenbesitz in Guatemala. Nun brach der Konzern schrittweise zusammen.
Für viele Lateinamerikaner wurden die Ereignisse zur bitteren Lektion, so auch für einen jungen Argentinier. Der 25jährige Ernesto "Che" Guevara war nach Guatemala gekommen, um vor Ort das Experiment der sozialen Reformen zu verfolgen.
Als die CIA Bomber Guatemala Stadt angriffen, meldete er sich freiwillig zum Kampfeinsatz, um bei der Verteidigung der Demokratie zu helfen, doch die Armee wies ihn zurück. Er rettete sich in die argentinische Botschaft, von wo aus weiter nach Mexiko zog. Dort traf er den jungen kubanische Rechtsanwalt Fidel Castro, der nach dem Aufstand gegen de n Diktator Batista erneut Getreue um sich scharte. „Guatemala war es“, sagte später Ches erste Frau Milde, das ihn von der Notwendigkeit des bewaffneten Kampfes überzeugte, und davon, dass man gegen den Imperialismus die Initiative ergreife muss."
National Security Archive Electronic Briefing Book No. 4
CIA and Assassinations:
The Guatemala 1954 Documents
by Kate Doyle and Peter Kornbluh:
englischsprachig:
http://www.gwu.edu/~nsarchiv/NSAEBB/NSAEBB4/index.html
[POLIZEIHILFE]
Der Despot Ubico bekommt zum Geburtstag am 10.nov.1933, für seine Polizei 50 Sachs- Motorräder und 19 Mercedes Dieselkraftwagen von Töpke & Gerlach.
Anfang 1986 übernahm Präsident Vinicio Cerezo die Regierung in Guatemala. Mitte April war Innenminister Juan Jose Rodil Peralta in Bonn. In einer Pressekonferenz erklärte dieser öffentlich den Wunsch der Regierung von Guatemala nach Polizeihilfe aus der Bundesrepublik.
Im Sommer 1986 war eine Delegation des BMI in Guatemala, um diesen Wunsch zu evaluieren.
Die Bundesregierung zeigte sich von ihrer spendabelsten Seite und ließ den Parteifreunden von 1986 bis 1990 insgesamt 292,6 Millionen DM Entwicklungshilfegelder zukommen. Darunter waren 10,6 Millionen DM für Polizeihilfe. Dabei galt und gilt die Nationalpolizei als unfähiger, gewalttätiger und korrupter Haufen, der nach der Pfeife der Militärs tanzt. Ihre Hauptfunktion bestand bis zur Unterzeichnung des Friedensvertrages darin, die städtische Opposition niederzuhalten. Die Armee übernahm dieselbe Aufgabe auf dem Land. Infolgedessen hielten die Menschenrechtsverletzungen auf einem Niveau von 300 bis 500 politischen Morden und etwa 100 Fällen von "Verschwindenlassen" pro Jahr an. Die uniformierten Täter gingen straffrei aus. Die neugegründeten Basisbewegungen blieben im Visier der Sicherheitskräfte.
Der Plan sah vor, 5 Millionen DM für die Ausstattung der guatemaltekischen Polizei (Funkstreifenwagen, Motorräder, Funkgeräte etc.) und 4 Millionen DM für die Ausbildung von Polizeikräften, zur Verfügung zu stellen. Am 22.sep.1986 Übergab der Staatssekretär im BMI, Herr Spranger, in Guatemala zwei Polizeifahrzeuge. Am 25.9.1986 verkündete er vor der deutschen Presse, dass die Polizeihilfe noch 1986 ausgezahlt werde und auch EDV Geräte in der Lieferung eingeschlossen seien, Im Oktober 1986 wurde im BMZ der Plan dahin korrigiert, dass für. die Ausbildung der Polizei 5,6 Millionen DM . zur Verfügung gestellt werden., Am 11.2.1987 werden in Guatemala 55 Funkstreifenwagen, 60 BMW Motorräder, 5 Autobusse und mehrere, Funkgeräte an die guatemaltekische Nationalpolizei übergeben. Im Mai: 1987 bereisen neun leitende Polizeibeamte, auch der Polizeichef Enrique Caballeros, für 14 Tage die Bundesrepublik Seit Juni. 1987 sind 23 Polizeimitarbeiter zu Ausbildungszwecken. in der Bundesrepublik. Sie werden hier noch bis Oktober 1989 sein.
01.oct.1982 Bundeskohl
04.oct.1982 bis 18.jan.1991 Carl-Dieter Spranger Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern;
18.jan.1991 bis 26.oct.1998 Carl-Dieter Spranger Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Oberst Julio Enrique Caballeros Signé, Director de la Policía Nacional
http://shr.aaas.org/guatemala/ceh/mds/spanish/cap2/vol1/intel.html#Ref61
Spranger übergab persönlich dem Armeeoberst Caballero die quasimilitärische Ausrüstungshilfe, über den gerade in einem Interview mit der Zeitung Prensa Latina zu lesen war, was er alles so getan hatte und machte. Caballeros war Mitglied des militärischen Geheimdienstes gewesen und wurde trainiert zum Spezialisten in sogenannter »Aufstandsbekämpfung«, der Tausende von guatemaltekischen Kleinbauern zum Opfer gefallen waren. Am 10.mrz.1987 meldete das Fernsehmagazin Monitor in einer Sendung, dass Caballeros persönlich an Massakern beteiligt gewesen sei. Das forderte natürlich den Leiter des Lateinamerika-Referates im BMZ, Herrn Schweiger, zu Erklärungen heraus, die er später noch bereuen sollte: »Caballeros habe sich zur Zeit des Massakers im Ausland befunden, man könne sich darauf verlassen, dies sei eine gesicherte Information«. In der folgenden Innenausschusssitzung des Bundestages vom 15.jun.1987 stellte sich dann heraus, dass die Bundesregierung nicht wusste, wer Empfänger dieser Hilfe gewesen war, und Schweiger – dem man inzwischen bewiesen hatte, dass Caballeros keineswegs im Ausland, sondern persönlich am Tatort des Massakers sich befunden hatte ,- klagte vernehmlich darüber, nicht "korrekt informiert" worden zu sein. "Quelle sei die Botschaft" gewesen. Eben jener Botschafter Bensch, der keine Menschenrechtsverletzung kannte. – Vor einer solchen Polizei fliehen die Menschen. Sie lebten nun versteckt in den schwer zugänglichen Gebieten der tropischen Wälder und Bergregionen Guatemalas.
Dem Chef der Nationalpolizei, Oberst Caballeros, wurde nicht nur die Beteiligung an Massakern während des Bürgerkriegs vorgeworfen, er selbst hatte in einem Interview unumwunden erklärt, er betrachte die Polizei als "erste Frontlinie in der Bekämpfung der Subversion". Auch im Bundestag gab es Vorbehalte: Im November 1986 beschloss der Haushaltsausschuss einstimmig, dass außer zur Drogenbekämpfung künftig keine Polizeihilfe mehr aus dem BMZ-Etat finanziert werden dürfe.
„In der laufenden Legislaturperiode wurde dieser Beschluss wieder aufgehoben - und das ist gut so. Denn deutsche Polizeihilfe wurde und wird von anderen Ressorts wie eh und je gewährt, und es wäre nicht das Schlechteste, wenn diese Hilfe eine entwicklungspolitische Ausrichtung bekäme.“
http://www.inwent.org/E+Z/1997-2002/ez202-2.htm
[Puntos Cardinales]
nach dem Wahlbetrug 1974 von Kjell E. Laugerud García, stellte sich die Frage, wohin mit dem aufstrebenden Talent Montt:
nach Norden (USA), von da kam 1899 die United Fruit Company.
nach Osten (Honduras), von da kam Oberst Carlos Castillo Armas mit seiner Truppe aus Söldnern und Vaterlandverkäufern dem "Ejército de Liberación Nacional"
nach Süden (El Salvador), von da kam 1822 Gen. Vicente Filísola mit der "División Protectora Mexicana und 1827 Gen. Francisco Morazán
nach Westen (Mexiko), von da kam 1523 Pedro de Alvarado mit mexicanischen Hilfstruppen und 1871 die Reforma Liberal
Über den großen Teich zu Franco, von da kam 1523 Hernan Cortés, aber das dauert mindestens eine Amtsperiode.
[REFORMA LIBERAL]
Die Clique ging nach Mexiko, rüstete sich dort mit Waffen aus, kam nach Guatemala, übernahm die Regierung, erlies die Gesetze welche das Gemeindeland der Indigenas enteignete vertrieb die Jesuiten beschlagnahmte das Kirchenvermögen, schuf also die Vorraussetzungen für den ausgedehnten profitablen Kaffeeanbau. Das war das politische Projekt der Cafetaleros und wenn Kaffee in den Monografien der Präsidenten Guatemalas nicht dargestellt wird, ist zu vermuten, dass aus dem Projekt der Cafetaleros ein nationales Projekt geklittert werden soll.
[REMHI ]
24.apr.1998 Der Menschenrechtsbericht der katholischen Organisation REMHI über die Zeit des Bürgerkriegs "Guatemala: Nunca más" erscheint. Zwei Tage später wird Weihbischof Juan Gerardi Conadera, der den Bericht vorstellte, ermordet.
englischsprachig:
National Security Archive Electronic Briefing Book No. 25:
Colonel Byron Disrael Lima Estrada:
Alleged Mastermind behind the Murder of
Bishop Juan Jose Gerardi of Guatemala
http://www.gwu.edu/~nsarchiv/NSAEBB/NSAEBB25/
spanischsprachig:
http://www.prensalibre.com/pl/2005/marzo/23/index.html
Der Bericht des interdiözesanen Projektes der Guatemaltekischen Bischofskonferenz: “Wiedergewinnung der geschichtlichen Wahrheit“ (REMHI) kann in der deutschen Version von:
http://www.odhag.org.gt/INFREMHI/DEUTSCH1.ZIP
heruntergeladen werden.
Die soziale Makrostruktur dieses Ausbeutungssystems war ein feudales Lehnswesen. Dieses Apartheidregime sah für die Eroberer das Gemeindewesen der Cabildos vor. Mit Corregimientos wurden, von der Krone, die Eroberung belohnt. In kolonialen Zeiten waren sie die Lehen für adelige, in den kolonialen Milizen. Diese Corregimientos stellen im kolonialen Neuspanien ausgedehnte Anwesen dar. Bis 1784 waren die Indigenas formal Teil des Lehens. Die Corregidores ließen sich von den Idigenas Tribut zahlen. 1784 wurde von dem spanischen König Carlos IIII (r1759-1788), eine Kopfsteuer zu Gunsten der Krone dekretiert. Er nannte sie auch Tributo, sie wurde mit 16 Reales per Jahr (zwei Achtrealmünzen (Pesos) per Jahr) festgesetzt. Mit dieser Kopfsteuer wurden nur Indigenas belegt, sie war also rassistisch. Die Erhebung geschah kollektiv, die Corregimientos mussten Arbeitsgruppen, welche in Zwangsarbeit den Tributo erwirtschafteten, stellen. Die Hierarchie der Steuereintreiber wurde zum Corregidor verfeinert. Damit war formal, der Übergang vom Feudalismus zur steuervermittelten, rassistischen Ausbeutung vollzogen. Außenwirtschaftlich von Bedeutung war der Anbau von Indigo in der Provinz El Salvador. Hier entstand mit dieser neuen Steuer ein Druckmittel, mit welchem auch Unternehmer die nicht Corregidores waren die Indigenas zur Arbeit in ihren exportorientierten Betrieben zwingen konnten.
(Das Steuersystem in Neuspanien: Die Weisungen für die Bildung der Steueraufsichtsverfahren, Arbeitgeber und Listen der Steuernachzahlungen.) spanischsprachig:
http://www.juridicas.unam.mx/publica/librev/rev/hisder/cont/11/cnt/cnt10.pdf Regierungspage El Salvador spanischsprachig:
Los campesinos, el añil y la tierra en el período colonial tardío:
http://www.dpi.gob.sv/revista/revista86/ensayos.htm
http://www.dpi.gob.sv/revista/revista86/pdfs/ensayos/E-Lauria.pdf Neuspanien war in der Kolonialzeit in wesentlichen Angelegenheiten auf sich gestellt. Da sich der Einsatz von Einzelschiffen als sinnvoller erwies, wurde 1764 die Flotte von Neuspanien aufgelöst. Im kolonialen Neuspanien war der Handel des Kapitanats Zentralamerikas dadurch reglementiert, dass alle Waren zuerst auf dem Markt von Guatemala angeboten werden mussten. Dies führte zu einer Vorherrschaft der Provinz Guatemala, auch nach der politischen Unabhängigkeit Zentralamerikas von Spanien. Die wirtschaftliche Elite formierte sich einerseits als Konservative, welche nach Möglichkeit die Privilegien Guatemalas der Kolonialzeit gegenüber den anderen Zentralamerikanischen Provinzen behaupten wollten und andererseits Liberalen, welche das Handelsreglement liberalisieren wollten und tradierte Privilegien in Frage stellten. 1820 wurde Fernando VII. konstitutioneller König von Spanien, im Rahmen einer Verfassung, welche von der Cortes in Cadiz ausgearbeitet wurde. Das bedeutete für die Konservativen in Neuspanien, dass die Bindung an Spanien ihre tradierten Interessen nicht mehr schützte. Ein wesentliches Motiv für das Unabhängigkeitsstreben der Konservativen, dürfte, die damit verbundene Privatisierung des spanischen Kronbesitzes in Form der Economiendas gewesen sein. Die, von der spanischen Krone als Verwalter eingesetzten Beamten waren potentielle Privatisierungsgewinner der Unabhängigkeit.
Konservative Latifundisten sahen mit einem abgeschotteten Binnenmarkt des Gebietes von Neuspanien ihre gesellschaftliche Position gesichert. Der Zerfall der Zentralamerikanischen Union machte deutlich, dass eine wirtschaftliche Abschottung Zentralamerikas zu Gunsten Guatemalas nicht möglich war. Zum Ende der Kolonialzeit waren die Hauptausfuhrprodukte Kakao und Indigo.
Die spanische Krone erkannte das Recht der Gemeinden (Cabildos, Corregidores) auf ausreichend Land zur Subsistenzwirtschaft gesetzlich an. Die Ländereinen waren Eigentum der Kommunen und konnten nicht verkauft werden. Es konnte aber zusätzliches Land von der Krone erworben werden. Diese Sitte der Landnutzung änderte sich kaum nach der Unabhängigkeit.
Nach der Unabhängigkeit wurde von den Provinzregierungen das Recht der Gemeinden (Cabildos, Corregidores) auf Zugang zu Land nicht in Zweifel gezogen. Diese koloniale Sitte bildete die Basis für das kommunale Leben und die bäuerliche Produktion der Mehrheit. Gemeindeland diente einem breitem Spektrum wirtschaftlichen Aktivitäten: Von reichen Bauern oder Investoren für den Anbau von Kaffee oder Indigo gepachteten Parzellen, bis hin zur Subsistenzwirtschaft.
Die Unabhängigkeit bedeutete die Öffnung zu direkten Handelskontakten mit Europa und den USA. Die eldoradoartigen Haussen der Wirtschaft, wurden nun durch diese Märkte vorgegeben.
Schlagartig werden die Interessen verschiedene Landesteile der Exportnachfrage untergeordnet.
Die Indigenas standen zur Disposition: mal wurden sie unter Hinweis auf die gesamtwirtschaftlichen Interessen ihres Bodens enteignet, mal in Zwangsarbeit gesteckt, mal vertrieben oder massakriert.
So kam es zu einer Konzentration des Eigentums an Land. Nichttraditionell war immer anders, aber immer exportorientiert: ab 1534 Kakaobohnenexport, 1740 Indigo, Cochnille, 1871 Kaffee, 1901 Bananen, 1920 Kardamom, 1941 Kautschuk, 1950 Baumwolle, 1960 Zucker, Rinder , 1970 Geflügel, 1976 Erdöl, 1980 Gartenfrüchte, 1990 Tourismus, GVO, Inwertsetzen der Gendiversität.
junge rohstoffverarbeitende Industrie (Zement, Papier, Textilien, Chemikalien, Autoreifen und Möbel)
Bodenschätze Blei, Zink, Eisen, Kupfer, Steinkohle und Silber abgebaut und Erdöl gefördert (seit 1976).
Der Ginikoeffizient misst das Ausmaß der Abweichung von Größenverteilungen.
Die Einkommensverteilung der Bevölkerungen 2002 zeigt folgendes Ranking:
Guatemala: 48,3 %
USA: 40,8 %
BRD: 28,3%
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Einkommensverteilung Quelle englischsprachig:
http://hdr.undp.org/reports/global/2004/pdf/hdr04_HDI.pdf 15.sep.1821 - 1822 Brigadier Gabino Gainza
*20.okt.1753 Pamplona, Spanien, t1829 Mexiko. Wurde als Generalunterinspektor der Armee der Kolonie nach Guatemala gesandt, politische Führungsperson des Überganges von der Kolonie zur Unabhängigkeit. Bekleidete zahlreiche bedeutende Ämter vor 1821. Im Moment der Unabhängigkeitserklärung, am 15.sep.1821 leitete Gainza die koloniale Miliz, der Vizekönig von Perú zeterte, da er ihn als unabhängigkeitsbewegt einschätzte, aber das Generalkapitanat Guatemala war formal vom Vizekönigreich Mexiko abhängig und dieses war gerade dabei selbst von Spanien unabhängig zu werden. Er war der erste Präsidenten der neuen Republik. Gainza befürwortete eine Union der fünf Zentralamerikanischen Provinzen mit Mexiko. Im feb.1822 wurde Guatemala, trotz Widerstand, von Mexiko annektiert, was zu Konflikten mit den anderen zentralamerikanischen Provinzen führte. Im Gebiet von El Salvador war die Opposition am konkretesten und die Provinz trennte sich von Guatemala. Deshalb entsandte Augustín de Iturbide von Mexiko, Vincente Filísoa mit einem großen Heer, um die Salvadoreños zu schlagen und die Macht über die fünf Provinzen zu übernehmen. Brigadier Gabino Gainza gab die Macht an Filísoa ab und begab sich nach Mexiko wo er 1829, in Armut gefallen, starb.
1822 - 03.ago.1823 General Vicente Filísola
* Italien, eingebürgerter Spanier, Gouverneur ihrer Majestät dem König Augustín I und Generalkapitän von Zentralamerika (wie sich Iurbide nennen ließ). Während seiner Regierung gab es fortwährend Kämpfe um die Annexion durch Mexiko. David Iturbide hatte ihn mit einer großen Armee mexikanischer Söldner, der "División Protectora Mexicana" im sep.1821, zur Niederschlagung der salvadorenische Annexionsgegner geschickt, anschließend hatte er die Befehlsgewalt in der neuen Republik. Francisco Barrundia, späterer Präsident griff die Annexion militärisch an.
Der schnelle Sturz von Iturbide in Mexiko, bewegte Filísola dazu, einem verfassunggebenden Kongress für Zentralamerika zuzustimmen, wie sie in der Unabhängigkeitserklärung von 1821 vorgesehen war. Die Verfassungsnationalversammlung vom 01.jul.1823 benannte ein Triumvirat: den Arzt Pedro Molina, Juan Vicente Villacorta und Manuel José Arce. Am 03.ago.1823 musste sich Filísola mit seinen Truppen aus Guatemala zurückziehen.
1823 und 1829 - 1830 Dr. Pedro Molina Mazariegos (liberal)
*29.apr.1777 Verfechter der politischen Unabhängigkeit Zentralamerikas. Leiter der Partei der "Los Cacos", welche mit Feuereifer für die Unabhängigkeit kämpfte. 1802 war er Professor an der Universität von San Carlos de Guatemala, 1820 entwickelte er eine Reform bei der Medizinerausbildung, der Plan wurde akzeptiert und umgesetzt. Arzt und exzellenter Journalist, Am 24.jun.1820 gründetet er die Zeitung ”El Editor Constituciónal”, welcher er später den Namen "El genio de la Libertad" gab. Ebenso gründete er am 10. mrz.1848 die Zeitung "El Album Republicano". Wegen seiner offenkundigen Opposition, war er in den Kerkern der Festung von San José als Kontaktsperrehäftling. Er war zweifellos einer der Gründer des Liberalismus in Guatemala. Während der Zeit der zentralamerikanischen Union, war er mit diplomatischen Aufgaben im Ausland betraut. 1823 war er Präsident ebenso von ago.1829 bis mrz.1830 Staatschef von Guatemala .
mrz.1830 – feb. 1831 Lic. Antonio Rivera Cabezas (liberal)
Guatemalteke, Jurist, schuf die Landstraßenbauverwaltung, richtete das Schulwesen, welches durch die Kriege zerstört war wieder ein, so ordnete er den Bau von Schulen in Chiquimula an.
1812 bekleidete er, unter spanischer Herrschaft ,das Amt des Gesandten der ersten zentralamerikanischen Versammlung. Während der mexikanischen Annexion war er Abgeordneter im mexikanische Kongress. 1824 war er von der mexikanischen Regierung eingesetzter politischer Leiter des Departements Guatemala. 1835 war er Finanzstaatssekretär der zentralamerikanischen Union und schließlich 1832 und 1837 Distriktrichter. Führender Politiker am Beginn des neunzehnten Jahrhunderts. Als Vorkämpfer der zentralamerikanischen Unabhängigkeit gelangte seine Unterschrift auf die Unabhängigkeitserklärung vom 15.sep.1821.
Während seiner Regierung genoss das Land völlige Ruhe. Wegen fortgesetzter Diffamierungen seiner politischen Gegner, trat er von der Macht zurück.
Als die Konservativen an die Macht kamen wurde er verbannt. Dank seiner vielen Freunde wurde er nicht füsiliert. Er flüchtete nach Chiapas, Beim Versuch nach Honduras einzureisen wurde er in Jocotán Chiquilmula fest genommen, später als er des Hochverrates angeklagt wurde, flüchtete er nach El Salvador, wo er sich mit Dr. Pedro Molina Mazariegos traf. Am 08.mai.1851 starb er. Die Konservativen waren noch an der Macht und verweigerten ihm ein Staatsbegräbnis, boten aber, zwei Tage nach seinem Tod, ein Begräbnis in der Kirche "Las Merced", an.
1824 - 1825 Lic. José Cecilio del Valle
*22.nov.1780 Choluteca, Honduras studierte Philosophie, Zivil- und Kirchenrecht an der Universität de San Carlos de Guatemala. Er arbeitete als Anwalt. Wegen seiner Hingabe an seine Studien, war er als der Weise Valle bekannt. Zweifellos war er einer der brillantesten Intellektuellen in Zentralamerika seiner Zeit. Ein visionärer Ökonom, der mit den Universalgenies seiner Zeit, wie dem britischen Philosophen Jeremías Bentham in Verbindung war. 1805 war er Delegierter der Kommission für mildtätige Angelegenheiten und Zensor der Zeitung von Guatemalastadt, 1806 ist er Anwärter beim Konsul von Guatemala, Staatsanwalt der königlichen Artillerie und Ingenieur des Königreiches, 1809 nimmt er den Rang des Delegierten der Zentraljunta der Provinz ein. Er war der Gründer und Vordenker der Zeitung ”El Amigo de la Patria”, redigierte und unterschieb die Unabhängigkeitserklärung am 15.sep.1821. 1822 und 1825 figurierte er zeitweise als Mitglied und zeitweise als Präsident der obersten ausführenden Gewalt. Redigierte das Gesetz, in welchem die Todesstrafe, für all jene Personen die hohe Ämter in der vorhergehenden Regierung innehatten, verboten wurde.
1825-1828 General Manuel José Arce erster Präsident der Provinz Guatemala in der zentralamerikanischen Föderation
*1768 San Salvador, Militär und Politiker, weder gesetzes- noch sittenkonform, hielt sich seine Regierung mit Waffengewalt. Durch Verfassungsbruch hatte bald die gesamte Mach auf sich vereint. Putsche, berief am 10.okt.1826 einen außerordentlichen Kongress ein und ließ am 31.okt.1826 neue Obrigkeiten wählen. Er wird als Verräter seiner liberalen Partei betrachtet. Ihm wird Machtmissbrauch, Diktatur, schlechte Verwaltung, Verschwörung gegen die Unabhängigkeit und eine sehr unstete Politik vorgeworfen. Die Liberalen hoben am 23.mrz.1827 in San Salvador ein Heer aus, um gegen ihn, wegen seiner schlechten Regierung, Krieg zu führen und fielen in Guatemala ein. Der erste Versuch scheiterte, aber nach kurzer Zeit wurde er in Milingo überwältigt. Es gelang ihm nach Mataquescuintla zu fliehen um sein Leben zu retten. Er sah sich verraten, gescheitert und trat zurück. Wurde aus Guatemala ausgewiesen und emigrierte nach San Salvador, wo er für fünf Monate mit Mariano de Aycinena in Haft genommen wurde. Am 02.mrz.1832 unternahm er eine Verschwörung bei der er auf der Seite Honduras, Guatemala. Angriff und geschlagen wurde. Nach seiner Niederlage pachtete er in Mexiko eine Hacienda, wo er sich für acht Jahre der Landwirtschaft widmete. Starb am 14.nov.1847 in San Salvador.
1829-1830 José Francisco Barrundia (liberal)
*1787 Guatemalastadt. Machte am 19.mrz.1803 einen Abschluss in Philosophie vom Colegio Tridentino.
Intellektueller, beherrsche einige Sprachen, übersetzte das Strafgesetzbuch von Edward Livingston für LOUISIANA, ins spanische um es in Guatemala anzuwenden. Er war Delegierter beim zentralamerikanischen Kongress. In der ersten Wahlperiode arbeitet Dr. Mariano Gálvez mit ihm zusammen im Bildungsministerium. Er war Botschafter in New York. Als Fürsprecher der Unabhängigkeit, war er bei der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung anwesend. Als radikaler Opponent der mexikanischen Annexion, sah er sich vom damaligen Gouverneur Vincenete Filísola zurückgesetzt und kritisiert. Mitglied der Gruppe, welche 1824 der Verfassung zustimmte.
Trat entschieden für die Unabhängigkeit Guatemalas vom Königreich ein. Freund und Gesinnungsgenosse von Dr. Pedro Molina. Arbeitete mit diesem zusammen in der Redaktion der Zeitungen ”El Editor Constituciónal” und ”El Genio de la Libertad”. Sein politisches Talent führte dazu, dass er 1825 erster gewählter Vizepräsident der Zentralamerikanischen Union wurde. Dieses Amt nahm er aber nicht an, später wurde er vom jun.1829 bis sep.1830 der Unionspräsident. 1850 Gegner von Rafael Carrera. Half mit seinen Ideen, seinem Volk im Kampf für Menschenrechte und Menschenwürde, in seinem Kampf um die Wahrheit entzweite er sich auch mit der Kirche.
1826 wurde der diezmo (das Recht der Kirche auf den zehnten Teil von Erträgen aus der Landwirtschaft) um die Hälfte reduziert (Capítulo 13, Libro IV Tomo, II, Reseña Histórica.)
Er wird als großzügig angesehen, da er arm war bezahlte er politische Ämter und strapazierte den Staatshaushalt so, dass dieser in eine Krise geriet. Er schlug der Delegiertenversammlung der Zentralamerikanischen Union vor, dass Guatemala ein freier, souveräner, unabhängiger Staat sei. Beteiligte sich am Sturz von Dr. Mariano Gálvez, was das an die Macht kommen von Rafael Carrera begünstigte. Starb am 04.sep.1854 als Botschafter in New York. Seine sterblichen Reste wurden 1913 auf Anordnung von Manuel Estrada Cabrera überführt.
1830-1838 Gen. Francisco Morazán
*03.okt.1799 Tegucigalpa Honduras. Präsident von Honduras. 16.sep.1830 – okt.1838 Präsident der Zentralamerikanischen Union. In dieser Zeit erlitt das Land verschiedene Plagen. Wurde in Guatemala gehasst, während ihm in den anderen Provinzen der Zentralamerikanischen Union Sympathie entgegen gebracht wurde. Eine sehr ehrgeizige temperamentvolle Person, welche gegen jene, welche sie als ihre Feinde betrachtete kämpfte. 1833 übersiedelte er die Hauptstadt der Union nach San Salvador. 1835 wandte er sich als an der Macht befindlicher Präsident gegen das Volk. Ein besserer Militär als Staatsmann, überzog er alle Teile mit Krieg. Seine erfolgreichsten Kämpfe waren am 10.nov.1827 als er Oberst Justo Milla bei der Schlacht von Trinidad besiegte. Milla war militärischer Leiter im Dienst von Manuel José Arce. Am 06.jul.1828 fand der Kampf von Gualdo statt, am 15.mrz.1829 der in den Charcas, am 13.apr.1829 die Invasion von Guatemala, wo er erzwang, dass Aycinea Beltranea und Manuel José Arce aus Guatemala ausgewiesen werden. In dieser Zeit verlangte er große Geldsummen vom Volk und damit nicht zufrieden, warf er seine Angestellten, welche in seinem Auftrag, von 1828 bis 1829 gearbeitet haben, aus all seinen Gütern. Beschlagnahmte Kirchen, Konvente, die Häuser von Miguel García Granados y Beltranena, viele dieser teuren, geraubten Objekte, befinden sich heute in verschiedenen Museen der USA. Er befahl, dass alles Gold durch die Staatsbank eingeschmolzen wurde, verkaufte einen Teil des Palastes der Vizekönige.
Am 08.sep.1832 ersetzte die Volksvertretung den diezmo, durch eine andere regionale Steuer auf landwirtschaftliche Produkte welche dem Gottesdienst und der Mildtätigkeit gewidmet war. (Artículo 3o. Decreto 193) aber am 20.apr.1833 wurde er wieder eingeführt (Decreto 194.).
http://www.lahora.com.gt/02/09/03/paginas/cult_1.htm] Francisco Morazán wurde 1840 in Guatemala Stadt durch den guatemaltekischen Caudillo Rafael Carrera geschlagen. Am 15.sep.1842 um 05:30 h wurde er auf der Plaza Mayor von San José in Costa Rica füsiliert.
1831 – 1838 Dr. Mariano Gálvez (liberal)
~*29.ago.1790 ~* 26.mai 1794 Findelkind des Priesters Toribio Carvajal, welcher ihn an die Familie der Gertrudis de Gálvez zur Adoption gab. Diese war eine der reichsten und wohlhabensten Familien jener Epoche und gab ihm ihren Namen. Er widmete sich sehr den Studien, am 16.dez.1819. promovierte er zum Dr.. Einer der wohlhabensten Männer dieser Epoche, Anwalt und Ehrenbürger, fortschrittlicher Staatsmann. Der Gemeindeverwaltung von Guatemalastadt diente er als Jurist, brachte den Antrag auf Beendigung des Krieges zwischen Guatemala und El Salvador ein. War privater Ratgeber von Gabino Gainza während dessen Regierung. Mitglied der Liberalen Partei, war in den zwei aufeinander folgenden Regierungsperioden von 1831 bis 1838 Staatschef von Guatemala. Regte viele Neuerungen in allen Bereichen des Staatswesen an. Seine größten Feinde waren Oberst Manuel Montúfar und Juan de Dios Mayorga. Ihm wird eine Verbesserung des öffentlichen Bildungswesens zugeschrieben, er verhinderte Ruhetage, schaffte religiöse Feiertage ab, kämpfte für ein laizistisches Bildungswesen. Gründer der Nationalbibliothek und des Nationalmuseums erwirkte Achtung vor den Gesetzen und den Garantien des Individuums, die Pressefreiheit, der Meinungsfreiheit, schuf die Zivilehe, ordnete das Gesetz zur Scheidung an, die Achtung der Koalitionsfreiheit, verkündete das Strafgesetzbuch von Livingston, obwohl diesem viele widersprachen. Es gelang ihm das Herz, den Respekt und die Sympathie der Leute zu gewinnen. Intelligent und schlau, mit guten politischen Ideen, respektierte die Freiheiten. José Francisco Barrundia und Pedro Molina welche Freunde von Gálvez gewesen waren wandten sich in seinen letzten Regierungsjahren gegen ihn. 1838 wurde er in Antigua Guatemala, Chiquimula y Salamá nicht mehr als Staatschef anerkannt und im Februar 1838 kam Rafael Carrera nach Guatemala, was ihn zur Aufgabe der Macht und zur Flucht nach Mexiko zwang. Er erreichte großes Ansehen als Anwalt in Mexiko. Zu seinen fatalen Fehlern zählte, die Übergabe von Izabal, der Verapaces, des Petén und Belize an England. Dies geschah durch einen Vertrag mit scheinbar unbedeutenden, einfachen, englischen Vertragspartnern am 06.ago.1834, unter der Vorgabe, die Gebiete währen innerhalb von 20 Jahren kolonisiert. Die genannte Kolonisierung war aber unmöglich. 1835 nahm er seine Wiederwahl an. Und beantragte bei der Nationalversammlung die Hauptstadt der Union möge in die Hauptstadt von El Salvador übersiedelt werden. El Salvador war Hochburg der Liberalen. Gálvez sagte einmal: ”Das Vaterland soll meine Reste nicht besitzen.” Am 29.mrz.1862 starb er in Mexiko und wurde auf dem Friedhof San Fernando beerdigt. Jedoch wurden 1925 seine Reste repatriiert und ruhen heute in der Schule für Recht in Guatemalastadt.
16.ago.1848 –27.nov.1848 Lic. Juan Antonio Martínez (liberal)
Wegen des Rücktritts von Carrera am 15.ago1848, wählten die Liberalen Lic. Martinez als Präsidentschaftskandidaten. Die damaligen liberalen und konservativen Politiker warteten jeden Moment darauf die Waffen heraus ziehen zu können und einander gegenübertreten zu können.
Anfangs akzeptierte dies Lic. Martínez nicht aber schließlich wurde er überzeugt.
Da er politischer Laie war wurde seien Regierung, zu einer Reihe von Missverständnissen und Ungeschicklichkeiten. Obwohl er fremde Währungen geschickt wie ein Bankexperte handhabte. Trat wegen des Krieges und der schmutzigen Leidenschaften der Politiker zurück. Am 30.apr.1854 starb er in Guatemalastadt.
1838 -1839 und 1842 -1844 Dr. Mariano Rivera Paz (conservativo)
*24.dec.1804 Guatemala Stadt. Fleißig, geehrt, effizient aber manchmal ein schlechter Verwalter des Staates, unentschieden, geschmeidig, unselbständig. Dr. Rivera Paz unstet in der Leitung des Staates. Er war der erste Präsident des guatemaltekischen Staates nach der Trennung von der Union, nach dem sich die andern vier Provinzen bereits selbstständig erklärt hatten. Diente dem Land würdevoll und in gutem Glauben. Als die Beziehungen zu El Salvador im jun.1844 unterbrochen wurden, schloss er die Grenze, um eine Invasion zu verhindern, bereit aus dem Gefängnis viele gefährliche Sträflinge zu lassen, um sie für das Militär zu rekrutieren und die Grenze zu sichern. Die Regierung dieses Mitgliedes der konservativen Partei konnte sich durch die Unterstützung durch den jungen Bergcaudillo Rafael Carrera behaupten. Im dez.1844 legte er der Delegiertenversammlung seinen unwiderruflichen Rücktritt vor, da Carrera seine Position überzog und missbrauchte. Am 26.feb.1849 wurde er, als er dabei war die Departementsregierung von Jutiapa zu übernehmen, von den ”lucios” Roberto Reyes und Agustín Rérez an einem Sapaquisoy genanten Ort ermordet. Zur Ehrung der von ihm dem Vaterland geleisteten Dienste, ordnete die Nationalversammlung an, sein Portrait im Sitzungssaal aufzuhängen
1842 Lic. José Venancio López
*1791 Erreichte den Titel des Rechtsanwaltes 1812, war Mitglied der Anwaltskammer von Guatemala. Prominenter Rechtsberater, Erfüllte die wichtigsten Aufgaben, wegen seines Talentes, seines beruflichen Ansehens und seines Aufzeigens, wo die maßgelblichen Leute sitzen. Zu Beginn seiner Amtszeit war kein Geld in der Staatskasse deshalb zeichnete er für 4.000 Pesos Anleihen und autorisierte Carrera mit der Akquisition damit die Solde der Soldaten bezahlt werden konnten. Seine Regierung dauerte 5 Monate. Nach einigen Tagen Krankheit starb er am 28. sep.1863. Der Machthaber Rafael Carrera ordnete an, dass er mit militärischen Ehren auf dem Zentralfriedhof beigesetzt wird.
11.dez.1844 – 16.ago.1848 und 06.nov.1851- 14.apr.1865 Generaloberst José Rafael Carrera Turcios
*”Lo de Rodriguez”, Landkreis Guatemalastadt, t14.apr.1865, Bauer, Analphabet, mit vulgärem Vokabular, kurz von Statur, lichtes dunkles Haar, hatte ein turbulentes Leben. Führte seit dem 09.jun.1837 eine Bauernguerilla an, mit der er verschieden Dörfer überfiel ohne Zusammentreffen mit Regierungstruppen zu haben. Propagierte die Parolen der Feinde des liberalen Präsidenten Dr. Marino Gálvez, die besagte, er würde die fließenden Gewässer vergiften um die Cholera in der Bevölkerung zu verbreiten. Der Caudillo wurde in den Dörfern bewundert, also ob er von seinen “Montañeros“ berufen worden wäre. Unter den geschlagenen Schlachten heben sich die Kaserne von Matquescuintl in Santa Rosa, die von Ambelis wo er das von Teodoro Mejía befehligte Heer schlug, das vom Plaza de Jalapa am 07.dez.1837. Geschlagen wurde er am 13.jan1838, als er von der Garnison von Guatemalastadt angegriffen wurde, bei dieser Schlacht wurde Raub begangen, Überfälle, Hausfriedensbruch, Vergewaltigungen, Morde an Wehrlosen, und selbst der Mord am Vizepräsidenten der Republik Gregorio Salazar. Wegen dieser Grausamkeiten kamen die Departeamente von Quetzaltenango, Huehuetenango, Quiché, San Marcos, Totonicapán und Retalhuleu 02.feb.1838 überein, den sechsten zentralamerikanischen Staat zu bilden.
[Ost-West Konflikt]
Eine Übereinkunft, welche durch verfassungsgebende Versammlung am 19.sep.1839 sanktioniert wurde. Nach seiner Niederlage in Villa Nueva am 29.dez.1839 wurde der Vertrag von ”El Rinconcito” geschlossen, in dem ein Waffenstillstand vereinbart wurde und ihm die Herrschaft über den Distrikt von Mita übertragen wurde. Im oct.1839 fiel Carrera in El Salvador ein, wurde aber von Morazán geschlagen. Carrera befand sich in der Regierung von Mariano Rivera Paz als am 13. apr.1839 überraschend um 09:30h die Plaza Mayor von Guatemalastadt besetzt wurde.
Am 18.mrz. 1840, nahm Morazán, Staatschef von El Salvador zusammen mit 5.000 Soldaten Guatemalastadt ein, Carrera flüchtete. Aber sofort bereiteten sich 5000 Soldaten vor und am folgenden Tag wurde Guatemala zurück erobert.
Am 22.okt.1851 beim Rücktritt von Präsident Peredes benannte die Nationalversammlung Carrera zum neunen Präsidenten. Den Vorsitz nahm er am 06.nov.1851 ein. An der Macht machte Carrera alle Reformen rückgängig welche im Verlauf der Regierung des Dr. Marian Gálvez gemacht wurden. Führte die Abgabe des zehnten Teils auf landwirtschaftliche Erträge für die Kirche wieder ein, gab dem Klerus alle säkularisierten Güter zurück. und hob die Pressefreiheit auf Er verfügte das Gesetz über Ministranten (”pavón”) in dem Kinder mit gutem Verhalten und Intelligenz von der Kirche als Ministranten beschäftigt werden konnten und zum Subjekt des ganzen Klerus wurden. Ordnete den Bau des Krankenhauses von San Juan de Dios, förderte den Anbau von Korn, regte den Bergbau an. Befahl das prägen von Gold- und Silbergeld. Baute die erste Straße zum Atlantik, führte öffentliche Beleuchtung in der Stadt ein, schuf die erste National Polizei, errichtete die Festungen San José de Buena Vista und Rafael de Matamoros kümmerte sich um den Gefängnissbau. Verteidigte die Unverletzlichkeit der Grenzen des Landes, gründete die Republik von 1847, machte aus Guatemala den hegemonialen Staat von Zentralamerika. Siegte bei der Schlacht von ”La Arada”. Seine Regierung war ein totalitäres unseliges Regime in dem sich Niemand seinen Befehlen widersetzen konnte. Die Stimme des Volkes wurde mit Kugeln zum Schweigen gebracht. Als Strafe wurde füsiliert.
1855 starb der konservative nicaraguanische Präsident Gen. Fruto Chamorro. Die Liberalen wollten wieder an die Macht und riefen als Söldner William Walker Tenneseee. Dieser arbeitete mit einem Unternehmer in der Dampfschifffahrt auf dem Río San Júan und dem Nicaraguasee, Cornelius Vanderbilt zusammen und beabsichtigte alle fünf zentralamerikanischen Provinzen für die USA zu annektieren.
Wegen der drohen den Gefahr bat Guatemala England und Frankreich um Hilfe.
Carreras fataler Fehler war, dass er einen Vertrag mit Großbritannien am 30.apr.1859 schloss, in dem er das Territorium von Belize drangab. Hatte gutes Verhältnis zu den europäischen Mächten. Unterzeichnete er 21.mrz.1859 ein Dekret in dem er Guatemala als unabhängige, souveräne Republik ausrief und sie somit endgültig von der Zentralamerikanischen Republik trennte. Rief sich selbst als Gründer der neuen Republik aus. Carrera hatte in Atesctempa eine Jugendliche entführt. Ihr Vater, José María Andrade, ein Marimbamusiker verletzte dafür, dass Carrera seine Tochter vergewaltigt hatte, mit einem Messer. Carrera ließ ihn in vier Teile schneiden, um jedes Viertel des unglücklichen Mannes, an Spieße an die vier Eingänge der Stadt stecken. Nach vierzig Tagen, am 14.apr.1865. wurde Carreras schwer krank, spuckte Blut und starb, er wurde in der Kathedrale der Hauptstadt beigesetzt.
http://en.wikipedia.org/wiki/Jos%C3%A9_Rafael_Carrera_Turcios 14.apr. 1865 - 03.mai.1865 Pedro de Aycinena
*1802 t 14.mrz1897Guatemalastadt. Beim Tod von Carrera benannte ihn der Staatsrat zum provisorischen Präsidenten. Als Außenminister unter Carrera hatte er am 01.jan.1854 den Grenzvertrag mit Britisch Honduras, Belize welcher das Territorium von Belize festschreibt, unterzeichnet.
24.apr.1865-29 jun.1871 Mariscal de Campo Vicente Cerna (conservativo)
Hitziger Militär der konservativen Regierungsperiode, entsprang dem corregimiento de Chiquimula (corregimiento autonome homelands für indigenas, corregidor: Lehnsnehmer) corregidor, Mariscal de Campo Titel . Nahm praktisch an allen Kriegshandlungen von Carrera teil. Stach mit seinen Handlungen 1851 hervor als in das Land von Osten eingefallen wurde. Am 24.apr.1865 wurde er zum Präsidenten ernannt nach den Wahlen wurde er von Pedro de Aycinena ausgerufen. Seine Regierung war die Herrschaft weniger und unterdrückerisch, sie setzte die Politik von Rafael Carrera fort. So wurden viele Verstöße gegen das Volk begangen. Er war ein grausamer, rachsüchtiger, diktatorischer Mann. Unter seiner Regierung wurde die Telegrafie im Land eingeführt, es wurden die ersten Studien zur Einführung der Eisenbahn durchgeführt, es wurde mit dem Bau des Hafens von San José und dem Zentralmarkt in der Hauptstadt begonnen. Dieser Zentralmarkt befand sich an der früheren ”Plazela de El Sagrario” Er wurde wiedergewählt um eine zweite Amtsperiode von 17.jan.1869 zu regieren. Er erzeugte Unzufriedenheit im ganzen Land, so dass viele Patrioten angeführt von dem Lic. Luis Rubio auf die Straße gingen und schrieen ”Tod dem Cerna!!” weshalb ein Trupp Soldaten losgeschickt wurde, der das Feuer auf dieser Gruppe eröffnete, dadurch wurde Lic. Rubio und viele andere Patrioten getötet. Es gab 1867 einen Versuch zum Staatsstreich angeführt von Mariscal Serapio Cruz, aber die genannte bewaffnete Erhebung scheiterte. Drei Jahre später 1869 führte Mariscal Cruz mit Zustimmung von Justo Rufino Barrios eine weitere regimestürzende Bewegung an, welche im jul.1869 ”Plaza Nemon” und andere Dörfer in Huehuetenango besetzte, wurden von Regierungstruppen verfolgt. Als sie in der Ortschaft Palencia am 22.jan.1870 ankamen wurde Mariscal Serapio Cruz von Regierungstruppen, welche von seinem Freund und Paten General Antonio Solares befehligt wurden überrascht. Der ihm einen schrecklichen Tod gab, köpfte um seinen Kopf später in Blätter zu wickeln und Cerna zu bringen. Der genannte Kopf wurde in einem Käfig in einem Krankenhaus ausgestellt, um den Gegnern der Regierung von Cerna Furcht einzuflößen. Auf Grund dessen entstand die sogenannte Revolution von 1871. Am 23.jun.1871 wurde das Heer unter dem Kommando von Cerna selbst in Totonicapán durch Miguel García Granados und Justo Rufino Barrios geschlagen. Cerna wurde endgültig in San Lucas Sacatepequez am 29.jun.1871 geschlagen und floh, um nicht von den Revolutionären gefangen genommen zu werden.
30.jun.1871 – 04.jun.1873 General Miguel García Granados (liberal)
*29.sep.1809 Sevilla Spanien t.08.sep.1878. Kam mit zwei Jahren nach Guatemala. Abkömmling einer der einflussreichsten und bekanntesten Familien Guatemalas. Wurde zum Gegner der Regierung von Mariscal Cerna. Nach dem er Abgeordneter in der gesetzgebenden Versammlung war marschierte er nach Mexiko, wo er behauptete die Unterstützung von Benito Juárez zu haben. Kam am 30. jun.1871 nach Guatemalastadt. Zusammen mit General Justo Rufino Barrios führte er die sogenannte Revolution von 1871, besser gesagt die ”liberale Reform” an.
Unterstützte Mariscal Serapio Cruz und veröffentlichte seinen Protest gegen des despotische Regime von Vicente Cerna. Als seine Truppen am 03.jun.1871 nach Patzicía im Departament Chimaltenango kamen. Verkündeten sie die Resolution von Patzicía in welcher sie die Regierung von Vicente Cerna nicht anerkannten und sie Miguel García Granado als neuen vorläufigen Präsidenten benannten. Auf ihn geht der Anstoß zu einem wichtigen Reformplan zurück, welcher in den folgenden Jahren in die Praxis um gesetzt wurde. Gründete die Militärakademie, das Bildungsministerium, gewährte Pressefreiheit, vertrieb die Jesuiten, beschlagnahmte das Kirchenvermögen, hob den (diezmo) Steuer zu Gunsten der Kirche auf landwirtschaftliche Produkte auf, [vgl. Mexiko 1857: Desamortisation = Säkularisierung von Kirchenbesitz: Ende der Steuerfreiheit für die Kirche, Enteignung Kirchen- und Gemeindeland]. Legte die Volljährigkeit auf 21 Jahre und die Farben der Landesfahne und die Form des Wappens fest.
Am 08.sep.1878 starb er im Alter von 69 Jahren und wurde auf dem Zentralfriedhof von San Juan de Dios beerdigt, 1894 wurden seine Knochen auf den Generalfriedhof überführt.
[REFORMA LIBERAL]
[ESCUELA POLITECNICA]
04 jun.1873 –02.apr.1885 General Justo Rufino Barrios (liberal)
*19.jun.1835 San Lorenzo Dep. San Marcos. Studierte Notariat an der ”Universidad Nacional de Guatemala” Später trat er der Bewegung von Serapio Cruz bei um gegen das konservative Regime von Vicente Cerna zu kämpfen. Als Serapio Cruz geschlagen war, beauftragte er Barrios nach Mexiko zu marschieren, wo er sich mit Don Miguel García Granados einte und befehligte die liberale Reform von 1871. Zwischen 1871 und 1873 bekleidete er wichtige militärische Ämter, anschließende regte er ein ausgedehntes Reformprogramm an: Konfiszierte den Landbesitz der katholischen Kirche, entzog ihr die Judikative sowie das Erziehungsrecht. Zur Unterstützung holte er Protestanten aus den USA und förderte ab 1882 deren Stiftungen mit staatlichen Mitteln. Großzügig überließ Barrios ausländischen Einwanderern Land, wenn sie Plantagen einrichten oder Viehzucht betreiben wollten. Dazu beschlagnahmte er indianischen Besitz und gründete zur Durchsetzung dieser Maßnahmen die Nationalarmee. Seine neue Verfassung von 1879 begünstigte den Erwerb von Großgrundbesitz und legte die Direktwahl der Abgeordneten und des Präsidenten fest. Während seiner Amtszeit wanderten viele Deutsche ein und bauten große Kaffeeplantagen auf.
Gründete die ”Banco Hipotecario” das Hospital des Ostens in Chiquimula; Santa Clara kehrte zurück auf den Markt von ”La ‚Reforma”. Das Marktgebäude wurde zur Militärakademie. Die Klöster ”San Francisco” und der Dritte Orden wurden zum Generalpostamt. Das Kloster der Kapuziner wurde zum Polizeiquartier, Er unterzeichnete einen Vertrag zur Errichtung der Eisenbahn des Südens für den Kaffeeexport und verkündete das Strafgesetzbuch, das Militärgesetzbuch, und die Steuergesetzgebung. Einiger dieser Gesetze sind heute noch gültig ebenso ordnete er die Errichtung des Zentralfriedhofes von Guatemalastadt an. Es wurden die Departments von Retalhuleu und Baja Verapaz gegründet. Behauptete die Vorherrschaft von Guatemala in Zentralamerika. Durch seine historischen Fehler unterzeichnete er einen Vertrag, der Chiapas und Soconusco Mexiko zusprach, womit ein großer Teil der Nationalgebietes von Guatemala verloren ging, eine Handlung, welche ihm die Geschichte nicht verzeihen wird. Verpflichte gesetzlich alle Indigenas zu Zwangsarbeit. War ein Diktator. Starb um 11:30 h am 02.apr.1885 auf salvadorenischem Gebiet bei einer historischen Schlacht von Chalchuapa. Seine Reste wurden auf dem Zentralfriedhof von Guatemalastadt beigesetzt.
23.jun.1882 – 05.jul.1883 Interimspräsident: General José María Orantes
Anhänger von General Justo Rufino Barrios, von der Nationalversammlung für die Zeit der Abwesenheit von Justo Rufino Barrios ernannt, da dieser in den USA eine Vereinbarung über den Grenzverlauf zwischen Mexiko und Guatemala traf. Über gab seine Macht wieder an Barrios am 06.jan.1883.
02.-06.apr.1885 Alejandro M. Sinibaldi
Wurde ernannt, nach dem Gen. Justo Rufino Barrios auf dem Schlachtfeld von Chalchuapa gestorben war. Fähiger Kaufmann mit mildem Charakter, übergab den Befehl an Gen. Barillas.
06.apr.1885 bis 15.mrz.1892 General Manuel Lísandro Barillas
*17.jan.1845 Quetzaltenangostadt. Er wurde ernannt, nach dem die Nationalversammlung den Rücktritt von Alejandro Sinibaldi angenommen hatte. Seine Präsidentschaft stützte sich auf einen verwegenen Trick. Er unterbrach die Beerdigung des Präsidenten Barrios, wandte sich an den Verteidigungsminister Martín Barrundia und behauptete, dass er das Präsidentenamt auf Grund von Gesetz und von den ihn begleitenden 5.000 Männern einnehmen werde. Wies nach draußen gerichtet an, es solle ein Feldlager eingerichtet werden, um sich gleich zum Präsidentenpalast zu begeben. Die 5.000 Mann existierten nicht. Er schloss Frieden mit Zentralamerika und auf diplomatischen Weg setzte er die Gesten zu Gunsten einer Union fort. Seine Regierung war eine Folge von Missbräuchen und Fehlgriffen. Als er Wahlen hätte ausrufen müssen, machte er einen Staatsstreich um an der Macht zu bleiben. Trug zum sogenannten Krieg von Totopostes bei, bei welchem sich Guatemala lächerlich machte. Emigrierte nach Mexiko und wurde auf der linken Seite der Kathedrale von Mexikostadt in der Calle El Seminario, welche heute den Namen ”Avenida de Guatemal” trägt, ermordet
15.mrz.1892 - 08.feb.1898 Gen. José María Reyna Barrios
*24.dez.1854 Ciudad de San Marcos. Floh mit 14 Jahren von zu Hause und trug sich in die Listen der Rebellen von Tapachula ein, bereit um Vincente Cerna anzugreifen. An der Seite seines Onkels Justo Rufino Barrios verdoppelten sie so die revolutionären Kräfte. Durch Volksabstimmung wurde er zum Präsidenten gewählt und nahm dieses Amt am 15.mrz.1892 ein. Regierte fortschrittlich, sein Ziel war die Verschönerung von Guatemala Stadt , welche sich in ein kleines Paris wandeln sollte. Unter einer Regierung wurde der ”Paseo de la Reforma” eröffnet. Und es wurden schöne Gebäude errichtet, wie auch der Präsidentenpalast renoviert wurde. Leider wurde die meisten von ihnen bei dem schlimmen Erdbeben von 1917, 1918 zerstört , er verbesserte den ”Parque de la Reforma” Es wurde das Gebäude des immobilen Eigentums errichtet welches heute das Museum für nationale Geschichte beherbergt.
Begründete den Bau der Eisenbahn im Norden, ordnete die Errichtung eines Denkmals vor Christoph Kolumbus an, gewährte Pressefreiheit, Sorgte für den Bau von Schienenwegen, Straßen Telegrafenverbindungen. Verbesserte die Arbeit der Militärakademie, drängte auf Einhaltung der Disziplin beim Militär und bekleidete gleichzeitig drei Staatsämter.
Eine Biografie berichtet: Gen. José María Reyna Barrios "dekretierte einige unpopuläre Gesetze":
Diese liberalen Gesetze bildeten zusammen mit Vorschusszahlungen und Vertragsabschlüssen unter Zwang oder unter Alkoholeinfluss die Rahmenbedingungen für die sklavenartige Ausbeutung der Arbeiter auf den Kaffeefincas. Jenem Profit, von welchem die begünstigten deutschen Einwanderer nach und nach Alta Verapaz vereinnahmten. Das Gesetz 243 vom 27.mrz.1894:
Jeder Arbeitgeber auf den Fincas, soll jedem angestellten Knecht ein Arbeitsbuch ausstellen. Dieses soll den Arbeitsvertrag enthalten, und wöchentlich sind die erhaltenen und die schuldigen Leistungen einzutragen. Taglöhner oder Hintersassen, welche kein Arbeitsbuch, mit vom vorherigen Arbeitgeber aufgelösten Vertrag vorlegen, ist keine Arbeit zu geben. Der Arbeitgeber kann, durch den örtlichen Hilfsbürgermeister Habseligkeiten, Tiere oder Objekte welche nach dem Gesetz pfändbar sind, von flüchtigen Hintersassen oder Solchen welche zweifellos anzeigen fliehen zu wollen ohne aus dem Vertragspflichten durch den Arbeitgeber gelöst zu sein, einbehalten oder als vorläufiges Pfand nehmen. Arbeitgeber, ihre Beauftragten, oder Agenten können flüchtige, betrügende Arbeiter verfolgen, welche nicht ihre Vertragspflichten erfüllt haben. Die mit diesem Gesetz beauftragten Behörden werden strikt verpflichtet Haftbefehle auszustellen und die notwendigen, in ihrer Macht stehenden Mittel zur Festnahme bereitzustellen. Im Fall des festgenommenen Arbeiters, bleibt das Recht seine Rückkehr oder besser seine Rücküberstellung zu verlangen, bei seinen Arbeitgebern, dessen Beauftragten oder Agenten, damit er seine Schuld an die Pioniergesellschaft entschädigt. Alle, gelegentlich der Ergreifung, Verhaftung und Überstellung des geflohenen Taglöhners oder Hintersassen, entstandenen Ausgaben gehen zu seinen Lasten. Sie werden in sein Arbeitsbuch eingetragen. Der Hintersasse kann sich für höchstens vier Jahre zur Arbeit auf einer Finca verpflichten, wenn er vom Arbeitgeber nicht entlassen wird, darf er sich auch nach dieser Zeit nicht, von der Finca entfernen.
nach spanischsprachig:
http://www.prensalibre.com/pl/domingo/archivo/revistad/2005/agosto05/210805/final.shtml Die Bürgermeister wurden vom jeweiligen Regenten eingesetzt und nicht vom Volk gewählt. Es war eine Regierung voll von Übergriffen, Verhaftungen, Verfolgungen, Spitzeltum. Am Ende seiner Amtszeit litt das Land an einer schweren Wirtschaftskrise. Am 08.feb.1898 08:00 h verließ er die Rezeption eines Hotels und wurde von Oscar Zollinger, einem deutschen Staatsbürger, erschossen. Zollinger wurde ermordet und seine Mörder wurden kurz nach dem Tod des Präsidenten vergiftet. Einige Theorien weisen seinen Nachfolger Manuel Estrada Cabrera als den intellektuellen Urheber der Tat aus. José María Reyna Barrios wurde unter den Gewölben der Hauptstadtkathedrale beerdigt, um zu verhindern, dass seine Leiche geschändet wird.
09.feb.1898 – 08.apr.1920 Lic. Manuel Estrada Cabrera
21.nov.1857 in Quetzaltenango Stadt t.24.sep.1924 Guatemala Stadt.
Seine Mutter ermöglichte ihm unter Entbehrungen ein Studium. Manuel Estrada Cabrera eröffnete eine Anwaltskanzlei um in seiner Heimatstadt tätig sein zu können hier wurde er später Bürgermeister. Wurde Präsident, da er der Leiter der Staatskanzlei war.
Kurz nach, dem Attentat auf José María Reyna Barrios, stürmte der bullige Leiter der Staatskanzlei, Estrada Cabrera in die Kabinettssitzung, legte einen riesigen Colt auf den Tisch und schrie: „Meine Herren, ich bin der neue Präsident von Guatemala."
Dieses demokratische Grundverständnis legte der neue „starke“ Mann auch später bei sporadisch abgehaltenen Wahlen an den Tag. Zunächst ließ er im Land verkünden, er sei der schweren Bürde des Amtes überdrüssig geworden, ein anderer solle an seiner Stelle den Karren weiterziehen. Zweck dieser Ankündigung war es indes herauszufinden, ihm bereits ein Konkurrent erwachsen war, der auf unauffällige
Art zu beseitigen wäre. Doch diese Maßnahme erwies sich als überflüssig, es meldete sich niemand.
Nun wurde “gewählt”. Hierzu hatten sich auf dem Lande die Bewohner ganzer Ortschaften in Reih und Glied aufzustellen, dann kam der Wahlbeamte und fragte mit vernehmlicher Stimme nach dem Wunschkandidaten der Einwohner, worauf diese im Chor zu brüllen hatten: “El Licenciado Manuel Estrada Cabrera." Nach derart vollzogen er Bestätigung ließ der Diktator auf Flugblättern in Golddruck bekannt geben, dass er ungeachtet eigenen Bedauerns über die erneut ausgebliebenen Gegenkandidaten das schwere Staatsamt weiter in. 'treuer Pflichterfüllung ausüben werde. Zuerst von sich selbst ernannt, als der vorangegangene Präsident tragisch gestorben war wurde er noch in der Nacht des Mordes im Präsidentenpalast vorstellig.
Mit Amtsantritt beging er politische Verbrechen, ließ das Gesetz der Flucht anwenden: Dem Gefangenen wir befohlen zu laufen oder ihm wird auf die Hacken getreten, worauf er anschließend mit der Rechtfertigung er wollte fliehen in den Rücken geschossen wird. Einige politisch engagierte Personen wurden füsiliert. Beispielsweise der Gen. Daniel Marroquín, am 09. feb.1898 ein paar Stunden, nach dem er seine Aufgabe erfüllt hatte.
Er hatte eine Vorliebe für die akademische Jugend und stiftete die Minervafeste mit welchen das Vorlesungsjahr beendet wurde. Es wurden die praktischen Schulen gegründet. Es wurde eine Reliefkarte des Landes erstellt. (Modell im Parque Central) Gründete die erste Universität für Arbeiter in Guatemala Stadt.
Die United Fruit Company schloss 1901 eine Übereinkunft, in welcher ihr der Diktator den gesamten Seepostverkehr zusicherte, ein für die damalige Zeit strategisches Kommunikationsmittel.
Seine Verwaltung musste auf die Zerstörungen der Erdbeben von 1902 in Quetzaltenango, 1913 in Cuilapa und 1917 und 1918 in Guatemala Stadt reagieren.
1902 erließ Estrada Cabrera ein Dekret, wonach alle Vulkane im Lande ab sofort die Aktivität einzustellen hätten, wo doch zur gleichen Zeit Schlamm und Lavamassen des Vulkans Santa Maria Hunderte Dörfer unter sich begruben.
1904 schloss Cabrera mit der UFC einen Vertrag, und wieder kam deutlich die Konzernstrategie zum Ausdruck: getreu den Erfahrungen des, Minor Keith begann man den, Eroberungsfeldzug mit der Sicherung des Transportmonopols.
Für die Fertigstellung einer bereits zu zwei Dritteln gebauten Eisenbahnlinie vom Atlantikhafen Puerto Barrios in die Hauptstadt erhielt der Obstkonzern die gesamte Strecke als Eigentum überschrieben (ausschließlich jener Teile, die, er gar nicht gebaut hatte), dazu die einzige Hafenmole mit einem noch ungenutzten anderthalb, Kilometer breiten Streifen zu beiden Seiten der Mole sowie alles im Lande befindliche Eisenbahnmaterial geschenkt!
Krönung des , außergewöhnlichen „Geschäfts“ waren 170.000 Acre besten Ackerbodens, den sich die Gesellschaft nach eigenem Gutdünken aussuchen durfte.
Diktator Estreda Cabrera war, sich wohl der Einmaligkeit derartigen Geschäftsgebarens bewusst und erklärte der aufgebrachten Öffentlichkeit, im Vertrag sei auch festgeschrieben, dass alle Geschenke an die UFC nach Ablauf von 99 Jahren einschließlich der von ihr erbrachten Leistung des letzten Teilstücks der Eisenbahnlinie an den Staat zurückgegeben werden müssen. Für diese Klausel im Vertrag erreichte die UFC wiederum die dauerhafte Befreiung von allen Steuern und Abgaben.
Unter Cabreras Herrschaft wurde die Interozeanische Eisenbahnverbindung erstellt.
Cabrera erklärte sich einverstanden, dass bei Streitigkeiten im El Salvador über den Grenzverlauf die USA und Mexiko die Sachlage entschieden.
Im Lande verstärkte sich der Widerstand. Deutlichstes Anzeichen hierfür waren zahlreiche Attentatsversuche auf den Diktator, die jedoch allesamt scheiterten
Am 20.apr.1908 feuerte der Kadetten Victor M. Vega einen ungezielten Schuss auf ihn ab, welcher ihn nur am kleinen Finger traf, worauf hin er Erschießungen in der Militärakademie veranlasste und diese dauerhaft schließen ließ.
Zwei Ärzte legten eine Bombe mit elektrische in Zünder, der Detonation fielen nur die Pferde der Staatskalesche zum Opfer, im Lande, wurde alles Elektromaterial beschlagnahmt und selbst aus importierten Automobilen das elektrische Zubehör entfernt.
Bei einem Attentat wurde er in seinem Auto von einem Haus in der Avenida Reforma beschossen. 1915 holte er die US-Bananenfirma Cuyamel (Samuel Zamurray alias „Banana Sam“) ins Land. 1920 befand sich fast das gesamte Streckennetz des Landes in den Händen der UFC eigenen „International Railways of Central America“ (IRCA). Auch der Bodenbesitz hatte sich verdoppelt. Ohne je eine Konzession beantragt zu haben, begann die Gesellschaft nun damit, Bananenplantagen einzurichten.
Während die Pflanzungen der United Fruit an der Atlantikseite lagen, hatten guatemaltekische Firmen an der Pazifikküste mit, dem Bananenanbau begonnen. Für die Vermarktung benötigte sie natürlich einen Hafen. Die UFC kontrollierte den einzigen in Puerto Barrios und weigerte sich, die Exporte der Konkurrenz zu verschiffen. Diese plante daraufhin den Bau eines, eigenen Hafens an der Pazifikküste. Als die UFC von diesem Vorhaben erfuhr, setzte sie die Regierung so lange unter Druck, bis sie selbst Konzession zum Bau des Hafens erhielt. Doch sie benötigte diesen nicht und dachte demzufolge nicht im Traum daran, das Projekt zu verwirklichen.
Den guatemaltekischen Pflanzern war nun jede Chance zum Wettbewerb durch den Entzug der gewinnbringenden Vermarktung genommen. Sie mussten kapitulieren und ihre Stauden dem einzigen Interessenten verkaufen der United Fruit.
Die UFC beherrschte nicht nur den gesamten Seepost und Eisenbahnverkehr und war zum größten Grundbesitzer des Landes auf gestiegen, sie kontrollierte auch mit der "Tropical Radio Telegraph Company“ den gesamten grenzüberschreitenden Telefon und Telegrafenverkehr und mit der Mehrheit der Aktien der "Empresa Eléctrica de Guatemala S.A.“ vier Fünftel der Energieerzeugung des Landes. Wenn die UFC den Schalter bewegte, war sie imstande, der Hauptstadt den Strom abzuschalten.
1919 spendete Cabrera der Demokratischen Partei der USA 1 Mio. US$ um sich deren Wohlwollen und damit die Sicherung seiner Macht zu erhalten. Dies nützte ihm aber nichts zwar marschierten 1920, 10.000 US-Soldaten aus Kuba in Guatemala ein, um seine Position zu schützen. Dennoch kam es zu einem Volksaufstand und Cabrera wurde gestürzt.
Die ”Partido Unionista” veranstaltete am 11.mrz.1920 einen politischen Umzug, bei welchem sie die Einheit Zentralamerikas forderte, bei dieser Demonstration wurden mehrere Schüsse abgegeben, die einen Demonstranten verletzten. Diese Schießerei war der Anlass für ein weiteres Anwachsen der Bewegung gegen den Präsidenten.
Der Sekretär des Präsidenten, General José Letona, eröffnete die Nationalversammlung und behauptete der Präsident habe abweichende geistige Fähigkeiten , weshalb am 08.apr.1920 das Gesetz 1022 veröffentlicht wurde mit dem der Pausenzustand des Präsident erklärt wurde, besser gesagt die Beschneidung der Rechte wegen Abweichungen seiner geistigen Fähigkeiten. Er hatte keine andere Möglichkeit, als am 14.apr.1920 von seinem Amt zurück zu treten. Er wurde Gefangener in seinem eigenen Haus und später in einen Karzer der zweiten Abteilung den National Polizei überführt, welcher sich dort befand, wo heute der Nationalpalast steht. Als Estrada Cabrera entmachtet wurde hatte er ein Kapital von 306.000 Dollar. Er starb am 24.sep.1924 in Guatemala Stadt, später wurden seine Reste auf dem Zentralfriedhof von Quetzaltenango beerdigt.
http://www.cidob.org/bios/castellano/lideres/p-004.htm [ASTURIAS]
08.apr.1920 – 05.dez.1921 Carlos Herrera
Landwirt mit modernen Ansichten.
Hob einen Teil der Konzessionen welche Lic. Manuel Estrada Cabrera den US-Konzernen eingeräumt hatte wieder auf.
Die Revolution des apr.1920 brachte ein neues politisches Klima, eine gewisse Offenheit erlaubte die politische Organisation von sozialen Sektoren, welchen vorher die politische Beteiligung verwehrt war. Im apr.1920 wurde der "Club Unionista", "Libertad del Indio" in Alta Vera Paz gegründet. Dieser wandte sich an die gesetzgebende Versammlung um den Mißbrauch, welcher von der lokalen Obrigkeit gegen die indigene Bevölkerung getrieben wurde anzuklagen.(Ubico war seit 1906 Kommandant der Departements Retalhuleu und Alta Verapaz ) Neben Anderem forderten sie von den Abgeordneten die FREIE ARBEIT, da in der ganzen Republik, durch die Arbeitsverträge nach dem Gesetz 243 vom 27.mrz.1894 die Indigenas, unterdrückt wurden.
Im sep.1920 wandte sich der deutschstämmige Latifundist (Irwin) Erwin Paul Dieseldorf an den Leiter der Staatskanzlei, Adalberto Saravia, und behauptete, der Präsident des Club Unionista der Indigenas von Carchá, José Ángel Jcó hätte in diesem Club die Mehrheit der Indigenas mit "bolschewistischen Angeboten", wie, das Land der Fincas an die Indigenas zu verteilen und die Löhne zu erhöhen, vereint und deshalb seien die Knechte in Senahú nun im Streik. Die einzige Weise, wie die Situation verbessert werden kann, besteht darin, dass José Ángel Jcó das Departement für immer verlässt, schrieb Dieseldorf in seinem Brief und fügte hinzu, dass in vielen Gegenden die Indigenas eigene Grundstücke besäßen und für sich entschieden hätten, sich auf diese zurückzuziehen und als Faulenzer zu leben, deshalb ist es notwendig, für diese Indios, welche nur noch produzierten, was sie zum Leben brauchten aber keinen Beitrag zur wirtschaftlichen Bilanz des Landes leisten, eine Belastung zu verfügen. Nach meinem Urteil, führt Dieseldorf weiter aus, ist es ein Fehler einem Indio soviel macht zu gegen, wie sie Jco gegeben wurde.
Einen Monat nach diesem Brief, wandte sich jener José Ángel Jcó an den Präsidenten, um mitzuteilen, dass er von einigen Hellhäutigen verprügelt und ins Gefängniss von Cobán gebracht wurde. Dies alles aus Missgunst, da unser Club ziemlich stark ist.
Zur Geschichte des Arbeitsbuches im Kaffee spanischsprachig:
http://www.prensalibre.com/pl/domingo/archivo/revistad/2005/agosto05/210805/final.shtml (im Link angegebene Quelle: Regina Wagner: "Los Alemanes en Guatemala 1828-1944", Asociacion de Educacion y Cultura 'Alejandro von Humboldt' Comite de Investigaciones Historicas, Editorial IDEA, La Universidad en su Casa, Universidad Francisco Marroquin, Guatemala, 1991. )
Carlos Herreras Regierung war ein Augenblick vergönnt, das alte Streben nach der zentralamerikanischen Union zu pflegen, zumal in die kurze Amtszeit das hundertste Jubiläum der Unabhängigkeit fiel. Es wurde ein ”Palacio del centenario” errichtet, der aus Karton gebaut, bald ein Raub der Flammen wurde.
Im ersten Weltkrieg waren Güter von Deutschen beschlagnahmt worden. Nun wurden viele wieder zurück gegeben. Bei der deutschen Elektrizitätsgesellschaft EEG gelang dies nicht. Die UFC Tochter „Electric Bond and Share“ riss sie sich unter den Nagel und komplettierte damit ihr Energiemonopol
Als sich am 05.dez.1921 um Mitternacht sich eine Gruppe bewaffneter Militärs angeführt von General José Maria Orellana erhob, war Carlos Herrera gezwungen sein Amt zu übergeben und nach Paris zu emigrieren.
06.dez. 1921 - 26 sep. 1926 Gen. José María Orellana (liberal)
*11.jul.1872El Jicaro, Dept. El Progreso. Gen. José María Orella übernahm die Regierung und installierte die Liberale Partei von neuem in diesem Amt. Es war ein großer Rückschritt die Druckereien der Zeitungen “El Día” und “El imparcial” wurden beschlagnahmt. Er lehnte den Journalismus ab, und hob im mai 1922 die verfassungsmäßigen Bürgerrechte auf. Sein größter Erfolg war die Einführung der Währung Quetzal, zum Kurs 1 Quetzal zu 1 US-Dollar, welcher im Jahr 1924 einzigartig in Lateinamerika stabil blieb. Unter seiner Regierung wurde die “Escuela Normal Superior” gegründet und 500 km Straßen im ganzen Land gebaut, ebenso wurde die “Banco de Guatemala” gegründet. gestorben am t26.sep.1926 0:15 im Hotel “Manchén” in Antigua Guatemala an Herzversagen.
26.sep.1926 – 12.dez. 1930 Gen. Lázaro Chacón (liberal)
*27.jun.1873 Teculután, Zacapa. Nach dem Tod von Gen. José María Orellana ernannt.
Gewährte den US-Bananenkonzernen 25 Jahre Zoll- und Steuerfreiheit.
Sachte modernistisch und fortschrittlich was er seiner Verwaltung aufdrückte. Sein Wahlkampf war schwierig, da er sich zwischen zwei oppositionellen Strömungen in der liberalen Partei definieren musste, Seine Regierung musste gegen die internationale Spannung mit Honduras Position ergreifen. Diesser Konflikt erreichte seinen Höhepunkt , mit einer militärischen Konfrontation 1929 auf grund von Grenzverlaufstreitigkeiten zweier Bananenfirmen in beiden Ländern, erreichte Mit Honduras war der Bananenkonzern Cuyamel von Samuel Zamurray ("Banana Sam") gemeint, dieser hatte 1912 Manuel Bonilla zum Präsidenten von Honduras gemacht. Gründete die Banken “Crédito Agrícola” und “Crédito Hipotecario Nacional” errichtet das Gebäude der medizinischen Fakultät und das der Naturwissenschaften beendete die Arbeiten an der Eisenbahn, der Bau des Parlamentes wurde fertiggestellt trug zu Währungsstabilität bei.
Erkrankte in Amtsausübung schwer und wurde in die USA verlegt, wo er am 09.apr.1931 starb.
17.dez.1930- 02.jan.1931 Gen. Manuel Orellana
Die Verwirrung um die Nachfolge von Gen. Lázaro Chacón nutzte Gen. Manuel Orellana, um sich als Kommandant der Festung “San Rafael de Matamoros” militärisch gegen den Lic. Baudilio Palma zu erheben. Bald hatte er die Macht im Land. Er setzte Ruhe im Land durch, reorganisierte einige Millitärposten und benannte einen neuen Ministerrat. Als Washington der Staatstreich bekannt wurde, entsandte es Sheldon Whitehouse als Botschafter der USA, welcher Manuel Orellana aufzeigte, dass Washington nicht mit seiner Regierung verhandeln werde. Damals war formal Lázaro Chacón noch Präsident, aber auf grund seines Rücktrittes am 31.dez.1930 nahm der Kongress seinen Rücktritt mit einem Gesetz an, in welchem er General Manuel Orellana ernennen musste da dieser keine Opposition hatte. Sein Auftritt im höchsten Amt war kurz und umstandshalber konnte kein Regierungsprogramm erstellt werden.
14.feb.1931 – 01.jul.1944 Gen. de División Jorge Ubico Castañeda (Liberal Progresista)
*10.nov.1878 Guatemalastadt t14.ago.1963 New Orleans
War auf vielen Schulen, Lyzeen und Instituten bevor er zwischen mrz.1894 und jul.1895 die Militärakademie besuchte, anschließend erreichte er auch auf dem “Instituto Central para Varones” keinen Abschluss. Er widmete sich im folgenden Sportarten wie Boxen, Schwimmen, Fechten und Radfahren, im aug.1896 wurde er Fahrradmeister der fiesta.
Er wurde per Gesetz vom 29.nov.1922 zum Präsidentschaftskandidaten ernannt, scheiterte aber an den folgenden Wahlen, bei der ersten, 1926 gegen Gen. Lázaro Chacón und bei der zweiten gegen Gen. José María Orellana. 1931 gewann er die Wahlen mit Unterstützung der Partei “Liberal Progresista” und des US-Botschafters Boas Lang. Nach der Amtsübernahme durch Ubico veröffentlichte die "Partido Liberal Progresista” "El principo de no reelección quedó establecido, como ha quedado fundada la escuela de la libertad"; Das Prinzip der Nichtwiederwahl bleibt bestehen wie es in der Schule der Freiheit begründet ist. Jedoch sechs Jahre nach dieser Veröffentlichung arbeitete die Partei an Ubicos Wiederwahl.
Ubico war ein Paradefaschist. Seine Regierung, war eine der ersten, welche Franco anerkannte, er hatte sich den Sieg der Faschisten so sehnlich gewünscht, dass sein Glückwunschtelegramm für den Gaudillo noch von den Republikanern in Madrid empfangen wurde. Jede Opposition ließ er grausam unterdrücken, hunderte Gewerkschafter, Studentenführer und Politiker hinrichten. Allein 1933 ließ er mehr als 100 Arbeitern, Studenten und Mitgliedern der Opposition ermorden. Unter Ubico gab es keine politischen Prozesse, da er konsequent das Gesetz der Flucht anwenden ließ vgl. (09.feb.1898 – 08.apr.1920 Lic. Manuel Estrada Cabrera).1906 wurde er Kommandant der Departements Retalhuleu und Alta Verapaz ernannt. Ein deutschstämmiger Cafetalero in Alta Verapaz, Erwin Paul Dieseldorf, übersetzt das Sklavengesetz von deutsch Südwestafrika: Ubico verkündet es 1934 als Gesetz gegen das Vagabundentum: Indigenas müssen unentgeltlich 120 Tage im Jahr für die Latifundisten in den Kaffeefincas oder im Straßenbau arbeiten. Als Landstreicher galten fortan Bauern, die sich nicht zur Arbeit auf Latifundien verpflichtet hatten und weniger als 3 ha Land besaßen. Die Zahl der jährlichen Arbeitstage, die die zwangsrekrutierten Kleinbauern ableisten mussten, hing von der Größe des eigenen Landbesitzes ab: je kleiner das Feld, desto mehr Tage. Indigenas, die Bevölkerungsmehrheit, wurden gezwungen stets das sogenanntes Arbeitsbuch mit sich zu führen, in dem die Tage unentgeltlicher Fronarbeit verzeichnet wurden. Hatte einer von ihnen nach Meinung der Kontrolleure nur geringe Arbeitsleistung vorzuweisen, verurteilte man ihn zu einem halben Jahr Feldarbeit, welche er nicht selten auf den Plantagen der United Fruit Company ableisten musste. Grundbesitzer erhielten ungeahnte Privilegien. Ubico räumte ihnen das Recht ein, nach eigenem Gutdünken zu töten. Im Staatsdekret nr. 2795 hieß es: "Die Eigentümer von Plantagen werden jeder strafrechtlichen Verantwortung enthoben."
Zum Deutschtum in Guatemala deutschsprachig:
http://www.contextxxi.at/html/lesen/archiv/cxxi0234_10.html 1936 unterzeichnete Ubico einen Vertrag der United Fruit der ihr alles benötigte Land steuerfrei und ohne Bezahlung garantierte. Die United Fruit verpflichtete sich im Gegenzug, Eisenbahnlinien, Straßen und Hafenanlagen zu bauen. Von diesem Zeitpunkt an nahmen die Enteignungen von Indigena-Land zu.
Es war eine monströse, finstere Regierung unter der sich Niemand frei äußern konnte ohne Angst haben zu müssen verdroschen, eingesperrt oder erschossen zu werden. Die Dichter, Journalisten, und Intellektuellen wurden verfolgt. Ubico verbreitete Angstzustände was darin gipfelte, dass sehr bekannte, wichtige Personen der Epoche wie der Lic. H. Abraham Cabrer geohrfeigt wurden. Das Wort „Arbeiter“, sollte auf Anweisung, Ubicos, eines glühenden Verehrers Hitlers und Mussolinis, aus Woschatz gestrichen werden.
Es störte die UFC Manager wenig, dass der Mann, dem sie soviel verdankten, alle Symptome eines Irren aufwies, Dutzende Napoleon Büsten aufstellen ließ, auf einem weißen Motorrad durch das Land brauste und in Guatemala Stadt einen Minieiffelturm errichten ließ.
Von ihm erhielt die UFC die Konzession für den Bananenanbau nun auch an der Pazifikküste zu den gewohnt haarsträubenden Konditionen. Für die, Dauer von 99 Jahren wurde de Konzern abermals von allen Steuern und Abgaben befreit, wurde ihm die zollfreie Einfuhr aller Güter gestattet und der Arbeitslohn der Plantagenarbeiter per Regierungsdekret, gedrückt.
Am 11.dec.1941 erklärt Guatemala Deutschland den Krieg. Als Nazi verdächtigte Männer wurden ausgewiesen, in Texas interniert und ihr Land verstaatlicht
Deutschland en la Verapaz, spanischsprachig:
http://www.prensalibre.com/pl/domingo/archivo/revistad/2005/julio05/240705/dfondo.shtml Ubico ordnete den Bau des Nationalpalastes, des Postgebäudes, des Justizpalastes, der National Polizei, der öffentlichen Gesundheit, und so weiter. Begann ein ausgedehntes Straßennetz im Land, bezahlte die Auslandsschuld und ordnete außerordentliche Maßnahmen zur Austerität an, zog das Land aus der Weltwirtschaftskrise, welche 1929 begann, ebenso gründete er eine Schule zur Funkerausbildung und es wurden wichtige historische Werke verlegt unter diesen die gefeierte guatemaltekische Bibliothek und technisch wurde das Nationalarchiv organisiert.
Vierzehn Jahre litten die Guatemalteken unter Ubicos Schreckensherrschaft. Im Mai und Juni 1944 ging das Volk angeführt, von den Lehrern auf die Straße. Am 25. jun.1944 befahl er, dass Versammlungen, welche seinen Rücktritt forderten aufgelöst werden. An diesem Tag wurde die Lehrerin María Chinchilla durch die Tyrannei Ubico´s ermordet. Zu Ehren von María Chinchilla wird heute der Tag der Lehrerin am 25.jun. begangen. Ladenbesitzer, Studenten und Arbeiter marschierten vereint unter der Forderung nach mehr Demokratie. Die Geschäfte schlossen. Die Armee versagte ihm den Dienst, von US Präsidenten Franklin D. Roosevelt war keine Hilfe für den Wahnsinnigen zu erwarten. Am 01.jul.1944 dankte er ab und beauftragte seinen Gefolgsmann General Federico Ponce mit der Wahrnehmung der Amtsgeschäfte und Tränen rollten ihm von den Wangen.
Am 14.ago.1963 starb Ubico im Exil in New Orleans, USA. Am 14.ago.1963, wurden seine Reste eingebürgert und auf dem Zentralfriedhof von Guatemalastadt beerdigt.
weitere Charakterisierungen: Carlos Marroquín:"Miguel Angel Asturias" Reclam Biografien,1988 S. 95 und William Krehm
01.-03.jul.1944 Militärjunta
Gen. Eduardo Villagrán Ariza, Gen. Federico Ponce Vaides., Gen. Buenaventura Pineda.
03.jul.– 20.oct.1944 Gen. Federico Ponce Vaides
Seine Regierung erließ Gesetze zur Zuckerraffinade und zur Köhlerei, und setzte Präsidentschaftswahlen fest, welche aber nicht innerhalb der Amtszeit verwirklicht wurden, da eine bewaffnete Bewegung die Situation im Land veränderte.
Der Sieg kam für die Opposition überraschend schnell, der Anspruch auf die Macht war von ihr formuliert, doch hatte man sich noch gar nicht auf einen Kandidaten geeinigt. Es waren wiederum die Lehrer, die den Namen Juan Arévalo in die Diskussion brachten. Seit vierzehn Jahren lebte der Philosophieprofessor im argentinischen Exil, doch war er durch seine Bücher zur Geschichte und Landeskunde Guatemalas an den Schulen seiner Heimat bestens bekannt, galt als ein patriotischer Demokrat, der in der geistigen Tradition der lateinamerikanischen Unabhängigkeitsrevolution eines Simón Bolívar stand. Seine Rückkehr nach langen Jahren der, Emigration war jedoch alles andere als ein Triumphzug, hatte doch die neue Regierung Ponce bereits einen Haftbefehl gegen den Professor unterzeichnet.
Wenige Wochen nach der geheimen Rückkehr des neuen Führers der demokratischen Kräfte trafen auch zwei Offiziere wieder in Guatemala ein. Sie hatten einst ins benachbarte EI Salvador flüchten müssen, als sie sich gegen die Diktatur stellten, und kamen nun, die Verhältnisse in ihrem Lande zu verändern. Binnen kurzer Zeit verstanden es die beiden, die Stimmung im Offizierskorps gegen das faktische Weiterbestehen der Diktatur zu beeinflussen und die Streitkräfte zur Erhebung zu führen. Unter großer Beteiligung der Bevölkerung würde das Regime schließlich gestürzt, und ein Triumvirat übernahm die Macht. neben dem Geschäftsmann Jorge Toriello die beiden Helden des Aufstands, Major Francisco Arana und Hauptmann Jacobo Árbenz.
20.okt.1944 – 15.mar.1945 Junta Revolucionaria del Gobierno Hauptmann Jacobo Árbenz Guzmán, Zivilist Jorge Toriello Garrido, Mayor Francisco Javier Arana.
Fand nach der militärischen Bewegung des 20.okt.1944 zusammen. Ihre vorrangigste Aufgabe war die Benennung einer verfassunggebenden Nationalversammlung, welche die seit 1879 gültige Verfassung ersetzen sollte. Die neue Verfassung schuf eine Leitung der Streitkräfte und einen nationalen Verteidigungsrat. Darüber hinaus wurde den Gemeinden des Landes Autonomie gewährt sowie einigen anderen wichtigen Einrichtungen des demokratischen Lebens. Im dez.1944 fanden die ersten technisch korrekten Präsidentschaftswahlen der guatemaltekischen Geschichte statt, die der revolutionären Koalition Frente Unido de Partidos Arevalistas und ihrem Kandidaten Juan José Aréval Bermejo den Wahlsieg brachten.
Die neue Regierung [gemeint war das Triumvirat] hat Gesetze abgeschafft, Feinde ins Exil geschickt und aufgeräumt. Gesäubert wurde unter den Regierungsangestellten. Die verhasste Geheimpolizei wurde aufgelöst und durch eine Zivilgarde ersetzt. Der frühere Präsident Ubico und seine Freunde verwies man des Landes, kein einziger General blieb, In den Monaten zwischen dem 20.oct. und dem 15. mrz.1945 wurden weniger Tage darauf verwandt, das neue System zu schaffen, als man zuvor Jahre gebraucht hatte, um das, alte einzurichten."
Sie beriefen Neuwahlen ein und nominierten Professor Arévalo als offiziellen Kandidaten. Der siegte im Dezember 1944 mit 85 Prozent der Wählerstimmen fünfmal soviel wie alle seine Rivalen zusammen.
15.mrz.1945 – 15.mrz.1951 Dr. Juan José Arévalo Bermejo
*10.dez.1904 Ciudad de Taxisco, Dept. de Santa Rosa
Wurde auf dem “Colegio Católico Domingo Sabio” zum Grundschullehrer ausgebildet. 1922 erhielt er seine Reifeprüfung und immatrikulierte sich auf der Fakultät für juristische und soziale Wissenschaften und erhielt ein Stipendium für eine Studium an der humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität von La Plata in Argentinien. Heiratete er Eliza Martínez eine vornehme, argentinische Lehrerin. Hervorragender Humanist, zum großen, vorangetriebenen Regierungsprogramm gehörten: ein Arbeitsrecht, eine Sozialversicherung, Kindergärten, ein Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, und Sozialentwicklung, ein Währungsinstitut, eine Bankaufsicht, die “Banco de Guatemala” verschiedene Bildungseinrichtungen, Bundesschulen, ein Landesgesetz zum Lehramt, eine Fakultät für Humanwissenschaften und ein Institut für Anthropologie und Geschichte 1946. Den drei Gewalten im Staat wurde Autonomie gewährt, es wurde eine Autonomie der Gemeinden eingeführt, eine Autonomie der Streitkräfte, eine Freiheit zur öffentlichen Kritik an Regierungshandlungen, ein Komitee zur Alphabetisierung, die Schaffung des Amtes für Bildung auf dem Land. Die Kultur konnte auf allen Bildungsniveaus wachsen, die Löhne für Lehrer wurden erhöht; eine Buchdruckerei wurde durch die Einrichtung eines Verlages des Bildungsministeriums ermöglicht.
Die liberale Verfassung von 1945 hob das Wiederwahlverbot des Präsidenten hervor, dessen Rechte sie auch einschränkte; ferner verankerte sie erstmals explizit das Recht zur Gründung politischer Parteien und führte das Frauenwahlrecht für Schreib- und Lesekundige ein, das Gesetz gegen das Vagabundentum wurde abgeschafft. Obschon die Verfassung das Recht auf privaten Besitz vorsah, erlaubte sie doch die Enteignung ausländischen Besitzes und inländischer Latifundien. Die Regierung Arévalo Bermejo führte zahlreiche Reformen durch. Sie leitete eine Industrialisierungspolitik ein, förderte Gewerkschaften und Bauernligen (Arbeitsgesetzgebung Código de Trabajo 1947) und baute das Erziehungssystem auf dem Lande aus. 1947 wurde ein Gesetz erlassen; nach dem ungenutzte Ländereien an besitzlose Landarbeiter und Bauern zwangsverpachtet werden konnten.
Der 31 Jahre alte Àrbenz wurde vom Hauptmann zum Oberst und zum Verteidigungsminister ernannt.
In seiner Antrittsrede erklärte der neue Präsident Arévalo: „Jetzt treten wir in eine Periode des Verständnisses für die, welche auf den Feldern arbeiten, in den Läden, auf Militärbasen, in kleinen Unternehmen. Wir werden dafür sorgen, dass der eine die gleichen Rechte wie der andere hat.“ Vier großen Bereichen widmete die Regierung ihre besondere Aufmerksamkeit: Agrarreform, Sozialgesetzgebung, Bildung und Demokratisierung. Binnen kurzer Zeit erließ die Regierung eine Reihe einschneidender Maßnahmen: Eine neue Verfassung trat in Kraft, in welcher der Achtstundentag, gleiches Recht für Mann und Frau, die obligatorische Schulpflicht für alle Kinder und viele andere Neuerungen festgeschrieben waren. Das Zwangsarbeitsgesetz aus der Zeit der Diktatur wurde ersatzlos gestrichen, Gewerkschaften und Landarbeiterverbände erhielten offiziell ihre Zulassung, und gemeinsam mit ihnen wurde der Rahmen für die erste Sozialversicherung in der Geschichte Guatemalas erarbeitet.
Bei alldem verstand sich Arévalo als ein Verfechter einer Politik, die man am ehesten mit der des "New Deal" des US Präsidenten Franklin D. Roosevelt vergleichen konnte. Mit Kommunisten hatte er folgerichtig nichts im Sinn, sie blieben während seiner gesamten Amtszeit in der Illegalität. Sein großes Ziel war es, Guatemala endlich von der Allmacht des Weltmarktes für die Monoprodukte Banane und Kaffee zu befreien und mit der so lange versäumten Industrialisierung zu beginnen.
1947 legte das FBI auf Anweisung seines Lebenszeit Chefs Edgar Hoover eine Akte "Arévalo" an, nachdem in Guatemala ein neues Arbeitsgesetz verabschiedet worden war. Es sah zwar erstmals in der Geschichte des Landes das Recht zum Streik vor, ging aber über, das bestehende Gesetz in den USA Staaten nicht hinaus. Ausdrücklich stellte der Arbeitsminister klar: „Eine kapitalistische Demokratie sollte mit den ihr zur Verfügung Mitteln, von denen einige gesetzlich vorgeschrieben sind, die wirtschaftliche Ungleichheit kompensieren zwischen denen, welche Produktionsmittel besitzen, und denen, die ihre Arbeitskraft verkaufen.“1947 wurde aber auch der CIA gegründet und übernahm die Aufgaben des FBI in Lateinamerika.
Nach Verabschiedung des Arbeitsgesetzes drohte die United Fruit, ihre gesamten Aktivitäten in Guatemala einzustellen, doch dann besann man sich in der Chefetage des Konzerns und mobilisierte die zur Verfügung stehenden Kräfte gegen die Regierung. Am Ende der Amtszeit von Präsident Arévalo standen 32 Attentatsversuche zu Buche, deren Spuren stets in die Kontore der Obstgesellschaft wiesen. Auch Washington verstärkte über lokale Mittelsmänner den politischen Druck auf die Regierung in Guatemala Stadt, und am Ende, seiner Amtszeit zog Juan José Arévalo eine ernüchternde Bilanz: „Als ich am 15. März 1945 das Amt des Staatspräsidenten übernahm, war ich von einem romantischen Feuer beseelt. Ich glaubte noch an das grundlegende Edle im Menschen, glaubte wie nur ein glühend Glaubender an die Aufrichtigkeit politischer Lehren und war inspiriert von der großen Hoffnung, Menschen zu ihrem Glück verhelfen zu können. Ich glaubte, sechs Jahre Regierungszeit in einem lateinamerikanischen Land müssten genügen, um Sehnsüchte niedergedrückte Volksmassen zu befriedigen und soziale Strukturen zu schaffen, die dem Volk bis dahin von feudalen Regimes verweigert worden waren. Ich glaubte außerdem, und dies nicht ohne Grund, noch immer, dass die Republik Guatemala. sich selbst regieren könnte, ohne sich äußeren Kräften unterwerfen zu müssen, frei von Anforderungen, die nicht vom Volkswillen der Mehrheit ausgingen. Die Bananenmagnaten, Landsleute von Roosevelt, begehrten auf, weil ein Präsident Mittelamerikas den Mut hatte, seinen Mitbürgern vordem Gesetz die gleichen Rechte zu verschaffen wie den ehrbaren Familien von Exporteuren.“ Und der Präsident schloss resigniert: „Da sah. der naive und romantische Lehrer von seinem Präsidentenstuhl aus, wie vergänglich, zerbrechlich und schlüpfrig die internationalen Doktrinen von Demokratie und Freiheit waren."
1950 beschäftigte die UFC auf ihren 500 Plantagen fast eine halbe Million Landarbeiter (Guatemala hatte zu dieser Zeit kaum drei Millionen Einwohner), seine Verwaltungsgebäude glichen Palästen, neben dem Bananen und Kaffeeanbau hatte er sich, in völlig, artfremden Industriezweigen ausgebreitet, besaß Schuh , Zement , Papier und Spirituosenfabriken kontrollierte mehrere Zeitungen und Rundfunkstationen, den einzigen Hafen, die Eisenbahn, die Elektrizitätsversorgung, Telefonverbindungen, wichtige Straßen, tropische Regenwälder, ungehobene Bodenschätze, Wasserkraftwerke ... Doch das Bild der Allmacht hatte in den Jahren der Arévalo Regierung einige Kratzer erhalten. Streiks legten zeitweilig gar den gesamten Betrieb in Puerto Barrios lahm. Anstatt jedoch hieraus die Lehren zu ziehen, bewies die UFC mit der Aufstellung ihres Kandidaten, Gen. Miguel Ydígoras Fuentes, nur einmal mehr ihre Unfähigkeit, zur realistischen Einschätzung der Lage. Nicht so sehr die fade Erscheinung als vielmehr seine Verbundenheit mit dem gestürzten Diktator Ubico machten ihn für die Mehrheit der Guatemalteken einfach unwählbar, ihm wird es von 03.mrz 1958 - 30 mrz.1963 gelingen sich ins Präsidentenamt zu mogeln.
Ganz anders hingegen erschien der Kandidat der Regierung, der junge Verteidigungsminister Jacobo Árbenz, ein Nachkomme Schweizer Einwanderer, einer der besten Kadetten in der Geschichte der Militärakademie, ein. bekannter Sportler, und was für die Wähler zählte er war ein Held des Aufstandes gegen die Diktatur. Am 13. November 1950 wurde er mit 65 Prozent aller Stimmen zum neuen Präsidenten gewählt.
Im nov.1946 erhielt Dr. Juan José Arévalo Bermejo als Ehrenbezeugung, die Kette des aztekischen Adlers in Mexiko.
Dr. Juan José Arévalo Bermejo lebte viele Jahre im Exil und starb 1990 in Guatemalastadt. Seine Reste wurden auf dem Friedhof von Taxisco beerdigt.
15.mrz.1951- 27.jun.1954 Oberst Jacobo Árbenz Guzmán
*14.sep.1913 Quetzaltenango Stadt. Begann sein Studium in seiner Heimatstadt, später übersiedelte er nach Guatemalacity und führte dort seine Studien an der Militärakademie (Kadett nr. 497) fort. Widmete sich sozialen, politischen und wirtschaftlichen Problemen. Als Oberstleutnant beteiligte er sich an der Revolution von 1944.
Seine Regierungsprogramm hatte folgende Projekte: modernes funktionelles Kommunikationsnetz, Bau einer Straße zum Atlantik, Gesetz zur Agrarreform, sowie weiterer gesetzlicher Regelungen zur kollektiven Nutzungen, das Projekt des Wasserkraftwerkes Jurúm –Marinalá. (Heraufsetzen des Mindestlohnes auf 1,08 U$/d).
Thomas McCann, Angestellter der UFC über lange Jahre, vermerkte in seinem Insiderbericht über die Geschichte des Konzerns: „Guatemala wurde als Ort der frühesten Entwicklungsaktivitäten um die Jahrhundertwende ausgewählt, weil ein, großer Teil des Staatsgebietes erstklassiges Bananenland war und weil zu der Zeit, als wir in Mittelamerika Fuß fassten, Guatemalas Regierung die schwächste, korrupteste und willfährigste der ganzen Region war. Das Land bot, kurz gesagt, ein ideales "Investitionsklima" und fünfzig Jahre lang hat die United Fruit große Profite gemacht. Dann lief etwas schief: Ein Mann namens Jacobo Árbenz wurde Staatspräsident.“
In Guatemala hatten sich zum Zeitpunkt des Amtsantritts von Árbenz die Zustände bereits gewandelt. Demokratische Normen bestimmten die Gesellschaft, die Gewerkschaften hatten ihre Basis erweitert, das städtische Proletariat Erfolge bei der Verteidigung seiner politischen und sozialen Rechte errungen. Bedeutendes war auch auf den Gebieten Erziehung und Kultur geleistet worden. Kaum verändert hatte sich hingegen die ökonomische Struktur, und hier setzte, der neue Präsident den Hauptakzent der Politik. In seiner Antrittsrede vor dem Kongress, in dem seine Vereinigte Demokratische Front über die Mehrheit von 48 der insgesamt 58 Sitze verfügte, sagte Árbenz: „Unsere Regierung hat sich die wirtschaftliche Entwicklung vorgenommen und denkt dabei an drei fundamentale Ziele: Umwandlung unseres Landes von einer abhängigen Nation mit einer halbkolonialen Wirtschaft in ein wirtschaftlich unabhängiges Land, Umwandlung Guatemalas von einem rückständigen Land mit vorherrschend feudalistischer Wirtschaft in einen modernen kapitalistischen Staat und die Bewerkstelligung dieser Umwandlung auf eine Weise, welche den Lebensstandard der breiten Masse unseres Volkes auf das höchstmögliche Niveau bringt." Eindeutig bekannte sich Árbenz zur Förderung der einheimischen Privatwirtschaft, räumte auch dem Auslandskapital breite Entfaltungsmöglichkeiten ein, solange es sich den örtlichen Gegebenheiten anpasste, die Gesetze respektierte und zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes beitrug. Diese Ziele stimmten überein mit den Empfehlungen der Autoren einer 300 Seiten starken Analyse der Weltbank. Die Studie empfahl der guatemaltekischen, Regierung, ein unabhängiges Elektrizitätsnetz, Lohnerhöhungen zur Belebung des Binnenmarktes, Anstrengungen , bei der Industrialisierung des Lande, die Einführung einer Kapitalertragssteuer und die staatliche Kotrolle im Transport und Verkehrssektor. Alle diese Empfehlungen berührten natürlich direkt oder indirekt die Interessen der UFC, und bereits die erste Verwirklichung der Ratschläge der Weltbank rief den lauten Protest der Obsthändler hervor. Die Regierung gab den Bau einer Autostraße zum Atlantik hin in Auftrag, um der Gesellschaft das Monopol bei de' Verschiffung der Exporteuren zu nehmen und gleichzeitig de horrenden Tarifen der konzerneigenen Eisenbahn nicht länger ausgeliefert zu sein. (Nach Angaben der Internationalen Entwicklungsbank von 1951 verlangte die IRCA die höchsten Frachtsätze der Welt.) Doch dabei blieb es nicht, die Regierung ließ ein staatliches Elektrizitätswerk errichten, um endlich das Energiemonopol der United Fruit zu brechen. Der Konzern reagierte rasch und entsandte einen seiner Direktoren, der den neuen Präsidenten Guatemalas mit einer Reihe von Forderungen konfrontierte, darunter der, die minimale Exportsteuer (es war im übrigen die einzige Abgabe, die der Konzern überhaupt entrichtete) auf keinen Fall zu erhöhen. Auf diese freche Herausforderung erhielt der Konzern eine schnelle und ungewöhnliche Antwort. Árbenz verwies auf Grundsätze der künftigen Zusammenarbeit zwischen dem Staat und ausländischen Konzernen und blätterte anschließend seinerseits, einen Katalog von Maßnahmen auf, wie die nach drastischer Reduzierung der Bahnfrachten, Erhöhung der Exportzölle sowie, Kompensationszahlungen für die Erschöpfung des Bodens durch Monokulturen. Die UFC entließ 4.000 Landarbeiter, worauf eine Großplantage bei Tiquisate wegen ausgebliebener Lohnzahlung von der Regierung konfisziert wurde. Unterdessen arbeitete man in Guatemala Stadt mit Hochdruck an der Formulierung eines Gesetzes über die Agrarreform. Den Rahmen hatte Árbenz bei seinem Amtsantritt so abgesteckt: „Die Agrarreform ist ein entscheidender Bestandteil unseres Programms, damit wir uns der groß en privaten Latifundien entledigen und grundlegende Veränderungen in unseren primitiven, Arbeitsmethoden einführen können, das heißt unkultiviert Boden und jene Ländereien bestellen können, wo noch feudale Sitten, herrschen, und dies alles unter Anwendung der Wissenschaft und Agrartechnologie" Am Abend des 17.jun.1952 beschloss die Nationalversammlung unter dem Jubel der meisten Abgeordneten das Dekret 900 über die Bodenreform. Das Gesetz lag durchaus im Rahmen bürgerlich demokratischen Reformverständnisses, bebauter Boden wurde nicht angetastet, Grundbesitz unterhalb von 180 Hektar Land nicht erfasst und einzig die Einziehung unbebauten Landes gegen Entschädigung bestimmt. Die UFC Direktion jaulte, getreten auf. Sie bewirtschaftete von ihre in 225.000 Hektar großen Besitz zu dieser Zeit lediglich 15 Prozent, der Rest war Brachland, das logischerweise unter die Bodenreform fiel. Basis der Entschädigung wurde die jährlich entrichtete Grundsteuer, und die hatte die UFC “verkürzt“, indem sie ihren Besitz in der Steuererklärung absichtlich unterbewertete. Die Regierung bot der United Fruit in Form von staatlichen Schuldverschreibungen Entschädigungen in Höhe von, 627.572 Dollar, an, exakt soviel, wie die Rechtsanwälte der Firma gegenüber der Steuerbehörde angegeben hatten. Schließlich, nach langer Pause, erklärte der Prokurist, das Land sei gut und gern 16 Millionen Dollar wert. Damit war der Steuerbetrug für jedermann offensichtlich. Das State Department mahnte angesichts dieser Entwicklung: "Die USA haben das Recht und die Pflicht, auf solche übermütigen Angriffe zu antworten."
Nur brachliegende Latifundien sollten beschlagnahmt und zusammen mit staatlichem Land verteilt werden. 1953 gab es 140.000 neue Landbesitzer, denen insgesamt 750.000 ha Boden, (d. h. nur ein Sechstel des bisher ungenutzten Privatlandes) gehören. Von den inzwischen 210.000 ha Grundbesitz der United Fruit Company, drei Viertel davon brachliegend, wurden 175.000 ha verstaatlicht.
Die katholische Kirche, die als erste in den Enteignungen den Kommunismus gewittert hatte, machte sich zum Verbündeten der Großgrundbesitzer, der Unternehmen und der großen Konzerne, die gemeinsam Árbenz stürzen wollten.
Sein Versuch multinationale Unternehmen den Landesgesetzen zu unterwerfen, machte ihn besonders unbeliebt bei US-Multis: der United Fruit, und deren Töchter der “International Railways of Central America” (IRCA) und der "Electric Bond and Share Company"
Die US-Regierung wurde von der United Fruit Company (UFC) gelenkt.
Als Unterstaatssekretär für inter- amerikanische Angelegenheiten amtierte damals John Moors Cabot, Großaktionär des UFC.
Floyd Odlom, war Präsident der "Consolidated Vultee Aircraft", und eines Teils von "Electric Bond and Share Company"
Árbenz Projekt Atlantikstraße Guatemalastadt Puerto Barrios wurde durch einen Baugeräteboykott von seiten der USA beantwortet. Árbenz ließ weiterbauen.
Unter Federführung der United Fruit, deren Aktionär US Außenminister Dulles sich 1954 mit Adenauer in der Einschätzung der politischen Lage einig war, wurde Guatemala nun als kommunistische Bedrohung Lateinamerikas hingestellt. An die US verbündeten Staaten Honduras und Nicaragua wurden Waffen geliefert. Die guatemaltekische Armee war den hochgerüsteten umliegenden Ländern aufgrund des seit 1948 bestehenden US-Waffenembargos hoffnungslos unterlegen. Als in dieser Situation eine Waffenlieferung der Schweden in Puerto Barrios eintraf, war der Anlaß zum Eingreifen gegeben: Eine ca. 200 Mann starke Söldnerarme war propagandistisch zur mächtigen Armee aufgeblasen geworden, die Arme zur Untätigkeit überzeugt worden und im passenden Moment wurde Guatemalastadt und Puerto Barrio von B-26 Bombern bombardiert. [PBSUCCESS]
Der Schrecken zeigte Wirkung, Árbenz blieb scheinbar nichts übrig als am 27.jun.1954 die Macht an Carlos Enrique Díaz de León zu übergeben und in die mexicanische Botschaft zu exilirren. Er starb am 27.jan.1971 in DF. Seine Reste wurden 1995 nach Guatemala überführt.
30.jun. – 04. jul.1954 Junta Militar de Gobierno
In diesen Tagen drang Oberst Carlos Castillo Armas von Osten mit seiner Söldnertruppe, "Ejército de Liberación Nacional" in Guatemala ein. Als ihn der US-Botschafter nach Guatemalastadt eingeflogen hatte, zog Oberst Carlos Castillo Armas in eine fünfköpfige Junta ein. Diese bestand aus: Oberst Carlos Castillo Armas, Oberst Mauricio Dubois, Enrique Trinidad Oliva, Elfego H. Monzón und José Luis Cruz Salazar.
07.jul.- 01.sep.1954 Junta Militar de Gobierno: Vorsitzende: Carlos Castillo Armas; Oberst Elfego H. Monzón, Oberst Enrique Trinidad Oliva,
Sie führte eine Volksbefragung durch, mit dem Ziel, die Volksmeinung zu beraten, welches nachträglich durch die entsprechende verfassungsgebende Versammlung sanktioniert wurde.
01.sep.1954 – 26.jul.1957 Oberst Carlos Castillo Armas
*04.nov.1914 Santa Lucía Cotzumalguapa, Dept. Escuintla. Am 22.jan.1933 trat er der in die Militärakademie ein und schloss am 30.jun.1936 als Offizier ab. Konterrevolutionär von CIAs Gnaden. 1956 wurde eine neue Verfassung in Kraft gesetzt.
Unter Oberst Carlos Castillo Armas wurde die Agrarreform von Árbenz wieder rückgängig gemacht. Er vertrieb die Kleinbauern von ihren neuen Parzellen und gab bis 1956 der United Fruit und den Großgrundbesitzern alles Land zurück. Ab jetzt wurden Kolonisierungsprojekte als Agrarreform verkauft. Die Alphabetisierung der Bevölkerung wurde gestoppt, die Volksorgane zerschlagen, die kommunistische Partei verboten. Viele engagierte Funktionäre der Agrarreform und der Volksbildungsbewegung fanden den Tod. Terror, Mord, Massaker und willkürliche Verhaftungen waren wieder an der Tagesordnung. 1956 verabschiedete Castillo eine neue Verfassung, in welcher die sozialen Errungenschaften außer Kraft gesetzt wurden. Als Nebelgardinen wurden Wohnbauprogramme für Arbeiter initiíert und andere sozialen Bedürfnisse als Propagandafeldzüge wie "Vida mejor" benützt. Die Straße von Guatemalastadt zum Atlantik konnte nun fertig gestellt werden.
Der Hafen von Puerto de Santo Tomás de Castilla wurde instand gesetzt. Urbanisierungsprojekte wurden begonnen, wie zum Beispiel der Beginn des "Centro Cívico" und eine Straßenkonstruktion, genannt das Kleeblatt "El Trebol", beide waren durch Studien des Architekten Roberto Aycinena Echverría inspiriert. In der Ciudad de los Deportes in der Zona 5 wurde eine Brücke geschlagen.
Zu seinem 40. Geburtstag, wurde er von der verfassungsgebenden Versammlung zum Präsidenten erklärt. Die von ihm geführte Hochverrätergruppe, wurde zur Partei und nannte sich "Movimiento de Liberación Nacional" MLN.
Zum Abendessen am 26.jul.1957 wurde Carlos Castillo Armas im Präsidentenpalast, von einem Soldaten seiner Schutztruppe, Romeo Vásquez Sánchz, mit einem Gewehr erschossen. Dieser, soll auf Veranlassung von Rafael Leónidas Trujillo gehandelt haben und beging Selbstmord. Rafael Leónidas Trujillo war von 1942-1952 Präsident der Dominikanischen Republik. Ihm folgte sein Bruder Héctor Bienvenido Trujillo im Amt. Rafael Leónidas Trujillo gehörten 65-85 % der dominikanischen Wirtschaft, am 30.mai.1961 wurde er, unter Beihilfe der CIA, ermordet.
26.jul. – 24.oct.1957 Lic. Luís Arturo González López
Der Tod von Coronel Castillo Armas brachte ihn provisorisch ins Präsidentenamt. In seiner Amtsperiode wurde Licenciado Miguel Ortiz Passareli zum Präsidenten gewählt, aber eine Bewegung militärischer Kräfte und andere Umstände bewegten den Präsidenten zum Rücktritt. Die Anhänger von Gen. Miguel Ydígoras Fuents drängten darauf, dass wirklich freie Wahlen abgehalten würden.
24. – 26. okt.1957 Junta Militar de Gobierno Coroneles Oscar Mendoza Azurdia, Roberto Lorenzana Salazar y Gonzalo Yurrita Nova
26.okt.1957 – 02.mrz.1958 Coronel Guillermo Flores Avendaño
Bereitete einen angemessenen Wahlprozess vor, welcher von Gen. Miguel Ydígoras Fuentes gewonnen wurde.
Am 28.jun.1958 trat eine Militärjunta zusammen. Der neue Schritt zum Übergang dauerte vier Tage. Zu dieser Junta gehörten: Coronele Elfego H. Monzón, Coronel José Luis Cruz Salazar und Coronel Mauricio Dubois.
03.mrz 1958 - 30 mrz.1963 Gen.-Ing. Miguel Ydigoras Fuentes
*17.okt.1895 Ciudad de Retalhuleu,
Die Wahlen von 1957 erklärte der Verlierer, Ydígoras Fuentes, kurzerhand für ungültig und übernahm 1958 mit Unterstützung der USA das Präsidentenamt. Unter ihm blühte die Korruption, und bei der Verfolgung politisch Andersdenkender setzte er auf Gewalt.
Stellte den Invasoren der Schweinebucht guatemaltekisches Territorium als Ausgangsbasis zur Verfügung.
Die von Guatemalas Territorium ausgehenden Anschläge auf Kuba führten zu einer Revolte von Bevölkerung und Streitkräften. Erste Guerilla Aktivitäten richteten sich gegen das Militär und die United Fruit Company.
Unter seiner Herrschaft wurden einige Straßen im Land asphaltiert. Für die Strecke Guatemala Stadt zum Atlantik wurde einige Brücken im nov.1959 fertiggestellt, das Straßenkleeblatt (el Trebol) wurde fertiggestellt, der Industriepark wurde erstellt, die Brücke nach Belize erstellt, die Brücke “Baltazar Orena” über den Fluss “Los Esclavos” erstellt. Sowie das Anti- Tuberkulose Hospital "San Vicente", das Kinderkrankenhaus "María Teresa" der Anspruch auf Belize wurde legitimiert. Mit dem Staatsunternehmen “Empresa Nacional de Fomento y Desarrollo del Petén” (FYDEP) förderte er die Geflügelzucht. Das Land beteiligte sich am aktivsten am gemeinsamen zentralamerikanischen Markt “Mercado Común Centro Americano”. Sein Hauptanliegen war Wohnraum für die Mittelklasse unter dem Motto “eigene Anstrengung gegenseitige Hilfe”, "esfuerzo propio, ayuda mutua" . zu schaffen.
Am 13.nov.1960 rebellierte die Festung Matamoros, eine Lesart sagt das Ziel des Ausstands sei das Verhindern der Aggression gegen Cuba gewesen. 1962 werden die Furezas Armadas Revoluciónarias (FAR) gegründet.
1963 wurde Fuentes von seinem Verteidigungsminister Peralta Azurdia gestürzt.
1982 starb er mit 87 Jahren in Guatemalastadt.
[Empresa Nacional de Fomento y Desarrollo del Petén (FYDEP)]
01.apr.1963 – 01 jul.1966 Oberst Enrique Peralta Azurdia
*17.jun.1908 Guatemalastadt, stürzte Gen. Ydígoras Fuentes durch Staatstreich und wurde so Präsident. Verkündete zahlreiche Gesetze genannt: “DECRETO - LEY “ im juristischen Grobrahmen der “CARTA FUNDAMENTAL DE GOBIERNO”.
Nickel wurde durch die US-Kanadische Firma EXMIBAL seit 1965 mit einer Konzession von 40 Jahren gefördert.
Es stabilisierte sich die öffentlichen Finanzen und die Gehälter an die Staatsbediensteten wurden pünktlich gezahlt. Vorrangig wurde sich dem Bildungswesen im Land gewidmet, es wurden zahlreiche Schulen gebaut in vielen Fällen mit Drittmitteln und der Schulbetrieb wurde mit Nachdruck vorangebracht. 1965 erließ eine verfassungsgebende Versammlung eine neue Verfassung, in dieser wurde die Amtszeit der Präsidenten von sechs auf vier Jahre verkürzt. Den Arbeitern wurde ein “AGUINALDO” Weihnachtsgeld zugestanden. In seiner Amtszeit wurden neben anderen, ein Zivilrecht (BGB) ein Zivilprozessrecht (ZPO), ein Handelsrecht (HGB), ein Presserecht und ein öffentliches Ordnungsrecht erlassen.
Oberst Enrique Peralta Azurdia zog sich aus dem politischen Leben zurück und lebt im Moment in Miami, USA.
01.jul.1966 –01.jul.1970 Lic. Julio César Méndez Montenegro
*23.nov.1916 Guatemalastadt am 20.okt.1944 war er unter den Studenten, welche die in die Kaserne der Ehrengarde eindrangen, um gegen die Diktatur von Gen. Federico Ponce Vaidez zu protestieren.
1966 die USA erhöhen ihre Militär- und Wirtschaftshilfe und starten eine Antiguerillakampagne. Gründung der rechten Terrororganisation (Todesschwadron) "Mano Blanco".
National Security Archive Electronic Briefing Book No. 11
U.S. POLICY IN GUATEMALA, 1966-1996
Kate Doyle, Project Director
Carlos Osorio, Project Associate
englischsprachig:
http://www.gwu.edu/~nsarchiv/NSAEBB/NSAEBB11/docs/ Nach umstrittenen Wahlen wurde Julio César Méndez Montenegro Präsident. Während seiner Amtszeit gab es 1967 einen erneuten Höhepunkt der Gewalttaten: Rechte Terrorgruppen töteten Intellektuelle, Gewerkschafter, Studenten und Bauern. Als im Hochland Kupfer, Zinn und Erdöl entdeckt wurden, bemächtigte sich das Militär sofort des gewinnträchtigen Gebiets und vertrieb die Bewohner.
Kein Präsident schied fortan aus dem Amt, ohne zuvor einen Teil des wertvollen Bodens erworben und auf Staatskosten eine Straße zu den Liegenschaften gebaut zu haben.
Vizepräsident war der Journalisten Lic. Clemente Marroquín Rojas.
Er war ein namhafter Universitätsprofessor förderte die höhere Bildung durch den privaten Sektor. Setze Programme zur Wohnungsförderung an Bedürftige ins Werk. Beispielsweise die Eröffnung des dichtbesiedelten Viertels “1ero. Julio” in der 19 Zone von Guatemalastadt. Wasserkraftwerke, wie das “Jurún Marinalá” wurde in Betrieb genommen. Das Land erhielt die Genehmigung die Eisenbahn, welche bisher in US-Eigentum war, zu kaufen. Nach seiner Lesart praktizierte seine Regierung eine integrale und funktionierende Demokratie welche politische, wirtschaftliche und soziale Aspekte beinhaltete. Er starb am 30.apr.1996.
01 jul.1970 - 01 jul.1974 Gen. Carlos Manuel Arana Osorio
*17.jul.1918 Barberena, Dep. Santa Rosa. Von 1966 bis 1968 war er Kommandant der Militärzone “General Rafael Carrera” in Zacapa und war Botschafter Guatemalas in Nicaragua.
Die Vertreibung der Indigenas wurde fortgesetzt. Er nahm den Kampf gegen die Guerilla erneut auf, suspendierte Grundrechte und griff verstärkt zu repressiven und gewalttätigen Maßnahmen.
Unter seiner Amtszeit wurde der Bau der Straße Xayá – Pixcayá fortgesetzt. Die Brücke bei Amatitlán wurde erstellt., die Straße nach Cobán und ein Teil der Umgehungsringes von Guatemalastadt gebaut. Kaufte für Guatemala Aktien der “Empresa Electrica”
Sein Vizepräsident Lic. Eduardo Cáceres Lehnoff starb 1980 beim Massaker in der spanischen Botschaft.
Interview mit Rigoberta Menchú spanischsprachig:
http://www.albedrio.org/htm/entrevistas/siempre-001.htm Gen. Carlos Arana hat sich aus dem politischen Leben zurückgezogen und lebt im Moment in der Stadt Chiquimula in Guatemala.
1974-1978 Gen. Kiell Eugenio Laugerud García
*24.jan.1930 Guatemalastadt. Ende 1975 trat er bei der Kampagne zur Rückforderung Belizes mit bisher nicht gekanntem Schwung auf und sprach von einer möglichen militärischen Konfrontation um die Rechte Guatemalas in Wert zu setzen. Am 04. und 06. feb.1976 beendeten Erdbeben das Leben von 22.000 Guatemalteken und brachten einen Schaden von vielen Millionen Quetzales. Der Präsident begegnete der Situation mit allen Mitteln des Landes und mit Gekommenen aus allen Teilen der Welt.
In Alta Verapaz werden Öl- und Nickelvorkommen vermutet. Latifundisten und Militärs vertreiben Kekchí-Indigenas, als diese am 20.mai.1978 auf dem Rathausplatz von Panzós friedlich demonstrieren, werden 144 Kinder, Frauen und Männer ermordet. Es beginnt das Zeitalter der Massaker.
Panzós liegt südwestlich des Lago Izabal. Nach einem deutschen Konzept der Handelserschließung von Alta Verapaz, wurde der Hafen Lívingston durch Hochseeschifffahrt angedient, ab hier verkehrten Flussdampfboote nach Panzós. Panzós war dann Ausgangspunkt für eine Eisenbahn welche nach Tucurú führen sollte. Realisiert wurde sie bis Papaljá.
Der US-Präsident Jimmy Carter 1977-1980 machte für weitere Militärhilfe, die Beachtung der Menschenrechte, zur Bedingung
und fortan soll es keine Nachfrage nach Militärhilfe aus den USA gegeben haben.
[CINCO]
Im Moment lebt Gen. Kiell Eugenio Laugerud García von der Politik zurückgezogen.
01.jul.1978-23.mrz.1982 Gen. de División Fernando Lucas García
*04.jul.1924 Chamelco, Dept. Alta Verapaz Seine Eltern hießen: Fernando Lucas Juárez und Concepción García de Lucas. Am 02.apr.1945 tritt er in die Militärakademie als Kadett nr. 919 ein. Seinen Abschluss als Offizier erhielt er am 27.feb.1949.
Anschließend bekleidete er verschiedene Ämter in der öffentlichen Verwaltung. Während des Erdbebens 1976 war er Vorsitzender des nationalen Notstandskomitees, von diesem Posten wechselte er zum Verteidigungsminister. Danach war er geschäftsführender Direktor und konstante treibende Kraft der Arbeiten an der “Franja Transversal del Norte”
[FRANJA TRANSVERSAL DEL NORTE]
[CHIXOY DAM]
Auch er kam in dieses Amt durch Wahlbetrug und war korrupt.
Die wirtschaftliche Krise verschärfte sich, die Befreiungsbewegung bekam immer stärkeren Zulauf.
In seine Verantwortung fällt auch das Massaker in der spanischen Botschaft.
[Embajada Española]
Sein Vizepräsident Lic. Francisco Villagrán Kramer trat zur halben Regierungszeit zurück.
Am 06.okt.1981 wurde der 14-jährige Marco Antonio Molina Theissen entführt. Die Tat steht mit der illegalen Verhaftung seiner Schwester Emma Guadalupe Molina Theissen in Zusammenhang.
Einen Tag, nachdem sie von dem Ort ihrer Gefangenschaft hatte fliehen können, tauchten drei schwerbewaffnete Männer in Zivil vor dem Haus der Familie auf (Fahrzeug mit dem Kennzeichen P-16765). Zwei der Männer gingen hinein. Mit ihren Waffen hielten sie die Familie in Schach und durchsuchten das Haus eine Stunde lang. Sie ketteten Marco Antonio an einen Sessel im Wohnzimmer und knebelten ihn mit Klebeband. Dann stülpten sie ihm einen Sack über den Kopf, warfen ihn auf die offene Ladefläche des Lieferwagens und nahmen ihn mit, ohne sich um die flehentlichen Bitten der Mutter zu kümmern. Wir haben nie mehr etwas von ihm gehört.
Die Eltern machten sich auf die Suche nach Marco Antonio. Sie fuhren nach Quetzaltenango, um mit Oberst Quintero zu sprechen, sie suchten Unterstützung bei der katholischen Kirchenhierarchie, ohne Erfolg. Erzbischof Casariego bot ihnen an, sich bei General Lucas, dem damaligen Staatspräsidenten, für sie zu verwenden, weil er nach eigenen Aussagen jeden Mittwoch mit ihm frühstückte. Danach suchten sie Hilfe bei anderen Bischöfen, bei Journalisten, beim Polizeichef, beim Präsidentennachfolger General Ríos Montt, aber sie konnten nichts erreichen. Die Antwort der Militärbehörden war immer die gleiche: ‘Ihr Sohn ist von der Guerilla entführt worden’. Wegen der Drohungen musste die ganze Familie das Land verlassen.
Fall 11826, Guatemala, 1981.
sep.1981 Laut UN-Flüchtlingskommissar sind 40.000 Menschen in angrenzende Länder vor der Armee geflohen.
Im Moment hat sich Gen. de División Fernando Lucas García vom politischen Leben und der Armee entfernt und in Venezuela niedergelassen.
España pide captura de Romeo Lucas García:
http://www.prensalibre.com/pl/2005/febrero/21/index.html 23.mrz.1982 bis 08 ago.1983 Efraín Ríons Montt
*16.jun.1926 ciudad de Huehuetenango.
Begann seine Militärkarriere 1943 in der Festung Matamoros, als Kadett der Militärakademie, weitere Studien in den USA und Italien, Tiefbauingenieur, 1973 wurde er Brigadegeneral, war Lehrer und Direktor der Militärakademie, 1973 Leiter des EMP, 1973 verließ er den Verbindungsposten in Washington. (ganz schön aktiv, aber das gibt es. Es gibt Militärs, welche auf der Gehaltsliste des EMPs standen, diese im Gefängnis in welchem sie angeblich für einen Mord büßten abzeichneten und gleichzeitig einen neuen Mord begingen). 1974 wurde er durch die “Democracia Cristiana Guatemalteca” und die “Frente Unido de la Revolución” bei seiner Präsidentschaftskandidatur unterstützt. Montt wurde am 03.mrz.1974 gewählt, aber um das Amt betrogen, deshalb wurde Kjell E. Laugerud García zum Präsidenten ernannt und Montt, mit einigen tausend Dollar, als Militärattaché zum Dikator Francisco Franco (t20.nov.1975) nach Spanien geschickt. [Puntos Cardinales]. Die Transición hielt er dort bis 1977 aus. Er konvertierte zur evangelikalen Sekte "iglesia del verbo" und wurde Prediger.
Am 07.mrz.1982 wurden allgemeine Wahlen abgehalten. Zum Gewinner wurde Angel Aníbal Guevara, der Kandidat des Regierungsbündnisses, in betrügerische Gewohnheit ernannt. Dieses mal aber nutzte eine Gruppe Militärs die Zeit zwischen Wahlbetrug und Amtsübernahme zum Putsch. Dieser Aufstand, in den Morgenstunden des 23.mrz.1982, ließ die, für den 01.jul.1982 vorgesehene Übernahme des Präsidentenamtes Gen. Ángel Aníbal Guevara Rodríguez scheitern. Guevara fühlte sich so sicher, dass er gerade in Miami Urlaub machte.
Die Liquidierung des pseudodemokratischen Regimes, wurde von der Bevölkerungsmehrheit als Erleichterung wahrgenommen. In der Parteienlandschaft drückte die MLN und die DCG (Christdemokraten) ihre Unterstützung für die neue faktische Macht aus.
Tatsächlich aber setzte Montt die Verfassung außer Kraft, schloss die gesetzgebende Versammlung, erklärte den Ausnahmezustand und implantierte ein reines, hartes Militärregime.
Seine messianische Botschaft war der Kampf gegen die “vier modernen apokalyptischen Reiter” die er in “dem Hunger, dem Elend, der Unwissenheit und der Subversion” wusste, wie auch in der Korruption und den ausschließenden Plünderungen der herrschenden Klasse.
Am 10.apr.1982 startete er den nationalen Sicherheits- und Entwicklungsplan “Plan Nacional de Seguridad y Desarrollo” (PNSD), dieses totalitäre Regelwerk sollte die sozioökonomische Entwicklung Guatemalas erleichtern. Durch Ausrottung der Subversion und das Indoktrinieren der Bevölkerung auf den “Nationalismus”. Zu einem großen Teil mit chauvinistischen, kulturellen und rassistischen Vorurteilen unterfüttert sprachen Ríos und seine Mitarbeiter davon einige Gruppe, Bauern und Indigenas, deren “unreife” in Bezug auf patriotische Werte und ihr Analphabetismus sie besonders anfällig gegenüber dem Bekehrungseifer der “Kommunistischen Internationale” macht, in den Staat zu “integrieren”. Das Bezugskonzept, war die “Nationalmacht” welche als die Verbindung der politischen, wirtschaftlichen, “psychosozialen” und militärischen Macht betrachtet wurde. Bald wurde die Regierung von Ríos Montt von der Regierung von Ronald Reagan anerkannt, und mit Waffen versorgt.
Bald wurde klar, dass die reformistischen Versprechen und der Erlösungseifer des neuen Diktators, welcher sich selbst als vorbestimmtes Amen eines Jüngers betrachtete, um seine Diskurse mit Bibelzitaten zu illustrieren auf ein Schicksal eines heiligen Krieges gegen die “kommunistische Bedrohung” abzielten.
In der kurzen Periode in welcher Ríos Montt an der Macht war, sicher das dunkelste Kapitel der zeitgenössischen guatemaltekischen Geschichte, war die außerordentliche Gewalt der Armee nicht auf die Guerilla beschränkt, sondern es wurden Massaker auf Bauern und indigene Gemeinden üblich. Die Praxis der verbrannten Erde “tierra arrasada” vor allem in den westlichen Dept. Quiché und Huehuetenango, welcher ihre treibende Kraft unverhohlen als effektivste Methode, der URNG die Bevölkerungsbasis zu nehmen, prahlte. Für Amnesty International stellt dieses ein, ein dem Völkermord ähnliches Verfahren an den indigenen Gemeinden da, welche als die Hälfte der Landesbevölkerung angenommen werden.
Bei einer Gelegenheit versicherte der General, dass ein “guter Christ”, jener währe, der “mit der Bibel und dem Maschinengewehr” geübt umgehen kann, während einer seiner Sprecher nicht von ihm wich, erklärte er schamlos, dass wenn die Guerilla mit der Zusammenarbeit der Idigenas rechnen könne, dann seien alle Indigenas der Subversion verdächtig und in diesem Fall sei das Beste was zu Tun ist “die Indios zu töten”.
Mittlerweile beziffern Menschenrechtsorganisationen die Anzahl der außergerichtlich hingerichtete Guatemalteken mit mindestens 10.000, Männer , Frauen und Kindern, welche Opfer aller vorstellbaren Gräuel wurden. Mit 100.000 werden die Flüchtlinge beziffert, welche als Ergebnis der Aufstandsbekämpfungskampagnen der Armee und der berüchtigten Zivilpatrouillen waren. Die Zivilpatrouillen “Patrullas de Autodefensa Civil” (PAC) wurden formales Recht mit der Regierungsübereinkunft vom 14.apr.1983 unter dem Schirm des PNSD. In der Praxis funktionierten sie wie paramilitärische Schwadronen mit Freikarte zum Mord und Zerstörung worauf sie Lust hatten. Ein Bericht welcher für die Vereinten Nationen ausgearbeitet wurde, stellt fest, dass 448 Dörfer, welche in ihrer Mehrheit von indigenen Mayas bevölkert waren buchstäblich von der Landkarte radiert wurden.
Er unterdrückte die politischen Parteien.
Mit neuen Slogans wie “Bohnen und Gewehre“ und “Arbeit, Dach, Tortillas“ wurde in “zivile Selbstverteidigungspatrouillen“ gepresst, in kontrollierte Siedlungen, "polos de desarollo", Entwicklungspole, "Modelldörfer", "strategische Dörfer" deportiert und die Strategie der verbrannten Erde exzessiv betrieben. In "strategische Dörfen" Ansiedlungen von Vertriebenen unter dem "Schutz" der Armee um einen ihrer Stützpunkte herum. Die Bewohner müssen im Rahmen von "Alimentos por Trabajo" Arbeiten für die Armee leisten und stellen gleichzeitig einen lebenden Schutzwall für die Stützpunkte dar. Der Unterschied zum Modelldorf besteht darin, dass dort nicht produziert wird und keine "Entwicklungsprojekte" realisiert werden. Auch ein Modelldorf kann kurzzeitig die Funktion eines strategischen Dorfes erfüllen, je nach Bedürfnis der Armee.
Er schuf außerordentliche spezielle Feldgerichte“.
18.jul.1982 Massaker im Ort "Plan de Sánchez", Baja Verapaz. 368 Personen aus Plan de Sánchez und 13 umliegenden Dörfern werden ermordet.
dez.1982 “Dos erres” im Petén
weiteres zu Montt in deutschsprachig:
http://www.trial-ch.org/trialwatch/profiles/de/facts/p265.html
http://www.npla.de/poonal/p581.htm#gu
http://de.indymedia.org/2005/08/124688.shtml Biografie spanisch:
http://www.cidob.org/bios/castellano/lideres/r-020.htm
http://internacionalistas.solidaragon.org/gallopinto/40/guate.htm 08.ago.1983-14.jan.1986 Oscar Humberto Mejía Víctores
Am 08.ago.1983 wurde Montt durch seinen Verteidigungsminister, Oscar Humberto Mejía Víctores ersetzt.
Dieser lies sich Staatschef nennen, schaffte den Staatsrat ab, schaffte die von Montt geschaffenen außerordentlichen Gerichte wieder ab, bewilligte das Funktionieren von politischen Parteien. 1984 benannte er eine verfassungsgebende Versammlung, welche eine neue Verfassung verkündete, die ab dem 31.mai.1985 gültig ist, diese neue Verfassung schuf neue staatliche Institutionen: die Menschenrechtsombudsstelle, das Oberste Wahlgericht und das Verfassungsgericht.
jun.1984 die "Grupo de Apoyo Mutuo" (GAM)" entsteht. Sie setzt sich u.a. für die Aufklärung der über 40.000 Fälle von Verschwundenen ein.
http://www.rtfcam.org/report/volume_20/No_2/article_10.htm 14.jan.1986 – 1990 Lic. Marco Vinicio Cerezo Arévalo
*26.dez.1942 Stadtteil “Libertad“, Guatemalastadt, Allgemeine Hochschulreife auf dem “Colegio Salesiano Don Bosco“ studierte an Fakultät für juristische und soziale Wissenschaften der “Universidad de San Carlos de Guatemala“(USAC) Während der Vorgänge im mrz.1962 wurde er gewähltes Mitglied einer studentischen Koordination ebenso war er Vorsitzender der Jurastudenten der USAC. 1968 erhielt er die Titel “Lic. en Ciencias Jurídicas y Sociales“, Anwalt und Notar 1964 trat er in die “Partido Democracia Cristiana“ ein, 1970 wurde er zu deren Parteisekretär gewählt, 1974 wurde er als Abgeordneter in den Kongress gewählt. An seiner Amtszeit wird die Währungsstabilität des Quetzals anerkannt. 2,5 Quetzales per U$. Initiierte den Zentralamerikagipfel der Präsidenten, "Esquipulas II", an welchem über militärische Konflikte der Region verhandelt wurde und mehrte damit den Ruhm Guatemalas auf internationalem Niveau durch Vorsitz und Tagungsort. Suchte nach Möglichkeiten eines Zentralamerikanischen Parlamentes, welche momentan wirksam und in Funktion ist.
Okt.1986 Marco Vinicio Cerezo Arévalo Staatsbesuch bei Richard von Weizsäcker (1962 - 1966 Geschäftleitung AgentOrange Hersteller, Boehringer in Ingelheim)
"Weizsäcker sichert Guatemala Hilfe zu
Der Präsident der mittelamerikanischen Republik Guatemala, Vinicio Cerezo Arevalo, ist zu einem Staatsbesuch in der Bundesrepublik eingetroffen. Er wurde von Bundespräsident Weizsäcker begrüßt. ...
Weizsäcker sicherte Cerezo die Unterstützung der Bundesrepublik bei seinem Eintreten für die Demokratie zu. Der Bundespräsident betonte, wahre Demokratie, die mit der Achtung der Menschenrechte einhergehe, könne nicht einfach mit einem Wahlakt verwirklicht werden, sondern sei ein langer, mühsamer Prozess, der auch die Hilfe und Solidarität befreundeter demokratischer Staaten erfordere." (Süddeutsche Zeitung, 13.okt. 1986) "Ein Abkommen über eine Bonner Finanzhilfe in Höhe von 48 Mio: Mark soll unterzeichnet werden." (SZ)
1987 Die Armee startet eine Großoffensive gegen Guerilla und Bevölkerung. Die Massenbewegungen werden stärker. Landbesetzungen von Bäuerinnen und Bauern.
18.-14.apr.1988 die Einheitsvertretung der guatemaltekischen Opposition (RUOG), reist trotz Drohungen von Seiten der Regierung nach Guatemala, um die Menschenrechtssituation zu überprüfen. Rigoberta Menchú und Rolando Castillo werden am Flughafen verhaftet. Nach nationalem und internationalem Protest werden die beiden VertreterInnen der RUOG wieder freigelassen.
Ab dem 21.ago.1989 wurden zehn Studenten verschwunden.
spanischsprachig:
http://www.prensalibre.com/pl/2005/agosto/22/121626.html 22.nov.1988 Massaker an 22 Bewohnern des Dorfes "El Aguacate" in Chimaltenango durch Spezialeinheiten der Armee
[POLIZEIHILFE]
Biografie spanischsprachig:
http://www.cidob.org/bios/castellano/lideres/c-014.htm 14.jan.1991 – 1993 Ing. Jorge Serrano Elías
war von 1982 bis 1986 als Vorsitzender des Staatsrates und enger Berater des damaligen Militärdiktators Ríos Montt, welcher die Verantwortung für massive Menschenrechtsverletzungen, insbesondere für Massaker an der indigenen Bevölkerung, trägt.
Leitete die Staatsdelegation zur nationalen Versöhnung welche im mrz.1990 in Oslo, Norwegen das Grundsatzabkommen für die Suche nach dem Frieden mit der URNG (Vereinten Guerilla von Guatemala, mittlerweile Partei) Wurde ins Präsidentenamt zusammen mit dem Vizepräsidenten dem Unternehmer Gustavo Espina Salguero gewählt. Die Verhandlungen mit der Guerilla wurden ergebnislos fortgesetzt. Unter seiner Regierung wurden zahlreiche Gesetze in Kraft gesetzt. Das 1992 No. 42-92 über einmalige Jahreszahlungen an Arbeiter im öffentlichen und privaten Sektor besser bekannt unter dem Namen “Bono 14“. Brach die Verfassung, entschied den Kongress und den Obersten Gerichtshof zu schließen. Verursachte institutionelle Instabilität. Wurde er aus dem Amt enternt. Im Moment lebt er als ausgewandeter Unternehmer in Panama.
In einer weniger versöhnlichen Biografie liest sich das so:
Unter seiner Regierung litt das Land an der größten Energiekrise, durch fehlenden elektrischen Strom. Das war der Grund, warum Privatunternehmen gestattet wurde sich an der Stromproduktion zu beteiligen. Besonders ENRON beteiligte sich mit zwei Flusskraftwerken im Land. Bald hatte er den Ruf der korrupteste Präsident zu sein, den Guatemala je gehabt hatte.
Offensichtlich um den Kongress zu dominieren belohnte er die Abgeordneten wirtschaftlich. Im Gegenzug verabschiedeten die Abgeordneten die von ihm vorgelegten Gesetze. Es wird angenommen, dass die Abgeordneten eine steigende wirtschaftliche Belohnung verlangten und schließlich Serrano nicht mehr genug Geld hatte um sie zu belohnen, woraus ein Konflikt zwischen den Abgeordneten und dem Präsidenten entstand woraufhin dieser am 25.mai.1993 entschied das Parlament und den Obersten Gerichtshof aufzulösen, die wichtigsten Massenmedien des Landes zu zensieren und den Menschenrechtsombudsmann Lic. Ramiro de León Carpio festnehmen zu lassen.
Von einem Volksaufstand bedroht schlug Serrano vor die Abgeordneten mögen eine Amnestie beschließen damit er weiter Präsident bleiben könne. Die Abgeordneten jedoch akzeptierten diese Lösung nicht. Schließlich ordnete das Verfassungsgericht an, dass die Handlungen von Serrano verfassungswidrig seien und befahl der Armee, Serrano festzunehmen. Was am 31.mai1993 geschah. Sinnloser weise versuchte der Vizepräsident Gustavo Adolfo Espina Salguero dass das Parlament ihn ernennen würde. Er wurde ebenfalls amtenthoben und ist in El Salvador im Exil
Biografie spanisch:
http://www.cidob.org/bios/castellano/lideres/s-010.htm 06.jun.1993 – 14.jan.1996 Lic. Ramiro de León Carpio
1993 wurde er von der guatemaltekischen Tageszeitung “prensa libre“ zum “Guatemalteken des Jahres“ ernannt. War Menschenrechtombudsmann, wurde vom Kongress zum Präsidenten ernannt ohne, dass er eine Partei als Vertretung gehabt hätte noch, dass er durch das Volk gewählt worden wäre. Sein Amtsvorgänger hatte am 25.mai.1993 angeordnet ihn festzunehmen, ihm gelang es aber über das Dach seines Hauses zu entkommen, so konnte er zusammen mit anderen Sprechern der Zivilgesellschaft die Aktionen entwickeln, welche Tage später zur Amtsenthebung von Jorge Serrano Elías führten. Unter seiner Regierung wurden die Gespräche mit der Guerilla fortgeführt. Im nov.1993 wurde eine Verfassungsreform durchgeführt, der Kongress der Republik von Menschenrechtsverletzern gereinigt und die institutionelle Demokratie stabilisiert.
Momentan ist er Mitglied des Zentralamerikanischen Parlamentes (PARLACEN)
Biografie spanisch:
http://www.cidob.org/bios/castellano/lideres/d-015.htm 14.jan.1996 – 2000 Alvaro Arzú Irigoyen
War für acht Jahre der Bürgermeister von Guatemalastadt. Wurde vom Volk gewählt und hatte Rückhalt im Kongress, wo seine Partei die PAN die Mehrheit der Abgeordneten stellte. Im mai 1996 unterschrieb er die Übereinkunft über sozioökonomische Aspekte und die Situation in der Landwirtschaft und ein paar Monate später die Übereinkunft über die Stärkung der Zivilgesellschaft und der Aufgaben der Armee in einer demokratischen Gesellschaft“ Ihm ist anzuerkennen, dass er den Frieden, im Land, mit der URNG, nach mehr als dreißig Jahren interner Kämpfe, erreicht hat. Wobei die Staatschefs anderer Länder sowie der Generalsekretär der UNO halfen. In seiner Amtszeit wurde Straßenbau- und Infrastrukturprojekte durchgeführt. Ebenso war die Verstärkung und Säuberung der Sicherheitskräfte Armee vordringlich. Im feb.1996 erhielt seine Regierung den zweiten Besuch vom Papst Johannes Paul II.
2000-2004 Lic. Alfonso Antonio Portillo Cabrera
*24.sep1951 Dept. Zacapa, Studierte an der “Universidad Autónoma de Guerrero“ Jura und Sozialwissenschaft und promovierte an der “Universidad Autónoma de México“ über Wirtschaftswissenschaft arbeitete später als Professor an beiden Universitäten. Seit den 1970 hat er Verbindungen zu indigenen Organisationen in Guerrero, Mexico und Guatemala ("Ejército Guerrillero de los Pobres", (EGP), einer der vier Organisationen der "Unidad Revolucionaria Nacional Guatemalteca", (URNG). Er war noch Professor als er die Hauptrolle in einem undurchsichtigen Zwischenfall bei einer Diskussion mit politischem Hintergrund spielte, bei dem er auf drei Männer schoss, was zwei von ihnen tötete und den dritten verwundete. Dies geschah in Guerrero, Mexico, nach dem er geflohen war, blieb er vor der mexikanischen Justiz bis 1995 auf der Flucht, in diesem Jahr wurde das Verbrechen, für verjährt erklärt und der Fall geschlossen. Bei seiner Rückkehr nach Guatemala trat er in die Partido Socialista Democrático (PSD) ein, welche zu jener Zeit, die einzige legale linke Partei war, welche sich aber kurz danach mit der Democracia Cristiana Guatemalteca (DCG) vereinigte, welche 1986 mit
Marco Vinicio Cerezo Arévalo als Präsident an die Macht kam. 1993 wurde er Generalsekretär dieser Partei und leitet später eine Gruppe Parlamentarier im Kongress, in welchem er den parlamentarischen Kommissionen für städtische Angelegenheiten, Wirtschaft, Außenhandel und Handelsintegration vorsaß. Ebenso war er Direktor des "Instituto Guatemalteco de Estudios Sociales y Políticos" (IGESP) welches mit der DCG verbunden ist. Während der ganzen Jahrzehnts von 1990 war er Direktor der universitären Studien für Recht, Politik und Wirtschaft in lateinamerikanischen Universitäten, wie auch Artikelschreiber und Editionsratsmitglied der guatemaltekischen Tageszeitung "Siglo Veintiuno".
1995 verließ er die DCG wegen Anschuldigungen der Korruption, und trat in eine gemischte Gruppe als Parlamentsabgeordneter. Eine Weile später verband er sich mit einer Partei der extremen Rechten, welche stark durch evangelikale Gemeinden beeinflusst ist, der "Frente Republicano Guatemalteco" (FRG) von Ríos Montt welcher damals dem Kongress vorsaß und ab diesem Zeitpunkt ist seine Laufbahn mit dieser für den Staatsstreich von 1982 verantwortlichen Person verbunden. Die Partei war gegründet worden um Ríos Montt bei der Präsidentschaftskandidatur zu helfen, aber gegen dessen Kandidatur wurde vom obersten Wahlgericht Veto eingelegt , da die Verfassung es Initiatoren von Staatsstreichen untersagt in dieses Amt gewählt zu werden.
Da er seine Kandidatur nicht verwirklichen konnte, überließ Ríos Montt diesen Platz bei den Wahlen 1995, Portillo. Nach einer erbitterten zweiten Runde der Präsidentschaftswahl siegte Alvaro Arzú Irigoyen von der PAN mit 51,2 % der abgegebenen Stimmen. Die FRG wählte Portillo zum Generalsekretär und nominierte ihn wieder für die Präsidentschaftswahlen 1999. Bei diesen wurde er für die Amtsperiode 2000-2004 gewählt. Sein am dichtesten aufgeschlossener Mitbewerber, der Ex-Bürgermeister von Guatemalastadt, der Kandidat der Regierungspartei PAN war Oscar Berger Perdomo (PAN). Seine Kritiker werfen ihm vor, eine Marionette von Ríos Montt zu sein. Verschiedene Menschenrechtsorganisationen zeigen ihre Furcht vor der FRG an der Macht, da einige der Parteiführer in Menschenrechtsverletzungen während der Militärregierungen verwickelt waren. Er behauptet ein wackerer Verteidiger der Friedensverträge zu sein. Ein Sozialdemokrat und Bewunderer von Ché Guevara.
Ríos Montt setzte ihn in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Kongresses in das Präsidentenamt ein. In den ersten Diskursen sprach er von der schlimmen Situation, in welcher sich das Land befindet und seiner Absicht die finanzielle Situation des Landes zu untersuchen und zu klären. Er schlug der Opposition, vor allem der linken Partei “Alianza Nueva Nación” (ANN), Pakt zur regierungsfähigweit vor, mit welchem er seinen Geschäftsplan im Rahmen der Verbindlichkeiten des Friedensvertrages erfüllen könnte.
genannt pollo ronco
Biografie spanisch:
http:/www.cidob.org/bios/castellano/lideres/p-004.htm
2004-2008 Óscar José Rafael Berger Perdomo.
Löste, wie im Wahlkampf versprochen, den “estado mayor presidencial” [EMP] , Generalstab des Präsidenten, welcher bis zu seiner Auflösung immer wieder als Organisationsform für systematische Menschenrechtsverletzungen Publizität erreichte, auf.
Kein Freund der Todesstrafe, sagte zu, dass während seiner Amtszeit keine Todesurteile vollstreckt werden, Initiative gegen Todesstrafe.
Am 09.jun.2004 wurde im Konflikt um das Recht auf Zugang zu Land, ein Moratorium für besetzte Fincas vereinbart und zugesagt den Konflikt durch Verhandlungen zu lösen.
Protestas terminan en acuerdo
Gobierno asume compromisos y organizaciones no manifestarán por los mismos temas en 90 días spanischsprachig:
http://www.prensalibre.com/pl/2004/junio/09/90342.html Ein Vorsatz, welcher im Fall der “Finca Nueva Linda” nicht eingehalten wurde
Während der Räumung des besetzten Gebietes wurden acht Zivilisten (darunter eine schwangere Frau und drei Kinder) sowie vier Polizisten getötet.
deutschsprachig:
http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/51a43250d61caccfc1256aa1003d7d38/a6ff21384e42d69ec1256f5600592b00?OpenDocument Der Verteidigungsminister von 2004, Herr César Augusto Méndez Pinelo besuchte im oct.2004 Deutschland. Der Herr Außenminister Joseph Fischer besuchte am 16.nov.2004 Guatemala.
Der Gouverneur von Alta Verapaz Herr Carlos Euler Pacay, hatte einen deutschen Großvater.
http://www.german-foreign-policy.com/de/news/art/2004/47702.php Ließ nach dem Beschluss der Volksvertreter die Angleichungsgesetze zum Freihandelsvertrag Zentralamerika - USA - Dominikanische Republik veröffentlichen und damit in Kraft treten.
Biografie spanisch:
http://www.cidob.org/bios/castellano/lideres/b-014.htm Ein Jahr Regierung Berger: Kritik der Zivilgesellschaft
Aus fijate 325
deutschsprachig:
http://www.mocino.de/guatemala/politik-archiv_12-04.htm
http://www.guatemala.de/ Berger will einen neuen Vorstoß unternehmen, die Todesstrafe abzuschaffen:
deutschsprachig:
http://de.indymedia.org/2005/04/111417.shtml Sitzverteilung im Kongress:
GANA: 47 Wahlpartei für Berger Perdomo
FRG: 43 Wahlpartei von Ríos Montt
UNE: 32
PAN: 17 Liberale Partei von Berger Perdomo mitgegründet
PU : 6 Partido Unidad die Partei in der Miguel Angel Asturias Mitglied war
ANN: 6 Abspaltung aus der UNRG
DU_ : 3
UNRG: 2
DIA: 1
Die Wahlpartei von Berger, GANA war nach der Parlamentswahl im nov.2003 stärkste Partei, nach zahlreichen Parteiaustritten nur noch über 31 von 159 Abgeordnetensitzen. Berger regiert deshalb vor allem mit der FRG.
Präsidentengalerie spanischsprachig:
http://www.monografias.com/trabajos12/presguat/presguat.shtml
http://www.prensalibre.com/pl/domingo/archivo/domingo/2003/noviembre03/091103/cronologia.html
http://www.deguate.com/infocentros/personajes/presidentes/ Glossar:
[ASTURIAS]
Miguel Angel Asturias
Der Literaturnobelpreisträger von 1967, Miguel Angel de Asturias veröffentlichte 1946 sein Werk "El señor Presidente" in welchem er die Situation unter Präsident Manuel Estrada Cabrera darstellt unter welchem seine Familie litt:
Der Vater ging wie gewohnt seiner richterlichen Arbeit an der Magistratur nach, als jedoch plötzlich unerwartete Ereignisse in das Leben der Familie eingriffen: Bei einer Demonstration von Medizinstudenten außerhalb des Universitätsgeländes waren viele von ihnen verhaftet worden. Der Richter Don Ernesto Asturias musste sich mit dieser Angelegenheit befassen, und da keine Straftaten vorlagen, ließ er die Demonstranten frei. Als der Präsident Manuel Estrada Cabrera davon erfuhr, bestellte er den Richter auf der Stell in den Präsidentenpalast und erklärte ihm: “Sie waren nicht entscheidungsberechtigt, auch nicht als Richter. Sie hätten mich zuerst fragen sollen; ich bin sehr verärgert, denn wir können sie nicht mehr festnehmen, und dies wäre die Gelegenheit gewesen, ein Exempel gegen solche Unruhestifter zu statuieren ... Und noch etwas anderes: Ich bin nicht bereit zuzulassen, dass jeder Richter oder jede Behörde von sich aus Entscheidungen trifft.” Und als der Richter erwiderte , dass er nur in seiner richterlichen Gewalt nach dem Gesetz gehandelt habe, entgegnete der Präsident: “ Es gibt keine richterliche Gewalt.” 5 Die Folge dieser Differenz war die sofortige Entlassung aus dem Staatsdienst. Um sein Leben fristen zu können, begann Don Ernesto in einem privaten Anwaltsbüro zu arbeiten. Aber bald sollte er bemerken, dass unter jenen Umständen die Angelegenheiten seiner Klienten kaum Aussicht auf Erfolg hatten, weil man ihn schon für einen Feind des Herrn Präsidenten hielt. So beschloss er, seine Laufbahn aufzugeben, und suchte nach neuen Wegen, die Familie zu unterhalten. Die Mutter, die wie schon erwähnt, Lehrerin war, verlor ebenfalls ihre Stelle. Vor diese Situation gestellt, blieb der Familie nichts anders übrig, als die Hauptstadt zu verlassen, um zu dem Dorf Salamá Zuflucht zu nehmen, wo der Oberst Gavino Gómez, Don Ernesto Schwiegervater, lebt. ... Man schrieb das Jahr 1903 ...
Luis López Alvarez, Conversaciónes con Miguel Angel Asturias, Madrid 1974, S.43,
nach Carlos Marroquín “Miguel Angel Asturias” Reclam Biografien, 1988 Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig S.11
[Embajada Española]
Am 31.jan. 1980 besetzten 32 Quiché-Indigenas friedlich die spanische Botschaft in Guatemala City. Die Campesinos aus dem Hochland wollten gegen Vertreibung und Unterdrückung, Terror und Mord protestieren. Sie hatten das Einverständnis des Botschafters. Trotz seiner Bitten wurde das Gebäude gestürmt und in Brand gesteckt. Der Botschafter konnte entkommen, die Demonstranten sowie zwei Angehörige des Personals und zwei hohe guatemaltekische Politiker kamen in den Flammen um. Den einzigen überlebenden Indigena ließ der Botschafter zur Behandlung in ein privates Krankenhaus bringen, denn er fürchtete um das Leben des Zeugen. Doch in der folgenden Nacht wurde der Campesino aus dem Krankenhaus entführt und am nächsten Tag tot aus einem fahrenden Auto geworfen. Der Botschafter floh in die US Botschaft und von dort nach Spanien. Sein Land brach die diplomatischen Beziehungen zu Guatemala ab.
Haftbefehl gegen den Innenminister (Ministro de Gobernación) Donaldo Álvarez Ruiz, unter Kiell Eugenio Laugerud Garcíaund Fernando Lucas García Am 10. Dezember erließ die mexikanische Justiz - auf Begehren der Spanischen - einen internationalen Haftbefehl gegen Donaldo Alvarez Ruiz, ehemaliger Innenminister unter Kjell Laugerud García (1974 – 78) und Lucas García (1978 – 1982). Álvarez Ruiz, heute 73-jährig, schuf sich ein breites Netz von Informanten, Entführern und Folterern mit dem Ziel, die marxistischen Gruppierungen zu bekämpfen. Seine Besessenheit ging soweit, dass er in seinem eigenen Haus einen Folterkeller einrichten ließ. Als Regierungsverantwortlicher für den Bereich “Sicherheit“ trieb er die Aufstandsbekämpfung auf die Spitze und wurde zum größten Unsicherheitsfaktor für alle vermeintlichen und wirklichen politisch Oppositionellen. Die Delikte, die Alvarez Ruiz heute angelastet werden, sind Folter, Völkermord, Staatsterror und Mord gegen Tausende von GuatemaltekInnen während des bewaffneten Konflikts. Konkret angeklagt wird er u.a. der Verantwortung für den Brand und das Massaker in der Spanischen Botschaft am 31. Januar 1980, bei dem 37 Personen ums Leben kamen, darunter der Vater der Friedensnobelpreisträgerin. Weiter des Mordes an der guatemaltekischen Schriftstellerin und Feministin Alaíde Foppa (19. Dezember 1980), des Mordes an vier spanischen Priestern, der Massenentführung von Gewerkschaftern der Nationalen Arbeitergewerkschaft (21. Juni 1980), der außergerichtlichen Hinrichtung des StudentInnenführers Oliverio Castañeda de León sowie der außergerichtlichen Hinrichtung von Alberto Fuentes Mohr, StudentInnenführer und Bürgermeister der Hauptstadt 1970 – 74, (ermordet am 22. März 1979) und Manuel Colom Argueta, Außenminister unter Präsident Mendez Montenengro, 1970, sowie Vizepräsidentschaftskandidat 1974, (ermordet am 25. Januar 1979)
Quelle:
http://www.guatemalanetz.ch/dokumente/fijate325.pdf weiteres zu Donaldo Álvarez Ruiz deutschsprachig:
http://www.trial-ch.org/trialwatch/profiles/de/facts/p310.html Interview mit Rigoberta Menchú:
http://www.jungewelt.de/2005/05-02/020.php [EMP]
“Estado Mayor Presidencial”
Generalstab des Präsidenten, welcher bis zu seiner Auflösung immer wieder als Organisationsform für systematische Menschenrechtsverletzungen Publizität erreichte. Um die Zustände im EMP zu illustrieren, wird hier das Schicksal seines letzten Finanzleiters wiedergegeben:
Im November 2004 wurde auf dem Friedhof “La Verbena“ in der Zone 7 im Grab Nummer 15, der Leichnam des seit April 2004 verschollenen Oberst José Raúl Cerna Ramírez wiederentdeckt und exhumiert. Er war am 12. April 2004 im “Hospital Roosevelt" Zone 15 an Salzsäure im Körper gestorben. Der Ex-Oberst lieferte sich um 0:35 des 12.Aprils 2005 selbst ins Spital ein, er hatte Schwierigkeiten beim Atmen und Herzrhythmusstörungen, er behauptete er hätte aus Versehen Salzsäure statt Wasser getrunken. Um 02:49h verschlimmerte sich sein Zustand und um 03:00h verstarb er. Auf dem Totenschein wurde Selbstmordversuch angegeben. Die Verantwortlichen des Krankenhauses betrachten es als wenig wahrscheinlich, dass er Salzsäure verwechselte, da dieses mit seiner Konzentration die Farbe ändert, da es anders schmeckt und zu unmittelbaren Verletzungen führt. Cerno kam allein in einem Taxi ins Krankenhaus. Am 14.apr.2004 wurde er anonym, auf gerichtliche Anordnung begraben, ohne Benachrichtigung der Familie in einem Teil des Friedhofes, wo nicht identifizierte Gewaltopfer beerdigt sind die Grabstelle war mit einem Kreuz mit der Aufschrift "1995" markiert.
Die Staatsanwalt leitete zwar Ermittlungen ein, stellte sie aber ohne Angabe von Gründen wieder ein. Die Behörden identifizierten den Leichnam und bestatteten den Oberst, ohne seine Familie zu informieren. Das Verteidigungsministerium erklärte, der Oberst sei desertiert. In der Anzeige, die der Staatsanwaltschaft vorliegt, wird dem Oberst vorgeworfen, 250 Millionen Quetzal (33 Millionen US-Dollar) aus dem EMP-Budget unterschlagen zu haben. Es besteht Anlass zu der Vermutung, dass er getötet wurde, um zu verhindern, dass er weitere Personen nennt, die an der Veruntreuung beteiligt waren. . Er war der letzte Finanzverantwortliche des von Berger aufgelösten “Estado Mayor Presidencial“, dem durch Menschenrechtsverletzungen bekannten Generalstab des Präsidenten, Cerna war mit Portillos Amtsantritt zum EMP gekommen, er war einer der Portillos am nächsten stehenden Militärs.
Nicht bestätigten Quellen zufolge war er Teil eines Netzes welches vom pensionierten Gen. Francisco Ortega Menaldo geleitet wurde und zu dem auch die EMP Mitglieder Napoleón Rojas und Jacobo Salán Sánchez gehörten.
Im Handbuch für Aufstandsbekämpfung des guatemaltekischen Heeres finden sich genaue Anweisungen, wie der Verbleib der Toten geheimzuhalten ist.
Zivile Tote, Freunde und Feinde, werden von Angehörigen des Militärs so rasch wie möglich bestattet, um zu verhindern, daß sie von den subversiven Elementen für deren Propaganda- und Agitationsarbeit benutzt werden (S. 208).
deutschsprachig:
http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/0416134816eac7bcc1256aa100576f52/3a700675884eddbcc1256f5d005ae76e?OpenDocument
http://www.guatemalanetz.ch/dokumente/fijate323.pdf spanischsprachig:
http://www.prensalibre.com.gt/pl/2004/noviembre/30/102609.html).
http://www.prensalibre.com.gt/pl/2004/diciembre/02/102796.html
http://www.prensalibre.com.gt/pl/2004/noviembre/24/nac.html [ESCUELA POLITECNICA]
Die 1871 gegründete Militärakademie kommt häufig in den Lebensläufen der Präsidenten vor. Sie wird fälschlich als „Polytechnikum“ übersetzt.
Sie ist für Ladinos eine Möglichkeit gesellschaftlich aufzusteigen.
Andere höhere Bildungseinrichtungen sind: Die am 31.jan.1676 gegründete staatliche „Universidad de San Carlos Borromeo de Guatemala“ (USAC) und die private Universidad Rafael Landívar" (url) welche mit ihrer jesuitischen Tradition prahlt. En 1767 por disposición del Rey Carlos III son expulsados los jesuitas de la Nueva España. Berger Perdomo (momentaner Präsident), Karin Erbsen de Maldonado (KAS) und Juan Fernando Cifuentes Herrera (Autor des folgenden Textes), kommen von der Letzten.
Die Kadetten des 02.ago.1954.
Am 02.ago.1954 um 01:30 begann die Kadettenkompanie der Militärakademie einen bewaffneten Angriff auf das sogenannte “Ejército de Liberación”, welches aus Söldnern, welche vom us-amerikanischen Außenministerium bezahlt wurden bestand. Und folglich gegen die falsche Militärregierung, welche sich der Konterrevolution unter Carlos Castillo Armas zugewandt hat.
Es gab drei Gründe für die jungen Kadetten die Waffen gegen die bewaffneten Eindringlinge zu erheben.
Erstens als Castillo Armas aus dem Flugzeug stieg, welches ihn aus El Salvador brachte, mussten ihm die Kadetten Ehrenbezeugungen für einen Präsidenten machen, dies konnte nicht von ihnen verlangt werden, sondern es wurde ihnen befohlen und sie folgten. Alles innerhalb militärischer Disziplin.
Die militärischen Chefs, welche mit den “Befreiern” paktierten, gaben den Befehl, die militärische Ehrenbezeugung demjenigen, der aus dem Flugzeugstieg dar zubieten.
Sie traten in zweier Reihe an, damit zwischen ihnen Castillo Armas und seine Gefolgschaft durchschreiten kann. Die Nationalfahne und ihre Eskorte standen am Begin der Ehrenformation nahe beim Transportflugzeug C-47. Als sich die Tür öffnete der Zweimotorigen steigen einige junge „Befreier“, mit übertriebenem Misstrauen und kriegerischer Absicht aus und zielen mit ihren Maschinengewehren drohend in alle Richtungen. Unter den eingeflogenen befanden sich einige Kadetten, welche desertiert waren, um sich den „Befreiern anzuschließen. Gleichzeitig vereinen sie sich mit jenen welche am Boden auf die Ankunft des Flugzeug warten.
Castillo Armas steigt aus aber die Lawine seiner Bewunderer (des abgebrannten Möbelverkäufers) umringen plötzlich die Fahne uns stoßen und trennen die Eskorte vom Rest der Ehrenformation und gehen in die Position Bajonett voran über, bereit zum Angriff. Eine schwierige protokollarische Situation, die Formationsleiter versuchen die Formation zu halten und gleichzeitig die Fahne zu erreichen. Aber die Schande ist nicht ungeschehen zu machen. Für die Kadetten ist es eine Erniedrigung. Sie Ehrenbezeugungen gegenüber jemandem machen zu lassen, welcher einige Tage vorher noch als Verräter bezeichnet worden war.
Die Kadetten sind verwirt, in Wirklichkeit sind es Heranwachsende, und ihre Bedürfnisse sind unmittelbar, ihre Visionen kurzfristig, Sie verstehen nicht welche Ränke geschmiedet werden. Sie haben nur die Scham, die Befleckung ihrer höchst geschätzten Standarte, die Fahne für welche sie geschworen haben zu sterben.
Dieses Elitegrüppchen welche Castillo begleitet, setzte sich aus den Söhnen der wohlhabenden antikommunistischen Latifundisten und anderer Leute mit viel Geld zusammen, welche sich in Wirklichkeit, in letzter Minute dem Abenteuer anschlossen nur um mit den Waffen und der olivgrünen Uniform zu prahlen. Sie kämpften nicht, zeigen aber ihre Waffen mit dreister Siegerpose. Dies machten sie mit Kadetten, und kompromittierten damit ihren eigenen Chef, der trotz allem Akademieabsolvent war.
Castillo Armas mischte sich nicht ein, aber der Direktor der Akademie (jüngst von der aufgestiegenen Regierung ernannt) rügte drastisch, die Kadetten, dass sie es zu ließen, das die „Befreier“ ihnen die Fahne abnahmen.
Das zweite Bild ist dieses: Der Direktor der Akademie möchte die Kadetten exemplarisch bestrafen. Aber die Strafe liegt hier selbst durch die Beleidigung im öffentlichen Akt, vor der Oberkommandantur der Armee (national wie der „Befreiung“) gegenüber der Person welche keinen Wert darauf legt, da sie ein anderes Ziel verfolgt, die Person, welche eingesetzt wird, seine Gesten und sein Diskurs welcher sinnlos erwartet wird, vor dem diplomatischen Chor welcher gekommen ist den neuen Präsidenten zu empfangen.
Die auferlegte Strafe bestand darin, dass anstatt einzurücken, in leichtem Tritt über die Bahn vom Flughafen über die Avenida Hincapié bis zur ersten Calle und der Avenida Reforma marschieren mussten. Anschließend rannten sie bis Mitternacht das Gewehr tragend, in Galauniform mit Mütze, Kinnband, Portepee. Es war nicht die Anstrengung, es war die Demütigung welche sie erlitten. Stoisch erfüllten die Jungen die Strafe, einige wurden ohnmächtig.
Drittes Bild: Zu den vorangegangenen Übeln kamen andere. In der Nacht des 31.jul.1954 werden einige Kadetten im Bordell „El Hoyito“ welche in der Colonia Lima war, dort wo heute das Guatemaltekisch-Amerikanische Institut ist, gedemütigt. Der Vorfall wurde von einer anderen Gruppe der bewaffneten „Befreier“ provoziert. Unter diesen befanden sich, jene,. Welche das geheime Radio betrieben. Dieses Geschehen war gravierender, als es zu berichten wäre, das üble Geschehen bestand darin, dass einige Kadetten entwaffnet wurden, und unter Drohungen dazu zwangen unerträglich, schändlichen Dinge zu tun.
Warum sich diese Kadetten nicht gegen die Demütigungen wehrten? Sie trugen keine Waffen. Die Wiederstandsversuche wurden durch Schläge erstickt und durch Schüsse über ihre Köpfe und auf die Füße. Sicher, die Kadetten hatten ein Bajonett aber, dies ist nicht mehr als Teil der Uniform. Es ist kaum eine blanke Verteidigungswaffe geschweige eine Angriffswaffe. Die „Befreier“ trugen Maschinengewehre und schossen in die Luft und auf die Häuser in der Nachbarschaft.
Bevor Castillo Armas auf guatemaltekisches Territorium kam, wurden einige Ernennungen auf den höchsten Militärposten vorgenommen. Als neuer Direktor der Militärakademie wurde Oberst Jorge Medina Coronado ernannt. Ein sehr entschiedener Offizier in Bezug auf die Werte der Militärakademie aber unversöhnlich und unvorsichtig fahrlässig als er die Kompanie der Kadetten zur Rückkehr vom Flughafen in leichtem Tritt die Schule befahl. Ebenso, als er die Reihenführer aus dem Bordell streng bestrafte, in dem er sie degradierte.
Eine Nacht nach dem angedeuteten Aufstand der Kadetten wurde im Viertel Santa Clara, das wahre Komplott gegen die „Befreier“ angezettelt. Eine Gruppe von Offizieren der Luftwaffenbasis „La Aurora“ bereitete einen militärischen Aufruhr gegen die, von der US-Botschaft eingesetzte, Regierung vor. Einer von diesen war der Oberst Manuel Francisco Sosa Avila.
Die Verschwörer widersetzten sich der Machtübergabe an Castillo Armas. Sie hatten am Siegesdefilee teilgenommen, wobei sie sich auf eine Seite wendeten, als die „tapferen“ Truppen der „Befreier“ vorbeizogen. Sie machten ihre Ehrenbezeugung zu einer näheren Fahne mit den Zeichen des Vaterlandes. Die Armee Guatemalas wurde gedemütigt. Öffentlich wurde die Existenz der anderen „siegreichen“ Armee anerkannt innerhalb des selben nationalen Territoriums. Einigen Offizieren des neuen Generalstabes galten diese ganzen Beschimpfungen. Die Verräter lachten zynisch. Das Vaterland verschwand in einer schwarzen Dunkelheit. Und dies beschämte die Verschwörer. Sicher gibt es weitere Namen dieser tapferen Offiziere welche die Genugtuung der Beschimpfung vorbereiteten, wahrscheinlich ohne Wissen von dem was in einigen Stunden die Kadetten beginnen werden.
Um 03:30 h begannen die Kadetten den Angriff gegen die Hauptkaserne der „Befreier“ welches sich dort befand, wo heute das Hospital Roosevelt ist. Zone 15 (130)
Die Kadetten, welche in diesem Jahr graduierten wollten nicht in den Kampf ziehen und viel später wurden sie durch die Regierung von Castillo Armas mit Stipendien ins Ausland geschickt, um ihre Studien zu beenden. Nach einem Jahr Gefängnis wurde Manuel Sosa ,ohne militärischen Rang, als Konsul nach Barcelona geschoben. 1959 befahl ihm Ydígoras Fuentes zurück zu den Streitkräften und er gehorchte und wurde Hauptmann der neugegründeten Marine der nationalen Verteidigung. Diese Regierung stellte ebenfalls die Offiziere wieder ein, die in dieser Zeit begannen von ihren Auslandsstudien zurück zu kehren. Am13.nov.1960 wurden zwei der tapfersten Kadetten des 02.ago.1954 Anführer einer Bewegung, deren erstes Ziel es war die Invasion nach Cuba, welche der CIA in Guatemala und Nicaragua vorbereitete zu unterbinden. Ihre Namen waren Alejandro de León und Francisco Franco Armendáriz. Sie fielen als Guerilleros in der ersten Etappe, des bewaffneten Kampfes, bei der Verteidigung der Ideale, welche das Ziel dieser Generation waren.
Während der Militärregierung von Peralta Azurida intensivierte sich der bewaffnete Kampf in der Sierra de las Minas. Die „PGT“ schloss sich dem bewaffneten Kampf des MR-13 „Movimiento revoluciónario 13.nov.“ und den FAR an. Die Ex-Kadetten wurden überwacht. Innerhalb der Armee, wurde den Ex-Kadetten, welche als Offiziere eingestellt waren misstraut, sie wurden auf Verwaltungsposten gesetzt, weit von jedweder Befehlsgewalt.
Julio Cesar Méndez Montenegro war vielleicht der erste Präsident, welcher wieder die Kadetten des „02.ago.1954“ anfordern konnte. Während seiner Regierung, erhielten einige Kadetten welche nicht die Möglichkeit hatten Offizier zu werden, Aufgaben der dritten Kategorie kaum, dass sie sich an der Wahlkampagne für ihn beteiligt haben. Méndez Montenegro bezahlte sie schlecht und hatte nicht den Mut sie wiedereinzustellen, vielleicht weil sie sich am meisten beim Kampf des 02.ago.1954 engagiert haben.
Carlos Manuel Arana versuchte, obwohl er ein Antikommunist war, den Ex-Kadetten zu helfen, welche ohne Arbeit, die Hoffnung auf eine Karriere verloren, ausgeschlossen für immer durch das Militärregime und niemals von der Zivilgesellschaft akzeptiert, wandelten. Noch Verwirrt von der Finsternis die sie damals an jenem August morgen umfing.
Kjell Laugerud war einer der Offiziere, welcher die aufständische Handlung der Militärakademie unterstütze in dem er Zugang zu Bewaffnung und zum Kriegsmunitionsdepot verschaffte, half ihnen nicht während seiner Präsidentschaft. Vielleicht, weil er glaubte, dass das Geschehen noch frisch sei. Es waren zwanzig Jahre vergangen.
Während der Regierung von Romero Lucas, sein Bruder Bendicto, einer der Ex-Kadetten des 02.ago.1954, der seine Karriere auf einer Militärakademie in Frankreich fortsetzen konnte, erreichte noch den Grad des Brigadegenerals und bekleidete die Schlüsselposition im Generalstab der Verteidigung, hat scheinbar seine Kameraden vergessen.
Als Cerezo Arévalo Präsident war berief er Jaime Hernández zum Verteidigungsminister, einen der Kadetten welche an der Stelle des Hospital Roosewelt kämpften. Dies war der Moment in dem es die größte Wahrscheinlichkeit gab, dass die aufständische Geste anerkannt worden wäre. Sie wurde aber nicht.
Am 02.ago.1954 um 18:30 h erreichten die Kadetten die Aufgabe der Söldner. Sie triumphierten, nach dem sie die eindringende Truppe besiegt hatten, stimmten einer manipulativen Vermittlung mit schlechten Absichten des Weihbischofs von Guatemala, Monseñor Rosell y Arellano zu. Übergaben die Waffen. Entbehrten einer weiterreichenden Vision. Erkannten nicht ihre große Chance, die Richtung der Geschichte zu ändern. Schätzten nicht die Hilfe, welche ihnen das guatemaltekische Volk darbot. Fast Heranwachsend, erprobten sie nicht die Reichweite ihrer Geste. Der Preis für diese Kurzsichtigkeit, der Unreife, bezahlten sie teuer. Einiger dieser Jungen, wurden der Rodelsführerschaft bezichtigt und zusammen mit einem Offizier welcher ihnen seine entschiedene mit einem Trupp Panzer leistete und mit ihnen in der Schlacht blieb bis der letzte „Befreier“ in den Zug der sie zur Grenze nach Honduras brachte, ins Gefängnis gesteckt. Der Offizier hieß Manuel Francisco Sosa Avila
1960. erzählt Sosa, hatte er die Macht in Händen als er sich entschied den Kadetten zu helfen. Es gab einen Moment, in welchem das Land keine Autoritäten hatte.
Castillo Armas feierte seinen Sieg in Antigua Guatemala mit einigen hochrangigen Offizieren (jene, welche mit ihm kamen und jene, welche ihn auf dem roten Teppich empfingen besser gesagt, den Verrätern von Innen und Außen.) und der US-Botschafter. Er war von der Kette der Macht getrennt um in den Palast zu kommen und die Kontrolle zu übernehmen musste er in die Stadt durch die Schlucht des Incienso, am Fuß der Schlucht gelangte die Karawane nach Mixco, von dort wandten sie sich zu einer Finca „El Naranjo“ auf der anderen Seite der tiefen Schlucht. Dort nutze er den Pfad auf welchem die Frauen aus San Juan täglich zum Zentralmarkt gehen, die Gefolgschaft des Neuen Befehlshabers ging vorbei und schon war Castillo Armas im Palast, und für Manuel Sosa war die Chance für immer verloren.
Der US-Botschafter Peurifoy drohte schließlich mit den Flugzeugen der Kanalzone, zwei der Kampfflugzeuge P-47, welche in Chiquimula stationiert waren beschossen und bombardierten die Kadetten, aber ihre Flugzeit über dem Hospital Roosevelt war nicht ausreichend um die Schlacht zu entscheiden.
Eines der überzeugernsten Argumente für den Abbruch der siegreichen Schlacht war die Drohung der direkten Intervention der US-Armee, übermittelt vom Peurifoy selbst. Es ist sicher, dass die selben finstren Kräfte, welche Jahre später Casillo Armas grob ermordeten eine Handvoll „patojos“ (Spitzname der Guatemalteken) mit edlen Motiven der Ehre und des Ruhm den Triumph welcher mit ausländischer Intervention und Verrat erreicht wurde, nicht nieder reißen lassen.
Castillo Armas verfügte, nach den Formalitäten der Gerichtsverhandlung, die Ausweisung der am engagiertesten Kadetten im vorletzten Jahr als er dort war, wo die Defilees und Fahnenschwinger waren. Er bestrafte definitiv mit dem Scherbengericht seiner Karriere.
Sie hatten die moralische Verpflichtung das Ansehen der Kompanie der Kadetten zu retten und so handelten sie konsequent. Die Entschädigung für die Erfüllung dessen was ihnen täglich gelehrt wurde, war die Ausweisung und das Gefängnis, das Ende der Kariere. Der Fahnenträger der Kompanie der Kadett Jose Luis Araneda Castillo fiel im Kampf ebenso fiel der Hauptmann der Kadetten Luis Antonio Bosch. Sie sind die Helden einer Geste.
[FRANJA TRANSVERSAL DEL NORTE]
Kolonisationsprojekt im nördlichen Quiché, Alta Verapaz und Huehuetenango und bis hin zum Lago Izabal im Osten. Dieses Kolonisationsprojekt gab der landwirtschaftlichen Produktion in den Dept. Huehuetenango, Quiché, Alta Verapaz und dem Süden des Peténs Anstöße, (wie so ein rücksichtsloses Megaprojekt zu beschreiben ist),
Die verschiedenen Militärregime nahmen lediglich Kolonisierungsprojekte in Angriff. In diesem Rahmen wurden zwischen 1956 und 1967 brachliegende Gürter und Regierungsländereien mit einer Gesamtfläche von rd. 200.000 ha an 25.000 Familien vergeben. Einem Weltbankbericht zufolge wurde dabei häufig unangemessen große Ländereien, meist in der Franja Transversal del Norte im Zentrum des Landes (im Volksmund die "Zone der Generäle") an Angehörige der Mittel- und Oberschicht verteilt. Noch heute gilt das Agrargesetz von 1962, das unter bestimmten Umständen eine Enteignung ungenutzter Ländereien bei Betrieben über 100 ha erlaubt, das aber aufgrund politischer und bürokratischer Hindernisse bislang kaum zur Anwendung gekommen ist.
[FYDEP]
Seit dem Ende des klassischen Mayazeitalters war der Petén praktisch unbewohnt, 900 Jahre Zeit zur Regeneration natürlicher Wälder. Die wirtschaftlichen Aktivitäten in der Kolonialzeit beschränkten sich auf einige Rinderfarmen in Savannengebieten und einige prekäre Ansiedlungen am Rand der großen Flüsse.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann die bedeutende die wirtschaftliche Ausbeutung des Kautschuks welche 1947 eine Rekordernte von 47.000Quintales erreichte, womit er das dritt ertragreichste Exportprodukt Guatemalas wurde. Gleichzeitig wurde die Holzwirtschaft mechanisiert, was eine bedeutende Ausweitung der Einschlaggebiete bedeutete, währen die vorher auf die Gebiete nahe der Flüsse beschränkt waren.
1959 wurde das staatliche Unternehmen "Fomento y Desarrollo del Petén" (FYDEP) gegründet. Es hatte den Auftrag die Nutzung der natürlichen Rohstoffe zu verwalten und die Kolonisierung des Gebietes zu fördern.
In den folgenden Jahren wurden auch nicht Holzprodukte aus dem Wald genutzt wie Dekorpalmwedel in der Floristik ,Xate palmen (Chamaedorea spp) und Dicker Pfeffer (All spice)Die Parzellierung geschieht auf das Gebiet südlich des 17° 10' Längengrades und die Forstwirtschaft nördlich davon. Die FYDEP vergab Konzessionen für Holzeinschlag und Grundstücke, ließ Straßen und Infrastruktur anlegen der Petén wurde in die Wirtschaft Guatemalas integriert. In dieser Zeit wurden vermehrt Rinderzuchtbetriebe gegründet, welche die großen Naturwaldflächen in zu Weiden rodeten und planierten, nach einem Schema der Rinderzucht im Petén, welche durch eine Intensivmast der Rinder an der Südküste ergänzt wurden. In den 1980 Jahren verschärfte sich die Krise des Zugangs zu Land in verschiedenen Teilen des Landes (die Menschen wurden durchs Militär und Stauseeprojekte vertrieben) und verstärkte eine Wanderung der Bauern in den Petén, mit der Folge der verstärkten Umwandlung von Wald in Weide- und Anbauflächen. Ende der 1980 wurde die FYDEP aufgelöst.
1990 erließ der Kongress ein Gesetz, mit welchem die "Reserva de la Biosfera Maya" (RBM), mit einer Fläche von 2,1 Mio. ha. hauptsächlich in staatseigenen Waldgebieten nördlich des 17° 10 ' Längengrades. ...
[CEH]
UNO Wahrheitskommission für Guatemala:
Präsentiert von Prof. Christian Tomuschat:
http://www.kritischeaktionaere.de/Konzernkritik/DaimlerChrysler/DCarg/dcarg.html Die Kommission zur historischen Aufklärung “Comisión para el Esclarecimiento Histórico (CEH) wurde 1994 von der UN und der Unterzeichnern eines Abkommens im Rahmen des Friedensprozesses gegründet. Die CEH hatte die Aufgabe Menschenrechtsverletzungen und die Gewalttaten welche im Verlauf des bewaffneten Konfliktes begangen wurden zu untersuchen und aufzuklären sowie Empfehlungen zur Förderung des Friedens und der nationalen Versöhnung zu machen.
spanischsprachig:
http://shr.aaas.org/guatemala/ceh/gmds_pdf/index.html [CHIXOY DAM]
LAHMEYER INTERNATIONAL, Friedberger Strasse 173, D-61118 Bad Vilbel
Chixoy Damm, Guatemala
Lahmeyer International führte mit LAMI ein Firmenkonsortium, das 1972 gegründet aus: Lahmeyer International (Deutschland), Motor Columbus (Schweiz) und International Engineering Company (USA). Cogefar (Italien) -- wurde später Teil von Impregilo, bestand.
LAMI projektierte, entwarf überwachte die Herstellung des Damms für das Wasserkraftwerk Chixoy mit 300 Megawatt Leistung in Guatemala. Die von LAMI 1974 erarbeitete Machbarkeitsstudie empfahl den Bau des Damms.
LAMI`s Machbarkeitsstudie von 1974 behauptete dass: "Im Gebiet der Untersuchung ... nahezu keine Bevölkerung gibt".
Nach Angaben der Weltbank, waren jedoch 2.500 Menschen umzusiedeln.
1978, in der Zeit der brutalen staatliche geförderten Unterdrückung, welche von den Vereinten Nationen als "Genozid" klassifiziert wurde, finanzierte die Weltbank (WB) und die Interamerikanische Entwicklungsbank (IADB) das Chixoy Dammprojekt. Die IADB finanzierte 1978, 105 Mio. U$ und 1981, 70 Mio. U$. Die WB finanzierte 1978, 72 Mio. U$ und 1982, 44,6 Mio. U$ nach Massakern bei welchen mehr als 400 Gemeindemitglieder des Río Negros welche gegen den Damm opponierten töteten.
Am 13.mrz. 1982 schlachtete das guatemaltekische Militär und Zivil Patrouillen (Paramilitärs) 107 Kinder und 70 Frauen in der einsam gelegenen Maya-Achi Gemeinde des Río Negros. Zu den Opfern gehörte die schwangere Frau und zwei Kinder von Carlos Chen Osorio. Dies war das dritte von fünf Massakern welche gegen die Menschen vom Río Negro begangen wurden welche darauf folgten, als sich die Gemeinde weigerte ihr Land für den Dammbau zu verlassen. Das Fluten des Beckens begann wenige Monate nach dem letzten Massaker.
Doch obwohl zahlreiche Missionen zur Beaufsichtigung des Projektes während und nach dem Bau entsandt wurden, bewahrte die Weltbank offensichtlich Stillschweigen über die Massaker bis 1996 Menschenrechtsgruppen die Geschichte entdeckten. Eine interne Weltbankuntersuchung sprach sie von Verantwortung frei.
Die Überlebenden des Río Negros erhielten nie eine angemessene Entschädigung für das Land, die Häuser und persönliches Eigentum, das sie verloren oder das ihnen gestohlen wurde, noch viel wenige Wiedergutmachung für die Gewalttätigkeiten, welchen sie ausgesetzt waren. Unabhängig von den Massakern ist die Weltbank, bei ihren Umsiedlungsprogrammen dazu verpflichtet, dass jene welche Umgesiedelt werden nach dem Projekt nicht benachteiligt werden. Wegen der Massaker waren die eigentlichen Umsiedlungen von geringerem Umfang. Die Weltbankverantwortlichen behaupten sie hätten die Gemeinde zu ihrem Lebensstandard von 1975 umgelagert. Dies ist nicht der Fall.
Die von LAMI 1974 erarbeitete Machbarkeitsstudie empfahl den Bau des Damms, trotz ernster geologischer Probleme bei der Gründung des Dammes. Der Baubeginn war 1976, als ein schweres Erdbeben Guatemala traf. Auf dieses Erdbeben folgte eine eingehendere Untersuchung in seismischer Hinsicht, welche einige vorher nicht entdeckte Fehler zu Tage brachte. Eine daraus folgende Neuplanung, welche den Damm stabiler gegenüber Erdbeben machte, verzögerte den Bau um 15 Monate und erhöhte die geschätzten Kosten des Projektes um nahezu 10 %. Kurz nach Baubeginn, wurde festgestellt, dass die Bergformation der Dammgründung von Fehlstellen und Höhlen gestört war, was eine weiter Neuplanung erforderlich machte. Dies führte zu einer 350 % höheren Kostenansatz als dem Ursprünglichen von 1977. Anschließend machten weitere unentdeckte Fehler Entwurfsänderungen notwendig, welche die Kosten für das Krafthaus verdoppelten. Schließlich stürzte der Druckstollen, welcher das Wasser vom Becken zum Krafthaus leiten sollte, während er aufgefahren wurde, zweimal ein, was die Projektfertigstellung um ungefähr 14 Monate verzögerte.
Die Stromproduktion begann im jul.1983, aber weitere schwere Schäden im Druckstollen zwangen zu einer Schließung nach nur fünf Monaten. Die anschließende Reparatur dauerte zwei Jahre und kostete ungefähr 57 Mio. U$. Eine gewerblicher Betrieb der Turbinen von Chixoy kam ab apr.1986 zustande. Neue Leckagen wurden in den frühen 1990er gefunden.
Nach Angaben der Weltbank, einem Mitfinanzier des Damms, erreichte die Stromgeneration in Chixoy zwischen 1990 und 1994 durchschnittlich 1.300 Gigawattstunden pro Jahr gegenüber 1.540 Gigawattstunden wie sie in den Projektdokumenten vorgesehen waren. Die Weltbank berichtete 1982, dass Chixoy eine unwirtschaftliche Investition war, mit einer Amortisationsrate von nur 2,4 %. 1974 schätzte LAMI, die Kosten für Chixoy auf 270 Mio. U$. Zur Fertigstellung 1985 kostete er 1.020 Mio. U$. Die Herstellungskosten stellten schließlich ungefähr 40% von Guatemalas Auslandsverschuldung in den späten 1980. Jahren dar. Guatemala hatte sehr lange eine moderate Auslandsverschuldung.
1986 wurde von Guatemala zum letzten mal ein Außenhandelsüberschuss erzielt.
HTTP://WWW.IRN.ORG/PROGRAMS/MEKONG/NAMTHEUN.PHP?ID=IRNTOLAO.HTML
http://www.nadir.org/nadir/initiativ/agp/free/imf/america/guatem.htm Chulac Dammprojekt
Ein weiteres Dammprojekt offenbart die Interessenlage von LAHMEYER INTERNATIONAL. LAHMEYER INTERNATIONAL wurde als Teil eines leicht umstrukturierten LAMI für den 1.250 Mio. U$, 450 MW Chulac Dammprojektes engagiert.
Die Arbeiten wurden 1981 begonnen, bevor die Machbarkeitsstudien abgeschlossen waren. Die HOCHTIEF AG (Tochter der Mutter RWE)
gewann den Bauauftrag und 137 U$ wurden für zwei Entlastungstunnels, Zufahrtsstraßen, und Baustelleneinrichtung investiert. Die Arbeiten wurden eingestellt, als sich herausstellte, dass der Berg den Damm nicht tragen würde.
Roberto Balsells früherer Präsident des staatlichen guatemaltiekischen Energieversorgers "Instituto Nacional de Electrificación (INDE) behauptet, dass die Möglichkeit Geld zu veruntreuen das Hauptmotiv für den Start des Chulac Dammprojekt war. Das Projekt wurde mit Zustimmung der INDE unter der Diktatur von Gen. Romero Lucas Garcia.
Quellen: Gysel, M. and Lommatzsch, M. (1986) 'Guatemala's Chixoy Hydroelectricity Scheme', Water Power & Dam Construction, June; World Bank (1991) 'Project Completion Report on Guatemala Chixoy Power Project', 31 December; World Bank (1992) 'Project Performance Audit Report on Guatemala -- Aguacapa Power Project and Chixoy Power Project', OED, June, 2; Witness for Peace (1996) A People Dammed: The Impact of the World Bank Chixoy Hydroelectric Project in Guatemala. Washington, DC; World Bank (1996) 'The World Bank's Experience with Large Dams: A Preliminary Review of Impacts. Profiles of Large Dams (Background Document)', August 15.
[CINCO]
COMPLEJO INDUSTRIAL DE COBÁN:
1979 Machbarkeitsstudie
1981 Berufung von Verantwortlichen Offiziere und Techniker, welche sich dann angeblich nach Europa begaben, um sich in der Herstellung von Munition für kleine Kaliber fortzubilden. Gegründet wurde die Fabrik FME mit dem Dekret NO. 81-83, welches am 19.jul.1983 verkündet wurde. Der erste Direktor war Brigade General JUAN JOSE MARROQUIN SILIEZAR Mit der Produktion von Kaliber 5.56 mm wurde im nov.1983 begonnen. Aufgabe alle Kaliber zu produzieren.
Öffentlichkeitsarbeit: Alphabetisierung der Hintersassen und Angestellten.
Besuch der Kommission für Kunst und Kultur der Lehrerschaft und der Lehramtskandidatinnen für 2002-2003 der Gemeinde von Cobán. Mit diesen wurde ein Gespräch über die Rolle der Frau in militärischen Institutionen geführt und eine Fabrikführung veranstaltet.
Das Organisationskomitee für die Wahl der Schönheitskönigin von Cobán in Zusammenarbeit mit anderen staatlichen Organisationen erarbeiteten die Szenerie für dieses Event. Die Schüler der Schule des Stadtteils Chicoyou, wurden beim allegorischen Umzug anlässlich der Departementmarkts gesponsert und erzielten den ersten Platz. Am Umzug der Herzen auf der Departementsmarkt von Cobán e.V. wurde teilgenommen und der erste Platz erzielt. Der Tag des Kindes wurde mit den Kindern der Schule des Stadtteils Chicoyou veranstaltet. Die INTECAP von Cobán wurde unterstützt. Die militärische Einrichtung stellte Räume, Geräte und Ausrüstung für Berufschulkurse für Mechaniker beim Spanen und Drehen zur Verfügung.
Der Freiwilligen Feuerwehr von Cobán wurde bei der Reparatur der Motorpumpe geholfen, welche sich in schlechtem Zustand befand.
Momentan wird die Produktion von 9 mm Patronen entworfen.
[DOS ERRES]
Der Fall von “Dos erres“ wird als “CASO ILUSTRATIVO No. 31“ “MASACRE DE LAS DOS ERRES »
spanischsprachig:
http://shr.aaas.org/guatemala/ceh/mds/spanish/anexo1/vol1/no31.html dokumentiert. . fijate 328: juristisches Hin und Her im Fall Dos Erres
... Im Jahr 2000 hatte der guatemaltekische Staat vor der Interamerikanische Menschenrechtskommission CIDH eine “Freundschaftliche Vereinbarung” firmiert, in der er sich dazu verpflichtete, die Opfer zu entschädigen, ein Monument in Gedenken an diese zu errichten, einen Dokumentarfilm über das Massaker zu produzieren und auszustrahlen, den Betroffenen psychologische Unterstützung anzubieten sowie die Ermittlung zur Prozessführung gegen die Verantwortlichen zu garantieren. Von diesen Verpflichtungen, so Farfán, sei allein das Mahnmal, die Entschädigung über 14,5 Mio. Quetzales an die Überlebenden und Hinterbliebenen und teilweise die psychologische Begleitung erfüllt worden. Doch der wichtigste Punkt, die Einforderung der Gerechtigkeit, steht immer noch aus. Die Tatsache, dass die Verteidiger der 16 Angeklagten mittlerweile 36 Einsprüche eingereicht haben, hat den Prozess bereits um mindestens vier Jahre verzögert. María Ólga Paiz findet in ihrem Artikel in der Tageszeitung “el Periódico“ deutliche Worte: “Nur die Angst kann die Resolution des Verfassungsgerichts erklären, die fast während einer Dekade erfassten Beweise für nichtig zu erklären. Rechtliche Argumente, die diese Entscheidung stützen könnten, gibt es nicht. Doch die Geschichte hat uns gelehrt, dass die Interpretation des Gesetzes in einem bestimmten Moment die Lektüre der Kollektivängste ist.“ Die Menschenrechtsorganisation Gruppe gegenseitiger Hilfe (GAM) bezeichnet das Urteil nicht nur als frappieren- den Rückschritt hinsichtlich des Aufbaus einer Demokratie und eines Rechtsstaats, sondern hält diese Entscheidung für eine eher politische als juristische, mit der die bestehende Straflosigkeit gehegt wird und einmal mehr die mächtigen Sektoren bevorzugt und die Be- sitzlosen marginalisiert werden. Nachtrag: Der Protest der Menschenrechtsorganisationen trug offen bar Früchte: Am 10. Februar machte das Verfassungsgericht einen Rückzieher und erklärte die zuvor annullierten Zeugenaussagen für rechtsgültig. Die vor ab gefällte Resolution sei aufgrund einer Falschinterpretation der Prozessakten ausgesprochen worden. Damit ist der Weg wieder frei, damit ein Berufungsgericht endlich entscheiden kann, ob der Fall Dos Erres unter das Amnestiegesetz fällt oder nicht.
deutschsprachig:
http://www.guatemalanetz.ch/dokumente/fijate328.pdf [Ost-West Konflikt]
Für die Dauer der Existenz der Sowjetunion war der Begriff in seiner Bedeutung in Mitteleuropa auf die Summe der Konflikte, welche aus unterschiedlichen Wirtschaftssystemen kapitalistisch / realkommunistisch rühren dominiert.
Am 02.feb.1838 kamen die Departeamente von Quetzaltenango, Huehuetenango, Quiché, San Marcos, Totonicapán und Retalhuleu überein, den sechsten zentralamerikanischen Staat zu bilden.
[PAC]
PAC: Geschichte der "zivilen Helfer" der Armee
deutschsprachig:
http://www.npla.de/poonal/p545.htm#gu [PBSUCCESS]
1953 wurde der guatemaltekische Oberst , Carlos Castillo Armas, Absolvent des von der US-Armee geleiteten Generalstabkollegs in Fort Leavenworth, Kansas ausgewählt um eine Invasionsarmee zu leiten und politisch Árbenz Regierung aus dem Amt zu treiben.
Castillo Armas Ex-Direktor der Militärakademie,
http://www.prensalibre.com/pl/domingo/archivo/domingo/2004/junio04/130604/central.html hatte 1950 eine Revolte gegen Arévalo angezettelt und war deshalb zum Tode verurteilt, konnte aus der Todeszelle fliehen, in Hoduras schlug er sich als Möbelverkäufer durch, nahm Verbindungen zum Diktator der Dominikanischen Republik, Rafael Trujillo, auf. Der unterstützte den Putsch gegen Árbenz finanziell. Armas nahm dafür einige von Trujillos Geheimagenten in seinen Sicherheitsdienst auf. Nach E. Howard Hunt, damals CIA Angestellter und später “Klemptner“ im Watergatehotel, wurde Armas wegen seiner Führungseigenschaften ausgewählt. In der Tat zeigten sich Castillos Führungseigenschaften bei Augapfel zu Augapfel Konfrontationen mit seinen Oberstkollegen nach Àrbenz Kapitulation.
Castillo Armas's vorrangige Aufgabe war es, Monate vor den militärischen Aktivitäten, einen psychologischen Sammelpunkt oder Blitzableiter für die préinvasive Propagandaoffensive darzustellen. Eine “Befreiungsarmee“ Radiokampagne begann am 01.mai.1954. Alle Anstrengungen wurden unternommen um sicher zu stellen, dass die guatemaltekische Regierung und Armee sich bewusst waren, dass jenseits der hondurenischen Grenze Castillo Armas eine CIA Armee drillte. Dies um Árbenz, Beziehung zu den Streitkräften zu unterminieren und ihre Einwilligung in seine Vertreibung wenn die Zeit zu Handeln kommt zu ermutigen. Die Radiosendungen waren durch kaum verhüllte Drohungen der US-Regierung gefüllt. John Peurifoy (er war kurz zuvor aus Griechenland zurückgekehrt, wo er das Wahlsystem ändern ließ um der rechtsradikalen Regierung unter Marshal Alexandros Papagos (1883-1955) in den Sattel zu helfen, später wird der fixe Jack nach Thailand versetzt werden und von einem Lastwagen im Fond seines Wagens zerquetscht werden.), der US-Botschafter wurde im oct.1953 bestellt, die Operation zu überwachen. Dem “Timemagazine“ erzählte er im jan.1954 die USA könnten gezwungen sein “Maßnahmen zu ergreifen um Guatemala davor zu bewahren in den Schoss des internationalen Kommunismus zu fallen.“ Peurifoy prahlte später dass die Planung der Vertreibung von Árbenz nur 45 Minuten gedauert hätte. Die guatemaltekischen Intervention war verdeckt, nicht geheim, der Unterschied liegt in Absicht und Methode: Verdeckte Operationen werden so geplant und ausgeführt, dass die Identität des Verursachers verborgen bleibt oder plausibel widerlegt werden kann. Sie unterscheiden sich von geheimen Operationen, darin, dass die Anstrengungen auf das Verbergen der Identität des Verursachers mehr Aufmerksamkeit gelegt wird, wie auf das Verbergen der Operation. Anstrengungen auf Geheimhaltung hätten darauf abgezielt, so zart vorzugehen, dass Beidem ausgewichen worden währe: Verantwortlichkeit und Wahrnehmung dass eine Intervention statt fand. Die Intervention in Guatemala, war im Gegenteil war darauf angelegt der Verantwortlichkeit auszuweichen, während der Welt wissen gelassen wurde, dass ein Regime das die USA herausfordert drastische Konsequenzen zu erleiden hat. Die CIA nannte die Operation: PBSUCCESS mit einem Hauptquartier in Opa Locka, Florida und einem Budget zwischen fünf und sieben Millionen US$. Richard Immerman zeigte auf, dass es sich bei PBSUCCESS um das erste CIA-Projekt mit eigener Infrastruktur und virtuell offenem Zugang zu Arbeitsgerät und Finanzierung handelte. PBSUCCESS beschäftigte ungefähr hundert CIA Angestellte und Fremdarbeiter. Der Dienst hatte auch Rekrutierungsleistungen auf der Gehaltsliste, meistens Söldner aus Guatemala und den zentralamerikanischen Nachbarschaft, besonders Nicaragua, Honduras und Panama ... Die US-Regierung flog Personal , Flugzeuge und andere Ausrüstung zum Franc´e Field einer abgelegenen Rollbahn in der Kanalzone .. von wo es verdeckt zu Oppositionslagern in Nicaragua und Honduras transportiert werden konnte ... Die Einheit erhielt ihre eigenen Kommunikationseinrichtung, Hilfspersonal, verdeckte Mitarbeiter, und besondere Ermächtigung zum Erhalt vertraulicher Finanzierung. Die Modulstruktur wurde Standard bei zukünftigen, unkonventionellen, militärischen oder paramilitärischen Kriegseinsätzen von der Schweinebuch bis zu den Geheimarmeen in Südostasien. Am 18.jun.1954 überquerte Castillo Armas die Grenze von Honduras nach Guatemala an der Spitze einer Armee von vielleicht höchsten 300 Mann. Obwohl gut bewaffnet mit Bren Maschinengewehren, Mörsern und selbst Flammenwerfern, hielt die ungebremste “Befreiungsarmee“ erst im Wallfahrtsort Esquipulas. In diesem Wallfahrtsort, welcher wegen ihres schwarzen Kreuzschreins bekannt ist, wartete die “Befreiungsarmee“, während der richtige Krieg durch US-Piloten und angeheuerten Söldnern geführt wurde. Zur Dämmerung am 18.jun.1954 tauchte ein Bombergruppe B-26 und drei P-47 Tranportflugzeuge über Guatemalastadt auf. Warf Flugblätter ab, schoss aus Bordwaffen und bombardierte. Die Ziele waren nach ihrem psychologischem Effekt gewählt worden: Exerzierplätze, Munitionslager, Öltanks. Einer der US - Piloten Jerry DeLarm erzählte später NBC's John Chancellor wie er die Ölreserven der Regierung weg blies denn schließlich war die politische Situation in der Luft und erforderte entschiedenes Handel - also das Hauptmunitionslager der Armee. Obwohl er nicht fähig war die guatemaltekische Armee zum Kämpfen zu bewegen, abgesehen von etwas planlosem Fliegerabwehrfeuer, hielt Árbenz sein prekäres Amt neun Tage. Castillo Armas blieb ungestört in Exquipulas, während US-Flugzeuge eine stete Abfolge von fürchterlichen Luftangriffen auf die Hauptstadt und den Hafen von San José flogen. In San José versenkten sie dabei einen Britischen Frachter “Springfjord”. Trotz des fehlenden Widersandes in der Luft erlitt die kleine “Befreiungsluftwaffe“ Abnutzung in den ersten Tagen der Operation, mit einige Flugzeugkollisionen bei der Landung. Einige Quellen geben an, sie seien abgeschossen worden, die "Befreier" gaben aber keine Verluste bekannt. Die CIA fragte nach Ersatz und verlangte eine Präsidentenentscheidung. In Nicaragua standen Flugzeuge der US-Luftwaffe bereit. Schnell die Kennzeichen verdeckt, waren die Flugzeuge bald in der Luft über Guatemalastadt und hielten der Druck aufrecht. Am 27.jun.1954 wurde Árbenz durch eine Militärjunta aus Hauptmännern ersetzt. Nach einem beachtlichen Waffenverdrehen. Botschafter Perrifoy nannte es ein Kopf zusammenschlagen. Peurifoy gewann die Zustimmung der Hauptmänner Castillo Armas zum neuen Leiter der Regierung zu machen. So kehrte am 03.jul.1954 Castillo Armas triumphal nach Guatemalastadt zurück. Und wie 1953 der Gen. Fozlollah Zahedi auf dem Rücken eines US-Panzers nach Teheran einritt, nach dem Mossadegh gestürzt war, so genoss Castillo Armas den Komfort von Peurifoy's Botschaftsflugzeug. Entscheidend war, dass sich die guatemaltekische Armee dazu entscheiden würde nicht zu kämpfen. Der Schachzug wurde Eisenhower in einem Bericht vom 20.jun.1954 erklärt : Alle Anstrengungen ... waren mehr auf die psychologischen Auswirkungen .... als auf militärische Stärke gerichtet. Obwohl Castillo Armas fähig war innerhalb kurzer Zeit eine beeindruckende sehr nachhaltige Militärmacht aufzubauen.
nach englischsprachig:
http://www.statecraft.org/chapter5.html NON-STOP GOODWILL FLIGHT TO NICARAGUA Three wing B-36s, lead by Brigadier General John D. Ryan, 19th Air Division commander, and Colonel Clarence A. Neely, 7th Bomb Wing vice commander, took part in a United States "Goodwill Policy Flight", to Central America on 26 May. The aircraft were flown by Lieutenant Colonel Robert A. Bennett, 492nd Bomb Squadron, Major Leslie W. Brockwell, 436th Bomb Squadron, and Major Wesley L. Pendergraft, 9th Bomb Squadron. All three flew a low level flyover of Managua, Nicaragua, for the Nicaraguan Army Day Celebration. During low level, the bombers flew over the Nicaraguan cities of Granada, Managua, Leon, and Matagalpa. Following this, the bombers returned to Carswell landing on 27 May. Overall, the formation flew over 3,800 miles non-stop.
http://www.stern.de/politik/ausland/135676.html?eid=501298 mexicanische Tageszeitung zu Staatstreich in Guatemala:
spanischsprachig:
http://www.jornada.unam.mx/2004/ene04/040125/mas-roberto.html Am 12.apr.1945 gab Franklin D. Roosevelt seine Löffel ab. Unter seinem Vizepräsidenten und Nachfolger im Amt Harry S. Truman wurde der CIA gegründet und allerlei andere Widerwärtigkeiten. Im jan.1953 wurde der Republikaner Gen. Dwight D. Eisenhower Präsident der USA, Regierungssprecher: Richard Nixon, Außenminister: John Foster Dulles, Chef des CIA sein Bruder Allen Dulles. Die Brüder Dulles wären als Anwälte der renommierten Anwaltspraxis „Sullivan & Cromwell“
http://en.wikipedia.org/wiki/Sullivan_&_Cromwell seit Jahren die juristischen Vertreter der United Fruit. John Foster Dulles hatte selbst die schamlosen Guatemala Verträge von 1930 und 1936 für die UFC arrangiert. Auch in anderen Toppositionen der Regierung saßen Vertraute des Obstkonzerns. Der Verantwortliche für die Lateinamerikapolitik des State Department wurde John Moors Cabot, Bruder des Expräsidenten der UFC. UNO Delegierter sein Vetter John Cabot Lodge, ein Mehrheitsaktionär des Konzerns, und mit Anne Whitman saß die Frau des Public Relations Managers der Company als persönliche Sekretärin des Präsidenten im Vorzimmer zur Macht. Derart gut platziert gab UFC Präsident Kenneth Redmond die neue Devise aus. Von jetzt an handelt es sich nicht mehr um den Gegensatz zwischen dem Volk von Guatemala und der United Fruit Company, sondern um die Bedrohung, die. der Kommunismus für das Recht und Eigentum, das Leben und die Sicherheit ,der westlichen Hemisphäre darstellt. Der Kreuzzug war eröffnet." Selbst das Washingtoner Außenministerium hielt in einer geheimen Expertise den Einfluss der Kommunisten in Guatemala, für "relativ" unbedeutend" und riet dringend davon ab, in der Presse vorgebrachte Verdächtigungen, denen zufolge das mittelamerikanische Land als Basis für einen sowjetischen Überfall" auf den Panamakanal genutzt werde, ernstlich weiterzuverfolgen. Zum einen habe Guatemala gar keine Beziehungen zur UdSSR, oder anderen osteuropäischen Staaten, zum anderen liege es rund, 800 Kilometer vom Kanal entfernt, seine Luftwaffe sei kaum einsatzfähig, und sie verfüge allenfalls über eine Reichweite von 300 Kilometern. Doch was bedeuteten Sachargumente einer Regierung, die sich für den Kreuzzug gegen den Kommunismus berufen fühlte. Eisenhower hatte im Wahlkampfjahr 1952 dem amtierenden Präsidenten Truman allen Ernstes vorgeworfen, „zu nachsichtig gegenüber dem Kommunisten“ zu sein. John Forster Dulles erklärte zu gleicher Zeit, mit ihm als, Außenminister werde "der Eiserne Vorhang" in Osteuropa zurückgerollt". und sein Bruder Allen, tönte, wenn in einem weiteren Land die "kommunistische Gefahr“ drohe, werde er als CIA Chef „nicht erst auf gedruckte Einladungen zum Eingreifen und Handeln warten“. Am 31. März 1953 schrieb Präsidentenberater Adolf Berle an Eisenhower in einem Memorandum zum Vorgehen in Guatemala: „Wir haben mehrere Möglichkeiten:
1. die direkte Intervention (ist in diesem Fall nur im Extremfall ratsam, wegen der großen Schwierigkeiten, die sie auf dem Kontinent verursachen würde;
2. Organisierung einer Gegenbewegung mit Stützpunkten in den Nachbarländern ... diese Art der Aktion ist langsamer, weniger aufsehenerregend, aber viel umfassender.“
Es ist den US Autoren Stephen Schlesinger und Stephen Kinzer zu danken, die in jahrelangen Recherchen Hintergründe der „Operation Guatemala“ aufhellten, dass Einzelheiten dieser Intervention bekannt wurden. Ihr Buch „Bitter Fruit, The untold Story of the American Coup in Guatemala“, 1982 in New York erschienen, widmeten sie dem guatemaltekischen Volk.
Anfang August 1953 fasste der Nationale Sicherheitsrat der Vereinigten Staaten den Entschluss zum Sturz der demokratischen Regierung von Guatemala.
Zum Befehlshaber der Operation ernannte man Frank Wisner, den Operationschef des Geheimdienstes CIA. Dessen erste Personalentscheidung war die Ernennung von Colonel Albert Haney zum militärischen Kommandeur des Unternehmens.
Drei Monate später war der Angriffsplan fertig. Haney schlug vor, Anfang 1953 die Operation mit kleinen Terroranschlägen zu beginnen und ein halbes Jahr später nach immer größeren Militäraktionen den Sturz mit einer regelrechten Invasion herbeizuführen. Die Kosten veranschlagte er mit etwa 4,5 Millionen. Dollar, inbegriffen die Bereitstellung von einem Dutzend Kriegsschiffen, U-Booten, Luftlandetruppen, einem Geschwader C 47 Transportflugzeugen sowie einer Hubschrauberstaffel. Der Plan stieß innerhalb des Geheimdienstes auf Widerstand So gab der Operationschef der CIA für die westliche Hemisphäre, J. C. King, zu bedenken: „Er (Haney) wird in Mittelamerika ein Bürgerkrieg auslösen. Wollen wir einen zweiten Koreakrieg vor unserer, Haustür?" Statt dessen schlug er vor, alles auf die "leise Tour“ zu regeln. Doch Frank Wisner entgegnete ihm: "J. C., u diese Tour auszuprobieren, hatten Sie vier Jahre Zeit. Jetzt ist die Lage schlimmer denn je." Nun, da der Ausführung des Planes keine Hindernisse mehr im Wege standen, schritt Haney zum nächsten Punkt. Er versicherte sich der Unterstützung des nikaraguanischen Diktators Somoza dessen Land er als Ausbildungs und Nachschubbasis benötigte. Im Februar 1954 richtete die CIA auf Somozas Farm „El Tamarindo“ ein Ausbildungslager ein, ein weiteres auf der Insel Momotombito im Managuasee. Die, Piloten erhielten in Puerto Cabeza an der Atlantikküste, in der Nähe der nikaraguanisch hondurenischen Grenze, ihre Einweisung. Eigens zur Versorgung der Söldnerarmee gründete die CIA eine Waffenfirma, die „International Armaments Corporation" deren Leitung Samuel Cummings, einem Vertrauten des Geheimdienstes, übertragen wurde. Er kaufte zunächst für 100.000 Dollar Gewehre, Maschinenpistolen und Granatwerfer, die über eine Tarnfirma in der Panama Kanalzone in die Ausbildungslager gebracht wurden. Im letzten Stadium der Vorbereitungen musste die CIA noch ein verzwicktes , Problem lösen die Wahl des Söldnerführers. Ihr Chef Allen Dulles hatte die Auswahlkriterien klar benannt. Der Kandidat sollte kein, militärisches Genie sein, wohl aber ein Mann, der eine guten Partner für die United Fruit abgab'. Keinesfalls sollte er die Handlungsfreiheit des Konzerns in irgendeiner Weise beeinträchtigen. Am besten, so befand er" sollte sich der Obstkonzern seinen künftigen Mann, in Guatemala gleich selbst wählen. Der erste Auserwählte war Gen. Ydigoras Fuentes. Seit der Wahlschlappe gegen Árbenz lebte er in EI Salvador, wo ihn das Angebot erreichte. "Ein ehemaliger leitender Mann der United Fruit Company, jetzt im Ruhestand lebend, Mr. Walter Trunbull, suchte mich auf erinnerte sich der General später in seinen Memoiren mit dem markigen Titel „Mein Kampf mit dem Kommunismus“. Der ehemalige leitende Mann wurde begleitet "von zwei Herren, die er nur als Agenten der CIA vorstellte ... Sie sagten; ich sei doch in Guatemala bekannt und sie wollten beim Sturz von Árbenz mithelfen.“ Doch die Besucher stellten auch Bedingungen: „Unter anderem sollte ich versprechen, die United Fruit Company und die „International Railways of Central America“ zu begünstigen, die Eisenbahnergewerkschaften aufzulösen, auf, Ansprüche an Großbritannien wegen des Gebietes von Belize zu verzichten, ein strenges Regime im Stile Ubicos zu führen ... außerdem sollte ich alles in das Unternehmen (zum Sturz der Regierung Árbenz Hannes Bahrmann Autor des Buches „Piraten der Karibik“) investierte Geld zurückzahlen aufgrund von Rechnungen, die man mir später präsentieren wollte. Der General befand die Konditionen für unwürdig und verzichtete. Der nächste Kandidat war der Kaffeepflanzer Juan Córdova Cerna, der dem Obstkonzern lange Jahre als Berater gedient hatte. Als er schwer erkrankte, empfahl er seinen Freund Oberst Castillo Armas, der 1950 eine Revolte gegen die Regierung Arévalo angezettelt hatte, dafür zum Tode verurteilt worden war, später aber unter mysteriösen seriösen Umständen aus der Todeszelle hatte fliehen können. In Honduras schlug er, sich zunächst als Möbelverkäufer durch, ehe er Verbindungen zum Diktator der Dominikanischen Republik, Rafael Trujillo, aufnahm. Der Bestätigung von Armas zum Söldnerführer folgten intensive Verhandlungen mit der UFC, die sich bereit erklärte, Waffen zu liefern, wenn Armas nach dem Sieg dem Konzern alle früheren Privilegien und vor allem den enteigneten Boden wieder zurückgab. Schnell wurde man sich handelseinig. Als der Befehlshaber, der militärische Kommandeur und der, Anführer der Hilfstruppen des Unternehmens gefunden waren.` fehlte noch derjenige, der die Vorbereitungen der Operation vor Ort koordinierte. Der geeignete Posten für diese Aufgabe war zweifellos der Botschafter der USA. Botschafter war Rudolf Schoenfeld, ein ruhiger Berufsdiplomat, mit ausgezeichneten Manieren seinen Dienst, mit dem Ziel, korrekte Beziehungen zur Regierung Árbenz, zu unterhalten. Das Brüderpaar Dulles verständigte sich, und schon kurze Zeit später machte sich Frank Wisner auf die Suche nach einem geeigneten Mann. Er fand ihn rasch, und noch vor Weihnachten 1953 , traf der neue Botschafter mit der Linienmaschine aus New, York auf dem Flughafen „La Aurora" in der guatemaltekischen Hauptstadt ein: John E. Peurifoy, genannt der «fixe Jack". Durch sein skandalöses Verhalten als Botschafter in Griechenland hatte er sich für diese Aufgabe nachhaltig empfohlen, als er dort mithalf, eine Linksentwicklung zu verhindern und dafür von den Partisanen den Namen „der Schlächter von Griechenland“ erhielt. Geboren 1907 in South Carolina. Nach Abbruch der Militärakademie von West Point arbeitete er als Hauslehrer, Versicherungsagent und schließlich als Liftboy im Gebäude des US Senats. Zu Seinem Job gehörte es auch, die Bürgersteige im Stadtteil Georgetown zu fegen. Es gelang ihm mit Hilfe des Senators seines Heimatstaates, einen Arbeitsvertrag im US Außenministerium zu, erhalten. Dort machte er, dank seiner Ellbogenmentalität rasch Karriere. Am Ende des zweiten Weltkrieges war Peurifoy bereits Abteilungsleiter, zuständig für Sicherheitsangelegenheiten. Mehrere schmutzige Handlangerdienste für den "Ausschuss für unamerikanisches Verhalten" unter Vorsitz von Senator McCarthy verschafften ihm schließlich gar den Posten eines Unterstaatssekretärs und damit die Verantwortung über die gesamte Personalpolitik des State Departments. Als ihm Frank Wisner in der CIA Zentrale in Langley den Job in Guatemala anbot, war der Kandidat begeistert. Sein Vorgänger Schoenfeld wurde kurzerhand nach Kolumbien versetzt.
Schon kurz nach seiner Ankunft machte der "fixe Jack" seinen neuen Gastgebern klar, dass er kein Mann diplomatischer Rücksichten war. Ob er nicht wisse, dass die Agrarreform auch in China eingeführt worden sei und China bekanntermaßen kommunistisch sei, herrschte er Außenminister Dr. Raul Osegüeda an, Auf dessen Antwort, er sei keineswegs Kommunist, entgegnete Peurifoy drohend, er wisse das besser, schließlich habe er ihn zusammen mit Kommunisten in einer Zeitschrift abgebildet gesehen! Ähnlich benahm sich der neue Botschafter bei einer Begegnung mit dem Präsidenten, nach der er eilends nach Washington telegrafierte, dass „normale Maßnahmen in Guatemala wahrscheinlich nicht greifen“. Und er schloss seinen Appell mit den ungelenk dramatischen Worten. "Die Kerze brennt langsam, aber sicher herunter, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die umfangreichen amerikanischen Interessen, völlig hinausgedrängt werden." Nachdem das Personal komplettiert worden war, begann die "heiße" Phase des Projekts, ein ausgefeiltes Destabilisierungsgramm von der wirtschaftlichen Erpressung über den politische Druck bis zum bewaffneten Überfall. Vorbereitetet von einer breit angelegten Diskreditierungskampagne, die auf Kosten der United Fruit in den Medien der USA und Lateinamerikas geführt wurde, begann im März 1954 die politische Isolierung der Árbenz Regierung in Lateinamerika. Hierfür missbrauchten die USA nicht zum ersten und nicht zum letzten Mal die Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS). Auf ihrer 10. Jahrestagung in Caracas sprach man nicht wie ursprünglich angekündigt über wirtschaftliche Entwicklung in Region, das dominierende Thema wurde auf Druck der" US Delegation die „kommunistische Gefahr in Guatemala" Die über die demokratische Regierung Árbenz zu Gericht saßen, stellten eine Auslese der widerwärtigsten Diktatoren dar, die allesamt von den USA in den Sattel gehoben worden waren und nun Ihre Dankesschuld abzutragen hatten: Anastasio Somoza Nikaragua, Rafael Trujillo aus der Dominikanischen Republik, Oscar Osorio aus EI Salvador, Manuel Galvez aus Honduras (ein ehemaliger Prokurist der UFC), Fulgencio Batista aus Kuba, die Diktatoren Perus Manuel Ordria Kolumbiens Gustavo Rojas Pinilla, sowie des Gastgeberlandes Venezuela, Pérez Jiménez. Sie alle klatschten frenetisch Beifall., als John Forster Dulles die Annahme einer Resolution empfahl, in der es hieß, dass „die Beherrschung oder Kontrolle der politischen Institutionen irgend eines amerikanischen Staates durch den internationalen Kommunismus, der das politische System einer außerkontinentalen Macht auf diese Hemisphäre ausdehnt, eine Bedrohung der Souveränität und der politischen Unabhängigkeit der amerikanischen Staaten darstellen würde“. Nicht alle Delegierter waren zur Annahme bereit. So rief der bolivianische Vertreter empört: „Unsere Völker erwarten etwas mehr als eine neue Art der Bekämpfung des Kommunismus, und zwar geeignete Maßnahmen, die zur Hebung des Lebensstandards der Bevölkerung und im Interesse des Fortschritts dienlich sind." Er und weitere Opponenten erhielten darauf eine „Sonderbehandlung“: Dem Außenminister Boliviens drohten Dulles’ Diplomaten mit der Sperrung eines 14 Millionen Dollar Kredits, dem Vertreter Ekuadors machten sie klar, dass die Vereinigten Staaten im Weigerungsfall keinesfalls die zugesagten acht Millionen Dollar für die Erweiterung des Straßennetzes ausreichen könnten. Mit dem Außenminister Guatemalas redete kein US Vertreter, seiner Gegenstimme waren sie sicher. „Was ist der Grund für die Verleumdungskampagne?" fragte Außenminister Toriello die Anwesenden. "Was. ist der wirkliche Grund dafür, dass man unsere Regierung als kommunistisch hinstellt? Aus welcher Quelle kommt der Vorwurf, wir bedrohten die kontinentale Solidarität und Sicherheit? Warum will man in Guatemala intervenieren? Die Antworten sind einfach und liegen auf der Hand. Der Plan der nationalen Befreiung, von meiner Regierung mit Entschlossenheit durchgeführt, berührte die Privilegien der ausländischen Unternehmen, die den Fortschritt und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes behindern ... Wir betrachten diese Resolution lediglich als Vorwand für eine Einmischung in unsere inneren Angelegenheiten. Man wollte ein passendes Mittel finden, um die wirtschaftliche Abhängigkeit der amerikanischen Republiken aufrechtzuerhalten und die legitimen Wünsche ihrer Völker zu unterdrücken, indem man jede Manifestation des Nationalismus oder der wirtschaftlichen Unabhängigkeit, jedes Verlangen nach sozialem Fortschritt jede intellektuelle Wissbegierde und jedes Interesse für progressive und liberale Reformen als „Kommunismus“ abstempelte.“ Am Ende bekam Dulles wie erwartet seine Resolution mit 17 Ja Stimmen, 2 Enthaltungen (Argentinien und Mexiko) und der Gegenstimme Guatemalas programmgemäß durch. Die “Resolution von Caracas“ diente fortan als diplomatischer Rauchvorhang, hinter dem die weitere Einmischung der internationalen Bewertung entzogen wurde.
Nun galt es, die Lage ständig zu verschärfen und den aufgebrochenen Konflikt dauerhaft am Kochen zu halten. Treue Gefolgsleute mussten an die Front. Besonders überzeugte Somoza in seiner Rolle, als er im Mai 1954 mit zornbebender Stimme mitteilte " man habe in Managua „ein geheimes sowjetisches Waffenlager ausgehoben! Gefunden worden seien Gewehre, Maschinenpistolen, Handgranaten, „versehen mit Hammer und Sichel“ Sorgfältig von der CIA instruiert, wies , der, honduranische Präsident zwei guatemaltekische Konsuln mit der Begründung aus, sie hätten einen Streik gegen die United Fruit organisieren wollen. Es war Präsident Eisenhower persönlich vorbehalten, allen Ernstes zu behaupten, Guatemala strecke „seine marxistischen Fühler“ nach EI Salvador aus. „Sie versuchen ihren Einfluss auszudehnen, als erste Stufe, um von dort aus, andere südamerikanische, Länder zu erfassen.“ Angesichts. derartiger „Bedrohungen“ mutete es nur natürlich an, wenn Außenminister Dulles mit den Regierungen von Nikaragua und Honduras „Sicherheitsverträge abschloss, die massive, Waffenlieferungen, zur Folge hatten. Kaum waren die Verträge unterzeichnet, da schwebten schon die „Globemaster“ Transportflugzeuge mit vielen Tonnen Waffen ein, die ohne Umschweife direkt an die Söldnertruppen von Oberst, Armas verteilt wurden. Um der Gegenseite ihrerseits die Möglichkeit zur Waffenbeschaffung zu nehmen (ohnehin hatte Washington Ende der vierziger Jahre bereits ein totales Embargo verhängt), wurde die Karibik zur Sperrzone erklärt, wies Eisenhower die US Navy an, „verdächtige, unter fremder Flagge fahrende Schiffe auf hoher See vor der Küste Guatemalas zu stoppen und ihre Ladung, zu untersuchen“. Dieser Schritt war ein eindeutiger Bruch des Völkerrechts, doch es sollte nicht der letzte in dieser Affäre sein. Anfang Juni deckte die guatemaltekische Polizei ein Komplott gegen die Regierung auf, und die verhängte daraufhin den Notstand über das Land, eine Maßnahme, die schon zur Zeit von Präsident Arévalo nicht weniger als dreizehnmal angewandt worden war, Prompt jedoch „informierte“ US Außenminister Dulles :die Weltöffentlichkeit, in Guatemala, sei etwas wie ein Terrorregime im Gange“, und er fügte hinzu: „Ich zweifle nicht daran, dass die große Mehrheit des, guatemaltekischen Volkes den Wunsch und auch die Kraft hat, im eigenen Haus aufzuräumen.“ Deutlicher konnte man nicht zum Putsch aufrufen! Die Operation der CIA trat nun in ihre Endphase ein. Noch ,einmal kurbelte der Geheimdienst seinen Desinformationsapparat an, um einer mit Sicherheit einsetzenden internationalen Protestbewegung die Spitze zu nehmen. 100.000 Exemplare einer Broschüre, genannt „Chronologie des Kommunismus in Guatemala“ wurden in Lateinamerika verteilt, ebenso 27.000 Poster und Cartoon-Serien zum gleichen Thema. Die "United States Information Agency" (USIA), die Propagandaagentur Washingtons, stellte rechtzeitig drei Filme fertig und verlieh sie kostenlos in alle Länder der Region. Zudem begann ein wirkungsvoller Ätherkrieg. Von Nikaragua aus sendete ein Kurzwellensender, die „Stimme der Befreiung" deren Sprecher pausenlos versicherten, sie säßen, "irgendwo in, Guatemala“. Im Morgengrauen des 17. Juni 1954 auf den Tag genau zwei, Jahre nach Verabschiedung des Dekrets über die Bodenreform begann die Invasion. Die Bereitstellungsräume lagen bei Ocotepeque (für den Südabschnitt), nahe der Ruinenstadt Copán (für den Zentralabschnitt und in der Sierra de Merendón (für den nördlichen Frontabschnitt). Der Hauptstoß zielte auf die Metropole. Die Angreifer marschierten, an drei Dutzend Stellen gleichzeitig westwärts. "Die längst fällige Entscheidung ist da", schrieb die "New York Times". Die Regierung Árbenz rief den UN Sicherheitsrat an, wo der US-Delegierte empört aufsprang und erklärte: "In Guatemala findet keine Intervention statt, Guatemala wird auch nicht bombardiert. Eine Revolution, eine antikommunistische Revolutionen, ist ausgebrochen ...“ Die Söldnerarmee ließ unterdessen kaum eine Chance aus, sich nach allen. Regeln der Kunst zu blamieren. Innere Rivalitäten, stümperhafte Planung und eine tölpelhafte Ausführung ließen den Angriff bald Ins Stocken geraten. Da es ihr zudem nicht gelang, die Streitkräfte auf ihre Seite zu ziehen, beruhigte sich die Lage wieder. Dies ließ den zögerlichen Árbenz endgültig zur Auffassung kommen, dass eine Volksbewaffnung derzeit ebenso wenig Opportun war wie Massenveranstaltungen zur Unterstützung der Demokratie. Er war ein Bürger geblieben, ihn schreckte der Gedanke an eine Volksherrschaft, er setzte vielmehr auf internationale Vermittlung, um den Konflikt zu lösen.
Da ließ Colonel Haney, der militärische Kopf des Unternehmens, am 25.jun.1954 die Bomber aufsteigen. Der UN Sicherheitsrat debattierte wieder einmal die Lage, da griffen die Bomber die guatemaltekische Hauptstadt an. Außenminister Toriello setzte ein allerletztes Schreiben an seinen amerikanischen Kollegen auf: "Wir sind davon unterrichtet, dass von heute bis Sonntag solche Piratenflugzeuge die Hauptstadt unserer Republik massiv bombardieren werden, da es Guatemala an modernen. Maschinen fehlt, um sie abwehren zu können, als Folge des seit mehreren Jahren bestehenden US Verkaufsverbotes für Flugzeuge. Dieser Umstand macht es unmöglich, uns gegen moderne Bomber und Jäger zu verteidigen, welche die angreifenden Söldnerkräfte besitzen.“ In einem verzweifelten Schritt wollte der Präsident nun doch noch Waffen an die Volksorganisationen und politischen Parteien verteilen, doch da stand die Armee bereits nicht mehr hinter ihm und verweigerte dem Präsidenten die Gefolgschaft. Tief getroffen gab er auf. In einer Radioübertragung sagte Árbenz zum Abschied. „Freunde, Arbeiter, Bauern, Patrioten, Volk von Guatemala: Guatemala erduldet eine sehr schwere Prüfung. Seit zwei Wochen wird gegen Guatemala ein grausamer Krieg geführt. Die United Fruit ist in Zusammenarbeit mit führenden Kreisen der Vereinigten Staaten für das verantwortlich, was uns jetzt widerfährt ... In wessen Namen haben sie diese barbarischen Gewaltakte aus führt? Unter welchem Banner kämpfen sie? Wir wissen es se wohl. Sie benutzen als Vorwand den Antikommunismus. Die Wahrheit sieht ganz anders aus. Die Wahrheit ist in den finanziellen Interessen der Fruit, Company und der anderen US Monopole zu suchen, die viel Geld in Lateinamerika investiert haben und fürchten, das Beispiel Guatemala könnte in anderen Ländern, Schule machen." Danach ging der Präsident über die Straße zur mexikanische Botschaft, wo er um politisches Asyl bat. Obwohl in seinen drei Amtsjahren mehr als 40 Putschversuche gegen ihn gescheitert waren und das Kommende schon klar erkennen ließen, hatte Árbenz seine inneren und äußeren Feind unterschätzt. Sein Glaube an die Verfassungstreue der Streitkräfte erwies sich als folgenschwere Illusion.
Derweil begann in Guatemala das große Morden und die Verfolgung aller demokratischen Kräfte. Sämtliche Gesetze und Verfügungen aus der Árbenz Zeit wurden annulliert, Indios von ihren Feldern, die sie im Zuge der Agrarreform erhalten hatten, verjagt, alle linken Parteien und Organisationen verboten. Die von der CIA geschaffenen „Komitees zur Abwehr des Kommunismus“, Todesschwadronen, erfassten bis zum November 1954 insgesamt 72.000 „verdächtige Subjekte“. In den ersten drei Jahren nach dem CIA Putsch wurden, 9.000 Menschen umgebracht. Bis heute beläuft sich die Mordbilanz auf über hunderttausend Opfer. Mit einem Schlag löste die Diktatur 553 Einzelgewerkschaften und Dachverbände auf. Dreiviertel der erwachsenen Guatemalteken entzog man das Wahlrecht, indem Analphabeten aus den Wahllisten gestrichen wurden. Der alte Geheimdienstchef des Diktators Ubico kehrte in sein Amt zurück, und "subversive Bücher», wie die Werke Dostojewskis, Victor Hugos „Die Elenden" oder Romane des guatemaltekischen Nobelpreisträgers Miguel Angel Asturias, landeten auf dem Scheiterhaufen.
Es war ein kleines, laienhaft verfasstes Gedicht der Ehefrau des „fixen Jack" Betty Jane Peurifoy, veröffentlicht in einem, Provinzblatt ihres Heimatstaates, das ihren Aufenthalt vorzeitig beenden sollte:
Singt des Quetzals frohe Lieder, Denn der Friede kehrte heim.
Im Palast die mächt` ge Junta
wird sein Hüter sein.
Alle Kommunisten flohen, die uns einst erschreckt;
Haben jetzt die Flucht ergriffen, sich in Mexiko versteckt.
Und der tapfre Peurifoy
ist nun wieder optimistisch,
Denn das schöne Guatemala
nicht mehr kommunistisch!
Angesichts wachsender Kritik aus dem Lager der westeuropäischen Verbündeten erschien diese Art von Offenherzigkeit reichlich deplaziert. Großbritanniens Labourführer Attlee zeigte sich schockiert "über die Freude und Zustimmung ... angesichts Erfolgs des Putsches».
Jack Peurifoy und seine poetisch veranlagte Ehefrau wurden nach Thailand versetzt, wo der "fixe Jack" im Jahr darauf vor einem Lastwagen im Fond seines Wagens zerquetscht wurde.
Den gestürzten Präsidenten führte ein unstetes Emigrantendasein um den halben Erdball, ehe man 1971 seine Leiche in der Badewanne eines Hotels in Mexiko Stadt auffand.
Der Befehlshaber der CIA Operation in Guatemala, Frank Wisner, nahm sich in den 1960er Jahren das Leben.
Ein weiterer prominenter Akteur der damalige Vizeaußenminister Walter Bedell Smith, erhielt zur Belohnung den Posten der Aufsichtsratsvorsitzenden der United Fruit, doch das brachte ihm kein Glück. Der Konzern war mit dem Coup zu sehr in die Schlagzeilen geraten und mit einer Klage beim Bundesgericht in New Orleans wegen Verletzung des Antitrustgesetzes belegt worden.
In der Begründung der Anklageeröffnung schrieb der damaligen Justizminister der Vereinigten Staaten, Brownell: „Die Uni Fruit Company hat sich durch den Erwerb allen Bodens, auf d in Mittel- und Südamerika Bananen, gedeihen, eine Monopolstellung auf dem Markt geschaffen. Sie eroberte die Kontrolle über alle Hafenanlagen und Verbindungswege, die für den Bananentransport in Frage kamen. Sie schaltete mit legalen und illegale Mitteln jegliche Konkurrenz aus, und sie machte ihre Kundschaft in den USA durch die Drohung von sich abhängig, sie werde nicht liefern, wenn man ihre Bedingungen nicht akzeptiere.“
UFC Anwalt Thomas Corcoran bemerkte zu den Anschuldigungen verbittert: „Dulles ließ das Verfahren nur zu, um zu beweisen, dass, er nichts mit der Company zu tun hatte."
Im Urteil von 1958 wurde die United Fruit gezwungen, einen Teil ihrer Geschäfte in Guatemala an einheimische Firmen abzutreten und ihre Besitzrechte auf die Eisenbahnlinien aufzugeben.
1972 verkaufte sie ihren letzten Bodenbesitz in Guatemala. Nun brach der Konzern schrittweise zusammen.
Für viele Lateinamerikaner wurden die Ereignisse zur bitteren Lektion, so auch für einen jungen Argentinier. Der 25jährige Ernesto "Che" Guevara war nach Guatemala gekommen, um vor Ort das Experiment der sozialen Reformen zu verfolgen.
Als die CIA Bomber Guatemala Stadt angriffen, meldete er sich freiwillig zum Kampfeinsatz, um bei der Verteidigung der Demokratie zu helfen, doch die Armee wies ihn zurück. Er rettete sich in die argentinische Botschaft, von wo aus weiter nach Mexiko zog. Dort traf er den jungen kubanische Rechtsanwalt Fidel Castro, der nach dem Aufstand gegen de n Diktator Batista erneut Getreue um sich scharte. „Guatemala war es“, sagte später Ches erste Frau Milde, das ihn von der Notwendigkeit des bewaffneten Kampfes überzeugte, und davon, dass man gegen den Imperialismus die Initiative ergreife muss."
National Security Archive Electronic Briefing Book No. 4
CIA and Assassinations:
The Guatemala 1954 Documents
by Kate Doyle and Peter Kornbluh:
englischsprachig:
http://www.gwu.edu/~nsarchiv/NSAEBB/NSAEBB4/index.html [POLIZEIHILFE]
Der Despot Ubico bekommt zum Geburtstag am 10.nov.1933, für seine Polizei 50 Sachs- Motorräder und 19 Mercedes Dieselkraftwagen von Töpke & Gerlach.
Anfang 1986 übernahm Präsident Vinicio Cerezo die Regierung in Guatemala. Mitte April war Innenminister Juan Jose Rodil Peralta in Bonn. In einer Pressekonferenz erklärte dieser öffentlich den Wunsch der Regierung von Guatemala nach Polizeihilfe aus der Bundesrepublik.
Im Sommer 1986 war eine Delegation des BMI in Guatemala, um diesen Wunsch zu evaluieren.
Die Bundesregierung zeigte sich von ihrer spendabelsten Seite und ließ den Parteifreunden von 1986 bis 1990 insgesamt 292,6 Millionen DM Entwicklungshilfegelder zukommen. Darunter waren 10,6 Millionen DM für Polizeihilfe. Dabei galt und gilt die Nationalpolizei als unfähiger, gewalttätiger und korrupter Haufen, der nach der Pfeife der Militärs tanzt. Ihre Hauptfunktion bestand bis zur Unterzeichnung des Friedensvertrages darin, die städtische Opposition niederzuhalten. Die Armee übernahm dieselbe Aufgabe auf dem Land. Infolgedessen hielten die Menschenrechtsverletzungen auf einem Niveau von 300 bis 500 politischen Morden und etwa 100 Fällen von "Verschwindenlassen" pro Jahr an. Die uniformierten Täter gingen straffrei aus. Die neugegründeten Basisbewegungen blieben im Visier der Sicherheitskräfte.
Der Plan sah vor, 5 Millionen DM für die Ausstattung der guatemaltekischen Polizei (Funkstreifenwagen, Motorräder, Funkgeräte etc.) und 4 Millionen DM für die Ausbildung von Polizeikräften, zur Verfügung zu stellen. Am 22.sep.1986 Übergab der Staatssekretär im BMI, Herr Spranger, in Guatemala zwei Polizeifahrzeuge. Am 25.9.1986 verkündete er vor der deutschen Presse, dass die Polizeihilfe noch 1986 ausgezahlt werde und auch EDV Geräte in der Lieferung eingeschlossen seien, Im Oktober 1986 wurde im BMZ der Plan dahin korrigiert, dass für. die Ausbildung der Polizei 5,6 Millionen DM . zur Verfügung gestellt werden., Am 11.2.1987 werden in Guatemala 55 Funkstreifenwagen, 60 BMW Motorräder, 5 Autobusse und mehrere, Funkgeräte an die guatemaltekische Nationalpolizei übergeben. Im Mai: 1987 bereisen neun leitende Polizeibeamte, auch der Polizeichef Enrique Caballeros, für 14 Tage die Bundesrepublik Seit Juni. 1987 sind 23 Polizeimitarbeiter zu Ausbildungszwecken. in der Bundesrepublik. Sie werden hier noch bis Oktober 1989 sein.
01.oct.1982 Bundeskohl
04.oct.1982 bis 18.jan.1991 Carl-Dieter Spranger Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern;
18.jan.1991 bis 26.oct.1998 Carl-Dieter Spranger Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Oberst Julio Enrique Caballeros Signé, Director de la Policía Nacional
http://shr.aaas.org/guatemala/ceh/mds/spanish/cap2/vol1/intel.html#Ref61 Spranger übergab persönlich dem Armeeoberst Caballero die quasimilitärische Ausrüstungshilfe, über den gerade in einem Interview mit der Zeitung Prensa Latina zu lesen war, was er alles so getan hatte und machte. Caballeros war Mitglied des militärischen Geheimdienstes gewesen und wurde trainiert zum Spezialisten in sogenannter »Aufstandsbekämpfung«, der Tausende von guatemaltekischen Kleinbauern zum Opfer gefallen waren. Am 10.mrz.1987 meldete das Fernsehmagazin Monitor in einer Sendung, dass Caballeros persönlich an Massakern beteiligt gewesen sei. Das forderte natürlich den Leiter des Lateinamerika-Referates im BMZ, Herrn Schweiger, zu Erklärungen heraus, die er später noch bereuen sollte: »Caballeros habe sich zur Zeit des Massakers im Ausland befunden, man könne sich darauf verlassen, dies sei eine gesicherte Information«. In der folgenden Innenausschusssitzung des Bundestages vom 15.jun.1987 stellte sich dann heraus, dass die Bundesregierung nicht wusste, wer Empfänger dieser Hilfe gewesen war, und Schweiger – dem man inzwischen bewiesen hatte, dass Caballeros keineswegs im Ausland, sondern persönlich am Tatort des Massakers sich befunden hatte ,- klagte vernehmlich darüber, nicht "korrekt informiert" worden zu sein. "Quelle sei die Botschaft" gewesen. Eben jener Botschafter Bensch, der keine Menschenrechtsverletzung kannte. – Vor einer solchen Polizei fliehen die Menschen. Sie lebten nun versteckt in den schwer zugänglichen Gebieten der tropischen Wälder und Bergregionen Guatemalas.
Dem Chef der Nationalpolizei, Oberst Caballeros, wurde nicht nur die Beteiligung an Massakern während des Bürgerkriegs vorgeworfen, er selbst hatte in einem Interview unumwunden erklärt, er betrachte die Polizei als "erste Frontlinie in der Bekämpfung der Subversion". Auch im Bundestag gab es Vorbehalte: Im November 1986 beschloss der Haushaltsausschuss einstimmig, dass außer zur Drogenbekämpfung künftig keine Polizeihilfe mehr aus dem BMZ-Etat finanziert werden dürfe.
„In der laufenden Legislaturperiode wurde dieser Beschluss wieder aufgehoben - und das ist gut so. Denn deutsche Polizeihilfe wurde und wird von anderen Ressorts wie eh und je gewährt, und es wäre nicht das Schlechteste, wenn diese Hilfe eine entwicklungspolitische Ausrichtung bekäme.“
http://www.inwent.org/E+Z/1997-2002/ez202-2.htm [Puntos Cardinales]
nach dem Wahlbetrug 1974 von Kjell E. Laugerud García, stellte sich die Frage, wohin mit dem aufstrebenden Talent Montt:
nach Norden (USA), von da kam 1899 die United Fruit Company.
nach Osten (Honduras), von da kam Oberst Carlos Castillo Armas mit seiner Truppe aus Söldnern und Vaterlandverkäufern dem "Ejército de Liberación Nacional"
nach Süden (El Salvador), von da kam 1822 Gen. Vicente Filísola mit der "División Protectora Mexicana und 1827 Gen. Francisco Morazán
nach Westen (Mexiko), von da kam 1523 Pedro de Alvarado mit mexicanischen Hilfstruppen und 1871 die Reforma Liberal
Über den großen Teich zu Franco, von da kam 1523 Hernan Cortés, aber das dauert mindestens eine Amtsperiode.
[REFORMA LIBERAL]
Die Clique ging nach Mexiko, rüstete sich dort mit Waffen aus, kam nach Guatemala, übernahm die Regierung, erlies die Gesetze welche das Gemeindeland der Indigenas enteignete vertrieb die Jesuiten beschlagnahmte das Kirchenvermögen, schuf also die Vorraussetzungen für den ausgedehnten profitablen Kaffeeanbau. Das war das politische Projekt der Cafetaleros und wenn Kaffee in den Monografien der Präsidenten Guatemalas nicht dargestellt wird, ist zu vermuten, dass aus dem Projekt der Cafetaleros ein nationales Projekt geklittert werden soll.
[REMHI ]
24.apr.1998 Der Menschenrechtsbericht der katholischen Organisation REMHI über die Zeit des Bürgerkriegs "Guatemala: Nunca más" erscheint. Zwei Tage später wird Weihbischof Juan Gerardi Conadera, der den Bericht vorstellte, ermordet.
englischsprachig:
National Security Archive Electronic Briefing Book No. 25:
Colonel Byron Disrael Lima Estrada:
Alleged Mastermind behind the Murder of
Bishop Juan Jose Gerardi of Guatemala
http://www.gwu.edu/~nsarchiv/NSAEBB/NSAEBB25/ spanischsprachig:
http://www.prensalibre.com/pl/2005/marzo/23/index.html Der Bericht des interdiözesanen Projektes der Guatemaltekischen Bischofskonferenz: “Wiedergewinnung der geschichtlichen Wahrheit“ (REMHI) kann in der deutschen Version von:
http://www.odhag.org.gt/INFREMHI/DEUTSCH1.ZIP heruntergeladen werden.
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