New Orleans: "sie haben m-16s und die sind geladen..."

... 02.09.2005 19:13 Themen: Soziale Kämpfe Weltweit
drei artikel von indymedia new orleans übersetzt.
"sie haben m-16s und die sind gesichert und geladen"

drei artikel von indymedia new orleans übersetzt. hoffe ich habe keine größeren fehler gemacht.
z.t. habe ich nur inhaltlich übersetzt. original texte nachzulesen auf
 http://neworleans.indymedia.org
einige poster auf indy neworleans berichten über fahrlässigkeiten bei der katastrophenplanung
sowie über rassismus da vor allem die arme, schwarze bevölkerung nicht flüchten konnte
und jetzt allein gelassen wird bzw. lebensnotwendiges plündern kriminalisiert wird.
polizei bewacht im moment z.T. eigentum statt sich um hilfe zu kümmern.
wen wundert es wenn dann die cops beschossen werden?




govenor kathleen blanco spricht über die 300 national gardisten die frisch aus dem irak in new orleans eintreffen:

"sie haben m16 gewehre die gesichert und geladen sind... diese soldaten wissen wie man schießt und tötet. sie sind mehr als bereit
das zu tun und ich erwarte das sie es tun werden."

während alleingelassen, hilsbedürfdige menschen ohne essen oder wasser plündern um ihre familien zu ernähren spricht die ahnungslose Kathleen blanco
eine warnung aus.

Letztes jahr wurde von dem "army corps of engineers" eine computer simulation mit einem kategorie 3 hurrican gemacht. (katarina war 4-5)
das ergebnis dieser simulation zeigte ähnliche verwüstung und tote wie sie jetzt in new orleans tatsächlich eingetreten ist. Offizielle seiten wussten
also was früher oder später eintreffen könnte.

3 tage ohne essen oder sauberes, sicheres trinkwasser lassen hoffnungslos werden. da die behörden es nicht geschafft haben für eine derartige situation
vorzusorgen plündern die menschen um zu essen und nicht zu verdursten

aber dann ist mensch ein plünderer, ein krimineller

und Kathleen blanco will das bei entdeckung geschossen wird, von truppen die gerade aus dem irak kommen.

überall sind millitär stützpunkte und basen in der nähe.. wo sind die MRE (fertig nahrung in tüten u.a. über afgahnistan abgeworfen adü) lager
und warum werden sie nicht innerhalb von 24 stunden geliefert?

krieg ist wohl mehr wert als ziviles leben

 http://neworleans.indymedia.org/news/2005/09/3961.php




retter werden von polizei aufgehalten

private menschen die zur hilfe eilen um eingeschlossene menschen in new orleans zu retten werden von der "state police" aufgehalten. der autor spricht von 1000 menschen mit 500 booten. darunter erfahrene bootsführer, fischer und jäger mit großer erfahrung. die agentur für "wildlife and fisheries" (dwf) hat angeordnet das diese menschen umkehren sollen. die agenten des dwf wollten wohl nichts davon wissen das diese menschen mit ihren booten vom wasser eingeschlossene menschen aus den krankenhäusern etc. in new orleans retten wollten so der autor weiter.
stattdessen wurden sie zu einer stelle geschickt wo sie auf ihren einsatz warten sollten. während die menschen mit den booten dort warteten konnten sie beobachten wie über 200 dwf agenten rumstanden und nichts taten. nach einer weile wurde den menschen mit den booten dann erzählt sie seien nicht gebraucht und sollten nach hause fahren.
diese vorwürfe müssen allerdings, so der autor, noch bestätigt werden

 http://neworleans.indymedia.org/news/2005/09/3952.php


Offizielle lüge über plünderungen

die vom büro des "govenors" ausgegebene meldung das kinderkrankenhaus in no sei geplündert worden ist falsch! (wurde u.a. auf ntv veröffentlicht)
lediglich die türen seien abgeschlossen worden als sich einige menschen vor dem krankenhaus sammelten. statt dessen habe die klinik massenweise unter
stützungs angebote bekommen, so der autor
 http://neworleans.indymedia.org/news/2005/09/3910.php
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Ergänzungen

Weitere unglaubliche Meldungen

Erg 02.09.2005 - 20:03
- Plünderer sollen erschossen werden. Damit sind auch die Leute gemeint, die nichts essen haben und sich mit Lebensmittel versorgen wollen. Bekanntlich wurden die Rettungbemühungen größtenteils ausgesetzt. Scheinbar will man die Armen der Stadt dem Tod überlassen.

- Rettung kostet Geld. BBC hat berichtet, daß Arme während der bis gestern laufenden Rettungsaktionen nicht berücksichtigt wurden. Die Busse, die aus der Stadt fuhren, kosteten Gebühr. Damit wurden die Armen ausgefiltert, die nun sterben gelassen werden. Mit Lebsnmittel versorgen können sie sich auch nicht, siehe Punkt 1

@ 19:50

j 02.09.2005 - 21:04
arschlöcher gibt es überall. aber gerade deswegen finden die nur zu berechtigten vorwürfe gegen bush und die behörden nur noch mehr bestätigung. statt cops und soldaten zum schutz von eigentum abzustellen wäre u. a. gerade auch der schutz und eine angemessene versorgung und betreuung der im dome gestrandeten angebracht gewesen.

Quellen?

mobster 02.09.2005 - 23:32
das mit den gebührenpflichtigen Bussen klingt ja krass, aber gibt es dafür auch eine vertrauenswürdige quelle? wenn bbc, lässt sich das irgendwo bei bbc.co.uk nachlesen?

pluenderer

American 03.09.2005 - 00:21
TV Geraete, Videospiele und anderes kann man wohl kaum als ueberlebeswichtig ansehen. Hier zeigt sich eine "Minderheit" mal wieder von ihrer besten Seite. Villen wurden aufgebrochen, Versorgungslastwagen mit Medikamenten ueberfallen. Und wenn auf Helfer geschossen wird (wie gestern mehrfach auf einen Hubschrauber, mindestens ein polizist wurde verletzt, braucht man sich nicht zu wundern, wenn man das Leben von Helfern nicht gefaerden will.

an 23:21-23:22

ayinde 03.09.2005 - 01:34
erstens: du betreibst allzu offensichtlich disinfo-propaganda. zweitens: in zusammenhang mit den "looting coverages" hat es ganz klar nach einer ziemlich gezielten kriminalisierung und schlechtmachung der gestrandeten gerochen. diebe nutzen solche situationen IMMER. junkies werden auch ganz schön heftig, wenn sie auf entzug sind (und das sind sie dort gerade sehr). die meisten menschen haben sich jedenfalls nichts als lebensmittel und medikamente genommen und das kann man ihnen echt nicht verdenken. die verbrecher sind ganz andere: a) die, die in sachen klimakrise dreck am stecken haben, g.w. bush und clan und freunde zuerst. b) die, die für die kürzung der mittel für den katastrophenschutz zur finanzierung des irak-kriegs zugestimmt bzw. diese durchgesetzt haben und dabei auch noch genau wussten, was NO blüht. das war längst klar. anfang 2001 wurde ein hurricane über NO zu den drei schwersten möglichen katastrophen für die usa gezählt c), die, die billigend in kauf genommen haben, dass die situation zustande kommt, die wir jetzt erleben. die prognose, dass etwa 100.000 ärmere und nicht mobile (nicht atofahrende) menschen dem hurrican-über-NO-albtraum völlig hilflos ausgelefert sein würden war auch schon spätestens seit 2003 bekannt, schwarz auf weiß. dann wären da noch die medien, die bisher ein wahrlich elendes und verlogenes schauspiel hingelegt haben. auch die deutschen. besonders unangenehm heute u.a., wie die ndr-korrespondentin aus biloxi christine adelhardt plötzlich aus der berichterstattung verschwand, um von einer ziemlich offensichtlich recht unbeholfenen grauen medienmaus ersetzt zu werden. das passierte nach dem adelhardt ihren bericht über bushs visite in biloxi knallhart in etwa mit den worten : "Das Ausmaß der Katastrophe hat mich geschockt, aber das Ausmaß der Inszenierung heute noch mehr. Und hiermit zurück nach Berlin." Die blond-blauäugige graue maus, die etwas später an adelhardts stelle korrespondierte, brachte dann die umgedichtete variante. von einer inszenierung war immer noch die rede, aber nur am rande und zwar als angebliches klagelied eines weiblichen opfers katrinas. dichtete nett. Um gar nicht von den anderen dingen zu sprechen, die von den medien verdreht, zutrechtgebogen oder auch schlicht gelogen wurden. bis eingeräumt wurde, dass der bürgermeister von NO heute vollkommen die fassung verloren hat, brauchte es einen ganzen tag und es blieb dennoch nur die halbe wahrheit. er selbst stellte nämlich das mit den so genannten plünderern richtig, gegen 14 uhr mez ist er auf sendung a) in tränen ausgebrochen b) hat er unmissverständliche sprüche gegen die verantwortlichen für die ausbleibende hilfe gelassen (busse her, und truppen - aber v.a. zum HELFEN, nicht primär zum plünderer plattmachen - und und und) und c)hat er geklärt, dass die meisten menschen, die "plündern" zu 90% ganz anständige - eben verzweifelte - menschen sind, die sich sonst nicht zu helfen wissen. der saubermann, der gestern noch den einsatz von kräften zum schutz von privateigentum anordnete, die so von hilfs-, versorgungs- und menschenschutzaufgaben abgezogen wurden, hat einfach nicht mehr mitgespielt, und dass es ihn wohl die karriere kosten wird hat er auch gesagt. so kam das aber nicht rüber.
den ganzen tag haben sie gebraucht um einen schatten des ganzen einzuräumen. wunderbare informationswelt. die ist schon schlimm genug. da brauchen wir echt nicht noch fiese desinformanten wie dich, verstanden?


no visible looting from here today

pics 03.09.2005 - 01:57

@j

tagmata 03.09.2005 - 05:07
"statt cops und soldaten zum schutz von eigentum abzustellen wäre u. a. gerade auch der schutz und eine angemessene versorgung und betreuung der im dome gestrandeten angebracht gewesen."

haben sie ja. einen tag lang oder anderthalb, dann fingen leute an, waffenläden auszuräumen, und die staatskräfte wurden beordert, ausschreitungen und plünderungen zu unterbinden, statt auch nur die bedürftigsten zu bergen. dann gings mal kurz wieder zurück an humanitäre hilfe, für n paar stunden, dann kochte das ganze langsam über und das kommando, wieder plünderer zu jagen wurde erteilt. zwischendurch mußte die polizei selbst plündern, waffenläden nämlich, weil ihr die mun ausging.

so lief das dann noch n guten tag, und dann waren sehr sehr viele cops nicht mehr aufzufindenwdie schnauze voll hatten und es nicht mehr ertragen konnten, den leuten beim sterben zuzusehen, und wie die leichen sich langsam zu blähen begannen (die ertrunkenen kommen jetzt nämlich wieder hoch, weil der auftrieb durch die faulgase das gewicht des wassers in den lungen ausgleicht), und auch bei sich selbst zu 'hause' mal nach dem rechten sehen wollten.

und wo ist die 256. brigade der louisiana national guard? im irak, plünderer und störer der öffentlichen ordnung jagen.

dabei war wie gesagt rechtzeitig bekannt, daß dieses jahr die wahrscheinlichkeit, daß n stufe 5er nola trifft, größer ist als in in den 30 jahren zuvor. ich werd das am wochenende mal genauer erläutern (die intensität der hurricanesaison hängt mit der dynamik zusammen, die den el nino-la nina-zyklus antreibt, und noch lassen sich die fluktuationen der intensität der hurricanes jedenfalls jahre im voraus recht gut einschätzen).

und bush scheint erst jetzt kapiert zu haben, was passiert ist, nach seinem sightseeingtrip über die kaputte stadt. nichtsdestotrotz verkündet er, nola werde größer und schöner wieder aufgebaut. mal sehen, was er in 3 monaten so dazu sagen wird.

ein geflohener polizist verglich die lage in der stadt mit der in mogadishu damals.

und immer noch wird keine internationale hilfe angefordert. aber der superdome wurde mit notrationen beliefert, und nur noch knapp 60% der stadt stehen unter wasser, und auf der halben weld werden schon hilfslieferungen abflugbereit gemacht, in erwartung, daß die bushisten irgendwann kalrkommen und ihre mörderische verstocktheit und arroganz fallen lassen.

sri lanka hat 25000 dollar klargemacht. das ist rein gar nix, das reicht nicht mal für einen tag wasser für'n superdome inklusive lieferung, aber nach dem tsunami haben sie einfach nicht mehr.

solche sachen sind es, die die abstoßende unmenschlichkeit von dubya und konsorten in noch grellerem licht erscheinen lassen.
condoleeza rice, die für externe hilfsanfragen zuständig sein sollte, ist angeblich nicht gewillt, ihren urlaub zu unterbrechen (stand von gestern). diese scheiß oreo, es keinen ausdruck, das in worte zu fassen.

zu wichtig

tagmata 03.09.2005 - 05:20
wirklich, es kann cnn nicht hoch genug angerechnet werden, daß sie das hier gepostet haben:
 http://www.cnn.com/2005/US/09/02/katrina.response/index.html
wahrscheinlich das beste, was der mainstream bisland ins netz gestellt hat.

aber es stimmt nachdenklich, daß es sehr auf brown als buhmann rausläuft. klar, der typ hat seinen ruhigeslebenberechtigungsschein eindeutig verloren - und von bush kann man ja keine wirklichen abartigkeiten zitieren, weil er sich eher ausschweigt als was konkretes zu sagen bzw gar nicht genug konkretes weiß, um was zu sagen (er verkriecht sich in einem geistigen erdloch sozusagen).

n-tv wiederum hat diesen beeindruckenden kommentar gepostet:
 http://www.n-tv.de/574623.html

fett.

als politiker kannste momentan nicht halb so deutlich werden, ohne daß einschlägig vorbestrafte kriminelle wie das eitergeschwür auf anderthalb beinen und einer silberkrücke otto graf lambsdorff deinen rücktritt fordern.

Augenzeugenbericht: Hilfe wird behindert

XXX 03.09.2005 - 12:54
narrow escape from martial law
"But they are letting no one in to help. People outside the city want desperately to come in and rescue their friend s and family members..."
 http://neworleans.indymedia.org/news/2005/09/4048.php

Plündern...

DerDieDas 03.09.2005 - 13:25
So wie ich das gestern auf CNN und N-TV mitbekommen habe, dulden die Polizei und Nationalgarde inzwischen das "Plündern" von Lebensmitteln. Es geht beim Schießbefehl wohl auch eher um die "marodierenden Banden", die sich mit Waffen versorgt haben und tw. wohl auch Krankenhäuser. Der Bürgermeister nennt vor allem die Drogenabhängigen, die seit Tagen auf Entzug sind, als Gefahr... nun ja, mal wieder an der Zeit über Drogen- und Waffenpolitik nachzudenken. Aber auf jeden Fall eine sehr schlimme Sache in N'Orleans und Umgebung...

Erstaunliches pdf

egal 03.09.2005 - 13:43
 http://www.wissenschaft-online.de/spektrum/pdf/frei/FISCHETTI_NewOrl.pdf

Klar wie Glas ist hier die Schilderung des Katastrophenszenarios und der auslösenden Faktoren. Erschienen ist das Teil im Februar diesen Jahres.

gewollte langsamkeit

WASG Wassermann 03.09.2005 - 14:19

man braucht weder ideologie noch die meldungen der presseagenturen um zu erkennen, dass bei den hilfsarbeiten in den südstaaten etwas schiefläuft.

wie ist denn bisher der ablauf der hilfe von offizieller seite:

-es ist bekannt, dass sich in new orleans 10,000 menschen auf dem universitätsgelände und 30,000 menschen im football stadion befinden.

-es ist auch bekannt, dass es dort kein trinkwasser gibt, menschen aber trinkwasser brauchen um eine woche zu überleben.

-die temperaturen betragen dort um die 30° und es scheint die sonne.

-in den USA gibt es genug geld, genug wasserflaschen, genug hubschrauber, und genug hilfsbereitschaft unter der bevölkerung.

-40,000 menschen brauchen in einer heissen sommer woche ungefähr 500,000 liter trinkwasser. das sind 500 tonnen.

-ein grosser transporthubschrauber packt locker 10 tonnen oder mehr. solche maschinen sind in 8 stunden startklar und brauche maximal 16 stunden von z.b. texas nach new orleans, mit tankstop und allem drum und dran. diese aufgabe wäre also, selbst wenn man sie erst am tag 2 nach dem sturm begonnen, mit nur 5 bis 6 hubschraubern zu schafffen gewesen.

warum ist volle vier tage nach dem sturm noch nicht genug wasser wenigstens an diesen beiden zentralen plätzen ? WARUM ?

warum hat alleine das rote kreuz mehr helfer im einsatz als die armee ?


nennt mich zynisch, aber ich habe dafür eine einfache theorie.
stellt euch mal vor, die herrschenden organisieren schnelle hilfe durch armee und polizeibehörden und versorgen im sturmgebiet 1,5 millionen menschen züzgig mit wasser und essen.
schnell käme irgendjemand auf die idee zu behaupten, dass sei auch im sudan möglich, die menschen dort mit wasser ...


@blog erstellen: deutsche Übersetzungen

cc 03.09.2005 - 18:03
Ich habe drei Augenzeugenberichte von Indy New Orleans übersetzt. Wenn jemensch Bock hat, mal Korrektur zu lesen, könnten sie hier erscheinen.

Schaut im Übersetzungs-Tool:  http://translations.indymedia.org/index_html

wers auch auf Englisch versteht, dies sind die Artikel:
 http://neworleans.indymedia.org/news/2005/09/4046.php
 http://neworleans.indymedia.org/news/2005/09/4048.php
 http://neworleans.indymedia.org/news/2005/09/4043.php

...und damit wir uns nicht falsch verstehen: ich habe diese Artikel nicht danach ausgesucht, ob ich die vertretene Meinung auch nur akzeptabel finde, sondern weil sie ein Bild vermitteln können.

Planungen

Faust 04.09.2005 - 07:55
Hier nochmal ein Grundlagentext des großmächtigen Heimatschutzministeriums aus dem Jahre 2004 (!!!).
 http://www.globalsecurity.org/security/library/report/2004/hsc-planning-scenarios-jul04.htm
Und hier speziell die Sparte zu Wirbelstürmen:

 http://www.globalsecurity.org/security/library/report/2004/hsc-planning-scenarios-jul04_10.htm

Außer Gemeinplätzen lese ich da nichts, das auf konkrete Maßnahmen, vor allem auch auf wenigstens grobe Schätzungen des Hilfeaufwands hinausliefe. Was sich allerdings daraus lesen läßt ist, daß man auch bei den Behörden eine ungefähre Vorstellung des Umfangs zu erwartender Verwüstungen hatte. Die Reaktionen während der ersten Tage entsprachen aber an Professionalität dabei wohl eher einer durchschnittlichen freiwilligen Dorffeuerwehr.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 8 Kommentare

blog erstellen

oder 02.09.2005 - 20:08
bringt mal bitte Verweise dazu auf die Startseite, das ist verdammt wichtig das solche Infos viele Menschen erreicht!!! Und wenn es geht auf deutsch!!!

was geht...

... 02.09.2005 - 20:50
...mit den arschlöchern, die im superdome leute vergewaltigen? irgendwelche gang-banger die da den dicken max machen. sowas findet hier in dem bericht keine erwähnung, dann wäre ja nicht mehr alles so schön einfach schwarz-weiss...

Wenns denn Lebensmittel wären.

Bluesfan 03.09.2005 - 00:22
Wenn die Leute Lebensmittel zum eigenen Bedarf plündern würden, hätte sicherlich keiner was dagegen.
Wenn aber, wie in New Orleans hauptsächlich Elektronikläden, Juweliere und Klamottenläden geplündert werden, hört der Spaß auf.
Das gleiche gilt für die Leute, die das Chaos nutzen um zu vergewaltigen oder auf Hilfskräfte zu schiessen.
Deshalb finde ich das harte Durchgreifen gegen solche Personen grundsätzlich richtig und notwendig.

lalala

blalala 03.09.2005 - 03:47
Auf Menschen zu schiessen die Plündern,ist echt scheisse!So eine Meinung hat auch nix mit antiamerikanismus zu tun,so wie es einige hier wahrscheinlich wittern!Dabei spielt es auch keine Rolle,ob es um Diamanten oder Lebensmittel geht!!!
So etwas in einem Atemzug mit Vergewaltigung zu nennen,ist schon die Höhe!!!
Das dort viel Kacke läuft is unbestritten,aber warum jetz hier gleich wieder
der Kindergarten ausgebrochen ist?HILFE!!Das das einige nutzen,um sinnlos gegen die USA zu wettern,ist natürlich auch nicht ausgeschlossen!Alles schön zu reden,natürlich weltfremd...

Organisiert den Kaufhausklau,hier und überall!

und noch was

tagmata 03.09.2005 - 05:46
ab donnerstag werden versorgungsgüter von armeehubschraubern abgeworfen. wenn ihr das shadowrun-quellenbuch 'bug city' habt, lest es jetzt; ist zwar fiktion, aber die hintergrundinfos zu den verhältnissen einer von der außenwelt effektiv weitgehend abgeschnittenen großstadt basieren auf realen einschätzungen.
so ist dort zu lernen, daß sobald sich bewaffnete banden gebildet haben, diese natürlich danach trachten, abgeworfene materialien an sich zu bringen. keine ahnung, ob das im griff ist, aber das problem besteht ohne zweifel auch in nola momentan; es scheint, als ob weite teile der stadt nicht zugänglich für polizei und nationalgarde sind. oder wie solche entwicklungen überhaupt zustande kommen - die meisten 'bösen' plünderer sind wahrscheinlich auch bloß in diese situation reingerutscht, ohne es geplant zu haben, aber diese leute haben halt recht schnell angefangen, sich wohlzufühlen, weil natürlich der, der mit der dicksten knarre rumläuft, die dickste macht und den vollsten magen hat. und dann ist der point of no return zur barbarei hin ganz schnell überschritten. dort, wo das wasser es erlaubt, scheinen so ekeltypen mittlerweile ihr arsenal mit pickups zu paradieren, und wer ihnen begegnet und irgendwelchen tüten oder pakete dabeihat, ist reif zum abschuß (das wars konkret, was den ex-cop an somalia erinnerte).

es sei noch angemerkt, daß jegliche anarchistische theorie, die diese ereignisse nicht einbezieht, höchstens zum arsch abwischen geeignet ist. wenn ich mir rausnehme, bush aufs derbste zu bashen, darf ich vor verpeilos auf unserer seite halt auch nicht haltmachen. ein anarchistischer ansatz, der keine plausible strategie zur verhinderung solcher zustände anbietet, ist lebensgefährlicher unsinn und sollte umgehend eingestampft werden, egal wie toll der typ, der es weiland zu papier gebracht hat, mal gewesen sein mag, oder wie gut man ihn in der linken community namedroppen kann. keinen falschen respekt, leute; es ist gar nicht unwahrscheinlich, daß das uns hier mal den arsch retten könnte. n hurricane wirds zwar nicht sein, aber die hier zu beobachtende soziale dynamik ist recht einfach zu erschließen und ziemlich universell in einer situation, in der die obrigkeit plötzlich evaporiert wie die giftbrühe in dem einstmals bourbon street genannten bayou.
alles in allem ist so etwas nämlich allerhöchstwahrscheinlich die einzige möglichkeit, wie wir hier jemals in herrschaftslosen zustände landen könnten - alles andere dauert schlicht viel viel zu lange, denn den gefallen, einfach hinzuschmeißen und uns den laden intakt und einigermaßen sortiert zu überlassen, wird uns das system gewiß nicht tun.

Theorie

Fausr 03.09.2005 - 08:38
@tagmata
Jetzt kommt doch bitte nicht wieder mit der alten platten Verwechslung von Anarchismus, welcher als entwickelte politische Kultur des Zusammenlebens gedacht ist und "Anarchie", als Wegfall eben jeglicher Kultur, als Chaos.
Ich gebe dir soweit recht, daß man auch die Möglichkeit solcher Ereignisse in die Überlegungen einer anderen Gesellschaft einbeziehen muß. Zu direkte begriffliche Gleichsetzungen allerdings arbeiten nur im Sinne des Bestehenden.

Deppenleerzeichen

Ortograf 03.09.2005 - 10:37
.....

@fausr

tagmata 03.09.2005 - 17:32
ja nee, schon klar. ohne jetzt haare spalten zu wollen bezüglich anarchie, anomie und der idiotie, theorie über realität zu setzen, ich bezog mich auf die anfangsphase, so dienstag, anfang mittwoch rum, also die zeit, in der ein echtes machtvakuum bestand, NICHT das, was da jetzt abgeht.

es illustriert eben das grundlegende problem von anarchie: macht ist nicht gern alleine, sie zieht menschen an wie wasserleichen die fliegen. das heißt, es wurde viel geschrieben wie die machtfrage in einer hypothetischen anarchie gelöst sein sollte, aber viel zu wenig, wie das in einer emergenten anarchie, also potentiell in anarchistische verhältnisse sich entwickelnden situationen zu handhaben sein. dem übergangsprozeß wird in der anarchistischen theorie extrem vermieden. aber er ist das entscheidende, denn wenn da nicht alles richtig läuft, kommst du nachher bei so was an, wie es jetzt in den berichten von überlebenden zu erfahren ist.

es ist also beim schaffen anarchisticher verhältnisse aus nur anarchischen unbedingt notwendig, etwaige machtvakuen zu eliminieren, bevor sie durch bewaffnete arschlöcher gefüllt werden, denn gefüllt werden sie, das ist garantiert. wie dieser prozeß aussieht, mit dem die soziale nische des kruden sozialdarwinismus dichtgemacht wird, bevor irgendwer reinspringen kann und die warlordisierung einsetzt - und dann auch noch, ohne selbst solche strukturen ins leben zu rufen, denn wie gesagt, anarchistische vigilanten würden dabei nach ganz kurzer zeit selbst nicht mehr sein als die warlords mnit den dicksten knarren, ist meiner meinung nach *die* zentrale und in der anarchistischen theorie völlig unterbeleuchtete frage. alles, was ich weiß, ist, daß mensch nicht damit rechnen sollte, mehr als einen einzigen tag zeit dafür zu haben (wenn die versorgungslage so schlimm ist wie es in nola der fall war) oder bestenfalls 3 tage (wenn die versorgung einigermaßen gesichert ist und die bewaffnungsquote der betreffenden gesellschaft gering).