Köln: Kirchenaustritte während Papstbesuch

egal 18.08.2005 18:49
Während der Papst die Domstadt Köln besucht, fand ein kollektives Kirchenaustritts-Happening am Kölner Amstsgericht statt
Am Donnerstag, den 18.August 2005 fand in Köln während des Papstbesuchs in der Domstadt ein kollektiver Kirchenaustritt statt. Auf Einladung des Ketzer-Kollektivs versammelten sich etwas 50 Leute zwischen Arbeitsamt und Amtsgericht, um mit einem Austritt aus der christlichen Kirche gegen den Papstbesuch zu protestieren.

Das KetzerKollektiv ist ein Bündnis von: autonomes Frauen- und Lesbenreferat UNI-Köln, Sirene, Junge Linke und queergestellt!

In Anwesenheit von PressevertreterInnen wurden Reden gegen Christentum und Religiösität gfehalten und antiklerikale Lieder gesungen. Später wurde weiteres ketzerisches Liedgut abgespielt und sogar der olle Marx zitiert. Währenddessen machten sich etwas 20 Austrittswillige auf den Weg zum benachbarten Amtsgericht, das von zahlreichen, bewaffneten PolizistInnen vor dem Ansturm der Massen geschützt werden sollte. Aber das besonnene Vorgehen der KetzerInnen konnte einen geregelten Ablauf der Veranstaltung ermöglichen. Nach erfolgreichem Austreten wurde die neugewonnene Glaubensfreiheit mit Prosecco und Mate-Drinks gefeiert. Auch wurde mehrfach der Schutzheiligen der RaucherInnen, Maria Johanna, gehuldigt. Selbstgebastelte T-Shirts wurden verschenkt und gegen eine Spende gab es auch Ablass-Oblaten von "Heilandart".

Der Aufruf ist nachzulesen beim KetzerKollektiv:
 http://www.queergestellt.de/

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Als nächste Veranstaltungen gegen den Papstbesuch folgen:

Donnerstag, 18. August, 6:66 p.m.
KNEIPENABEND
Im Q-Hof mit "Hits from Hell".
Ab 21:00, Limburger Str. 29, Nähe Friesenplatz.

Freitag, 19. August, 16.30 Uhr,
Demo/Prozession: 1. Kölner FreiGeisterzug
Auftakt: Eifelplatz,
Zwischenkundgebung: Sachsenring/Prinzengardeweg Denkmal,
Ende: Ubierring (vor der Gaststätte Spielplatz)
 http://www.religionsfreie-zone.de/

Freitag, 19. August, 18 Uhr,
Sankt-Prekarius-Prozession,
"Erlöse uns von der Lohnarbeit!",
Rudolfplatz,
 http://www.cjb.cc/members/prekarius/

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Ältere Indymedia-Artikel zum katholischen Weltjugendtag in Köln:

 http://de.indymedia.org//2005/08/125525.shtml,
 http://de.indymedia.org//2005/08/125409.shtml,
 http://de.indymedia.org//2005/08/125368.shtml,
 http://de.indymedia.org/2005/07/124193.shtml,
 http://de.indymedia.org/2005/06/120986.shtml,
 http://de.indymedia.org//2005/08/124840.shtml
 http://germany.indymedia.org/2005/08/124924.shtml,
 http://de.indymedia.org//2005/08/124824.shtml,
 http://de.indymedia.org//2005/08/124820.shtml,
 http://de.indymedia.org//2005/08/124784.shtml,
 http://de.indymedia.org//2005/08/124484.shtml
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

weltweiter Interesse

egal 18.08.2005 - 20:05
@Nee:
also, wenn ich mir angucke, was sonst noch so auf der Startseite erscheint, wie z.B. eine handvoll streikender Arbeiter aus Spanien, die in einem Kaff in Deutschland Flugis verteilen, dann sehe ich den Papstbesuch wohl als eindeutig interessanter an.

Es sind ja nicht nur die 400.000 Leute aus 120 Staaten, sondern auch die mediale Weltöffentlichkeit, die vom 18.-21.08. auf Köln schaut. In einer Zeit des christlich geführten "Krieg gegen den Terror" gegen muslimische Fundamentalisten, ist dieser Papstbesuch ein Versuch der Re-Christianisierung Europas.

Die bisherigen und künftigen Proteste dagegen und Informationen dazu sollten daher auf Indymedia Germany einen angemessenen Platz auf der Startseite bekommen...

Just do it!

Abgefallener Engel 18.08.2005 - 20:42

Massenaustritt

Frank Beitz 19.08.2005 - 07:18
Angekündigt als Massenaustritt ist er mit 50 Leutchen in der Bedeutungslosigkeit versunken.

@: @müllkramer

Molly 19.08.2005 - 10:17
Lese Dir erstmal den Text durch.
Denke dann darüber nach ob die JF nicht eher als Recherchequelle benutzt wurde. Und nicht um deren Ideologie zu vermitteln - sondern das Gegenteil.
Für Recherche muss eben auch im Müll gekramt werden.

Und denke darüber nach, warum vielleicht der Name "Müllkramer" gewählt wurde.

Papst, Katholen, Christen (Medien) Terror

"Müllkramer" 19.08.2005 - 15:34
Ein kleiner Lichtblick im Deutschlandfunk  http://www.dradio.de/
klasse Interview mit Tobias Raschke, Jugendsprecher "Wir sind Kirche" gegen die Papst Jubelfeier (Aids-Frage, Nationalismus, Personenkult, Konservatismus...)

erste Razinger Worte auf dem Flughafen:
"Vorsehung, Vaterland, Rassen , Nationen ..."
"Vorsehung" = gute deutsche Tradition ( ein Lieblingswort des Grö Faz, z.B. nach Attentaten)

GMX:
Papst umjubelt begrüßt: "Gott schütze die Bundesrepublik Deutschland"

Christen Extase, Nationalismus, Fußball
Pele aus Brasilien eingeflogen, Treffen mit Papst...

ein Pfaffe auf Phoenix frei zitiert: " die Jugend der Welt ist ok, nur leider wird die deutsche Jugend von bestimmten deutschen Medien manipuliert...!!!"


MONITOR Nr. 537 am 11. August 2005
Weltjugendtag ? Aufbruch für katholische Fundamentalisten Bericht: Julia
Friedrichs, Markus Zeidler
 http://www.wdr.de/tv/monitor/beitrag.phtml?bid=727&sid=133
 http://www.wdr.de/tv/monitor/beitragsuebersicht.phtml


Zentralrat der Juden kritisiert Kölner Kardinal Meisner vergleicht
Abtreibung mit Verbrechen von Hitler
 http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/22/0,3672,2246838,00.html

Wie man durch Sprache Bomben legen kann: gefährlicher christlicher
Fundamentalismus
 http://www.marcelbaumann.de/dreikoenigspredigt.html


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25. Juli 2005 KATHOLIKEN
Der Gotteskrieger vom Rhein
Von Peter Wensierski
Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat sich zum Anführer des rechten
Flügels seiner Kirche entwickelt. Im nächsten Monat hat der Fundamentalist
seinen großen Auftritt - beim katholischen Weltjugendtag in der rheinischen
Metropole.

DPA
Kardinal Meisner (in Köln): "Wir müssen uns eindeutig gegen den Zeitgeist
stellen"
Für Kardinal Joachim Meisner, Erzbischof von Köln, ist längst klar, dass
Johannes Paul II. selig gesprochen werden muss: Kaum war der polnische Papst tot, habe er doch prompt ein Wunder bewirkt.
Johannes Pauls persönlicher Intervention beim lieben Gott habe es der deutsche Kardinal Joseph Ratzinger zu verdanken, dass er nun als Karol Wojtylas Nachfolger auf dem Thron sitzt.
"Wenn ein Heiliger im Himmel ist, dann ist sein Wirkungsradius viel größer
als vorher", verkündete Kirchenmann Meisner.
So schlicht ist die Welt des 71-jährigen, in Schlesien geborenen Klerikers, der seit 16 Jahren Deutschlands frohsinnigste Katholiken regiert - wenn auch selten zu deren Freude.
Der Kardinal liebt klare, unkomplizierte Worte, die seinem Weltbild
entsprechen. Darauf können sich Gläubige wie Ungläubige verlassen.
Neulich ermahnte er alle katholischen Bundesbürger: "Wir müssen uns eindeutig gegen den Zeitgeist stellen."
Das bedeute: "Schluss mit der endlosen Diskussion über Frauenpriestertum und Abschaffung des Zölibats."
Stattdessen müsse es "um die Neuevangelisierung Europas gehen".
Und wer sich dabei "christlich" nennen dürfe, das "bestimmen wir".
Die CDU jedenfalls nicht. Der wollte der kämpferische Gottesmann rechtzeitig vor der Neuwahl wieder einmal das C im Namen verbieten.
Die Partei sei längst zu säkularisiert.
"Was christlich ist, kann nicht die CDU definieren."
Was er von der Kanzlerkandidatin Angela Merkel hält, hat er ebenfalls kundgetan: "Wie konnte eine Frau Familienministerin werden, die
selbst geschieden ist und mit einem geschiedenen Mann zusammenlebt?"
Anfang des Jahres sorgte der Kardinal für erheblichen Aufruhr, weil er
Frauen, die abtreiben, in eine Reihe mit Massenmördern wie Hitler, Stalin
und Herodes stellte.
Er vergleicht Abtreibung mit dem Holocaust und die Abtreibungspille mit Zyklon B. Gegen ihn hagelte es sogar Strafanzeigen wegen angeblich diffamierender Äußerungen über Homosexuelle.
Die Ermittlungen wurden jedoch eingestellt.
Kanzler und Außenminister kritisierte er indirekt wegen ihrer vielen Ehen,
den öffentlich-rechtlichen Rundfunk wegen "häufiger Gotteslästerung" und
ganz Europa als "eine aus den Fugen geratene Gesellschaft".
Joachim Meisner ist der gefürchtetste unter den katholischen Kirchenfürsten der Republik.
Der Gotteskrieger von Köln ist mittlerweile zum Wortführer der
katholischen Fundamentalisten in Deutschland avanciert. In seinem Erzbistum geben obskure rechtskatholische Gruppen den Ton an - vom Geheimbund Opus Dei, dessen Deutschlandzentrale in Köln sitzt, bis zu dubiosen Missions- und Frömmigkeitszirkeln.
Meisners Wort hat auch deshalb Gewicht, weil seine Erzdiözese die größte Deutschlands mit dem höchsten Pro-Kopf-Aufkommen an Kirchensteuer ist. Jahresetat: 678 Millionen Euro.
Im nächsten Monat hat der Kardinal mit der schlichten Weltsicht zudem einen großen Auftritt mit garantiert globalem Echo: Mitte August sollen
Hunderttausende Jugendliche aus mehr als 160 Ländern zum katholischen
Weltjugendtag in die rheinische Metropole kommen.
Erwartet werden zu dem Event außerdem 600 Kardinäle und Bischöfe sowie Tausende Priester und Mönche.
Eigentlich sollte Johannes Paul II. der Star der Massenveranstaltung werden.
Zum Weltjugendtag anno 2000 in Rom hatte der Charismatiker aus Polen etwa
zwei Millionen Menschen auf die Beine gebracht.
Nun kommt, dem bald seligen Wojtyla sei Dank, immerhin der Nachfolger Benedikt XVI. Ob der genauso zieht wie sein Vorgänger, ist offen.
Die Veranstalter haben die angekündigte Besucherzahl von einer Million schon kräftig nach unten revidiert.
Auf jeden Fall soll der Auftritt Benedikts absoluter Höhepunkt des Treffens werden.
Für den päpstlichen Abschlussgottesdienst wurden 80.000 Kubikmeter
Kies auf einem Acker bei Köln zu einem künstlichen Berg aufgeschüttet, eine teure "Kathedrale für einen Tag" (Werbeprospekt).
Insgesamt kostet das fromme Spektakel rund 100 Millionen Euro, ein knappes
Drittel ist von den deutschen Diözesen aufzubringen.
Das Geld muss auch Meisners Finanzverwalter anderswo einsparen, etwa bei Kindergärten, in der Jugendarbeit oder beim Personal.
Nicht wenige Meisner-Kritiker fürchten gar, selbst das reiche Erzbistum Köln könnte an den Kosten des Weltjugendtags Pleite gehen.
Doch solche Töne mag Kardinal Meisner nicht hören.
Erst vor wenigen Wochen kündigte der Leiter seiner Rechtsabteilung, Wilhelm Meller.
Der Justitiar hatte sich mehrfach durch Kritik am bischöflichen Sparprogramm unbeliebt gemacht.
Meisner löste Mellers Abteilung einfach auf - als "Sparmaßnahme".
Wichtiger als derlei Querelen ist für den Erzbischof der Schulterschluss mit seinen Päpsten, dem im Himmel und dessen irdischem Nachfolger.
So wie Johannes Paul II., der Meisner zum Kardinal gemacht hat, verehrt der Kölner auch den Nachfolger Benedikt XVI., der nach seiner Überzeugung "am vollkommensten die Kontinuität" im Papstamt verkörpert.
Von dem ehemaligen Kardinal Ratzinger sind keine unangenehmen Liberalisierungstendenzen in Moral und Kirchenlehre zu befürchten.
Meisner hält sich für den einzig wahren Statthalter Benedikts XVI. in der
Bundesrepublik.
"Der Papst", sagt er, "ist Stellvertreter Christi - und ich vertrete den Papst in Deutschland.
Köln ist das deutsche Rom, und der Dom ist unser Petersdom."
Was ist schon die deutsche Bischofskonferenz, und wer
ist schon deren Vorsitzender, der Mainzer Kardinal Karl Lehmann?
Viele Kölner Katholiken halten ihren selbstbewussten Chef allerdings für
eine Plage. Als "extrem unchristlich und herzlos" beschreibt der ehemalige
leitende Religionsredakteur beim WDR-Fernsehen, Ulrich Harbecke, Autor eines Romans über einen Kardinal, der Meisners Züge trägt ("Der gläubige
Kardinal"), dessen Amtsführung: "Nichts als Befehl und Gehorsam, Kasernenton statt Dialog.
Da wird denunziert und verleumdet, unterdrückt und verfolgt.
Meisner verordnet ein Christentum, von dem man sich nur mit Grausen abwenden kann."
DPA Meisner-Amtssitz Köln: "Das deutsche Rom - und der Dom ist unser Petersdom"
Meisner, einst Bischof von Berlin, wurde 1989 von Johannes Paul II. auf
seinen jetzigen Posten gehievt - gegen den Willen des Kölner Domkapitels.
Seitdem säubert er seine Kirche von Feinden, als würde Satan überall sein
Haupt gleichzeitig erheben. Er versetzte missliebige Pfarrer, er
drangsalierte Theologen und überzog die katholische Herder-Buchhandlung in
der Kölner City mit einem Boykott, nur weil dort auch Lesungen
kirchenkritischer Autoren stattfanden.
Einem Theologieprofessor drohte er, ihm wegen ketzerischer Gedanken die
kirchliche Lehrerlaubnis zu entziehen, sollte der Dozent nicht postwendend
eine vorformulierte Verpflichtungserklärung über die Anerkennung des wahren katholischen Glaubens unterschreiben.
Harbecke: "Geistliche werden wie dumme Schuljungen und Fußabtreter behandelt. Viele haben längst die innere Kündigung vollzogen."
Pluralismus in der katholischen Kirche ist Meisner zuwider.
In der Erftstädter Gemeinde St. Kilian schwelt seit Monaten ein Konflikt mit dem Kardinal.
Der Gemeinderat hatte zu einem Pfarrfest den Franzosen Jacques
Gaillot eingeladen.
Der ist zwar noch vom Vatikan anerkannter Bischof mit allen Rechten, wurde aber wegen abweichender Auffassungen 1995 von Johannes Paul II. als Oberhirte der Diözese Evreux abgesetzt.
Deshalb untersagte Meisner den Auftritt Gaillots.
AP
Meisner-Karikatur im Karneval: "Aus den Fugen geratene Gesellschaft"
Weil ihm die Arbeit des ökumenisch engagierten Kölner Priesters Günter
Fessler nicht passte, lud Meisner Fessler zum "Dialog". Den eröffnete er mit den Worten: "Sie können mit mir gern diskutieren, am Ende müssen Sie mir aber doch gehorchen."
Dann erklärte der Kardinal dem Pastor sein Weltbild:
"Sehen Sie, Pfarrer Fessler, was passiert, wenn ich hier das Tischtuch nur
an einer Stelle ziehe? Am Ende fällt das ganze schöne Geschirr herunter. So ist das auch in unserer Kirche."
Nach dem Urteil vieler seiner Kleriker ist ihr Chef "unfähig zur
Kommunikation", lasse Diskussion oder Kritik nicht zu.
Theologen und Intellektuelle seien ihm zuwider.
Sein Amtsbruder Lehmann warf Meisner öffentlich vor, "immer nur Defizite" zu sehen "oder den Teufel an die Wand" zu malen.
Im Grunde träumt Meisner vom Wiedererstarken jener Volksfrömmigkeit, die er als Kind in den ersten elf Lebensjahren in Schlesien erlebte und später als junger Priester und Weihbischof im Eichsfeld.
In diesem Katholiken-Reservat der DDR fand das Flüchtlingskind seine katholische Parallelwelt zur realsozialistischen Gesellschaft der DDR - überall in der geordneten Landschaft Pilgerkreuze, Prozessionen, Wallfahrten, Kirchweih, arbeitsfreie Wochenenden mit gutbesuchten Gottesdiensten.
Dieses Bild einer heilen Welt in einer unheiligen Umgebung hat Meisner heute noch, dahin will er zurück.
Hier liegen die Wurzeln seines Unwillens, irgendetwas an der katholischen Kirche zu verändern.
Er will nicht einmal eine Debatte darüber, wie die Kirche auf die veränderten Bedingungen der Gesellschaft reagieren sollte.
Er, der sich so eindeutig gegen den Zeitgeist stellen will, bedient diesen
Zeitgeist mit schlichten Schuldzuweisungen: an die rot-grüne Regierung, an
die 68er-Generation, an die Schwulen und Lesben, an die Frauen, die nicht zu Hause am Herd bleiben wollen, an Geschiedene, an eine auf Spaß und Lust
fixierte Gesellschaft, für die Zucht und Ordnung Unwörter sind.
"Von der heutigen Zeit überforderte Menschen suchen einfache Lösungen",
urteilt der emeritierte Kölner Theologieprofessor Johannes Brosseder über
den Kölner Oberhirten. "Die bietet er an und verspricht Sicherheit und
Geborgenheit.
Meisner als Sprachrohr Gottes bestärkt diese Leute darin, dass sie mit ihren kruden Auffassungen richtig liegen."
Wenn sich die katholische Weltjugend in vier Wochen abseits der für sie
aufgebauten Kulissen in seinem Erzbistum umschaut, wird sie entdecken, dass die rechtspopulistischen Sprüche des Kardinals Folgen hatten: Meisner zieht reaktionäre Gruppierungen in der Kirche an wie kein anderer.
Die Zahl der Kölner Katholiken dagegen ist in seiner Amtszeit um fast eine viertel Million gesunken - schneller als anderswo.
Diese "lauen Katholiken" indes will Meisner sowieso nicht.
Lieber sind ihm obskure Gläubige wie die "Auerbacher Schulschwestern", die
eine Realschule in dem bayerischen Klosterort betreuen und die
Sexualkundekapitel vorsorglich aus den Schulbüchern herausgerissen haben. Zu einem Solidaritätsgottesdienst mit den öffentlich angefeindeten Nonnen
reiste Meisner in die Oberpfalz.
Konservative Kirchengruppen finden stets ein offenes Ohr beim Kardinal - sei es der "Initiativkreis katholischer Laien und Priester", das von rechten Adeligen finanzierte "Forum Deutscher Katholiken", seien es die
"Lebensschützer" der Johanna Gräfin von Westpfalen.
O-Ton des "Initiativkreises": "Die Kirche im deutschsprachigen Raum und nicht nur dort befindet sich in einer bedrohlichen Krise.
Es sind nur Inseln, auf denen katholisches Leben blüht; das ,Festland' ist von den Fluten des Unglaubens und des Abfalls überspült worden."
Doch in Meisners Imperium gibt es auch blühende Inseln. In Düsseldorf etwa
haben die strafforganisierten "Legionäre Christi" bereits die Jugendarbeit
okkupiert.
Die berüchtigte Ordensgemeinschaft kämpft zur Freude Meisners an der Kölner Front "für die Neuevangelisierung".
Meisner fördert sie alle. Der Kardinal hat sogar eine eigene Nachwuchsschmiede gegründet, ein "missionarisches Priesterseminar" namens
"Redemptoris Mater".
Unter der Leitung dreier iberoamerikanischer Kleriker kämpfen die meisten der 60 Priesterkandidaten für den "Neokatechumenalen Weg", eine als besonders rückschrittlich verschriene "Geistige Gemeinschaft" in der katholischen Kirche.
In der britischen Diözese Clifton etwa wurden die Neokatechumenalen 1994 als "extremistische Sekte" verboten.
Lange Zeit war Meisner in der Deutschen Bischofskonferenz isoliert. Doch
inzwischen sammeln sich hinter ihm die Hardliner, die in den letzten Jahren vom Vatikan auf diversen Bischofsstühlen platziert worden sind.
Im Herbst steht die Neuwahl des Vorsitzenden der Konferenz an; seit nunmehr 18 Jahren hat das Amt der in Meisners Augen viel zu liberale Mainzer Erzbischof Kardinal Lehmann inne.
Ob Lehmann nochmals antritt, ist unklar.
Meisners Chancen auf seine Nachfolge stehen nicht schlecht.
Wohin würde ein Kirchenführer Meisner die deutschen Katholiken führen? "Ins Ghetto", sagen seine Kritiker.
"In den Himmel", verkündet er selbst.
Doch Meisners Himmel, wo ist der?
Wohl nicht in der Bundesrepublik Deutschland.
Vor Vertrauten im geheimniskrämerischen Gestrigen-Bund Opus Dei verkündet der Kardinal schon mal, was ihm vorschwebt: eine aggressive Kirche, die Front macht gegen Abtreibung, Gleichberechtigung für Homosexuelle, sexuelle Libertinage.
Man müsse "auch in Demokratien wie der deutschen" gegen staatliche Gesetze
"in Opposition gehen". Auch der Kardinal Meisner hat als Bischof einen Eid
auf die Verfassung geschworen.
Eine der seltsamsten Sumpfblüten im Meisner-Sprengel betrifft den "Indult", ein Ausnahmerecht, die alten lateinischen Riten wieder zu praktizieren.
Bei den Gottesdiensten der Indult-Anhänger spielen auch gewagte Gebete gegen "die verworfene Judenschar" eine Rolle.
Wie der Kardinal das seinem Idol, dem Judenfreund Karol Wojtyla droben im
Himmel, klar macht, ist sein Geheimnis


 http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,366486,00.html
 http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,366486-2,00.html

noch ein Grund zum Kirchenaustritt

--- 19.08.2005 - 23:43
14 Nationen beim Tag der Militärseelsorge

Katholischer Weltjugendtag 2005: Zwischen den über 400.000 Pilgern aus aller Welt, die zur Zeit im Rheinland zu Gast sind, finden sich auch viele Soldaten anderer Nationen. Das Katholische Militärbischofsamt hat etwa 300 Soldaten aus 13 Nationen zum Weltjugendtag eingeladen. Aus Deutschland nehmen 360 Soldaten aus über 100 Standorten teil. Am Mittwoch fanden sich alle Soldaten am Tag der Militärseelsorge zum gemeinsamen Gottesdienst im Camp Altenrath zusammen.

Militärbischof Dr. Walter Mixa eröffnete den Tag der Militärseelsorge am Mittwochmorgen mit einer gemeinsamen Katechese im großen Messe-Zelt. Das Thema: Die Verwirklichung des Menschseins im christlichen Glauben. Anhand von Erlebnissen der Seelsorger, die im Auslandseinsatz waren, beleuchtete Bischof Mixa auch das Verhältnis des Soldaten zur Kirche.
Beim gemeinsamen mittäglichen Gottesdienst bot sich den Teilnehmern ein buntes Bild: Deutsche Soldaten im blauen Dienstanzug, Österreicher in olivgrün, Litauer in Fleckentarn. Am Altar wurden die Fürbitten in mehreren Sprachen, wechselnd von Soldaten verschiedenster Nationen, vorgetragen. Hinter der Altarbühne prangte das "Vater Unser" in Deutsch, Englisch und Spanisch.

Eine spannende Reise

Im Nachmittag gab es für die Soldaten Möglichkeit zum Gedankenaustausch. Die mitgereisten Militärgeistlichen mischten sich mit unter die Jugendlichen. Hier und da fanden sich auch "gemischte Gruppen" zusammen. "Wo sonst habe ich als Rekrut schon mal die Möglichkeit, mich mit Kameraden aus Großbritannien oder Polen zu unterhalten", sagt Gefreiter Nikolaus Cortolezis (19) vom Österreichischen Bundesheer. "Es ist eine sehr spannende Reise und der Kontakt mit den vielen Jugendlichen sei ein Riesenspaß!"

Rekrut Christian Gruber (23) sieht beim Weltjugendtag mehr den religiösen Aspekt. Den Theologiestudenten, der für den Wehrdienst sein Studium unterbrechen musste, interessiert mehr die Umsetzung des Glaubens bei einem Weltjugendtag und er sucht Kontakt zu den Pilgern. "Ein Weltjugendtag ist kein christliches Woodstock", stellt er aus seiner Sicht klar. "Viele Jugendliche sind neugierig auf die Stadt, auf Deutschland, aber viele suchen den Glauben."
Ein Teilnehmer aus Spanien, Kadett an der Offizierakademie der Civil Guard, will unbedingt den Papst sehen: "Ich freue mich besonders auf den heiligen Vater", sagt der junge Offizieranwärter. Und es sei auch interessant, so viele gläubige Kameraden zu treffen.

Zentrale Unterkunft: Camp Altenrath

Die insgesamt 700 Soldaten und Helfer nächtigen im Camp Altenrath, nahe des Köln-Bonner Flughafens. Eine zentrale Unterkunft bot sich an, da die Tage oft mit gemeinsamen Gebeten und Katechesen beginnen. Die im Jahr 2003 von den belgischen Streitkräften geräumte Kaserne wurde allein für den Weltjugendtag wieder in Betrieb genommen. Alle anderen möglichen Unterkünfte in Schulen, Turnhallen oder Kasernen waren schon durch die Pilger belegt und eine Kaserne als Unterkunft für Soldaten bot sich an.
Dank massiver Unterstützung des Technischen Hilfswerks (THW) wurden Unterkunftsgebäude gereinigt und Sanitärcontainer installiert. Mehr als 100 Tonnen Material wurden angeliefert, darunter 1100 Betten und Matratzen von THW und Bundeswehr, 20 Wasch- und Duschcontainer sowie zwei 5000 Quadratmeter-Zelte für Gottesdienst und die Verpflegung. Insgesamt stellt das THW für die Dauer des Weltjugendtages sowie die Vor- und Nachbereitung über 600 Personen zur Unterstützung ab. Um die Verpflegung kümmert sich die Bundeswehr, die den Veranstalter, das Katholische Militärbischofsamt, unterstützt.

Den Abend verbrachten die Jugendlichen dann wieder in Köln und besuchten die dort angebotenen Veranstaltungen. Am Wochenende sind die Soldaten dann noch beim Abschlussgottesdienst auf dem Marienfeld dabei, bevor es dann wieder zurück in die Heimat geht. Für die Spanier werden das dann abermals 25 Stunden Busfahrt sein.

von:
 http://www.streitkraeftebasis.de/

Ein paar (hoffentlich) hilfreiche Links

Nikolai Thoma 16.09.2007 - 14:14
Infos zum Kirchenaustritt gibt es hier:  http://www.kirchenaustritt.de !

BITTE DIESEN LINK AUF JEDEN FALL WEITERVERBEITEN!!!



Viele gute Gründe für den Kirchenaustritt findet man/frau u.a. hier:

 http://www.antitheismus.de
 http://www.deschner.info
 http://www.KirchenOpfer.de
 http://www.theologe.de
 http://www.hpd-online.de
 http://www.humanismus.de
 http://www.ibka.org
 http://www.alibri.de
 http://www.denkladen.de
 http://www.ahriman.com
 http://www.bund-gegen-anpassung.com
 http://www.bibelzitate.de/gbz.html
 http://www.bibelzitate.de/vw.html

(Anmerkung: die bibelkritische Seite  http://www.bibelzitate.de betreibe übrigens ich selbst, ich möchte aber auch dazu sagen, dass meine Arbeit u.a. zwei englischsprachige Seiten:  http://www.evilbible.com und  http://www.skepticsannotatedbible.com zum Vorbild hatte.)

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