Nazikonzi und Massenschlägerei in Saarbrücken

antifa saar - projekt ak 08.08.2005 02:38 Themen: Antifa
Am gestrigen Samstag fand in Saarbrücken-Fechingen ein
„Rechts-Rock“ - Konzert mit mehreren hundert Neonazis
aus dem Saarland, dem übrigen Bundesgebiet und dem
europäischen Ausland statt. Es spielten Bands aus
Deutschland, den Niederlanden und Frankreich.
Angekündigt wurde das Konzert als
Wahlkampfveranstaltung der NPD - Rheinland-Pfalz. Nach
dem Ende des Konzertes kam es in der Saarbrücker
Innenstadt zu den zu erwartenten Übergriffen durch die
„braunen Schläger“.
Nazikonzert mit dreistelliger Teilnehmerzahl in
Saarbrücken - Massenschlägerei in der Innenstadt -
Saarland entwickelt sich seit Jahren zur Hochburg
organisierter Neonazis

Am gestrigen Samstag fand in Saarbrücken-Fechingen ein
„Rechts-Rock“ - Konzert mit mehreren hundert Neonazis
aus dem Saarland, dem übrigen Bundesgebiet und dem
europäischen Ausland statt. Es spielten Bands aus
Deutschland, den Niederlanden und Frankreich.
Angekündigt wurde das Konzert als
Wahlkampfveranstaltung der NPD - Rheinland-Pfalz. Nach
dem Ende des Konzertes kam es in der Saarbrücker
Innenstadt zu den zu erwartenten Übergriffen durch die
„braunen Schläger“.

„Hauptkampflinie“, „Brigade M“, „Selbststeller“,
„SKD“, „Calslage“ und „Lemovice“ heißen die Bands, die
von der NPD-Rheinland-Pfalz für die gestrige
Wahlkampfveranstaltung angekündigt wurden und vor
allem Anhänger der militanten Neonazi-Szene anlockten.
Die Besucher aus dem weiter entfernten Bundesgebiet
und dem europäischen Ausland wurden in den Großraum
Homburg-Zweibrücken mobilisiert, um sie dann gestern
Abend nach Saarbrücken-Fechingen weiterzuleiten. Auch
der Schirmherr Klaus Menzel (MdL) ist kein
unbeschriebenes Blatt, sondern bekannt für seine
unverhohlene Nähe zu organisierten Nazischlägern.
Dass Saarbrücken-Fechingen als Veranstaltungsort
gewählt wurde, ist weder ein Zufall noch eine
besondere Überraschung. Das Saarland und insbesondere
Saarbrücken-Fechingen haben sich in den letzten Jahren
zu einem organisatorischen und infrastrukturellen
Schwerpunkt der Aktivitäten der NPD entwickelt.
Christian Schneider erklärt für die Antifa
Saar/Projekt AK: „In Brebach-Fechingen fanden in den
letzten Monaten und Jahren verstärkt Veranstaltungen
der Saar-NPD, der NPD-Rheinland-Pfalz und der
Bundes-NPD statt. Das geht vom „gemütlichen
Liederabend“ über Bundesparteitage und „europäische
Nationalistentreffen“ bis hin zu Rechtsrockkonzerten
wie am gestrigen Abend. In unseren
Informationsveranstaltungen, die auch bereits den
Parteien im Saarbrücker Stadtrat angeboten wurden,
weisen wir seit Monaten auf diese Entwicklung hin.

Dass im Anschluss an solche Veranstaltungen die
Teilnehmer häufig losziehen, um gegen im
nationalsozialistischen Denken als „unwertes Leben“
oder „Volksschädlinge“ definierte Menschen mit
extremer Gewalt vorzugehen, ist nichts Neues und
dürfte auch den zuständigen Behörden im
Innenministerium bekannt gewesen sein. So sind die
gestrigen Übergriffe am St. Johanner Markt, bei denen
sich die Täter vermutlich als „Vollstrecker des
gesamtdeutschen Volkswillens“ sahen, auch keine
Überraschung. Christian Schneider führt dazu weiter
aus: „Vom Innenministerium ist da nichts zu erwarten,
da Frau Kramp-Karrenbauer ihre Inkompetenz zu dieser
Thematik immer wieder zur Schau stellt. So schlägt sie
jüngst vor, „rechtsextreme Musik“ im Musikunterricht
zu behandeln. Da stellt sich mir die Frage, ob sie
dort die Tonreihen analysieren lassen will. Diese
Thematik hätte im Schulunterricht - wenn überhaupt in
dieser Form - ihren Platz im Politik- und eventuell
noch im Geschichtsunterricht. Dazu kommt, dass die
Praxis der Innenministerin in manchen Punkten, z.B.
der rigorosen Abschiebepolitik, durchaus kompatibel
mit so mancher Forderung der gestrigen
Konzertveranstalter ist.

Die Antifa Saar/Projekt AK fordert eine Förderung
unabhängiger antifaschistischer Gruppen und die
sofortige Einstellung der Kriminalisierung des
antifaschistischen Widerstands.
Detaillierte Informationen über Veranstalter, Redner
und Bands der gestrigen Veranstaltung können von der
Presse bei uns angefordert werden.

Für Rückfragen sind wir erreichbar über unsere
email-Adresse  antifasaar@yahoo.de  antifasaar@yahoo.de
. Wenn Sie ihre Telefonnummer hinterlassen, rufen wir
umgehend zurück.


ANTIFA SAAR / PROJEKT AK

Homepage:  http://www.antifa-saar.de.vu
eMail:  antifasaar@yahoo.de

PGP-Schlüssel:
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Ergänzungen

Presse

wurstmaxe 08.08.2005 - 16:03
Hunderte von Neonazis tummeln sich in Saarbrücken

Brutale Übergriffe von Rechtsradikalen nach Rechtsrockkonzert / Plötzlich waren’s Obdachlose und Randgruppen


Saarbrücken. In der Nacht zum heutigen Sonntag trugen sich in der Innenstadt von Saarbrücken mehrere Schlägereien zu. In einem Fall schlugen gegen 2 Uhr drei Täter einen Mann in der Fußgängerzone Bahnhofstraße brutal zusammen. Der Mann wurde mit Brüchen und einer Wirbelsäulenverletzung in die Winterbergklinik eingeliefert. Die Schläger wurden nach Abschluß der Ermittlungen auf freien Fuß gesetzt. Im Polizeibericht ist nicht vermerkt, ob es sich um die Tat von Rechtsradikalen handeln könnte.

Eindeutig neonazistischen Hintergrund hatte indes eine kurz darauf auf dem St. Johanner Markt stattfindende Massenschlägerei, die im offiziellen Polizeibericht an die Medien recht unscharf als Schlägerei zwischen Rechten, Linken, Randständigen, Obdachlosen und Saarspektakel-Besuchern dargestellt wird. Im Polizeibericht heißt es unter anderem:

Gegen 2.40 Uhr gingen bei der Polizei mehrere Notrufe ein, wonach sich am St. Johanner Markt eine größere Menschenmenge eine Schlägerei liefere. Durch die Einsatzkräfte wurde festgestellt, daß mehrere Gruppierungen (hier: rechte Szene, linke Szene, Obdachlosen- bzw. Randständigen-Szene) in eine handfeste Schlägereien verwickelt waren. Auch unbeteiligte Besucher des
Saarspektakels seien betroffen und auch Flaschen und Bierkrüge wurden geworfen. Es herrschte totale Massenhysterie, und die Situation drohte zu eskalieren, weshalb weitere Unterstützungskräfte angefordert wurden. Im Rahmen der folgenden Ermittlungen wurde feststellt, daß Personen der „rechten Szene” und eine Gruppe „Skinheads”, die alle alkoholisiert waren, aufeinandergetroffen waren. Hierbei sind auch A-typische (? – Die Red.) Ausrufe der rechten Szene gefallen; diese konnten jedoch niemandem zugeordnet werden. Während dieser Auseinandersetzung wurden unbeteiligte Festbesucher ebenfalls angegangen, woraufhin dann die Flaschen und Bierkrüge geworfen wurden. Auch die ermittelnden Polizeibeamten wurden immer wieder von den unterschiedlichen Gruppierungen angegangen und gestört. Auch eine Gruppe von Obdachlosen bzw. randständigen Personen hat sich an Straftaten, insbesondere gegen Polizeibeamte, beteiligt. Durch die starken Polizeikräfte (20 Beamte) konnte dann die Lage entschärft werden. Derzeit laufen noch die Ermittlungen; Strafanzeigen unter anderem wegen Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Landfriedensbruch, Widerstand gegen Polizeibeamte, Körperverletzung und Beleidigung von Polizeibeamten.

Soweit die Polizeimitteilung. Deutlicher die Medienmitteilung von BIFOR, die dem SAAR-ECHO vorliegt. Da heißt es:

Nach Ansicht des BIFOR Bildungs- & Forschungswerk Saar-Lor-Lux stehen die Übergriffe von Neonazis in den Morgenstunden des heutigen Sonntags auf dem St. Johanner Markt in Saarbrücken im Zusammenhang mit einer NPD-Wahlkampfveranstaltung, die am gestrigen Abend in Saarbrücken stattgefunden hat. Mehrere hundert Neonazis, darunter auch zahlreiche rechte Skinheads aus dem gesamten Bundesgebiet, waren gestern zu einem Rechtsrockkonzert der NPD nach Saarbrücken gereist.

Das Konzertprogramm, welches u.a. von den Freien Kameradschaften wie etwa der „Kameradschaft Saarlautern“ aus Saarlouis beworben worden war, war mit internationalen Neonazibands besetzt. Angekündigt waren SKD (Thüringen), Selbststeller (Riesa), Lemovice (Frankreich), Calslagen (Black Metall aus den Niederlande), Brigade M (Niederlande) und Hauptkampflinie – HKL. Die Schirmherrschaft der Veranstaltung hatte der sächsische NPD- Landtagsabgeordnete Klaus Menzel inne. Die Veranstaltung, die unter dem Motto „Wir rocken den Reichstag - NPD in den Bundestag!“ stattfand, stellt den Versuch dar, das militante Neonazispektrum, insbesondere jenes der „Freien Kameradschaften“, enger an die Partei zu binden und Aktivisten für den anstehenden NPD-Bundestagswahlkampf zu gewinnen.

Dass die Neonazis für ihre Großveranstaltungen das Saarland als Veranstaltungsort auswählen, ist kein Zufall. Innerhalb der Neonaziszene hat das Saarland den Ruf, dass sich hier ohne größere Proteste und polizeiliche Repressalien Großveranstaltungen durchführen lassen. Auch die gestrige Veranstaltung wurde nach Meinung von BIFOR von polizeilicher Seite vollkommen unterschätzt. Das Saarland, insbesondere der Stadtverband Saarbrücken, war in den vergangenen Jahren immer wieder Schauplatz bundes- und europaweiter Neonazitreffen. Auch bei den Versuchen der europäischen radikalen Rechten, sich zu einem europäischen Netzwerk einer „Nationalistischen Front“ zu konstituieren, spielt das Saarland eine herausragende Rolle. Mit der jährlich in Saarbrücken stattfindenden NPD-Sommerakademie verfügt die europäische Rechte über einen ungestörten Tagungs- und Veranstaltungsort. Mit dem gestrigen Rechtsrockkonzert hat diese Entwicklung jedoch einen weiteren qualitativen Sprung erlebt.

Wie bis zu 500, zumeist militante Neonazis ungestört zu einem Rechtsrockkonzert in Saarbrücken anreisen und einzelne Gruppen anschließend Jagd auf Menschen in der Saarbrücker Innenstadt veranstalten können, ist eine Frage, die wohl die Innenministerin beantworten können sollte. Das Gefahrenpotential war jedenfalls absehbar - zumal die gestrigen Neonazibands zum Teil offen zur Gewalt aufrufen. Zitat einer Textzeile der Band HKL: ”Und dann kommen sie in Scharen, Idiotenvolk mit bunten Haaren - Denn nur im Rudel sind sie mutig - Allein kriegen sie die Nase blutig” (Hauptkampflinie: Rücken zur Wand, 1997).

In diesem Zusammenhang ist es geradezu skandalös, daß bis zu unserer Veröffentlichung am Sonntag gegen 17 Uhr keine Stellungnahme und Bewertung durch die Staatsanwaltschaft Saarbrücken vorlag – jedenfalls nicht der Online-Zeitung SAAR-ECHO. Von daher kann man zumindest annehmen, daß die Ermittlungsbehörde die Polizei allein im Regen stehen läßt. Und auch vom Innenministerium war nichts zu vernehmen. Gerade von diesen Stellen hat die Öffentlichkeit eindeutige Informationen zu erwarten, zumal inzwischen die Staatsanwaltschaft Saarbrücken – sie ist für das Saarland zuständig – im Verdacht steht, auf dem rechten Auge blind zu sein. Das Bildungswerk BIFOR dehnt diesen Verdacht gar auf die Polizei des Landes und auf andere Behörden aus. Es scheint an der Zeit, daß der im saarlandweiten Richterverein – Vorsitzender ist der „öffentlichkeitsarbeitende“ Oberstaatsanwalt Raimund Weyand – als Mitglied fungierende Ministerpräsident Peter Müller die Dinge an sich zieht und für eine offizielle Überprüfung der Organe unserer Rechtspflege sorgt. Das scheint im Saarland dringend notwendig. (SE)

link zur Zeitung (Saar-Echo)

wurstmaxe 08.08.2005 - 16:05

Älterer Artikel

Aufmerksame Leserin 08.08.2005 - 19:18
Da gab es doch schon mal was bei Indymedia:

Homburg,Rheinland-Pfalz; Nazikonzert
von Madame Fantomas- Riotbunny - 03.08.2005 13:02
 http://de.indymedia.org//2005/08/124341.shtml

Obdachlose, Linke, Rechte und die Presse

Zeitungsleser 15.08.2005 - 01:01
In der Presse waren unterschiedliche Meinungen zu hören. Frühe Berichte in Radio, und SZ sprachen von Linken und Rechten (die gemeinsam der Demokratie schaden würden, weil sie sich gegenseitig hochschaukeln würden) die am Markt in eine Schlägerei mit ca. 30 Beteiligten, ein Zusammenhang mit dem Konzert in Fechingen wurde ausgeschlossen. In späteren Berichten (Montags?)war von Rechten und Obdachlosen die Rede. Hierbei wurde ein Zusammenhang mit dem Konzert nicht ausgeschlossen. Es wurde sich in Beiden Fällen auf Ausagen der Polizei etc. berufen. Ob da wohl die Staatliche Presse Politik sich´s dann anders überlegt hat?

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