CzechTek Technoparty endet mit massivem Polizeiangriff

uebersetzung von indy slowakei 01.08.2005 00:00 Themen: Freiräume Kultur Repression Weltweit
Das diesjahrige Outdoor Technofestival Czechtek 2005 wurde am Wochenende mit massiver Polizeigewalt verhindert. Die Polizei ging mit Tränengas und Wasserwerfern gegen mehrere tausend friedlich feiernde Technoanhänger vor.
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Update: 02.07. 3:00Uhr
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Czechtek 2005, eine Freetek-Party (Outdoor Technofestival), fand zum 12ten Mal statt. Das diesjahrige selbstorganisierte Freetek wurde von Seiten der Tschechischen Polizei mit ungewöhnlicher Härte begegnet. Am Morgen des 29.Juli's versammelten sich die ersten Gäste um ein Soundsystem auf dem legal gemieteten Gelände, nahe der Stadt Milec. In den Morgenstunden blockierte die Polizei die Abfahrten der Autobahn D5 und verursachte dadurch einen 8km langen Rückstau. Nach Augenzeugenberichten versuchte die Polizei die Leuten daran zu hindern auf die Straße Richtung Milec zu kommen. Dabei ging sie nach dem Ausshen der Autofahrer. Rund 150 Leute machten daraufhin eine Sitzblockade auf der Autobahn und verlangten das sie weiterfahren dürfen. Nach 6 Stunden und einem Ultimatum räumte die Polizei diese Blockade mittels Wasserwerfereinsatz und massiven Aufgebot. Verlassene Autos wurde beiseite geschoben. Die Polizei blockierte danach weiterhin die Autobahnabfahrten und diverse anderen Routen um Milec.

Das offizielle Statement der Polizei besagt das der Mietvertrag mit dem Eigentümer des Geländes auf dem Czechtek 2005 stattfindet ungültig ist. Der tschechische Minister für innere Angelegenheiten Frantisek Bublan der sozialdemokratischen Partei CSSD, sagte das der Vertrag ungültig ist und der Besitzer des Grundstückes diesen zurückgenommen hatte. Später dann kam der Vertrag in den Medien, sowie mehrere Interviews mit dem Eigentümer des Landstückes und bestätigte seine Unterstützung für das Event und die Gültigkeit des Vertrages. Nach dieser Aussage verlangten der tschechische Senator Jaromír Štětina und die tschech. Grüne Partei das Minister Buban die Angriffe gegen tschech. Bürger einzustellen, die kein Verbrechen begangen haben in dem sie sich auf legal gemieteten Land versammelten. Nichtsdestotrotz blockierte die Polizei weiterhin das Gebiet ohne irgendeinen Grund.

Während der Nacht schafften es mehrere tausend Menschen durch die Polizeisperren zu kommen, in dem sie ihre Autos an Straßenrändern abstellten. Die tschechische Polizei bekam derweil Verstärkung aus Pilsen, welche mit Transportern und Bussen ankamen. Am Samstag morgen hatte die Technoparty 5000 Gäste und etwa 300 Autos die es bis aufs Gelände geschafft hatten. Das Soundsystem begann Musik zu spielen.

Der Sprecher der tschechische Polizei sagte, das die Besucher das umgebende Gelände beschädigt hätten als sie die Polizeisperren umgangen haben. Die betroffenen Landeigentümer hatten eine Beschwerde gegen die Organisatoren vom Czechtrek 2005 gestellt. Die Bewohner von Újezd pod Přimdou, einer kleinen Stadt in der Nähe des Geländes vom CzechTrek 2005 unterzeichneten eine Petition in dem sie forderten das die Teilnehmer des Events weitermachen dürfen und übergaben sie dem Polizeichef. Die Straßen der Stadt waren mit Autos und Menschen gefüllt die es nicht durch die Polizeisperren geschafft hatten.

Die Polizei leitete Fahrzeuge an der Grenze in Rozvadov an andere Grenzübergänge weiter. Nach Polizeistatistiken wurden 105 von 249 Ausländern an der Grenze zurückgeschickt, basierend auf "bunten alten Autos, Frisuren und Tatoos". Die Autobahn D5 wurde zwischen Kilometer 128 und 135 komplett gesperrt.

Gegen 16:25 verlangte die Polizei von den 6000+ Teilnehmern das Gelände zu verlassen, andererseits würde eine Polizeiaktion folgen. Der Angriff begann um 16:30 durch rund 1000 Polizisten die massiv Tränengas einsetzten und versuchten die Leute vom Gelände zu drängen. Dieser Angriff wurde mit dem Werfen diverser Gegenstände gegen die Polizeiketten beantwortet und die Menschen riefen den Polizisten "Gestapo" zu. Nach Augenzeugenberichten versuchte die Polizei das Soundsystem mittels Wasserwerfer zu beschädigen und unbestätigte Nachrichten sprechen vom Gebrauch von Gummigeschossen und Frequenzstörsender um das Handy-Netz zu blockieren. Der Schattenminister Ivan Langer kritiserte den Polizeiangriff scharf und sagte das dies eine politische Entscheidung von Premierminister Jiří Paroubek (CSSD) ist. Im Weblog von Czechtrek wurden Solidaritätsbekundungen gepostet und aufgerufen an einer Demonstration in Prag vor dem Justizministerium teilzunehmen. Der Polizeiangriff endete gegen 19:20 Uhr (vor den Abendnachrichten) und resultierte in 50 Verletzten auf Seiten der Polizei und den Festivalteilnehmern. Die Organisatoren von Czechtrek 2005 verkündeten das sie Einspruch vor dem europäischen Menschenrechtshof in Strassburg einlegen werden.

Die zweite Angriffwelle begann gegen 21 Uhr mit dem Ziel alle restlichen Leute vom Gelände zu drängen. Der brutale und irrationale Angriff der Polizei kann der regierungsbildenden Partei CSSD (Sozialdemokraten) zugeordnet werden und wird als Rest kommunistischen Denkens und als populistischen Versuch Aufmerksamkeit, vor den anstehenden Wahlen, zu erhaschen, gesehen. Die sogenannte Demokratie in der tschechischen Republik und die "grenzenlose" Vision der EU manifestiert sich in einem xenophobischen Versuch eine Manifestation der "freetekno" Subkultur zu unterdrücken.

UPDATES

Update (31.7 14:00): um 14.00, Sonntag begann eine weitere Demonstration in Prag - organisiert von Policejnistat.cz (Polizeistaat)(englisch)
Update (31.7 14:00): Die tschechische Menschenrechtsliga bewertet den Polizeieinsatz als illegal und Mittel gegen die Teilnehmer als unangemessen und brutal [in tschechischer Sprache]
Update (31.7 17.00): 5000 Menschen demonstrieren in Prag gegen die Polizei. (tschechische Zeitleiste)
Update (31.7 17.25): In einer Presseveröffentlichung verteidigt der Premierminister Paroubek den Polizeieinsatz als "angemessen". Er spricht ausserdem von kurz vorzubereitenden Gesetzesänderungen, so das "solch eine Veranstaltung nicht noch einmal stattfinden kann".
Update (31.7 20.52): Der tschechische Präsident Klaus verurteilt den Polizeieinsatz als "stark unangenehm"
Update (31.7 22.00): Artikel auf indymedia.org veröffentlicht
Update (1.8 11.00): Eine weitere Demonstration in Prag ist für Montag gegen 15 Uhr geplant
Artikel vom 29.7: Premierminister Paroubek hat die Aktion angeordnet. (tschechisch)Zitat: Es mag in einem gewissen Maße notwendig gewesen sein. Nun müssen wir die autobahn räumen. Ich habe den Innenminister angewisen so strikt wie möglich zu sein. Gesetz den Fall sie legen sich weiterhin auf die Autobahn, sollten sie in Busse verfrachtet, zur Grenze geschickt und aus der Republik geschafft werden.
Update (1.8. 15.00): Mehrere tausend Menschen nahmen heute an einer Demonstration in Prag teil. Fotos1 | Fotos2
Update (1.8. 17.00): Rund 30 Menschen versammelten sich zu einer Solidaritätskundgebung vor der tschechischen Botschaft in Bratislava, bewacht von 15 Polizisten. Alle unterzeichneten ein Statement gegen den Polizeieinsatz und überreichten sie der Botschaft.
NÄCHSTE DEMONSTRATIOON IN PRAG AM MITTWOCH !!!

Offizielle Webseite von Czechtek 2005
Fotos der Autobahnblockade
Idnes Zeitschiene (tschechisch)
Fotos der ersten Demonstration in Prag
Video vom Polizeiangriff
Mehr Videos: http://g4.avu.cz/czechtek2005/
Fotos von Demonstrationen am Samstag in Prag und Brno
Weitere Bilder vom CZT 2005 und dem Angriff (thx!)

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Ergänzungen

eastteckk

goapolit 01.08.2005 - 14:29
auch das eastteck vor 2 wochen in deutschland ist von den bullen geraeumt wurden deweiteren ist zu beobachten ,das die freeteck und goa kultur immer mehr ziel von repressions organen werden, nur mal nebenbei

keine party ist illegal

Aber mit Panzern??

eth 01.08.2005 - 21:29

Solidemonstration in Prag am Montag

qwerty 02.08.2005 - 04:20
Mehrere tausend Menschen auf der Solidemo

Ein Toter

XYZ 02.08.2005 - 10:54
Mlýnec - Der gestrige Polizeieinsatz gegen die Technoparty CzechTek bei der westböhmischen Gemeinde Mlýnec nahe der deutschen Grenze endete blutig. Ärzte behandelten 82 Verletzte, darunter auch viele Polizisten.

In der Nacht zum Sonntag kam zudem einer der Teilnehmer der Party ums Leben, wie die Online-Ausgabe der tschechischen Tageszeitung Lidové noviny meldet. Allerdings hänge der Tod nicht unmittelbar mit dem Polizeieinsatz zusammen.
... weiter auf:  http://www.tschechien-online.org/modules.php?name=News&file=article&sid=976

weiterer toter+eigene eindrücke

czechtek teilnehmer 03.08.2005 - 00:36
1. inzwischen ist bekanntgeworden, daß es einen weiteren toten gibt. er wurde während des zweiten angriffs von den bullen auf die neben dem gelände liegende autobahn getrieben, die just in diesem moment wieder für lkw freigegeben wurde (nachdem sie die meiste zeit vorher gesperrt gewesen war)
2. wir waren selbst da und wurden mit dem auto ab ca. 16.00 nicht mehr aufs gelände gelassen. die bullen meinten allerdings, parkt hier, und lauft, dann könnt ihr feiern. 2 h später kamen sie dann mit ihren blendschockgranaten(remember 26.9.2000?) und tränengas
3. auch wenn es etwas absurd klingen mag, aber die rechte partei ODS ist in CZ wesentlich freundlicher gegenüber der freetekno-kultur(welche man ohne probleme als jugendsubkultur nr. 1 in tschechien bezeichnen kann) als die derzeit regierenden "linken" sozialdemokraten oder die kaum gewendeten altkommunisten. selbst der derzeitige präsident vaclav klaus und sein vorgänger vaclav havel lehneten den polizeieinsatz ab. havel nahm sogar an der heutigen demo in prag teil.

noch was: massive desinformationskampagne

czechtek-teilnehmer 03.08.2005 - 00:41
was noch zu sagen wäre: es ist wirklich erstaunlich, daß die 6000 leute (ist auch etwa so realistisch) überhaupt aufs gelände kamen, da es am tag vorher eine massive desinformationskampagne seitens der bullen gab, die viele zeitungen auch mitgemacht haben. um eine weitere anreise von leuten zu verhindern, hörte man überall, daß das czechtek schon am freitag geräumt worden wäre, was aber eindeutig nicht stimmte. es waren übrigens auch noch äußerst viele leute richtung gelände unterwegs, in der nacht von freitag auf sonnabend waren auf straßen selbst 20 km vom gelände entfernt große karawanen von leuten in richtung mlynec zu sehen, die auch von den bullen auf abenteuerlichste umwege oder in die pampa geschickt wurden.

Premierminister betreibt weiter Hetze

(((i))) 03.08.2005 - 02:33
Premierminister Jirí Paroubek sagte in einem Interview mit einer Prager Tageszeitung das der Einsatz der Polizei berechtigt gewesen sei und betreibt übelste Hetze gegen die Veranstalter und Teilnehmer, nicht nur von dieses Technofestival, sondern im Allgemeinen.

Einige Auszüge:

...der harte Kern der Technoanhänger seien "keine tanzenden Kinder", sondern vielmehr bildeten ihn "gefährlich besessene Leute, mit anarchistischen Neigungen"....

...Dies sei "politisch, soziologisch sowie auch polizeilich und nachrichtendienstlich perfekt dokumentiert". Man müsse die Dinge mal beim rechten Namen nennen....

Weiterhin sagt er das die Teilnehmer an solchen Festivals "massive gewalttätige Demonstrationen gegen die friedfertige Gesellschaft" unter Drogen- und Alkoholeinfluss provozieren. Sie würden "in großen Automobilen durch das Land kreuzen" und international agieren.

Paroubek verteidigt den harten Polizeieinsatz mit Dingen wie:

Man muss die Rechte der "von Schmutz und Lärm terrorisierten Bevölkerung" schützen sowie das "Risiko der Verbreitung von Aids, Gelbsucht, Salmonellen usw." (durch die Festivalteilnehmer) in die Überlegung mit einbeziehen.

Zusätzlich führt der Premier aus das es in diesem Jahr endlich gelungen sei diese "wilden" Festivals zu stoppen. Als Beweis für die Gewalttätigkeit der Teilnehmer führt Paroubek die hohe Zahl der verletzten Polizisten an.

Kritiker die den brutalen Polizeieinsatz in Verbindung mit Polizeiaktionen der früheren kommunistischen Tschechoslowakei bringen weist er ab und sagt das die Teilnehmer an solchen Festivals nicht mit den hehren Motiven der Leute von 1989 zu tun hat und es sich im aktuellen Fall um "Raserei junger Anarchisten" handelt und daher nicht vergleichbar mit früher ist.

fuckparade

geht zu botschaft 04.08.2005 - 19:56
die strecke der fuckparade am nächsten samstag ist aus aktuellem anlass geändert worden und führt nun vorbei an tschechischer botschaft & tschechischen kulturinstitut.

start ist samstag, 6. august, 15 uhr am ehemailgen tresor, potsdamer platz.

näheres unter:

 http://www.bembelterror.de/fuckparade/2005/

Reaktion des deutschen Auswärtigen Amts

TheSnake69 05.08.2005 - 18:47
Laut einer Anfrage an das AA in Berlin ist nicht bekannt, ob auch deutsche Besucher bei den Übergriffen verletzt wurden, der Botschaft in Prag weiss zumindest davon nichts. Deswegen wartet man dort ab, wie sich die Situation in Tschechien weiter entwickelt, da sich die innenpolitische Diskussion noch entwickelt.

Wer als deutsche Staatsbürger auf der CzechTek 2005 von den Aktionen der Polizei geschädigt wurde, sollte sich also umgehend bei AA in Berlin oder der deutsche Botschaft in Prag melden ung ggf. Anzeige erstatten, damit auch das AA evtl. tätig wird.

Hier die Antwort-Mail im Wortlaut (anonymisiert):

Sehr geehrter Herr XXXXX,

die Auflösung des Musikfestivals Czech Tek durch die tschechische Polizei wird auch in der Tschechischen Republik selbst unterschiedlich bewertet. Inzwischen hat Premierminister Paroubek den Ort des Polizeieinsatzes besucht und sich für eine Untersuchung der Vorfälle ausgesprochen. Ein Sonderstab der Polizei soll Beschwerden prüfen.

Die Opposition hat eine Debatte über die Vorgänge im Parlament angekündigt. Die lebhafte innenpolitische Diskussion spricht dafür, dass aufrichtiges Interesse an der Klärung des Hergangs der Ereignisse besteht und die demokratische Öffentlichkeit dabei in hohem Maße involviert ist. Die Bundesregierung beobachtet diese begrüßenswerte Diskussion mit Interesse. Sie sieht derzeit gleichwohl keinen Anlass, sich in die Debatte über die bedauerlichen Vorfälle einzumischen.

Dem Auswärtigen Amt ist im übrigen nicht bekannt, dass deutsche Staatsangehörige bei der Räumung des Czech-Tek-Geländes verletzt wurden. Auch bei der deutschen Botschaft in Prag sind keine Berichte von Teilnehmern des Festivals eingegangen, die darauf schließen ließen.

Mit freundlichen Grüßen
im Auftrag

XXXXX XXXXX
Legationsrat I. Klasse

Kleenes Update

(((i))) 06.08.2005 - 04:04
Inzwischen führt der Polizeieinsatz beim Czechtek zu innenpolitische Konsequenzen. Der tschechische Senat hat heute den Polizeieinsatz als "unverhältnismäßig und nicht der Situation entsprechen" verurteilt.

Die Senatssitzung war sehr turbulent und Premier Paroubek steht weiterhin zu seiner Meinung das der Einsatz gerechtfertigt war. Allerdings räumt er, neben vielen anderen Parteien/Politikern, ein, das es möglicherweise Verfehlungen und Überreaktionen einzelner Beamten gegeben hat. Paroubek will dennoch in Kürze verschiedene Gesetze/Regelungen durchboxen die solche Events wie das Czechtek in Zukunft erschweren oder gar unmöglich machen.

Im Land selbst halten die Protesten an. Am Samstag, den 6.August gibt es wieder Demonstrationen in mehreren Städten, unter anderem auch in Prag.

In der Zwischenzeit kommen weitere Details zum Vorschein. Ein Italiener wurde am Mittwoch in Prag festgenommen. Ihm wird vorgeworfen beim Czechtek mit seinem Auto auf Polizisten zugefahren und gefährdet zu haben. Ebenfalls wurde sein Hund von der Polizei erschossen, da er, entgegen Zeugenaussagen, angeblich die Beamten angefallen hat.

Mehr News demnächst...

fragt doch einfach den premier!

bimmel-bommel 17.08.2005 - 13:27
hier einige adressen:

hier kann man den guten man ein paar fragen stellen!

 http://www.paroubek.cz/

Hier kann man die Petition downloaden:

 http://www.bushka.cz/petition.pdf

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 13 Kommentare

unglaublich

Wellenreiter 01.08.2005 - 02:56

Oh mensch, das klingt ja unglaublich....

nicht zu fassen

xsidekickx 01.08.2005 - 10:30
echt unglaublich was abgeht wenn leute sich einfach das recht rausnehmen ihr leben so zu leben wie sie wollen und einfach auf den bürokratischen mist scheissen. eine derartige überreaktion ist echt zeichensetzend. über 6000 leute welche unkommerziell feinern wollen werden von 1000 riotbullen und diversen kriegsspielzeug angegriffen und schikaniert.

das positive daran ist sicher das es trotz all den schikanen immer noch über 6000 leute geschafft haben auf das gelände zu gelangen. das beste wäre sicher die ereignisse möglichst publik zu machen.

kommunistisches denken

bla 01.08.2005 - 10:49
lag bestimmt nicht am rest "kommunistischen denkens" der sozis, dass euer fest nicht stattfinden konnte...

kommunistisches denken

ground 01.08.2005 - 12:57
halo bla,
wie erklarst du sonst was pasiert hat? alles war legal und wenn die Polizei keine Probleme ohne Grund machen wurde - das Tekk wurde gut gelaufen. Was aber passierte ist das die Teilnehmer und die ganze Party schon befor sie anfing als "gultig" verurteilt wurden. Und das glaub ich ist ganz xenophob und im kontext Czechiens Regierung "komunistisch".

Fuck the Eu

Mirakulix 01.08.2005 - 13:11
sieht so aus als müßten wir uns demnächst ausreichend bewaffnen, wenn wir uns unsere paar elementaren Grundrechte nicht nehmen lassen wollen.

Zur Not reicht es wenigstens um ein paar Schweine mitzunehmen und unserer Identidät als freie Menschen zu wahren.

Wer will schon als 1€ ZwangsarbeiterMitläufer für den Rest seines Lebens dahinvegetieren, um für irgendwelche neuen und alten nazis die Drecksarbeit zu machen ?

Kommunistische Gedanken

spaceman 01.08.2005 - 17:01
Tschechien ist zur Zeit kein kommunistisches Land. War, soweit ich weiß, auch nie eins. Obwohl es im Frühling 1968 Ansätze gab die Diktatur, welche aus dem stalinistischen Rußland importiert wurde, zu überwinden, wurde in Tschechien eine Gesellschaft freier und gleicher Menschen nie verwirklicht.
Warum soll der Polizeieinsatz was mit kommunistischem Denken zu tun haben? Versteh ich nicht...
Bringt Polizeistaat nicht mit Kommunismus in Verbindung, das ist einfach mal inhaltlicher (bürgerlicher) Unsinn der leider dazu führt das sich heute kaum noch jemand technologisch hochentwickelte alternative Gesellschaften vorstellen kann. Für mich auch ein Grund warum die Menschen heute dermaßen gefickt werden.

@ spaceman

ich 01.08.2005 - 17:14
kommunisten waren bis 1989 in der cssr an der macht, die heutige kp ist immer noch auf dem selben kurs von damals. der prager frühling war libertär, nicht kommunistisch. kommunismus sind immer zwangssysteme (siehe auch die heutigen kommunistischen gruppen, die allesamt intolerant und dogmatisch sind und absolutistisch)...

@ krutel

Harry Potter 01.08.2005 - 22:07
Schon mal daran gedacht, dass bei einem Nazikonzert sich ein brauner Mob trifft, der rassistische und nationalistische Parolen gröhlt, dass Nazibands zur Gewalt gegen Linke, Ausländer oder Homosexuelle aufrufen.
Eine Gleichstellung von Nazikonzerten mit underground Teknivals ist doch wohl ein Witz.

@ich (im grauen Bereich)

spaceman 02.08.2005 - 01:51
Du bist bischen schnell mit deiner "libertären" Vereinnahmung. Mit Anarchismus hatten damals die wenigsten was am Hut.
"Als „Prager Frühling" bezeichnet man den tschechoslowakischen Versuch vom Frühjahr 1968, einen "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" durchzusetzen. Es war der Versuch einer umfassenden friedlichen Systemreform eines kommunistischen Regimes sowjetischen Typs. Ziel war eine Staats- und Gesellschaftsordnung, die sich vom sowjetischen Modell des Sozialismus befreit hat und eine Synthese von Sozialismus und Demokratie herbeiführt.
Die Reformbewegung wurde getragen von leitenden Parteifunktionären der KPC (Kommunistische Partei der Tschechoslowakei) und einer Schicht von Intellektuellen. Mit der Aufhebung der Zensur im März 1968 wurde die breite Öffentlichkeit informiert und für die Ziele der Reformer, die vor allem politische, gesellschaftliche und ökonomische Umstrukturierungen und Neuordnungen forderten, gewonnen." (geklaut)

Das passt doch

Warhead 04.08.2005 - 08:22
Die Bilder gleichen sich fast,ebenso die ätzenden Polemiken.Ob in der Tschechei,Ungarn,Rumänien,den Baltenstaaten,überall sitzen gewendete Apparatschiks der alten Nomenklatura am Ruder die nationalbolschewistisch herumtönen.In Ungarn geht das gerne mit Antisemitismus einher,in der Tschechei setzt man gerne auf das Panslaventum,alles was vom Westen her kommt ist böse,verdorben,drogensüchtig,arbeitsscheu und potenzieller Ansteckungsherd.In Warschau,Zagreb und Belgrad wird der CSD von Bullen und Bürgerwehrhorden zusammengeprügelt,in Rumänien karren sie Bergarbeiter ran die die Strassen freiprügeln,In Litauen gibts für fünf Gramm Gras Fünf Jahre.Weswegen die meisten Litauer auch in Dänemark,Kanada und Norwegen leben,aber nicht mehr in Litauen.Wie auch,wenn alles was nicht dem sauber gescheitelten und adrett-bescheidenem gekleideten Spiessbürgermenschenbild des Postkommunismus ähnelt,von der Strasse geprügelt wird,in entmenschte Psychatrien oder Kinderheime gestopft wird,in denen man zu Disziplin und Pünktlichkeit bis zur Selbstaufgabe gedrillt wird.Design,Formen,Farben,Innovationen haben in dieser Kleinbürgerlichkeit keinen Platz.Bezeichend das z.B die Bewohner von Andy Warhols Geburtsstadt sich für die Existens dieses Multimediatalents bitterlichst schämen und erfolgreich ein Andy Warhol-Andrej Warhola Museum verhinderten.Die Kulturtouristen würden strömen,die Menschen dort sind bitterarm und beschweren sich über die Welt die sie vergessen hat...es ist wohl eher umgekehrt

raus aus der eu

ssan 06.08.2005 - 13:31
Na da gibts ja nur eine möglichkeit für den dunklen osten - antrag auf wieder raus aus der eu! und zurück ins mittelalter !! die politiker habens scheinbar noch nicht geschnallt, dass das wort eu auch freiheit und liberalität bedeutet, das is ja wie vor dem prager frühling, kacken sich in die hose die politiker die am drücker sitzen, angst um ihren machteinfluss. die sollten mal nachhilfe im bereich jugendkultur vs subversivität nehmen, die können viele dingen nicht zuordnen, das passt noch nicht in deren ostgehirne. da müssen noch einige generationen daran glauben bis da ein umdenken einsetzt, kommunismus+alk macht dumpf im kopp.
man sollte die sache einem rechtsanwalt übergeben, recherchieren in die europäischen medien bringen und die politiker auch in den medien ordentlich f***en!!


ssan

cz tek

egal 12.08.2005 - 18:34
eh leute checkt mal, was schon seit jahren in england und frankreich abgeht bzw. abgegangebn ist ... einsaetzte gegen "randgruppen" und all das was der 0815-buerger oder politiker nicht einordnen kann sind doch "an der tagesordnung" speziell gegen teknivalteilnehmer und soundsyteme.
das hat nix mit kommunistischen altostlasten zu tun, sondern wohl eher was mit der kapitalistischen "alles muss verwertet und zu kohle gemacht werden" gesellschafft.

fuckparade teil 2

dat zekt 08.09.2005 - 14:18
am 9.9. um 16.00 uhr wird es in berlin eine demonstration von der us-botschaft (versusrave in utah)zur tschechischen botschaft (chechtek)geben.
kommt zahlreich.
fuckparade - keine party ist illegal.