Der afrikanische Kontinent und die ...Part II

Klara Fall 04.07.2005 18:55 Themen: Globalisierung
Der afrikanische Kontinent und die Deutschländer - Part II


Teil 2 eines Beitrages über Geschichte und Kontinuität der deutschen Afrikapolitik

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Teil 1 zu :
# »Engagement für Afrika«
# Deutscher Kolonialismus
-Deutsches Kaiserreich
-Die Weimaer Republik
-Der NS-Staat , die verlorenen Kolonien und die Vernichtung

zu finden unter:  http://www.germany.indymedia.org/2005/07/122049.shtml
Teil 2 eines Beitrages über Geschichte und Kontinuität der deutschen Afrikapolitik

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Teil 1 zu :
# »Engagement für Afrika«
# Deutscher Kolonialismus
-Deutsches Kaiserreich
-Die Weimaer Republik
-Der NS-Staat , die verlorenen Kolonien und die Vernichtung

zu finden unter:  http://www.germany.indymedia.org/2005/07/122049.shtml

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Fortsetzung:

Schon ab den zwanziger Jahren begannen die Kolonialgesellschaften aus der Kaiserzeit mit einer kontinuierlicher Lobbyarbeit für ein neue koloniales Abenteuer Deutschlands, die sich bis in die späten Dreißiger-Jahre fortsetzte.
Das republikanische Deutschland hatte zwar seine Kolonien in Afrika und der »Südsee« nach dem Ersten Weltkrieg an die Siegermächte abtreten müssen, doch ihre Rückgewinnung und die Eroberung weiterer Kolonialgebiete gehörten zu den erklärten Zielen der nationalen revanchistischen Kräfte der Weimarer Republik und wurde somit auch ein Kriegsziel des NS-Regimes.

Koloniale Wissenschaften-Der afrikanische Kontinent war auch im NS-Staat Objekt zielstrebiger Forschung.

Im Jahr 1940 legten “ deutsche Völkerkundler“ das Ziel fest, ihr Fach zur »Kolonialwissenschaft« zu machen und für den erwarteten Fall der Rückeroberungder deutscher Kolonien, forderten sie die Einsetzung von »Regierungsethnologen«. Erwähnt sei nur hier die Herausgabe des Standardwerkes „Völkerkunde von Afrika – Mit besonderer Berücksichtigung der kolonialen Aufgabe“ . Im gleichen Jahres wurde im „Reichsforschungsrat“ eine eigene Kolonialwissenschaftliche Abteilung gebildet. Wie die NS-Wissenschaft war auch das „Kolonialpolitische Amt“ auf dem Sprung nach Afrika und wartete darauf zum „Kolonialministerium“ ernannt zu werden .Sie hatten zu diesem Zeitpunkt , bereits einen perfekten Verwaltungsapparat geschaffen und warteten nur noch auf den Einsatzbefehl auf kolonialem Gebiet.

Der Zweite Weltkrieg auf beiden Seiten der Front

Am 7. März 1936 kündigte Hitler in einer Rede vor dem Reichstag die Rückkehr in den Kreis der
Kolonialmächte an und in verlangte diesem Punkt die Revision des Versailler Vertrages. Ab 1933 arbeiteten, die mit Kolonialfragen befassten Partei- und Staatsinstitutionen, ausgearbeitete rassepolitischen Pläne für ein deutsches Mittelafrika aus.
Der NS-Staat befasste nach sich Außen zunächst erst einmal nur mit Verhandlungen über ökonomische Zugänge zu den überseeischen Kolonien der Alliierten und begann mit Beginn des Weltkrieges seine Italien in seinen kolonialen Wünschen zu unterstützen.
Nach der Niederlage Frankreichs im Juni 1940 gewann Nazideutschland dann auch mehr Einfluss auf die französischen Kolonien, die unter der Kontrolle dem Vichy-Regime standen, und bezog von ihnen Rohstoffe für seine Rüstungsindustrie.
Zwischen 1940-und 1943 konkretisierten sich die deutschen Absichten , u.a. unter Schaffung eines „Kolonialpolitisches Amtes“, die sich nach der deutschen Niederlage in Afrika in den arabischen Raum verlagerten bzw. sie mussten sich den Expansionsplänen im Osten unterordnen.

Für Afrika begann der Zweite Weltkrieg 1935 mit dem Einmarsch der Italiener in Äthiopien.
Allerdings waren die Kolonialisierten im Zweiten Weltkrieg nicht bloß Opfer, den einige nationalistische und antikoloniale Bewegungen überall in der kolonisierten Welt sympathisierten offen mit dem Faschismus und Hunderttausende Kolonialsoldaten zogen freiwillig für ihn in den Krieg.
Wer den heute einigen der damaligen politischen Eliten innerhalb der antikolonialen Bewegungen der kolonialisierten Länder unhinterfragt unterstellt, sie hätten den Charakter des Faschismus nicht erkennen können, nimmt sie nicht ernst und verharrt in einem eurozentristischen Bild der Welt und läuft damit Gefahr , die heutige antikolonialen Bewegungen falsch einzuschätzen. Erinnert sei nur an die Kollaboration höchster palästinensischen Funktionäre mit Nazideutschland oder die Rolle der »Indischen Legion« innerhalb der deutschen Wehrmacht und der Waffen-SS und ihrer Massaker in Frankreich .

Im Kampf gegen den weltweiten Faschismus bezogen auch die Alliierten ihre Kolonien von Anfang an in den Kampf mit ein. So mussten die Kolonien nicht nur kriegswichtige Rohstoffe zu Billigstpreisen abgeben, sondern stellten diese auch Millionen Soldaten sowie (Zwangs-) ArbeiterInnen für die alliierten Streitkräfte. Kamen diese dann in Gefangenschaft ,entfaltete die rassistische Propaganda in Deutschland seine volle Wirkung. Traurige Berühmtheit bekam das Massaker in dem französischen Dorf Chasseley, bei dem 1940 die afrikanischen von den nicht-afrikanischen Kriegsgefangenen getrennt und schließlich von der deutschen Wehrmacht erschossen wurden.
Ohne diese Opfer der Kolonialisierten wäre die Befreiung der Welt vom Faschismus wohl schwerer und langwieriger gewesen. Nicht nur Europa wurde Kriegsschauplatz, sondern auch die Kolonien, und diese hatten weltweit Millionen Opfer und schwere Zerstörungen zu beklagen.

Doch in den Berichten beider Seiten tauchen diese „schwarzen Soldaten“ nicht auf . Es mussten erst die Veteranenverbände aus Ländern der ehemaligen Kolonien dafür sorgen , dass dieser Blindfleck der Geschichte öffentlich wurde.
Auch im diesjährigem deutschen Supergedenk- und Vergessensjahr sahen , hörten und lasen wir sehr viel über deutsche Opfer und zerstörte deutsche Städte, doch nichts über die in weiten Teilen verwüsteten und ausgeplünderten Staaten und ihrer Toten , denen kein Marshallplan nach dem Krieg half ihr Wirtschaftswunder einzuleiten.
Mit dem Zweiten Weltkrieg endete vorerst das Engagement Deutschland für den afrikanischen Kontinent doch viele Wehrmachtsangehörige und Angehörige der Waffen-SS kämpften nun weiter für französische Kolonialinteressen in der Fremdenlegion.

Fortsetzung folgt...



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Quellen und Links zur deutschen Afrikapolitik:

# TheBlackBook -Deutschlands Häutungen - http://iko-verlag.de/IKO-Webshop/index.html?target=media/745.html

# »Unsere Opfer zählen nicht«-Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg - http://www.assoziation-a.de/neu/Unsere_Opfer_zaehlen_nicht.htm

# Afrikanische Diaspora in Deutschland- http://www.bpb.de/themen/SCCFHO,0,0,Geschichte_und_Bildung.html



Termine:
Weisse Geister
Der Kolonialkrieg
gegen die Herero
„Weiße Geister ...“ wird am
Di, den 5.7.05 um 20h30 in der Verbrecherversammlung, Festsaal Kreuzberg, Skalitzerstr. 130, 10999 Berlin gezeigt. Eintritt: 4Euro.

Ein Film von
Martin Baer-  http://www.baerfilm.de/

Mi. 6. 7. 2005
S- und U-Bhf. Friedrichstrasse: Streetparade am Global Action Day
in Form einer alternativen Stadtbesichtigung zum Thema "Neue Afrikapolitik" der G8 findet am 6. Juli eine kunterbunte Protestveranstaltung gegen die neokolonialistische Politik der G8 statt. Treffpunkt für die Streetparade ist um 17.00 Uhr der U-Bahnhof Friedrichstrasse/Mitte. Anlass für den Global Action Day ist der Tagungsbeginn der G8 in Schottland. Veranstalter: Gruppen und Einzelpersonen aus dem Berliner dissent-Netzwerk-  http://de.dissent.org.uk/
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Ergänzungen

ErgänzungII

naknak 05.07.2005 - 11:43
Werner Senator, von der Zionistischen Vereinigung für Deutschland und
George Landauer von der Jewish Agency nahmen deswegen Verhandlungen
mit dem Außen- und dem Wirtschaftsministerium auf... Die Deutschen,
die allen Anzeichen nach an einer schnellen Lösung interessiert
waren, beriefen eine Konferenz mit der Beteiligung aller betroffenen
Juden ein. Die Konferenz wurde am 7. August in den Räumen des
Wirtschaftsministeriums eröffnet. Auf jüdischer Seite waren vertreten:
Cohen und Machnes für die Ha`nota, Delegierte der Zionistischen
Vereinigung für Deutschland und zwei Persönlichkeiten, die eigens
zu diesem Zweck aus Palästina gekommen waren: Hoofien, Direktor der
Anglo-Palestine Bank, deren Interessen eng mit denen der zionistischen
Organisation verknüpft waren, und Ruppin, Soziologe und Spezialist
für Fragen der jüdischen Kolonisation in Palästina.

Das Abkommen und seine Gesamtoperationen wurden unter dem Namen
Ha´avara bekannt - ein hebräisches Wort, das Transfer bedeutet -
und das auch der soziale Grund für die Treuhandgesellschaft sein
sollte (Ha´avara Trust and Transfer Office), dessen Hauptsitz
in Palästina war. Die Gesellschaft, die eigens für die Berliner
Vertretung gegründet werden sollte, sollte PalTreu heißen...

Am 21. August 1933 wurde der 18. Zionistenkongreß, der erste nach
Hitlers Machtergreifung, in Prag eröffnet. Die Lage der Juden in
Deutschland war natürlich das Hauptthema der Diskussion. Hoofien
und Ruppin waren direkt von Berlin nach Prag gereist. Eine große
Zahl von Delegierten warfen den beiden Hauptunterhändlern Hoofien
und Cohen vor, mit dem Teufel gemeinsame Sache gemacht zu haben
und durch das Ha´avara-Abkommen den Kampf der Juden gegen diese
rassistische Politik des Reiches unterminiert zu haben. Es kam zu
einer hitzigen Debatte. Doch ein Antrag, demzufolge die effektive
Beteiligung der Organisation an den Bemühungen Deutschland zu
boykottieren vorgeschlagen wurde, wurde nicht angenommen." [21]

Die Bemühungen antinazistischer jüdischer Kreise einen Boykott
Nazideutschlands zu organisieren, entstanden als Gegenmaßnahme
zu dem Boykott der Nazibehörden vom 1. April 1933. Das war "ein
allgemeiner Boykott ... aller jüdischen Handelsunternehmen und
aller jüdischen Ärzte, Anwälte und anderer freiberuflich Tätigen.
Von diesem Tag an gab es für die nächsten 6 1/2 Jahre eine Folge
von Gesetzen der zunehmenden Unmenschlichkeit, bis der Kriegsaus-
bruch eine Epoche beispielloser Barbarei einleitete. Der Boykott
war lediglich ein Vorspiel zu einem System der Verfolgung, das
die Juden jeder Quelle des Lebensunterhalts beraubte." [22]

Juden in vielen Teilen der Welt hofften, durch die Revanche mit
einem Boykott deutscher Waren Solidarität mit ihren unterdrückten
Religionsgenossen zeigen und das Naziregime vielleicht zu einer
Milderung der Verfolgung drängen zu können. Die Unterschrift
der Zionisten unter das Ha´avara-Abkommen machte diese Hoffnung
zunichte. "Das Resultat war, daß in den dreißiger Jahren, als die
amerikanischen Juden große Anstrengungen machten, einen Boykott
gegen den deutschen Export zu organisieren, ausgerechnet Palästina
mit allen Arten von Waren 'Made in Germany' überschwemmt war."
[23]

Einige Zeit vor dem 18. Zionistenkongreß machte die zionistische
Bewegung ihren Willen klar, den Anti-Nazi-Boykott zu sabotieren.
Die Zionistenvereinigung für Deutschland ging so weit, einem
führenden Nazi zu versichern, daß "die Propaganda, die nach einem
Boykott Deutschlands schreit, in der heute oft geäußerten Form
ihrem Wesen nach völlig unzionistisch ist." [24]

Damit war der unglückliche Präzedenzfall geschaffen, die Interessen
der jüdischen Massen in Europa den politischen Ambitionen der
Zionisten zu opfern. Die Nützlichkeit dieser Strategie blieb den
Nazis nicht verborgen.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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Ergänzung — nak