Berlin: "EKH ist ÜBERALL"-SoliDemo in SO36

BerlinerInnen 02.07.2005 12:47 Themen: Freiräume
Gestern abend haben in Berlin-Kreuzberg mehr als 70 Menschen auf der "EKH ist überall"-SoliDemo gegen eine Räumung des Ernst-Kirchweger-Hauses (EKH) in Wien demonstriert.

Los gings um halb neun am Spreewaldbad in der WIENer Strasse. Auf das Demo-Motto "WIEN" war eigentlich niemand eingegangen - bis auf einen Hund, der sich plötzlich "Mozart" nannte. Aber am Oranienplatz erklang dann doch ein WIENer Walzer und die frischen Transpis bewegten sich im Dreiviertel-Takt.
Schwerpunkt der Redebeiträge waren natürlich Soligrüße nach WIEN und aktuelle Infos über die Lage dort. Konkret gibt es einen Räumungsaufschub bis zum 15.Juli - daneben finden Verhandlungen mit der Stadt um eine politische Lösung statt. Gut so: "EKH bleibt!"

Es wurde berichtet, daß in der Berliner Rigaer94 gerade vorgestern morgen (30.6.) der Eigentümer und Handwerker in drei Wohnungen des Vorderhauses eingebrochen waren, die Räume verwüsteten und Möbel und Privatsachen der BewohnerInnen durch die Fenster auf den Hof geworfen hatten. Durch eine einstweilige Verfügung ist es jetzt möglich geworden, die Räume wieder einzuräumen. Na also!!
 http://de.indymedia.org/2005/06/121931.shtml
 http://de.indymedia.org/2005/06/121933.shtml

Die Demo verlief durch die Waldemarstrasse, wo ein Vertreter der "Betroffenenvertretung Waldekiez" berichtete, daß das Bezirksparlament gerade beschlossen hatte, das Finanzierungskonzept der BewohnerInnen, der von Privatisierung bedrohten Häuser, zur Überprüfung an den Senat überwiesen hat. Ein Erfolg des unermüdlichen Widerstands gegen den Ausverkauf des Kiezes und die Verdrängung der BewohnerInnen. Sehr gut!.

Die Verhandlungen der NewYorck59 mit dem Bezirk Kreuzberg um einen Duldungsvertrag im Bethanien laufen noch. Auch gut!

Es gab zudem Redebeiträge vom Schwarzen Kanal, der Antifa Weißensee und Infos über die Hausbesetzerkämpfe in Amsterdam.

Die Demo endete im Regen und spät abends auf dem Mariannenplatz. Dort, wo das Haus Bethanien steht. Dort, wo die YORCK59 am 11. Juni NEWYORCK59 eröffnete. Dort, wo vor 34 Jahren Jugendliche ein Gebäude besetzten, es "Georg-von-Rauch-Haus" nannten und dadurch den Abriß des gesamten Krankenhaus Komplexes verhindert hatten. Heute ist geplant, das Bethanien zu privatisieren ...........

Noch einmal : WIR BLEIBEN ALLE!

Links zum EKH:
 http://ekhbleibt.info/
 http://www.med-user.net/ekh/
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Ergänzungen

Sorry

BerlinerInnen 02.07.2005 - 12:55
Sorry, die Demo war natürlich nicht "heute abend", sondern GESTERN abend, also am 1.7. (20.30 bis 22.30).

Grüsse aus dem EKH

wirbleibenalle! 02.07.2005 - 14:32
Viele Dank für die Solidarität und Grüsse aus Berlin.
Hier in Wien ist die Lage weiter angespannt und akut. Die nächste Zeit muss der politische Druck weiter steigen um die Räumung noch zu verhindern.
Viel Power und kämpferische Grüsse an die (new-)Yorkis, die Leute aus der Rigaer, dem Schwarzen Kanal, dem OWB9 und alles anderen autonomen Zentren und Strukturen!
NEVER GIVE UP- im dreivierteltakt... Autonome aus Wien

videos aus und ueber das EKH

kanalB 02.07.2005 - 17:30
unter  http://kanalb.org/topic.php?clipId=110 finden sich 19 videoclips zum EKH, darunter eine reihe "das EKH stellt sich vor.." in der einzelene einrichtungen und initativen des EKH praesentiert werden.

zu "der krampf geht weiter"

xy 03.07.2005 - 13:36
ich glaub dass du da schon einige dinge ziemlich durcheinander bringst.

1. haben "einige autonome gruppen" je dazu aufgerufen nach wien zufahren um das ekh vor einer räumung zu verteidigen? oder wurde das durch besagte stellungnahme nicht kritisch hinterfragt?
2. was haben "einige autonome gruppen" mit den internen hierachien im ekh zu tun? oder wurde das durch die stellungnahme auf die du da anspielst nicht eben thematisiert?
3. klar ist für leute ausserhalb von wien schwer nachzuvollziehen wie die lage in wien ist, aber du hast ja selber gesagt, dass selbst als du dort angekommen bist, alles sehr intransparent gehalten wurde. wäre es daher nicht auch einfach vorstellbar, dass auch viele leute in wien daher lange zeit nicht unbedingt einen anderen informationsstand hatten als du. und der zeitpunkt der stellungnahme daher auch nur darauf hindeutet?
4. der räumungsaufschub für 2 wochen wurde am di gefaxt. dass diese infos nicht weitergegeben worden sind kannst du wohl auch nur schwer leuten vorwerfen, die diese unterschlagung auch für unverständlich gehalten haben, und den aufschub veröffentlicht haben?

aber bei all dem verständnis für deine kritik muss ich aber schon sagen, wenn du nur nach wien wegen räumungsriots gekommen bist, und jetzt wo du da bist dir enttäuscht darüber bist, dass es die ziemlich wahrscheinlich nicht geben wird, dann ist das schon auch eher traurig.
weil es gäbe eben noch immer genug notwendigkeit für kreative aktionen rund um die lage des ekh. und wann wenn nicht jetzt, wenn schon mal ein paar menschen das sind wäre die gelegenheit dazu (siehe z.b. auch die besetzung heute oder die aktion auf der parade).
und um auf schaule aktionen zu kommen brauchst du auch nicht unbedingt checkerInnen die dir irgendwelche anweisungen geben, oder? ein auf eigeninitiative einberufenes plenum könnte dazu schon reichen. und vielleicht könnten dann auf diesem plenum auch probleme wie mangelnde informationsweitergabe und intransparenz besprochen und eingefordert werden.

und schlussendlich bei all dem wahnsinn wie hierachisch und intransparent alles abläuft, muss ich dir schon auch sagen, dass ich genau darüber auch schockiert bin, dass viele leute sich genau das gefallen lassen und z.b. nicht auf die idee kommen sowas auf plenas massiv einzubringen und die forderung einzubringen, dass sowas ausdiskutiert wird, sondern dass das einfach hinuntergeschluckt wird.

trotzdem mit solidarischen grüßen

diskussion zu diesem text auf at.indymedia:
 http://at.indymedia.org/newswire/display/54189/index.php

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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Was mir grad auffiel

egal 02.07.2005 - 14:34
Ihr habt einen guten Blick für Fotos - Lob!!
Es ist schade, daß durch die verständliche Gegenreaktion der Indy-Mods auf das "Knipswut-Phänomen" so manch gutes Motiv (Szene-Info/Yorckplatz - saugeil, Bethanien/Biertrinker - total romantisch) ziemlich untergeht.

der krampf geht weiter!

andere selbskritische anarchistische autonome 02.07.2005 - 22:14
während in den letzten wochen, ja monaten, immer wieder kommuniziert wurde, alle zeichen um das ekh stünden auf sturm um den 30. juni/1. Juli wird nun von "einigen autonomen gruppen" kommuniziert alles in ordnung - wir verhandeln mit der stadt wien, wir werden das schon richten ( http://ekhbleibt.info/ekh/statements/1120210510).
war schon die vorgangsweise der letzten wochen im ekh vom errichten von hierarchien und checkerInnen geprägt, spitzt sich dieses gehabe nun noch mehr zu.
einige leute, die sich in die verteidigung des ekhs einbringen wollten, teiweise menschen die weite strecken gereist sind, gelockt von aussendungen wie "alle kommen - alle bleiben" oder "es gibt genug zu tun" waren schon vor dieser aussendung vor den kopf gestoßen. es wurde von seiten der ekh-checkerInnen kaum kommuniziert welche strategien gefahren werden, welche informationen zur verfügung stehen, welche szenarien erwartet werden. die plenas wurden -soweit sie überhaupt offen waren- nur informell angekündigt und waren vom vorenthalten von informationen geprägt. informationen verbreiteten sich in erster linie durch gerüchte. weite teile des ekhs wurde für etliche unterstützerinnen zur sperrzone erklärt. menschen die sich einbringen wollten wurden zum trinken im beisl aufgefordert - die wirkliche arbeit fand ja konspirativ in den abgesperrten teilen des hauses statt und musste im geheimen ablaufen.
am ersten juli schließlich wurde entgegen aller vorherigen verlautbarungen ein papier veröffentlicht "keine akute räumungsdrohung!". nachdem die stadt wien und die sie regierende spö seit bekanntwerden des verkaufs des ekhs keine ernsthaften verhandlungen zum erhalt des ekhs/der entschärfung des konfliktes rund um das ekh aufnahm, soll nun, von heute auf morgen alles anders sein.
in gewohnter manier - ohne öffentlichkeit und transparenz - wurden offenbar von "einigen autonomen gruppen" verhandlungen mit der stadt wien/der spö geführt die zu einer lösung des konflikts führen sollen.
es wird nicht näher darauf eingegangen wie diese lösung aussehen soll, außer dass die stadt wien das ekh offenbar kaufen wolle. es bleibt völlig unklar wer diese verhandlungen führt, welche forderungen erreichbar scheinen, was stand der dinge ist usw.
in einer kurz darauf veröffentlichten erklärung werden die forderungen näher erläutert: es soll ein trägerverein gegründet werden, der das ekh übernimmt blablabla. ( http://ekhbleibt.info/ekh/info/1120248707) gleichzeitig wird das "keine akute räumungsgefahr" wieder relativiert: es sei durchaus denkbar, dass es von seiten der jetzigen hausverwaltung zu weiteren übergriffen kommen kann. daher: wachsam sein! was wohl weiterhin bedeutet kommt alle ins ekh, trinkt im beisl was und wartet auf informationen/anordnungen oder angriffe von neonazis. anstatt die unterstützerinnen auf möglichkeiten sich einzubringen hinzuweisen werden sie einfach als dumpfe manövriermasse bei bier und konzerten geparkt.
gerade wenn "einige autonomen gruppen" schreiben: "unsere Stärke sollte kreativer protest und offene und hierarchiefreie strukturen sein, wenn wir die nerven verlieren oder uns provozieren lassen dann haben wir schon verloren. es geht um den erhalt des ekh - nicht um die erfüllung diverser macker- und checkerInnen träume. ekh bleibt!" sollten diese "einige autonome gruppen" überlegen ob nicht sie selber die allergrößten "macker- und checkerinnen" sind. ob sie nicht selber hierarchien aufrichten indem sie im geheimen verhandlungen führen und keine informationen weiter geben.
anstatt auf berechtigte bedenken einzugehen, nämlich die spö/stadt wien spiele nur auf zeitgewinn um das ekh zu räumen wenn die unterstützerinnen abgereist sind oder dass nach dem kauf des ekhs dieses schleichend kommerzialisiert und entmündigt werden soll bzw. das eigene handeln zur offenen diskussion zu stellen werden alle nicht "macker- und checkerinnen" vor vollendete tatsachen gestellt. die drohung, die in der erklärung "einiger autonomer gruppen" mitschwingt ist diese: "vertraut uns, die wir im geheimen die fäden ziehen. wir sind die letzte rettung für das ekh. wer unserer strategie zuwider handelt verschuldet den verlust des ekh."

das ekh ist bereits verloren. die hierarchien die sich den letzten jahren eingeschlichen haben erreichen ausmaße die einer stalinistischen kaderpartei zur ehre gereichen würden. eigeninitiative, offenheit und individualismus wird von subtilen strukturen, von "macker- und checkerinnen" erstickt.
wenn wir das ekh wieder gewinnen wollen müssen wir uns nicht nur gegen die drohende räumung wehren sondern auch die hierarchien wieder niederreissen. ob die befriedungsstrategie der spö/stadt wien und der "macker- und checkerinnen einiger autonomer gruppen" wirklich zum erhlat des ekh führen wird oder einfach eine reibungslose räumung ermöglichen wird ist noch offen.