Rekrutierungsparty von P&C gestört

OgPI 11.06.2005 15:21 Themen: Ökologie
Potenzieller Nachwuchs von Peek&Cloppenburg wurde vor den Konzern-Bossen über das skrupellose Unternehmen informiert.
Kurzfristig hatten wir erfahren, dass Peek und Cloppenburg am Freitag Abend (10.06.05) in den Kölner Rheinterassen zur einer Yuppie-Party zur Rekrutierung möglicher Nachwuchsangstellter geladen hatte. Da wollten wir natürlich mitfeiern. So machten sich vier AktivistInnen der Offensive gegen die Pelzindustrie auf den Weg. Die Eingänge zu der geschlossenen Veranstaltung wurden von Securities bewacht. P&C rechnete offenbar mit uneingeladenen Gästen. Deshalb entschieden wir uns, auf einem Weg etwa drei Meter unterhalb eines großen Balkons zu demonstrieren, auf dem einige P&C-Bosse gerade mit ihren Gästen ein paar Flaschen Champagner austranken. Kurzerhand wurden unser Megafon mit neuen Batterien geladen und ein Transparent mit der Aufschrift "Köln - pelzfrei Stadt" ausgepackt. Mit Hilfe des Megafons wiesen wir nun alle Gäste, die bei P&C Karriere machen wollen, darauf hin, dass P&C einer der größten Pelzhändler Deutschlands ist. Wir erklärten, welche Tiere auf bestialische Weise für P&C umgebracht werden. Außerdem machten wir klar, dass jeder der für P&C arbeitet und zu dem Unrecht schweigt, mitschuldig am zigtausendfachen Tiermord ist. Statt einen Job bei P&C anzunehmen, sollte das Unternehmen boykottiert werden. Erwartet hatten wir, dass die Partygäste schleunigst den Balkon verlassen und sich im Haus verbarrikadieren würden. Das Gegeteil war der Fall. Innerhalb von Sekunden füllte sich der Balkon und alle wollten hören, was wir zu sagen hatten. Mehre Leute quittierten die Aktion mit Applaus und Bravo-Rufen. Welch eine peinliche Situation für die P&C-Manager. Gerne wüssten wir, mit welchen faulen Ausreden sie anschließend versucht haben, ihre Gäste vom "ethisch verantwortungsvollen" Konzern zu überzeugen.

Nach ca. fünf Minuten wurde die Aktion von hektisch herbeistürmenden und vor Aufregung hechelnden Securities unterbrochen. Unprofessionell waren sie nicht mal in der Lage, die Demonstranten von normalen Passanten am Rheinufer zu unterscheiden. Besonders einer der Türsteher tat sich hervor, in dem er willkürlich Leute herumschubste. Zwei Aktivisten erhielten ein Hausverbot. Was soll's, wir hatten eh gerade vor, die Party zu verlassen. Das taten wir nicht, ohne dem Aggro-Aufpasser noch zu raten, seinen Fleischkonsum einzustellen, um dadurch vielleicht seine Gewaltausbrüche in den Griff zu bekommen.

Etwa zehn Minuten später als die P&C-Veranstalter wohl gerade die ersten verkrampften Witzchen über die Demonstration und den Pelzhandel zum besten gaben, entrollten die beiden verbliebenen Aktivisten erneut das Transparent und erinnerten die Leute auf dem Balkon noch einmal lautstark daran, dass sie das eben Gesagte nicht gleich wieder vergessen sollten. Wutentbrannt und Fäuste schwingend sprangen die Securities erneut über Stock, Stein und Absperrgitter. Doch als diese abscheuchlichen Machos bemerkten, dass es sich bei der Rufenden um eine Frau handelte, die auch noch weder wegrannte noch in Kampfstellung ging, sondern sie mit einem freundlichen "Hallo, ihr schon wieder" begrüßte, blieben sie perplex stehen und erwiderten den Gruß mit einem schüchternen Hallo. Als die Aktivistin dann auch noch bestätigte, das sie keine Ahnung hätte, wo sich das Transparent befinde, kratzten sich die Securities am Kopf, während die Aktivisten gemütlich nach Hause bzw. zu einer viel netteren Party auf dem Bauwagenplatz an der Krefelder Str. gingen.

Vielleicht keine Mega-Aktion, die einen so langen Bericht rechtfertigt, aber jede Aktion gegen P&C ist wichtig, auch wenn sie noch so klein und kurz ist. Ihr braucht keine 100 Leute, um aktiv zu werden. P&C ist überall. Geht raus und tut etwas gegen den Massenmord an Tieren!

P&C boykottieren!
Pelzhandel abschaffen!
Go vegan!
Keine Räumung von PLan B!

www.offensive-gegen-die-pelzindustrie.de
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Ergänzungen

Konstruktive Kritik okay, aber...

MvdH 11.06.2005 - 19:22
...dabei darf Mensch nicht vergessen, dass die "Linke in Europa" und grade die deutsche Linke selten ihren Arsch hochkriegt, um überhaupt irgendwas zu tun, abgesehen von ideologischer Haarspalterei und Teehausrevoluzertum.

Deshalb Lob an die Kölner Tierschutzfront! Die Aktion scheint genau das erreicht zu haben, wofür geplant war. Der Applaus von Seiten der Besucher der Party spricht da Bände!

Und ja: Mensch braucht nicht immer 50-100 Leute, um Aktionen durchzuführen. Kleine konspirative Kreise ermöglichen sogar Aktionen auf ganz anderem Niveau als z.b. die Organisation der 1000. Latschdemo/Mahnwache gegen Kapitalismus/Patriachat/Rassismus usw.

Nur Mut und weiter so!

Mal ganz ernsthaft...

Moe 11.06.2005 - 21:36
... wer sich hier über diese Aktion bzw. das Vorhandensein des Artikels aufregt, der hätte den Link nicht anklicken müssen, hätte somit den Artikel nicht lesen brauchen. Dass dieses Rudel Menschen diese Aktion durchgeführt hat, muss nicht heissen, dass sie sich nicht an anderen Aktionen beteiligen bzw. beteiligt haben, oder? Erst denken, dann schreiben ;-)

Ob solcherlei Aktionen nun wichtig sind oder nicht, das ist jedem selbst überlassen, ob man Fleisch isst oder nicht - das ist jedem sein eigenes Bier. Ich persönlich erachte Pelz als unnötig und als Mord, daher habe ich mir diesen Artikel durchgelesen und muss sagen: Weiter so! Schön zu hören, dass die Aktion so gut geklappt hat - besonders das Ende gefiel mir! Wollen wir hoffen, dass auch P&C den Verkauf von Pelz stoppen wird...!

Das Recht sich zu engagieren

madsheep 14.06.2005 - 16:35
Ich habe mir jetzt bereits einige Male (von Konservativen wie auch von Linken) anhören müssen, dass ich mich erst um Tiere kümmern darf, wenn es ALLEN Menschen [in Deutschland] gut geht. Die gleichen Leute lassen aber die normalen Passanten in Ruhe, die sich größtenteils für NICHTS engagieren.

Jeder engagiert sich für das Problem, dass sie/er als das Dringenste empfindet. Ich engagiere mich z.B. für Menschenrechte, Umweltschutz, Globalisierungskritik und vor allem Tierrechte und solange ich davon überzeugt bin, dass es den Tieren am schlechtesten geht, werde ich mich auch hauptsächlich um dieses Problem kümmern.

Ich spreche niemanden das Recht ab ein anderes Thema für wichtiger zu halten und sich dafür zu engagieren. Und ich nehme dieses Recht auch für mich in Anspruch.

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