Campus der FH-Nürnberg besetzt

Rasender Reporter 31.05.2005 11:50 Themen: Bildung Soziale Kämpfe
In Nürnberg haben Studierende der Georg-Simon-Ohm Fachhochschule auf dem Campus eine Zelt-WG gegründet, um schon mal Geld zu sparen, falls Studiengebühren eingeführt werden.
Seit Montag Nacht haben Studierende der Georg-Simon-Ohm Fachhochschule ihre Wohngemeinschaften und Studentenwohnheime verlassen und stattdessen Zelte auf dem Campus der Hochschule aufgeschlagen. Direkt zwischen dem sogenannten A-Gebäude am Kesslerplatz 12 und dem Rektoratsgebäude ist eine kleine Zeltstadt entstanden. Mit dieser Aktion wollen sie ein Zeichen gegen die geplante Einführung von Studiengebühren setzen. Denn Studiengebühren würden viele von ihnen zum Abbruch ihres Studiums zwingen und andere finanziell schlechter gestellte Menschen von einem Studium ausschließen. Solange der Protest nicht in der Lage ist, dem effektiv etwas entgegenzusetzen bleibt als Alternative zum Studienabbruch halt sparen. So kann z.B. an der Miete und der Fahrkarte für Bus&Bahn gespart werden. Was liegt also näher, als direkt auf den Campus zu ziehen, fragten sich die rund 20 Zelt-WG-BewohnerInnen.

Das wohnen auf dem Campus bringt ausserdem noch weitere Vorteile mit sich. Mensch wohnt direkt an der Hochschule, spart Geld und ausserdem kommt mensch leicht mit anderen Studierenden ins Gespräch. Ein idealer Ort um mit StudienkollegInnen, HochschulmitarbeiterInnen und ProfessorInnen über demokratische Mitbestimmung (die es in Bayern an Hochschulen faktisch nicht gibt), Haushaltskürzungen und Studiengebühren zu diskutieren.

Das findet dann in Nürnberg auch statt. Gemütlich beim Kaffeetrinken malen Studierende Transparente, stellen Buttons her und diskutieren. Anklang findet die Aktion auf jeden fall, auch wenn das Wetter nicht so recht mitspielen will. Trotz kühler Temperatur und düsterem Himmel kommt aber keine trübe Stimmung auf.

Wie sich die Hochschulleitung positioniert ist noch unklar. Aber um 11.00 Uhr soll es ein erstes Gespräch geben.

Die "Campus-WG", wie sich die campenden Studierenden selbst nennen, lädt auf jeden Fall alle ein, auch einzuziehen. Denn es gilt, wenn campen nicht zum Dauerzustand werden soll, so die Meinung der CamperInnen, den Protest zu organisieren. Zentrale Forderung ist kostenfreie Bildung, aber auch echte demokratische Mitbestimmung.

Die Aktion steht im Zusammenhang mit den bundesweiten Protesten der Studierendenbewegung. Am 2. Juni ist ein bundesweiter Aktionstag geplant. Die Campus-WG will auf jeden Fall dabei sein.

Die Campus-WG ist auch per Email zu erreichen:  campus-wg-nbg@web.de

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Ergänzungen

Mehr

malegría 31.05.2005 - 20:57
Feature zum Summer of Resistance:
 http://de.indymedia.org/2005/04/113154.shtml

Eine Übersicht über die Presse:
 http://www.soziologie.uni-freiburg.de/fachschaft/politik/maiproteste

Bilder

verLinker 31.05.2005 - 22:57
die ersten bilder findet ihr auf  http://de.indymedia.org/2005/05/118543.shtml

Der Campus ist entsetzt

Student 04.06.2005 - 01:50
Leider wurde die Besetzung heute beendet. Der Grund ist die Androhung einer Räumung. Die BesetzerInnen werten die Aktion unabhängig davon als Erfolg und kündigten weitere Aktionen an.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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Tolle Aktion — studddd