Stolberg: Ausstellung zu Neofaschismus

Antifaschist 14.05.2005 11:56 Themen: Antifa
In Stolberg zeigt das "WiR - Bündnis gegen Fremdenfeindlichkeit" vom 08.05.05-03.06.05 die Ausstellung "Neofaschismus in der Bundesrepublik Deutsschland". Schirmherr ist Bürgermeister Ferdi Gatzweiler. Ees findet eine Vortragsreihe stett, zu der alle DemokratInnen herzlich eingeladen sind.Rechtsextreme und Störer sind von allen Vernstaltungen ausgeschlossen!
Unterstützt wird die Ausstellung von ABS Stolberg, ASF Stolberg, Ausländerbeirat, Bündnis „Stolberg gegen Faschimus“, Bündnis 90/Die Grünen, CDU Stolberg, DPSG Stolberg, FDP Stolberg, Gruppe Z, IG Metall, Internationaler Freundeskreis, Juso AG, SPD Stolberg, VVN-Bund der Antifaschisten, Projekt „Alte Bücherei Mausbach“.

Die Ausstellung wurde am 08.Mai durch den Stolberger Bürgermeister Ferdi Gatzweiler eröffnet. Er betonte in seiner Rede die Notwendigkeit des Kampfes gegen den Rechtsextremismus in Stolberg und schilderte, dass ihn bei einer Fahrt durch Stolberg-Gressenich die NPD-Wahlplakate mit der Aufschrift „Gute Heimreise“ besonders betroffen gemacht hätten.

Ein Vertreter der VVN-BdA sprach ebenfalls ein paar Worte. Er sagte u.a., dass unabhängig von den unterschiedlichen Auffassungen zu tagespolitischen Themen alle DemokratInnen gegen den Neofaschismus zusammenstehen müssten. Er hoffe auch, dass die für Freitag, den 13.05.05 geplante Wahlveranstaltung der NPD nicht ohne Proteste ablaufen werde.(Anm.: Es protestierten in Stolberg am 13.05.05 ca. 50 Personen gegen eine Saalveranstaltung der NPD mit ca. 80 Personen, weitere Infos unter  http://www.myblog.de/klarmann).

Recht eindrucksvoll waren die Ausführungen eines Zeitzeugen, dessen Familie zu einem Großteil von den Nazis ermordet worden war. Er sagte, sie hätten sich als Deutsche angesehen, als Religion seine sie Israelisten gewesen, das Wort „Jude“ sei für sie ein Fremdwort gewesen. Sein Vater habe noch im ersten Weltkrieg für Deutschland als Soldat bekämpft.

Sie hätten also erst gar nicht verstanden, warum sie während der Nazizeit plötzlich keine Deutschen, sondern „Juden“ gewesen seien.

Nach dem zweiten Weltkrieg seien sie in ihre deutsche Heimat zurückgekehrt. Die Frage einer evtl. Auswanderung nach Palästina habe sich für sie damals nicht gestellt.

Schlimm sei es, dass sich inzwischen wieder Neofaschisten in Deutschland breitmachen könnten, schlimm sei es auch, dass sie plötzlich für viele wieder „Juden“ seien. Außerdem kritisierte er die Wortwahl „jüdische Mitbürger“, sie seien „Bürger“ und keine „Mitbürger“.

Die Ausstellung wird noch bis zum 03.06.05 in der Stadtbücherei Stolberg gezeigt. Es sind auch einige interessante Vorträge zum Thema zu hören.

Am 12.05.05 hielt bereits Richard Gebhardt, Politologe an der RWTH Aachen und freier Journalist im Kulturzentrum Stolberg einen Vortrag zum Thema „Gibt es einen „neuen Antisemistismus in Deutschland?“

Weitere Vorträge sind

1. am 17.05.05, 19:00 im Foyer des Kulturzentums Stolberg von

Peter Gingold, einem Widerstandskämpfer der Resistance zum Thema

„Mein Leben im Widerstand“,

2.am 25.05.05, 19:30 im Foyer des Kulturzentrums Stolberg von

Michael Klundt, Politikwissenschaftler und Unterrichtsbeauftragter an der Universität Köln zum Thema „Ein Untergang als Befreiung. Der 8. Mai und die Folgen“ und

3.am 03.06.05, 19:30 Abschlußveranstaltung mit Thomas Müller, MA, Politikwissenschaftler zum Thema „Aufwachsen in der Gesinnungsgruppe. Die Wiking-Jugend als Ort nationalsozialistsicher Sozialisation in der Bundesrpublik“

Alle interessierten DemokratInnen sind zu allen Veranstaltungen herzlich eingeladen.

Neonazis, Rechtsextreme und Störer sind von allen Veranstaltungen ausgeschlossen.
Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
Creative Commons-Lizenz lizenziert.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

Das Konzert gehört zur Ausstellung!

Antifaschist 15.05.2005 - 10:52
Das Konzert von Kaleidokles am 19.05.05 gehört natürlich mit zum Begleitprogramm der Ausstellung "Neofaschimus in der Bundesrepublik Deutschland". Es stand leider erst später fest, dass das Konzert statffinden würde, so dass es nicht mehr in das offizielle Programm aufgenommen werden konnte. Da das Konzert mit zur Ausstellung gehört, handelt es sich natürlich um eine inhaltliche (!!!!) Ergänzung. Als ich den Haupttext geschrieben hatte, wusste ich noch nichts von dem Konzert. Ich finde es eine Frechheit, meinen Beitrag zu zensieren.

"Israeliten" statt "Israelisten"

Antifaschist 18.05.2005 - 00:30
Entschuldigt bitte die vielen Rechtschreibfehler, die mir beim Schreiben des Beitrags in der Eile unterlaufen sind.

Es muß natürlich heißen "Israeliten" und nicht "Israelisten". So wie ich den Zeitzeugen verstanden hatte, sahen sich die Mitglieder seiner Familie als Deutsche - die von ihrer Religion her Israeliten waren. Das Wort Jude, mit dem sie später während des Dritten Reiches ausgegrenzt wurden und mit der sie manche heute wieder ausgrenzen, war für sie ein Fremdwort

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke den folgenden Kommentar

Konzert am 19.05.05 um 19:30

Antifaschist 14.05.2005 - 19:52
Am 19.05.05 findet ausserdem noch um

19:30 im Kulturzentrum, Frankentalstr. 3, Stolberg

ein Konzert des Duos

Kaleidokles

mit Friedhelm Lutzer (Gitarre) und
Bärbel Ehlert (Gesang, Violine, Klarinette)

statt.

Nenazis, Rechtsextreme und Störer sind von allen Veranstaltungen ausgeschlossen.