Stolberg: Ausstellung zu Neofaschismus
In Stolberg zeigt das "WiR - Bündnis gegen Fremdenfeindlichkeit" vom 08.05.05-03.06.05 die Ausstellung "Neofaschismus in der Bundesrepublik Deutsschland". Schirmherr ist Bürgermeister Ferdi Gatzweiler. Ees findet eine Vortragsreihe stett, zu der alle DemokratInnen herzlich eingeladen sind.Rechtsextreme und Störer sind von allen Vernstaltungen ausgeschlossen!
Unterstützt wird die Ausstellung von ABS Stolberg, ASF Stolberg, Ausländerbeirat, Bündnis „Stolberg gegen Faschimus“, Bündnis 90/Die Grünen, CDU Stolberg, DPSG Stolberg, FDP Stolberg, Gruppe Z, IG Metall, Internationaler Freundeskreis, Juso AG, SPD Stolberg, VVN-Bund der Antifaschisten, Projekt „Alte Bücherei Mausbach“.
Die Ausstellung wurde am 08.Mai durch den Stolberger Bürgermeister Ferdi Gatzweiler eröffnet. Er betonte in seiner Rede die Notwendigkeit des Kampfes gegen den Rechtsextremismus in Stolberg und schilderte, dass ihn bei einer Fahrt durch Stolberg-Gressenich die NPD-Wahlplakate mit der Aufschrift „Gute Heimreise“ besonders betroffen gemacht hätten.
Ein Vertreter der VVN-BdA sprach ebenfalls ein paar Worte. Er sagte u.a., dass unabhängig von den unterschiedlichen Auffassungen zu tagespolitischen Themen alle DemokratInnen gegen den Neofaschismus zusammenstehen müssten. Er hoffe auch, dass die für Freitag, den 13.05.05 geplante Wahlveranstaltung der NPD nicht ohne Proteste ablaufen werde.(Anm.: Es protestierten in Stolberg am 13.05.05 ca. 50 Personen gegen eine Saalveranstaltung der NPD mit ca. 80 Personen, weitere Infos unter
http://www.myblog.de/klarmann).
Recht eindrucksvoll waren die Ausführungen eines Zeitzeugen, dessen Familie zu einem Großteil von den Nazis ermordet worden war. Er sagte, sie hätten sich als Deutsche angesehen, als Religion seine sie Israelisten gewesen, das Wort „Jude“ sei für sie ein Fremdwort gewesen. Sein Vater habe noch im ersten Weltkrieg für Deutschland als Soldat bekämpft.
Sie hätten also erst gar nicht verstanden, warum sie während der Nazizeit plötzlich keine Deutschen, sondern „Juden“ gewesen seien.
Nach dem zweiten Weltkrieg seien sie in ihre deutsche Heimat zurückgekehrt. Die Frage einer evtl. Auswanderung nach Palästina habe sich für sie damals nicht gestellt.
Schlimm sei es, dass sich inzwischen wieder Neofaschisten in Deutschland breitmachen könnten, schlimm sei es auch, dass sie plötzlich für viele wieder „Juden“ seien. Außerdem kritisierte er die Wortwahl „jüdische Mitbürger“, sie seien „Bürger“ und keine „Mitbürger“.
Die Ausstellung wird noch bis zum 03.06.05 in der Stadtbücherei Stolberg gezeigt. Es sind auch einige interessante Vorträge zum Thema zu hören.
Am 12.05.05 hielt bereits Richard Gebhardt, Politologe an der RWTH Aachen und freier Journalist im Kulturzentrum Stolberg einen Vortrag zum Thema „Gibt es einen „neuen Antisemistismus in Deutschland?“
Weitere Vorträge sind
1. am 17.05.05, 19:00 im Foyer des Kulturzentums Stolberg von
Peter Gingold, einem Widerstandskämpfer der Resistance zum Thema
„Mein Leben im Widerstand“,
2.am 25.05.05, 19:30 im Foyer des Kulturzentrums Stolberg von
Michael Klundt, Politikwissenschaftler und Unterrichtsbeauftragter an der Universität Köln zum Thema „Ein Untergang als Befreiung. Der 8. Mai und die Folgen“ und
3.am 03.06.05, 19:30 Abschlußveranstaltung mit Thomas Müller, MA, Politikwissenschaftler zum Thema „Aufwachsen in der Gesinnungsgruppe. Die Wiking-Jugend als Ort nationalsozialistsicher Sozialisation in der Bundesrpublik“
Alle interessierten DemokratInnen sind zu allen Veranstaltungen herzlich eingeladen.
Neonazis, Rechtsextreme und Störer sind von allen Veranstaltungen ausgeschlossen.
Die Ausstellung wurde am 08.Mai durch den Stolberger Bürgermeister Ferdi Gatzweiler eröffnet. Er betonte in seiner Rede die Notwendigkeit des Kampfes gegen den Rechtsextremismus in Stolberg und schilderte, dass ihn bei einer Fahrt durch Stolberg-Gressenich die NPD-Wahlplakate mit der Aufschrift „Gute Heimreise“ besonders betroffen gemacht hätten.
Ein Vertreter der VVN-BdA sprach ebenfalls ein paar Worte. Er sagte u.a., dass unabhängig von den unterschiedlichen Auffassungen zu tagespolitischen Themen alle DemokratInnen gegen den Neofaschismus zusammenstehen müssten. Er hoffe auch, dass die für Freitag, den 13.05.05 geplante Wahlveranstaltung der NPD nicht ohne Proteste ablaufen werde.(Anm.: Es protestierten in Stolberg am 13.05.05 ca. 50 Personen gegen eine Saalveranstaltung der NPD mit ca. 80 Personen, weitere Infos unter
http://www.myblog.de/klarmann). Recht eindrucksvoll waren die Ausführungen eines Zeitzeugen, dessen Familie zu einem Großteil von den Nazis ermordet worden war. Er sagte, sie hätten sich als Deutsche angesehen, als Religion seine sie Israelisten gewesen, das Wort „Jude“ sei für sie ein Fremdwort gewesen. Sein Vater habe noch im ersten Weltkrieg für Deutschland als Soldat bekämpft.
Sie hätten also erst gar nicht verstanden, warum sie während der Nazizeit plötzlich keine Deutschen, sondern „Juden“ gewesen seien.
Nach dem zweiten Weltkrieg seien sie in ihre deutsche Heimat zurückgekehrt. Die Frage einer evtl. Auswanderung nach Palästina habe sich für sie damals nicht gestellt.
Schlimm sei es, dass sich inzwischen wieder Neofaschisten in Deutschland breitmachen könnten, schlimm sei es auch, dass sie plötzlich für viele wieder „Juden“ seien. Außerdem kritisierte er die Wortwahl „jüdische Mitbürger“, sie seien „Bürger“ und keine „Mitbürger“.
Die Ausstellung wird noch bis zum 03.06.05 in der Stadtbücherei Stolberg gezeigt. Es sind auch einige interessante Vorträge zum Thema zu hören.
Am 12.05.05 hielt bereits Richard Gebhardt, Politologe an der RWTH Aachen und freier Journalist im Kulturzentrum Stolberg einen Vortrag zum Thema „Gibt es einen „neuen Antisemistismus in Deutschland?“
Weitere Vorträge sind
1. am 17.05.05, 19:00 im Foyer des Kulturzentums Stolberg von
Peter Gingold, einem Widerstandskämpfer der Resistance zum Thema
„Mein Leben im Widerstand“,
2.am 25.05.05, 19:30 im Foyer des Kulturzentrums Stolberg von
Michael Klundt, Politikwissenschaftler und Unterrichtsbeauftragter an der Universität Köln zum Thema „Ein Untergang als Befreiung. Der 8. Mai und die Folgen“ und
3.am 03.06.05, 19:30 Abschlußveranstaltung mit Thomas Müller, MA, Politikwissenschaftler zum Thema „Aufwachsen in der Gesinnungsgruppe. Die Wiking-Jugend als Ort nationalsozialistsicher Sozialisation in der Bundesrpublik“
Alle interessierten DemokratInnen sind zu allen Veranstaltungen herzlich eingeladen.
Neonazis, Rechtsextreme und Störer sind von allen Veranstaltungen ausgeschlossen.
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Das Konzert gehört zur Ausstellung!
"Israeliten" statt "Israelisten"
Es muß natürlich heißen "Israeliten" und nicht "Israelisten". So wie ich den Zeitzeugen verstanden hatte, sahen sich die Mitglieder seiner Familie als Deutsche - die von ihrer Religion her Israeliten waren. Das Wort Jude, mit dem sie später während des Dritten Reiches ausgegrenzt wurden und mit der sie manche heute wieder ausgrenzen, war für sie ein Fremdwort
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Konzert am 19.05.05 um 19:30 — Antifaschist