Lübeck: Anti-Pelz Demo

a_ 08.05.2005 01:13 Themen: Biopolitik Ökologie
Wir sind jemand, nicht etwas!
Tiere haben Rechte - Pelzindustrie abschaffen!

Demonstration gegen die Ausbeutung von Tieren durch die „Pelzindustrie“
und Kundgebung vor der P&C-Filiale am Lübecker Marktplatz; Samstag, 07.Mai'05.
Im Rahmen der Offensive gegen die Pelzindustrie fanden sich heute ca. 50 TeilnehmerInnen, größtenteils aus dem herrschaftskritischen Spektrum, zur Kundgebung vor Peek&Cloppenburg am Lübecker Markt und zur Demonstration durch die Innenstadt ein.
Um 13 Uhr sammelten sich die ersten Personen an zwei Seiten der P&C Filiale. Neben einem Infostand waren zahlreiche Transparente entlang des Gebäudes aufgereiht, dazu wurden Parolen skandiert und Redebeiträge verlesen.
15 Uhr begann die Demo entlang diverser tierausbeutender Geschäfte über die Informationen bekannt gegeben wurden. Mehrmals brach die Demo spontan aus um Geschäften auf die Pelle zu rücken, dabei kam es auch zu Rangeleien mit der Polizei.
Die Zwischenkundgebung vor McDonald's wurde mit einem Rap von AlbinoMC abgeschlossen, bevor es wieder Richtung P&C zur Abschlusskundgebung ging. Hier kam es noch einmal zu einem längeren Gerangel mit der Polizei. Bis 17 Uhr wurde vor P&C noch Flagge gezeigt und Parolen gerufen.


In den Filialen von Peek und Cloppenburg wird eine große Palette von Echt-Pelzen zum Verkauf angeboten.
Derzeit werden weltweit ca. jährlich 40 Millionen Pelztiere im Namen der Mode auf Pelztierfarmen umgebracht. In Deutschland gibt es heute circa. 40 Pelzfarmen. Unzählige Tiere warten dort in engen Drahtkäfigen auf ihren grausamen Tod durch Gas, Genickbruch, oder per analem Stromschlag. Der physische und psychische Terror dem die Tiere dort ausgesetzt sind wird durch ihr gestörtes Verhalten sichtbar. Ständiges apathisches Hin- und Herlaufen, Selbstverstümmelungen, Kannibalismus. Viele von ihnen haben jeglichen Lebenswillen verloren, verweigern sogar das Essen und sitzen zitternd an der Käfigrückseite im eigenen Kot Nach 7 Monaten Gefangenschaft wird ihnen im November, wenn ihnen das Winterfell gewachsen ist der Garaus gemacht, um daraus Profit zu Schlagen.
Durch schlagkräftige Proteste konnte es erreicht werden, dass C&A und der riesige KarstadtQuelle-Konzern sich aus dem „Pelzhandel“ zurückgezogen haben. Es sollte nun auch auf P&C ein solcher Druck ausgeübt werden, dass ihnen nichts anderes übrig bleibt als ebenfalls aus dem „Pelzhandel“ auszusteigen.


Tiere sind Opfer eines Machtverhältnisses, welches von Menschen durch die Speziesgrenze legitimiert und aufrechterhalten wird.
Der Ge- und Verbrauch von tierlichen Individuen gilt als „normal“ in unserer Gesellschaft – die meisten Menschen betrachten Tiere als Mittel für ihre Zwecke.
Dass Tiere für Nahrung und Kleidung ausgebeutet und umgebracht werden, für die „Sicherheit“ und Erforschung von Medikamenten, Kosmetika, etc. im Namen der Wissenschaft vergiftet, verbrüht, verbrannt, vergast, ertränkt werden, ihnen Augen, Magen, Haut verätzt werden, ihre Knochen gebrochen, zertrümmert, zersägt werden, ihre Schädel zerschmettert werden, ihre Stimmbänder durchgeschnitten werden, dass sie für Entspannung und Vergnügen aufgespiesst und erschossen werden, für Vergnügen ausgestellt und dressiert, für Partnerschaft gezüchtet und gehalten werden, für Sport benutzt werden – all dies geschieht selbstverständlich und wird selten prinzipiell in Frage gestellt.
Bereits in der Betrachtungsweise von Tieren konzipiert sich die Gewalt: Instrumentalisiert und nach Nützlichkeitskategorien eingeteilt, werden sie als „Schlachtvieh“, als „Nutztiere“, als „Versuchstiere“, als „Pelztiere“, etc. benannt. Die Unterdrückung der Tiere und die institutionelle Gewalt gegen sie hat eine Ideologie zur Basis, die Speziesismus genannt wird.
Das Prinzip der Tierausbeutung ist das Prinzip von Gewalt hinter Mauern und verschlossenen Türen (z.B. in Laborien und Schlachthöfen). Diese Gewalt zu visualisieren, das Leiden beredt werden zu lassen, und die gesellschaftlichen Bedingungen, aus denen das Mensch-Tier-Verhältnis hervortritt, zu erkennen, muss Mittelpunkt der Bestrebungen sein. Zweifelsohne bedarf es eines Engagements, das weit über das Unterschreiben von Petitionen oder Geldspenden hinausgeht.


Die Offensive gegen die Pelzindustrie ist ein seit 1999 bestehendes, selbstorganisiertes Netzwerk aus Tierrechtsgruppen mit dem Ziel, strategische Kampagnen gegen Unternehmen zu organisieren, die Artikel mit „Pelz“ verkaufen.


 http://www.offensive-gegen-die-pelzindustrie.de/
 http://www.tierrechts-aktion-nord.de/
 http://www.free.de/atah/
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

KORREKTUR

SPIEßER 09.05.2005 - 11:01
der titel der demo muß heißen:

Sie sind jemand, nicht etwas!
Tiere haben Rechte - Pelzindustrie abschaffen!

und nicht:

Wir sind jemand, nicht etwas!
Tiere haben Rechte - Pelzindustrie abschaffen!

mensch bin ich pingelig :)

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Zeige die folgenden 5 Kommentare an

(muss ausgefüllt werden) — (muss ausgefüllt werden)

@ (muss ausgefüllt werden) — ich war dabei! juhu!

bin auch — pingelig

lederklamotten — hab ich auch