Liegestuhlaktion in Berlin am Alex
Berlin, 1.05.2005, Alex: Heute fand neben der DGB-Kundgebung eine Liegestuhlaktion gegen den virulenten Arbeitswahn statt.
Motto war: Endlich wird die Arbeit knapp.
Motto war: Endlich wird die Arbeit knapp.
Dazu wurde demonstrativ in Liegestühlen Platz genommen. Die Sprüche gegen Lohnarbeit waren insbesondere für Gewerkschafter
doch eher provokant. Und so wurden Fragen nach dem, was Arbeit sei, welche Arbeit tatsächlich nützlich sei, ob Menschen auch
arbeiten, wenn es kein Geld gäbe, wem Arbeit nützt etc. gestellt. Viele haben das Paradox erkannt, daß viele völlig überarbeit
sind, andere überhaupt keinen Zugang zu sinnvoller Tätigkeit haben, beide aber an dieser Situation krank werden. Es ist also
gelungen, Menschen zum eigenen Denken anzuregen und nicht mit Bier, Parolen und Demokratiegeschwätz gehirn- und mundtot zu machen.
doch eher provokant. Und so wurden Fragen nach dem, was Arbeit sei, welche Arbeit tatsächlich nützlich sei, ob Menschen auch
arbeiten, wenn es kein Geld gäbe, wem Arbeit nützt etc. gestellt. Viele haben das Paradox erkannt, daß viele völlig überarbeit
sind, andere überhaupt keinen Zugang zu sinnvoller Tätigkeit haben, beide aber an dieser Situation krank werden. Es ist also
gelungen, Menschen zum eigenen Denken anzuregen und nicht mit Bier, Parolen und Demokratiegeschwätz gehirn- und mundtot zu machen.
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Paradies?
Hier mal ein kleiner Auszug:
"Erst heute, da sie ein knappes Gut geworden ist, wird die kulturelle Überhöhung von Arbeit in ihrer ganzen Ambivalenz kenntlich. Die Konfrontation unserer idealisierten Vorstellung von Arbeit mit der Tatsache, dass sie uns auszugehen scheint, ist der nachhaltige Schock der spätmodernen Gesellschaften. Mit Erschrecken stellen wir fest, dass wir über Generationen sozusagen "fehlsozialisiert" worden sind. Unsere symbolische Ausstattung erscheint angesichts der Krise der Arbeitsgesellschaft nicht mehr zeitgemäß. Was sollen wir sinnvoll tun, wenn uns der zentrale Bezugspunkt des Lebens fehlt? Mit der Krise kommt das Ende des Bedeutungsmonopols in Sicht, das wir der Arbeit als Stifter von "Sinn" und "Identität" so sehr eingeräumt haben, dass wir, wie Hannah Arendt anmerkte, "kaum noch vom Hörensagen die höheren und sinnvolleren Tätigkeiten" kennen. Tatsächlich tun wir uns schwer damit, uns vom Paradigma der Erwerbsarbeit zu lösen und ihr anderes entgegenzusetzen als eine - häufig leer laufende - "Freizeit". Das bekannte Paradox spricht für sich selbst: Je mehr die Arbeit auf der Erwerbsebene verschwindet, desto stärker dringt sie ins Privatleben. Von der Beziehungsarbeit über die Regenerationsarbeit bis hin zur Trauerarbeit: Es gibt kaum noch einen Intimbereich, der nicht kompensatorisch durch das Suffix "Arbeit" aufgewertet wird."
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
gar nicht lustig
@ Malocher